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Marburg

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Hartung

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auswärt-Lnzeigen 0,10 Ealdmark. Bei schwier.Sah 50/, Ausschlag. Sammelanzeig. 100 '/» JO A ftIIFl

Aufschlag, ineklamrn 0,^0 Eolbmark. Jeder Rabatt gNt als Darrabatt. Beleg, werden ww» OlJtJlg« ---------------------------------------- 1924

Amtliches VerWnüigungsblatt des Kreises Mardmg.

Anzeiger für (das früher kurheMche) MexWm

Die Meiittmi Mittel! die Me Wergs ni.

«ttlin, 8.Jan. Bezüglich der Pläne Arno ld Pech berg? wird in unterrichteten Kreisen daraus hin» gewiesen, daß Rechberg. der in der Presse vielfach mit chincni Bruder, dem bekannten Kaliindnstriellen, ver­wechselt wird, vor dem Krieg daS Projekt einer Beteili­gung englischer Wirtschastskreise an deutschen Unter« whmm und Deutscher an englischen Unternehmungen alS »n Mittel zur Bessenmg der Beziehungen vertreten hat. stach dem Kriege vertrat er den Star^puakt, daß nnnmehe zjne gegenseitige Beteiligung nicht mehr in Frag« komme, haß eS jetzt darauf ankomme, daß Frankreich sich an Her Entwicklung der deutschen Mrtschast interessiere. Tiefe? Interesse glaubt Rechberg dadurch zu ertvecken, haß da» Kapital der deutschen Aktiengesellschaften um 90 Prozent erhöht und dieser Anteil F r a n k- reich zur Verfügung gestellt wird. Dem- gegenüber wird darauf hingewiesen, daß, rote die Dinge Kegen, man von einer Wirkung auf eine Lös»»ff hetz NeparationSproblems nicht reden könne. Er wird eine große Gefahr darin ervkickt, haß, wenn es zu Verhandlungen mit Frankreich kommt, dar von Rechberg vertretene freiwillig« Angebot lediglich die Rolle eines Zusatzangebots spielen würoe, für das Frankreich keine Gegenleistung g währen würde. Er wird ferner als undenkbar erachtet, daß man einer fremden Macht eine Kontrolle über unsere Verhältnisse, wie sie Rechbergs Plan in sich schließt, zugestehe. Der Vorschlag Rechbergs wird als nicht diskussions- fähig betrachtet. Es wird betont, daß di- Reich sregierung nickt das Geringste da­mit zu tun hat noch haben wird.

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DieZeit" schreibt zu dem Auftreten RÄbergS: In einer Berliner Mittagszeitung spricht sich Herr Rechberg außerordentlich befriedigt über seinen "Pariser Gesuch au» und kündigt an «daß er dem Reichskanzler" darüber Bericht erstatten werde. Trotzdem Herr Reckberg eine solche Absicht bestreitet, kann man ihm doch den Vorwurf nickt ersparen, daß er feinendiplomatischen Schritt" in Paris in einem falschen Licht erleb einen läßt. Sonst hätte er eS wohl unterlassen, hcn dei-tschen Ge­schäftsträger in Paris in sein Unternehmen mrtginein« zuzichen. Und sonst ließe er auch in seinem neuesten Kommunique" nicht den Eindruck enlstehen, als ob er gewissermaßen in amtlrcher oder haltamtlicher Mission in Paris gewesen fct.

