Mittwoch, den 26. August 1931.
Mieten verbinden Die Beratungen des Neichskabinetts über die außerordentlich schwere Frage der Beseitigung bezw. Senkung Oer Hauszinssteuer, die bereits vor der Nom-Reise des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Neichsaußenministers Dr. Curtius begonnen haben, haben bis jetzt noch nicht zu einem greifbaren Ergebnis geführt Es wäre demgemäß verfrüht, zu dem einen oder dem anderen Projekte für den Umbau der Hauszinssteuer, welche in den letzten Wochen in der Oeffent- lichkeit lebhaft erörtert wurden, kritisch und abschließend Stel lung zu nehmen. All die Hauszinssteuerpläne, welche die Ta gespresse wiedergegeben hat sind nichte Genaues, stellen nichts anderes als Kombinationen dar Der Zentralverband Deutscher Haus- und Grundbcsitzervereine verfolgt die Entwicklung mit größter Genauigkeit und wird im geeigneten Augenblick mit seinen detaillierten Vorschlägen an die Oeffentlichkeit treten Zu einer Beunruhigung des Hausbesitzes besteht nach Lage der Dinge kein Grund. Die bewährte Führung der Spitzen- organisatiou wird kein Mittel unversucht lassen, die nunmehr brennend gewordene Liquidierung der wertzerstörenden und eristentvernichtenden Hauszinssteuer in einer für den Hausbesitz erträglichen Form in die Wege zu leiten.
Deutsches Nationalgefühl . . .
Auf eine Mitteilung in der „Fuldaer Zeitung", daß 5000 deutsche Badegäste aus dem belgischen Badeorte Blankenberghe wegen der Geldkrise heimkehren, mußten, schreibt ein Mann vom Lande sehr treffend:
„Ist es nicht eine Sünde und Schande für einen Deutschen, daß er sein Geld, das die meisten dieser Herren wahrscheinlich vom Staat erhalten haben, nach einem Staate bringt, der von jeher und heute noch einer unserer größten Gegner ist — und das noch zu einer Zeit, wo das Geld bei uns so knapp ist, und die deutschen Bäder vor dem Zusammenbruch stehen. Wie ich bestimmt weiß, müssen die Hotels ihr Personal entlassen, weil keine Gäste da sind. Haben solche Menschen nvch einen Funken von Vaterlandsliebe? Der Name von federn müßte veröffentlicht werden, damit sie gebrandmarkt würden. Wir haben in Deutschland berühmte Heilbäder. Trotzdem wird ins Ausland gezogen, bloß um nachher in Gesellschaften renomieren zu können. Das gehört heute bei uns dummmen Deutschen zum guten Ton, daß einer in einem ausländischen Bad war. Es wäre am besten gewesen, wenn sich kein Konsul mm sie gekümmert hätte, wenn sie kein Geld mehr gewechselt bekommen hätten und zu Fuß nach Hause hätten, gehen müssen. An der deutschen Grenze hätte jeder noch lOCO Mark Strafe zahlen müssen."
Aeuerwebrsest und Politik. Eine Blüte belgischer Angst.
Am Sonntag, den 5. Zuli, wollte Der Rheinische Feuer webrvcrband sein diesjähriges Zahresfest in Eupen feiern, da oie Wehren des abgetrennten Gebietes noch dem Rheinischen Feuerwehrenverband angehören. Die Veranstaltung sollte von den rheinischen Teilnehmern ohne Helm und Säbel besucht werd"n, und unter dieser Voraussetzung hatte auch die belgische Regierung ursprünglich für die Teilnahme von etwa i200 Personen die Genehmigung erteilt. Am Samstag abend stellte sich jedoch heraus, daß das belgische Konsulat in flachen Anweisung hatte,
0 Teilnehmer das Visum mußte in letzter Minute 1
auszustellen Unter diesen as Feuerwehrfest abgesagt der Veranstaltuna teil
nur für Zl Umständen
werden Die einzelnen Verbände, die nehmen wollten, mußten telegraphisch zurückgehalten werden.
Zn Eupen herrschte über diese R^aßnalune große Erregung. Plakate und Anschriften an Häusern verhöhnen offen das Verbot des Festes. Man batte in Eupen mit etwa 1 200 Teilnehmern gerechnet, da sich insgesamt 44 Wehren angemeldet hatten. Für diese Teilnehmer war die Verpflegung vorgesehen, und desbilb traf auch die Geschäftsleute ein schwerer Schaden.
Wenau und Stein. Schluß.
