und das Wohlwollen meiner Vaterstadt, befiehlt mir, mit meinem Plane nicht ehender hervor zu treten, als bis er diejenige Reife erlangt hat, die ich ihm zu geben vermag. All' mein Denken soll deswegen, so wie bisher, auch noch fer» nerhin darauf gerichtet seyn, um zweckvsolle, ausführbare Mittel auszusinnen, wie durch Belehrung und Unterricht, hauptsächlich der niedern, unbemittelten Stände, (sofern dieß die Gränzen eines Pri'vatunternehmens gesiat, len) dem mancherley Elend abzuhelfen sey, das wir aus eigner Schuld dulden, und deßen Abänderung in unserer Gewalt stehet. Wer daher von den Einwohnern der Stadt (er sey Christ oder Jude) gleichen Drang in sich fühlt, der erweitere meinen Gesichtskreiß durch seine Beobachtungen der Quellen des selbst verschuldeten Elends in unsern Mauern. Welche Wonne für mich, bei dieser Gelegenheit mit so vielen gutgesinnten Menschen näher bekannt zu werden!!
Um aber einstweilen nur etwas über meinen Plan zu sagen, so erkläre ich hiermit:
i) daß er anfänglich nur im Kleinen soll angelegt und erprobt werden.
2) daß er vorerst nur Privat fache einer Gesellschaft gutgesinnter, menschenfreundlicher Bürger, mit Bewilligung und unter dem Schutze der Obrigkeit, bleiben soll — daß er folglich
3> schlechterdings keine vorhandene Einrichtung oder Anstalt einreißen, sondern das Gute im Stillen, und ohne jemand zu deßen An, nähme zu bereden, befördern soll.
Aus diesem Grunde nannte ich auch die Gesellschaft, eine philantro- pische. Denn der Menschenfreund kennt dle Rechte des Geringsten im Staate viel zu gut, als daß er jemanden zwingen sollte, anders zu glauben und zu handeln, als jeder, ohne Eingriffin die Gesetze, für gut hält. So wie auch dem Menschenfreunde jeder Leidende, wes Glaubens, oder Standes er immer sey, des Beistandes werth seyn muß.
4) In Ansehung der Geldbeiträge wird unsere liebe Obrigkeit (wenn die Sache erst so weit gediehen ist) die Einrichtung treffen, daß jeder für sein Eigenthum, und die gewissenhafte Anwendung desselben, hohem Orts gesichert ist.
Wer inbe^n meine Gesinnungen noch näher, als hieraus, kennen lernen will, der kaufe sich mein Glaube ns bekenn tn iß *). Ich erscheine darinnen ohne Larve und Schminke, und habe durch die Ablegung desselben nur soviel sagen wollen, daß ich ein ehrlicher Mann bin, und es redlich und aufrichtig meine.
Lebt so lange wohl, liebe Mitbürger! bis ich wieder mit Euch spreche, und behaltet lieb
*)
den patriotischen Bürger Wilhelm Fleischer.
ES ist in meiner Kunstbuchhandlung unter dem Tittel: Ueber bildende Künste, Kunsthandel und Buchhandel, in Hinsicht auf Menschenwohl — gebunden für 45 Kr. zu haben. 7