Donnerstag, den 13. August 1931.
„Gießener Zeitung"
Nr. 64.
Abteilung VI.
Erzwungene Landabtretungen.
Wilson hatte feierlich verkündet, und die Alliierten hatten diese Bedingungen angenommen, daß über Völker und Menschen nicht verfügt werden solle, als ob sie Figuren in einem Brettspiel seien. Wie wurde dieser Bedingung entsprochen? Rund 70 600 Quadratkilometer Land mußte Deutschland opfern. Der Polnische Korridor wurde geschaffen. Rund 10 Millionen Deutsche kamen unter die Fremdherrschaft Die gesamten deutschen Kolonien mit einem Flächenraum von rund drei Millionen Quadratkilometern wurden Deutschland abgenommen. Von englischer Seite wurde der Wert dieser Kolonien auf 136 000 Millionen Goldmark berechnet Mit den abgetretenen Grenzgebieten verlor Deutschland auch ungeheure Mengen an Bodenschätzen. Von all diesen Werten wurde Deutschland keinen Pfennig gutgeschrieben.
Abteilung VII.
Lastkonto der alliierten Mächte.
Wohl ist ein Teil des Wertes des beschlagnahmten deutschen Privateigentums zurückerstattet worden, aber diese Tatsache erschüttert die folgenden Feststellungen nicht:
Der erste Betrug: Im Gegensatz zu Wilsons Zusagen bedeuteten die Waffenstillstandsbedingungen die Einleitung der deutschen Ausplünderung.
Der zweite Betrug: Im Gegensatz zu Wilsons Erklärung wurde Deutschland durch das Versailler Diktat die Schuld am Weltkriege zugeschoben und die Versklavung Deutschlands festgelegt.
Der dritte Betrug: Freies Selbstbestimmungsrecht der Völker war verheißen worden. Deutschlands Grenzen wurden zerstückelt, die ganze Provinz Ostpreußen durch die Schaffung des Polnischen Korridors vom Mutterland abgeschnürt. 10 Millionen Deutsche unter die Fremdherrschaft gebracht. Oesterreich wurde der Anichluß an Deutschland untersagt. Die brutale Entrechtung der deutschen Minderheiten in Polen und in der Tschechoslowakei die massenhafte Unterdrük- kung der deutschen Schulen und die Unterdrückung der deutschen Sprache sogar im Religionsurlerricht sowie der Terror bei Wahlen sind eine zum Himmel 'chreiende Dergecval- tigung des anerkannten Selbstbestimmungsrechts der Völker. Der vierte Betrug: Allgemeine Abrüstung war versprochen. Deutschland wurde zur Abrüstung gezwungen Die Gegner aber rüsteten nicht ab, sondern auf Ein Jahrzehnt nach Friedensschluß (am 3. November 1930) schrieb der Pariser „Figaro": Die ganze Abrüstungsdebotte ist und bleibt der größte Schwindel der neueren Zeit
Der fünfte Betrug: Im Gegensatz zu den :4 Friedensbedingungen Wilsons wurde Deutschland zum Ersatz aller Kriegsschäden verurteilt. Bei der Errechnung der Schadenfordcrun- gen haben Deutschlands Gegner, vielleicht mit Ausnahme Englands, ihren tatsächlichen Schaden in« Ungeheure übertrieben. (Näheres hierüber bringt das Fichtebund-Flugblatt Nr. 53.)
Der sechste Betrug: Von den unter Abteilung I aufgeführten Leistungen in Höhe von 41 612 555 100 Goldmark wurden Deutschland nur 7 940 426 000 Mark gutgeschrieben.
Der siebente Betrug: Die unter Abteilung II angegebenen Werte in Höhe von 5 354 754 700 Goldmark wurden überhaupt nicht gutgeschrieben also ganz unterschlagen
Der achte Betrug: Bei der Aufstellung des Dawesplans wurden auch noch die oben genannten Gutschriften einfach als Luft behandelt. Außerdem wurde Deutschlands Zahlungspflicht, die nach früheren Abmachungen biv zum Jahre 1950 gelten sollte, bis zum Jahre 1961 verlängert
Der neunte Betrug: Deutschland sollte nur den Kricgssckaden wieder gutmachen Fünf Jahre nach dem Waffenstillstand
1 war das zerstörte französische Gebiet, abgesehen von kleineren Flächen wertloseren Bodens, der mit Absicht für den Frenv- denoerkehr zerstört erhalten wurde, wieder aufgebaut. Frankreich verwendet einen großen Teil der deutschen Zahlungen für die Verstärkung seiner Heeresmacht
Der zehnte Betrug: Bei der Aufstellung des Noungplans wurden wiederum die im Rahmen des Dâwesplans erfolgten deutschen Zahlungen in Höhe von 7840 Millionen Goldmark als Luft behandelt und Deutschlands Tributschuld nunmehr auf 116 000 Millionen Goldmark „errechnet". Außerdem wurde die deutsche Zahlungspflicht wiederum um 27 Jahre, also brs zum Jahre 1988 verlängert.
