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Samstag, den 16. Januar 1932.
Letales.
TonntaasgeLanken.
Hoch klingt das Lied vom braven Mann.
Es ist Notzeit. Überall in Stadt und Land. Und tau- fsnd Haube rühren sich um zu helfen. Ich will aber heute nur non denen reden, für die das Wort gilt, daß die Linke nicht loeiß, was die Rechte tut. In den Wohltätigkeitslisten stehen stt unter „Ungenannt", Oder nur der erstste Buchstabe ihres l^or- und Zunamens ist zu finden. Mehr soll die Welt von hun nicht wissen, Und bei den Straßensammlungen werfen in t ihr Schcrslein in die Büchse und gehen dann wieder unter ■ in der Menge. Sie wollen kein Lob und keinen Dank. Viele Ijntb cs, die heimlich und still heute ihr gutes Werk vollbringen. Wenn man sie kennen würde, fände man oft manchen |M runter, der selbst arm ist, aber doch noch gibt. Das werden Inter einst die Reichen sein. Sie sind die Boten Gottes, der t fernll nahe ist, wo Menschennot zum Himmelt schreit. Er i ägt auch mit goldenen Gewichten die kleinsten Gaben, die um io schwerer wiegen, je weniger Reichtum sie geben kann. Iilber ihre Namen, die in den Tagcs^itungen nur mit zwei Sudfltafren angedeutet sind oder „Ungenannt" heißen, werden haiür mit goldenen Lettern in das große Buch eingetragen,
7^» liw» . a«w jm«, ,„ tenooxfen, unb M 18 ®utcr unb %[tf: lc« bei Konti,^ bliche Markenm^ bringen.
^ dieser Quqü, in allen Fülln ' als OiitzmaMii, Originalpackung l^ unter staatlich ann- 'wirtschaftlichen Pr,
Darmstadt-Kass, 'l'. Markenmilch roh - t unter staatlich an- Milchwirtschastlichei n Darmstadt-Kassel" sen Maßnahmen er che hervor, daß aus lgen, die mit Preis- ssische Markenbutter hen hohen und höch- eben der anerkann- Dlarfenbutter gegen- , daß sie sich inner auf dem Tisch der Originalabfüllungen Zeitiger Wieweit, m Betrieb des Er- Srnmni Md Br- ) bannt dem $er im Besitz einer un= Erzeugnisses gelangt lnitien erscheint er lancherschost gebeten . Einkäufen hessische n Originalpackung ier Qualitötser-M irtschaft des Rhr'"- Ht bcsonders betont e^ärft werden muß. >IP JIIIIIL——inwJM . Hochachtung, Herr rmlich überschüttet, ich schlechter äaune
daß unser Herrgott über jeden führt. Mein Sonntagslied i aber diesen Braven gesungen:
„Wer hohen Mut's sich rühmen kann, den lohnt nicht Gold, -a lohnt Gesang. Gottlob, daß ich singen und preisen kann, in singen und preisen den braven Mann."
Vitaminarme Wochen.
Das letzte heimische Gemüse, das letzte rutsche Obst ist vom Markt verschwunden. Obst und Ee- niifc sind aber, wie heute in Deutschland wochl jede Hausfrau Deiß, die Haupträger der Vitamine, jener Ergänzungsnähr- lafe, deren Fehlen besonders beim Kinde, aber auch beim ßLiwachsenen, allerlei Mangelkrankheiten aus,zulösen vermag.
Saar sind auch Butter lind Milch neben der Kartoffeln, die i lullt hier über manches hinweghelfen muß, wertvolle Vitamin- ilipenter, aber ihr Gehalt ist in den Wintermonaten bei der »roiwendigen Stallfütterung wahrlich nicht allzu erheblich ■Eine wichtige und billige Hilfe stellen die verschiedenen Obst- i Bi sie dar, sonst aber kommen im allgemeinen nur noch Apfel- I iicn und Zitronen als Nothelfer in Betracht. Allein, beides ■mb ausländische Früchte, deren man sich im Interesse der deut- «^<11 Volkswirtschaft nicht bedienen sollte.
