* «^'‘Mi "" ins feto" I* H
Oteßener Zeitung
__^ I (Gießener Tageblatt) (Neueste Nachrichten)
cher.
^Ä-- n W M ? wring
lache Raabes “ 3
»»UâkW^^ ’ k* »* MM
Erscheint Mittwochs und Samstags
Bezugspreis 2.40 oM vierteljährlich frei ins Haus Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Stück lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert
Druck und Verlag von Albin Klein in Eietzen Geschäftsstelle Sieben, Südanlage 21.
Fernsprecher Nr. 2525 und 2526.
Postscheckkonto Nr 69 530 Amt Frankfurt a M
Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame-Petitzeile 96 Pfg Platz. Vorschriften ohne Verbindlichkeit Bei Wiederholung Rabatt Für Vollklischee-Anzeigen autzerdem besondere Ermäßigung
44. Fahey
Mittwoch, den 19 August 1931
Nummer 66
PelitIM “ " ,
Frankreich hat von den Reparationsleistungen durchweg Prozent erhalten. Das ist die Bcteiligungsziffcr, die ihm allen Reparationen zugesprochen ist.
Der Lombardsatz der Rcick)sbank ist mit Wirkung vom
52 an
19.
^Mskelschwüche, Adervec- ßungenleiben u. a ™b Felix ^r
Ferien infolge! «"Ben an bas Herz Ansor- <Weit desselben überftei: man allgemein als „Helz- M schildeit bei bekannte ^ebenen Unterfuchuhgs- ihrlidjcn Herzschwäche, ged Hanlon cm befömmlicbitcn > Praris oft mit Erfolg er. icrheilung führen sollen, ne allgemein velständliche des Arbeitsrechts von Richi rg, Vorsitzender beim Ai M geb. 1,75 RM. Den Hfl 11, Rödingsmarkt 75. - tereffiert. Ein Buch, darir >dem Richijuiisten leicht «p olche Fragen des Mils- Tage praktisch weiden.
monatliche, oierMtägige, ’iftMIidje Min: und Ee- fBerorbiiung tur Sidje rung i. 3uni 1931, sink in dem nnenjtiage 181, erWE. e Tabelle bex È Hobt
nland. Die erstaun I a Württemberg und H« â Md Themalquellen ' begünstigt. Den Erholung- unter obengenanntem Mf* ch mit einer Ucberfid^atit edjmabenlonlc? ausgestatttt en Einsendung von * VU tonlos erhältlich vom W Mn in Stuttgart-h^l-
ian Klein in W
August ab um 3 v. H. auf 12 v. H. ermäßigt worden. Der Diskontsatz ist unverändert mit 10 0. H. bcibehaltcn worden.
Ueber die gleichfalls von Deutschland verlangte sechsmona« tige Verlängerung des 100-Millionen-Dollar-Rcdiskont-Kre- Vitcs liegt noch keine Entscheidung der Zentralbanken Englands, Frankreichs, Amerikas und BIZ. vor.
An langfristigen Ausländsanleihen hat die deutsche öffentliche und private Wirtschaft seit der Stabilisierung insgesamt etwa 9 Milliarden RM. ausgenommen.
Die Veröffentlichung der Verordnung über die Verlängerung der Steucramnestie zugleich mit den Durchführungsbestimmungen erfolgt voraussichtlich am Mittwoch.
Die Beratungen des Rcichskabinetts am Montag abend, die der schwierigen Lage der Gemeindcfinanzcn galten, waren mehr informativer Natur. Es sind noch keine bestimmten Beschlüße gefaßt worden. Man hat lediglich die Vorschläge des Deutschen Städtetages durchgcsprochcn.
Am Montag begannen im Reichsarbeitsministerium die Berhairdlungen zwischen Vertretern der kommunalen Arbeitgeber und der kommunalen Arbeitnehmer, um eine Einigung über die Angleichung der Löhne der Gcmcindearbeiter an die Reichsarbeiter hcrbcizuführcn.
