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Samstag, den 28. Februar 1931.

„Giehener Zeitung"

.Nr. 17

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.^^- Dann erst geht 7 und sein Rate der Völker. Der ^ Buße. Wenn die Putsch find, dann erst sur den Neubau unseres ^er Sonntagsschreibtt.

.bandcangelegenheiten aufs schärfste mißbilligte und durchgrei- ende Aenderungen verlangte. Die Versammlung stimmte ihm einmütig zu. Herr Nicolaus rief dann vor allem den Gießener Hausbesitz auf, im Kampf um die wirtschaftliche Freiheit des Hamsbesitzes nicht nachzulassen, denn noch sei nichts besser ge­worden, die sog. Erleichterungen seien fast restlos durch vor- berige Steuererhöhungen mehr wie wieder ausgeglichen und neue Gefahren, wie das Wohnheimstättengesetz drohen den £aus> besitz noch mehr zu entrechten. Er stellte weiterhin fest, daß die Interessen der Mieter und Vermieter sich vollständig decken. Fede neue Belastung des Hausbesitzes würde sich auf die Mie- len cvuswirken müssen und laste als indirekte Steuer auf allen. Mit einem Appell an die Hausbesitzer, weiter fest zu ihren Führern zu stehen, schloß Herr Nicolaus seine mit starkem Bei­fall aufgenommenen Worte. Nachdem noch kurz ein Antrag, wonach der Landesoerbantzsvorstand aufgefordert werden soll, feine Veröffentlichungen auch im Verbandsorgan, der „Hess. Hausbesitzer-Zeitung", wieder allen Verbandsmitgliedcrn zu­gänglich zu machen, einstimmig Annahme fand, schloß Herr Lamnspach mit Worten des Dankes um ^1 Uhr die Versamm­lung

usbesitzemreins.

hielt der hiesige Haus- )indenbulg" feine dies-

Rach üuzen Begrü- »errn Etadtratsinitglied den Jahresbericht, der vurde. Die Rechnungs- 'er Revisionsbericht der

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Gedenkfeier für die Gefallenen.

Am morgigen Volkstrauertag, mittags 12 Uhr, veranstaltet die Pczirksgruppe Gießen vom „Volksbund Deutscher Kriegs- gräberfllrsorgc" in der Neuen Aula der Universität eine Gedenk­feier für die im Weltkriege Gefallenen. Das Musikkorps des 1. Hessischen Grenadier-Bataillons, 15. Inf.-Rcgt., unter Leitung non Obermusikmeister Löber, sowie Frau Wolff (Gesang) und Musiklehrer Kasten (Orgel) werden die Ansprache des Beigeord­neten Dr. Hamm mit Musik und Gesängen umrahmen. — Am Abend um 8 Uhr ist in der Iohanneskirche eine musikalische Ge- I dächtnisfeier für die im Weltkrieg Gefallenen.

* Fahnen auf Halbmast! Der Volksbund Deutscher Kriegs- ^ jräberfürforge fordert die gesamte Bevölkerung Hessens sowie deren Geschäftswelt auf, aus Anlaß des Volkstrauertages (Sonn- I lag, 1. März) zu Ehren der deutschen Gefallenen die Fahnen auf ; Halbmast zu setzen.

* Die neuen Postgebühren treten am 1. März in Kraft; die wichtigste Aenderung ist die, daß Drucksachen im Umschlag, die * seither 5 Pfg. kosteten, jetzt nur noch 4 Pfg. kosten. Bei nicht freigemachten Sendungen wird eine Nachgebühr in Höhe des ( Eineinhalbfachen des Fehlbetrages erhoben. Seither wurde dieser Betrag auf volle 5 Pfg. abgerundet, jetzt rundet die Post

ben, daß Kasse und Bü- i nur noch auf die vollen Pfennige ab. Bei Paketen von über wurde darauf entlastet. £ 10 bis 20 Kilo tritt in der 2. bis 5. Zone eine geringe Ermäßi-

kleinere Latzungsande- rgaben Wiederwahl der ,

Atzenden wurde wieder- spach gewählt, weiter Herren: Becker, Binde- Nicolaus, Ringel, Gib

gen sprach bann Herr tkabauw«- drc 6«* btt ^O^Wi^ fonunfi des Reichspräsi-

Wohnungszwangswin ch wirkten seine Moric Eine rege Diskussion $

e weiter über die letzten , ungen, über alle Fragen | .igteit, Verzinsung uns ; im -Zusammenhang da- ) bei W M1’ ug und mit fet "* gegenüber der Hessisch^ er die Zustände im ^ n ausführlich Herr in T-il-d fei -â leihe von internen^er-

