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Samstag, den 17. Oktober 1931.

„Gießener Zeitung"

Nr. 83

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übrigen sind wir auch materiell in einer viel schlechteren Lage als früher, weil wir langfristige Auslandsschulden verzinsen und tilgen müssen, die nicht durch eine Entwertung der DItarF be­seitigt werden können, sondern deren Last dann im Gegenteil noch schwerer drückt. TOir glauben also sogar feststellen zu müssen, daß der Wunsch, der anscheinend auch in gewissen landwirtschaft­lichen Kreisen erörtert wird, sich durch Inflation zwangsläufig zu entschulden, auf einer Fehlkalkulation beruht. Die Aus­landsverschuldung in Goldvaluten ist groß genug, um den Vor­teil dieser inneren Entschuldung gewisser Produktionsbereiche durch die Verstärkung des ausländischen Schuldendrucks zu über­kompensieren.

Es ist verständlich, daß in einer Deflationsperiode die Nach­teile der Deflation so stark in die Erscheinung treten, daß manche Kreise sich nach dem Gegenteil sehnen. Gewiß ist die Deflation nicht ininder gefährlich als die Inflation. Inflation bedeutet allmähliche Enteignung aller Markgläubiger zugunsten der Produktionssphäre. Deflation bedeutet Schrumpfung der Pro­duktionssphäre, damit Arbeitslosigkeit, Schrumpfung der Staatseinnahmen usw. Die Wirkungen der Deflation zeigen sich jetzt so mächtig, daß man allen Grund hat, davor zu warnen, aus einer Deflationspsychose heraus das Gegenteil, nämlich die Inflation zu fordern. Diese Deflation, die wir jetzt erleben, wäre ohne die Inflation, die wir früher erlebt haben, nicht in dem Illaße gekommen. Die Inflation hat das Vertrauen in die Sicherheit des Gläubigers schwer erschüttert und diese Erschütte­rung ist einer der wichtigsten Gründe dafür, daß das Kredit- volumen kleiner ist als es unseren Bedürfnissen entspricht. Würde man jetzt das Experiment der Inflation wiederholen, dann würde man in absehbarer Zeit in ein noch kleineres Kreditvolumen hineingezwungen sein und einen vorübergehenden vermeintlichen Vorteil für wenige Gruppen in der Produktionssphäre, einen Vorteil auf kurze Sicht, mit einem unerhört schweren Ilachteil für die Gesamtwirtschaft auf lange Sicht, nämlich der endgülti­gen Zerstörung des Personal- und Realkredites erkaufen.

Die evangelische Kirche zur Winternot.

Das Landeskirchenamt erläßt folgendes Ausschreiben:

Die furchtbare Not, die im kommenden Winter über unser deutsches Volk hereinzubrechen droht, hat die Gutgesinnten aller Konfessionen und Parteien, zumal die Verbände der freien Liebestätigkeit zu einer gemeinsamen Hilfsaktion „Der Win­terhilfe" aus den Plan rufen

Mit Genugtuung haben wir festgestellt, daß unsere evan­gelischen Geistlichen mit die ersten waren, die Hand ans Werk legten, noch bevor die Aufrufe der Regierungen in der Presse erschienen und der organisatorische Zusammenschluß der Wohl­fahrtsverbände erfolgte. Jedoch möchten auch wir es nicht unterlassen, daß es selbstverständliche Pflicht jedes evangelischen Christen ist, gerade auch in eigener Not zu beweisen, daß uns die noch größere Not unserer Brüder, besonders der arbeits­losen Familien, zur Tat der Liebe bereitfindet, die hilft, wo und wie sie auch helfen kann. Wir vertrauen darauf, daß sich unserer Pfarrer hierin als Führer ihrer Gemeinden bewähren

Der Mittelstürmer von Hollywood.

Ein Fuhball-Roman von Sidney Horler.

21. Fortsetzung.

6.

Der Sensationsklub.