In Summa.
Goldmark
Deutsche Tirbute (Abteilung I bis V) . . 71 268 525 800
Wert der Deutschland geraubten Kolonien . 136 000 000 000
Goldmark 207 268 525 809
Der Mittelstürmer von Hollywood.
Ein Fußball-Roman von Sidney Horler.
14. Fortsetzung.
Allerdings waren es revolutionäre Methoden, und es galt, viele alte Ideen über Bord zu werfen, aber Sam Hollister war viel zu vernünftig.
Hollister war in der klassischen Fußballtradition des englischen Kombinationsspiels erzogen worden. Sowohl er als auch Kanonier Sage hatten den Hollywood-Spielern diesen Stil beigebracht und bei ihren Zöglingen zur höchsten Vollendung gebracht. Sie waren durch ihr Dreiinnenspiel außerordentlich erfolgreich, weil sie ihre Methode nicht übertrieben.
Bei dem Spiel gegen Girnsley wurde ihr System zum erstenmal über Bord geworsen. Die Sportjournalisten des ganzen Landes prophezeiten, daß die rasche Girnsley-Verteidigung mit den feingesponnenen Manövern des „Klubs olyne Anhänger" sehr bald fertig werden würde. Doch lange bevor diese Skribi- saxe ihre Ansicht zu Papier gebracht hatten, war Hollisters Plan fettig.
„Wir müssen sie mit ihren eigenen Waffen schlagen," sagte er. „Weite, raumgewinnende Vorleger und dann rennen, das ist jetzt erforderlich!"
So drillte Hollister seine Leute auf die Kick- und Rufhtaktit, die ihre Gegner immer anwendeten. Nachdem dies geschehen war, gab er mit Hilfe Ben Warriners, der die Schwäche und Stärke eines jeden Berufsfußballers in England kannte, kurze Beschreibungen der Mitglieder der Girnsley-Mannschaft und Hinweise auf ihre besonderen Eigenatten.
Bis zu dem Tage, an welchem die Elf die Reise nach Girns- lcy antrat, arbeitete er mit seinen Leuten und wurde nicht müde, ihnen aus dem großen Schatz seiner Erfahrung immer neue Einzelheiten zu vermitteln.
„Jetzt seid ihr in der besten Form, die ich bei euch erreichen kann," sagte er schließlich. „Am Samstag habt ihr nichts anderes zu tun, als an das zu denken, was ich euch gesagt habe!"
2,
Als Außenseiter zum Wettspiel.
Erst als seine Gefährten sich zu einem Spiel Solo Whist niedergelassen hatten, um die Monotonie der langen, uninteressanten Eisenbahnfahrt zu unterbrechen, zog Marr den Brief aus der Tasche, der im letzten Augenblick vor seiner Abreise angekommen war:
„Mein lieber Dick! Ich bilde mir ein, daß Cie ein ganz kleines bißchen besorgt um mich sind, weil ich schon über eine Woche nichts mehr habe von mir hören lassen. Es ist wirklich nicht meine Schuld: unter anderen Umständen wäre ich vielleicht in der Lage gewesen, die kleine Ettältung bald zu überstehen, jetzt aber - seit der Abschaffung des Stopford-Regiments — siird die Zustände hier etwas schwierig, und die kleine Erkältung hat sich zu einer Influenza entwickelt
Jetzt geht es mir schon besser, und dies ist die erste Gelegen-
Von den abgeführten Tributmerten sind also rund 66 000 Millionen Goldmark als Luft behandelt worden. Die Kolonien aber hofft man mit Hilfe des Mandatssystems dauernd cinzu- sacken, ohne auch nur einen Pfennig dafür zu bezahlen.