Och der Reichskanzler Herrn Rechberg zur Berichtet staiiung empfangen wird, steht Wahl noch sehr dahin. Sicher ist jedenfalls, daß Herr Rechberg seine Bemühungen in Paris voliksmnten etif eigene Faust unternommen hat. Irgendwelche :rnf- kchim Beziehungen besitzt er nicht. Es verdient auch eii>« mal Hervorgebosten zu werden, daß er nicht als Vertreter btt Industrie gelten t-rnn. So viel wir wissen, ist ein Bruder ReckbergS Inhaber eines industriellen Bettie- he». Herr Rechberg selbst abergehörtwedei btt Industrie an, noch hat er irgendwelche Lerbindungen mit industriellen Organi­sationen. Dir glauben deshalb auch nicht, daß da? biplomatisch« Austreten des Herrn Rechberg in Varis irgendwelche sichtbaren Spuren hinterlassen wird"

Herr Rechberg ist von-Berus Bildhauer und hat als solcher jahrelang in Paris gelebt. An politischer und diplomatischer Vorbildung fehlt es ihm vollkommen. Sein «inz.ger Gedanke ist darauf gerichtet, wie man ez am raschesten und am besten ermöglichen kann, daß Frank­reich wieder versöhnt an die deutsche Brust sinkt. Aus diesen Voraussetzungen erklärt es sich, daß Herr Rechberg Alit einer Aufdringlichkeit und einer Unwissenheit, die einander vollkommen ebenbürtig sind, einen Plan ver­folgt, der aus einem an sich gesunden Grundgedanken be­ruht, hier aber völlig verzerrt ist. /

Herr Rechberg will den Franzosen etwa- schenken, nämlich 30 Prozent des getarnten deutschen Aktienbe­sitzes Damit will er angeblich auf einem Vorschlag fußen, den ihm ein Engländer einmal in Paris gemacht hat, ein Vorschlag, der darauf hinauStzeht, zwei Länder durch Verschmelzung ihrer wirifchaftlichcn Interessen so mileinander zu verflechten, daß )ie em gemeinschaftliche? Interesse am beiderseitigen Gedeihen haben. Dieser Ge- banke ist so übel nicht, wenn es auch bisher in der Weltgeschichte noch niemals aelung-n ist, durch eine solche Jnteressenverflechtung einzelne WirtschaftSgnippen der politischen Entwickelung einen bestimmten Weg Vorzuschrei- den. Letzten Endes erweisen sich solch« wirtschaftlich«» Fesseln 018 zu schwach, um kriegerische Explosionen zu Verhüten. Aber deshalb braucht man auf eine solche wirtschaftlich« Verknüpfung zweier Völker nicht dort zu verzichten, wo sie natürlich und gegeben ist. Es wäre z.B. tzanz vorteilhaft, wenn man zwischen dem franzSfischen Erzbesih in Lothringen und dem deutschen Kohlenbesitz in Westfalen «ne Interessengemeinschaft herstellte. Da­mit wäre baden Ländern gedient un5 gerade deshalb läßt «s Poincar^ nicht zur Vcrwirllichung eine? solchen Pla­nes kommen.

Herrn Rechberg dagegen ^ißt man in Paris will­kommen. Denn hier braucht man n.cht zu geben, sondern hier braucht man nur ein Geschenk onzunchmen. Herr Rechberg bildet sich offenbar ein, daß er durch die 30pro »enlige Beteiligung Frankreichs am deutschen Industne- besitz die Repavationssrag« lösen könne. Tatsächlich wäre der sinanzielle Effekt einer solchen Beteiligung viel zu et ring, um zu diesem Zweck zu reichen Man wir» sich Wer bew niedrigen Stand bei brauchen HHamtwerHg qn

Jickustrieaktien wundern, wenn einmal die Goldbilanzen vorliegen. Der Plan des Herrn Rechberg erfaßt zudem bei weitem nicht den @«iamtumfang der deut>chen Jn- dustriewette, sondern glücklicherweise I nur die Aktiengesellschaften läßt dagegen die Privatgesellschaften unerfaßt. Der Ertrag deS Rechbergschen Planes wird also ganz gewiß die Franzosen nicht beftiedigen. Das weiß man in Paris auch schon im voraus, und deshalb betrach­tet man dort das, was Herr Rechberg, wenn auch nur als Privatmann ohne jede Legitimation der deutsch«» Re­gierung oder der deutschen Industrie anbietet, als ein Trinkgeld, das man bei der allgemeinen Rech­nung Sbegleichung ganz gern noch nebenbei einsteckt.