Wir sehen also, daß die Militär-Reorganisations-Kommission bei ihren Reformen auf militärischem Gebiete zu ähnlichen sittlichen Forderungen kommt, wie der Reichsfreiherr vom Stein auf dem bäuerlichen und bürgerlichen.
Wie Stein in seinem , politischen Testament" vom 24. November 1808 auf die Erziehung und den Unterricht der Jugend den größten Nachdruck und seine ganze Hoffnung gesetzt hat, so finden wir denselben Gedankenweg bei Gneisenau! Aber natürlich ins Militärische übertragen! Er empfiehlt deswegen, daß in den üffentL Schulen die Erziehung eine mehr militärische Richtung nehme. Er befand sich hier in völliger Uebereinstimmung mit Scharnhorst, der im Anschluß an Gneisenau- Ausführungen an den Reichsfreiherrn vom Stein noch einen auf die militärische Vorbildung der Fugend gerichteten Entwurf übersandte, worin er der Forderung Ausdruck gab, daß die Stadtschulen zugleich eine militärische Richtung erhielten und gewissermaßen eine Dor- bereitungsschule für die Unteroffiziere und Offiziere der „Miliz" (Landsturm und Landwehr) würden
Fn den höheren Klassen dieser Schulen sollte der Geist der Disziplin und der militärischen Geseke erklärt werden Fede Schule sollte ihren Exerziermeister erhalten; zur Erholung sollten gewisse Leibesübungen, welche auf den Krieg oder die Abhärtung des Körpers Bezug haben (Fechten. Schwimmen, Turnen) ausgeführt werden
Stein, ganz begeistert von diesen Ideen schickte den Entwurf an den Vorsitzenden der Kommission, Scharnhorst, mit dem Bemerken zurück: „daß man in allen Stadtschulen Anstalten treffen würde, um Kenntnis des Gebrauches der Waffen und Bewegung größerer Menschenmassen zu bewirken Wegen Einführung gym- nastischer Uebungen verwies er auf die damals berühmte Salz- mann'sche Erziehungs-Anstalt zu Schnepfentbal bei Gotha und auf die von Gutsmuth in Dessau angebahnten turnerischen Uebungen, die einige Jahre später durch Friedrich Ludwig Fahn zu solcher Blüte gelangen sollten
Mit allergrößtem Eifer vertrat Gneisenau diesen Gedanken und erhob die Forderung.
„daß die massen fähige Mannschaft des Landes durch Zusammensein und Zusammcnschließen als militärischer Körper cin- gewöhnt. durch Waffeniibungen. Lager- und Kriegssitte zu einem ..Heerbaufen" gebildet werde Ein plötzliches Aufgebot der Massen sei nicht von großem Werte Die Liebe zu den Waffen müsse erweckt werden durch die Ueberzeugung der Notwendigkeit durch Gewohnheit und Ehre: d e Uebungen müßten zu Volksfesten werden
Gneisenau erinnert hierbei an die olympischen Spiele Begeistert ruft er aus:
».Gießener Zeitung'
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Lokalts.
Sie Lehre der Zahlungsfrist.
Allmählich gewinnen wir zu den hinter uns liegenden Fuli- wochen genügend Abstand, um in Ruhe die zurückliegenden Ereignisse einmal kritisch zu betrachten. Dabei drängt sich dem unbefangenen Beobachter sehr bald die Feststellung auf, daß im Grunde genommen vieles von dem hätte vermieden werden können, was sich als empfindliche Störung herausstelltc. Letzten Endes hat auch die Bevölkerung selbst, zumindest indirekt, Anlaß zu den Notmaßnahmen gegeben. Auch in den vergangenen Fahren durchlebten wir unruhige Zeiten, die Wirtschaftskrise und die politische Krise sind ja leider nicht erst neueren Datums; aber immer konnte der Zahlungsverkehr ohne Schwierigkeiten bewältigt werden, weil das Publikum nur die notwendigen Abhebungen vornahm und laufend die nicht sofort benötigten Beträge bei den Geldinstituten einzahlte. Eine Stockung trat erst ein, als aus weit übertriebenen Befürchtungen heraus am 13. Juli ein allgemeiner Ansturm auf die Kassen einsetzte. Die Bargeldbeträge waren naturgemäß bald aufgebraucht und dies umsomehr, als auch der Einlagenverkehr in Stockung geriet. Einen ganzen Monat hindurch mußten wir eine Zwangswirtschaft auf dem Gebiete des Zahlungswesens ertragen, ihre ungünstigen und unerfreulichen Auswirkungen sind bekannt. Darüber hinaus traten auch schädliche Folgen vor allem in der notwendigen Erhöhung des Diskonts und der Zinssätze ein, die für die kreditnehmende Wirtschaft eine weitere schwere Belastung nach sich zog. Man mußte daher sobald wie möglich wieder zum freien Zahlungsverkehr übergehen. Allen Befürchtungen zum Trotz gelang dieser Uebergang sehr schnell und fast reibungslos. Nunmehr funktioniert der Ausgleich zwischen Ein- und Auszahlungen, und er wird solange funktionieren, solange zwischen Einund Auszahlungen ein gesundes Verhältnis bestehen bleibt. Man kann also tatsächlich sagen, daß von dem Verhalten der Bevölkerung zum großen Teil die glatte Abwicklung des Zahlungsverkehrs abhängt. Diese einfache Feststellung sollte sich jeder einzelne vor Augen halten und daraus die richtigen Folgerungen ziehen. Man ist heute leicht geneigt, von den Geldinstituten die Unterhaltung einer höheren Liquiditätsquote zu fordern, aber man vergißt dabei, daß die Mittel, die für Liquiditätszwecke zurückgestellt werden, nicht mehr als Kredite für die Wirtschaft verwandt werden können.