gung ein, ebenso werden auch die Gebühren für telegraphische Geldsendungen etwas ermäßigt. Ein Ferngespräch von 3 Minu­ten Dauer kostet bei einer Entfernung von 25 bis 50 Kilometer ßO statt 70 Pfg. Dringende Telegramme und Ferngespräche, die seither das Dreifache kosteten, kosten nur noch das Doppelte Die Gebührenermäßigung bewegt sich also, wie wir sehen, in sehr be­scheidenen Grenzen, die Mehrheit der Kunden der Deutschen Reichspost hat keinerlei Vorteile von dieser Aenderung der Post­gebühren

* Dierpsenu'g-Druâsachcn. Der mit Wirkung vom 1. März für den innerdeutschen Verkehr gültige neue Gebührensatz von / Pfg. für Drucksachen bis zum Gewicht von 20 Gramm gilt von demselben Tage an auch für Drucksachen nach dem Saargebiet, der Freien Stadt Danzig, Litauen und Memelgebict, Luxemburg. Oesterreich und Ungarn.

* Stadttheater. Als Fremdenvorstellung wird morgen letzt­malig unter der Spielleitung des Intendanten das Volksstück „Marius ahoi" zur Vorführung kommen.

* Einbruch. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag öurbe in die Wurstküche der Metzgerei Rausch eingebrochen und für 25 RM. Wurst- und Fleischwaren gestohlen.

* Schweine-Zwischenzählung. Am 2. März 1931 findet in den Gemarkungen Gießen und Schisfenberg eine Schweine- Zwischenzählung statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern bereitwilligst die notwendigen Angaben zu erteilen.

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-nden Falben, Tod, st starben. Hier Rot. en Zähren — >er Zeit - m gesahren. tpfe bere'l!

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Bethel einst und jetzt.

Als D. F. v. B o d e l s ch w i n,g h , der am 6. März vor WO Jahren dem deutschen Volle geschenkt wurde, 1872 nach Lcthel kam, fand er hier eine kleine, noch ganz in den Anfängen sichende Anstalt für Epileptische vor. Man hatte einen kleinen Bauernhof vor den Toren Bielefelds erworben, in dem die ersten vier epileptischen Kranken einzogen. Heute, 20 Jahre irach dem Tode des Gründers, beherbergt Bethel rund 2500 die­ser Aller ärmsten. Die Fürsorge für die Fallsüchtigen ist bis beute der Stamm des Baumes geblieben, dem aber längst Zweige nab Aeste entwachsen sind. Viele dieser aus der menschlichen Gesellschaft Ausgestoßenen haben in Bethel eine neue Heimar

zcfunden, in der sie fest wurzeln. Hier fühlen sie sich wohl in btt Gesellschaft ihrer Leidensgefährten, hier finden sie helfende Hände, die sich ihrer in ihrer Schwachheit'annehmen, vor allem «uch in den dunklen Stunden, wenn plötzlich ein Anfall sie über­fällt und sie für Stunden oder Minuten in der Macht der Bewußtlosigkeit versinken. In den Werkstätten und sonstigen Betrieben Bethels aber finden sie Gelegenheit zu nützlicher Ar­beit, so daß sic nun nicht mehr als ganz unnütze Glieder der Gesellschaft sich Vorkommen, sondern in der Arbeit ihr Leid ver­gessen. Manche allerdings sind durch ihr Leiden so geschwächt, biß sie, zu jeder Tätigkeit unfähig, oft jahrelang ihr Lager nicht mehr verlassen können. Wie gut, daß sich diesen Menschen in Lethel eine Heimstätte bietet, wo man sich liebevoll ihrer an- m mmt.

Neben den Epileptikern aber werden in Bethel noch etwa e iwa 800 Geistes- und Nervenkranke versorgt. Und zu ihnen • g tsellen sich die „Fallsüchtigen des Lebens", wie man sie ge- minnt hat, die heimatlosen und arbeitslosen Wanderer, die i|||„ Srüber von der Landstraße", wie o. Bodelschwingh sie nannte.

