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Samstag, den 14. Mai 1932.

„Gießener Zeitung"

Nr. 19.

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len usw. im kommenden Sommer etwa 1,5 Millionen Erwerbs- ' lose nicht zum Tariflohn, sondern zum Unterstützungssatz be­schäftigt werden, eine Ersparnis von mindestens 3 Millionen R.-Mark täglich oder 240 Millionen R.-Mark in 20 Wochen. Würden außerdem eine Million Jugendliche und Unverheiratete für dieselben Zwecke beim freiwilligen Arbeitsdienst für zwei R.- Mark täglich untergebracht, so würden sogar zwei Drittel des Tariflohns eingespart, gleich 4 Millionen R.-Mark täglich oder 480 Millionen R.-Mark in 20 Wochen. Diese Summen könnten zur Materialbeschaffung verwendet werden und dadurch zur zusätzlichen Entlastung des Arbeitsmarktes von feiten der Schlüsselindustrien führen. Das wäre eine wirkliche Entlastung der Wirtschaft. Ob bei der jetzigen Kapitalknappheit tatsächlich im angenommenen Umfange Arbeit beschafft werden samt und solche Summen eingespart und der Wirtschaft zugeführt werden können oder nicht, ändert nichts an der grundsätzlichen Richtig­keit dieser Forderung, Pflichtarbeit zum Unterstützungssatz oder freiwilligen Arbeitsdienst an Stelle der bisherigen Notstands­arbeiten zu Tariflohn treten zu lassen.

Gegen die WohnungszwangsGirWast.

Die 2l.=®. Bnderussche (Eisenwerke Wetzlar, der der Röchlingâonzern nahcsteht, beschäftigt sich in ihrem Geschäfts­bericht mit der Lage des Baumarktes. Es sei bekannt, daß 1932 nur noch der Klein- und Kleinsiwohnungsbau aus NT-rtteln der Hanszinssicuer mit etwa 100 Mill NM gespeist werden soll, so daß schätzungsweise 900 91till NM Hauszinssteuern dem allgemeinen Finanzbedarf zufließen. Dieser Wohnungsbau bringe namentlich der Eisenindustrie keine ir gendwie ins Gewicht fallende Beschäftigung.

Heute weroe wohl von keiner verantwortlichen Stelle mehr bestritten, daß der öffentliche Wohnungsbau des letzten Jahr­zehnts infolge einer falschen Bedarfsberechnung und einer irr­tümlichen Einschätzung der Bevölkerungsbewegung :n erheblichem Maße über den Bedarf hinaus Neubauwohnungen geschaffen hat Ebenso verfehlt wäre es heute, der stellenweise auftreten den starken Nachfrage nach Klein und Klernstwohnungen durch eine groß aufgezogene Neubautätigkeit zu entsprechen. Es han­delt sich nämlich nicht um die Unterbringung einer neuen Maste von Wohnungssuchenden, sondern lediglich um eine Abwande­rung ans größeren Wohnungen. Dieser Bewegung ist wirt­schaftlich nur dadurch Rechnung zu tragen, daß an die Stelle der Neubautätigkeit der Umbau von größeren Altwobnungen tritt.

Immer lauter und dringender erhebe sich aus der gesamten Bauwirtschaft der Ruf nach Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft und Aufhebung der Hauszinssteuer.

Leider verhallte er bisher ungehört, weil die Regierungen ange­sichts des Finanzelendes nicht glauben, auf das Aufkommen aus der Hauszinssteuer für Zwecke des allgemeinen Finanzbcdarfeö verzichten zu sönnen Und doch würde mit Der Wiederher­stellung der Rentabilität des Altwohnbesitzes schlagartig eine große Umbau und Instandsetzungstätigkeit beginnen, um die Ältwohnungen den neuzeitlichen Ansprüchen an Mieter anzu passen. Hiermit wäre einem großen Teil der Arbeitslosigkeit auf diesem Gebiete abgeholfen und Damit auch eine Entlastung des öffentlichen Haushaltes von Wohlfahrtsfürsorge herbei­geführt, die den Ausfall aus der Hauszinssteuer sicherlich über­trifft.

Senkung der Bermsgenitener. Mai Rate erst am 20. Mai fällig.

