Samstag, den 14.
1931.
„Eichener Zeitung"
Nr. 91.
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Das Problem der Arbeitslosigkeit.
Schluß.
Zeit.
^ismätzig kurzen Zeih, samt 8242 Morgen^ .1680 Morgen grog, mud Nhtut in Berlin eiv, ^en ferner das 3000 R^ 2100 Morgen umfasst
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einem Rittergutsbesitzm svecheigerung itattfink ■ schwarze Fahne. Aus:■ âern heibeigeeilt, um k lahme zu zeigen. Die Lc, Arbeiter und Bauern tr. Absingen des DeuWut
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sieht sich der gewerblch rinzelhandelsverband, 6t rtsverein und Hotelier«: H die Weimarer Städte eisftntung für die c obwohl die Prvduliu:.-
vèeÄerkè^--' Lungen erfolglos gebliuc 15. und 29. November j:-
Auch der Plan nach periodischer Auswechslung der Beleg- schasten mit Arbeitslosen (Krümper-System) begegnet großen Bedenken. Die Dritte 9Totocrordnung versucht diesen Weg ;u gehen und bestimmt, daß der Vorsitzende des Landesarbeilsamts, in dessen Bezirk der betreffende Betrieb liegt, zwecks Entlastung des Arbeitsmarktes anordnen kann, daß die Ausgeschiedenen, auch rvenn sie sonst nicht als arbeitslos anzusehen ivärcn, beim Borliegen der übrigen Voraussetzungen Arbeitslosenunterstützung erhalten. Diese Bestimmung knüpft jedoch an die Voraussetzung daß in dem betrefferwen Betriebe eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat, Arbeiterrar oder Angestelllenrar besteht, nach der im regelmäßigen Wechsel ein Teil der Belegschaft vorübergehend entlassen wird oder vorübergehend die Arbeit aussetzt. Die An Ordnung soll nur erlassen werden, wenn der Wechsel in der Belegschaft nicht in größeren als monatlichen Zeitabschnitten erfolgt und die während der Regelung im Betriebe arbeitende Beleg schäft, ohne Berücksichtigung des jeweils ausgeschiedenen Teils, nicht wesentlich geringer ist als die durchschnittliche Belegschaft der letzten Zeit. Die Höhe der Unterstützung darf die Hälfte des sonst zuständigen Betrages nicht übersteigen. Die näheren Bestimmungen zur Durchführung kann der Präsident der Reichs anstatt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung erlassen. O^ad) diesen Bestimmungen kommen von den hand tverkerlichen Betrieben nur die in Frage, welche einen besonderen Betriebsrat haben, d. h. in der Regel mindestens 20 Arbeit Nehmer beschäftigen. Diesem Krümper-System stehen aber d i e größten Schwierigkeiten in betriebstechni s ch e r, wirtschaftlicher und l 0 h n p 0 l i t i s ch e r Hinsicht gegenüber Auch für große Betriebe werden die Damit verbundenen Nachteile nur allzu leicht etwaige Vorteile wieder ausgleichen. Jeder neu eingestellte Arbeiter braucht eine gewisse Zeit zum Eingewöhnen und nicht jeder, vor allem nicht jeder qualifizierte Arbeiter, kann durch einen Erwerbslosen ersetzt werden. Dieses Eingewöhnen koster aber dem Unternehmer Geld, da die volle Leistungsfähigkeit seines Betriebes mit neu eingestellten Arbeitskräften nicht so rasch erreicht werden kann.
