imstag, den 24. September 1932.
„Eichener Zeitung"
Nr. 38
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Wo immer Automobile um Würdigung von Leistung und Schönheit kämpften, war MERCEDES-BENZ
an der Spitze und konnte überragende Siege gewinnen. Auch im Absatz unserer Erzeugnisse konnten wir steigende Erfolge erringen. Es gibt keine technische Neuerung, die wir nicht erproben und - wenn ihre Ueberlegenheit bewiesen ist - an wenden! Diesen Weg gingen wir durch Jahrzehnte, diesen Weg werden wir auch weiter gehen!
Wer einen MERCEDES - BENZ kauft, erwirbt das vollkommene Erzeugnis der ersten Automobilfabrik der Welt, genießt die Vorteile ihrer umfassenden Erfahrungen und ihres wohlorganisierten Kundendienstes.
DIE PREISE EINIGER LIMOUSINEN: ^^7^. DIE PREISE EINIGER CABRIOLETS:
Typ 170, L7 Ltr..............M. 4 400- 4siizig / i \ Typ 170,1,7 Ltr............M. 5 575.- 4 sitzig
Typ Stuttgart 2 Ltr...........M. 5 000.- 4/5sitzig I I Typ Stuttgart 2 Ltr.........M. 6 400.- 4 sitzig
Typ Mannheim, 3,7 Lir.........M. 10 800.- 6sitzig Typ Mannheim, 3,7 Ltr. . . von M. 11500.- an 4/5sitzig
Typ Nürburg, 4,6 Ltr..........M. 14 000.- 6/7sitzig Typ Nürburg, 5 Ltr......von M. 15 500.- an 4/5 sitzig ,
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rennen zusammen, legen sich die Leute s Maschinengaoehr Es geht nicht mehr er liegt, eine grüne
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VERKAUFSSTELLE: Frankfurt a. M., Frankenallee 139—149.
VERKAUFSDIENST GIESSEN in Firma Kraftfahrzeug-Reparatur Neils & Kraft, Gießen, Marburgerstr. 68. Fernruf 27 49
Kotoks.
Sonderzüge zum 1. Hessischen Grenadiertag:
Am Samstag. 1. Oktober: Auf der Strecke Gießen— Lollar tonborf, Gießen ab 23.25 Uhr, Lollar an 23.34 Uhr, Daubrin- ■ 23.41 Uhr, Mainzlar 23.44 Uhr, Treis 23.53 Uhr, Allendorf : » Uhr, Londorf an 0.04 Uhr.
Am Sonntag, 2. Oktober: Auf der Strecke Gießen— Fried- b , Gießen ab 23.30 Uhr, Eroßen-Linden 23.38 Uhr, Lanz- fie 23.44 Uhr, Kirch-Göns 23.50 Uhr, Butzbach 23.56 Uhr, 0.02 Uhr, Bad-Nauheim 0.10 Uhr, Friedberg an 0.16
Der planmäßig verkehrende Personenzug Gießen^Grünberg, ■pen ab 23 Uhr, verkehrt am Samstag, 1., und Sonntag, 2. tfiobcr später und wird an beiden Tagen bis Alsfeld durch- iMbrt. Zug verkehrt Gießen ab 23.30 Uhr, Rödgen an 23.41 1, Großen-Buseck 23.45 Uhr, Reiskirchen 23.51 Uhr^ Saasen 17 Uhr Göbelnrod 0.02 Ubr, Grünberg 0.07 Ubr, Mücke 0.16 K:. Nreder-Ohmen 021 Uyr, Burg- und Nieder-Gemünden D Uhr, Ehringshausen 0.37 Uhr, Zell-Romrod 0.52 Uhr- A!s- » an 1 Uhr.
[ Der planmäßig verkehrende Personenzug Gießen— Ridda, Wimen ab 22.5:) Uyr, verkehrt am Samstag, 1., und Sonntag, R Oktober später und wird an beiden Taoen bis Büdingen Mibgeführt. Zug verkehrt Gießen ab 23.23 Uhr, Schiffen- Bp an 2332 Uhr, Garbenteich 23.37 Uhr, Lick 23.46 Uhr, Kcigsdorf 23.51 Uhr, Hungen 23.57 Uhr, Treis-Horloff 0.03 Uyr, Dkl-Widdersheim 0.W Uhr, Borsdorf 0.13 Uhr, Ridda 0.17, irtabt 0.26 Uhr, Stockheim 031 Uhr, Bleichenbach 037 Uhr, Vütes-Düdelsheim 0.42 Uhr, Bübinaen an 0.46 Ubr.