Wie vermag sich da die denkende Hausfrau zu helfen in wer „vitaminlosen, ter schrecklichen' Zeit"? Die Antwort darauf lautet: Eßt Seefisch! Der Seefisch stellt eine billige, schmack- sle, abwechslungsreiche und noch viel zu wenig gewürdigte Litaminquellc dar, deren Qualität das gange Jahr hindurch gleichmäßig gut ist. Vor allem die zur Volksernährung geeig-
1 len, billigen, fetten Fische, der Hering, die Sprotte, die Isländer, aber auch Schellfisch, Kabeljau und Scholle sind hier «u nennen. Sehr wichtig ist es zu wissen, daß durch Kochen, Proton, Backen, durch Räuchern, Marinieren, wie überhaupt Dirch alle Arten der Konservierung, die Seefische von ihrem Vi- i iningehalt nichts einbüßen. Gerade die deutsche Jisch-Kon- ■meninbiuftrie hat in den letzten Jahren einen weiteren cr= Mwulichen Aufschwung genommen und vermag in jeder Bezie- Kurg mit ausländischen Firmen konkurrieren. Deshalb sollten if.rc Hausfrauen deutsche Fisch-Konserven weit mehr als bis- bec in ihren Küchenzettel aufnehmen und damit deutsche Ar- hi t und deutsche Arbeiter werktätig unterstützen.
Diesem Gedanken hat auch ein vom Reichsseefisch-Ausschuß icKanftalteter Werbe abend in Berlin beredten Ausdruck ocr= lielcy.
i in seinem Leben ii seine Frau watt >m einfachen Übend- sich sehr freuen.
1 doch zu dumm K itte er gerufen, J®
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iWimtin, als aus ihnen wieder rausschaut . . . Mir ist es mehr gleich, wo meine Angestellten spielen, nur möchte ich aus «jontuna oder Rot-Weiß oder Blau-Grün oder Rot-Gelb keine itrege für mein Bankhaus machen . . ."
I„Dann bitte ich ergebenst baru'm, Ihre Bemühung als einen -II der Freundschaft gegenüber dem Kunden Kornberg anzu- httn. Die Sache verlangt keine Uebereilung. Meinetwegen re rten wir noch zwei, drei Wochen."
„Gut, ich werden zu gegebener Zeit mit Licht* sprechen."
Kornberg lenkte die Unterhaltung wieder auf seine Börsen- rt trefien, dann griff er unvermittelt nach Hut und Stock, und hr Bankier kam beinahe zu spät, um seinen Geschäftsfreund bis p die Tür zu begleiten.----
Als Hilde Gorenflo ihren Kollegen nach zartduftenden Brie- "n: den Tributen, die einem Fußballkönig zukomme, gefragt litte, da wußte sie, daß bekannte Spieler bei gewissen Frauen 7c gleiche Chance haben wie Operntenöre, Stehgeiger und Her- Kmrciter. Auch Roland Lichti hatte in dieser Beziehung schon cn ge Erfahrungen gesammelt, nur hatten sie auf ihn keinen kiiedruck gemacht. Aber der Brief, den ihm während des Kom- n lies der Chauffeur eines Privatwagens überreicht hatte, war oft anderer Art. Jetzt im Büro entfaltete er nochmals das iiHett. Da stand Wart an Wort mit der Selbstverständlichkeit, it das Vorrecht unabhängiger Menschen ist. Roland Lichti las: Sehr geehrter Herr Lichti!
; Würden Sie die große Freundlichkeit haben, und der Mutter meines einzigen Sohnes, der sich zu seinem fünften Geburtstag als Geschenk eine Fußballausiüstung wünscht, die nötige Belehrung über das Was, Wie und Wo eines solchen Einkaufs geben? Sie könnten das telephonisch tun, aber be- I z ückender wäre es, wenn wir uns Ihrer liebenswürdigen Führung anvertrauen dürften.
Zu Ihrem heutigen schönen Erfolge meinen Glückwunsch! 'Xod) verstehe ich nur wenig von Ihrem prächtigen Sport. I Iber mein Gefühl wird von dem Eindruck bestimmt, den seine Repräsentanten auf mich machten. Daß dieser Eindruck ein Hins famoser und nachhaltiger war, das mögen Ihnen, qe= Carter Herr Lichti, Ihnen besonders und ganz persönlich, diese Zeilen bezeugen.
