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Samstag, den 23. Juli 1932

(Siebener Zeitung

Nr. 29

gen Reparaturarbeiten an der Wasserleitung für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten.

* Turnverein von 1846. Die Wander-Abteilung führt mor­gen (Abmarsch 7 Uhr) eine Wanderung nach Grünberg durch.

* Spielvereinigung 1900. Die Leichtathletik-Abteilung der Spielvereinigung 1900 hält bei bester Besetzung der einzelnen Konkurrenzen morgen auf dem Sportplatz auf dem Trieb ihre 11. nationalen Wettkämpfe ab.

Aus Ruh und Fern.

Bad Nauheim. Bis zum 21. Juli 1932 betrug der Gesamt- bosuch 14 926 Gäste, darunter 2436 Ausländer. Anwesend waren am 21. Juli 3515 Gäste.

Kamps zwischen Kommunisten und SA.-Leuten.

Aus der Landstraße zwischen Homberg nach Niederofleiden spielte sich in der Nacht zum 18. Juli ein stundenlanger, schwe­rer Kampf zwischen Kommunisten und SA.-Leuten ab. Die SA.- Leute wurden auf dem Wege zu einer Kundgebung von Kom­munisten, die ihre Anhänger aus der ganzen Umgebung zusam- menge,zogen hatten, mit Revolverschüssen, Stich- und Schlag­waffen empfangen. 12 SA.-Leute wurden verletzt, darunter mehrere schwer. Auch bei den Kommunisten gab es eine Anzahl Verletzte. Die erregten Bewohner der Umgegend zogen nach Niederofleiden zu der Wohnung des kommunistischen Anführers Brüning, den sie in seiner Wohnung, im Kleiderschrank versteckt nur mit dem Hemd bekleidet, aber im Besitze eines Revolvers und eines Dolches, antrafen. Er wurde von der Menge so schwer mißhandelt, daß er in die Marburger Klinik überführt werden mußte. Bei der polizeilichen Haussuchung in den Woh­nungen der Kommunisten wurden eine Anzahl Waffen beschlag­nahmt und bis jetzt 27 Verhaftungen vorgenommen.

fen dieser großen Klasse auf der Mainzer Regatta besonders gespannt. Die Mainz-Kasteler Trainingsleitung sollte die schon oftmals erhobene warnende Stimme anhören, die besagt, daß durch die Starts im Vierer die Achtermannschaft in ihrer aus­gezeichneten Gesamtarbeit gestört wird. Auch wenn eine Mannheimer Amicilia augenblicklich nicht zu fürchten ist, so sollte Kastel doch daran denken, daß in den letzten Wochen zwei ganz gefährliche Gegner — Gießen 1877 und Kölner Wassersport — aufgekommen sind, die sich allen Ernstes auf bie Meisterschaft vorbereiten. Die Rennen, an denen die Gießener beteiligt waren:

Jubiläumspreis. Erster Achter (Herausforderun-gspreis): 1. Kasteler RE 1880 5:15,6; Gießener RG 1877 5:15,8.

Taunus-Preis. Zweiter Achter. (Ehrenpreis): 1. Gießener RG 1877 5:10,4; 2. RG Worms 5:13,2; Offenbacher RV 187 4 nicht gestartet.

Theodor-Boehm-Gedächtnispreis. Doppel - Zweier ohne Steuermann. (Wanderpreis): 1. Wasierspordverein Godesberg (Georg und Leo Arenz) 6:09,5; 2. Gießener RG 1877 (Joedt- Timpe) 6:20,8; 3. Offenbacher RG Undine 6:24,2; 4. Frankfurter RV 1865 6:26,2.

Preis von Isenburg. Zweiter Einer. (Ehrenpreis): 1. Gießener RG 1877 (Joedt) 6:05,2; 2. Mannheimer RV Baden (Frisch) 6:18,6; 3. Alemannia Karlsruhe 6:14,8; 4. Offenbacher Undine 6:16; 5. Offenbacher Undine 6:18,6; 6. Hanauer Hasiia.