Im Finanzministerium ist man bereits mit den Vorarbeiten für den Reichshaushalt für das nächste Jahr beschäftigt. Man nimmt jedoch an, daß der Staatsvoranschlag erst im November dem Reichstag zugehen wird.
Die Verhandlungen über die Wiedereröffnung der Börse, die im preußischen Handelsministerium geführt wurden, haben zu dem Ergebnis geführt, datz mit der Wiedereröffnung der Börsen am 20. August nicht gerechnet werden kann.
In würdiger Form fand am Montagnachmittag die Trauer- feier der Berliner Schutzpolizei zu Ehren der beiden am Sonntag, den 9. August 1981, von kommunistischen Mördern crschossc- vcn Polizeihauptlcutc Lenk und Anlauf statt.
Der ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen wird Ende nächster Woche nach Gens reisen, um mit den anläßlich der Völker- dundstagung dort versammelten ausländischen Staatsmännern Verhandlungen über die finanzielle und wirtschastliche Lage Ungarns zu führen.
Nach einer Mitteilung der Telegraphen-Agentur der Sowjetunion aus Schanghai ist südlich der Provinz Schanghai ein Ausstand gegen die Nanking-Regierung ausgebrochen. Der General Songusu hat sich zum Oberbefehlshaber der Provinz Schansi aus- geschwungen.
Eine Wiedcrausnahmc der Gehorsamsverweigerung gegen die indische Regierung dürste nach Ansicht gut unterrichteter politischer Kreise in Bombay in Kürze zu erwarten sein.
Ueber die Oelfeldcr von Teras ist vom Gouverneur Sterling das Kriegsrccht verhängt worden, da die Lage infolge des erbitterten Konfliktes zwischen Staat und Oelproduzenten über eine zeitweise Einschränkung der Produktion zur Stabilisierung der Preise sehr ernst geworden ist.
Der Staat Ohio (USA.) wird von einer schweren Finanz- krise heimgesucht, die den ganzen Handel lahmzulegen droht. Vor allem hat dazu die am Montag erfolgte Schließung vieler Großbanken in Toledo beigetragen, die ein Kapital von 100 Millionen Dollar repräsentieren.
Die Zahl der Todesopfer der Eisenbahnkatastrophe von Leoben hat sich von zwölf auf vierzehn erhöht.
Die deutsche Fliegerin Marga von Etzdorf ist am Dienstag früh in ihrcm Junkers-Kleinflugzeug zu einem Fluge über Königsberg, Moskau und Sibirien nach Tokio aufgeftiegen.
Die Südamerikafahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin ist um drei Tage verschoben worden. Sic findet jetzt am 29. August statt.
Denn, wenn die Regierung Brüning etwa der Meinung sein sollte, daß der Ausgang des Volksentscheids einen psychologisch günstigen Zeitpunkt darstellt, um uns goldene Brücken zu bauen zum Eintritt in ein „Konzentrationskabinctt", auf das wir keinen unserer Stärke entsprechenden Einfluß haben, um der deutschen Politik et stich die Wendung zu geben, die das ganze Volk erwartet, dann würde sie die Lage falsch einschätzen. Die Voraussetzungen, die die NSDAP, an eine Regierungsbildung knüpft, und die sie von einer Regierung im Reiche fordern mutz, an der sie führend beteiligt ist sind, bekannt.
Die Kundgebung schlietzt: „Alle politisch denkenden Köpfe im Zentrum werden sich wohl darüber einig sein, datz ohne die starken und vorwärtsdrängenden Kräfte, die sich heute leidenschaftlich zur Nationalsozialistischen Partei bekennen, eine Wiederaufrichtung und Erneuerung der Nation undenkbar ist."
Verlängerung von 5 Milliarden kurzfristiger Kredite.
Basel, Der Baâusschuß hat die Verlängerung der kurzfristigen Kredite an Deutschland, die hier jetzt mit ryindestens fünf Milliarden Mark beziffert werden, um sechs Monate be« schloßen. Obwohl noch einige Einzelheiten ungeklärt geblieben sind, so hofft man doch, datz sehr schnell eine endgültige Einigung Zustandekommen wird.
