Samstag, den 22. Oktober 1932
„Gießener Zeitung"
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sorgung der Kriegsopfer als dringende Pflicht des Staates bezeichnet.
Lampertheim. Am 30. und 31. Oktober begeht die evangelische Gemeinde Lampertheim einen Evangelischen Tag zum Gedächtnis der Reformation und im dankbaren Gedenken an Gustav Adolf.
Burg. Das Burger Eisenwerk ist durch größere Aufträge wieder voll beschäftigt, wodurch die Arbeitsnot der umliegenden Dörfer eine wesentliche Verminderung erfahren hat.
Königstein. Seitens des Magistrats wurde den Stadtverordneten ein Fehlbetrag von rund 70 000 Mark im laufenden Haushalt bekanntgegeben.
Koblenz. Das Schwurgericht verurteilte den Metzger Viktor Krutzek aus Oberschlesien wegen Mordes an seiner Braut in Esser a. d. Mosel zum Tode.
Schmugglerbande von 100 Mann.
Beamte der Zollaufsichtsstelle in Aachen stießen am Preuß- weg in der Nähe des Aachener Waldes auf eine Schmugglerbande von rund 100 Mann. Sie konnten eine große Menge von Schmuggelware beschlagnahmen.
Die Eisenbahnanschläge in Braunschweig aufgeklärt.
Braunschweig. Die Urheber der etwa zwanzig Eisenbahnanschläge auf den Reichsbahnlinion um Braunschweig, womit vor zwei Jahren die Oeffentlichkeit stark beunruhigt und der Reichsbahnoerkehr unsicher gemacht wurde, sind nunmehr ermittelt worden. Es handelt sich um zwei Beamte der Reichsbahn in besseren Stellungen.
Sturin wirft einen Kirchturm um.
In der Nacht zum Mittwoch wütete in Leipzig und seiner Umgebung ein für Mitteldeutschland ungewöhnlich heftiger Sturm. Der schwerste Schaden wurde in Rötha bei Leipzig verursacht. Dort wurde der Turm der Marienkirche von einem plötzlichen Windstoß abgedreht und zum Einsturz gebracht.
Ludwig Lang in Oberammergau gestorben.
Schnitzereischuldirektor a. D. und Ehrenbürger der Gemeinde Oberammergau Ludwig Lang ist im Alter von 88 Jahren gestorben. 40 Jahre stand er an der Spitze der Schule, die im Lauf der Jahre die bedeutungsvollste Stätte für die weltberühmte Oberammergauer Schnitzkunst wurde. Auch bei den Passionsspielen entfaltete Ludwig Lang eine hervorragende Tätigkeit. Zweimal hatte er die Oberleitung der Spiele inne. Ludwig Lang ist nicht zu verwechseln mit dem bekannten Chri- stusdarstellcr Anton Lang.
6 Todesurteile wegen Diebstahl.
Moskau. 21. Okt. Der Gerichtshof in Leningrad verurteilte sechs Angestellte des Schuhwerks „Skorochod" zum Tode durch Erschießen wegen Diebstahls von lOOO Paar Schuhen. Das Gericht erklärte, dieses Urteil müsse endlich beweisen, daß die Regierung keinen Diebstahl von staatlichem Eigentum zulassen werde.
Ausübung eines Gewerbebetriebes durch einen Beamten oder durch seine Ehefrau.
Der Reichsverbano des Deutschen Hanowerks hatte sich bereits seit längerer Zeit an den Reichswirtschaftsminisier gewandt und sich dafür eingesetzt, daß entsprechend der Regelung in Bayern auch der Ehefrau eines Reichsbeamten die Uebernahme eines Gewerbebetriebes nicht ohne weiteres gestattet werden soll.
Nach den zur Zeit geltenden Bestimmungen (§ 16 des Reichsbcamtengesetzes) darf kein Reichsbeamter ohne vorgängige Genehmigung der obersten Reichsbehörde eine Nebenbeschäftigung, mit der eine fortlaufende Vergütung verbunden ist, übernehmen oder ein Gewerbe betreiben. Die Frage, ob etwa weitere allgemeine Maßnahmen zur Beschränkung der Neben- beschäftigung erforderlich sind, ist, wie die Stellungnahme-des Reichswirtsämftsministers betont, von der Reichsregierung wiederholt geprüft worden. Unter den obersten Reichsbehörden besteht demnach Uebereinstimmung, daß mit Rücksicht auf die gegenwärtige Notlage der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes bei Erteilung von Genehmigungen ein besonders scharfer Nkaß- stab angelegt und bereits erteilte Genehmigungen erforderlichenfalls nachgeprüft und widerrufen werden müssen.