Durch Deutschlands bisherige Tribute sind die Schäden des Krieges längst wieder gutgemacht. Nichtsdestoweniger »oll auf Menschenalter hinaus Jahr für Jahr ein Tribut von rund 2000 Millionen Goldmark aus dem verarmten deutschen Volke herausgepreßt werden. Aber damit noch nicht genug. Frankreich hat ungeheure Mengen von Gold aufgekauft und hält sie fest. Dadurch hat es eine Steigerung des Goldwertes um rund 15 Prozent erreicht. Dieses hatte zur Folge, daß der Wert des auferlegten Iahresttibuts sich schon im ersten Poungplanjahr um 300 Millionen Goldmark erhöhte.
Der Vater des Poungplans, Owen D. Poung, hat vor den Studenten der amerikanischen Universität von California eine Rede gehalten, die unter dem Titel „America ist too rich, to be loved" als Broschüre veröffentlicht wurde Der „Frideri'us" gibt in seiner Nummer 44 aus dieser Rede eine Stelle wieder, die in der Uebersetzung lautet:
„Diejenigen Länder, die an dem neuen Plan beteiligt sind, haben ihre gesamte Verschuldung an die Vereinigten Staaten zusammengerechnet und ungefähr fünfzig Prozent noch hinzugefügt. als sie die Summe festjetzten, die Deursch- land bezahlen toll. Jedes dieser Länder hatte gegen die Last seiner Verschuldung gegenüber den Vereinigten Staaten Einsvruch erhoben, und dieses sogar trotz der günstigsten Zahlungsbedingungen Und dennoch haben alle diese Länder angenommen, daß Deutschland die Bürde von ihnen allen tragen kann und dazu noch einen Aufschlag von 50%.“
Könnte man die Jahres tributsumme in Zehnmarkscheinen der Länge nach nebeneinnnderlegen, dann ergäbe sich eine Wegstrecke von drei Viertel des Erdumfanges Ein Schnellzug müßte mit 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit über Zwölf Tage und zwölf Nächte ununterbrochen dahinrasen, um diese Strecke zu durcheilen.
Die Wirtschaftsführer fast der ganzen Welt haben den Zusammenhang zwischen den Deutschland aufgezwungenen Reparationen und dem ungeheuren Steigen der Arbeitslosigkeit ettannt. Nur die Politiker verschließen sich mit Absicht dieser nüchternen Erkenntnis. Insbesondere sind es die ftanzösischen Politiker, die von dem deutschen Michel ermatten, daß er bei den weiteren Versuchen, ihm das Fell über die Ohren zu ziehen, nicht nur stillhält, sondern auch fernerhin „guten Willen" zeigt.
Versailles muß fallen!
(Obiger Aufsatz wurde zur Verfügung gestellt vom Deutschen Fichte-Bund e. V„ gegründet im Januar 1914. Reichsbund für den Kampf gegen Versailles Hamburg 36, Colonnaden 47.)
Erschreckende Zahlen aus der amtlichen tlnfallstatlstik.
Rückgang der Unfälle in der Industrie.
In dein Organ der Ruhr-Handelskammern ,^nhr und Rhein" veröffentlicht F. Holtermann, Essen, an Hand der soeben erschienenen amtlichen Unfallstatistik für das Jahr 1929 einen beachtenswerten Artikel, dem wir folgendes entnehmen:
Wenn trotz der günstigen Entwicklung der Unfallziffern bei den gewerblichen Derufsgenossenschaften die Gesamtzahl der Unfälle gestiegen ist, so ist dies im wesentlichen auf die starke Zunahme der Verkehrsunfälle zurückzuführen. In den Jahren 1926—1929 betrug die Gesamtzahl der tödlich verunglückten Personen 23 475, 24 943, 26 403, 27 679; auf 100 000 Einwohner berechnet ist die Verhältnisziffer in dem Zeitraum von 1926 bis 1929 von 37,2 auf 43,3 gestiegen. Die neuerliche starke Zunahme der tödlichen Verunglückungen ist zum weitaus größten Teil durch die rasche Ausdehnung des Kraftverkehrs verursacht. Im Jahre 1929 fielen dem Verkehr mit Kraftfahrzeugen im Deutschen Reich 5 867 Personen ,prm Opfer, das sind 904 Personen mehr als im Vorjahr. In den letzten Jahren haben die Unfälle mit Krafträdern in besonders starkem Maße zngenom- men, ihre Zahl war im Jahre 1929 3^mal größer als im Ithre 1926, während die Zahl der mit oder durch Kraftwagen oer- unglüdten Personen immerhin nur um % der Zahl von 1926 angestiegen ist. Auf einen gleichen Bestand von 1000 Kraftwagen kamen im Jahre 1929 nur noch 6,7 tödlich Derunklückte
heit, die sich mir bietet, um Ihnen zu schreiben. Ich habe beim Doktor sehr schmeicheln uitb bitten müssen, damit er den 23 tief mitnimmt und für mich aufgab.