Für die Vermögenssteuer i932 wäre an sich noch die Ver­anlagung nach dem Stand vom i. 1. 31 maßgebend. Mit Rücksicht auf die seit diesem Stichtag eingetretenen Wertver­änderungen ist RMdF. ermächtigt worden, auf dem Gebiet der Einhcitsbcwcrtung und der Vermögensteuer Maßnahmen zu treffen, durch die dem Rückgang der Vermögenswerte mit steuerlicher Wirkung vom 1. 4. 32 an Rechnung getragen wird. — Verordnung darüber wird in den nächsten Tagen er­gehen.

Damit diese Maßnahmen bereits für die Mai-Rate der Vermögensteuer wirksam werden können, wurde der "Fälligkeits­termin vom T r, auf den 20 Mai verschoben.

Nie WshittNt

Sportroman -von Emil W ö h n e 1.

(Nachdruck verboten.)

(1. Fortsetzung.)

Eine Stunde war vergangen, als es klopfte. In der Tür stand Theos Dereinskamerad Adolf Müller.

„Guten Tag, Theo. Ich war eben schon in deiner Woh­nung Frau Bauer sagte mir, daß du wahrscheinlich hier seist. Machst bu noch nicht bald Schluß?"

„Ja, Adolf, einen Augenblick noch. Bitte, nimm solange Platz . . . Gibt es etwas Neues? Du strahlst ja über das ganze Gesicht!"

„Ja, Theo. Eine große Neuigkeit! Fall' nur nicht vom Stuhl Vorhin traf ich Dewig vom Spielausschuß. Also: Karl Schäfer, ©unter Freund, Du und ich aus der Reserve sind für die lommcnde Spielzeit für die 1. Mannschaft ausgestellt wor- ocn. Das haben mir zur Hauptsache dem neuen Trainer zu verdanken. Die Ci-gc Mannschaft hat ein ganz anderes Gesicht bekommen . . "

Tas ist ja famos!" rief Theo und errötete vor Freude.

Rasch packte er seine Sachen zusammen und machte sich mit seinem Freunde auf den Heimweg. Vor Theos Wohnung ver­abschiedeten sich die beiden Spieler.

„Auf Wiedersehen. Theo. Vielleicht -komme ich heute abend zu dir und bringe Schäfer und Freund mit. Wir müssen diesen Tag doch etwas feiern . ."

„Ja, gewiß. Auf Wiedersehen. Adolf . . ."

Sbco er.ie die Treppen zu seiner Wohnung hinauf.

„Ist Post für mich da, Frau Bauer?"

„Eine Karte."

Da lag die Nachricht! Er überflog sie mit leuchte,eben Augen:

..Im Einvernehmen mit dem Spielausschuß sind Sie als Mittelstürmer für die 1. Mannschaft ausgestellt worden. Erste Zusammenkunft morgen, zwanzig Uhr, im Klubhaus.

Mit Sportgruß

H. Bringhoff, Trainer."

Ein heißer Wunsch war ihm in Erfüllung gegangen. Mittel­stürmer in der 1. Mannschaft.

Um 8 Uhr kamen Adolf Müller, Karl Schäfer und Günter Freund mit großem Hallo bei Theo an.

„So, Kinder," ries Adolf Müller, „nun wollen unt das große

Lokales.

Pfingitgetanken.

Helle, liebe Maiensonne überglänzt frühlingsgrüne Fluren und hat Bäume und Sträucher in ein schimmerndes Blütenge­wand gekleidet. Es ist des Frühlings allbelebender Odem, der all die vielen Wunder und Herrlichkeiten aus des Winters finsterem Grabe ins neue Dasein ruft.

Mit Blumen und Maien hat der ewige Schöpfer den Fest­tag seines Heiligen Geistes geschmückt. Damit wir uns freuen sollen an der Schönheit seiner Welt und lobpreisen seine All­macht. Doch durch alle Frühlingslieder höre ich immer noch ein Klagen und Jammern über deutsche Not. Gesetze und Verord­nungen haben noch keine Hilfe gebracht. Und sie werden sie auch nicht bringen, wenn nicht zugleich eine innere Wandlung sich vollzieht.