Mit bestem Gruße Maria Hedemann, geb. Freiin Grotefend.
' f Roland Lichtia las den Brief noch einmal. Ob ihm diese kram vielleicht mehr zu sagen hatte, als in dem Briefe stand? <olte er ihn beantworten? Oder ihn Dr. Kurth zeigen? Oder pam seiner Klubkmeraden? Nein — es gab ja noch ein Le- laußerhalb der rotweißen Erenzpfähle!
Die anderen aus der Mannschaft der Wollersen, Pirchan, ^oSewald — suchten die sich ihren Verkehr nicht auch nach ihrem feshmack? Vielleicht war es höchste Zeit, daß er auch wieder kiiplstuß an solche Kreise bekam, bei denen sich nicht alles um In Fußball drehte, der schließlich doch nur von Leder war.
I Er holte" sich das Adreßbuch. Er las: Maria Hedemann,
,® i ebener Zeitung"
Mit staunendem Interesse hörte man bei dieser Gelegenheit, daß im Jahre 1930 die Einfuhr zubereiteter Fische aus dem Ausland nach Deutschland nicht weniger als rund eine halbe Million Zentner betrug! Es liegt daher nicht nur im gesundheitlichen, sondern auch im volkswirtschaftlich-vaterländischen Interesse, wenn wir uns angelegen sein lasten, stets die der ausländischen Ware mindestens gleichwertigen deutschen Fischkon'seroen zu kaufen.
„Wozu in die Ferne schweifen, seht das Gute liegt so nah." Für die kommenden ,, vitaminarmen" Wochen kann man den deutschen Hausfrauen daher nur den Rat geben: „Kaust und eßt Seefisch, kaust und eßt deutsche Fischkonserven'. Damit werden Ihr nicht nur der Gesundheit Eicrcr Familie dienen, sondern gleichzeitig auch wertvolle, praktische Winterhilfe leisten.
* Zum Reichsgründungstag. Seit ter Gründung des Deutschen Reiches sind am 18. Januar dieses Jahres 61 Jahre verflossen. Bereits am 9. Dezember 1870 nahm der Reichstag die Verträge an und änderte den Namen des Bundes in „Deutsches Reich" um Am 18. Dezember wurde dem König Wilhelm in Versailles die deutsche Kaiserkrone angetragen. König Wilhelm rühm sie an und erließ am 17. Januar 1871 eine Proklamation an das deutsche Volk, worauf am 18. Januar im Spiegelsaale des französischen Königsschlosses zu Versailles der König zum Kaiser Wilhelm I gekrönt wutde. - Welche Fülle der Ereigniste liegt in den 61 Jahren „Deutsches Reich"! Sein Aufstieg, die Höhe seiner Macht und . . . sein Abgleiten bis heutigen Tags. Möchte uns eine kräftige Wckkle bald wieder aufwärts tragen! Das ist heute der heiße Wunsch aller wahrhaft Deutschen.
* Helfen! Die Verelendung unseres Volkes hat einen solchen Grad erreicht, daß den kommenden Wochen und Monaten vielfach mit größter Besorgnis cntgegengesehen werden muß. Wie viele alte, arme Leute gibt's, die nicht wissen, womit sie rhren herabgekommenen Körper kräftigen sollen, Von den Scharen der Arbeitslosen, denen schon das Heranschaffen und Bezahlen von Heizmaterial den Kopf schwer macht, gar nicht zu reden! Hier ist der barmherzigen Nächstenliebe ein schönes Feld der Betätigung gegeben? Helft, die ihr noch gute Arbeit und ausreichenden Verdienst habt, — helft euren Brüdern und Schwestern! Denkt nicht, „aridere könnten auch etwas tun". Geht tapfer mit gutem Beispiel voran. Das Bewußtsein, sein Möglichstes zur Linderung der Not getan zu haben, löst herrliche Gefühle für den aus, in dem nicht alles Gefühl erstorben ist.
