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I (Gießener Tageblatt) (Neueste Nachrichten) ft

Erscheint Samstags.

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Der Führer der Parlamentsfraktion der englischen Arbeiter- ia rtei, Lansbury, forderte in einer Rede wiederum die völlige Etreirbung aller Tributzahlungen und Kriegsschulden.

Frankreich gibt seine Forderung auf Rcperationcn auf, nenn seine Schulden an Amerika gestrichen werden, Frankreich legt Rüstungen um mindestens 25 Prozent herab, wenn dafür die Bereinigten Staaten den Garantiepakt vom Zahre 918 unterzeichnen.

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Samstag, den 23. Januar 1932

Nummer 3

zu Beginn der ersten Mrüstungètonscrenz

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Botschafter v. Neurath stattete am Donnerstag dem eng­lischen Außenminister Simon einen Besuch ab und legte

7 Vorschlag bes "ach dem bei N et (im Durch erteilt, baß St^üfie im gleichen Ausfall- B ein e^ an die Außenkante ins Bauwens würde erforderlich sein, nd, der im Augen« :en Sorgen hat'...

lochmals den deutschen Standpunkt zur Tributfrage und .frage der Lausanner Konferenz dar.

Zn den diplomatischen Besprechungen, die während ich Tage zwischen Berlin, Paris und London geführt ist der Gedanke vertieft worden, im Zusammenhang Abrüstungskonferenz eine Begegnung der führenden rianner aller interessierten Mächte herbeizuführen.

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wurden, mit der Staats-

lang. Die Mannie | Zahre 1982 auf ihr |

Es ist zu erwarten, daß die Stillhalteverhandlungen heute tum Abschluß kommen und daß das neue Abkommen dann unter- ikichnct wird.

Die angekündigte Antwort der Reichsregierung auf die Denkschrift Adolf Hitlers in Sachen der Rcichspräsidentcnwahl üt nunmehr fcrtiggcftcllt. Man rechnet damit, dah ihre Ver- iffentlichung heute erfolgt.

Zm Haushaltsausschuh des Reichstages wurde am Freitag

dieser siebeneinhalb >en deutscher Land- afet. Alle führenden

Unb selbst bi; in tschast hinein ist die e fachliche Ratgeber

bie zweite Lesung des Pensionskllrzungsgesetzcs abgeschlosien mb mit den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten wurde der Beschluß erster Lesung aufrechterhalteu, wonach die Höchstpension 12 000 RM. beträgt.

Der Rcichsrat beschäftigte sich am Donnerstag mit der vom Rrichsfinanzministcr vorgclcgten Zusammenstellung über die «m Haushaltsplan für 1931 vorgenommenen Aenderungen.

isgabc des ZeitMgs- / für bas J^r 1932 ben in gewohnter L hie wöhrenh des eueWnumgen. Ab­des Zeitungswesens gefunden. Das in und trotz des reift werlässiges und nn- ssenten.

s merken wir jeden in der Küche, im /er der Mltrstitat. je auf dem Gebiete ien Dinge, die das gibt es dafür ein list" und erscheint Leser können thw sehen erhalten oder ;Ifc e. D., Berl'" estes 40 W, ren heute leben, bc- nahmen in der neuen

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Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat für Hessen und Hessen-Nassau den Stadtrat a. D. Dr. Heinrich Langer (Frankfurt) als Landesbeauftragtcn eingesetzt.

Der hessische Minister des Innern empfing am Freitagvor- mittag eine Abordnung der hessischen Bcrufsbürgermeister in den L'embgemcinbcn zur Aussprache über die Besoldungslage.

Der Landesvorstand der Hessischen Staatspartei trat am vergangenen Samstag in Frankfurt a. M. zu einer Sitzung zu­sammen, die sich hauptsächlich mit dem Ausbau der Parteiorga- nijation befaßte.

Die bäuerischen Landtagswahlen finden am gleichen Tage wie die Wahlen in Preuhen, am Sonntag, den 8. Mai, statt.

Am 15. Januar 1932 waren bei den Arbeitsämtern rund 5 «66 000 Arbeitslose gemeldet. Die Zunahme seit dem Zahres- cnde belief sich auf annähernd 300 000.

Nachdem MacDonald die Einladung nach Paris abgelehnt tat, gilt cf für ebenso unwahrscheinlich, dah Herr Laval die ? Einladung MacDonalds annimmt, noch an diesem Wochenende nich London zu kommen.

In der Provinz Barcelona sind ernste Unruhen ausgebrochen. Die Regierung hat ein starkes Militäraufgebot nach Manresa cetfanbt und ist entschlossen, die Unruhen mit gröhter Energie 1» unterdrücken.

In Bombay kam cs am Donnerstag wieder zu Zufammen- ft-jhen zwischen Kongrehanhängern und der Polizei und muß- ** zwölf Personen schwer verletzt ins Hospital gebracht werden.

Die provisorische Regierung von El Salvador hat in sechs Departements wegen kommunistischer Unruhen den Belagerungs- i «stand erklärt.