Zündet einen Heuschober an und seht, wie die Flammen zum Himmel schlagen. So ginp es in Hollywood zu. Der Sieg über die Swifts — ein Sieg, der jeden Fußballpropheten im Lande mit einer einzigen Ausnahme (unser iftteunb Jimmy Dunster war diese vertrauensvolle Seele) maßlos überraschte, war das Zündholz, und die Teilnahme der Hollywood-Bevöl­kerung für Association Fußball der Heuschober. Die. Begleit­erscheinung dieses Brandes war ein Feuerscl>ein, der sich über das ganze Land .zu verbreiten schien. In seinem Kommentar über das Spiel dieses Samstags schrieb der weise Redakteur der „Athletic World": „Diese Hollnwood-Affäre ist das Rät­selhafteste was mir je int Fußball vorgekommen ist! Sam Hollister hatte gut spekuliert, als er die 1500 Pfund Bestechung der Swifts, das Wettspiel in Turningcham auszutragen, aus- geschlageN hatte. Seine Handlungcjweise hatte das Sport­gewissen der Stadt mehr als alles andere aufgerüttelt. Wie eine neue Offenbarung kam es über die Stadt, daß es eine der besten Fußballmannschaften des Landes war, die unter ihrem Namen spielte. Und plötzlich wurde Hollywood stolz auf seinen Klub."

Die Psychologie eines Fußballpublikums ist seltsam. Wenn seine Lieblingsmannschaft Erfolg hat, kennt sein Ehrgeiz und seine Erwartung keine Grenzen. Nachdem eine der Hestbe- fannten Mannschaften des Landes besiegt worden war, sah Hollywood keinen Grund, warum die wackeren Burschen in dem roten Dreß nicht noch größere Heldentaten vollbringen sollten.

Von dem Augenblick an, als der große Bill Lennie das siegbringende Tor gegen die Swifts geschossen hatte, steigerte sich die Erregung der Masse bis Mr Fieberhitze, und in jedem Hause der ganzen Grafschaft stellten die Enthusiasten Vermu­tungen an, gegen wen wohl Hollywood in der nächsten Runde antreten würbe, die am Moatagnachmittag ausgelost werden sollte. Der Hauptreiz dieser zauberhaften Einrichtung, des englischen Pokals, lag in ber Ungewißheit der Auslosung. Ruhm und Vergessenheit, beides konnte sich gleich rasch einstellen.

Die Tabelle der Resultate in den Abendzeitungen verkündete ein furchtbares Schlachten unter den „Großen". Die ersten zwei Runden sähen manche berühmte Mannschaft aegeneinandcr. The Wanderers, Midck-ester City, Clayton Athletic mußten geschlagen ausscheiden, während kecke junge Klubs aus dem Süden noch immer eine kurze Gnadenfrist in der Chance der nächsten Runde fanden.

Die Erregung ebbte am Sonntag nicht ab. Im Gegenteil, sie erhielt weitere Nahrung durch eine Bemerkung, welche Da­vid Mc. Killan, der berühmte Internationale und Manager der Swifts, zu einem Journalisten gemacht hatte. Er sagte, er könne keine Enlschuldigung finden für die Niederlage seiner Leute. Mit der Ehrlichkeit des wahren Sportsmannes sagte er: „Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wenn ich könnte, würde ich die halbe Hollywood-Mannschaft engagieren."

Alle diese Tatsachen zusammen mußten ihre Wirkung zei­tigen: und als Jimmy Dunster um halb vier Uhr am Montag­nachmittag aus dem Fenster auf die Straße schaute, fühlte er sich bewogen, Sam Hollister ebenfalls zum Fenster zu rufen.

„Die warten auf das heutige Auslosungsrcsultat," sagte er vergnügt. als sie auf die dichtgedrängten Menschenmassen vor dem Redaktionsgebäudc hinabsahen. „Passen Sie auf, Sam. ich kriege noch eine Dividende auf meine hundert Pfund!"

Eine halbe Stunde später hatte sich die Menge zerstreut.

„Birlton Idlers — am Birlton-Platz," teilten sie den Leu­ten mit, die sie am Weg trafen „Ich weiß nicht, wie unsere

werden. Die Gemeinden aber bitten wir, nicht nur der Not in der eignen Mitte zu begegnen, sondern auch den Notschrei nicht zu überhören, der jetzt vielfach aus den Nachbargemeinden zu ihnen dringt, zumal von den Städten auf das Land, weil dort naturgemäß das Elend der Arbeitslosigkeit am größten ist.