Wir leben in einem kapitalarmen Land, dessen Kapitalien nach Abzug der Auslandsgelder finanziell noch weiter vermindert sind. Wenn wir uns selbst weiterhelfen wollen - und wir sind auf uns allein angewiesen — so bleibt nichts anderes übrig, als die richtige Lehre aus der überwundenen Zahlungskrise zu ziehen, nämlich keine unnötigen Abhebungen vorzunehmen und alle verfügbaren Gelder zur Kasse zu bringen.
Sie BerrugszusKläge für Steuerrülkstände.
Vorläufig keine Aufhebung.
Die in der Notverordnung über Zuschläge für Steuerrück- stände vom 20. Juli 1931 festgesetzten Zinssätze unö Verzugszuschläge waren erforderlich, um wieder pünktliche Steuerzahlungen zu erreichen. Von verschiedenen Seiten ist mit Rücksicht auf oie Herabsetzung des Reichsbankdiskonts angeregt worden, Oie getroffenen Maßnahmen aufzuheben. Die Aufhebung kommt jedoch im Hinblick auf die Finanzlage des Reichs noch nicht in Betracht. Die Finanzämter sind aber angewiesen wor den, bei Festsetzung der Stundungszinsen auf oie wirtschaftliche Lage des Pflichtigen Rücksicht zu nehmen und soweit erforoerlich Entgegenkommen zu zeigen. Auch bei Festsetzung der Verzugszuschläge für Steuerrückstände von 3 Prozent für Oen halben Monat sollen die Finanzämter unnötige Härten vermeiden und von der Festsetzung eines Verzugszuschlages dann absehen, wenn die Frist unverschuldet nur um ein geringes überschritten wird.
„Nicht eher die Braut zum Altar, ehe nicht die Pflicht gegen das Vaterland erfüllt ist."
Bezüglich des Offizier-Ersatzes schrieb Gneisenau:
„Die Zeit braucht mehr als Namen, Titel und Perga- mente; sie braucht frische Tat und Kraft! Welche unendlichen Kräfte schlafen im Schoße einer Nation unentwickelt und ungenützt. In der 93ruft von tausend und tausend Menschen wohnt ein großer Genius. denen auntrebenbe Flügel seine tiefen Verhältnisse lähmen. Währenddem ein Reich in seiner Schwäche und Schmach verzagt, folgt vielleicht in seinem elenden Dorfe ein Eaesar dem Pfluge, und ein Epaminondas nährt sich karg von dem Ertrag seiner Hände "
Die Erhebungen der Spanier, die zur Kapitulation des französischen Generals Dupont mit zwanzigtausend Mann bei Janien am 22 Juli 1808 führte, die Rüstungen Oesterreichs, veranlassen die drei Freunde Stein Scharnhorst und Gneisenau dazu, dem Könia in drei verschiedenen Denkschriften ihre Ansichten über die Entfesselung eines Volkskrieges in Deutschland zu unterbreiten. Gneisenau hatte seine Denkschrift an Stein gesandt: sie trug den Titel: „Ueber Volksbewaffnung in Verbindung mit den stehenden Truppen" Stein gab diese Denkschrift an den König weiter, indem er sie ak den vollständigen Ausdruck seiner eigenen Ueberzeugung bezeichnete.
