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Gießener Wertung

^^^^ I W (Gießener Tageblatt) (Neueste Nachrichten)

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44. Fahrs

Mittwoch, den 15. April 1931

Nummer 30

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â Anweisungen zur (l: Wen und Versandabteilung Gilbungen, Mk. 6,30. Len vorlicgende Buch »

Üe anleiten, ihrem En Uedem und damitmefer t in 17 Kapiteln die Re- Einrichtung eines solcher Versandabteilmg ist tu ng, mit der das Seschan in Zeiten der Teprejsior -i auch manchem tüchtig he selbständig zu machen.

Seit etwas mehr als M i-Vertrages, gibt es miete :r Papst wieder weltliche: 2 bei Vaticana wird j$ bringt die neueste ihn esse (Nr. 15) einen inten

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Die Gerüchte über eine geplante Anleihe des Reiches wer- kii von unterrichteter Seite als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet.

Der Leiter der Abteilung Volksbegehren beim Bundesamt tos Stahlhelms hat dem Reichskanzler die größten Fälle der Lchinderung des Volksbegehrens durch die Behörden übermit­telt und den Schutz der verfassungsmäßigen Volksabstimmung er- beten.

Der Reichskanzler wird erst am 23. April von seinem Ostcr- irlaub nach Berlin zurückkehren.

Reichsinnenminister Dr. Wirth ist Montag vom Papst in längerer Privataudienz empfangen worden und hat anschließend km Kardinalstaatssekrctär Pacelli einen Besuch abgestattet.

In den Verhandlungen über das Flottenabkommen zwischen England, Frankreich und Italien sind neue Schwierigkeiten ent­standen, so daß mit einer Verzögerung der Wiederaufnahme tot Besprechungen gerechnet wird.

Zu der Erkrankung des deutschen Botschasters in London, von Neurath, wird von zuständiger Stelle betont, daß cs sich

nicht um einediplomatische Krankheit", sondern um eine sachliche Erkrankung handele.

Am 12. April jährte sich der Tag, da vor drei Jahren Flugzeug Bremen zum Ozeanflug ausstieg. Der Senat

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im Tag des Buches 1931*, »er neuesten Nummer Ki Diese Nummer Hal out ^reichen, unterhaltâ

k nun «'«araf (fa^i* Wütet w tex wx uet den ZunWM v Iber, Ariikcl und AM die Sie wissen * Anblicke vermitteln. Dir aben.

5. Burgeleit, Eiehen.

Giessen

ton Zufahrtsweg zum Flughafen Bremen Hünefcld-Strnße be- lannt.

Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Dr. Gocb- tels wurde am Dienstag vom Schöffengericht Berlin-Mitte wc- pn Aufforderung zum Ungehorsam gegen das Uniformoerbot tuj Grund des § 110 des Reichsstrafgesetzbuches zu zweihundert Vark Geldstrafe, eventuell zu zwanzig Tagen Gefängnis und regen Beleidigung des Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß zu 1500 Mark Geldstrafe oder fünfzehn Tagen Gefängnis verurteilt.

Das Schöffengericht in Kassel verurteilte den national­sozialistischen Reichslagsabgcordneten Gottfried Feder wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz zu einem Monat Ee- siilgilis.

Montag abend wurden in Chemnitz drei Fußgänger, von tonen einer das Stahlhelm-Abzeichen trug, von 70 uniformier­ten Roten. Frontkämpfern mit den Worten:Das ist auch so «in Mörder!" überfallen und schwer mißhandelt. Als ein lleberfallkommando eintras, flüchteten die Kommunisten. Von kn Tätern konnte keiner ermittelt werden.

Durch ein neues Dekret der Sowjetregierung wird der bis­herige Patentschutz für technische Erfindungen zwar formal noch usrechterhalten, aber praktisch illusorisch gemacht. Das berührt sowohl inländische, als auch ausländische Interessen.

Der Oberpräsident der Provinz-Hessen-Nassau hat das Ver­hol des Tragens einheitlicher Parteiuniformen oder Bundcs- Ilridung der NSDAP, sowie deren Unter-, Hilfs- und Nebcn- Ikganisationen auf Grund des § 8 der Verordnung des Reichs-

Präsidenten für den Umfang der Provinz Hessen-Nassau ordnet.

ver-

5 und

Keine Arbeitsdienstpflilbt.