Birkenau. Nachdem man jetzt einen Ueberblick gewinnen konnte, sind die durch das Unwetter der vergangenen Wochen verursachten Schäden weit bedeutender als ursprünglich ange­nommen. In einem Hohlweg nach dem Wachewberg wurden Gräbe n bis zu 4 Meter Tiefe ausgerissen.

Darmstadt. Dbermulfrf meister Mickley konnte den Tag be­gehen, an dem er vor 50 Jahren in die deutsche Armee eintrat. Mit diesem Gedenktag verbindet der Jubilar eine 42jährige Tätigkeit als Musikmeister. Er trat am 17. Juni 1882, damals noch nicht ganz 17jährig, als freiwilliger Musiker beim 2. baye­rischen Feldartillerieregiment in Würzburg als Mitglied der Regimentskapelle mit der Ausübung als Solotrompeter ein. 1901 erhielt er die Obermusikmeisterstelle als Nachfolger des oer=

storbenen Musikdirektors herzoglichen Art>Korps. nant befördert, mit der

des

Feld-Artl.-Regts. 25

Paul Stützel beim ehemaligen Groß- Jm Jahre 1920 schied er, zum Leut- Erlaubnis zum Tragen der Uniform aus.

Univerfttätsmeisterschaft im Kleinkaliberschießen

in Gießen

Die Beteiligung der Studierenden war gut. Für den Mann­schaftskampf waren 10 Mannschaften gemeldet, außerdem eine Anzahl von Einzelschützen.

Den Mannschaftssieg errang die Turnerschaft Hasio-Nasio- via, gefolgt vom Corps Silvania, Burschenschaft „Germania" mit 441 Ringen, „Frankonia" und „Merovingia".

Den Mehrkampf für Einzelschützen und den dafür gestifte­ten Wanderpreis errang cand. med. G. Janke (Corps Silvania). Zweiter wurde stud. Schilling (Adelphia).

Nach dem 5:V-Sieg der Deutschen

Italiens Presse über Prenn und v. Gramm.

Die einzige italienische Zeitung, die vor den Spielen um den Daviscup in Mailand das Können der Deutschen in geradezu lächerlichster Weise unterschätzte, war die offizielle „Littoriale". Dort hat man mit einem 4:1 für Italien gerechnet. Wie man am Grünen Tisch zu dieser Rechnung gekommen ist, ist ein biß­chen schleierhaft. Der „Littoriale" ist aber ehrlich genug, um den deutschen Erfolg ohne Einschränkung zuzugestehen. Alle Blätter geben zu, daß Italien gegen diese Deutschen, die in so großartiger Form antraten, nicht gewinnen konnte.

am in

Sein eigenes Fahrrad wieder gefunden.

Frankfurt a. M. Einem Mann wurde vor einigen Wochen Postscheckamt sein Fahrrad gestohlen. Zufällig sah er jetzt der Ederstraße sein Fahrrad und den derzeitigen Besitzer

Erste Hilse aus Reise und Wanderung.

Don Richard Mager.

In der Regel wird man eine Reise oder Wanderung nur

desselben. Er stellte den Mann, und dieser war bereit, mit zur Wache zu kommen. Dort gab er bereitwilligst den Namen des Verkäufers an, von dem er das Rad erworben hatte. Wenige Minuten später wurde dieser in seiner Wohnung verhaftet. Man kam dadurch auf die Spur eines altbekannten Diebes.

dann unternehmen, wenn man sich gesund können jederzeit Beschwerden und Unfälle Reifenden um den Genuß seines Ausflugs die Wanderung zur Qual machen.

In den folgenden Zeilen kann es sich

fühlt. Trotzdem

eintreten, die bringen oder

natürlich nur

den ihm

um

Sport Nachrichten.

Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 auf der Offenbacher Regatta

Der erste Tag der 14. Offenbacher Regatta, die wieder von der Offenbacher RG „Undine" auf der 2000-Meter-Strecke vor Rumpenheim veranstaltet wird, brachte wiederholt spannende und scharfe Kämpfe, wenn auch einzelne Felder durch mehrfache Abmeldungen kleiner wurden. Vorzügliche Leistungen zeigten wieder Gießens 77er. Die zwölf Rennen des ersten Tages, die bei fast windstillem Wetter, vollkommen glattem Wasser und ver­hältnismäßig gutem Besuch ausgefahren wurden, verliefen ein­wandfrei, selbst der gleichzeitige Start von sechs Booten im Zweiten Einer gelang ohne Zwischenfälle, was sehr für die Eignung der Strecke spricht.