Und hier liegt die Hauptgefahr der politischen Tilet- tante nkünste des Herrn Rechberg. Der französische Avpetit ist gereizt und wir werden es höchstwahrschein­lich bei künftigen Reparationsverhandlungen stets er­leben, daß uns die Rechbergsche Rechnung immer wieder präsentiert wird, natürlich nicht als Haupt­forderung, sondern alS Zuschlag, den die deutsche Jrstmstri? noch zahlen soll.

Besonders widerwärtig berührt ein Argument der Rechbergschen Propaganda, ein Argument, das gerade von ihm stark in den Vordergrund gerückt wird. Er meint, daß Frankreich durch die Mitbeteiligung an der deutschen Industrie gewisse Kontrollrechte erlangt, die ihm «inen Einblick in die deutsche Produktion gestatten und die alle französischen Befürchtungen wegen etwaiger verbotener Wafftnerzeugung ein für allemal beruhigen könnten. Herr Rechberg hält es als» für vereinbar mit der natio­nalen Würde eines Deutschen, den Franzosen ein Spio­nagerecht einzuräumen, das schlimmer und drückender wäre als die Tätigkeit dle't Militär- und sonstiger Kontroll­kommissionen. Ein solches Unterfangen ist geradezu sckandbar und deshalb braucht sich Herr Rechberg auch garnicht zu wundern, wenn alle anständig fühlenden Deutschen ihn mit aller Entschiedenheit alS Vermittler ablehnen.

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6*1 irt IN MM SMrr- ünöletWil

London, 8. Jan. Amtlich wird gemeldet: Die sonderbündlerische Tätigkeit in der bayerischen Rheinpfalz hat erneut die besondere Aufmerksamkeit der eng­lischen Regierung auf sich gezogen, die nun­mehr in dieser Frage einen diplomatischen Schritt in Paris und Brüssel unter­nommen hat.

Paris, 9. Jan. Havas meldet ans London: Informationen aus guter Quelle zufolge habe die englisch« Negierung verschiedene Demarchen unter­nommen, um eine Erklärung über die Haltung Frankreichs gegenüber den Sonder­bündlern in der Pfalz zu erhalten. Diese Demarchen sollen durch den englischen Bot­schafter in Pari» und den englischen Oberkomman­dierenden bei der Rheinlandkommission unternom­men worden sein.

London, 8. Ian. Der diplomatische Korre­spondent derDaily News" schreibt, die Berichte über die sonderbündlerische Tätigkeit in der bayeri­schen Pfalz verursachten in London Besorgnis. Bis­her habe die britische Regierung, obwohl sie die sonderbündlerische Bewegung stark mißbilligte, eine etwas zurückhaltende Stellung gegenüber den Zwi­schenfällen eingenommen, die außerhalb ihrer eigenen militärischen Zone vorfielen. Jetzt jedoch habe die Sache eine akute Gestalt angenommen, da die Sonderbündler in der Pfalz die offizielle Än- crkennung seitens auswärtiger Regierungen zu er­langen suchten. Ihre unmittelbare Absicht sei, die Anerkennung von Seiten der Rheinlandkommission zu erlangen. Die Ansicht der britischen Regierung sei, daß es vollkommen gegen den Versailler Ver­trag verstoßen würde, wenn irgend eine Körper­schaft in der Rheinlandkommission diese Regie- lungsänderung anerkennen würde.

Sie smzSWe Ailrmt.

Par'S, 8. Jan. Nach demEcho de Varis" wich Ministerpräsident Poinearä am Donnerstag oder Freitag nachmittag seine Politik gegen­über Deutschland erörtern uno dabei im be­sonderen darlegen, in welchem Geist die Antwort auf die deutsche Denkschrift vom 24. Dezember ab- gefaßt sei, die alSdann bereits überreicht' fein werde.