Der griechische Ministerpräsident Venizelos ist in Rom ciit= getroffen. Er wurde von Außenminister Grandi empfangen.

Ein britisches Unterseeboot ist auf der Höhe von Bentnor «1 der Insel Wight gescheitert.

Nach Berichten aus chinesischer Quelle sind in den letzten beiden Jahren 164 551 Personen durch Banditen der Provinz Supch getötet worden und 946 000 Personen werden vermißt.

Zn der 11-Uhr-Pause kam es in der Berliner Universität am Freitag zu schweren Zusammenstöhen und Schlägereien zwi- sihen linksstehenden und rechtsstehenden Studenten.

Zn Demnitz bei Fürstenwalde a. d. Spree starb im 79. Lebensjahre der ehemalige Chef des preußischen Militärkabi- mctts Generaloberst Moritz Freiherr von Lynker.

Zm Sllarekprozch wurde am Freitag der 50. Verhandlungs- fag erreicht, ohne daß man jedoch auf diesesgoldene Sklarek- Zubiläum" einging.

jm Juni 1919 verficl-erte Clemenceau als Wortführer der gegen Deutschland verbündeten Mächte, diese würdensofort" mit den Verhandlungen beginnen, die eine allgemeine Herab­setzung der Rüstungen bezweckten. Länger als 12 Jahre hat es gedauert bis die erste Abrüstungskonferenz Zusammentritt. In­zwischen hat abgesehen von den 1919 entwaffneten Staaten - das Wettrüsten wieder begonnen. Präsident Hoover hat ^" Monaten festgestellt:Die Welt gibt jährlich nahe­zu 5 Milliarden Dollar für Rüstungen aus, d. h. ungefähr 70 ^oZ.ent mehr als vor dem Kriege. Beinahe 5 Millionen Menschen stehen im aktiven Kriegsdienst und 20 weitere in Re- ferve. Die Rüstungsausgaben haben sich wie folgt vermehrt: Die Vereinigten Staaten gaben aus: 1913 1,2 19313 Milliarden England gab 1,4 --------

Frankreich , ,

Rußland 1,8 ;; 2> Milliarden

Deutschland dagegen hat ferne Wehrmachtsausgaben her­abgesetzt von 2,1 Milliarden RM. auf 650 Millionen RM. im jQ^rc 1931. Van einer Abrüstung ist also in den wehrpolitisch freien Staaten gar keine Rede; auch nicht in Frankreich. Die von Paris aus in dieser Hinsicht in die Welt gesetzten Be­hauptungen sind Märchen.

2,2 Milliarden

3,2 Milliarden

I" <5 rankreich wird nach wie vor jeder waffenfähige junge Mann für den Krieg ausgebildet. Die Herabsetzung der tirnebensbienfaeit von 3 auf 1 Jahr ändert an der Kriegsstärke nicht das geringste. Um die durch Herabsetzung der Dienstzeit elngetretene Verringerung der Friedensstärke auszugleichen hat man die Berufssoldaten auf 140 000 vermehrt (also auf 40 Pro- zent mehr als das gesamte deutsche Reichsheer beträgt) und stellt wesentlich mehr Eingeborene ein als vor dem Kriege. Im ganzen liegt eine Herabsetzung der Friedensst' * 6 Prozent vor, nickt wie eine Denkschrift des M behauptet eine solche um 60 Prozent.

Die Wirkung der verkürzten Dienstzeit auf die Ausbildung wird dadurch wieder wettgemacht, daß man die jungen Leute ^^kritt in das Heer bereits militärisch schult: in der mi- litarlichen ^ugendausbildung, die in aller Welt (besonders auch in Frankreich) außerordentlich gründlich betrieben wird. Die lungen Leute sollen soweit gefördert werden, daß sie bei Ein­tritt in die Kasernen die Rckrutenschule schon hinter sich haben werden kan^^ ^* e^entli^en Gefechtsausbildung begonnen

Lander verpflichte^ ihm gegebenenfalls gegen Deutschland Wassenfolge zu leisten. Betrachtet man von diesem nur die die an Deutschland unmittelbar angrenzen, also Frankreich, Po­len, Belgien und die Tschechoslowakei so ergibt sich, daß diese Staaten verfügen über rund 10 Millionen ausgebildeter Sol­daten (Deutschland 100 000; also auf einem deutschen Wehr­mann 100 Feinde); 45 000 Maschinengewehre (Deutschland 1926), leichte Geschütze 9 938 (288); schwere Geschütze 3007 (0); Tanks 4100 (0); Flugzeuge 4700 (0). Wir sichen also, daß Deutsch­lands Sicherheit in vollem Umfange aufgehoben ist. Es hängt machtpolitisch von dem guten Willen seiner Nachbarn ab. Trotzdem wird immer von der Sicherheit Frankreichs; nie von der Deutschlands gesprochen. Dabei hat Frankreich unmittelbar an den deutschen Grenzen umfangreicheHindenburgstellungen" angelegt; während Deutschland überall im Westen aber auch im Osten verboten ist, in seinen Grenzprovinzen Befestigun­gen irgendwelcher Art anzulegen.