* Brotpreis-Ermätzigung. Die Bäcker-Innungen Gießen- Stadt und Gießen-Land haben das 4-Pfund-Mischbrot von 85 auf 83 Pfg., das 4-Pfund-Roggenbrot von 75 auf 73 Pfg. gesenkt.
* Gehaltskürzungen. Die Durchführung der ministeriellen Vorschrift zur NeuordnNng der Gehälter hat im Kreise Gießen dazu geführt, daß die Gehälter der ehre-namtlichen Bürgermeister in sehr weitem Ausmaß herabgesetzt werden mußten. Zum Teil beläuft sich die Senkung der seitherigen Bezüge auf 50 Prozent und mehr. Trotz dieser Kürzung gehen an den Gehältern die sonst üblichen Abzüge noch ab, die sich auf eine Höhe von 14 bis 20 Prozent belaufen.
* Der Viehmarktbonkott beendet. Der seit Mitte Dezember von den Viehhändlern gegen den hiesigen Viehmarkt geführte Boykott kann nunmehr als abgeschlossen angesehen werden, nacktem in erneutem Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und den Vertretern des Viehhandels zu Beginn dieser Woche eine Verständigung über Ermäßigung der Viehmarktgebühren erzielt worden ist.
* Fundsachen im Dezember 1931. Das Verzeichnis über die im Monat Dezember 1931 gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts
geb. Freiin Grotefend, Lcgationsratswitwe, Hindenburgstraße 134.
Richtig. Den Namen Hedemann hatte er oft in der Firma gehört. Der verstorbene Legationsrat mußte in der Schwerindustrie, im Saargebiet oder sonstwo, zu Hause gewesen sein. Nun - Hilde Gorenflo wußte da bestimmt Bescheid. Vermögens- verwaliungen für diese Sporte von glücklicheren Zeitgenossen waren das Vorrechte des Prokuristen Windecker, und was der wußte, das wußte auch seine Sekretärin.
Er würde sich bei der Hilde erkundigen.
Maria.
Roland Lichtig sah aus dem Fenster. Wie große geheimnisvolle Segler zogen die Wollen dahin, und da lachte beseligend ein Stückch-en Himmelsblau.
Wenn er doch fliehen könnte aus der Enge des Büros, in die lachende lockende Ferne . . .
Er hatte die Feder aus der Hand gelegt. Seine Augen blickten verlegen, als der Prokurist wie zufällig an ihm oorbei- ging.
„Entschuldigen Sie, Herr Lichti, wenn ich Sie aus Ihren gewiß führ angenehmen Träumen in die rauhe Wirklichkeit zurückrufe."
Hilde Gorenflo stand neben ihm. Sie legte einen Stapel Briese auf seinen Tisch.
„Dies, Herr Lichti, ist Ihre Post."
„Sie scherzen wohl, Fräulein Gorenflo, soviel Eingänge habe ich sonst kaum in der ganzen - Woche erledigt.. . . Üebri- gens schade, daß Sie gestern so schnell auf und davon waren . . . Sie sind doch nicht etwa eingeschnappt? Sollte ich Sie vielleicht ins Klubhaus einladen — wir irgendein kleines Mädel? Erstens mag das Dr. Kurth gar nicht . . ."
Sie sah ihn kühl an.
„Was Sie sollen, was Sie sollten, Herr Lichti? Sie sollten jetzt die EffekKnpost durchsehen, Herr Windecker hat vorhin sowieso gemeint: Hoffentlich spielt unser Lichti auch noch ein bißchen Bankbeamter!? Und der Chef dentt ganz gewiß nicht anders. Alles zu seiner Zeit. Die Heinzelmännchen, die Ihnen so manchen Tag die Arbeit abgenommen haben, sind — husch — husch verschwunden."
Fortsetzung folgt
Wer hat öas Pulver erfunden?
Humoristische Jnstruktionsstunde bei n 4. Kg. bayr. Jnf.-Rgt. Metz.
Wer will unter die Soldaten, der muß haben ein Gewehr, das muß er mit Pulver laden und mit einer Kugel schwer.