Wir denken dabei nicht nur an die Beschaffung von Nah­rung und Kleidung für die Armen, sondern auch an die schwere seelische Not, die auf zahllosen Männern und Frauen liegt, denen es versagt ist, ihre gesunde Arbeitskraft für sich, ihre Familie und ihr Volk nutzbar zu machen. Verzweiflung droht viele zu erfassen, die nur in des Glaubens Kraft überwunden werden kann. Unsere große Aufgabe ist jetzt gewiß die Fürsorge, vor allem aber die Seelsorge in einer jedem Form. Zur Seel­sorge gehört u. E. auch die Erschließung und Ermöglichung jeder zweckvollen Betätigung für die aus ihrer Berufsarbeit gerisse­nen Volksgenossen, um ihnen das niederdrückende Gefühl der Zwecklosigkeit des Daseins zu nehmen. Das wird vielfach er­finderischer Liebe möglich sein, wenn auch dem Einzelnen wie der einzelnen Gemeinde kein Weg offensteht, der aus der all­gemeinen wirtschaftlichen Not herausführt. Gott segne den Dienst! Gott erbarme sich unser aller, zumal unserer arbeits­losen Brüder!

Ein schwerer Schlag für den deutschen Export.

Die italienische Negierung hat ihre Einfuhrzölle um 15 Pro­zent hinaufgesetzt. Von feiten der deutschen Regierung sind be­reits diplomatische Schritte erhoben worden, die aber bisher erfolglos geblieben sind. Der deutschen Ausfuhr entsteht durch die italienische Zollerhöhung eine starke Einschränkung der Ab­satzmöglichkeiten, die wiederum den Beschäftigungsstand bei uns beeinträchtigen kann. Gegen deise Zollerhöhung können wir leider nicht protestieren, weil Italien seine Einfuhrzölle ganz allgemein heraufgesetzt hat.

Wer hat zum Weltkrieg gerüstet N

(Schluß.)

Ehe noch die deutsche Heeresvorlage öffentlich bekanntge­geben wurde, hatten die Fran.zosen im Februar 1913 unter dem Präsidenten der Republik, Poincarè, dem einflußreichen Ver­fechter der Revanchepolitik, zur einzigen noch möglichen Steige­rung ihrer Schlagfertigkeit gegriffen und die dreijährige Dienst­zeit für alle Waffengattungen beschlossen.

Delcassë, der erbittertste Feind Deutschlands, wurde Botschafter in Petersburg. Rußland rüstete fieberhaft und behielt ständig einen Reservistenjahrgang unter der Fahne, so dag sein Friedensheer auf 1.2 Millionen anschwoll.

Die deutsche Heeresverstärkung wurde am 3. Juli 1913 be­schlossen. Sie brachte dem Heer einen Zuwachs von 135 000 Mann, der in zwei Jahren erreicht werden sollte. Nach der Ein­stellung des ersten Teiles in Höhe von 72 000 Rekruten blieben jedoch noch 30 000 Taugliche und 75 000 noch nicht Volltaugliche übrig, so daß die allgemeine Wehrpflicht auch jetzt bei weitem noch nicht erreicht wurde. Damit betrug die Friedensstärke im Jahre 1914

bei Deutschland 761 000 Mann (1,08 Prozent der Bevölkerung), bei Frankreich 775 000 Mann (2 Prozent der Bevölkerung, also fast der doppelte Prozentsatz), ohne die farbigen Truppen.

Da Deutschlands Bundesgenosse Oesterreich-Ungarn sich auf

Jungens das fertigbringen sollen, aber mitfahren will ich auf jeden Fall, um ihnen Mut zu machen " Hollister war inzwischen zum Spielplatz gefahren, wo er wieder einmal Heerschau hielt.

„Wieder eine hatte Nuß, Jungens," sagte er; „aber nach dem letzten Spiel zu schließen, vermute ich, daß wir ben Herr­schaften auch etwas zu knacken geben werden. Immerhin, es ist erfreulich zu sehen. wie die Stadt jetzt mit uns mitgeht. Während ich noch bei Jimmy Dunster war, telephonierten einige Leute, die vorschlugen, man möchte einen Extrazug für unsere Anhänger bestellen, die mitfahren wollen."

„Anhänger!" grinste der große Bill Lennie. „Das sind keine Anhänger, eher Peiniger! Die müssen rein ihre ganze Begeisterung während der Saison für letzten Samstag aufge­spart haben. Ich bin am ganzen Körper verbeult vor Aner­kennung."

„Gut ist das Liod, das sie sich gemacht haben. Bill," lachte Pat Finnegan. „Set'em alight the Robins!" Das klingt wie ein Schlachtgesang.

