tot.
^1* M* J
Einzel Nummer 10 Pfg.
Einzel Nummer 10 $10.
Gießener Jeitnng
‘V,bpoit und d
^.»nmj b »"«Wien
* Ittel
' Wwv
^°"S dieser 6tn,
n Ä|iin in G^
■■■■■i^
er Zeit äftsbiicher a!
Jn das
hssteuer-
geschützt -
Rektoren und tens beurteilt
rocke MW
I“, ..Bäckereien“ „Landwirtschaft linder“. „Maurer ien“, „Polstern eien“, „Schmid , „Schreinen1/*: igiereien" â Modistinnen“. Architekten“, »niureo'. ssebuch, hrung torkennt orderlich 3it sofort ohne [ zahlende sowie das ünkommeD werden, rpPtW ^ ,n Einnahmen } isteuerpfliW erfteienAusgaba >r mit grösste' ;hl werden b welche Sm* schieden» UoW nen Hai*11 rarden. «ktiseb ane*»» stets vorrätig.
je 21
Erscheint Samstags.
Bezugspreis 1,50 Mi vierteljährlich frei ins Haus.
Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rück- (enbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert
Druck und Verlag von Albin Klein in Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage Fernsprecher Nr. 2525 und 2526.
Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a.
Gießen 21.
M.
Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame-Petitzeile 96 Pfg Play. Vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt Für Vollklischee-Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung
44 Jahrs
Samstag, den 25. Auni 1932
Nummer 25
»jr
b«m
Genoss
. piinst>^n Ms J1Äen ^ I für,. -k erste I
PelililMe Rundschau.
Im Vordergrund des politischen Interesses steht nach wie die Frage nach der Bereinigung des Verhältnisses zwischen Reich und den Ländern im Sinne des einheitlichen inner-
politischen Kurses.
Das Reichsinnenministerium hat alle Vorbereitungen getroffen, um die reichsrechtlichen Bestimmungen über das Uni- s»rm- und Demonstrationswesen durch eine Ergänzungsverord- ning zu verfolgen. Man rechnet mit dem Erlaß der neuen Uni- sannverordnung für den Anfang der nächsten Woche.
In der Reichshauptstadt und im Reich, namentlich im «heinisch-westfälischen Industriegebiet, ist es im Laufe der Loche fast täglich zu blutigen Zusammenstößen zwischen den radikalen Parteien und z. T. auch mit der Polizei gekommen, taebei es aus beiden Seiten zahlreiche Blutopser und Schwerverletzte gab.
Die politischen Ausschreitungen, die sich in den vorherge- gengenen Nächten in der Reichshauptstadt ereignet haben, schei- nen einstweilen zum Abschluß gekommen zu sein. Die Schutz- pvlizei hat im Laufe der vergangenen Nacht 114 Personen Mangsgestcllt.
Die zahllosen Uebcrfälle und Zusammenstöße der Kom- ntuniftcn mit Nationalsozialisten haben die Erregung und Empörung der Nationalsozialisten auf einen gefährlichen Punkt getrieben. Im Preußischen Landtag ist bereits ein sehr scharf formulierter Antrag cingebracht worden, wonach bit Polizei mit allem Nachdruck die Verfolgung der Kommunisten betreiben soll.
Die nationalsozialistische preußische Landtagsfraktion hat einen umfassenden Steuerantrag eingebracht, um, wie es in der Vegründung heißt, schon jetzt die Grundlage für die Aufbauarbeit der kommenden nationalsozialistischen Volksregierung fltherzustellcn.
Die Gauleiter der Gaue Essen und Düsseldorf der NSDAP haben telegraphisch den Abgeordneten Kube als Führer der nvtionalsozialistischen Fraktion des Preußischen Landtages gebe- fei, von der Tribüne des Landtages das Notwehrrecht der Na- ii»nalsozialisten zu proklamieren.
