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Berlin, 10. Jan. Der Herr Rcichsminister für die

hft 668 ätzten Gebiete ,Dr. Hoefle, hat heute abend nuf MaV-

l»)'etn Wege in der Rad »stunde A. G. im Voxhause Berlin

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dem Sonderbündler- wir noch folgendes:

genau gegenüber dem durch den Kopf

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Uebrigens werde es niemals gelingen, den Kredit Frankreichs zu erschüttern, der auf seinem Reichs« tum, seiner Steuerkraft und der überlieferten Treue beruhe, mit der es seine Unterschriften ein» löse. Es sei höchst bedauerlich, dah Frankreich 6e» schuldigt werde, es treibe Mißbrauch mit seinen Gütern, während es sich doch, um nicht in den Ver­dacht der Ablehnung des Friedens zu geraten, mit einer Vertagung nach der anderen abgefunden habe und feine Zustimmung zur Herabsetzung seiner For­derungen gebe, sich auf die Erörterung aller Kom promiffe eingelassen habe und sich noch heute bereit erkläre, auf die vorgeschlagenen Abmachungen ein- zugehen, wenn ihm wirkliche Garantien gegeber leien.

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so frage es sich, was mit den überschiebenden 1012 Millionen Tonnen geschehen solle.

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Das französische Parlament.

Paris, 11. Jan. Der Senat hat in seiner gestrigen Sitzung mit 216 von 238 Stimmen Gaston Doumergue wieder zum Präsidenten gewählt.

P a r i s 11. Ian. Der wiedergewählte Kam­merpräsident Raoult Peret eröffnete die gestrige Rachmittagssitzung mit einer Ansprache. Er er­klärte u. a., das Parlament dürfe nicht mit an« ehen, wie die Teuerung und die Spekulation zu- nebme. Die moralische Verurteilung genüge nicht .nehr, es seien andere Strafmatznahmen am Platze,

über den Telephoniesender der Reichstllegraphenverwal- bmg eine Ansprache gehalten, in der es heißt:

Der 10. Januar ist ein schwarzer Tag in der Besckrcb'c Unseres deutschen Volkes, insbesondere für das besetzte Rhein- und Ruhrgebiet. Als Rcichsminister der besetzen Kebiete wie als Sohn meines so schwerheimgesnchten kfäizcrlandes spreche ich allen lieben deutschen Schwe­stern und Brüdern im besetzten Gebiet, die in Du Leu Er­tragen und Entsagen für das gesamte dentsch? Vol fio un­endlich Großes und Heroisches geleistet und vollbracht haben, meinen aus tiefstem Mitempfinden unb innigster Herzlichkeit entauellenden Tank aus. Wenn mir eine kvrge quälend Herz und Hirn zernagt, so ist es der bc- hemmende Gedanke, nicht Macht uns M<t>el zu besitzen, tm alle die Leiden und Nöten im besetzten G:b»t wie auch in übrigen deutschen Vaterland? zu bannen und d-m R.ntz-gvn und strebsamen deutschen Volke wieder im ei (kn Glanz der Friedenssonne Arbeit, Brot und damit Zusriedenheit und Glück zu geben. Soweit es am Willen Und in der Möglichkeit der deutschen Regierung und des deutschen Volkes liegt, sind wir bereit, alle Schrille z» tun, um dem hcißersehnten Ziel wahren Völkerfriedeis rntgegenzustreben.

Dortmund, 10. Jan. General Douchh hat dem Liesioen Besetzungsamt FolgmdeZ mitqsteili: In Uekertinflimmung mit der Interalliierten Rheinland' kommifsion wird jede Kontrolle beglich des Verkehrs mit Brennstoffen im alt- und nenbe- schteu Gebiet, sowie jede Kontrolle der Ausfuhr, über welche Grenzftellen sie auch immer stattsindet, aufgehoben. WaS den Verkehr mit Neben­produkten der Kohle anlangt, so ist bis-jetzt noch keinerlei Aenderung eingetrrten.