„Lange, bevor wir nach London fahren, um das Finale zu gewinnen, wird dieses Lied berühmt sein," prophezeite Walter Bell weise. „Nanu, was schaust du mich so an?" fragte der Linksaußen beleidigt. „Habe ich nicht auch vorausgesagt, daß wir die Swifts zwei zu eins schlagen werden? Habe ich es nicht die Nacht vorher geträumt? Jawohl, mein Zunge, ich bin ein Hellseher."

„Du bist ein Schwätzer," sagte Bill Lennie, der offenbar nicht zu überzeugen war.

Marr, der eine Zeitlang dem scherzenden Geplänkel seiner Kameraden lächelnd gelauscht hatte, stand auf und ging in die Stadt. Beim Hauptpostamt schickte er ein Telegramm an Mar­gery Kirkby ab, die noch in Rockborough war. Das Telegramm informierte sie von dem Resultat der dritten Auslosung.

Als er aus dem Postamt wieder auf die Straße trat, sah er mit grimmiger Befriedigung eine große gelbe Limousine, die sich eben in Bewegung setzte. Er erfannte den Wagen als das Eigentum eines Mannes, dem er besonders gern begegnet wäre.

Um 7 Uhr abends desselben Tages drückte cs auf die Glocke des Haustores von Levern Croft, des großen schönen Hauses auf der Anhöhe, welche die Stadt überblickte und wo Mr. Fairfax Stopford wohnt.

„Darf ich um die Karte bitten, mein Herr?" fragte der Diener, nachdem er dem Fußballer mitgeteilt hatte, daß Mr. Stopford zu Hause sei.

„Ich brauche keine Karte" antwortete Marr und drängte sich an bem überraschten Diener vorbei. „Sagen Sie nur Mr. Stopford, daß ein Herr da ist, der ihn dringend zu sprechen wünscht. Ich gehe gleich mit Ihnen."

„Das darf ich nicht zugeben, mein Herr, das müssen Sie doch verstehen, mein Herr, daß ich das nicht zugeben kann," flehte der Mann. „Ich werde Unannehmlichkeiten haben, mein Herr, wirklich —"

„Ich werde schon dafür sorgen, daß Sie keine Unannehm­lichkeiten haben," antwortete der Fußballer. „Führen Sic mich nur zu Ihrem Herrn, und ich werde ihm schon die Sache zu­friedenstellend aufklären."

Zitternd, als ob er es mit dem leibhaftigen Teufel zu tun hätte, klopfte der Diener an die Tür eines Zimmers, öffnete sie und sagte: „Ein Herr, der Sie zu sprechen wünscht, Sir." Dann verschwand er leise und rasch.

Einen Augenblick stand Marr in der Türöffnung und blickte auf die unförmige Flcischmasse, die ihm aus den Tiefen eines großen, bequemen Lederfauteuils mit wütenden Augen an- glotzte.

„Sie wagen hier einzudringen?"

Fairfax Stopford war aufgestanden. Seine quallige Hand fühlte hinter seinem Rü^n nach einer Glocke. _

„Weg mit der Hand von dieser Glocke, wenn Sie Unannehm­lichkeiten vermeiden wollen!" warnte sein Besucher und schloß

414 000 Mann (0,9 Prozent der Bevölkerung) beschränkte, hatten die Mittelmächte 1,2 Millionen, dagegen Frankreich. Rußland England, Serbien, Belqien zusammen 2,9 Millionen Mann vo-' dem Kriege unter der Fahne.

Selbst als durch die Ermordung des österreichischen Thron­folgerpaares das

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Signal zum Ausbruch des Weltkrieges

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gegeben wurde, glaubte man im preußischen «riegsminifteriun ^ ^ubt e^ ^°"" noch nicht an den Krieg, sondern bereitete unter dem neuciP. ^ Minister v. Falkenhayn in Ruhe eine neue Heeresvorlage vor li^n- .

die erst in den Jahren 1916/17 wirksam werben sollte. - Bei der »ispiel«. daß Mobilmachung betrug L , tzold blendet.

die Kriegsstärke des deutschen Heeres 5,7 Prozent der Bevöl. | 2 «rJ(ht und den / kerung, ' Leid un

die Kriegsstärke des französischen Heeres dagegen 9 Prozent »

der Bevölkerung. •• «4 nur .