„Was Bolksbcwaffnuna in Verbindung mit stehenden Truppen vermag, wenn beide, Bürger. Bauern und Soldaten, von einem gemeinschaftlichen Geiste beseelt seien, sehe man in Spanien "
Zu einer im gleichen Sinne gehaltenen Denkschrift Scharnhorsts schrieb Stein die denkwürdigen Worte, die fein großes weites, deutsches Herz im hellsten Lichte zeigen:
„Der Krieg müsse geführt werden zur Befreiung Deutsch lands durch Deutsche "
Der König lehnte ab; an einem Kriege gegen Napoleon würde er nur in Gemeinschaft mit dem Kaiser von Rußland teil- nebmen und zwar nicht eher, als bis Oesterreich einen entscheidenden Sieg erfochten habe
Aber die drei wackeren Männer ließen in ihren Bemühungen, das Herz des Königs zu stählen, nicht nach Neue Denkschriften wurden dem König unterbreitet Fm Einvernehmen mit Stein betitelte Gneisenau die seinige: „Ueber die Unzulänglichkeit russischer Hülfe und die wahrscheinlichen Folgen eines von Oesterreich allein unternommenen und unglücklich ausfallenden Krieges."
Nach Steins Bericht gipfelte die Denkschrift. die er dem König und in einer Abschrift auch der Königin zugehen ließ, in den beiden durch Gneisenau mit Scharfsinn bewiesenen Sätzen: „daß 1. von Rußland keine Hülse zu erwarten sei und
daß 2 die Folge eines für Oesterreich unglücklichen Krieges
* Hessische Konsularnachricht. Ter zum österreichische Wahl-Generalkonsul in Frankfurt a. M. ernannte Friedrir Egger ist endgültig anerkannt und zur Vornahme konsularische Verrichtungen im Volksstaat Hetzen zugelassen worden.
K Gefälschte 100 Reichsmarknoten. Neuerdings werde? Reichsbanknoten über 100 Mark aus dem Fahre 1908 ausgej* den. An den schon längst außer Kurs gesetzten Scheinen ij das Ausgabedatum 1908 in 1928 in geschickter Weise umgem», delt. In einigen Fällen ist der Betrug geglückt.
* Einkommensteuer. Wenn ein Unternehmen nicht in W Lage ist, die vereinbarten Gehälter auszuzahlen und statt tofS sen nur „Gutschrift" erfolgt, so kann dies eine Verschiebung bei „Fälligkeit" bewirken, wodurch vorläufig keine Lohnstem« Pflicht eintritt,
* Ueberschuldung ist Grund für Ermäßigung der Gintom 1 mensteuer. Wir weisen bei der Herrschenden Wirtschaftslag! darauf hin, daß ein erzielter Gewinn, der zur Verringcrunc einer starken Ueberschuldung verwandt wurde, Anspruch au Ermäßigung der Einkommensteuer bewirkt. Wir empfehlt! Antrag an das Finanzamt.
* Umzugstosten der hessischen Staatsbeamten. Die nee Verordnung des hessischen Gesamtministeriums über die U«I zugskosten der Staatsbeamten gewährt die volle Umzugskosten Vergütung nur dann, wenn für die Versetzung rein dienstliH; Gründe maßgebend waren.
* Bau eines Kinderheimes. Die Prooinzialverwal'"q läßt z. Zt. in Gießen im Anschluß an ihre Prooinzial-Pflep anstalten den Bau eines Kinderheims errichten, der vorläufig für die Aufnahme von etwa 40 bis 50 hilfsbedürftigen Kit dern aus der Provinz Oberhessen eingerichtet werden soll. D« neue Haus soll voraussichtlich im Frühjahr nächsten Iahâ in Benutzung genommen werden.
* Weitere Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit in Ob« Hessen ist wieder im Ansteigen begriffen. Trotzdem die Giv bringung der Ernte zu dieser Zeit eine große Rolle spiel zeigte sich die Landwirtschaft nur in geringem Grade aufnahmefähig. Auch in den übrigen Berufen flaute der Beschäftigungsgrad ab. )
* Straßensperre. Die Frankfurtcrstraße, 7011 Wilhelm st raße bis Liebigstraße, wird wegen dringlichen Arbeiten ar 1 den Eisenbahnschranken, am Freitag, den 28. August 1931, v« 5 bis 7 Uhr vormittags und von 2 bis 5 Uhr nachmittags, fÉ' den Verkehr mit Kraftfahrzeugen aller Art gesperrt. Um» tung erfolgt durch Wilhelmsstraße — Ludwigstraße und L» bigstraße, bezw. in entgegengesetzter Richtung. Den Anwci. jungen der Polizeibeamten ist unbedingt Folge zu leisten.