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,einem Platz aufstehen und die Hände erheben wollte. Tie Kuger frar» ihn in den Hinterkopf. Bon den andern Getöteten hat einer drei Kopfschüsse erhalten, vo« denen -et och keiner den sofortigen Tod hecbnführtL Die vier au her Heinz Orbis umgekommenen Per­sonen starben erst im Krankenhau-. Einer der Hotel­gäste, ein Kaufmann aus Krefeld, wurde durch einen Schuß hi den Mund verletzt, jedoch nicht lebensge­fährlich. Ein anderer Gast, der, ohne zu wissen, wem die Schüsse gatten, durch da- Fenster entkommen wollte, erhielt einen Schuß, der glücklicherweise nur s.i- ucn Rock durchlöcherte. Das Vorgehen der Ät.entäter kam außerordentlich überraschend. Es wird erzählt, daß $wr von ihnen sich schon vorher an den Tisch ge­setzt hätten, an dem Heinz Platz genommen hat e, und daß sie sich mit ihm eine zeitlang unrer- hielten. Kaum hatten sie sich aus dem Saal

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nur bohle Redensa.rten, nm die Brutalität des Sie­gers dem zeitweilig überwundenen G-gncr gegenüber zu bemönte'n

Die deutscheReichsregierung vertrautewiederum vergeblich auf das Recht, indem sie leider noch- mais verkannte, daß cS im großen Ringen der Staaten und Völker auf Politisch-Wirtschaftlichem Gebiet über, Haupt kein Reckt gibt. Nur wer die Macht hat, be­herrscht und zwingt das Recht nach seinem Willen. Nur Träumer und Schwärmer, deren es bet uns Deut­schen leider viel mehr als in irgend einem anderen Lande gibt, können sich über diese bitterharte Grund­wahrheit hinwegtäuschen. Die deutsche Retchsregieruna sprach zunächst den Standounkt des .passiven Widerstandes"' aus, indem ste erklärte, daß die B.-amten, Angestellten und die Arbeiterschaft des Rubr- gebtetes sich zwar der Gewalt fügen müsse, aber t e r n c r l e i Leistungen kür die Franzosen brin­gen würden. So lagen Handel und Wandel, Arbeit und Verkehr, Fabriken, Kohlenwerke, Zeckwn still. Die Franzosen zogen keine der nur unbedeutende Koblen- licferungen ans dem Ruhrgebiet, sahen sich also in ihrer Hauptbestrebung, nämlich in der Selbstaus- beulund des Rubrlandes mit Hilfe des deutschen Arbeitgeber- und Arbeituehmertums, zunächst gründ­lich getäuscht. Dent'chiand atmete auf im endlichen Widerstand, der das war sein Febler nur ein passiver gewesen ist. Niemals ist passiver Widerstand sirarech gewesen. Das lehrt hundertfach die Geschichte. Daher griff Poinrars zu Zwangsmastregeln, um Deutschland auf die Kniee <u beuaen: Massenauswei­sung, Grenzabsperrung, Unterbindung deS Verkehrs, Kohlensperrs, Einkerkerung aufrecht;r Männer, rück­sichtsloses Eingreisen gegen Leben und Eigentum, Beschlagnahme der Verwaltungs- und ArbeitSlosrn- ae'der kurz eine Fülle von Gewalttaten, die in Deutschland tiefe Entrüstung, im neutralen Ausland Bedenken, tn den mit Frankreich besretindeten Ate- maligen Entertteländern Zweifel und Widerspruch er­regten. Gleichwobl gelang eS Potncare einstweilen und scheinbar wenigstens, feinen T^ufelSplan zu vollenden: am ?5. September 1923 gab Dii Retcks- regierung, stnanziell erschöpft und zur weiteren Unter­stützung der notleidenden Rubrbevölkerung nach ihrer Meinung auster Stande, den passiven Widerstand aus und legte sich aufs verhandeln mit Frankreich. Sie hoffte hierbei, dast Frankreich seine scharfen Mast- r-geln Im Ruhrgebiet mildern, die deutschen Hoheits­und Eilenbahnrecht- herstellen, lebensfähige Vr- ziebungen schaffen werde. Unter dem Druck' der eng- tt'cben Mißstimmung. die sich geg-n die anwachsende polttische, militärische, wlriickastlicke Macht Frank- rrtchs nicht etiva im Sinuc Der wohlwollenden Hilfe für Deutschland richtete, hat Polnear/- in den lebten Tagen etwa? avgew'.egelt, indem Frankreich gewisse Verkebrserleichternngen und sonstige Ab­schwächungen elnireten lieh. Aber, Deutsche, lasset Euch nicht nochmals übertSloen! Versöhnung will Frankreich nicht. Es arbeitet vielmehr mit dem Schwanken der politischen Allg:m>inlage, ist aber ent­schlossen. Deutschland vottisch, militärisch, wirtlchaftlick mcderzuknebeln und nicht inehr in die Höhe kommen zu lassen. Furcht und Besorgn»; vor einem erstar- k.-nden Deutschland, das selvstverständltche Vergeltung für die angeranene Schmach suchen wird, sind die wahren und bleibenden Grundursachen der französischen Rbeln- und Ruhrpolitik. Sie sieben Welt über der wirtschaftlichen Seite. Das darf nicht vet- geisen werden.