Wirkungsvoll läßt sich die Arbeitslosigkeit nur durch d i e Bereitstellung von Arbeit bekämpfen. Diese Arbeiten kosten aber Geld. Woher soll nun das Reich, die Länder und die Gemeinden zu solchen Plänen das Geld nehmen in einer Zeit und in einem Lande, das kein Kapital mehr hat und dessen einzige große Krankheit doch der Kapitalmangel ist, ein Kapitalmangel, den die völlige Zerstörung des Kapitalmarktes bedingte? Kein Kapital vom Innern des Landes und kein Kapital vom Ausland, das Vertrauen zur deutschen Wirtschaft nicht mehr besitzt. Darum mußte auch das Gutachten der Brauns
Kommission ohne jede praktische Auswirkung bleiben, da es zu der Hereinnahme von Auslandskapital für Arbeitsbeschaffung riet, das zu tragbaren Bedingungen aber einfach nicht erhältlich ist. Umsomehr erwächst jedem Einzelnen die Pflicht, notwendige Tlrbcitcn erledigen zu lassen. Kleine und kleinste Aufträge gibt es in jedem Haushalt ^hre Vergebung wird eine Verminderung der Arbeitslosigkeit ermöglichen. Es sind das die gleichen stet sein, jede Lichtiâs. Gedankengänge, die die Reichs-Handwerks-Woche vom Früh- 1 und an keinem Easlh^. jahr dieses Jahres propagierte. Die Beauftragung des Hand-
li. Es dürfte also wahitt^ l0trf6 mit notwendigen Reparaturen und Arbeiten ist zudem ieimar sein. ; praktische Winterhilfe.
Die Dritte Notverordnung will nun zur DITinderung der l'ändungsgrenze. Erwerbslosigkeit die landwirtschaftliche Siedlung sowie die in Handwerks hat |ub t - Kleinsiedlung in der Umgebung von Städten und größeren Zn- 1 übrigen SpißenverbâoW dustriegemeinden (vorstädtische Kleinsiedlung) und die Bereit- - gewandt, um eine Hnij ftellung von Kleingärten für Erwerbslose gefördert wissen (4. uf mindestens 150 ^l Teil der Notverordnung, Wohnungs- und Siedlungswesen, Kap. II). Ganz unverkennbar hat die Flucht vom Lande durch Die wirtschaftlichen Verhältnisse ein Ende erreicht. Während früher alles der angenehmeren Arbeitsbedingungen wegen nach der Stadt strömte, haben gar viele fetzt den Rückweg wieder an= getreten. Daß hierbei der Drang des Menscben nach dem eigenen Herd, der ja auch in Zeiten großer Not und schwankender ciiropäischer Währungen seinen „Goldeswert" nicht einbüßt, eine ausschlaggebende Rolle mitspielt, ist gar nicht zu bestreiten. Her Sivdlungggedanke besitzt eben in den breiten Messen des Volkes eine starke Zugkraft und verdient darum tatkräftige För- oerung. ^m NTittelpunkt der ganzen Siedlungsfrage steht
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zurzeit die vorstädtische Kleinsiedlung (Stadtrandsiedlung). Die Notverordnung vom 6. Oktober siebt vor, daß ein besonderer Reichskommissar hierzu bestellt wird Nach den bislang bekannt gewordenen Plänen der Reichsregierung sollen bierzu einfachste Siedlungshäuser (Holzblockbäuser mit 2—3 Zimmern) errid'tet werden, denen Vand in einem Umfange von 2—4 RTorgen bei gegeben wird. Die Kosten werden auf 2000 RNk. für den Bau und auf weitere 500 3i3It. für die Einrichtung geschätzt. Diese Siedlung soll dem städtischen Lohnarbeiter nebenberuflich den Anbau von Gemüse, Kartoffeln,* Obst und das Halten von Kleinvieh ermöglichen. Für Berlin wird z. B. daran gedadu, etwa 20—25 000 Siedler am Rande der Stadt anzusetzen. Ins gesamt redmct man mit der Ansiedlung von 100 000 ArbeitS lösen. Die Siedlungshäuser sollen in der Hauptsache von den Arbeitslosen selbst errichtet werden, die gleichfalls auch das Gelände erschließen sollen.