Das Gericht hat die Freitag-Nummer des „Angriffs" we- gen zweier Artikel mit schweren Angriffen wegen den Poli- reipräsidenten Grzesinski und den Polizeipräsidenten Dr. Weiß
und fepie nächsten Mitarbeiter sind gestern abend ebenfalls nach Paris abgereist. Bei der schwierigen innerpolitischen Lage, die Herriot an trifft, ist es noch nicht sicher, ob er am Montag wieder in Lausanne sein wird.
Ser Bllyertsche Landtag verwirft die Berufung der ausgeschlossenen Nationalsozialisten.
München. In der Vollsitzung des Bayerischen Landtages am gestrigen Freitag wurde die Berufung von 41 nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten, zu denen auch der erste Vizepräsident gehört, gegen ihre Ausschließung auf zwanzig Sitzungstage einstimmig abgelehnt. Die drei deutschnationalen Abgeordneten waren bei der Abstimmung nicht im Saale anwe- wssend. Nur der Berufung des nationalsotzialistischen Abgeordneten Graßl, der in der betreffenden Sitzung vom 17. Juni gar nicht anwesend war, besten Name aber in der nachträglich eingefügten Liste der nach Meinung des Präsidenten ausgeschloste- nen Abgeordneten im Protokoll enthalten ist, wurde stattgegeben.
Protest der Kriegsbeschädigten.
Der Verband der Kb. und Kh. in der Kriegerkameradschaft Hassia, Darmstadt, Ahastraße 5, bittet uns Nachstehendes bekannt zu geben:
Wegen der in der Notverordnung vom 14. Juni 1932 erneut vorgenommenen Kürzung der Renten der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, die in den Reihen der Betroffenen außerordentliche Erbitterung hervorgerufen hat, trat der Gesamtvorstand des Kyffhäuserverbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen am 19. Juni d. I. in Berlin zusammen. Nach Annahme einer ins einzelne gehenden programmatischen Erklärung zum Versorgungsrecht wurde als Zeichen des Protestes gegen die jüngsten Abstricke an den Renten eine Entschließung angenommen, in der es yeißt:
„Die neuen Eingriffe in die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen wiegen um so schwerer, als bereits seit 1930 in der Reihe der Notverordnungen und in zahlreichen Verwaltungserlassen ein außerordentlich umfangreicher Abbau erfolgt ist. Wir protestieren deshalb gegen die neuen Sparmaßnahmen und verlangen, daß endlich
der stets von uns vertretene Standpunkt zur Grundlage des Versorgungsrechts gemacht wird, daß derjenige, der Volk und ' reich mit der Waffe in der
beschlagnahmt.
In der gestrigen Württembergischen Landtagssitzung kam tfr, weil die Nationalsozialisten abermals in Uniform erschienen nwren, zu großen Tumultszenen.
Das anhaltische Staatsministerium hat eine Notverord- H nung beschlossen, die infolge der Senkung der Ministergehäl- tt t aus 12000 Mark im Jahre notwendig wurde. Danach werden die Gehälter der Ministerialdirektoren, Präsidenten, Ministerialräte so gesenkt, daß sie unter der 12000-Mark-Grcnze dm Ministersätze liegen.
Der ständige internationale Gerichtshof im Haag hat gestern Ise inen Spruch in der Frage der von Litauen angezweifelten Zuständigkeit für die Entscheidung in den beiden letzten Fragen ber Memelklage verkündet. Mit dreizehn gegen drei Stimmen hat der Hof den litauischen Einwand verworfen und sich für die Entscheidung in dieser Frage für zuständig erklärt.
Die belgische Abordnung hat in Lausanne einen Vorschlag 1 mit gewissen Lösungen für den wirtschaftlichen und finanziellen Wederausbau Europas überreicht.
In der gestrigen Sitzung des Luftfahrtausschusses der Ab- rAstungskonfcrcnz in Genf fetzte sich der deutsche Delegierte um- sll.ssend mit den Ausführungen des französischen Delegierten be Iouvcnel und der Forderung nach Internationalisierung der Zivilluftfahrt auseinander.