So sangen die Kinder, wenn deutsche Rekruten in die Kn- | fernen einzogen, um ihre Vaterlandspflicht zu erfüllen; es war I
Nr. 2.
Gießen, Landgraf-Philipp-Platz, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.
* Einbruch In der Nacht zum 12. Januar wurde im Bahnhof Abendstern ein Einbruch verübt. Die Täter drangen mittelst Nachschlüssel in das Stationsgebäude ein und entwendeten, nachdem sie verschiedene Schubladen erbrochen batten, Zwei Blocks Dlankosahrkarten zweiter und dritter Klasse, einen runden Dienststempel „Bahnhof Abendstern" und eine auf dem Fußboden aufgeschraubte eiserne Kassette in ter Größe von 55 X 42 X 35 Zentimeter. An dem Eüterschu'ppcn ^zertpüm- merten die Täter eine Fensterscheibe, wirbelten darauf das Fenster auf und stiegen ein. In dem Schuppen wurde von den Tätern nur eine Kiste gewaltsam geöffnet. Da der Inhalt nicht gefiel, verließen die Täter, ohne etwas mitzunehmen, wieder den Schuppen. Der noch in ter Dunkelheit angesetzte Polizeihund von der Landeskriminalpolizerstelle Gießen fand in einer Entfernung von 250 Metern vom Tatort eine rote Vor- stohermütze und die erbrochene Kassette. Aus dieser wurden von den Tätern etwa 10, RM. Wechselgeld entwendet. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen sind noch im Gange.
" Diebstähle. Aus einem Gebäude ter medizinischen Hub versitätsklinik wurden 10 Stallbajen entwendet, die zu Versuchszwecken Verwendung fanden. Die Tiere sind geimpft und zum Genuß unbrauchbar. - Weiter wurden gestohlen aus einer Wohnung ein dlauseidenes Damenkleid mit gelben Aermeln und ein schwarzer Marengorock mit Weste und mittelst Einsteigens aus einer Speisekammer ein Schinken. — Ein um die Weihnachtszeit entwendeter Rodelschlitten ist bei der Kriminalpolizei sichergestellt. Personen, die zur Ermittlung der vorgenannten Diebstähle Angaben und bzgl. des Schlittens Eigea- tumsansprüche geltend machen können, werden ersucht, der Kriminalabteilung Nachricht zu geben.
* „Mutz". Ende des vergangenen Jahres konnte die Kriminalpolizei eine größere Anzahl von Personen ermitteln, die gewohnheitsmäßig dem Glücksspiel huldigten. Es wurde das Lotteriespiel sog. „Wutz" gespielt, wobei Karten von 50 Neichspsennig bis 3,— Reichsmark manchmal sogar bis 10, - Reichsmark verkauft wurden. Die Umsätze waren teils recht erheblich. Die Spieler trafen sich gewöhnlich in einem hiesigen Kaffee oder in der Privatwohnnng eines Mitspielers. Auch stellte in einem Fall ein Student sein Zimmer zur Verfügung, der bei jedem Hauptgewinn den Betrag in Höhe des Einsatzes als Vergütung für die Bereitstellung des Zimmers erhielt. Soweit festgestellt werden konnte, haben sich 17 Personen aus den verschiedensten sozialen Schichten an den Spielen beteiligt, die jetzt ihre Bestrafung zu erwarten haben.
* Aus dem Stadtheater. Bei ermäßigten Preisen wird am morgigen Sonntag-Nachmittag als Fremdenvorstellung die erfolgreichen Weihnachtsinszenierungen „Die Wunderlampe", Weihnachtsmärchen von Werner Schmidt und „Die Puppenfee", Ballett von Haßreiter und Gaul, Musik von Bayer, gegeben.
Edeka-Kaffee-Woche. Die in 430 Edeka-Genossenschaften lEdeka = Einkaufsgenossenschaft deutscher Kolonialwarenhändler) organisierten 30 000 Edeka-Kaufleute mit über 32 000 Edeka-Eeschäften veranstalten in der Zeit vom 23. bis zum 30. Januar 1932 eine Edeka-Kaffee-Woche. Die über das ganze Reichsgebiet sich erstreckende Werbcwoche soll die Verbraucher nachdrücklichst über die besondere Leistungsfähigkeit der Edeka- Geschäfte in bezug auf Qualität und Preis einer der wichtigsten Kolonialwaren, des Kaffees, aufklären.