So sehr wir den Wert dieser Siedlungen zu schätzen wissen, wird die Bereitstellung der finanziellen Mittel nicht ganz ohne Schwierigkeiten vor sich gehen. Einen greifbaren Erfolg wird außerdem erst die Zeit bringen können, wenn es gelingen sollte, über die angegebene Zahl hinaus größere Massen Arbeitsloser seßhaft zu machen. Daß nur geeignete Erwerbslose in Frage kommen, unterliegt keinem Zweifel und jeder Ansiedler wird sich auch darüber klar sein müssen, daß er erst nach harter Arbeit wird ernten können Dringend geboten erscheint es uns auch, bei der Durchführung der ganzen Siedlungen das Handwerk einzuschalten. Nur fachmännische Arbeit gewährt die Dauer der Bauten und vermeidet nutzlose Anlage öffentlicher Ntittel.
Bedauerlich bleibt, daß die Dritte Notverordnung sich zu einer wesentlichen Senkung der Hauszinssteuer nicht aufraffen konnte. Eine Ermäßigung um 20% ab i. April 1932 in allen Steuerstufen genügt nicht, um der Wirtschaft durch die Er möglichung der Vornahme dringender Hausreparaturen einen merklichen Auftrieb zu geben.
Die schwere Last der Arbeitslosigkeit wird nur eine von innen herauskommeude Gesundung der Wirtschaft vermindern können. Voraussetzung hierzu geben alle Nkaßnahmen der Reichsregierung, die zu einem vernünftigen Lohn- und Preis Niveau beitragen. So wird die Starrheit derTarife beseitigt werden müssen, die mit der gegenwärtigen Notlage nicht mehr zu vereinbaren ist. Arbeitsgerichtsurteile, die bei Lohn- streitigkeiten wörtlich feststellen, „daß es nicht darauf ankommt, ob übertragene Arbeiten vollkommen oder unvollkommen erledigt werden, denn nicht der Erfolg der geleisteten Arbeiten sei für die Eingruppierung in eine Reichstarifklasse ausschlaggebend, sondern allein die Tätigkeit, die ausgeübt werde", müssen der Vergangenheit angehören Für das Handwerk bleibt hier das Ziel weder ein zu hohes, noch ein zu niedriges Lohnniveau, sondern ein gerechter Stand der Löhne, der Möglichkeiten zur Kapitalbildung gibt und eine ausreichende Kaufkraft zu steigender Bedarfsbefriedigung sichert.
Für eine angemessene Gestaltung der Preise muß die Beseitigung aller vorliegenden Bindungen Sorge tragen. Auch die öffentliche Hand hat mit ihrer eigenen Preisgestaltung diesem Ziele zu dienen. Ihre Mitwirkung darf sich nicht auf eine Forderung nach Preisermäßigung für die private Wirtschaft beschränken, während sie selbst mit hartnäckiger Ausdauer die eigenen Gebühren, Tarife, Steuern usw. hoch hält. Lastensenkung ist der Weg, den auch die öffentliche Wirtschaft gehen muß, ein Weg, den uns auch der Sturz des Pfundkurses zur Aufrechterhaltung der aktiven Han delsbilanz mit zwingender Notwendigkeit vorschreibt. Selbst eine Legion von Notverordnungen bleibt Behelf und Probleme werden nicht gelöst, wenn man sie mit Stillschweigen umgeht. Dr. Br.
Immer weiße Zähne ^4ä iÄ die Zahnpaste Chlorodont benutzen. Swch nie hat sie uns enttäuscht! Wir Haven immer weiße Zähne und einen angenehmen Geschmack Im Munde, umsomehr, da wir schon längere Zeit das Chlorodont-Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganze Familie nur Chlorodont-Zahnbürsten". gez. C. Chudoba, Fr.... Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. u. 90 Pf., u. weise jeden Ersatz dafür zurück.
Lotalkè.
Tonntagsgedanken.
Ahnungslos gehen wir täglich an einem Feind des Lebens vorüber. Es ist der graue Alltag. Vielle sind ihm schon erlegen, und seine Fangarme strecken sich gerade heute in dieser düsteren Zeit nach den Menschen. Da klagen viele, daß es nicht ihre Schuld sei, wenn sic sich diesem Feinde ergeben müssen. Heute ist es freilich zu einer Lebenskunst geworden, den Alltag zu bezwingen. Wer aber die Kraft dazu aufbringt, dem scheint am Sonntag dann die Sonne und dem wird sie dann Freudenspenderin.