Bon unterrichteter deutscher Seite wird zu den mehrfach ver- bniteten Gerüchten über eine deutsch-französische Militärkonven- tien erklärt, daß ein derartiges Angebot weder von der einen noch von der anderen Seite gemacht worden sei.
In Sofia wurde gestern der deutsch-bulgarische Handels- mb Schiffahrtsvertrag unterzeichnet, der beiden Ländern das Glicht der Meistbegünstigung einräumt.
Anläßlich der 10jährigen Wiederkehr des Todestages des »nordeten Reichsaußcnministers Walter Rathenau fand gestern ins Veranlassung der Reichsregierung im Hause der Rathenau- -Riftung eine Gedenkfeier statt.
Am 28. Juni spricht im Rundfunk der Bundesführer des -ßahlhelms, Franz Seldtc über „Das Wollen des Stahl-
Vaterland Jahre hindurch er;
Hand vor dem Vernichtungswilten zahlenmäßig weit überlegener Feinde geschützt hat und hierbei körperlick zu Schaden gekommen ist, von der Gesamtheit des Volkes nicht einfach als hilfsbedürftiger Volksgenosse betrachtet werden darf, sondern einen unantastbaren Anspruch auf eine Sonderstellung hat.
Wir müssen von der Reichsregierung die alsbaldige Inangriffnahme von Maßnahmen fordern, die geeignet sind, unter grundsätzlicher Anerkennung dieses Standpunktes eine gerechte und ausreichende Verfolgung wiederherzuftellen."
Das Handwerk fordert Arbeit.
Der OTiedersächsische Handwerks- und Gewerbekammertag, dem die vierzehn Handwerkskammern in Hannover, Harburg (Elbe), Hildesheim, Osnabrück, Aurich, Hamburg, Lübeck, Bremen, Schwerin, Braunschweig, Oldenburg, Stadthagen, Altona und Flensburg angeschlossen sind, nahm auf einer kürzlich in Soltau stattgefundenen Tagung folgende
Entschließung
‘Wâls btlms für Staat und Volk".
<S-
«i
M.!
Papen nach Berlin unterwegs.
Berlin. Reichskanzler v. Papen ist gestern nachmittag von
inen ^^
Lausanne nach Berlin abgereist, um dem Reichspräsidenten über di« Lage in Lausanne Bericht zu erstatten und sich außerdem mit den in Berlin verbliebenen Ministern des Kabinetts zu 6cra= :er. In einer für heute nachmittag festgesetzten Kabinettssitzung oÜ außerdem die bis dahin vorliegende Antwort der bayeri- hm Regierung zur Frage des Uniform- und Demonstrations- ^eckotes behandelt werden. Der Kanzler wird am Sonntag- rbend bereits die Rückreise nach Lausanne antreten. Herriot
an:
„Die im Niedersächsischen Handwerks- und Gewerbekammertag zusammengeschlossenen Handwerks- und Gewerbekammern ITordwestdeutschlands haben sich auf ihrer Tagung am 27. Mai in Soltau mit den Arbeitsbeschaffungsprogrammen beschäftigt. Der Niedersächsische Kammertag erkennt an, daß manche Vorschläge, insbesondere die des Zentralaugschusses des vorläufigen Reichswirtschaftsrates, geeignet sind, zu einer nicht unerheblichen NTinderung der Arbeitslosenziffer zu führen, wenn die baldige Inangriffnahme und eine ausreichende Finanzierung der geplanten Arbeiten möglich sind. Das niedersächsische Handwerk weist jedoch in ernster Sorge um die Erhaltung der Privatwirtschaft darauf hin, daß nach den bisherigen Erfahrungen die öffentliche Arbeitsbeschaffung nur in den wenigsten Fällen eine fühlbare Belebung der Privatwirtschaft gebracht hat; vielmehr ist oft die gegenteilige Wirkung festzustellen gewesen.
