Frankfurter
Frag' und Anzeige 'Nachrichten
(welche auf tem Liebfrauenberg kit. T No. 54 Dienstags u. Freitags ausgegeben werbrnA
Mit Römisch - Kayferl. Maj. allergnädigstem Privilegio.
Wie auch eines Hochedlen und Hochweifen Magistrats grosgünstiger Bewilligung
No. 29. Samstag, den 7. April 1792.
Entschleierung und nähere Erklärung des Verfassers eines Aufsatzes in No. 26
^Ankündigung einer Lotterie ohne Nieten.»
Ltebe Mitbürger;
Noch nie habe ich das Glück, ein Frankfurter Bürger zu seyn, ln dem Orave empfunden, als jezt, da unsere wahrhaft väterlich gesinnte Obrigkeit mein Scherflein, das ich zum allgemeinen Wohl beitragen will, beobachtet — mich aufgemuntert hat, es darzubringen, wenn wahres Bürgerglück dadurch befördert würde. Noch nie habe ich das Glück, in Eurer Mitte zu seyn, so lebhaft gefühlt, als in diesen Tagen, indem ich unbemerkt Eure par- theilose Stimme vernommen, und vielfältig wahrgenommen habe, wie willig <tbr den unbekannten patriotischen Bürger unterstützen wollet. Der Dank, den ich für dieß alles unserer lieben Obrigkeit, meinen brafen Mitbürgern geben kann, wird sich durch mein redlichstes Bestreben immer besser zu werden, und andere um mich her froh, ruhig und glücklich zu machen, nach dem Maa^ Meiner mir von Gott verliehenen Kräfte äussern.
«tch hänge nun mit ganzer Seele an der Lotterie ohne Nieten. Als ich die Ankündigung aufsetzte, schrieb ich mit der Hand des schüchternen Men- sckenfreundes, der mit den Hindernissen,, die dem Guten gar oft rm Weeg« heben, nicht unbekannt ist; dieß bewog mich auch meinen Namen geheim zu halten Allein nun trete ich mit heiterer Stirne auf, wie ein Mann, der feine größte Glückseeligkeit darinnen findet, überall Menschenwohl zu befördern, und der durch Gutesthun in feinem engern Wirkungskreise, der Liebe semer väterlich e n O b r l g k e i t und seiner M i t b u r g e r sich immer würdiger zu machen strebt. .
Diese Begierde Menschenwohl zu befördern, diese Achtung für die liebe