Wenn Deutschland ebenfalls 9 Prozent feiner Bevölkerung bei der Fahne gehabt hätte, wäre sein Heer um 2,2 Millionen Mann stärker gewesen. Im ganzen hatten die Gegner der Mit­telmächte eine zahlenmäßige U 'berlegenheit von annähernd drei Millionen Streitern, während sich allein in Deutschland über 5 Millionen Männer im wehrpflichtigen Alter befanden, Die keine militärische Ausbildung genossen hatten.

Die Geschichte der beutfdx'n Rüstungspolitik, wie sie jetzt ii den klaren Angaben und Zahlen des Reichsarchivs vor aller Augen offen zutage liegt, ist ein Beweis der deutschen Frieds fettigkeit und des französischen Willens zum Kriege, ist die schlagende Widerlegung der Kriegsschuldlüge, die neben der Kolonialschuldlüge eine der giftigsten und nieder­trächtigsten Verleumdungen der Weltgeschichte bildet. Wenn man wissen will, wie ein zum Kriege entschlossenes Volk aussiehl, dann möge man das damalige Frankreich anichauen, jenes Frankerich, das den letzten tauglichen Mann kriegsmäßig ausbildete, das 34 Prozent seiner Staatsausgaben für mili­tärische Zwecke verwendete, während dies in Deutschland nur 15 Prozent waren, jenes Frankreich, das 1913 die dreijährige Dienstzeit wieder einführte und damit zu einer Maßregel griff, die überhaupt nur kurze Zeit ertragen werden konnte und gewissermaßen schon eine Teilmobilmachung darstelltc.

Die nüchternen Zahlen über die deutschen Rüstungen be« weisen, daß die deutsche Regierung bis in die letzten Tage voc dem Ausbruch des Weltkrieges an die Erhaltung des Frieden; glaubte. Die Zahlen über die franzöfsichen Rüstungen wie aud> Poincarès Handlungen aber beweisen

daß die französische Regierung sich nicht nur mit allen ihrer Kräften auf den Weltkrieg vorbereitete, sondern ihn auch in Bunde mit Ruhland heraufbeschwor.

Im vollen Bewußtsein ihrer ungeheuren Schuld am Aug« bruch des Weltkrieges haben die französischen Staatsmänner den Bruch der Friedensbedingungen des amerikanischen Präsidenten Wilson durchgesetzt, haben sie erreicht, daß Deutschland durch das Versailler Diktat mit der Schuld am Weltkriege belastet wurde. Auf diesem ungeheuren Unrecht bauten sie das Versailler Diktat auf und schufen Bestimmungen durch die Deutschland die un­geheuersten Tributlasten auf Menschenalter hinaus auferlegt wurden. Diese Tributlasten haben die Weltwirtschaft zerstört, und rund 15 Millionen Menschen sind um Lohn und Brot ge­kommen. Das ist der Fluch von Versailles.

Versailles muß fallen!

Bisher sind erschienen 35 Flugblätter wie obiger Aufsatz in deutscher, rund 100 in fremden Sprachen. Bitte verlangen Sie Verzeichnis. Bei Bestellung geben Sic bitte die gewünschte Sprache und bestimmte Stückzahl an. Abgabe unentgeltlich. Deutscher Fichte-Bund e. V., gegründet im Januar 1914. Reichs- bund für den Kampf gegen Versailles. Hamburg 36, Colon« naben 47. Bankkonto: Rcichsbank, Hamburg. Posts-l/nNonto 8939.

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die Tür sorgfältig hinter sich. „Ich bin hier, um mit Ihnen zu reden, und werde in meinem eigensten Interesse die Unter­haltung möglichst abkürzen. Sie werden schon gemerkt haben, daß ich keine besondere Vorliebe für Ihre Gesellschaft habe."

„Zum Teufel!" schäumte Stopford. „Das sollen Sie mir bezahlen!"

„Komisch, daß Sic gerade vom Bezahlen sprechen“ antwor­tete der Fußballer mit harter, kalter Stimme, „es ist nämlich eine Zahlungsangelegenheit, die mich hierherführt. Ich wünsche einen Scheck auf dreitausend Pfund, zahlbar an Miß Margero ------,^“"«nui

Kirkby, und denke dieses Haus nicht eyer zu verlasten, bis ich R Ende September ihn bekommen habe!"

