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M.

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Samstag, den 17. Oktober 1931

Nummer 83

-^ Politische

der Ansang 9* war, ist 7/er polnischen U e ra9 ârde damals J

her.

Hne Raum",

Die Vereinigten Staaten haben die Einladung zur Teil- Nhme an den Beratungen des Völkerbungsrates über den »««ndschurischen Konflikt angenommen und ihren Generalkonsul M (Senf, Prentih Gilbert, zu ihrem Vertreter bestimmt.

Der Hauptausschutz des österreichischen Nationalrates ge- Khmißtc die durchschnittlich 20prozentige Erhöhung der Bundes- Hchntarife ab 20. Oktober.

Zwischen Frankreich und Südslawien ist ein Uebrreinkom- iiin zustandegekommen, wonach Südslawien eine Anleihe zum

ist soeben im Leilage vl^ße der infolge des Hoover-Schuldenstundungsjahres ausfal- unb wird ab 15. Otto« 'Bbcn Reparationszahlungen erhält.

iin. Die bisherige eW Die monatelangen Verhandlungen, die zwischen Frankreich nhöhe von 65000 Gi nb den Sowjets geführt werden, sollen nun in den nächsten Ilgen in das entscheidende Stadium treten.

f natmn»l.n cacuul Laval reiste gestern um 8.10 Uhr von Paris nach Le Havre ö ' ** Er wird auf seiner Amerikareise auch von seiner Tochter

» . ~ Heilet Der Staatsrat hat für die Reife einen Kredit von

rsMr m aus 6rur. ^^g Franken eröffnet, der auf das Konto des Ministeriums m wen, w ^ k ,(cub„n w

Der bisherige spanische Kriegsminister Don Manuel Azana, kt Führer der Linksradikalen Spaniens, hat die Leitung d:s inen Kabinetts übernommen.

Die spanische Nationalversammlung hat nach 14ftünbigct hämischer Sitzung mit 178 Stimmen gegen 59 die Ausweisung

chen Müschast in kvj läse jebes Einzelnev0| ^inss dürste diese Dch j Resiewns zu etmögliânl

Beamten und die Not to di Jesuiten aus Spanien und die Beschlagnahme ihres Eigen- ori^Iägcn“, von W| ^s beschlossen.

0., München R. 23, PttM Der Start des „Graf Zeppelin" zu seiner dritten Süb- :t die Rot des Volkes i> oierikafahrt in diesem Jahre nach Pernambuco ist auf Sams- n bas Beamtentum, be|^ tq früh 0.45 Uhr festgesetzt.

SS Jas Kabinen Brüning errettet!

die AusM^v Gestern nachmittag um 5 Uhr fand im Reichstage , rv <>^ namentliche Abstimmung über die verkoppelten Mih- r ti uucnsanträge der nationalen Opposition u. der Kom-

Willen "Missten gegen Brüning und sein Kabinett statt. Das Abstimmung lautet:

Heschäft verschaffen. 81k Für Brüning 294 Stimmen,

itschrist "Notwinkt Gegen Brüning 270 Stimmen.

- kurze Tips, Winke, MMr Stimme enthielten sich drei Abgeordnete.

Insgesamt haben sich 567 Abgeordnete an der Ab- rriâtnb orientiert? 'timnung beteiligt. Die Bekanntgabe löste im Plenar- und aus den überfüllten Tribünen stürmische

WrastwlMntransvorte zur Tagung der *^*»i WDW. nach Braunschweig verboten. Mache" berichtet in' l^ M^ amtlich mitgeteilt wird, hat der Oberpräsident der ,s mit vielen Kaäen r jj1Pjn} sa(^€n sämtliche Lastkraftwagentransporte von Per- ^jeressante TaM Dom zu dem nationalsozialistischen Tage in Braunschweig für ^nabend und Sonntag verboten.

' bi*"S Blutige Erwerbslosendemvnstrationen & *Ä1 in Berlin.

m Bilde weroe» , ^ ^ ben Dienstagnachmittag im Zusammenhang mit dem

Volksvertretung »lähstagsbeginn vorausgesagten Erwerbslosenkrawalle, die in- Linlen geneigt' ^ • ^ -„ starken Bereitstellung von Polizeikrästen nicht zur Aus- lusiatz "^^ ^- Mi ^un9 kamen, sind nun am Donnerstag in den verschiedensten Mast SaS"" 8»totteilen Berlins zur Durchführung gekommen, wobei an

t kotieren Stellen Blut geflossen ist.

’ Aus dem hessischen Landtag,

an Klc ____, Darmstadt. In einer neunstündigen Dauersitzung erledigte

___——- ' ^lH rr der hessische Landtag seine restliche Tagesordnung. Mit ^k WMfr Sitzung fand der gegenwärtige hessische Landtag sein Ende.