Dazu bedürfen wir aber des Eottesgeistes erneuernden Kraft. Keine menschliche Beredsamkeit kann diesen Geist ent­zünden. Von oben kommend, führt er auch wieder nach oben. Und der Geist, den neuen Geist, den wir wieder brauchen, ist im tiefsten Grunde der alte doch nie veraltende Gottesgeist. Er muß nur immer wieder neu ins innerste Lebensbewußtsein aus­genommen und dann auch mit dem deutschen Wesen in seiner besten Art verbunden werden. Von dieser edlen Verbindung hängt das Schicksal unseres Volkes als Nation ab.

Wie unter dem Strahl der Maiensonne die Erde zu neuer Frühlingsherrlichkeit erstanden ist, so sollen unter dem geisti­gen Frühlingswehen vom Gottesodem auch wieder jene sitt­lichen und geistigen Gemütswerte erstehen, die allein nur uns eine bessere Zukunft verbürgen.

Deshalb, sei gegrüßt du Tag der Pfingsten. Erfülle uns alle mit der Kraft, die uns wieder gesund und froh werden läßt und der Menschheit wieder den Frieden bringt.

Der Sonntagsschreiber.

Der Chef der Heeresleitung in Gießen.

Montagoormittag besichtigte der Chef der deutschen Heeres­leitung, General der Infanterie von Hammerstein-Equord, das hiesige 1. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 15. Noch dem Empfang durch den Bataillonskommandeur, Oberst­leutnant Klepke, schritt General von Hammerstein die Front der in einem offenen Viereck aufgestellten Truppen ab, die er dann mit einer Ansprache begrüßte. Im Anschluß daran fand eine Parade des Bataillons vor dem Chef der Heeresleitung statt. Der General gab vor seinem Scheiden vom Bataillon seiner vollen Zufriedenheit über seine guten Eindrücke bei der Gießener Reichswehrgarnison Ausdruck.

Negierungsrat Dr. Braun Kreisdirektor in Erbach.

Regierungsrat Dr. Braun vom Kreisamt Gießen wurde mit Wirkung vom 16. Mai ab zum Kreisdirektor des Kreises Erbach i. O., als Nachfolger des am 1. Mai in den Ruhestand getretenen Kreisdirektors Leopold v. Werner ernannt.

Kreisdirektor Dr. Braun war seit 1. Oktober 1921 als Re- gterungsrat am Kreisamt Gießen tätig, wo er in wechselnder Folge Referent für die verschiedensten Angelegenheiten war. Er stand zuletzt als Referent dem Wohlfahrtswesen und der Jugend­pflege des Kreises, sowie den Angelegenheiten von Handel und Gewerbe vor.

Senkung der Pflegegeldsätze in den Universitäts­kliniken.

Im Einverständnis mit dem Herrn Finanzminister hat der Minister für Kultus und Bildungswesen die Pflegegeldsätze für die Kranken in den Universitätskliniken in Gießen, durch den inzwischen eingetretenen Preisabbau veranlaßt, mit Wirkung vom 10. Mai 1932 an herabgesetzt. Für die Kranken 3. Klasse betragen sie 3,80 RM. täglich, während für 2. Klasse 6,50 bis 8 RM., für 1. Klasse 10 bis 22 RM. erhoben werden. Die Ne­benleistungen werden besonders berechnet. Für die Kranken­kassen usw. sind diese auf 1,20 RM. täglich gesenkt worden. Nähere Auskunft erteilt die Verwaltung der Universitäts­kliniken.

* Wichtig für Lungenkranke. Die Sprechstunden der Für­sorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik

Ereignis mal vernünftig begießen! Ich schlage vor, wir bleiben heute abend hier. Theo liefert uns auf seinem Klavier die nötige Musik, Getränke können wir uns holen. Dann bleiben wir wenigstens ganz unter uns."

„Wenn wir bloß nicht zu früh feiern," warnte Karl Schä­fer. ..Ebenso schnell wie wir in die 1. Mannschaft reingekom­men sind, können wir auch wieder rausfliegen . . ."

Theo Hansen lachte.

„Das glaube ich nicht. Soweit ich unsern neuen Trainer in diesen paar Wochen kennen gelernt habe weiß er, was er will. Und er weiß auch, was wir leisten können . . ."

Er stellte ein paar Flaschen auf den Tisch.

„Heute seid ihr meine Gäste Ick habe nämlich noch einen besonderen Grund zum Spendieren/'

Er füllte die Gläser und erhob sich.

