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Erscheint Samstags.
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Samstag, den 19. März 1932
Nummer 11
i^ 3^ organisiert Üeuersbrünste o« l*«15 M ' ^ Hohe waren.
Politische Rundschau.
Der Reichspräsident empfing am Mittwoch den Arbeitsaus- j-uh der vereinigten Hindenburg-Aosschüsie.
Das Reichskabinett setzte am Freitagnachmittag seine Ar- hiten an den zur Debatte stehenden Steuerfragen fort. Wäh- tmb die Besprechungen über die Senkung der Bierstcuer end- giltig zum Abschluß gebracht werden konnten, standen am Frei
Mbe, 465 6. her- ' ^ugendherbelgen, Preis 90 Pfg' 1 Richtungen jede; nühzeitig erschie. schon bei den $ot: Hand nehmen tön« ^orn des schmucken Mahl, die sich hi« cgen innerhalb du n. Besondere Netzles und weisen zu-! 3m Te^tteil findet Wissenswertes für n unseren Zugcnd- 4 Millionen. Alle kn das Reichs-Hel- den neuesten Fahr-
hfl noch die Fragen pr Beratung.
Im „Völkischen lechtsanwalt Frank
der Realsteuern, der Kraftfahrsteucr usw.
Beobachter" verlangt am Donnerstag
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o die Mittel hup T den Wunsch naj :age ganz besondn; gerade heute ükr Neubaues große Uf n Zweck haben, n dem Muhest k 15 6d)öne beim w etwa dem Roi- aue Baukosten-Aus- ein Haus betomnit luteit. Gleichzeitig dieser schönen unb des Heft kostet ju- an A.-G, Machn. >de kristallisieren fit liefen Modellen bk Men, ist schwieg ysler A.-E, Belli'
»cichswahlprüfungsgerichtes, für den kommenden zweiten Wahl- t-ng zur Reichspräfidentenwahl paritätische Behandlung des iinndfunks.
In einer längeren Unterredung zwischen Ministerialdirektor foflc und Tardieu ergab sich, dah die deutsch-französischen Gcgen- sihe bezüglich des Donauplanes fortbestehen.
In Genf tagte vorgestern die Sonderkommission der außer- ndentlichen Vollversammlung unter Hinzuziehung des chine- ßlchen Delegierten Yen und des japanischen Delegierten Sato, in der über die Basis, auf die Waffenstillstandsverhandlungen In Schanghai bisher geführt worden sind und weiter vor sich zehen sollten, diskutiert wurde.
Der deutschnationale Parteivorstand ist für Samstag, den 1 April, nach Berlin einberufen worden, um den Wahlkampf in Berlin vorzubereiten. Am 1. April tritt die Reichstags- lraktion der DNVP. zu dem gleichen Zweck zusammen.
Die Sozialdemokratische Partei hat den Parteiausschuh zu Dienstag, den 22. 3. nach Berlin einberufen.
Amtlich wird berichtet, dah der verletzte deutsche Botschasts- tat in Moskau, von Twardowski, aus dem Krankenhaus entlasten wurde.
Im Cklarek-Prozeh wurde am Freitagvormittag der Leiter ter Hauptprüfungsftellc des Magistrats, Obermagistratsrat Dr. Brandes, über die am 10. September 1929 durchgcführle Revision der Girokasse 1 der Stadtbank als Zeuge gehört, die schließ-
lich zur völligen Aufdeckung
Die Belgische Kammer tinen Gcsetzesantrag an, der Weibe von Zöllen vorsieht.
des Sklarck-Skandals führte.
nahm in der Donnerstagssitzung eine 15prozentige Erhöhung einer
Das Direktorium der Bank von England hat eine Herab- ictzung des Diskontsatzes auf 3 v. H. beschlossen.
Bei den englisch-französischen Verhandlungen über den ranzösischen Donaubundplan ist es in wesentlichen Punkten zu einer Einigung gekommen.
gutgeleiteten Havs- erden", das Zweit-:
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Das amtliche Ergebnis des ersten Wahlganges zur Reichspräsibentenwahl.
Zur Feststellung des Ergebnisies des ersten Wahlganges Reichspräsidentenwahl versammelte sich am Freitagvormit-
tag der Reichswahlausschuß, dem je ein Vertreter der sechs 'stärksten Parteien des Reichstages angehören, unter Vorsitz von Geheimrat Meisinger. Der Reichswahlleiter gab bekannt, daß ii ns sämtlichen Wahlkreisen Meldungen über das vorläufige
Ergebnis und nur aus dem Wahlkreis 7 Breslau die endgül- tigen Ziffern vorliegen.