* Evang. Frauenverein. Einen Dortrag über „Notzeiten im Lichte der biblichen Wahrheit" hält am Dienstag, den 19. Januar, nachmittags 2.30 Uhr, Pfarrer Herrich-Wiesbaden in einer Versammlung der Gießener und oberhessischen Frauenvereine.
ein ergötzliches Bilch die aus allen Gauen Deutschlands zusam- mengetrommelten Zivilisten zu sehen. Schon nach einer Stunde waren sie zu Soldaten umgewandelt, nachdem sie auf der Kammer ihre Zioilkleidung mit der des Soldatenstandes vertauscht hatten und unacwchnt kam sich jeder Einzelne darin vor, und kannte sich selbst bald nicht mehr.
Am nächsten Tage ging der geregelte Dienst vor sich, nachdem der Kaffee gefaßt und die Stubenreinigurig erledigt war, fing die Jnstruktionsstunde an dieselbe wurde von dèm Rekrutenleutnant erklärt, meistens ein ganz junger Offizier, welcher die zukünftigen Vaterlandsverteidiger mit den Pflichten und Reckten belehrte, und in die Geheimnisse des militärischen Lebe-" eir'ührte
Der Rekrutenoffizier, dessen Wiege nicht in den schönen Han- '^n ' s <mi'’ en ^rr ufäHen lag, sondern weit ferne im Osten, wo die schwarzweißen Fahnen wehten, verstand seine Rekruten rbenio wenig, wie diese ihren Leutnant. Der bayerische T'i.ilctt ist halt grundverschieden Gegenüber dem scharfen ri: ’-p ' iicten ;-i ' 'ivch^ Der ^err Leutnant schrie die Rekruten an, daß dieselben ?anz ungenügende Antworten gaben und ganz vertattert wurden. '
Der Herr Oberst des Regiments, ein durch und durch gerechter Herr und Vorgesetzter, welcher unc das A^ohl feiner Soldaten sehr bejorat war, erschien eines Morgens zur Jnstruktionsstunde: ec hörte eine Zeit lang mit ,u, doch gefielen chm die Antworten der Rekruten keineswegs, so daß er selbst die Fragen stellte.
„Welche Waffe besitzt der Znkanlcri't?" Der zweite Mann im 1. Glied ,Das Gewehr, Herr Oberst." „Ganz recht, mein Schn." .Aus was besteht das Gewehr?" Der dritte Mann: Aus Sckaft, Lau- Schloßteile.' .Schön." „Wa: kommt in das Gewehr?" .Die Patronen. Herr Obeift." „Der nächste Mann, aus was besteht die Patrone?" „Patronenhülse, Zündkapsel, Pulverraum, Geschoß" „Ganz recht, nun der 3 Mann im zweiten Glied, jetzt sind wir am Pulver, können Sie mir sagen, Wer tu das Pulver erfunden?" Der arme Rckrut suchte mit mirm Augen Hilfe und loh. wie der Herr Leutnant mit dem Kopf nickte. Er platzte heraus. „Der Herr Leutnant hat das Pulver erfüllten, Herr Oberst." „Nein, mein Sohn, ter nächste, neben Sie ihm Bescheid." „Unser Herr Leutnant hats Pulver nick t erfunden." Nun hatte der Herr Oberst genug, zum Schluß richtete er an bi-1 Rekruten eine Ansprache, worin er dieselben ermahnte, vielmehr Zutrauen und Vertrauen zu ihren Vorgesetzten zu haben, sie wären berechtigt, ihren Vor- np Jiten in jeder Lebenslage um guten Rat anzugehen. Zu dem Flügelmann im 1 Glied sagte er „Stellen Sic einmal an mich eine Frage" Der Gefragte, ein derber Niederbayer, gab zur "ntw s^"tsch uk^msn r"tr Cbent, sab'n Sie schon lang beim Militär?“ Ernst Wcgcl, ' Höchst a. M.
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