Hart und schwer und rauh ist heute der Alltag. Er bat den Menschen zur Maschine gemacht und sein Gleichtakt überstimmt oft alle Regungen der Herzen und der Seelen. Und doch wartet jeder Tag und jede Zeit, wie ein leeres Gefäß darauf, daß wir es füllen. Auch der Alltag.
Du mußt tiefer in den Alltag sehen. Denn auch Großes und Wertvolles kann in ihm entdeckt werden. Fm Alltag zeigt sich die Größe und die Kraft des Menschen. Wer mit der Arbeit, mit den Nöten dieser Zeit und mit den vielen Sorgen, wer mit Schmerz und Leid die Woche über ringen muß und trotzdem oben bleibt, wer durch den Eisenschlag der Hämmer und den Lärm der Maschinen noch den feinen Klang der Herzenssaiten hört, für den kann der Alltag nicht zum Feinde werden. Wenn du noch Brot hast zum Essen, einen Ofen, der dich wärmt, wenn du noch einen Freund hast, der dir Halt verleiht, dann klage nicht über die Schwere dieser Zeit. Denn so viele Tausend haben alles das heute verloren. Auch wenn du ringen mußt und dich wehren, wenn der Alltag deine ganze Kraft erfordert, und wenn du da dann.Sieger bleibst über ihn, dann erscheint dir das Große und Gute desselben und du kannst dich freuen über den Sieg.
Fn endlosen Zügen ziehen die langen grauen Alltage an deinem Leben vorüber. Wenn wir sie zum wahren Werktag machen, dankbar sind für jede Arbeit und jedes verdiente Brot, wenn wir nie den Morgen beklagen, der Müh' und Arbeit gibt, dann haben wir nach sechs harten Arbeitstagen ehrlich verdient — unseren Sonntag.
Der Sonntagsschreiber.
Sie Lanbtagswahl
am 15. November wird im ganzen Hessenland einheitlich durchgeführt. Es sind amtliche Stimmzettel herausgegeben. Der Wähler hat eine Partei deutlich kennbar zu machen. Stimmzettel, die Zweifel über die gewählte Partei offen lassen, sind ungültig. Die Wahlzeit ist auf 9 Uhr vormittags bis 18 Uhr (6 Uhr nachmittags) festgesetzt. Es wird sich empfehlen, schon in den Vormittagsstunden seiner Wahlpflicht zu genügen.
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Sr. Göbbels in Gießen.
Wieder einmal war gestern ganz Gießen auf den Beinen: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hatte zu einer zweiten Massenkundgebung in der Volkshalle einberufen, wo der bekannte Reichstagsabgeordnete Dr. Göbbels sprach. Schon um die 6. Nachmittagsstunde hatten sich die ersten Volkshallenbesucher eingefunden, um einen günstigen Platz zu ersitzen. Bis gegen 8 Uhr füllte sich die Volkshalle: 7000 Personen mögen es gewesen sein. Die NSDAP.-Kapelle spielt alte deutsche Märsche, dann rücken in Zivil SS.-, SA.- und Hitler-Jugend unter begeisterten Zurufen ein und unter ungeheurem Jubel betritt kurz vor %9 Uhr Dr. Göbbels die Bühne. Blumen werden ihm von einem Hitler-Mädchen überreicht und schon eröffnet der Kreisleiter Graf Solms zu Laubach die letzte Versammlung der Partei vor den Wahlen. Der Versammlungsleiter kommt auf die unsaubere Wahlpropaganda der Sozialdemokratie zu sprechen, die zurzeit von diesen in der „Oberhess. Volkszeitung" und durch Flugblätter getrieben wird. Er stellt fest, daß alles, was dort über die NSDAP, bezüglich einer Liste über Gießener Bürger und „eine Nacht der langen Messer" gesagt wird, Lügen sind. Gegen solche Schmutzereien gibt es nur eins: die Treue zu Adolf Hitler. Es folgte ein Gedenken an Peter Gemeinder, und dann tritt unter stürmischen Heilrufen
Dr. Göbbels
im dunklen Anzug vor das Mikrophon, um in zweistündiger Rede das Wollen des Nationalsozialismus darzulegen. Er erklärte, oft von großem Beifall unterbrochen, u. a.:
Niemand kann sagen, was die Zukunft uns bringt, doch
in den „Nachrichten über Preußen in seiner großen Katastrophe An die Spitze schrieb er die Sätze:
„Alle vorurteilslosen Männer, welche Preußen vor und im Jahre 1800 beobachtet, haben von ihm das Urteil gefällt, es ; sei in seinen Formen untergegangen. Ein unmäßiges, mit Eitelkeit gemischtes Vertrauen auf diese Formen ließ es ganz übersehens daß der Geist daraus entwichen war. Man hörte die Maschine noch klappern und so fragte niemand, ob sie auch ihren Dienst noch leiste." ~ .