289 Millionen RM. Ausfuhrüberschuß.
Die Einfuhr im Juli beträgt 538 Mill. RM. (von den ausgewiesenen 563 Mill. RM. sind rund 25 Mill. RM. als Ueberhöhung infolge der Lagerabrechnungen für bereits in vorangegangenen Monaten ein geführte Waren abzusetzen). Gegenüber dem Vormonat ergibt sich demnach im Juli ein tatsächlicher Einfuhrrückgang um 69 Mill. Reichsmark, von hem etwa 40 Mill. RM. auf die Rohstoffe entfallen. Die Ausfuhr ist von 713 Mill. Reichsmark auf 792 Mill. RM. im Juli gestiegen,' außerdem sind im Juli Reparations-Sachlieferungen im Werte von 35 Mill. RM. (Juni 33 Mill. RM.) ausgeführt worden.
350 Millionen Defizit in Preußen.
In preußischen Rcgierungskreisen rechnet man, der „D. A. Z." zufolge, für 1931 mit einem Gesamtfohlbetrag für den ordentlichen Etat in Höhe von 350 Millionen. Im preußischen Finanzministerium werden gegenwärtig neue Vorschläge für. wie es heißt, drakonische Sparmaßregeln ausgearbeitet.
Diätenkürzung in Preußen.
Berlin. Die preußische Regierung hat entsprechend ihrer früheren Ankündigung beschlossen, mit Wirkung vom 1. September an die Tagegelder für Dienstreisen von Beamten und die Uebernachtungsgelder um 10 Prozent zu kürzen. Ausgenommen von der Kürzung sind nur die den Beamten zu erstattenden Auslagen wie Fach-rtostcn und ähnliche Nebenkosten.
Schwierige Finanzlage der Vereinigten Staaten.
Washington. Die Staatseinnahmen haben in den Vereinigten Staaten starke Einbußen zu verzeichnen. Allein die internen Einnahmen haben einen Rückgang von 600 Mill. Dollar aufzuweisen. Die Gesamteinnahmen in dem am 30. Juni 1931 zu Ende gegangenen Rechnungsjahr betragen zufolge einer vorläufigen Verlautbarung des Schatzamtes 2,428 Millionen Dollar. Die Einkommensteuer erreichte nur 1,860 Millionen Dollar, was einen Rückstand von rund 550 Millionen Dollar bedeutet.
Todesdrohungen gegen die Polizei.
In der Suarezstraße in Charlottenburg haben unbekannte Täter auf den Fahrdamm folgende Aufschrift gemalt:
„Schupos, schießt nicht! NFB. schießt wieder. Für jeden erschoßenen Arbeiter 10 Schupos."
Von den Tätern fehlt bisher jede Spur.
RM
„„dl-^^
Name*' „5 b«
h -"
Ein Aufruf Hitlers an das Zentrum.
Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP veröffentlicht im .Völkischen Beobachter" einen längeren Artikel unter Der Überschrift „Wahrheit und Klarheit", der in verhältnismäßig abgewogenen Worten an das Pcrantwortungsbcwußtiein des Zentrums appelliert, sich dem „Dolkswillen" nicht zu verschließen, der die Sozialdemokratie spätestens im Mai nächsten Jahres bündnisunsähig machen werde und die Regierung davon überzeugen müsse, daß die Spekulation auf ein Abebben der Nktionalscâialist^ Sturmflut fehlgeschlagen sa^
Es würde also, so wird weiter ausgeführt, lediglich der Ju*- druck einer Notwendigkeit sein, wenn die Zentrumsrcgicrung Brüning, wie man behaupte, ihre Fühler nach rechts ausstrecke, um das Terrain nach dieser Richtung hin zu londiercn
Wir Nationalsozialisten, heißt es danach weiter, können uns leisten,
die Problematik der Situation offen anzuzcigcn und in aller Ruhe zu betrachten, ohne fürchten zu müssen, daß es UNS als ein Annäherungsversuch ausgelegt wird, zu wir nicht die geringste Veranlassung haben.