Hoffentlich erreicht er Sie noch vor Ihrer Abreise nach Girnsley. Mein Brief soll Ihnen Kampsfreudigkeit geben - Sie wissen wie ich das meine. Ich glaube, meine Erkältung hat mich ein wenig phantastisch gemacht, aber ich glaube wirklich, daß Größeres von dem Girnsley-Kampf abhängt als das Gewinnen eines gewöhnlichen Fußballwettspiels. Es ist eher, wie wenn Kreuzfahrer zur Schlacht ziehen.
Sie können sich nicht vorstellen, wie ich um Hollywoods Sieg, bete, wie ich mich nach der Nachricht sehne, daß Hollywood gewonnen oder wenigstens unentschieden gespielt hat. Ein Sieg wävr. die beste, die nachdrücklichste Antwott für unsere Feinde.
Mein Herz wird speziell bei Ihnen- sein. Dick. In meiner Phantasie leben wir beide in einem anderen, längst vergangenen Zeitalter, und Sie, mein tapferer Ritter- stehen todesmutig in. die Schlucht, um eine .edle Frau" an ihren- Feinden zu rächen.
Daß Sie Ihr Bestes tun werden, das weiß ich, Dick, und daß es Ihr Fuß fein möge, der das enstcherdende Tor schießt, das wünscht von ganzem Herzen Ihre aufrichtige Freundin Märgery Kirkby."
Dick steckte den Brief mit liebevoller Sorgfalt in die Tasche und lehnte sich in seinem Sitz zurück. Auf seinem Gesicht lag ein Lächeln — ein glückliches und etwas sehnsüchtiges Lächeln, und er versank in tiefes Nachdenken. Es mochte wohl nicht bloß phantastisch, sondern auch absurd erscheinen, die wackeren Burschen um ihn herum, die sich eben darüber stritten, ab Finnegan das Herzas oder den Pikkönig hätte ausspielen müssen, mit den alten Kreuzrittern zu vergleichen.
und aber doch, er hatte verstanden, er wußte, warum Margery diesen absonderlichen Vergleich gebraucht hatte. Sie hatte recht — es hing viel Größeres von diesem Wettspiel ab als ein Gewinn, welcher in jeder Zeitung des Landes abgedruckt werden würde. Hollywood war ein Fußballdavrd, bedroht von zahlreichen Feinden und gestützt von wenigen, wenn auch treuen, verläßlichen Freunden. Doch wußte Marr, daß die Männer, die Hollywoods verachtete Farben trugen, am nächsten Tage mit einem Kampfgeist sondergleichen in den Kamps ziehen würden, mit einer Opscrfreudigk.cit, die ihnen selbst vielleicht nicht zum Bewußtsein kam.
Der Tag begann mit Wind und Regen. Aus dem Regenschauer wurde ein stundenlanger feiner Sprühregen, der nicht aufzuhören drohte. Sam Hollister blickte aus dem Fenster seines Hotelzimmers auf die Straße, schüttelte den Kopf und knurrte:
..Die Halunken werden schön lachen, wenn es so wetterregnet. Heiliger Michael! Der Platz wird wie ein Sumpf aussehen
Jimmy Dunster, der nicht nur als Fußballreporter, sondern auch als menschgewordener Sonnenstrahl die Mannschaft begleitete, gestattete sich einen der bei ihm so seltenen Augenblicke der Niedergeschlagenheit.
„Ueber diesem Klub lastet ein düsteres Schicksal," sagte er.
gegenüber 7,6 und 7,9 auf 1000 in den Jahren 1928 und 1927 Dagegen hat
Die Zahl der durch Krafträder herbeigeführten tödlichen Verletzungen fast doppelt so stark zugenommen wie der Bestand an Krafträdern.