Die Benutzung der Sonderzüge rann mit Fahrkarten des »sittlichen Verkehrs (auch Sonntagstückfahrkarten) erfolgen.
ie letzte zu nahe un> in die Deckung ui
Mut nach vorne, n bei den schweren
>n, Kriechen - so
(Bom Bataillon. Dom 1. Oktober 1932 ab ist Oberstleutnant lepke nach Berlin versetzt' das Kommando des 1. Batail- 15 15. Inf.-Regt. ist dem Major von Wachter übertragen
* Bürgermeister Dr. Seib-Gießen hat von der Landes- Diversität einen Lehrauftrag für Kommunalwirtschaft und ^nrunale Sozialpolitik erhalten.
I ♦ verloren und für ungültig erNärl. Der Dienstausweis St 5 des Polizeivevwaltungssekretärs Wilhelm Schäfer ist vor Mrgcn Tagen in der Stadt verloren gegangen. Dieser Per- Mlausweis berechtigte gleichzeitig zum Führen von Schuß- ^brjen und war von dem Polizeiamt Gießen ausgestellt. Er ^ßur ungültig erklärt worden. Das Polizeiamt hat Schäfer »«nnA neuen Dienstausweis ausgestellt.
n jetzt in den Feind
@S« M Landsknechte
pfte Stückchen 6^ Sportroman von Emil Wöhner.
;etn dazwischen, - (Nachdruck verboten.)
rbeobachtern die (20. Fortsetzung.)
t über die broDeim ~e ^ jn jcjncn Armen. Mit zärtlichen Augen sah der
. IBqe Mittelstürmer auf ihren blonden Bubenkopf. Hell schien igen Fliegertücher u l^ ^^ in ^ efeuumsponnene Veranda. Ein leiser, warmer laenblicke sM^ ®2’ tUnbewegte die bunten Lampions.
^Stimmung des Abends.
beherrscht nur 6 »Z^ tanzten schweigend, bis die Melodie verklang.
e HaMranrte silIJr^o schenkte Wein in die Gläser.
heitzgesch^b Ml' L $an(c, mjr nicht mehr."
jetzt 40 Meter s I Hin letztes Glas," bat er mit einem sehnsüchtig heißen
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..Wie schön ist es hier," flüsterte Marieliese, ganz hingegeben
Sie tanzten schweigend, bis die Melodie verklang.
sKoeln und blickte tief in Marieliosens Augen.
„Huf ein recht baldiges Wiedersehen . . . Marlies?
..3« . . . Theo . .
Sie tranken die Gläser bis zur Neige leer. Marieliese stand ochLnd lehnte an der offenen Tür der Veranda. Theo folgte ”6 und trat hinter sie.
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. Goldig schimmerte ihr Haar. Ein zarter Glanz lag auf ^Wn von Sport, Luft und Sonne getönten Haut.
.^B i^.Delch eine Nacht," sagte sie so leise, daß er es kaum hören fischen
lan- der Vollmond schien auf das herbstbunte Laub und vom
I» her klang der zärtliche Ruf der Nachtschwalben. Theo
r®h Marliesens Hand und hielt sie wunschlos in der seinen . die Morgensonne lag hell und warm auf dem Frühstückstisch. ^gelblank schimmerte der See herüber. Kein Luftzug kräu- seine Oberfläche.
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„Mit dem Segeln ist es heute nichts, Marlies," sagte Theo ^sah in die Ferne. „Hättest du Lust zu einer Ruderpartie? können dann auf der anderen Seite anlegen und einen ^genspagiergang durch den Wald machen."
> „O ja," stimmte sie angeregt zu.
I Sie fuhren über den schilfumkränzten See. Marieliese saß '^ Steuer. Theo hatte seine Jacke ausgezogen. Bei jedem âdienschlag glitzerten die aufspMhenden Wassertropfen in der ^>gensonne wie silberne Perlen . . .
* Straßensperre. Wegen Dauarbeiten am Straßenbahngleis Ecke Bahnhofstraße — Marktstraße sind am 28. und 29. September 1932 nachstehende Straßen für den Durchgangsverkehr mit Fahrzeugen aller Art polizeilich gesperrt: 1. die ganze Marktstraße, 2. die Bahnhofstraße von Kaplansgasse bis Neustadt, 3. die Neustadt von Tiefenweg bis Marktstraße. Die ausgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. Den Anliegern der gesperrten Straßen ist die Zu- und Abfahrt gestattet.