* Straßensperrungsnachrichten, mitgeteilt vom Oberhcsii- schen Automobil-Club E. V. (VvD.) Gießen. Im Zuge des Fernverkehrsstraße Nr. 3, Frankfurt a. M — Gießen — Kussel, wird am 3. September 1931 von 6,30 Uhr bis 15 Uhr, M Abschnitt von Vilbel bis Kloppenheim gesperrt. Umleitung über Nieder- — Ober-Erlenbach oder Gronau Rendel, fit Fernverkehr von Frankfurt a. M. über Bad Homburg - Friedberg.
* 1255 Rundfunksender. Während Amerika früher die weitaus größte Anzahl von Sendern hatte, hat sich dieses hältnis bereits verschoben. Amerika verfügt gegenwärtig über 605 Rundfunksender, alle anderen Weltteile zusammen übet 650. Hiervon befinden sich in Australien 38, in Afrika 14 Sender. Interessant ist, daß Kuba über 70, Kanada über 87, Mexico über 39 Rundfunkstationen verfügt. Rußland hat H Sender in Betrieb, sowie 60 im Bau befindliche.
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die Vernichtung von Preußen und wahrscheinlich auch von. Rußland selber sein würde"
Stein hat unter diese dem König eingereichte Denkschrift bet wuchtigen Schlußsatz geschrieben:
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„Die Zusammenkunft Kaiser Alexanders mit dem Kaiic' Napoleon trübt die Aussichten nur noch mehr! Was kann aa^ dem Zusammentreffen eines schwankenden, lenksamen, rocidxi Charakters mit einem felsenfesten, rastlosen und ruchlose: Manne entstehen als blindes Hingeben des ersteren in de' verruchten Willen des letzteren?"
Napoleon ließ kein Mittel unversucht, um Preußen ganz u seine Gewalt zu bekommen Mit einer Treulosigkeit, die keim Scham kannte, mit einer Wortbrüchigkeil, die auch den elendster Verräter erröten gemacht hätte, hatte Napoleon die ursprüngliâ in Tilsiter Frieden festgesetzten Bedingungen verschärft die Summe der Kriegssteuern, die er schon früher willkürlich ern höbt hatte aufs neue um viele Millionen gesteigert. Er fordertij Beitritt Preußens zum „Rheinbund". Beschränkung des Heer« auf 42 000 Mann, Besetzung der Oder-Festungen Eine „MilitJ oder „Landwehr" sollte unter keiner Bedingung ausgestellt wer den. Viel zu wenig bekannt ist der bezeichnende Befehl, öc Napoleon dem französischen General Rapp damals gab: c nassez dien aux Prussiens, je ne veux pas, qu'ils lèvent la lète' Preußen sollte nicht einmal mehr den Kopf heben können; cs if ’ dasselbe Rezept wie heute schon damals'
Wir sind solch-e Ansinnen nun gewöhnt! In dicsea Jahre haben wir so oft des Reichsfreiherrn vom Stein gebaut j daß wir uns auch das eherne Wort ins Gedächtnis zurückruse: I wollen, das er im Einvernehmen mit Scharnhorst und Eneisenar | dem Könige am 14 September 1808 schrieb
Durch Annahme der Verträge Napoleons würde M
Preußische Staat unrechtmäßige Forderungen als recbtmäsile^"^ § anerkennen und Verbindlichkeiten eingehen, die er nicht zur füllen könne Es sei unmöglich, bei der Erschöpfung des L-iW^.?e Canuj^ 'enen des. bei dem vernichteten Handel, monatlich zwei und einbalr Millionen Thaler an das Ausland zu zahlen Er sei dahck der Meinung, die Verträge nicht anzunehmen . "
Nach dem Erfurter Fürstentage (27. September 1808) ou' dem Napoleon und der Zar ihre Freundschaft besiegelten, schriet Gneisenau nach Schlesien an den Grafen Goetzen:
„Unsere Feinde fangen an zu siegen Die Entlassung
des Ministers vom Stein wird von den Franzosen und der Fran)o:enfreunden am Hofe betrieben . durchaus nitbp Schriftliches, noch weniger von dem französischen Kaiser selbä Auch hat Kaiser Alexander hier bei seiner Anwesenheit er klärt es sei nicht nötig, daß der Minister vom Stein sich ent ferne und Kaiser Napoleon habe es nicht verlangt Aber di- Feinde des Ministers haben sich der jetzigen Umstände sehr uui pebient, um ihn loszuwerden"
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