Zur Zeit der Franzosenherrschaft — im Jahre 1808 — schrieb aeiul^,- uor"- tt die bitteren Worte ,
..Nie hat es eine Nation gegeben, welche den unmittelbaren p ne Am®1 Druck, den eine andere gegen sie ausübt, anders erwidert als
mit Haß und Feindschaft! Nur wir haben diese Afterweis- 9 die Dolles Dann: heit, diesen Narrenstolz, der sich einbildet, eine Krone zu tra- âli^en «fini Hi gen, während er eine Sklavenkette schleppt."
bei Wtijtert^ Bis zum Jahre 1812 arbeitete Clau.ewitz als Maior im Ee- 2 ui Taten r leralftab und Gehilfe Scharnhorsts: außerdem aab er dem Kron- 0$ Minzen, dem späteren König Friedrich Wilhelm IV und dem Tenne5 ^,1 2l^ Prinzen Friedrich der Niederlande Unterricht in den Kriegs- 8 als ^ 'Wieviele andere, verzweifelte auch Glauieroiß an der Er-
geholt als . ^,. lehmg Preußens gegen den Korsen und trat im Fahre 181, i
LVm-W» - Milche Dienste. Als R-chts°rtigung schiieb Cl°ui-°°ch le.ne ^ ,n»cßin un?‘ lammenden „Drei Bekenntnisse in denen es heißt.
^r ®eitet > r___-^ «"» ^^ loiAtfinmaen Honnung einer Cr-
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gen, während er eine Sklavenkette schleppt."
Bis zum Jabre 1812 arbeitete Clausew'tz als Maior im Ee-
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„Ich sage mich los von der leichtnnnmen Hoffnung einer rettunq durch die Hand des Zufalls! Fch älaubeund bekenne daß ein Volk nichts höher zu achten hat als
Würde seines Daseins, daß es diese mit dem letzt,.' BlutS' lelov^uoi^ t^ tropfen verteidigen joU daß es keine heiligeren Pflichten zu
) fegten und W^ «füllen, keinem höheren Gesetze zu gehorchen hat! Fch eNlare
WS beiden u mb beteuere der Welt und Nachwelt daß ich die falsche Klug
jigten Juten ^ Leit, die sich der Gefahr entziehen will, für das Lerderblich te
seilen ^fâUft^iK halte, was Furcht und Angst einflößen ^^w', b $ ^ÄV Ä«:»Ä»^
tltillon^lli ent^ ^Se^Äusscheiden aus dem preußischen ^.^saerichtliches
^"âür 11116 Nebel b1^
tröstete sich mit dem Gedanken, daß es 'hm leichter sein werd« „ein ehrenvolles Unglück zu tragen, während so viele andere sich in ein schmachvolles fügen"
Den Russischen Feldzug gegen Frankreich im Jahre 1812 machte er als Oberst und Quartiermeister des rugischen Kavallerie-Generals Pahlen, später beim Heere des Fürsten von Wittgenstein mit. Er vertrat den Plan, daß Napoleon „an den großen Dimensionen des Russischen Reiches zugrunde gehen müsse ‘ And er hat mit seiner Ansicht Recht behalten. Mit -der Konvention von Tauroggen ist sein Name auf immer verknüpit. am Morgen des 30. Dezember 1812 traf York, begleitet von seinem Adjutanten Major Seydlitz und seinem Generalstabschef Oberst Röder, in der Mühle zu Poscherun bei Tauroggen mit dem russischen General Diebitick, in dessen Begleitung »ich Clausewitz befand und Graf Friedrich Dohna, — alle Anwesenden waren geborene Preußen - zusammen. Dort wurde die denkwürdige'Konvention geschlossen, in der sich York verpflichtete mit seinen Truppen zwecks Abwartens weiterer Befehle seines Königs in eine neutrale Stellung zwischen Memel und Tilsit zurückzugehen. Für das befreite Ostpreußen arbeitete Clausewitz das Gesetz zur Bildung der ostpreußischen Landwehr im Sinne Scharnhorsts aus. _