Worin givfett somit die Jahresbilanz des Ruhreinbruchs für uns Deutsche? Sie lautet Toi« <u ndennasten: »($ 5 geht doch aufwärt sl Ein­heit auf der ganzen Volksfront, Abkehr von falschen Bahnen, fester '>i!.d geschlossener Wille des Gesamt, lolkes, das sich zur Wedrkrast und zum akiwen Wider­stand erhebt, werden, wie Bismarck gesagt hat, den deutschen KampfeSzom wecken. Die Ruhrsrage und im AnschOist hieran die Rbeinsrage werden erst in dem Augenblick gelöst jein, toemi der letzte Fran­zoie von der Ruhr, vom Rhein verjagt ist. DaS ist die Zuknnftsbtlan». Sie durch zähe Arbeit, willige ^Entsagung, einsichtige Selbstläntrrmtg. opser- frohc Bereitschaft $u schaffen, ist d^ deutschen Volkes LebenSfragr. 8 3.

6ie neuer Mn Wmrd.

Pari«, 10. Jan. Nach dem »Oeuvre^ 6ea6» sichtigt Poinear.-, die besetzten Gebiete künftig n « ch einem neuen Plan aus,ub«uteu, der, wenn er Frankreich alle Borteil« bieten solle, dir man sich davon verspreche, nach Poincarg- selbst nicht weniger als 271/. Millionen Tonnen Kohle, Koks and Braunkohlen im Jahre 1924 zu liefern hätte. Da Frankreich nicht mehr als 1114 Millionen Tounrn deutscher Kohle jährlich ausuehmen könne,

Personen, die an einem Tisch Berichterstatter saßen, sanken, getroffen zu Boden.

Speyer. 10. Jan. Zu

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titäten, 4643

6a.

D ie Erschießung pfälzischer Souder- bündler in Speyer wirft ein bezeichnendes Licht auf die Lage in der Pfalz. Der im Wittelsbacher Hof in Speyer erschossene Präsident der pfälzischen Republik, bei Gutsbesitzer Heinz aus Orbis, der dir freie Banernbewegungeingeleitet" hatte, strebte wich einer völligen Loslösung der Pfalz vom Reich. Die Tinge waren unter den Franzosen so weit gediehen, daß die englische Regierung einen offiziellen Protest en Frankreich zu richten beabsichtigt.

Was Frankreich an Rhein und Ruhr und jetzt in der Pfalz dem deutschen Volke an Qualen zuge- mutet wird, ist für ein ehrliebendeS Volk nicht zu ertragen. Daß das Volk mit den Verrätern kur­zen Prozeß macht, gehört nun einmal zu den ewigen Menschenrechten. Mag sein, daß Toten wie die in Syeper politisch eine Torheit sind und vielleicht gar schaden wer aber bei manchen Dingen nrchk beu Verstand" verliert, der hat eben leinen zu verlieren. EinS werden und müssen die Franzosen jedenfalls dar­aus lernen, daß ein gequältes Volk, zum äußersten ge­bracht, noch Mittel der Verzweiflung hat, die wenig» stens den Nutzen haben, daß sie das Urteil jedes Auf­rechten und Ehrlichen in der ganzen Welt wecken nnd anftufm. Mag es nicht heute wirken, wirkt es morgen.