Während im Jahre 1926 auf 1000 Krafträder nur erst izt tödliche Verunglückungen entfielen, ist diese Zahl neuerding»j auf 3,5 auf 1000 angestiegen. Die Zahl der sonstigen tödliches Verkehrsunfälle ist — im Gegensatz M der starken Zunahme der Verunglückungen im Kraftverkehr — im Jahre 1926 etwas zu- rückgegangen, sie betrug 3 737 gegenüber 3 832 im Vorjahr. Besonders auffallend ist die starke Zunahme der Verunglückungen jugendlicher Personen mit Krafträdern. Sie.kamen durch bei Verkehr und den Sport mit Krafträdern im Jahre 1929 allen 229 15- bis 30jährige, dagegen immer hin nur 154 30- bis 60 jährige Männer mehr zu Tode als im Jahre 1928. Auch unter den Kindern forderte die weitere Ausdehnung des Kraftverkehrs wieder 128 Opfer mehr als im Vorjahre. Bei den 5- b» i 15jährigen Knaben ist außerdem die Zahl der Ertrunkenen u» 1 77 gestiegen.
Erfreulicherweise ist im Gegensatz zu der Zunahme der Ver-! kehrsunfälle bei den gewerblichen Berufen eine weitere Ad nähme der Unfälle zu verzeichnen. Die amtlichen Feststellung» können z. T. schon durch die von den Berufsgenossenschaften mit« geteilten Zahlen für das Jahr 1930 ergänzt werden. Bei btt Hütten- und Walzwerk-Berufsgenossenschaft (Sitz Essen) betrug die Zahl der tödlichen Unfälle, auf 1000 Versicherte berechne:, in den Jahren 1928-29-30: 0,920, 0,735, 0,690 und die Zahl btt entschädigungspflichtigen Unfälle 9,00, 7,92, 8,47 (1913: 13,89). Die Unfallziffer ist im Oberbergamtsbezirk Dortmund bei den tödlichen Unfällen, auf 1000 Beschäftigte berechnet, im Viettesi jahresdurchschnitt von 0,721 im Jahre 1925 (dieses Jahr war für den Ruhrbergbau ein wahres Unglücksjahr) und 0,573 in Zeitraum von 1901 bis 1910 auf 0,507 im Dierteljahresdurchschnitt 1923 0,469 im Merteljahresdurchschnitt 1930 zurückgegangen.
In Berlin verunglückten 1929 tödlich 1877 Personen (43,4). Die Zahl der tödlichen Unfälle in der Reichshauptstadt ist hiernach nicht unwesentlich größer als die Zahl der tödlichen Un fälle, die der ganze dèutsche Bergbau im Jahre 1929 (1647) ml beklagen hatte.
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Den Rei!
Was sagt die deutsche Arbeiterjugend über ihre Eltern?
Eine Umfrage unter 2 100 Berliner Berufsschülern, die fast durchweg aus Arbeiterkreisen stammen, gibt einen interessanter Einblick in das Familienleben des deutschen Arbeiters. (Ein Teil der Befragten lehnt entschieden das Autoritätsverhältnis zu den Eltern ab: Sie finden daheim nicht, was sie suchen, und vettauschen darum das Elternhaus mit einem Kreis von Gleichgesinnten. Ursache dessen ist oft die Ueberlastung der Eltern, sodaß sie sich ihren Kindern nicht widmen können, wie es nötig wäre. Die meisten aber schildern mit Wärme uni Begeisterung den neuen Geist in der Arbeiterfamilie: bu innige Freundschaft zwischen Eltern und Kindern. Stimmen Niger Dankbarkeit und Verbundenheit zeigen, daß auch das heutige Familienleben noch viel Köstliches in sich birgt.
Evangelische Arbeiterinnenbewegung in Deutschland.
Neben den bekannten- evangelischen Arbeitervereinen gibt es auch eine im Aufstieg begriffene evangelische Arbeiterinnen» bewegung. Dem Gesamtverband evangelischer Arbeiterinenver- eine Deutschlands gehören- 160 Vereine mit 10 745 Mitgliedern ! an. Im Jahre 1930 ist die Bewegung um 9 Vereine gewachsen | Eine rege Tätigtest entfaltete der Verband auf dem Gebiet btt I Schulungsarbeit. Besondere Kurse dienten der- Umschulunx | arbeitsloser junger Mädchen.