Stint breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Debatte i* Anträge der Sozialdemokraten und Demokraten ein, Ver- Klungen mit dem früheren Großherzog zu führen mit dem i k besten Abfindung wesentlich herabzusetzen. Einem volks- > 8rtilid)cn Antrag auf Ermäßigung der Sondcrgebäudesteuer i'iigeioerbli^e Räume glaubt die Regierung nicht zustimmen V Birnen.

Wie in jedem Herbst tauchten auch in diesem sozialistische — Wie für eine Winterhilfe auf. Die Sozialdemokratie ver- «litt Einwirkung aus die Reichsregierung, die Veranstaltung stellt» 11 â ne JBo^lfafjrtsIotterie und eine Ermächtigung an die Pro-

% O^ ^' durch eine Wohlfahrtsabgabe auf die Wohnungen die â * (är|.| kundigen Mittel zu beschaffen.

'^55 Das Handwerk zur dritten E'K^ v Notverordnung.

der

Ser Reichsverband des deutschen Handwerks und ^fl Etliche Handwerks- und Gewerbekammertag haben m einer r vii^ ^-jährlichen Eingabe an den Reichskanzler zur Dritten Icot-

" ^tnung Stellung genommen, die zugleich auch den zuftandl- ^^f ^^— tirr.s ^mtfinnpTi des Reichstags übermittelt

|tll. 1 -ich Ministerien und den Fraktionen des Reichstags übermitte t In der Eingabe wird erklärt, daß das Handwerk in den

Ilkaßnahmen der Reichsregierung die große leitende Idee, den schöpferischen Gedanken vermißt, der das deutsche Volk aus Der unmittelbaren Not in eine bessere Zukunft weist. Eine grund­sätzliche ^Wandlung der bisherigen INethoden der deutschen Finanz- und Sozialpolitik in ihrer Wirkung auf die deutsche Wirtschaft, welche namentlich die Lebensfähigkeit des gewerb­lichen Mittelstandes erhält und stärkt, bleibt dringend geboten. Für den geplanten Wirtschaftsbeirat nehmen die Spitzenver­bände des Handwerks Bezug auf ihre Eingabe vom 24. Juli 1931, worin die Neichsregierung ersucht wurde, bei allen Maß nahmcn, die in der Neichsregierung zur Ueberwindung der Wirt­schaftskrisis vorbereitet werden, einen sachverständigen Ver­trauensmann des Handwerks beteiligen. Nachdem jetzt die Bil­dung eines Wirtschaftsbeirates bei der Neichsregierung ange­kündigt ist, wird diese Bitte auf das Dringendste wiederholt.

Im einzelnen treten die Spitzenverbände für eine Ueber- gangsregelung zum Finanzausgleich ein, die zumindest eine organische Lösung vorbereitet, um die gegenwärtigen Fehler des Finanzausgleichs zu beheben und somit insbesondere die ungleich­mäßige Behandlung Der Steuerpflichtigen zu vermeiden. Die vorgesehene Senkung der Hauszinssteuer fei unzureichend, da der bebaute Grundbesitz zur Erhaltung der Grundlage unserer Kreditwirtschaft gänzlich von ihr befreit werden muß. Auch die Aufhebung der Wohnungszwangöwirtschaft hat nunmehr zu erfolgen. Für die beabsichtigten Siedlungen wird die Einschal­tung des selbständigen Handwerks gefordert. Mit den Bestim­mungen über die Spar- und Girokassen usw. erklären sich die Spitzenverbände im großen und ganzen einverstanden. Für die gewerblichen Kreditgenossenschaften wird die Schaffung eines einzigen zentralen Kreditinstituts verlangt. In den Bestimmun­gen über die Prüfungspflicht der Wirtschaftsbetriebe der öffent­lichen Hand wird zwar ein erster Schritt zur Verwirklichung der Forderung nach Beschränkung der Tätigkeit der öffentlichen Hand in der Privatwirtschaft erblickt, jedoch müssen iDie vor­gesehenen Bestimmungen möglichst rasch in Kraft gesetzt werden. Ihre Wirksamkeit hänge von der praktischen Durchführung ab. Für die Arbeitslosenversicherung seien Bestimmungen über die Einführung einer allgemeinen Bedürftigkeitsprüfung, über die Zusammenlegung wenigstens der Krisen und WohlfahrtS- erwerbslosenfürsorge und über eine Senkung der Unterstützungs­sätze unerläßlich. Die Durchführung der Naturalversorgung für die Erwerbslosen wird nur in engster Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft für möglich gehalten.

Am die Zukunft des deutschen Exports.