* Von der Landstraße. Am 23. September 1932 gegen 20 Uhr wurde auf der Straße Klfin-Linden—Dutenhofen, etwr 500 Meter vor Klein-Linden, ein Mann auf der Straße liegend von einem Krufbwagenführer angetroffen. Dieser Wagenführer hielt, um einen Zeugen dafür zu haben, daß er den Mann nicht überfahren habe, einen anderen in Richtung Klein-Linden fahrenden Kraftwagen an. Ein weiterer Personenwagen, der in Richtung Dutenhofen fuhr, sollte ebenfalls angehalten werden. Der Führer, eine Dame, gab aber Vollgas in der Annahme, es handle sich um einen Ueberfall und wich den Personen, die das Haltezeichen gaben, aus. Der Wagen erfaßte dabei den am Boden liegenden und schleifte ihn noch etwa 20 Meter weit fort. Führerin hielt dann auch ihren Wagen. Der verletzte Wanderbursche Wilhelm Lungstraß, geb. am 7. 7. 1876, wurde darauf sofort von einem der anwesenden Kraftwagenführer in die Klinik verbracht. Auf welche Art der Verletzte auf die Straße kam, steht noch nicht fest, da er bis zur Stunde noch nicht vernehmungsfähig ist. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort ausgenommen.
Aus Rah und Fern.
Grünberg. Am 19. und 20. Oktober findet hier der weitest "bekannte Gallusmarkt statt. Die Eisenbahn gibt für diese Tage nach Grünberg Sonntagsrückfahrkarten zu verbilligten Preisen aus.
Lich. Am 28., 29. und 30. Oktober findet hier eine große allgemeine Bezirks-Geflügelausstellung statt.
Hungen. Seit Jahren kann man an den mitten im Walde gelegenen drei Teichen und neuerdings auch an den Gewässern der jetzt stilliegenden Grube Abendstern Fischreiher feststellen. Es ist sehr interessant, diese schon zur Seltenheit gewordenen Tiere in freier Natur zu beobachten.
In einer halben Stunde waren sie an der anderen Seite. Theo sprang an das Ufer und legte die Bootskette um den Pfahl.
„Hier an der Landungsstelle ist es feucht und moorig, Marlies. Du bekommst nasie Füße. Wart, ich will dich ein Stück tragen."
Er nahm sie in seine starken Armee und spürte kam die Last . . . Hand in Hand gingen sie durch den Wald. Auf einer Lichtung blieben sie stehen. In breiten, hellen Streifen fiel die Morgensonne durch das herbstbunte Laub.
„Ich will ein paar Blumen pflücken," sagte Marieliese. „Da hinten am Waldrand steht wilder Mohn."
Dheo legte sich in das lange, weiche Gras und schloß die Augen . . . Als er sie wieder öffnete, saß Marieliese neben ihm, den Schoß voll Blumen.
.Habe ich geschlafen, Marlies?" fragte Theo leise und zärtlich.
„Ja," lachte sie. ,Hast du etwas Schönes geträumt . . .? Aber sieh mal, was für feine Herbstblumen ich gefunden habe: Maßliebchen, Tausendgüldenkraut, roter Mohn und silberhelles Wollgras. Daraus binde ich mir jetzt einen Kranz ... Du bekommst auch einen, Theo. Aus Eichenblättern. So viele Fußballisiege hast du schon errungen und nie einen Kranz erhalten. Aber ich will dich krönen."
Sie beugte sich ein wenig über ihn und ließ ihre Hand durch sein helles blondes Haar gleiten.
„Daß ich an einem spielfreien Sonntag noch einmal einen Siegerkranz bekommen würde, hätte ich mir niemals träumen laßen. Aber eigentlich müßtest du elf binden, Marlies. Für jeden Spieler der Mannschaft einen Kranz."
„Du bist doch der Spielführer, Theo, und trägst ihn für alle."
Der junge Fußballspieler verschräntte die Armee hinter dem Kopf und sah in den blauen Herbsthimmel.
„Wenn du im nächsten Jahr zurückkommst, Marlies, dann wollen wir wieder hierher gehen, nicht wahr?"
„Dann ist Mai," sagte sie und ließ die Hände in den Schoß sinken. „Im Herbst nehmen wir Abschied, im Frühling sehen wir uns wieder."
Nach einer Weile erhob sie sich und setzte den fertigen
Ausstellung in Friedberg.