Für Duefterberg
Für von Hindenburg
Für Hitler
Für Thälmann
Für Winter
Zersplittert sind
Auf den Anwärter
Hiernach sind abgegeben 2 558 939 Stimmen —
18 654 690 Stimmen — 11 341 360 Stimmen —
4 982 939 Stimmen — 111 486 Stimmen —
8 622 Stimmen =
worden:
mit
6,8
49,6
30,1
13,2 0,3 0,0
o.
o. v. D. v.
0.
der höchsten Stimmenzahl von
H.
H.
H.
H.
H.
H.
Hin
durch die Bestimmung, daß die Hauspropaganda während des Osterfriedens nicht gestattet ist
Ferner ist eine Verordnung erschienen, in der bestimmt wird, daß in Zukunft auch die in Häusern verbreiteten Flugblätter der Polizei vorgelegt werden müssen.
Die Zusammenziehung der SA. dem Reichsinnenministerium vorher gemeldet.
Der Reichsinnenminister Dr. Groener veröffentlicht u. a. folgende Erklärung über die Aktion bei der NSDAP.:
Es ist zutreffend, daß Herr Roehm einige Tage vor den Wahlen mir als Reichsinnenminister hat melden lasien, daß er beabsichtige, für den Wahltag bie SA. in ihren Unterkunstsräumen geschlossen zusammenzuhalten, um allen Zusammenstößen auf der Straße vorzubeugen. Gegen diese Maßnahme bestanden beim Reichsministerium des Innern keine Bedenken, besonders auch deshalb, weil dadurch die Verantwortlichkeit der obersten SA-Leitung für alle etwaigen Vorkommnisse klar festgestellt war. Der ruhige Verlauf des Wahltages hat der Auftastung des Reichsinnenministeriums recht gegeben.
Alarmbereitschaft der „Eisernen Front" am 13. März.
Die „Nachtausgabe" meldet: Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, sind auch die Anhänger der Eisernen Front bei her Reichspräsibentenwahl während der Nächte vom Sonnabend zum Montag in erhöhter Alarmbereitschaft gehalten worden. An verschiedenen Stellen der Reichshauptstadt und anderswo waren starke Abteilungen des Reichsbanners untergebracht, die sich telephonisch verständigten, um gegebenenfalls eingreifen zu können. Wie wir weiter erfahren, hatte die Negierung auch davon Kenntnis.
Na also! Nun wird der Lärm des Herrn Severing gegen die Nationalsozialisten noch unverständlicher.
Sabotageakte an Sicherheitseinrichtungen in den Gruben.
Es wird uns aus dem Ruhrgebiet geschrieben:
Im Ruhrgebiet sind in letzter Zeit wieder in mehreren Fällen Sabotageakte an den Betriebseinrichtungen des Bergbaus festgestellt worden. Man sollte es kaum für möglich halten, daß es verbrecherische Elemente gibt, die in ihrem Fanatismus so weit gehen, sogar böswillig Zerstörungen an Einrichtungen vorzunehmen, die der Sicherheit des Betriebes unb dem Schutze der Belegschaften dienen. Verbandsstoffe und andere Materialien, die für den Fall eines Unglücks bereit liegen müsien, sind schon häufig gestohlen worden.
Nach einer Mitteilung der Verwaltung von Zeche „Westfalen" in Ahlen sind dort in den letzten drei Monaten drei Grubentelephone, von denen zwei zur besonderen Sicherung vor Steinfall in eisernen Kästen untergebracht waren und ein Kabel- vetteilungskasten der Telephonanlage böswillig beschädigt und unbrauchbar gemacht worden. Auf die Ermittlung der Täter ist eine Belohnung ausgesetzt worden. Auf der Zeche „Viktoria Mathias" ist es politischen Hetzern gelungen, die Belegschaften zweier Rutschenbetriebe zu passiver Resistenz und zur Verübung von Sabotageakten zu veranlassen. So wurden an den Rutschenmotoren die Schrauben heimlich gelöst oder entfernt und in die Preßlustzuleitungen der Rutschenmotore Kohlenklein geworfen. Auch an den Abbauhämmern wurden Be- schädigungen vorgenommen, so daß sie bei Beginn der Arbeit unbrauchbar waren. Auf der Zeche ,)Friedrich E r n e st i n e" in Esien wurde kürzlich ein eiserner Teckel (kleiner Förderwagen) von der Rasenhängebank in den Schacht geworfen. Der Anschlag zeugt von um so gemeinerer Gesinnung als es bie Täter wissen mußten, daß Schachthauer im Schacht an der Arbeit waren, von denen einer nur wie durch ein Wunder mit dem Leben davongekommen ist, da die den Korbdeckel durchschlagenden Eisenteile ihn nicht getroffen haben.