„Liebe Freunde! Bevor wir anstoßen und dieses erste Glas leeren, möchte ich ein paar Worte an euch richten. Nicht aus einer augenblicklichen Stimmung heraus, die morgen wie­der verflogen ist . . . Wir kennen uns schon lange. Und wenn wir von nun an zusammen in der 1. Mannschaft kämpfen, hoffe ich zuversichtlich, daß wir uns noch mehr zusammenschlie­ßen werden. Laßt es uns in diesem Augenblick geloben, treu zusammenzuhalten, wie es sich für Sportskameraden geziemt. Das gilt nicht für uns vier. Wir von der 1. Mannschaft wollen -durch gegenseitiges Vertrauen treu zu dem Wahlspruch Halten: Alle für einen, einer für alle! Dann wird der Erfolg nicht ausbleiben.

Und noch eins: Wir wollen uns in unserer Mannschaft einer fairen Kampfesweise befleißigen. Gegen einen unritter­lichen Gegner fair zu spielen, ist gewiß nicht leicht; aber -letzten Endes ist doch jeder echte Fußballspieler für sein Tun und Lasten allein verantwortlich . . .

So laßt uns denn bei diesem Glas geloben, fest zusammen- zuhalten als treue Fußballkameraden . . ."

Die Gläser klangen zusammen.

„So Theo," rief Günter Freund, der lange Torwart, „nun mal ran ans Klavier! Hau mal rein rn die Drahtkommode! Aber nicht so leichte Musik! Ich bin mehr für klastische Sachen. Kannst du nicht das Lied von der Schwiegermutter spielen?"

„Ach was," entgegnete Theo, „wir wollen erst mal ein Lied singen . . . .Wohlauf, es ist befreit vom Eis . . Es steigt der erste Vers!"

Und aus vier frischen Kehlen klang es durchs Zimmer:

finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montagnachmittag von 4—5 Uhr statt. — Lungen­kranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Ueberweisung ihres Arztes in die Lungen- fürsorgestelle. — Unbemittelte werden unentgeltlich beraten.

* Paketbeförderung. Gewöhnliche Po st pakete können durch die Paketzusteller gegen eine Gebühr von 20 Rpfg. ange­nommen werden. Die Abholung aus der Wohnung kann durch gebührenfreies Schreiben an das Postamt oder am Fernsprecher (Anschluß 2708 Packkammer) verlangt werden.

* Vom Zechkumpan niedergcstochen. Letzten Montagabend wurde zu Gießen an der Ecke Neustadt-Bahnhofstraße der auf Wanderschaft befindliche Schreiner Josef Neuerburg, geb. am 28. Dez. 1897 in Euskirchen, von dem ebenfalls, auf Wander­schaft befindlichen Bergmann Friedrich Röll, geb. am 31. Juli 1904 in Elberfeld, nach kurzem Wortwechsel mittels eines fest­stehenden Messers, eines sogenannten Knickers, durch einen Herzstich so schwer verletzt, daß er auf dem Wege in die Klinik verstarb. Die Beiden hatten vorher mit zwei Schaustellern in einer hiesigen Wirtschaft gezecht, wobei der Verstorbene unsitt­liche Anträge an die Ehefrau des einen Schaustellers gestellt haben soll. Hierüber kam es in der Neustadt zu Tätiglichkeiten, wobei Röll zu Boden geworfen und geschlagen wurde. Plötz­lich sprang er jedoch auf und stach mit dem gezogenen Messer auf Neuerburg so heftig ein, daß dieser zusammenbrach. Röll, der auch den Schausteller noch mit Tot stechen bedrohte, wurde je­doch in Schach gehalten, bis er von der herbeigeeilten Polizei festgenommen wurde. Die Ermittlungen sind zurzeit noch im Gange, der Täter wird nach Abschluß derselben dem hiesigen Amtsgericht vorgeführt. — Die Tatsache, daß der Verstorben« die ganze Zeche bezahlte, ist eine Beweis dafür, wie es mit der „Mittellosigkeit" eines großen Teiles der auf Wanderschaft Befindlichen bestellt ist.