Friedberg. Zur Ausgestaltung des Herbstpferdemarkles ist die Veranstaltung einer „Deutschen Woche" geplant. Ookono- mierat Hensel (Dortelweil) als Vorsitzender des Landesaus- schußes der „Deutschen Woche" in Hessen regte die Durchführung in größerem Rahmen an. Es ist beschloßen, in der Zeit von Samstag, den 22. bis Donnerstag, den 27. Oktober, eine Ausstellung für die gewerblichen und handwerklichen Erzeug- niße zu veranstalten.
Blofeld (Wetterau). Landwirt Hugo Schäfer wurde in der Stichwahl mit 11 Stimmen Mehrheit zum Bürgermeister gewählt.
Rainrod. Durch Selbstentzündung (feuchtes Grummet) entstand in ben Morgenstunden im Anwesen eines hiesigen Landwirtes Feuer. Der Brand wurde rechtzeitig bemerkt und von der Feuerwehr und anderen Einwohnern gelöscht,
Vom Blitz erschlagen.
König i. Odw. Bei einem schweren Gewitter, das über den Odenwald niederging, wurde der Einwohner Eichmann vom Blitz getroffen und sofort getötet. Sein Begleiter kam mit denk Schrecken davon, dagegen erhielt eine in der Nähe auf dem Feld arbeitende Frau infolge eines Nervenschocks eine Sprachlähmung.
Der Lehrstuhl für Arbeitsdienst.
Marburg. Dem Privatdogenten in der Rechts- und Staats- wißenschaftlichen Fakultät der Philippsunioevsität zu Marburg, Dr. Wiskemann, ist einen Lehrauftrag für die Fragen der Arbeitsbeschaffung, des Arbeitsdienstes und der Siedlung erteilt worden. Es ist dies der erste Lehrstuhl dieser Art in Deutschland.
„Ich bin ja nicht tot!"
Marburg. Einem glücklichen Umstand hatte hier ein vierjähriges Mädchen sein Leben zu verdanken. Das Kind lief geradewegs in einen den Marktplatz passierenden Lastkraftwagen hinein, der über es hinwegging, ohne irgendwelche Verletzungen herbeizuführen. Die erschreckten übrigen Passanten sahen zu ihrer Freude das Kind wieder aufspringen, das mit den Worten: „Ich bin ja nicht tot?" von dannen trollte.
Um das Gewerbe-Auffichtsamt Wetzlar.
Wetzlar. Neben dem Hochbauamt soll auch das Gewerbe- Aufsichtsamt Wetzlar nach Dillenburg verlegt werden. Man ist
Blumenkranz auf ihr blondes Haar. Hell leuchteten die roten Mohnblüten.
„Gefall ich dir so?"
2cheo war aufgesprungen.
„Wunderschön siehst du aus, Marlies!" rief er und betrachtete sie andächttgt. „Wie eine Waldprinzeßin!"
„3ft das wahr? Jetzt will ich dir den Eichenkrantz äusseren, Theo. Du mußt den Kopf etwas neigen,"
Sie drückte ihm den grünen Blätterkranz auf sein krauses, blonde Haar. Ihm schoß das Blut in die Backen.
,Mr deine Siege im Fußballkampf, Theo, lieber Junge..." Einen Augenblick lagen ihre Hände auf seinen Schultern.
,Hier, wo uns niemand sieht, will ich dir den Abschiedskuß geben," sagte sie leise.
Sie stellte sich auf die Fußspitzen und küßte ihn auf den Mund . . .
„Und Bruder, trauter lieber Freund, wir kämpften heut' zu zweien so treugesinnt und unverzagt in unsrer Bruder Reihen.
Schau mir ins Auge, edles Blut, sei mir von Herzen ewig gut, dann hab' ich recht gestritten."
Die Punktspiele um die Bezirksmeisterschaft neigten sich ihrem Ende zu. Tapfer hatten die Landsknechte gestritten, denn keinem Gegner war es gelungen, diese starke Elf zu schlagen. Von sechszehn Ausscheidungsspielen hatte Theos Mannschaft fünfzehn hinter sich und führte mit dreißig Puntten überlegen an erster Stelle. Die Bezirksmeisterschaft war ihnen sicher, denn der Tabellenzweite folgte mit acht Punkten Abstand. Das Geheimnis der Erfolge der Landsknechte lag, abgesehen von ihrem beachtlichen Können, zur Hauptsache in der Vereinstreue der Spieler begründet. Zn Freud und Leid hielten sie zueinander und fanden so den erstrebenswerten und vorbildlichen Zusammenschluß als Menschen und Spieler. Gegen eine solche Mannschaft aus einem Guß und in dieser Form gab es, wenigstens im Bezirk, kaum einen gleichwertigen Gegner.
Fortsetzung folgt.