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Als der Pfeift, stehe.
„Aber wenn die-Dinge fchernbar am schlimmsten stehen, trif eine Wendung zum Besseren ein. Aber", stimmte er zu, währet j er einen besorgten Blick airf die Spieler warf, die eben ift Frühstück einnahmen, „der Regen gefällt mir cruch nicht."
Diese Meinung fand bei der ganzen SJlannfdfaft ungeteilte« Beifall, als siè- um zwei llhr nachmittags den Girnsley-Pkst einer genauen Besichtigung unterzogen. Der Regen, welcher 1"' sechs Uhr morgens ununterbrochen nrèderfiel', hatte den Plat ; buchstäblich in einen Schlammhaufen verwandelt, und bei jeden Schritt oerfairf man mehrere Zoll tuf in dem aufgeschwemmM Boden.
Obwohl das Spiel erst in mehr,- als einer Stunde beginnen. sollte, strömren bereits dichte Massen von Girnsley-Anhängec' u auf den Pllrtz. mit schwarz-weißer/ Abzeichen, mit Holzratschci:» und kleinen Dlechrrompeten ausgerüstet, auf denen sie ein nih: I sehr wohlklingendes, dafür aber um so lärmenderes Konzcr: I veranstalteten. Um den Regen kümmerten sie sich wenig, ebenso-K wenig um die Stadtpolizei, welche sich ohne Erfolg bemühre Ordnung in die Massen zu bringen.
„Ein feinen Publikum, meiner Seel !“ grinste Pat Finne N gan. „Ich glaube, es ist der gefährlichste Mob in ganz England U hoffentlich haben wir heute einen energischen Schiedsrichtn. I der sich nicht irritieren läßt. Er wird gleich da sein und U7S.I wie ièblich, M wissen geben.,, daß er keine Unregelmäßigkeit^» dulden wird."
Zwanzig Minuten vor drei aber, als die Mannschaft^» bereits auf das Spielfeld gehen mußten, war der Herr mit terj Pfeife noch nicht im Ankleideraum der Hollywood-Leute eridjic-1 nert, und so zogen sie, geführt von Ben Warriner, in den Kami | ohne den Schiedsrichter gesehen zu haben.
Ein gellender Schrei, der zwanzigtausend Rothäuten auf dm » Kriegspfad Ehre gemacht hätte, begrüßte sie. Es lag gleichzeisti l eine Drohung und eine Herausforderung darin. So mögen dir» Bürger des alten Rom gebrüllt haben, wenn eine Pattie besor- J ders stattlicher Christen in die Arena geführt wurde, um de: • Löwen vorgeworsen zu werden. Das war der weithin berüchtigt! Girnsley-Pokalkttegsruf, und sein moralischer Erfolg war GirM lcy ein bis zwei Tore wett, je nach der Nervenstärke des GH ners. Das gellende Geschrei verstummte auch nicht einen W ment, sondern hielt während des gangen Spiels an. Wild schär' mend sprang es um den Platz herum wie ein lebendiges Rard tret. Als Darke, der Spielführer und Mittelläufer der einhein." schen Mannschaft, das Los gewonnen und so den Dotteil te’ schwachen Windes für Girnsley gesichert hatte, schwoll das G*’ brüll der Menge ortanartig an.
„Ruhig spielen und sich nicht provoziercm lassen? Die ruhitt'j ren Nerven gewinnen heute!" ‘
Shorty Warriner, mit aufgekrempelten Hemdsärmeln uris ' einem grimmig entschloyenen Ausdruck im sonst so freundlichen Gesicht, gab seinen Kameraden diesen Rat mit, als sie ih? j Stellungen c innahmen. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrumz erkannte er die Gefahren, die dieses Wettspiel bringen mußte. .
Fortsetzung folgt.
1901
Wetz Nied Weil Daub Wetzls Stein ftanibi Earbe liefen Teilst Lollar Wetzla h w Wetzla U August 19 1900(5i Leihgesi 1900 ®i 1900 Ei
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DsB. 0 Steinbi VfB. G 1900 E Dublin VfB. 0 VfB. ( ^furnier ,
Aallau Aiesenl Kedenk Wallau Leiden! Menk, Al.lau »nb Aziden jhkf.SUaii
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