Pari», S. Jan. Hebet die französisch-belgische Antwort auf die deutsche Denkschrift vom 24. Dez. will derMatin" erfahren haben, daß die beiden Dokumente die Tür für weitere Berhand- Jungen nicht verschließen. Wahrscheinlich werde heute im fiuai dDrsay die letzte Hand an die französische Note gelegt werden, die alsdann unverzüglich dem Botschaftsrat v. Hoesch aus­gehändigt werden soll.

London, 8. Jan. Der Brüsseler Berichterstat­ter beiTime»" meldet, das belgische Kabinett habe

gestern nachmittag den Wortlaut der belgischen Ant­wort auf die deutsche Not« festgesetzt. Tie belgische Note befasse sich Punkt für Punkt, mit den aufgewopfene» Fragen und fei im Charakter nur technischer Art. Sie schließe ein eine Mitteilung der Bereitschaft der belgischen Regierung, mit den Vertretern der deut­schen Regierung alle Maßnahmen zu erörtern, die dazu angetan seien, die Wiederaufnahme des Wirtschafts­lebens im Icheinland und im Ruhrgebiet zu erleich­tern, ohne der französisch-belgischen Psänderpolitik zu schaden. Eine Abschrift der Note ist Poincare über­sandt worden. Sobald er seine Zustimmung auSge- drückt hat, wird die Antwort Belgiens und Frank­reichs den deutschen Vertretern in Paris und Brüssel gleichzeitig übergeben.

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Die Sachvetstitadigeu-Ausfchüsse.

Paris, & Jan. Nach derChicago Tribüne" ist mit dem amerikanischen Sachverständigen, Gene­ral DaweS, dessen Bruder, RufuS Dawes, in Paris eingetrosfen, den das Blatt als Budgctsachverständigen bezeichnet. ÖHt dem dritten amerikanischen Sach­verständigen, Robinson, der dem Ausschuß für die Feststellung der deutschen Auslandsguthaben angehört, sollen alS Wirtschaftssachverständige die Professoren Kemmerer von der Princion Univcrsity und Da­vis von der Stan,ord Umversith (Kalifornien) nach Europa kommen.

Paris, 8. Jan. Die in Pari» angekomme­nen amerikanifchen Sachverständigen. General DaweS und Owen Uong haben heute nachmittag bk erst« Fühlung mit der Reparationskommission genommen.

Der französische Senat.

PI, »iS, ft. Ja». Dio ©amino» wählt- In ik>r*r gestrigen Sitzung Raould Peret wieder zu ihrem Präsidenten. Von 356 abgegebenen Stimmen ent­fielen 325 auf chn. Sämtliche Vizepräsidenten, die in der letzten Session fungiert hatten, wurden wiederge­wählt. Die Kammer vertagte sich sodann auf Don­nerstag. In der Tonnerstagsitzung wird die Kammer die Rede deS neugewählten Präsidenten entgugenge- nommen und die TageSordnun ggerrtzelt.

Der neue französische Generalftabschef.

Paris. 8. Jan. Im Ministerrat, der heute vor- mittag unter dem Vorsitz d s Pr "fbenten der Republik abzihallen wurde, ist der DivisionSgeneral Debenry, der dem Obersten KriegSrat angehört, auf Vorschlag deS Kriegsministers zum Nachfolger de» vor einigen Tagen verstorbenen Generals Buat zum Chef oes Gene- ralstabeS ernannt worden.

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Set grollen Bitt.

Paris, 8. Jan. Der Frank ist nach der gestrigen 1tur8befferung, die hier bereits zur Hoff­nung auf einen Umschwung Anlaß gab, wieder stark gefallen. DaS Pfund wird heute früh mit 87,35 und der Dollar mit 20,35 notiert. Die öffentliche Meinung Frankreichs wird durch diese Entwicklung immer beunruhigter.