Kein Ereignis der letzten Zeit ist von so überragender Be­deutung für die künftige Entwicklung der Weltwirtschaft und da­mit für das Schicksal der Völker, wie die Entwertung der eng­lischen Wahrung. Der Sturmwirbel der unmittelbaren Aus­wirkungen hat Zunächst Länder erfaßt, die, wie die skandinavi­schen, wirtschaftlich am meisten oon England abhängig sind: sie mußten dem englischen Beispiel folgen und den Goldstandard ihrer Währung aufgeben. Welche Folgen wird die Pfundkrise für die deutsche Wirtschaft, für den Welthandel und für den Konkurrenzkampf auf den Absatzmärkten in Europa und Uebersee haben?

Deutschland — aufs engste in die Weltwirtschaft verflochten und gezwungen, für seine hochwertigen Industrieerzeugnisse Ab­satz in aller Herren Länder zu suchen, — steht, von allen anderen Problemen abgesehen, vor der schwierigen Aufgabe, sich für eine etwaige Verschärfung des Konkurrenzkampfes auf den inter­nationalen Märkten zu rüsten. In den letzten Jahren hat Deutschland schon in dem großen Ringen um den Absatz auf dem Weltmarkt nicht sehr günstig abgeschnitten. Dom Januar bis August 1931 belief sich die deutsche Ausfuhr auf insgesamt 6,4 Milliarden Reichsmark. Das bedeutet eine beträchtliche Abnahme gegenüber dem Vorjahre (Januar bis August 1930 : 8,1 Milliar­den RM.)

Wird sich die Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt behaupten lassen? Befürchtungen sinD vielfach geäußert worden: die Entwertung des Pfundes schaffte der englischen Industrie eine Exportprämie, erleichtere also ihre Ausfuhr. Da bei der gegenwärtigen Konjunkturlage in der Welt schwerlich mit einer allgemeinen Ausweitung des Welthandels zu rechnen sein wird, könne England seinen Export im wesentlichen nur auf Kosten anderer Industrieländer, namentlich Deutschlands, steigern. Auch werde England, bisher ein guter Kunde Deutschlands, infolge seiner Währungsverschlechterung weniger einführen als bisher. Entsprechendes gelte für die anderen Länder, die ebenfalls vom Goldstandard abgewichen sind. Alle diese und ähnliche Befürch­tungen scheinen zu einem Teil, heute schon bereits durch die tat­sächliche Entwicklung bestätigt zu werden. Deutschland muß nun versuchen, so billig wie möglich zu exportieren. Hier liegt für die Zukunft eine überaus wichtige Aufgabe der deutschen Wirt­schaftspolitik.

Der Ladenschluß am Weihnachtsabend.

Der Reichsrat erledigte am Donnerstag den Gesetzentwurf über^die Arbeitsruhe am 24. Dezember. Der bayerische Gesandte Dr. von Preger beantragte, den allgemeinen Ladenschluß am 24 Dezember gegenüber der Vorlage um eine halbe Stunde zu verlängern, also auf 17^ Uhr festzusetzen und die Beschäftigung des Personals bis spätestens 18 Uhr zuzulassen.

Hände weg von der Währung.

Die gemeinsame wirtschaftspolitische Kundgebung der Spitzenverbände bat mit Recht vor Währungsexpcrimentcn ge­warnt. Dieser Warnung kommt mehr als akademische .Bedeu­tung zu, denn tatsächlich spielt man immer wieder in gewissen Kreisen mit dem Gedanken, gewisse Erfahrungen der Inflations­zeit zu wiederholen. Ilkan hat nämlich festgestellt, daß in einer bestimmten Periode der deutschen Inflation Ausfubrcrlcichterun- gen großen Stils vorlagen. Es gehört zu der begrifflichen Un­sicherheit unseres wirtschaftspolitischen Denkens, daß man in der öffentlichen Erörterung fast ohne Widerspruch diese Erfahrungen verallgemeinern darf. Ilkan vergißt, daß die künstliche Ver­mehrung des Zahlungsmittelumlaufs in Deutschland, das Er­gebnis der Kriegsfinanzierung, zunächst zu einer recht erheblichen Erschwerung der Ausfuhr geführt hat.

Wenn bei gleichbleibendem Warenangebot die Umlaufs- mrttcl vermehrt werden, steigen die ^Warenpreise. lWenn die Warenpreise steigen, verkauft sich die Ware bekanntlich nicht leichter, sondern schwerer. Die ausländischen Wechselkurse müs­sen sich deshalb nach einer gewissen Zeit der Preisbewegung auf dem inneren Ilkarkte anpaffen: m. a. W., wenn beispielsweise infolge der Vermehrung des Zahlungsmittelumlaufs das allge­meine Preisniveau in Deutschland um io Prozent gesteigert wird, wird die Ausfuhr entsprechend sinken, die Einfuhr ent­sprechend steigen und durch diese Verschiebung von Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt wird die deutsche Valuta so­weit heruntergedrückt, daß die Kaufkraftparität wieder hergestellt wird.

