Der verschiedentlich geäußerte Wahn: »als ob der Umlauf unterhaltiger Scheidsorken -em Ganzen wie Individuellen in so lange unschädlich bliebe , als lange sie in eben dem Zahlwerthe wieder zu vercrusgaben stünden, in welchem sie eingenommen worden, “ «acht er Unterzogenem zur Amtspflicht, das Publikum hierüber — in so weit es der Raum die. ser Blätter gestattet — zu verständigen.
Da, wo unterhaltige Scheidmünzen einmal Eingang gefunden und behalten, ist ihre übermäßige Vermehrung und allmählige Verdrängung der gerechten groben Sorten eine frühe oder spät eintretlende unausbleibliche Folge.
' Die über das Bedürfniß sich häufenden Scheidmünzen haben selbst alsdann, wenn sie übrigens ganz gesetzmäßig, ja dem Fuß der groben Sorten genau an» p-ssend sind, den allgemeinen fühlbaren Einfluß, daß sie zu stark in die Losungen der Krämer kommen, und diese sie — als bey ihrm Zahlungen an den Großirer oder Cambii- stkn nicht anwendbar — mit Verlust uwzusetzen genöthiget sind; einen solchen Verlust aber durch Aufschlag ihrer Waaren, und, da es wchrentheiks beyde« Kiemvrrkauf die Umstände nicht anders gestatten , oft mehrfach, und mit Recht zu erholen suchen; worunter aber jeder Consumirende, und besonders der gemeine Mann leidet.
Führt der Uebersiuß gesetzmäßiger Scheidmünzen schon dergleichen Nachtheile in seinem Gefolge, wie viel mehr müssen diejenige das Ganze drücken, welche aus der Annahme solcher Sorten entstehen, die nur einzig für das. nothwendigste augenblickliche Bedürfniß ihrer Entstehungsorte, und nach den Zeitumständen höher ausgebracht sind, als d:e allgemeinen konventionellen Gesetze es wollen?
^ Da sie sich weit schneller vermehren, so ist ihre Wirkung eben so viel schneller und sicherer. Sie entziehen dem Umlaufe die guten groben Sorten, erzwingen eine Steigerung der Wechsel- und Waarenpreift (welche sich aus natürlichen Ursachen bis auf die geringsten Kleinigkeiten nach und nach ausdehnt, ohngeachtet, was besonders bemerkenSwerth ist, der Verkaufende oft den eigentlichen Grund seines theuerer Verkaufens selbst nicht einsieht, da hier alles gleichsam wie die Glieder einer Kette sich folgt) und die damit ein- trettende traurige Zerrüttung des Geldwesens wird darnebeN uw so empfindlicher, je mehr der daraus erwachsende Schaden zwar drückend gefühlt, seine-Quelle aber im Allgemeinen selten erkannt wird, und die diesfallsigen endlichen Remeduren mit sehr bedeutenden Auf- opfernngen verbunden sind.
ä Endlich haben dergleichen Münzen immer eine Außerkurssetzung zu erwarten ( wie dieses Loos auch noch die jetzt umlaufenden'seiner Zeit, gewiß mit Energie und aller dadey- Wbigen, Strenge, treffen wird ) und wollte dann der Einzelne den ihn scheinbar nur â dem in semen Handen befindlichen vielleicht unbeträchtlichen Quant» treffenden Der- lsir nicht achten.; so bedarf es doch nicht eines bloß patriotischen Eifers, um dem dann für den ganzen Slaaè äußerst bedeutenden Schaden concurrirend zuvorzukommen, da dieser dem Einzelnen auf verschiedene Arten immer fühlbar werden muß.
Ich mache daher pflichtmäßig und wohlmeinend auf die von Zeit zu Zeit erlassene Obrigkeitliche Verordnungen aufmerksam, und wiederhole die mehrfälligèn Verwarnungen «eines Barer» und Amts-tzollegcn in Betreff der Richt-Annahme und Ausgabe aller unconventionsmäßigen und durch die Aufschrift »Scheid- oder Landmünze« hin- langlich charakierisicten Sech», Drei und Ein Kreuzerstücke, die schon besage dieser Aufschriften einzig für den Bedarf ihrer Entstehungsorte bestimmt sind, und blos durch gewinnsüchtige Speculanlen in dießseitige und andere Gegenden verbreitet werden wollen.
Frankfurt am Zosien Juli 1824.
Christ. Jos. Dieze,
Chur- und Oberrheinischer Crais-General-Münz-Wardeip.