Paris, 9. Jan. Finanzminister de Lasteyr!« bezeichnete Prcsfevertre.eru g gnüber als eigentliche Ur- fache für das Sinken deS Franken di« Tatsache, daß sich feit dem Kriege erhckliche Franken­beträge in der Hand von Ausländern be­fanden. Namentlich die Deutschen hätten gelernt, sich dieser Waffe zur Verschlechterung desFran- kenS meisterlich zu einem Druck auf d ie fran­zösische Außenpolitik zu bedienen. Der Fi­nanzminister nahm auch die von deutscher Seite be­reits inS Reich der Fabel verwiesene Behauptung auf, daß eine Frankfurter Konferenz von Vertretern der Banken des besetzten Gebietes, Instruktionen für eine Kampagne gegen den Franken beschlosseu hab«, deren Rückwirkungen bereits in Frankreich verspürt worden seien (!!). Die Regiercng plane.einen Entwurf zur Verschärfung der bestehenden Gesetze g gn den Verkauf französischer Staatspapiere und zur Abstellung von Mßbräuchen bei der Fes st.llung der amtlichen Durch­schnittskurse an der Börse, sowie Ueöerwachung der Telefonverbindungen mit bem Auslande.

Paris, 8. Jan. Wie derFigaro" mitteilt.. sind gestern anderPariserBörfedreiAuSläuder verhaftet worden, deren ständige Anwesenheit in der Devisenabteilung, tote das Blatt bemerkt, nicht ge­rechtfertigt erschien. ES würden zah'.roiche weitere Spuren verfolgt. Ueber gewisse verd ächt'ge Vermitt­ler würden Erkundigungen «ing zogen. ES sei sogar die Rede von bevorstehenden Ausweisungen.

Pa r i s, 8. Jan. Auf Anweisung des Ministers sters des Innern ist ein holländischer Staatsangchö- nger namens Duyzen, der in Paris eine ausländische Bank vertritt, ausgewiesen worden mit der Begrün- dunachaß et alarmierte Acußrrungeu über das Sinken des Fraukes getan hab«. - ~

AuMnm les KMlm m Lagt.

Braunschweig, 9. Jan. In einer Unter» redung mit dem Chefredakteur derBraunschweig. Staatsztg." bezeichnete Reichskanzler Marx als die zwei wesentlichsten Aufgaben der Reichsregierung die Sorge um Rhein und Ruhr und die Sorge um die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des deutschen Volkes. Die Regierung suche mit allen Mitteln zu erreichen, daß unser Volk ohne schwere Schädigung durch diesen Winter komme. Erfreulicherweise habe die Erkenntnis zugenommen, daß es gelle, Opfer zu bringen, seitdem die deutsche Wirtschaft vor dem völligen Sturz in den Abgrund gerettet worden sei. Dem kleinen Kreis von Schlemmern, der durch sein Treiben die Achtung zunichte zu machen drohe, die das deutsche Volk in der Welt zu erobern beginne, werde die Regierung energisch zu Leibe gehen. Rhein- und Ruhr- und Reparations« frage seien nach Wiederaufrichtung des deutschen Wirtschaftslebens die Schicksalsprobleme des beut* kchen Volkes, gegenüber denen alle anderen Fragen in den Hintergrund treten. Die Umgestaltung der Weimarer Verfassung und die Klärung des Ver­hältnisses zwischen Reich und Ländern seien ein« weitere Aufgabe der Regierung, wobei die bring» liche Frage einer Neuregelung der finanziellen Be­ziehungen des Reiches zu den Ländern in Frage komme. Der Neichsfinanzminister habe bereits mit den Ländern Fühlung genommen. Eine Prüfung der weiteren innerdeutschen staatspolitischen Pro­bleme werde erforderlichenfalls unschwer erfolgen können, wobei die Aufrechterhaltung der Einheit der Nation als unser höchstes Eut nicht vergessen werden dürfe. ,

Str Wit- nnh WIN te Srtiwtti.