Sus Minervam!
Sus Minervam! Das ist eine sprichwörtliche lateinische Redensart, die schon zu Ciceros Zeiten in Umlauf war, und zwar eine recht drastische. Vollständig lautet sie: „Sus Minervam docetl", d. h. die Sau schulmeistert die Minerva. Minerva war bekanntlich die Göttin der Klugheit und der Vernunft, Eigenschaften, die gerade dem sonst recht nützlichen Borstentier nicht im Uebermaß verliehen sind. Drum nennt ja auch der Schwabe etwas besonders Dummes „saudumm". Man gebrauchte jene Redewendung in Rom, wenn ein Einfaltspinsel einem klugen Manne, ober wenn ein Mensch, der von der Sache keine Ahnung hatte, einem erfahrenen Sachkundigen in der Pose des überlegenen Besserwissers gegenübertrat. Dann bekam er seine verdiente Dusche: „Sus Minervam!" Höflich klingt das nun gerade nicht, aber es gibt wohl auch nichts, was selbst ruhige Leute so aus der Haut bringen kann, als wenn Unwissenheit und Halb- wistertum sich mausig machen und sich über erprobtes Wisien und Können erheben. Und wie häufig geschieht das!
Sus Minervam! Wie mancher Kritik an der Privatwirtschaft, wie mancher Angriff auf die Unternehmer verdient diese derbe Kennzeichnung. Was einem da an groben Mißverständnissen, inneren Widersprüchen und dreisten Verdrehungen begegnet und wie sich da oft krasse Unwissenheit und Schimmer- losigkeit aufs hohe Roß setzt, das ist schier unglaublich. Es scheint ja namentlich in Gewerkschaftskreisen direkt zu einer Art von „Gewohnheitsrecht" geworden zu sein, auf die Privatwirtschaft zu schimpfen und die Unternehmer nach allen Regeln zu schulmeistern und zu schurigeln. In einem Lande, wo niemand ohne Berechtigungsschein auch nur einen Schlot fegen darf, bedarf es keines Befähigungsnachweises, um über die Wirtschaft zu Gericht zu sitzen, ihr großspurig Unfähigkeit und Versagen vorzuwerfen und sie für alles und jedes verantwortlich zu machen.
Jawohl, für alles und jedes! Selbst für den Porzellan, den die unberufenen Krittler selbst zerschlagen haben. Gestern noch warf man der Industrie Rückständigkeit vor und nötigte sie eingestandenermaßen durch Lohndruck zu immer weiteren Rationalist erungsmaßnahmen, rühmte sich sogar laut, dadurch die Leistungsfähigkeit der Industrie auf die höchste Höhe gebracht zu haben — heute schimpft man mordsmäßig darüber, daß diefe verdammte Rationalisierung die Arbeitslosigkeit vermehtt habe, und zetert über Ueberkapazität unb Fehlinvestitionen der Jn- buftrie. Hott und hüh und hüh und hott! Auf die Gründe kommt's schließlich überhaupt nicht mehr an, das Kritisieren
und dre sinn von
Ankläffen ist zum Selbstzweck gewovden. Kübelweise wird Wirtschaft nun seit dreizehn Jahren mit boshaftem Un- und albernen Schlagworten übergossen von Leuten, die der Leitung eines Geschäftsbetriebes so wenig Ahnung
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öenburg sind mithin 49,6 o. H. der gesamten abgegebenen gül- ligen Stimmen entfallen. Da nach den Erfahrungen bei frll- hrren Wahlen fehlerhafte Zusammenrechnungen und Eintra- zangsfehler der Kreiswahlleiter das Gesamtergebnis nur unwesentlich beeinträchtigen können, stellt der Reichswahlausschuß entsprechend § 147 der Reichsstimmverordnung fest, daß bei der Wahl des Reichspräsidenten vom 13. März 1932 unzweifelhaft ktiner der Anwärter mehr als die Hälfte aller gültigen Stim
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men erhalten hat, und daß Bedenken gegen die Gültigkeit der Wahl nicht bestehen.