Was die sportlichen Leistungen des zweiten Tages anbe- trifft, so standen diese nicht nur auf der gleichen Höhe wie am Vortage, sondern übertrafen diese noch. In erster Linie ist die Mainz-Kasteler Rudergesellschaft und im Zusammenhang hier­mit auch die Gießener Rudergesellschaft zu nennen. Die Kasteller Mannschaft lieferte zusammen mit den Gießenern in dem Schluß- Rennen der Regatta, dem Jubiläums-Achter, einen äußerst har­ten Kampf. Die ausgezeichneten Gießener, die wieder, wie am Vortage im Zweiten Allster die vollwertigen Ersatzleute Timpe und Georgi, zwei bekannte Skuller, im Boot hatten, bewiesen diesmal recht deutlich, daß sie mit zu den allerbesten süd- und westdeutschen Senior-Achter-Mannschaften zu zählen sind. Nach dem Offenbacher Rennergebnis ist man auf das Zusammentref­

Ratschläge handeln, wie man auf einfache, aber nicht allen be- kannte Weise vorläufige Abhilfe schafft. In schweren Fällen muß unbedingt der nächste Arzt zugezogen werden.

Fangen wir einmal „unten" an: Nach längerem Marsch werden vielleicht die Füße wund. An irgendeiner Stelle wird dabei die Haut durch andauernde Reibung gerötet, gereizt und schließlich abgerieben, bis eine Blase entsteht und end­lich eine offene Stelle. Nicht immer wird ein solcher Fall richtig behandelt. Vor allem die Ursache der Schmergempfin- dung auffuchen und beseitigen, und zwar sobald die ersten An­zeichen austreten. Falten im Strumpf, Steinchen und Uneben­heiten der Schuhsohle entfernen! Sohlen einlegen, wenn der Schuh zu weit, sie herausnehmen, wenn er zu eng ist! Oft werden die Füße heiß und dick, so daß der sonst bequeme Schuh drückt. Dann soll man die Schuhe und Strümpfe ab und aus­ziehen, damit die Füße auskühlen. Das oft angewandte kalte Fußbad ist eher schädlich, denn als Reaktion auf die heftige Abkühlung erfolgt eine besonders kräftige Erhitzung, die das Uebel natürlich noch schlimmer macht, abgesehen von Erkäl­tungsgefahr. Dagegen ist es vorteilhaft, die Strumpffohle ge­hörig einzupudern, oder die Füße in weiches Servietten- oder Seidenpapier einzuhüllen, wenn die Füße so weich sind, daß alsbald Blasen entstehen. Die Haut solcher Füße muß man vor­her durch häufiges Einreiben mit Franzbranntwein oder einer härtenden Creme widerstandsfähig machen. Im Gebirge oder auf unebenem Boden kommt auch einmal eine Verstauchung oder Verrenkung vor. Schwillt das betroffene Glied an und ist jede Bewegung von starken Schmerzen begleitet, so muß für Abtransport gesorgt und der Arzt zu Rate gezogen werden, da der Laie nicht entscheiden kann, ob eine wirkliche Verstauchung, eine Quetschung, Verrenkung, Entzündung der Sehnen, Mus- keln oder Gelenke oder gar ein Bluterguß vorliegen, und die