Die demoralisierenden Vergleiche.
Eine bezeichnende Illustration zu den Mitzständen, die das augenblickliche Vergleichswcscn herbeigeführt hat, ist ein Brief, den die „Textil-Zeitung" vom 14. 7. mit Recht „niedriger häng t". Es handelt sich um ein Antwortschreiben eines Textilhändlers auf einen dringenden Mahnbrief seines Lieferanten. Das Antwortschreiben lautet:
„Ihr Mahnschreiben habe ich erhalten. Ich teile Ihnen mit, datz ich im Hinblick auf die gegenwärtige Kriese gar nicht daran denke, voll zu bezahlen. Wenn Sie einverstanden sind, daß ich mir 60 Prozent abziche von der Rechnung, sende ich Ihnen den Betrag sofort bar ein. Wenn nicht, tut cs mir leid. Doll zu bezahlen, wäre Wahnsinn in einer Zeit, da nor um Eröffnung des Vergleichsverfahrens gerichtlich angesucht werden muß, um von der Zahlungspflicht von 60 Prozent entbunden zu werden. Alsdann brauche ich auch nur ratenweise einzuzahlcn. Da wäre es doch wirklich Wahnsinn, wollte man sofort und bar bezahlen."
Die nötige Aylwort wird der Briefschrcibcr wohl erhalten haben, aber wichtiger ist es. datz auch für die Zukunft die nötigen Konsequenzen ge>ogen werden, und datz die Gläubiger- schafl dafür sorgt, datz nicht kritiklos jedem Dergleichsangebot zugestimmt wird, damit der Behauptung, man brauche nur um Eröffnung des Vergleichsverfahrens nachzusuchen, um von 60 Prozent seiner Verpflichtungen mechanisch entbunden zu werden, der Boden entzogen wird.
SaS Handwerk zur Finanz- und Wirtschaftskrise.
Die Vorstände des Deutschen Handwerks- und Gewcrbc- kammertages und des Reichsverbandes des deutschen Handwerks traten am 5. August in Hannover unter dem Vorsitz von Präsident Stadtrat Pflugmacber-Nkagdeburg zusammen, um zur derzeitigen Wirtschaftslage Stellung zu nehmen Die Beratungen wurden eingeleitet mit einem eingehenden Bericht von Generalsekretär Dr. Ntcusch-Hannover, an den sich eine lebhafte Ausspraä'c anschloß. Die Stellungnahme der Vorstände läßt sich wie folgt zusammenfaßen:
Die Wiederherstellung des Zahlungsverkehrs wurde lebhaft begrüßt, insbesondere auch, daß nach der Ankündigung des Reichskanzlers in seiner Rundfunkrede vom 4. August die letzten Bindungen für die Sparkasien in kürzester Frist fallen werden. In der Aussprache wurde auch ausführlich auf die Wirkungen der Notverordnungen über die Regelung des Zahlungsverkehrs auf die Lieferungs- und Zahlungsbedingungen des Handwerks im Verkehr mit den Lieferanten und der Kundschaft eingegangen und in Aussicht genommen, soweit durch die inzwischen erfolgte Lockerung eine Wiederherstellung der früheren Bedingungen noch nicht eingetreten ist, mit den Epitzenverbänden der Wirtschaft und der Reichsregierung erneut hierüber zu verhandeln. (5s wurde ferner betont, daß sich die für die Kreditversorgung der Wirt schaft in Frage kommenden Institute wieder in erster Linie den Aufgaben zuwenden sollen, die von ihnen in der Vorkriegszeit durchgeführt wurden, daß also die Sparkasien sich in erster Linie der Pflege des Realkredirs wieder widmeten. RTaßnahincn, die von einer inflatorischen Wirkung begleitet sein könnten, wurden grundsätzlich abgelehnt. Zu der Frage der hohen Verzugszuschläge für Steuerrückstände sind Verhandlungen mit dem Reichsfinanzminiftcrium in Aussicht genommen, um kleinere rückständige Steuerbeträge von den hohen Zuschlägen zu befreien.