Seine Versuche, nach Abschluß des Bundnißes zwilchen Preu- nen und Rußland, wieder in preußische Dienste zu treten, schlugen fehl Nur als kommandierter russischer Offizier durfte Clausewitz an dem Frühjahrs-Feldzug 1813 im Stabe Blüchers teilnehmen. Auch später lehnte der König ein Gesuch Eneisenaus, der sich Clausewitz als Gehilfen erbeten hatte, ab. Clausewitz mußte das preußische Hauptquartier verlassen Abseits vom Schauplatze der großen Entscheidungen machte er den Herbst-Feldzug 1813 und den Feldzug 1814 als Eeneral-Quartiermentcr des Korps Wallmoden mit.' das nur die Rolle eines Beobachtungs-Korps spielte Endlich nach dem ersten Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 — wurde Clausewitz wieder in preußische Dienste übernommen Jm Feldzüge 1815 war er Generalstabschef des preußischen Korps Thielmann Nach dem Friedensschluß wurde er Generalstabs- chef des Rheinischen Armee-Korps in Koblenz, dessen Kommandierender General Eneisenau war Zwischen Koblenz und dem I nahen Nassau bestand in den Zeiten, wo der Reichsfreiherr vom Stein dort anwesend war, ein reger Verkehr Von 1818 bis 1830 |
war Clausewitz Direktor der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin.
Fm Fahre 1830 wurde Clausewitz zum Inspekteur der 2. Artillerie-Fnspektion in Breslau ernannt Da brach im Zull 1830 in Paris die Revolution aus; ein Krieg mit Frankreich drohte. Zum Oberbefehlshaber der preußischen Truppen war vom König der Generalfeldmarschall Graf Eneisenau ausersehen, sein Stabschef wurde Clausewitz, „Scharnhorsts begabtester Schüler" Seine damals niedergeschriebenen Pläne für die Kriegführung gegen Frankreich waren - mit Generalleutnant von Caemmerer sagt „ein echter Vorläufer der Untersuchungen, durch welche Moltke später io oft die rechten Wege für schwierige Lagen gefunden hat."
Zum Kriege gegen Frankreich kam es nicht: aber gegen die aufständischen Polen wurden vier Grenz-Korps mobilisiert, deren Oberbefehl Eneisenau übernahm: sein Generalstabschef war Clausewitz.
Am 23. August 1831 starb Gneisenau an der Cholera, am 16. November erlag sein Generalstabschef derselben Krankheit. Erst nach seinem Tode wurden seine Werke über „Krieg und Kriegführung" in zehn Bänden herausgegeben.
Fn dem Jahre, da wir den 100. Todestag des Reichsfreiherrn vom Stein und des genialen Gneisenau in ehrender Erinnerung begangen haben, wollen wir auch dieses glühenden Patrioten gedenken, des größten militärische Denkers vor Moltke Clause- witz's ganze Pflichttreue und Opferbereitschaft offenbart sich in seinem Wort:
„Es ist mein Stolz, dem Vaterlande zu dienen, und mein doppelter Stolz unter demütigenden Bedingungen."
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Albin Klein * Gießen