* Schaufenstereinbruch. In der Nacht zum Donnerstag wurden zwei Schaufensterscheiben eines Herren-Konfektionsgeschäftes im Seltersweg mit etwa 30 mal 20 Zentimeter großen Steinen ein» geworfen und die ausgelegten Anzüge und Mäntel gestohlen. Es handelt sich um drei Anzüge rund acht Mäntel im Ge­samtwerte von etwas über 600 Mark. Es kommen als Täter drei, möglicherweise auch vier Mannsperso­nen in Frage, von denen der eine mit einem dunklen Mantel, vermutlich Gummimantel und Patschkappe bekleidet war. Zum Wegtransport des Diebesgutes benutzten die Täter einen Per­sonenkraftwagen, den sie vorher mittels Einbruchs aus der Ga­rage des Fabrikanten Wilhelm Poppe in der Rodthohl ent­wendet hatten. Beim Einwerfen der Scheiben ließen die Täter den Motor des Wagens mit höchster Tourenzahl laufen, um das Scheibengeklirr zu übertönen. Einer der Täter saß im Notsitz und nahm die Kleidungsstücke in Empfang. Bei dem Wagen

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Die letzte 1 Jab Wingen.

handelt es sich um einen zweisitzigen Wandererwagen, 10/50 PS. von graubeiger Farbe, der nach eingegangener Mitteilung in Bürgel (Krs. Marburg) herrenlos aufgefunden wurde. Von den Tätern selbst und den entwendeten Kleidungsstücken fehlt bis jetzt jegliche Spur.

* Diebstähle. Entwendet wurden aus einer Hofreite in der Mühlcnstraße ein vierrädriger Handkastcnwagen ohne Deichsel, aus einer Hofreite in der Bismarckstraße ein Boschdynamo und Laterne und in der Bahnhofstraße eine elektrische Boschlaterne.

* Einbruchsversuch. In der Nacht zum Donnerstag hatten es Einbrecher auch auf die Uhren, Gold- und Sil der gegen stände eines Uhrmachermeisters im Seltersweg abgesehen. Die beiden Vorhängeschlösser, die zur Sicherung des vor dem Schaufenster angebrachten eisernen Schutzgitters dienten, wurden von den Tätern gewaltsam erbrochen. Bei der Arbeit müssen die Täter gestört worden sein und es ist mit großer Wahrscheinlichkeit an» zunehmen, daß sie nachdem den Schaufenstereinbruch in das Herrenkonfeklionsgeschäft ausgeführt haben. Die bis jetzt ge­tätigten Ermittlungen haben noch nicht zur Festnahme der Täter geführt.

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benuye die überall beliebten Reichssteuer-ttaffebücher von Albin Klein, Gießen

„Wohlauf, es ist befreit vom Eis die frühlings junge Erde, es grünt die Wies' in neuer Weif', daß uns ein Kampfplatz werde. Heraus nun aus dem dumpfen Haus, wer lange liegt, muß rosten, strömt auf den grünen Platz hinaus, sollt wieder Freiheit kosten.

Valleri, vallera, valleri, vallera,

sollt wieder Freiheit kosten!" Theo wandte sich auf feinem Klavierbock um.

„Kinder, tut mir den einzigen Gefallen und brüllt nicht so Hier wohnen noch mehr Leute im Haus . . . Vers zwei! Aber pianissimo!"

„Wie einst zu Armins Lebenszeit

auszogen deutsche Holden;

zu Kampf und Trunk allstets bereit,

|o soll 's für uns auch gelten.

Wir ziehen in die weite Welt

mit jedermann zu fechten, der's Fußballspiel in Ehren hält und Trinken hält im rechtem

Valleri, vallera. valleri, vallera, und Trinken hält im rechten."

„Es steigt der letzte Vers!"

„Wir spielen jlott und spielen hart und stoßen fest im Zorne, doch wem da eine Wunde ward, dem sitzt sie stets nur vorne.

Wir trinken viel und trinken hart nach alter deutscher Weise, und wem's dabei zuviel je ward, ist nicht aus unserem Kreise.

Valleri, vallera, voller^ vallera, ist nicht aus unserem Kreise."

Wieder klangen die Gläser zusammen.

„Auf das, was wir lieben!"

„Unsinn!" rief Günter Freund. „Was wir lieben . ■ Ich lieb' nur meinen Fußball."

„Das stimmt," entgegnete Theo. „Neulich abends hab' ick dich noch gesehen, wie du mit deinem Fußball spazieren gingst Ich glaube, er war hellblond."

Alle lachten. Fortsetzung folgt

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