Was heißt Kaufkraftparilät? — Kaufkraftparität ist die Uebereinstimmung der inneren Kaufkraft der Währung mit ihrer äußeren Kaufkraft. Wenn die Preise im Innern durch Inflation gesteigert werden, der äußere Wert des Geldes, der Valutakurs, aber derselbe bleibt, ist die Kaufkraftparität gestört und die oben erwähnte Exportdrosselung und Importsteigerung tritt sofort ein. Denn der Ausländer kauft deutsches Geld zum bisherigen Preis, die deutsche Ware aber ist teurer geworden, er kauft mithin die deutsche Ware teurer als vorher. Das Inland dagegen kauft ausländische Waren billiger als deutsche Waren, weil rm In­nern die Preise gestiegen sind, außerhalb Deutschlands aber die alten Preise herrschen und die ausländischen Zahlungsmittel zum alten Kurs gekauft werden können. Dadurch, daß die eigene Valuta dann infolge der Importsteigerung und Exportdrosielung der inneren Entwertung folgt, wird der Ausgleich wieder her­gestellt. Der Ausländer zahlt dann für die deutsche Valuta nur noch so viel, wie es dem inneren Kaufkraftschwund der deutschen Währung entspricht.

Das ist im günstigen Falle der Verlauf einer Inflation wie sie jetzt vielfach vorgeschlagen wird. Wir sehen dabei voll­ständig voN der Tatsache ab, daß das deutsche Volk durch die Erfahrungen der großen Inflation wahrscheinlich vom ersten Tage ab die Flucht in die Sachwerte beginnen und die innere Entwertung der Mark so beschleunigen würde, daß der aus­ländische Kurs der Mark nur sehr zögernd folgen könnte. Das, was die Inflationsfreunde sich hinsichtlich des Exports ver­sprechen, beruht auf den Erfahrungen der letzten Periode der deutschen Inflationszeit. In dieser letzten Periode sank nämlich der äußere Kurs der Mark schneller als die innere Kaufkraft. M. a. W., die Kaufkraftparität wurde nach der anderen Seite hin gestört als eingangs geschildert wurde. Die Mark war billiger im Ausland zu haben, als ihrer inneren Entwertung entsprach und deshalb war es für den Ausländer ein gutes Ge­schäft, Markbeträge billig zu kaufen, um sie in Deutschland zum Einkauf von Waren, Effekten, Grundstücken zu benutzen, deren Preise noch nicht so gestiegen waren, wie es dem äußeren Kurs der Mark entsprochen haben müßte. Dieser Ausverkauf Deutschlands, der sich — um noch einmal daran zu erinnern — keineswegs nur auf Exportartikel, sondern auch auf Effekten, Grundbesitz usw. erstreckte, war die Folge eines Valutadumpings, d. h. des Vorauseilens der äußeren Entwertung der Mark über die innere. Wie kam dieses Vorauseilen zustande? — In der ersten Periode der deutschen Inflation ging die innere Entwer­tung der Ilkark schneller als die äußere, in der zweiten die äußere schnellere als die innere. In dieser zweiten Periode waren wir nämlich auf Grund unserer Neparationsverpflichtungen ge­zwungen, dauernd deutsche Mvrk im Ausland anzubieten, denn wir ^rhlten damals nicht in Mark, sondern unmittelbar in frenwer Währung. Wir waren mithin gezwungen, die Ilkark gewissermaßen zu verschleudern und drückten dadurch Den äußeren Kurs so stark, daß ein Valutadumping Dabei entstand. Daß dieses Valutadumping manchen Industrien Vorteile gebracht hat, ist nicht zu bezweifeln, nicht zu bezweifeln ist aber auch, daß es ein unfreiwilliger Vorgang war.

Ein Vorteil der Inflation, über den man allerdings in Interessentenkreisen nicht gern spricht, ist die mehr oder weniger umfangreiche Entwertung von Schuldverpflichtungen. Der Pro­duzent verkauft bei steigenden Preisen, seine Kreditgeber verlieren ihr Geld. Wir glauben, oaß es genügt, auf die Erschütterung des Vertrauens hinzuweisen, die ein einmaliges Experiment in Deutschland, aber auch außerhalb Deutschlands bewirkt bat. Die Wiederholung vieses Experiments wäre geeignet, das Ver­trauen zum Kreditwesen endgültig zu zerschlagen und damit den Wiederaufbau Der Wirtschaft völlig unmöglich zu machen. Im