Drohend hob Stopford die Hand.

„Ihr läppisches Drohen ist mir gleichgültig," fuhr Man

mit derselben ruhigen Stimme fort, „hingegen würde ich den ÂtHjf

Versuch von Tätlichkeiten Ihrerseits nur begrüßen. Sie sehen vllljl m|[| I

ich spreche ganz offen mit Ihnen. Seit langer Zeit lechze ii danach, mich an Ihnen zu vergreifen, Sie fette, häßliche Krötc' Gleichzeitig will ich aber die Affäre so ruhig unb ohne Aus­sehen zu erregen, erledigen, als es die Umstände gestatten. Ich habe eine schriftliche Ermächtigung von Miß Kirkby, die mich berechtigt, einen Betrag von dreitausend Pfund, welcher Ihnen von Mrs. Horrell anvertraut wurde und von besten Verbleib sie bis nun nichts erfahren konnte, einzukastieren!"

„Das ist ja Erpressung!" zischte Stopford giftig „Ich laste die Polizei rufen."

Der Fußballer trat einen Schritt vor und stand nun faum um Armeslänge entfernt von dem Mann, den er so gern nie« berge boxt hätte

„Ich habe Sie schon einmal gewarnt, meine Geduld zu er­schöpfen," sagte er. „Sie sprechen von Polizei: lassen Sic sich gesagt sein, daß ich selbst zur Polizei gehe, wenn ich nicht in­nerhalb fünf Minuten den Scheck habe! Ich glaube, ich werbe leicht in der Lage sein, zu beweisen, daß Sie ein Komploti in Szene gesetzt haben, um sich dieses Geldes für ihre eigenen Zwecke zu bemächtigen. Ich bin nur deshalb persönlich ber­ge kommen, statt zur Polizei zu gehen, weil ich einen Skandal zu vermeiden wünsche Jetzt stellen sic sofort den Scheck aus!“

„Ich wiederhole, das ist Erpressung!" wanb sich der andere „Schreiben Sie den Scheck, Sie Hund!"

Marr, dessen Geduld zu Ende war, hob die Hand, aber vor ^l dieser Drohung wich Stopford. Er warf sich in einen Stuhl vor dem Schreibtisch und zog Jein Scheckbuch aus der Lade.

„Danke!" sagte der Fußballer zwei Minuten später unb steckte das Papier in die Brieftasche. „Jetzt nur noch ein Wort.

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steckte das Papier in die Brieftasche. „Jetzt nur noch ein Wort. ^ma . 'Zenden bevor ich gehe. Miß Kirkby hat mich beauftragt, Sie zu er- .. .

suchen, ihr in Zukunft Ihre Gesellschaft nicht mehr auRU= Dß ^..

drängen Ich erlaube mir hinzuzufügen, daß ich mich bemüßigt ^n, als bah f D°T

sehen würde, cinzugreifen, wenn Sie dieses Ersuchen nicht voll 11 o^ne . ö W an berücksichtigen." I ^fn • '^es hätte

„Das sollen Sie mir bitter bezahlen — bei Gott!" brüllte ,j. Mndejn ^

Stopford, besten ganzer Körper vor Wut bebte. : auf j^ 1

„Sie sprechen wie ein schlechter Schauspieler," antwortet# l^m ahmten v *t(

Marr. „Aber schließlich sind Sie ja auch einer!" '^Ib tjn . 7 tie Q

Wieviel Nervenanspannung der Besuch ihn gekostet hatte. «x ^ s ^Bßanget ii

kam Richard erst zum Bewußtsein, als er in seine Wohnung zurückgekehrt war und einen Brief von Margery vorfand. Seine Hand zitterte so heftig, daß er kaum die Feder halten konnte Als er aber kurze Zeit darauf den Brief mit dem beigeschlos­senen Scheck weggeschickt und sich zu einer beruhigenden Pfeife Tabak niedergelassen hatte, dankte er doch der Vorsehung, daß er den Mann nicht niedergeschlagen hatte. Ein Skandal war so vermieden und der Name des geliebten Mädchens nicht in die Oeffenttichkeft gezogen worden.

Noch war die Zukunft ungewiß, doch mit dreitausend Pfund, über die sie verfügen konnte, war Margery wenigstens un­abhängig von der Gastfreundschfft ihrer Tante, und das war schon sehr viel wert.

Fortsetzung folgt.

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