Hinsichtlich der für die Wiederherstellung des Vertrauens zu ergreifenden Maßnahmen auf weite Sicht wurde Bezug genommen auf die von den handwerkerlichen Spitzenoerbänden gefaßte Entschließung vom 8. November 1930. Diese Entschließung legt ausführlich dar, daß die wirtschaftliche und politische Lage des deutschen Volkes eine endliche grundsätzliche Wandlung der bisherigen Methoden der deutschen Finanz- und Sozialpolitik in ihrer Wirkung auf die deutsche Wirtschaft dringend erfordert. Durch entschlossene und zielbewußte Zusam- menfaßung aller Kräfte muß die Steigerung der Produktivität der Gesamtwirtschaft erstrebt werden, die zur endgültigen Befreiung des deutschen Volkes durch Arbeit und Leistung unerläßlich ist. Dabei ist der Bedeutung der auf verantwortungsbewußten Persönlichkeiten beruhenden Wirtschaftsführung des gewerblichen NTittclstandes für die Gesamtwirtschaft und Volksgemeinschaft weit mehr als bisher Rechnung zu tragen.
Für den notwendigen Umbau im Innern muß die dringend erforderliche Verwaltungsreform endlich ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden. 2luf wirtschaftspolitischem Gebiet ist jeder überflüssige Zwang für die Wirtschaft zu beseitigen und ihr für die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit größtmöglichste Freiheit zu geben. Insbesondere wurde die baldige Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft für unerläßlich bezeichnet. Bestehende Bindungen für Preise und Löhne sind gleichfalls einer ernsten Ueberprüfung zu unterziehen. Die zu führende Sozialpolitik darf an der Leistungsfähigkeit der Wirtscimft nicht achtlos vorübergehen. Die Steuerpolitik muß aüf eine gerechte Lastenoerteilung Rücksicht nehmen und darf die Möglichkeit zur Kapitalbildung nicht unterbinden Mit ^er Neuregelung des Finanzausgleichs darf keine Verschiebung der Lasten zu ungunsten des gewerblichen M'ittelstandes verbunden werden, vielmehr muß seine Durchführung von einem wesentlichen Lastenabbau begleitet sein. Es wurde beschlossen, zu dieser Frage eine ausführliche Denkschrift auszuarbeiten, bei der die übrigen mittelländischen Gruppen zur Mitarbeit herangezogen werden sollen.
Die Vorstände des Kammertages und Reichsverbandes wiesen auch darauf hin, daß die Reparationslasten angesichts der inzwischen eingetretenen Entwicklung völlig untragbar geworden sind Auch hier läßt sich eine durchgreifende Revision der außen politischen Bindungen „nicht länger mehr aufschieben.
Die Vorstände bedauerten lebhaft, daß in dieser Zeit, die ein Zusammcnstehen aller Wirtschaftsgruppen gebietet, der Reichslandbund beabsichtigt, durch die Verpflichtung seiner JTliV glieder zur Einhaltung von Mindestpreisen rum Schaden des Handwerks und der übrigen Volksteile den freien Wettbewerb auszuschalten. Diese mangelnde Rücksicht auf die Schicksalsoer- bundenbeit aller W irtschaftsstände wirft die Frage auf, ob die durch hohe Zölle bislang erfolgte Subventionierung der Landwirtschaft weiterhin aufrecht erhalten werden kann.
Der von den Cpitzenvertretunaen des Handwerks dem Reichskanzler unterbreiteten Bitte, bei allen Jitaßnabmen, die in der Reichsregicrunq für die Ueberwindung der Wirtschaftskrise vorbereitet werden, einen sachverständigen Vertrauensmann der mittelständigen Wirtschaft ;u beteiligen, wurde zugestimmt. Nach Rückkehr des Reichskanzlers von seiner Romreise wird diesem die Auffassung des Berufsstandes ;ur Lage in mündlicher Aussprache noch einmal ausführlich dargelegt werden.