Berlin, 11. Jan. Wie die Blätter melde«, ist das Reichskabinett gestern abend zu einer Be­ratung der Vorkommnisse in der Pfalz zusammen- qetreteu.

Speyer, 10. Jan. Der Führer der pfälzischen B.rnd«n, der berüchtigte Heinz (Orbis), traf gestern im Laufe M Tages ein, umtm Interesse der Be­festigung brr autonomen Pfalz neue Maßnahmen zu besprechen unb anzuordnen". Diese Tatsache war in Speyer sehr bald bekannt geworden. Das pro­vozierende Auftreteis einzelner Sonderbündler- toipps ir allen Teilen der Stadt wurde von der Bevölkerung als das gewertet, was es wirklich dar­stellen .sollte, nämlich eine Verschärf nngdeS son- derbüudlerrschen Terrors. Es kam daher in den verschiedensten Stadtteilen zu ernsten Zujam- menstößen zwischen der Bevölkerung und sonderbündle- rischen Terrorbanden. Die Sonderbündler gingen in rücksichtslesister Wese mit Schußwaffen gegen d ie Bevölkerung vor, sodaß diese schließlich eben­falls zu Abwehrmaßnahmen griff. Während dieser Vorgänge befand sich der Führer der pfälzischen Son- deräünoleibanden, Heinz (Orb'S) mit mehreren seiner Brrtronersleute tm Hotel Wittelsbacher Hof, wo sie sich, anschließend an eine Besprechung, im Spell-- saal aushielten. Plötzlich, gegen 9.30 Uhr abends, bratgtn, wie auch der Sonderberichterstatter derTi­mes" mitteid, mehrere vermummte Gesellen in den Speiseaal unbf gaben eine Anzahl Schüsse ab. Drei

Ern Jahr Ruhrbesetzung

1923 11. Januar 1924.

lablu» keilst, jemach n 1,06 Me tm »h ist, grinst^;

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1 Ein Jahr schwerster Last, zugleich aber auch tiefer Demütigung liegt hinter unS. Richt dem 11. Novem­ber 1918, dem Tage des lchmachvollen Wasfenstillstan- kks, nnd dem 10. Januar 1920, de n Tage der letzten und endgültigen Anerkennung des Versailler Schänd­end Erdroffelungsfrtedens, ist der 11. Januar 1923 kr düsterste Tag der Nachkrtegs- und NachrevoliitionZ, leit für das deutsche--Reich. Er ist die natürliche, un- dermcidliche Folge der beiden vorangegaugencn Er- eignissc gewesen. Bon ihm gilt das surchthar wahre Wort Schillers: »Das ist der Fluch der bösen Tat, oatz sie sortzeugend immer Böses mutz gebären." Im No- drmber 1918 har die Leitung deZ irregesührten deut- fchcn Volkes, das durch des langen Krieges Nöte er­stattet und durch eine unheilvolle Verttauenssellgkelt betört war, voreilig dl: Wasfen von sich geworfen und t* Hiermit wehrlos gemacht. Dor Feindbund aber faiuue feint Schonung und schritt. Von rücksichtslosen «ewaltbabern beherrscht, vis sie die aüeräutzerste Grenze der Vergeltung und Rachgier, der Ausbeutung le» deutschen Unterliegens und der Auslaugung des Aiedergeworfenen, einst ko machtstarken deutsch >n Reiches. Frankreich sah sich mit der Festsetzung im linksrheinischen Deutschland, zuiügltch der weit «vf das rechte Ufer htnübergreisenden Brückenköpfe, rahe dem Ziele seiner Nkehrtahrhunderttäbrigen Er« oberungsgelvste. Bestehend aus seinem Schein, den ihm der $erfa!a<r Acwaltsrtede jugcworsen hatte, Uflüm er jede Gelegenheit wahr, um «Verfehlungen. Unterlassungen. Verflösse geg-m de» Friedensvertrag" seitens der Deutsckm berauSzuftnden uud gestützt aus die milttärifche Uebrrmackt, .Pf ä n d« r" einzuziehen. Tie angeblichen Minderleistungen Deutschlands an Sohlen und Holz, die Rückstände tm Bezahlen der .Reparationen", die erschüttert:n G tldverbättnisse DeS Reiches alle diese Scheiagründt wart» fit Voi neare die iwckwillkommene Gelegenheit, gegen Deulschkand das Recht des Zugreisens geltend zu «acken und in die Tai umzusetzen. Waffenlos und Cttncrvt, ohne Vertrauen auf Dl? innerste Kraft De» niedergedrückten deutschen Volkes, fügte sich die Setostctiung der Gewalt so besetzten Frankreich «nd Belgien am 11. Januar 1923 das Ruhrge­biet, um, wie die Erftärung PolncarLs besagte, DcutfckianD zur Erfüllung der FrieDeuSbedingungen lssi zivingen, Frankreich bezahlt zu machen und dessen taix&taiiiiiäex Slotlaa» auüutoien. valürltch alles