Die Verhandlungen des Reichswahlausschusses zogen sich eine Stunde lang hin, da insbesondere von den Vertretern der Sozialdemokratie und des Zentrums immer wieder Bedenken vorgebracht wurden, ob nicht doch etwa bei Vorliegen der endgültigen Stimmzettel eine absolute Mehrheit für von Hindenburg noch festgestellt und ein zweiter Wahlgang dadurch unnötig gemacht werden würde. Der Reichswahlleiter hielt nach allen bisherigen Erfahrungen eine solche Möglichkeit für ausgeschlossen.
Die Verordnung über den Osterfrieden erschienen.
Die Verordnung über den Osterfrieden vom Palmsonntag bis zum Weißen Sonntag ist am gestrigen Freitag im Reichsgesetzblatt erschienen. Die Verordnung enthält dieselben Bestimmungen (auch was die Strafen anbetrifft), wie die Verordnung über den Weihnachtsfrieden. Verschärft ist sie lediglich
FRANKREICH
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haben, wie die Kuh vom Flötenspiel. Sus Minervam!
Es ist ein widerwärtiges Schauspiel — dieses gehässige Her- unterreißen von Wirtschaft und Unternehmertum, dem man tagein, tagaus in Versammlungsberichten und in den Spalten der Gewerkschaftspresie begegnet. Das Anstößige ist nicht nur die Albernheit und die Überheblichkeit dieser kritiklosen Kritiken, sondern auch ihre empörende Ungerechtigkeit und ihre nationale Schädlichkeit. Dauernd sitzt ein für die Nation lebenswichtiger Stand auf der Anklagebank, auf den Schwierigkeiten über Schwierigkeiten von nie gekanntem Ausmaß ein- stürmen und der sein Letztes an geistiger Spannkraft und an Arbeitsfreude hergeben muß, um sie zu meistern. Und das wohl- gemertt, im Interesse des Volksganzen! Denn mit jedem Zusammenbruch eines Betriebes vermindert sich das Volksoermögen, wächst die Verarmung, steigt die Arbeitslosigkeit. Auf den Straßenbahnen ist es dem Publikum mit Recht verboten, den Wagenführer anzusprechen und im Dienst zu stören, damit nicht die Fahrgäste durch versehen gefährdet werden. Die Unternehmer aber, an deren wirtschaftlicher Existenz diejenige von so vielen Arbeitnehmern hängt und die schon sowieso von einem Uebermaß von Sorgen erdrückt werden, darf jeder zungenfertige Demagoge mit den lächerlichsten Anschuldigungen und Belehrungen überschütten, ihnen dadurch das Dasein noch schwerer machen und den letzten Rest von Arbeitslust und Entschlußkraft verderben. Ist das nicht wirklich „saudumm"? Sus Minervam!
Das Tollste aber ist, daß hier die Rollen geradezu vertauscht sind. Nicht die Angeklagten gehören auf die Anklagebank, sondern die anmaßenden Ankläger, die zugleich auch Richter sein wollen. Im Zeitalter der Massendemokratie stehen die Unternehmer nahezu einflußlos da. Staat und Gesetzgebung werden in stärkstem Maße von den unternehmerfeindlichen Leitern der Masienorganisationen beeinflußt. Diese — und nicht die Unternehmer — haben auch den Kurs auf dem Gewissen, den die Wirtschaftspolitik nach dem Kriege allen Warnungen und Einsprüchen der Wirtschaft zum Trotz eingeschlagen hat und der jetzt mit dem von den Unternehmern immer wieder vorausgesagten vollen Zusammenbruch geendet hat. Es hat in Deutschland gegangen wie in Australien und in England, überall- wo die Gewerkschaften in der Wirtschaftspolitik das Heft an sich
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DEUTSCHLAND
reihen, kommt der Niedergang so sicher wie das Amen in Kirche.
Das rührt aber eben daher, daß die große Ueberzahl Funktionäre — natürlich gibt es auch wenig zahlreiche
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deshalb um so rühmlichere Ausnahmen — von der Tätigkeit der