Es entstand im Jahre 1882 Wilhelmsdorf, die Arbeiter- t»lonie in der Senne, wo die Arbeitslosen eine Heimat und eine Gelegenheit zu nutzbringender Arbeit fanden, indem sie birres, ödes Heideland verwandelten. Auch diese Arbeit reicht bis in unsere Tage und ist sehr in die Weite gewachsen. Neue Lrbeiterkolonien sind entstanden im Wietingsmoor (Freistatt)

* Vom Volksbad. Ab 1. März ist das städtische Volksbad versuchsweise auch an Sonntagen von 8.30 Uhr bis 1 Uhr nach­mittags für Schwimm-, Wannen- und Brausebäder geöffnet. Der

* Eine akademische Fliegergruppe in Gießen. Anfang der Woche wurde in einer Versammlung von Studenten der Landes­universität eine Akademische Fliegergruppe an der Universität Gießen ins Leben gerufen. Die Gruppe, die in enger Fühlung­nahme mit den Iungfliegern des Gießener Vereins für Luft­fahrt arbeiten will, wird ihr besonderes Augenmerk zunächst der Segelfliegerei zuwenden.

* Die Gießener Ruder-Gesellschaft ladet für heute abend zur Generalversammlung aufs Bootshaus ein.

* Schauschwimmen. Die Schwimmabteilung des T.V. 1846 veranstaltet morgen nachmittag im Volksbad ein Schauschwim­men unter Teilnahme einiger auswärtiger Vereine.

* Eisenbahn-Verein. Die Generalversammlung ist am Sonn­tag, dem 1. März, nachmittags 2.30 Uhr, im „Bayerischen Hof". Kassenschluß ist um 12.30 Uhr.

* Goethe-Bund. Einen Lichtbilder-Vortrag hält am Montag, dem 2. März, abends 8 Uhr, in 'bcr Neuen Aula, der bekannte Astronom Bruno H. Bürgel über „Das Werden und Vergehen der Welten".

* Viel Ehescheidungen. Nach einer Aufstellung des Statisti­schen Reichsamtes über Ehescheidungen gehört Hessen zu den deutschen Ländern, in denen die Zahl der Ehescheidungen in den letzten Jahren gestiegen ist.

* Schasslers Wettervorhersage für März 1931. Zu Beginn des Monats nicht ungünstig. Aber bald tritt ein Umschwung ein zu veränderlichem,, unfreundlichem Wetter, mit Regen, Tauschnee und heftigen Winden. Um den 10. wieder besser, trockener, kälter, mittags jedoch meist mild. Mitte des Mo­nats Regen, Wind. Knapp vor dem astronomischen Frühlings- beginn wärmer, Frühlingswetter, aber nicht von langer Dauer. Schon um den 25. herum wieder Verschlechterung. Die letzten Monatstage Temperatnrrückgang, unfreundlich.

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Keine Auflösung der Bersorgungsbehörden.

Die Kriegerkameradschaft „Hassia" — Verband der Kriegs­beschädigten und Kriegerhinterbliebenen — Prooinziabgeschäfts- stelle Oberhessen, Gießen, Lindenplatz 1, schreibt uns:

Der Reichspräsident empfing am 23. Februar eine Abord- nun der im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten- und Krie- gerhinterbliabenen-Fürsorge vertretenen Organisationen, um die Stellungnahme dieser Organisationen zur Frage der Auf­lösung der Versorg-ungsbehörden kennenzulernen. Herr Goe­tz i ck e vom Kyffhäuserbund führte als Sprecher der Abord­nung aus, daß die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterblie- benen durch den im Reichsrat hervorgerretenen Plan einer Ver­schmelzung der Bersorgungsbehörden mit einer anderen Ver­waltung in starke Unruhe versetzt seien. Die hierfür in Betracht gezogenen anderweitigen Verwaltungen seien entweder Landes­verwaltungen oder rein fiskalisch eingestellte Reichsverwaltun­gen, die keinesfalls in der Lage seien, das umfangreiche soziale Gebiet der Kriegsversorgung sachgemäß zu bearbeiten. Die Kriegsopfer hätten bereits seit geraumer Zeit eine immer er­neute Einschränkung ihrer bisherigen Reckstsansprüche ertragen müssen. Die alten Soldaten hätten zu sthrem ehemaligen Führer das Vertrauen, daß er sich weiteren Einschränkungen entgegensetzen würde. . Der Reichspräsident ermächtigte die Ab­ordnung, mitzuteilen, daß weder er selbst noch die Reichsregie­rung daran denken, die Versorgungsverwaltung aufzuheben oder mit anderen Verwaltungen zu verschmelzen.

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Wichtig für Auswanderungswillige!