Reich und Länder sollten deshalb alle Arbeitsbeschaffungsprobleme stärker auf die Einschaltung der Privatwirtschaft abstellen, als es nach den bis jetzt bekannt gewordenen Vorschlägen erwartet werden kann. Besonders vordringlich erscheint es im Intereste der völlig daniederliegenden Handwerkswirtschaft, die Instandsetzung des Altwohnraums
in Angriff zu nehmen, 80 bis 90 Prozent der organisierten Bauhandwerker und Bauarbeiter sind noch heute beschäftigungslos. Kein Unternehmer ist voll beschäftigt. Dabei erfordert aber der Zustand vieler Häuser eine sofortige Inangriffnahme der Instandsetzung. Das bisherige Verfahren, für die Erbaltung des Altwobnraums Repacatur-Hypotbeken aus dem Hauszinssteueraufkommen zur Verfügung zu stellen, hat zu keinem befriedigenden Ergebnis gcfübrt.
Der Niedersächsische Kammertag ist überzeugt, daß die Frage der Mittelbeschaffung am schnellsten und sichersten zu lösen ist, wenn den Hausbesitzern für nachgewiesene ausgeführte größere Instandsetzungen die Hauszinssteuer zum Teil oder ganz erlassen wird.
Die deutschen Reparationsleistungen und die Kriegsschuldsrage.
Von Harry Elmer Barnes.
Wir bringen nachstehend einen Abschnitt aus einem Aufsatz von Prof. H. E. Barnes „Der größte Betrug aller Zeiten", in dem der amerikanische Professor sich gegen weitere Reparationszahlungen Deutschlands aus- spricht. Der Auffatz erschien im Iuniheft der „Berliner Monatshefte" Berlin NW 7.
„Wir wollen uns nunmehr der Frage der deutschen Reparationsleistungen zuwenden. Die Reparationsleistungen stellen die Deutschland von den Verbündeten mit der Begründung auferlegte Strafe dar, daß Deutschland vorsätzlich und allein für den Weltkrieg die Verantwortung trage. Mit dieser Begründung wurde Deutschland genötigt, an die Verbündeten einen zur Deckung aller ihrer Zivilbevölkerung während des Krieges zugefügten Schäden, einschließlich der Kriegspensionen ausreichenden Betrag zu zahlen. Die Scheinrechffertigung für die Belastung Deutschlands mit dieser Bürde wurde in der berüchtigten Kriegs- schuldklaufel des Versailler Vertrages (Art. 231) niedergelegt.
Der genaue Betrag der Reparationsleistungen wurde im Vertrage nicht festgelegt, wenn ihn auch ein hervorragendes Mitglied der britischen Delegation mit 125 000 000 000 Dollar bezifferte. Im Jahre 1921 setzten die Verbündeten Mächte den genauen Betrag der Reparationen auf 33 000 000 000 Dollar endgültig fest. Nachdem es über 25 000 000 000 Goldmark (über 6 000 000 000 Dollar) ausgezahlt hatte, geriet Deutschland im Jahre 1922 in Zahlungsverzug. Frankreich besetzte das Ruhrgebiet, d. h. den Kernpunkt der deutschen Industrie. Der Da/wes- Plan, der in dem aus der Beisetzung entstandenen Chaos vorübergehend Ordnung schuf, enthielt keine Bestimmungen über den Gesamtbetrag, den Deutschland bezahlen sollte. Im Poung-Plan wurde eine neue Gosamtzahlungsforderung festgestellt, die die frühere auf 27 641 000 000 Dollar herabsetzte.
Großbritanniens Kriegsschuldjahresratenzahlung an die Vereinigten Staaten beträgt etwa das Doppelte der Summe. die es von Deutschland erhält (86 800 000 Dollar). Frankreich behält indessen die Hälfte seines Reparationsanteils nach Leistung seiner Zahlungen sowohl an Großbritannien wie die Vereinigten Staaten (90 500 000 Dollar von 209 500 000 Dollar) ein. Unter dem Regime des Dawes-Planes behielt es weit mehr als 50 Prozent zurück.
Für die europäischen Länder besteht demnach ein direkter finanzieller Zusammenhang zwischen den Reparationen und den Kriegsschulden. Es ist jedoch vollkommen klar, daß sich keinerlei historischer, moralischer oder juristischer Zusammenhang zwischen den genannten beiden Schuldengattungen nachweisen läßt.