Berlin. In der kommen Woche wird die o-utachterkom- miffion ihr neues Gutachten fertigftellcn. In diesem Gutachten wirb zur Frage der Ärbeitsdienstpflicht vnd der produktiven Er- Nrbslosenfürsorge Stellung genommen. Bisher ist allerdings eist eine Einigung in der Frage der Arbeitsdienstpflicht zustande gekommen, während die abschließenden Beratungen über die produktive Erwerbslosenfürsorge in diesen Tagen stattfinden. Äech gründlicher Untersuchung ist die Brauns-Kommission dabei Zlr Ansicht gelangt, daß die Arbeitsdienstpflicht als gesetzliche Naknahme abgelehnt werden müsse, weil, und dabei schließt sich 4ic Kommission dem Standpunkt des Reichsarbeitsministeriums ei, die Einführung einer gesetzlichen Arbeitsdienstpflich: in finanzieller Hinsicht untragbar sei.

Zollabkommen auf der Ratstagung.

Genf. Die Note der englischen Regierung an den Eeneral- stlretär des Völkerbundes, in der ersucht wird, das deutsch- «teneichische Zollabkommen auf die Tagesordnung der Mai- tegung des Völkerbundsrates zu setzen, ist auf die Tagesord- lung des Völkerbundsrates gesetzt worden.

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Ratten stimmt dem Schritt Englands zu.

Rom. Die Haltung Italiens zum deutsch-österreichischen Sollprojett ist nun soweit entschieden, daß die faszistische Regie- nwg beschlossen hat, die Prüfung der Tragweite und Rückwir- ^wg des Paktes dem Völkerbundsrat in seiner Maisaison zu »beitragen. Italien ist somit mit England solidarisch

Nrlandö Gegenoffensive.

Paris. Ueber die französischen Vorbereitungen für Genf wird amtlicherseits strengstes Stillschweigen gewahrt. Wie in politischen Kreisen verlautet, wird sich die Tätigkeit des Außen­ministeriums in folgender Richtung entwickeln: 1. Mobilisierung der östlichenVasallenstaaten", 2. Vorbereitung eines allge­meinen Vorzugs-Zollsystems zugunsten Oesterreichs und 3. Schaffung einer wirtschaftlichen Donau-Föderation. Die Pläne setzen eine Verständigung mit England voraus. Briand wird zweifellos alle Anstrengungen machen, um sich zu behaupten.

Oesterreich kündigt das Zollabkommen mit der Tschechoslowakei.

Wien. Oesterreich hat sich nunmehr entschlossen, die Han- delsvertragsoerhandlungen mit der Tschechoslowakei durch die schon seit längerer Zeit geplante Kündigung des im Jahre 1927 abgeschlossenen Zusatzabkommens zu beschleunigen. Die Kündi­gung wird am 15. April erfolgen, so daß die Aenderung des Zolltarifs bereits für den Monat Juli eintritt.

Ende der Monarchie in Spanien.

Madrid, 14. April. König Alfons hat abgedankt. Nach Mitteilung des Republikanerführers Mara non hatte der König zunächst die Absicht, die Krone dem Kronprinzen zu über­tragen. Das wurde aber von Zamora abgelehnt, und der König entschloß sich darauf, von allen dahingehenden Forde­rungen abzusehen und unter folgenden Bedingungen die Krone niederzulegen:

1

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Spanien mit allen Ehren verlassen zu dürfen:

daß ihm Gelegenheit geboten werde, sein Privatvermögen zu liquidieren und darüber zu disponieren:

daß seine Abreise unter militärischen Ehrenbezeugungen er­folgen wird.

Zn Regierungskreisen rechnet man damit, daß die körrigliche

Familie heute abend noch im Sowderzug nach Paris abreisen wird.

Aus dem hessischen Landtag.