Behandlung in diesen Fällen natürlich eine ganz verschiedene ist. Sind durch Unfall offene Wunden entstanden, so sind diese meist besonders gefährlich, weil es sich hierbei nicht um die gut heilenden Schnittwunden handelt, sondern um Zerreiß- oder Schürfwunden, die durch Erd- oder buntgefärbte Stoffteilchen leicht verunreinigt werden. Durch kräftiges Drücken suche man die offenen Stellen zu starkem Bluten zu bringen, damit die Unreinigkeiten durch den Blutstrom ausgespült werden. Dann streut man gehörig Teroformpulver, das man jetzt in ganz klei. nen Streudöschen bekommt, auf die Wunde und legt mit Hilfe eines reinen Taschentuchs einen Notverband an. Für kleinere Verletzungen bildet die mit dem Wunbpulver trocknende Blut­kruste den besten Schutz. Ein« verletzte Schlagader muß durch Abbinden oberhalb mit Riemen, Schnur oder Gurt geschlossn werden. Nasenbluten, das die verschiedensten 'Ursachen haben kann, wird am ehesten gestillt durch Ruhe, Zurücklegen des Kopfes und Einziehen eines kräftigen Luftstromes (aber lang­sam) durch die Nase. Insektenstiche desinfiziert man leicht durch Betupfen mit Salmiakgeist, Seife, Zucker oder Kölnischem Was­ser. Stiche, bei denen der Stachel in der Wunde verbleibt, wie bei dem Bienenstich, rufen, wenn der Stachel nicht durch kräftiges Ausdrücken entfernt wird, eiterige Entzündung her­vor. Es empfiehlt sich übrigens, jeden Insektenstich zu desinfi- zieren. Blutandrang, bzw. -leere können Störungen des All­gemeinbefindens Hervorrufen: Schwindel, Beklemmungen, Angstgefühl und Ohnmacht. Bei auffallender Rötung des Ge­sichts soll man die Person in sitzender Stellung unterbringen, die Strümpfe ausziehen, die Füße mit kaltem Wasser benetzen und kräftig frottieren. Bei bleicher Gesichtsfarbe dagegen lege man den Körper flach auf den Rücken, entblöße den Hals und reibe ihn sowie die Schläfen wenn möglich mit Kölnische» Wasser ab. Bei Ohnmachtsanfällen besprengt man das Et- sicht und die Brust mit kaltem Wasser. Viel häufiger, aber nicht weniger unangenehm als Ohnmacht sind Erschöpfungszu­stände, die zu schweren Orga nstörungen ausarten können. Hier gilt es in erster Linie vorzubeugen und ben Körper leistungs­fähig zu erhalten. Das geschieht mit bestem Erfolg durch eine bis zwei Dallmannsche Kola-Tabletten, die bin müde werden­den Körper ausgezeichnet erfrischen. Hitzfchlag und Sonnen­stich sind die gefürchtetsten Erkrankungen der Hochsommerm» nate. So lange der Mensch kräftig schwitzt, leichte, nicht been­gende Kleidung trägt und bei sehr hohen Temperaturen stun­denlanges Wandern in greller Sonne ohne Kopfschutz vermei­det, ist die Gefahr einer solchen akuten Erkrankung, namentlich bei unserer an die Sonne gewöhnten Jugend, nicht aUlu groß Bestes Vorbeugungsmittel: 'Kühlende Getränke! Sonnenstich äußert sich in Errcgungs« und Reizbarkeitszuständen, während bei Hitzschlag ein plötzliches Zusammenbrechen charakteristisch ist. In beiden Fällen ist bis zum Eintreffen des Arztes Ruhe, star­ker Kaffee, Oesfnen der Kleider, Ueberziehen nasser Strümpfe zu empfehlen. Bei längerer Bewußtlosigkeit muß künstliche Atmung angewandt werden. Kopfschmerzen sollten immer als warnende Vorzeichen angesehen werden. Bei sonst gefunden: Personen treten sie infolge Ueberanstrengung, Blutleere oder -Überfüllung des Gehirns, oder auch durch einen in Unordnung geratenen Magen auf. In den ersten Fällen empfiehlt sich Ruhe im Kühlen und geeignete Lagerung des Körpers je nach Gesichtsfarbe, im letzteren Fall eine Tasse Kaffee oder ein guter Kognak. Durch den Genuß von Süßigkeit, Durcheinanderessei; aller möglichen Speisen, durch leichtsäuernde Getränke werden oft sehr unangenehme Magenschmerzen oder Sodbrennen ver­ursacht. Das beste und einfachste Mittel dagegen ist: 10 Mi­nuten sich auf die linke Seite legen!

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