Berit«, 8. Jan. Dc» Abendblättern zufolge bc. toSfttgt« sich der Rhein- und Ruhtousschutz de» Sieichsrabinett» am Vormittag -mit der Frag« Der Rheinischen Gold Notenbank,

»

Aus Bettln wird geschrieben:

Die ttanzöstlchen Unterhändler und Tlrard selbst beben die deutschen Voraussetzungen für die Zustim­mung Jur Gründung einer rbeinlschwestfälischen Bank bekanntlich abgelednt. Sehr bezeichnend ist die Tat­sache, daß insbesondere die Forderung der Reicks- regierung, daß diese Bank bei Schaffung einer zen­tralen Goldnotonbank iw diese letztere überführt toet» din müsse, abgelehni worden ist. Dieser Umstand ver­stärkt die Bedenken, die schon immer gehegt werden mußten, daß nämlich Frankreich diese rheinische Banl a!S eine SBorftufc für eine eigene rheinische Währung betrachten werde. ES wäre für uns s über von aus­schlaggebender Bedeutung gewesen, wenn von Frank­reich die Zulassung gestattet worden wäre. Nachdem die Voraussetzungen, von denen wir unsere Zustim. mung abhängig machten, nickt erfüllt worden sind, wird die Stellungnahme des Kabinett? der Tatfach« bet der jetzt bevorstehenden defchluöfassung über diese Ding« entscheidend beherrscht fclit. Sollte die Reichs­regierung gezwungen werden, diese Bank zuzulassen, sollte diese Bank also gegen den Willen der ReickS« regterung errichtet werden, »o würde leviglick fran­zösisches und belgis.hes, aber kein anderes Entente« ' "Ital in ihr beteiligt fein können England hat ohne­hin eine Beteiligung an dieser Bank abgelebnt, und fiel t auch auS politischen Gründen dem ganzen Pro­jekt durchaus ablehnend gegenüber. Die Reicks- regierung wird in diesen Tagen mit Vertretern deS Nheinlaudes und namentlich der rheinischen Wtrt« ssaslskreis. erneut über dies- Fragen eingehend ver­handeln. Es werden ohnevln die Beratungen dek RetchskabineitS in den nächsten Tagen säst ausschließ­lich mit den Fragen der besetzten Gebiete sich zu bc* tchästlgen hoben.

Schachts Amtsantritt.

Der neue Neicksbancpräsident Dr. Schacht hat gestern vormittag die Führung der Geschäft« der Reich?bank übernommen. Er emvfing kurt von 11 Uhr die Mitglieder des Direktottums, die ihm vorgestellt wurden und di- er als Mitarbeiter be­grüßte. Kurz darauf begab sich Präsident Dr. Schacht mit dem Vizepräsidenten Dr. v. Glasenapp zur St»* hsnettsfitzung. Nack der®. Z." beüält Dr. Schacht fein Amt als RetzckswährungSininister, in welcher Eigenschaft er beratend-s Mitglied deS Reichs. tabinettS ist.

Berlin, 8. Jan. Die Eindrücke, die der neue ReichSbankpräsideut Dr. Schacht auf der Reife nach "ondon und Amsterdam gewonnen hat, werden in unterrichteten Streifen als durchaus zufrieden­stellend bez-ichnei, itamentlich hinsichtlich der Auf- fassung von der Ved-utung eines zu gründenden Goldnoteninstituts für die Saitknuig des deutfchen GeldvervältnisseS und eine endgültige Sta­bilisierung der Währung.

Schwierigkeiten bei der dritten Stener-srotverordnong.

Wie aus Berlin mttg.L'Hr wird, bat das Reicks- kabimtt über den Entwurf der dritten Si-uer-Notvcr- Dtbiuimi »och nickt Beschluß fassen lönnen. Diele Roi- verordnung behandelt unter and .m das sogenannt» L'«iertuu^Svel:vot füt 6i< Hypocheke« emerseitL unk