Die deutsche Regierung hat daher mit Recht den Entwurf der Vorbereitenden Kommission abgelehnt; würde er zur Grund­lage des endgültigen Abrüstungsabkommens genommen so bliebe alles beim alten. Besonders hat der Art. 53 des Ent­wurfs Entrüstung in ganz Deutschland hervorgerufen. Dieser Artikel enthalt die ungeheuerliche Bestimmung, daß Deutschland den Bestimmungen der kommenden Abrüstungskonvention nicht unterfallen soll. Deutschland soll anscheinend noch einmal aus der Reihe der gesitteten Nationen ausgeschlossen werden,weil es mit der Kriegsschuld belastet ist." Völlig ausgeschlossen ist, daß ein Vertreter Deutschlands ein solch ungeheuerliches Abkom­men unterzeichnet, das das Reich unter ein Ausnahmerecht stellt.

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Das Saargebikt soll Pfand sein!

Paris, 22. Ian. Vor der Außenpolitischen Kommission des Senats schilderte Senator Ordinaire die wirtschaftliche Lage l^s Saargebiets. Er behauptete, dah die öffentliche Meinung

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des Saargebiets für die Aufrechterhaltung des Status quo warf) 1935 sei und dah die französische Regierung sich nicht wei­gern könne, dem Ruf des Landes Folge zu leisten. DerZn- tnansigeant fordert für den Fall, dahDeutschland nicht bezahlen «olle", das Saargebiet über 1935 hinaus besetzt zu halten. ^Das ist das letzte Pfand, das wir besitzen," erklärt das Blatt. Eer kann uns daran hindern, zu erklären, dah das Saargebiet uns bis auf weiteres als Pfand für die unbezahlten Schulden dient?

Der Völkerbund hat 1925 die sogenannte Vorbereitende Abrustungskommission eingesetzt, die den Weg bahnen sollte auf dem man zur allgemeinen Abrüstung kommen wollte Diese Kommission ist unverrichteter Sache auseinandergegangen Sie hat nur den vollständig unzureichenden Entwurf zu einem Ab- rasiunasabkommen hinterlassen. Dieser Entwurf geht an den crgentlrch wichtigen Bestandteilen der Rüstung achtlos vorüber. Jeder weiß, daß im Kriegsfälle der größte Teil des Heeres aus Angehörigen des Beurlaubtenstandes besteht. Aus diesem wer­den die Regimenter auf Kriegsstärke gebracht und die zahlreichen .Kefe Deformationen gebildet. Um diese auszurüsten, liegen be- rects tm Frieden große Bestände an Waffen, Munition und son­stiger Ausstattung bereit. Der Deurlaubtenstand und das ge­samte in den Arsenalen aufgespeicherte Material soll, nach dem lrregelerteten Willen der Vorbereitenden Kommission, bei der Abrüstung überhaupt nicht berücksichtigt werden. Eine solche Abrüstung ist natürlich keine tatsächliche Abrüstung sondern nur eine Schemabrustung. Deutschland hingegen wurde im -Jerjailler Vertrage eine ganze Reihe besonders wirksamer Waisen unterlagt: Schwere Geschütze, große Minenwerser, Tanks die chemischen Kriegswaffen, Flugzeuge, U-Boote' Kriegsschiffe über 10 000 Tonnen. Alle diese Verbote fehlen in dem Entwurf der Vorbereitenden Kommission, abgesehen von dem Verbot der Verwendung chemischer Kriegsmittel. Aber nur ihre Verwendung ist verboten; nicht die Vorbereitung lhrer Verwendung. Man muß also trotz des heute bestehenden Verwendungsverbotes - - da überall Eâstruppenteile bereitge- Itellt werden. damit rechnen, daß diese Kriegsmittel aus gegenseitigem Mißtrauen doch verwandt werden.'

Im Gegensatz zu den Grundsätzen des Völkerbundes hat sich nach dem Kriegsende Frankreich mit Belgien Polen, der Tsche- chostowaker, Rumänien und Südslawien verbündet und diese

Deutschland geht nach Genf mit der Forderung, daß seiner na­tionalen Sicherheit in demselben Maße Genüge geschieht, wie der Sicherheit aller anderen Völker. Es verlangt daher, daß die anderen Nationen nach den gleichen Grundsätzen abrüstcn, wie ste Deutschland aufcrlcgt wurden. Der Völterbund kennt nur Mitglieder mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten. Versucht er, seine Mitgliedstaaten in vollberechtigte und ent rechtete Völker einzustellen, so zerstört er die Grundlagen seiner Existenz. Darum muß in Genf der Grundsatz der Gleichberech­tigung aller Mitgliedstaaten durchgesetzt werden. Wer dafür kämpft, dem stehen Recht und Gerechtigkeit zur Seite' der streitet für Wahrheit und Frieden.