anschlag 'in Speyer erfahren

Heinz-OrbiS wurde in dem Augenblick von einer Kugel getroffen, als er auf den Rus ,Lände hoch!" von

Marburg Mm, »tn II. 3anuar Hartung

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Siuchs eine Kundgebung, in der es u. a. heißt:

Am 11. Januar jährt sich der Tag, an dem französisch' , xnd lielgische Tnlppen unter Verletzung des Versailler siriebensvertrages deutsches Land an der Ruhr mit Lafsengewalt beseht haben. Tausende von Teutssh-n Wurden mit ihren Familien von Haus und Hof verlrieben, eHb über 2000 Gefangene harren noch heute in den ßtiängmssen der fremben Besatzungsmächte ihrer Be­freiung. Diese Martyrium wurde noch ins Unerträgliche ^steigert durch btt schamlosen Uebergnffe eines land­fremden" käuflichen Separutistengesindels. An alle die­jenigen in der Welt, die sich noch menschliches Empfinden tnb völkerrechtliches Denken bewahrt haben, appelliere ich, mit uns dahin zu wirken, daß der Rechtszustand jo kfeßten Gebiet wiederhergestellt werbt. Alle Lechen enb Bedrückungen, denen die Bevölkerung des besetzten tz-ebirts in dem abgelaufenen Jahr in ihrem Kampfe itm -ircht und Heimat ausgcfetzt war, wird sie nicht wankend «qchen können in ihrer Treue zum deutschen Vaterland.' und niemals war im unbesetzten Deutschland der geistige kefitz von Rhein und Ruhr so stark verankert wie heute klls Kanzler deS Deutschen Reiches und als Sohn unserer geliebten rheinischen Heimat danke ich heute den Schwe­stern und Brüdern, an Mein und Ruhr, in der Pfalz und e: bet Saar für ihr treues Anshnrren in der Hoffnung laß der Tag der Befreiung von fremder Besetzung und kr endgültigen Wiedervereinigung mit dem unbesetzten Sfii'iiVatb nicht mehr fern ist. Es lebe das einig», gnieilbare Deutschland!

(gez. Reichskanzler Mar;.

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znläcko zogen ös'n te sih Plötzlich roiebet Sie Tür M Wirtschaft, vier oder fünf junge Männer rufen ..Hände hoch!" und gaben sofort Schüsse ab. Sinei ihrer Mithelfer schaltete unmittelbar nach Mzibe btt Schiffst den elektrischen Schalter aus, worauf di« Täter entkamen. Die Augriiznrgen erzählen, daß die Täter keinen Mantel oder Kopsbedeckungen trugen. Unter den Gästen befand sich auch ein französischer Of­fizier nnt tin englischer Press Vertreter. Kurz nach der Tai kamen einige weitere Führer der Sonderbündler in den Wittelsbacher Hof, Darunter Bley und Schmitz- epprl. Diese nahmen sofort die Untersuchung ans und verhörten die Anwesenden. Auch wurden die französisch» Gendarmerie und die deutsch« Polizei ver­ständigt, die sofort mit den Ermittlungen begannen.

Noch dcm vorstehenden Bericht des Gewährsmannes des. W. T B., der sich auf die Aussagen von Augen- zengen stützt, ist die Darstellung der sonderbündle- rischen Pressstelle, wonach die Täter im Hausslnr noch weitere Unbeteiligte ttiedergeschossen hätten, nicht zutreffend.