Die Reparationsforderungen gründen sich auf ein in einem strafvollstreckenden Friedensvertrag enthaltenes moralisches Fehlurteil.
Die Kriegsschulden aber ergeben sich aus gutgläubig gewährten Anleihen, deren Mehrzahl bereits vor Kriegsende hingegeben wurde.
Es klafft demnach ein breiter Abgrund zwischen den moralischen Grundlagen der Kriegsschulden und der Reparationen. Wir haben heute eine höhere moralische Berechtigung zur 100- prozentigen Einforderung unserer Kriegsdarlehen als im Jahre 1919. In den letzten zehn Jahren sind uns die Augen darüber aufgegangen, wie schweren Täuschungen wir uns bezüglich der Weltkriegsziele der Entente hingegeben haben. Diese Erkenntnis hat die Grundlagen für jede von idealistischen Motiven diktierte Großzügigkeit unsrerseits hinsichtlich jeder wie auch immer gearteten öckukdenregelung zerstört. Und trotzdem machen wir den Versuch, es uns an der Einbeziehung von weniger als der Hälfte des uns geschuldeten Gesamtbetrages genügen zu lassen.
Das altersschwache Argument der Anhänger der Streichung der Ententeschulden, daß nämlich die Entente den Krieg für uns geführt und uns vor der Annektierung durch Preußen gerettet habe, haben die Forschungsergebnisse der Historiker aller Länder längst gründlich ad absurdum geführt.
Auch wenn wir immer noch nicht ganz daraur verzichtet haben sollten, die Deutschen als bösartige Gorillas zu betrachten, ist
die Tatsache nicht aus der Welt zu leugnen, daß Frankreich um die Rückeroberung Elsaß-Lothringens,
Ruhland um die Meerengen und
Großbritannien um die Vernichtuna des deutschen Wettbewerbs im Handel und zur See kämpften.
Keines dieser Kriegsziele hat für die Vereinigten Staaten auch nur soviel Interesse, als die Rückkehr des Staates Teras in den Besitz Mexikos für irgendeines der Ententeländer haben würde. Die Verbündeten haben auch nickt einen Augenblick daran gedacht, den Krieg „für uns" zu führen. Sie führten den Krieg für ihre eigenen Interessen und zogen uns hinein, um die Kastanien für sie aus dem Feuer zu holen.
Die gleichen historischen Forschungserg^>nisse haben die These von der alleinigen Kriegsschuld im Jahre 1914 in alle Winde zerstreut, womit die gesamte moralische Begründung der Reparationsforderungen in nichts zerfällt. Mit andern Worten, die ganze Neparationspolitik der Entente gründet sich au, ernen zweiten großen moralischen Betrug, nämlich auf bie Boripicge: lung der angeblichen Alleinverantwortlichkeit Deut,chlands für den Weltkrieg. Wenn wir uns bei unseren Erörterungen den Gesetzen der Logik, der Vernunft und der Gerechtigkeit unterwerfen würden, dann würden wir die Beratungen darüber cin- stellen, wieviel Deutschland bezahlen kann. Wir wurden uns dann vielmehr der Frage zuwenden, warum es überhaupt etwas
Das Verhalten der Entente Staaten in den d'c Kriegsschulden und die Reparationen betreffenden Fragen lajIieBt somit einen dreifachen Betrug in sich. In erster Linie wurden wir bezüglich der Zwecke, denen unsere großen Anleihen zugezuhrt werden sollten, betrogen. Zweitens hat die Entente den Versuch gemacht, sich der Zahlung dieser schulden zu entziehen, die ursprünglich auf Grund eines moralr>chen Betruges ausgenommen wurden Schließlich haben sie große Summen von Deutschland eingezogen, die auf dem Boden einer durch und durch be- trügeris^n und unhaltbaren Kriegsschuldklausel im Versailler Vertrage erhoben wurden."