Eine Genehmigungspflicht für die gewerbliche Tätigkeit der Ehefrau eines Beamten ist nach Reichsrecht im Gegensatz zum bayerischen wie auch <um preußischen und anderen Landesrecht nicht vorgesehen. Diese Verschiedenheit in der gesetzlichen Regelung besteht seit langer Zeit Wenn hiernach ein Reichsbeamter für den Gewerbebetrieb seiner Ehefrau einer Genehmigung auch nicht bedarf, so betrachtet cs der Reichswirtschafts- minister doch als eine selbstverständliche Pflicht der Behörden, in solchen Fällen ein;uschre:ten, in denen die Ehefrau nur den Dramen hergibt, der Mann aber die Tätiakeit in Wirklichkeit ausübt oder die Tätigkeit einer Frau auf Grund anderer Vorschriften als der über die Nebenbeschäftigung untersagt werden kann, etiM weil sie mit der Achtung, die der Bcamtenberuf erfordert, unvereinbar ist.
Don Jmbusch wird die reine Parteipolitik enthüllt, die sich mit der Enteignung des Unternehmertums eines Gegners ent lebigen möchte. Man wird die Schrift lesen müßen, solange die Pläms der Gewerkschaften nicht begraben sind.
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Zum Weltspartag 1952
Poer Silberschah in der Kupferkanne.
' Dem Landwirt S. K. in Gr. B. wurden Mrz- « Heb *1500 Mark auS dem Kleiderschrank gestohlen Dort hatte er den hohen Betrag, der durchweg aus lauter Silbermünzen bestand, in einer Kupferkanne aufbewahrt.
Als der Besitzer den Diebstahl bemerkte, mochten frit bet Sot («on einige Zöge ««gongen * W Man «erneutes, d°d «et 5» b«« ^,®*^ > einsam gelegenen Laufes elngeftiegen ist. wâ-nd gd) ble Sen*« auf been ßetbe besannen. B
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Wider den Strom, von Heinrich Claß. Vom Wachsen und Werden der nationalen Opposition im alten Reich. K. F. Koehler G. m. b. H., Leipzig 1932. Ganzleinenband 9,60 RM. — Die wenigen vaterländischen Persönlichkeiten, die vor dem Kriege in aller Oeffentlichkeit gegen die Schäden des regierenden Systems aufgetreten sind, kann man an den Fingern abzählen. Unter ihnen ist Justizrat Heinrich Claß, seit 1900 an leitender Stelle, seit 1908 Vorsitzender im Alldeutschen Verband, zweifellos der tatkräftigste und vielseitigste. Er hat keine Mittel unversucht gelassen, die Nachfolger Bismarcks im Kanzleramt und ihre ersten Helfer von einer unheilvollen Politik der Schwäche abzubringen. Er ist der Schöpfer des Begriffes der „nationalen Opposition" geworden, von deren Werden, Wachsen und Bedeutung die Oeffentlichkeit aus seinen soeben erschienenen Erinnerungen „Wider den Strom" zum ersten Male im Zusammenhang Kenntnis erhält. Wie kaum ein anderer lebender Deutscher ist Claß mit allen zeitgeschichtlichen Vorgängen vertraut. Von fast sämtlichen führenden Staatsmännern und Wirtschaftsführern hat er persönlichen Eindruck gewonnen. So gibt sein Buch ein hervorragendes Bild der politischen Entwicklung bis in den Weltkrieg hinein.
„Verstaatlichung des Bergbaues", von Dr. Fr. A. Pinker- neil; Verlag Wilhelm Greve, Berlin, 45 S. — Die Schrift ist eine Antwort auf die Rede Jmbuschs am 10. Januar ds. Js. vor den christlichen Gewerkschaften in Essen, und eine Auseinandersetzung mit dem vorliegende Anträge der Reichstagsfrak- tion, der das alte Problem wieder aufgeworfen hat. Sie greift jedoch darüber weit hinaus, indem sie in ganz knapper Form, aber dennoch erschöpfend das Fazit aus den Akten der beiden Sozialisierungskomissioncn von ehedem zieht. Der Unterschied zwischen „Sozialisierung" und „Verstaatlichung" wird scharf herausgestellt und gezeigt, wie nicht allein die christlichen Gewerkschaften vor einem Jahrzehnt (Stegerwald, Baltrusch) die Sozialisierung für gefährlich erklärten, wofür auch Stimmen aus dem sozialistischen Lager angeführt werden, sondern wie damals vor allem die Verstaatlichung, die Jmbusch heute fordert, überhaupt nicht diskutiert, vielmehr als unglücklichste aller möglichen Formen von vornherein abgelehnt wurde. Als Motiv
weckt und vertieft. Verlag Heinrich Minden, Dresden unt Leipzig.
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Was wir geleistet haben. Obwohl in Lausanne die Repc - rationsfrage feierlich begraben wurde, hat man kaum eine Dor I ""uffallc, stellung davon, was Deutschland bis dahin an Sachlieferungc-I eint, und Zahlungen eigentlich geleistet Hat. Eine übersichtliche bilb | ^duq liche Darstellung hierüber bringt jetzt die neue Nummer (Nr. 1 | '^dl^lms i 3« der 5
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Kalender 1933
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