Speyer, 10. Jan. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei den Täter nkm Personen aus den Reihen der Pfälzer SondcrbüMer selbst. Sckon feil längere rZcit bestehen unter diesen starke Strömun­gen gege n Heinz und die separatistische Regierung, die hauptsächlich in der Nichtausziblung der ver­sprochenen L 2 L n u n g is die Mrnuichasten des 'cvsta­tistischen Rhernlandschutzes und in verschiedenen Verbaf- tungen protestierender Angeböriger ihren Hauptgrund hatte. Die Unzufriedenheit yat sich in letzter Zeit stark gehäuft. Verschiedene, v,n den Separa­tisten ausgestoßen? Drohungen lleßcn darauf schließen, daß vonseiten der Separatisten schon seit längerer Zeit ein# Abrechnung mit Heinz nnd Genossen ge­plant war. i

London, 10. '»an . Der Sonderberichter­statter derTimes" in Speyer oibt eine etugehenve Schilderung der Ermordung SrparatistensübrerS Heinz, die sich in seiner Gegcmvart abspielte. Danach fie­len gestern abend 6 Uhr 15 Minuten ,als der Berichter­statter mit etwa dreißig anderen Personen in einem Zim­mer desWittelsbacher Hofes" speiste, plötzlich eine Anzahl Schüsse. Drei Personen, die an einem Tisch: genau gegenüber dem Berichterstatter saßen, sanken, durch den Kops getroffen, zu Boden. D«ienig-n, die geschossen hatten, riefen den Gästen zu, daß sie unb«,orgt 5ein könnten, das Hotel aber nicht vor Ablauf einer x Viertelstunde verlassen dürsten, und daß die Aktion sich nur gegen die Separatisten richte. Außer Heinz ist einer bet Männer, bte an seinem Tische fafcen, getötet worden. Der Dritte, rin Handlungsreisender, der erst gestern abend angekommen war, wurde verwun­det. Nach kurzer Zeit trafen Gendarmen, deutsche Polr- zri, Separatistentrupps und französisch-afrikanisches Mili­tär im Hotel ein unb nahmen eine Untersuchung aller Gäste vor. Er ist »n feiner weiteren Störung ge­kommen. In der Stadt herrscht Ruhe. Wsher find feine Verhaftungen vorgenommen worden. Auch vor dem Hotel wurden drei Verletzte gefunden.

Die Pr^se zu beu Vorgängen in Speyer.

Berlin, 10. Jan. Zur Erschießung von Hein»«' Orbis schreibt betVorwärts": Allein schuldig sei die französische Regierung mit ihrer in der Pfalz betriebenen unehrlichen, den FriedenSvertrag unb dem Rhrinlandabkommen hohnsprechenden PoÜtrk. Nur die Wiederherstellung bei Rechts könne weiteres Unheil»er­baten DieGermania" sagt, da» Treiben der Separa- tifltr sei nicht» anderes alS Hochverrat. Gut sei, baß die gestrigen Schüsse die Ausrnerksamkett der Well auf dir fkandalösen Zustände richteten, die sich tn der Pfalz unter den Augen der BesetzungSbehörde entwickeln Die Boljksche Zeitung" nennt den Vorfall einen Akt der Bolksiustiz gegenüber den geradezu ungeheuerlichen Aus­schreitungen und Herausforderungen, die sich die Separa­tsten, begünstigt von General de Metz, zuschulden 'ommen liehen. DasBerllner Tageblatt" sieht nut Jn einer Beseitigung bet bie Gesetze und bar Selbst- bestimmnngstecht der Bevölkerung verletzeub-nSMS» Mrherrschaft eine Gewähr gegen Wiederholungen von Exzessen, die sich gegen das Treiben des separatisti.chcn Gesindels richten. DieZeit" schreibt: Di# Platz lass« sich nicht durch Terror niederzwingen. Man gebe bet Be­völkerung ihr Recht Mm die Ersaht neuer Ezplosioam zu verhüten, '

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher, kurhessische) Oberhessen

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.. . Berlin, 10. Jan. Der Reichskanzler erläßt an« ' Wtzlich der Wiederkehr des Jahrestages des Ruhrein-

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