Es kommt immer wieder vor, daß Auswanderungswillige Anfragen über Anstellungsmöglichkeiten und sonstige Verhält­nisse des Ziellandes an die deutschen Konsulate im Auslande richten, anstatt sich mit ihren Anliegen an die nächste gut unter- und neuerdings in der Hermannsheitze, südlich vom Hermanns­denkmal. In diesen Kolonien wurden im Jahre 1929 in 249 345 Pflegetagen 3975 arbeitslose Wanderer -versorgt. Da­neben werden noch etwa 850 gefährdete junge Männer und Knaben in Fürsorgeerziehung betreut.

Schließlich werde noch der letzte Zweig der Arbeit Bethels erwähnt, das ist der Dienst an der Jugend. Durch ein um­fassendes Schulwesen sucht man mitzuarbeiten in der Erzie­hungsarbeit am Heranwachsenden Geschlecht unseres Volkes. So dienen die Theologische Schule und das ^andidatcn-Konvikl der Ausbildung der zukünftigen Diener der Kirche. Die Auf- bauschule sucht begabte, schulentlassene Knaben zum Abiturienten- Examen vorzubereiteir. In der Haushaltungsschule lernen die jungen Mädchen die Kunst, einen Haushalt zu führen, und die Volkshochschule endlich leistet der Landjugend den wichtigen Dienst, sie zu stützen und zu stärken. Alle diese jungen Men­schen haben oft in Bethel, der Stadt des Elends und der Barm- 'herzigkeit, die entscheidende Zeit ihres Lebens erlebt.

Eine neue hoffnungsvolle Arbeit ist in.jüngster Zeit in der Hermannsheitze begonnen worden. Hier finden im Sigmars­hof junge erwerbslose Männer, die meist aus dem Industrie­bezirk kommen, Aufnahme und Gelegenheit, in nutzbringender Arbeit weit brachliegende Flächen in fruchtbares Ackerland umzugestalten. Es ist das Ziel dieser Arbeit, diese z. T. wurzel­los gewordenen Menschen in gesunder Landarbeit wieder bo­denständig zu machen und ihnen vielleichr einmal in der Land­wirtschaft eine neue Heimat zu schaffen. Wieder also ein Ver­such, eine klaffende Wunde unseres Volkslebens zu verbinden und zu heilen.

F. v. Bodelschwingh hat niemals eine neue Arbeit ange­fangen, ohne daß ihm aus der Not heraus der völlig klare Auf­trag dazu erwuchs. Und in seinem Sinne hat man es auch nach ihm gehalten. So möchte das Wachstum Bethels aus allerkleinsten, senfkornartigen Anfängen zu einem starken Baum, der seine Zweige und Aeste weithin übers Land ausgebreitet hat, ein Wachsturn aus den inneren Kräften des Glaubens und der Liebe sein.

richtete Auswandererberatungsstelle zu wenden. Bei dem ge­ringen Personal der Auslandsbehörden und der langen Lauf­zeit eines Briefwechsels können solche Anfragen in der Regel nicht direkt beantworte! werden, sondern gehen der Answande- rerberatungsstelle im Bezirk des Fragestellers zur Erledigung zu. Auswanderungswillige tun daher gut, sich in jedem Falle zunächst an ihre zuständige Auswandererberatungsstelle zu wen­den, die sich für den hiesigen Bezirk in Frankfurt a. M., Rathenauplatz 3, befindet und die kostenlos in allen Auswande­rungsfragen Rat und Auskunft erteilt. In Sonderfällen, in denen eine Beurteilung von hier aus nicht möglich ist, kann die Beratungsstelle das notwendige Material am schnellsten und ohne unnötige Kosten besorgen. Bei direkten Anfragen an die Konsulate ist es wioderholt vorgekommen, daß Auswanderer ausgereift sind, bevor sie die Antwort des Konsulates erhalten hatten und dadurch in unerwartete Schwierigkeiten und große Not geraten find. Die Auswandererberatungsstelle in Frank­furt a. M. hat im Jahre 1930 rund 10 700 Auskünfte erteilt.

Sdiutz der

Hausfrauen

In dieser ernsten Zeit muß die echte Ware besonders deutlich erkennbar sein. Wir gaben deshalb dem oft nachgeahmten Aechi Franck mit der Kaffee m ü h I e den gesetzlich geschütz­ten Markenn amen

Mühlen Franck.

Die gute Kaffee würze Mühlen Franck ist verfeinerter AechtFranck.

Mühlen Franck würzt, kräftigt/ verbilligt jedes Kaffeegetränk.