No. 75. Samstag, den 8 Sept. 1787.
AVERTISSEMENTS.
Herr Iohannes Hauber, berühmter Mechanikus und Kunstmeister, hat bey seiner hiesigen Durchreise die Ehre, in seinem mechanischen Kunsikabinet aufzuführen; Die wahre chinesische Feuerwercke ohne Pulver mit 68. Veränderungen von den schönsten nur erdenck- lichsten Farben , wie auch alle Wappen der großen europäischen Monarchen. Dann wird er noch viele andere Maschinen von Nhrwerck zeigen, die lebendige Bewegungen machen, als: Spinnmaschinen, viele Arten von Bauwesen, eine Wasserkunst , welche mit anderthalb Maas Hasser achterlei) Mühlw-rck treibt ec. nebst noch vielen schönen Taf-isiücken zum Vergnügen der Zuschauer. Diese Stücke werden täglich auf der Zeil im Türckenfchuß^ gegen der Roose über, von Morgens bis Abends 8. Uhr gezeigt. Die Person zahlt aufm ersten Platz 24 kr., aufm 2ten 12 fr., und aufm zten 6 fr. Er verspricht sich von einem geehrten Publico um so mehr einen geneigten Zuspruch, da er an einen großen Hof berufen ist, und also sich nur wenige Tage hür auf 'alten kan; täglich wird er mit neuen Stücken aufwarten, und auch welche verkaufen. Er wird auch nach Verlangen in die Hâußer kommen. Auch iß in erwähntem Türckenschuß eine Sammlung von etlich und 40. Stück der seltensten und rahresten Indianischen Vögeln, nebst sonstigen Seltenheiten, sowohl zum Verkauf als auch zum sehen , aufgeß DL
Das Hofrath Gondelaische Thalcr-Cabinet soll den iten October des laufenden JahrS zu Franckfurt am Mayn in der Fayifchen Behausung auf dem Barfüsser Plätzgen, Stück- W:ifè öffentlich versteigert werden; die Herren Handelsleute Christian Ziegler und Sohne unter der neuen Krâm, und Reinhard im Nürnberger Hof, übernehmen auswärtige Com- mißionen, jedoch bitten sie Briefe und Geld Postfrey cinzusenden. Auch sind bey gedachten Herrn als bey dem geschwornen Ausrüfer Herrn Fayh selbst, Catalogi dieses viel seltene, durchgehends wohl conditionirt Thäler enthaltenden Cabinets zu bekommen.
Demnach man übermalen äusserst mißfällig wahrnehmen müssen, daß unter sträflichst vachgeahmtem Münzstempel, falsche Königs Französische Laubtyaler, von der Jahrzahl 1749. im Publico «inzuschleichen beginnen wollen; solche aber obngeachtet ihrer ziemlichen guten Prâg«, von den ächten doch daran zu erkennen sind, weil die Crone auf der einen Seite etwas schief, an der Jahrzahl 4. undy. zusammen geflossen, und eine schlechte sehr ungleiche Rândlung haben; Als hat man das Publicum vor der Einnahme und Ausgabe dieser falschen nur fl. 1. 31 97/128. kr. im Werth habenden Geld-Sorten in Zeiten behörig verwarnen, denjenigen aber so allenfalls etwas näheres in Erfahrung bringen sollten, hiermit ernstlich aufgeben wollen, aufEndes unterzogenem Amt, die alsbaldige Anzeige zu thun.
Publ. Franckfurt den 4. Sept. 1787. „ ,
Recheney , Amr.