Darmstadt. Im hessischen Landtag begann die Etatsbera­tung. Präsident Delp teilt bei Sitzungseröffnung mit, daß der Atg. Dr. Wolf aus der Volksrechtpartei ausgetreten sei und vor­läufig fraktionslos bleibe. Dr. Wolf wird sich der Deutsch­nationalen Partei anschließen. Der Präsident teilt mit, daß nach der Hauptdebatte sofort die Beratung des Kulturetats be­ginnen werde und zwar der TitelPädagogisches Institut", wo­zu die Deutsche Volkspartei den Antrag gestellt hat, daß die Mittel für die Pädagogischen Institute nur unter der Voraus­setzung bewilligt werden, daß an dem bisherigen Zustand nichts geändert wird. Wie sehr die Frage des Pädagogischen Insti­tuts und alle aus ihr sich ergebenden Folgerungen die Gemüter bewegt, beweist die Etatsrede des Zentrumsabgeordneten Hoff­mann, der sich sehr eingehend mit ihr befaßt. Er behauptet, daß die etwaige Verlegung des Pädagogischen Instituts von Darmstadt nach Mainz weder eine katholische noch eine Zen­trumsangelegenheit, auch kein Gegenstand des Kuhhandels zwi­schen einzelnen Koalitionsparteien sei. Dr. Leuchtgens (Land- bund) äußert sich als Erster eingehend zum Etat. Er rechnet es der Regierung als Verdienst an, daß ihr der Ausgleich des Etats gelungen sei, hat aber Bedenken, ob die Steuereingänge auch wirklich so hoch sein werden, wie sie etatsmäßig vorgesehen sind. Für die Deutsche Volkspartei spricht sodann Abg. Dr. Keller. Er sieht in dem Budgetausgleich einen Augenblicks­erfolg, von dem er fürchtet, daß er nur papierene Auswirkung haben wird.

Gerüchtweise verlautet, daß auch in Hessen das Ende der Weimarer Koalition beoorstehe. Die Demokraten sollen be­schlossen haben, aus der Regierung auszutreten bezw. gegen den Etat zu stimmen. Grund: die geplante Verlegung des Päda­gogischen Instituts von Darmstadt nach Mainz, eine Angelegen­heit, die für den demokratischen Fraktionsvorsitzenden Reiber als Obmann des Hessischen Lehrervereins eine Kabinettsfrage ist.

Dr. Sahm Oberbürgermeister von Bersin.

Berlin. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung nahm gestern die Wahl des Oberbürgermeisters, zweier Bürgermeister, vier besoldeter Stadträte und sechs unbesoldeter Magistratsmit­glieder vor. Bei der Abstimmung wurden insgesamt 222 Stimmzettel abgegeben, davon 13 unbeschrieben, so daß 209 gül­tige übrig blieben. Die absolute Mehrheit betrug 105. Dr Sahm erhielt 110 Stimmen, der Kommunist Pieck 52, der Deutschnationale Steiniger 46 und der Deutschnationale Spring­feld 1 Stimme Anschließend wurde der bisherige Stadtsyndi- kus Dr. Lange (SPD.) zum ersten, Dr. Elsaß (Staatspartei) zum zweiten Bürgermeister, Asch-Frankfurt a. M. (SPD.) zum Stadtkämmerer mit 106 bezw. 112 und 101 Stimmen gewählt Die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten nahmen an diesen Wahlen nicht mehr teil. 51 Stimmen in jeder Wahl fielen auf die kommunistischen Kandidaten.

Gesammelte Kavitalkrast.

Der Prozeß der Kapstalkonzentration schreitet nnaufhatt- sam fort. Auch 1930 ist er nicht zum Stillstand gekommen Weniger an der Oberfläche wirtschaftlichen Geschehens gelegen, in unserer an Sorgen und Nöten überreichen Zeit auch weniger beachtet, kommt diesem Vorgang doch wesentliche Bedeutung zu. Riesige Kapitalmassen haben sich im Laufe der letzten Jahre unter einheitlicher Leitung zusammengeballt. Zahl und durch­schnittliche Kapitalkaufkraft der Großunternehmen sind bis in die jüngste Zeit hinein gewachsen. Mag man nun in dieser Erscheinung ein international gültiges Grundgesetz des heuti­gen Wirtschaftssystems überhaupt erblicken, oder ihre Wurzeln vor allem in besonders gelagerten Wirtschaftsverhältnissen Deutschlands suchen - unbestreitbar ist jedenfalls: von diesem Konzentrationsprozeß strahlen vielfältige Auswirkungen auf das Gefüge unserer Volkswirtschaft aus.

Besonders deutlich wird die wachsende Kapitalzusammen­ballung bei den Aktiengesellschaften. Uebcrblickt man die Ent­wicklung im letzten Jahrfünft, so zeigt sich eine geradezu charak­teristische Doppelbewegung: die Zahl- der Aktiengesellschaften nimmt von Jahr zu Jahr ab; ihr gesamtes Nominalkapital hin­gegen steigt mit der gleichen Regelmäßigkeit. Ende 1925 gab es in Deutschland 13010 Aktiengesellschaften: Ende 1929: 11 341; Ende 1930: 10 970. Das gesamte Nominalkapital dieser Ge­sellschaften stieg in der gleichen Zeitspanne von 19,1 Milliarden, über 23,7 auf 24,2 Milliarden. Das bedeutet also: das Durch­schnittskapital der deutschen Aktiengesellschaften hat sich in fünf Jahren um rund die Hälfte erhöht.

Das Bild rundet sich ab, wenn man die Entwicklung der kleinen (mit einem Kapital unter 500 000 Mk.), der mittelgroßen (von 500 000 bis unter 5 Millionen Mk.) und der großen Ge­sellschaften (5 Millionen Mk. und darüber) gesondert betrachtet. Die kleinen Gesellschaften Verminderten sich sowohl der Anzahl wie dem Kapital nach. Die mittelgroßen Gesellschaften haben ebenfalls Einbußen zu verzeichnen. Zugenommen hingegen haben die großen Aktiengesellschaften. Um das an Hand einiger Ziffern zu beleuchten: Ende 1927 entfielen auf die kleinen Ge­sellschaften noch 5 Prozent des gesamten Kapitals aller Aktien­gesellschaften, Ende 1930 hingegen nur noch 4 Prozent. Bei den mittelgroßen Gesellschaften ist ein entsprechender Rückgang von 27 auf 23 Prozent eingetreten. Und der Anteil der großen Ge­sellschaften hat sich von 68 auf 73 Prozent erhöht.

Mit aller Deutlichkeit zeigt sich also, welche beträchtlichen Fortschritte die Konzentration des Kapitals und der Unterneh­men in den letzten Jahren gemacht hat. Mit elementarer Ge­walt hat sie sich in den meisten Gewerbezweigen durchgesetzt, in Bergbau und Schwerindustrie sowohl wie in den verarbeitenden Industriegruppen, im Bankbetrieb sowohl wie im Verkehrs­wesen. Zahlreiche Gesellschaften geringerer Kapitalkraft mußten das Feld räumen, oder ihre Selbständigkeit aufgeben u. sich mit­einander verschmelzen. Große Gesellschaften wiederum haben andere in sich ausgenommen, bilden mit ihnen zusammen Riesen­unternehmen von weitem Aktionsbereich und großer Stoßkraft. Gewaltige Wirtschaftskörper sind auf diese Weise entstanden. In Deutschland arbeiten zurzeit nicht weniger als 30 Aktien­gesellschaften mit einem Kapital von mehr als 100 Millionen Mark.

um die neue Regierung in Thüringen.

Weimar. Die von der Landvolkpartei, der Wirtschaftspar­tei und der Deutschen Volkspattei im Thüringer Landtag vor­geschlagene Liste zur Ergänzung der Regierung mit den Land­tagsabgeordneten Döbrich und Krause wurde gegen 19 Stimmen der Deutschen Volkspartei, der Landvolkpartei und der Wirt­schaftspartei mit 29 Stimmen der Nationalsozialisten, Deutsch- nationalen, Kommunisten und Sozialdemokraten bei Stimm­enthaltung des Vertreters der Staatspartei abgelehnt. Darauf wurde von den Nationalsozialisten ein Antrag auf Wiederwahl der ausgeschiedenen nationalsozialistischen Regierungsmitglieder Dr. Frick, Staatsrat Dr. Marschier und Staatsrat Kiel gestellt Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Nach der Abstimmung faßte der Aeltestenrat den Beschluß, als Verhandlungsführer für weitere Versuche zur Ergänzung der Regierung den Fraku tionsführer der DVP., Abgeordneten Dr. Witzmann, zu bestellen.

Ein preuß. Landrat beschimpft die Frontsoldaten.

Der Landesverband Westmark des Stahlhelm hat durch Telegramme an Innenminister Severing und den Regierungs­präsidenten die sofortige Suspendierung des Landrats Haus­mann- Schwelm gefordert. Begründet wird diese Forderung damit, daß Hausmann am Sonntag in öffentlicher Versamm­lung erklärt habe, der deutsche Frontsoldat habe Heldenmut nur dann gezeigt und wäre nur dann zum Angriff oorgegangen, wenn er besoffen wie ein Schwein gewesen sei."

Unter der Notverordnung.

Berlin. Durch den Polizeipräsidenten von Berlin ist der Deutsche Vorwärts" für drei Monate verboten worden, weil in dem ArtikelFort mit Greß-Preußen" und derKampf für unsere Freiheit" eine Beschimpfung und Verächtlichmachung der republikanischen Staatsform enthalten sei.