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Klein in Gießen

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ießener Iertung

Erscheint Mittwochs und Samstags.

Bezugspreis 2,40 J< vierteljährlich frei ins Haus. ll«daktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rück- t«dung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

44 Fahrs

Peliltstht

Der Haushallsausschuh des Reichstages begann am Diens- ug die Einzelberatung des Wehrhaushaltes. Ein kommunisti- â»er Antrag aus Streichung des Gehaltes des Wehrministers Derbe adgelehnt. Annahme fand unter Zustimmung desReichs-

oehrministers ein Antrag, wonach Angehörige aib der Marine nicht als Ersatz für streikende Arbeiter verwendet werden dürfen.

Die nächste Vollsitzung des Reichsrates ist 17 Uhr, vorgesehen. Auf der Tagesordnung

des und

für

Rcichshceres ausgesperrte

Donnerstag,

steht u. a. auch

big Beschlußfassung über den vom Reichstag angenommenen Sasrierfleisch-Gcsetzcntwurs.

Rcichsauhenminister Dr. Curtius hat dem Reichspräsidenten

end dem Reichskanzler über die Verhandlungen wichischcn Regierung Bericht erstattet.

Das Plenum des hessischen Landtages wird

mit der öfter-

am 26. März

April zu der

iu einer zweitägigen Verhandlung und am 14. hpru zu ver ms sechs Wochen berechneten Verabschiedung des neuen Staats-

Voranschlages zusammentreten.

Der letzte kommunistische Bürgermeister in Thüringen, Herr Hirsch in Steinheid bei Sonneberg, ist vom thüringischen Zn- itnminiftcrium seines Amtes enthoben worden und zugleich Tiirbc ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

Der Kasseler Kommunistenprozeß konnte am Dienstag vor­mittag in aller Ruhe seinen Anfang nehmen, nachdem die 97 Angeklagten sämtlich erschienen waren. Die Angeklagten sind jum größten Teil junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren.

Die vom Verband bayerischer Metallindustrieller in den bayerischen Großstädten für Montag abend am Arbeitsschluß verhängte Aussperrung ist einheitlich durchgeführt worden und betrifft, wie gemeldet, rund 40 000 Arbeiter und Arbeiterinnen.

Der Schlichter für die Provinz Brandenburg hat den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusies Kottbus vom 20. Fe­bruar 1931 betr. sechsprozentige Lohnkürzung, Mehrarbeit und Nanteltaris, für die Textilarbeiter der Lausitz für verbindlich

»klärt.

Am fett der iHer in

Der

22. März findet aus Anlaß der zehnjährigen Wieder-

Volksabstimmung in Beuthen statt.

belgische Ministerrat

Oberschlestcn eine Erinnerungs­

hat beschlossen, zur Beschaffung

doh Arbeitsmöglichkeiten für die Arbeitslosen eine Anleihe non 60 Millionen Franken aufzunchmen und die Vcamtenge- bälter gleichmäßig um 6 Prozent herabzusetzen.

Zn der französischen Kammer sind gegenwärtig nicht weni­ger als 182 Projekte und Gesetzentwürfe eingebracht, die aus Zvllerhöhungen oder Sondertaxen aus eingeführte Zndustrie- kezcugnisse abzielen.

Der französisch-spanische Grenzverkehr ist seit Sonntag früh wieder unterbrochen. Zn Portugal meuterten die Garnisonen von Coimbra und Farö.

Zm Pariser Prozeß der Finanzschwindlerin Martha Hanau hat der Staatsanwalt die Höchststrase von fünf Zähren Ge- ld agnis beantragt.

Unter dem Eindruck der englisch-indischen Verständigung ;anben in ganz Aegypten Massenversammlungen statt. Sie for­derten die sosortige Wiedereinberufung des Parlaments und blt Erklärung Aegyptens zum unabhängigen Staat.

Zm Moskauer Mcnschewistcnprozeß wurden drei Angeklagte ;u fünf Zähren, vier Angeklagte zu acht Zähren und sieben An- aellagte zu zehn Zahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Das türkisch-russische Protokoll über die Rüstungsbegren- lumgen im Schwarzen Meer ist in Angora unterzeichnet wor­den. Darin wird vereinbart, daß jede der vertragschließenden itarteien die andere sechs Monate vorher zu benachrichtigen hat, wenn sie beabsichtigt, ihre Flotte auf irgend eine Weise zu verstärken.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die Einladung iur Teilnahme an der am 26. März in Rom beginnenden Ge- tvtidekonjerenz abgelehnt.

Aus einer Reise durch die argentinischen Provinzen hat Präsident Utiburu in der Stadt Cordoba eine Rede gehalten, bnc als Ankündigung einer schärferen Schutzpolitik ausgcfaht orb.

Das Erdbeben, das in den letzten Tagen Südserbien Heim- - «sucht hat, hat in insgesamt 21 Ortschaften schweren Schaden a »gerichtet. Die Bevölkerung wagt es nicht, in die Häuser zerückzukehren. Die Zahl der Todesopfer steht noch nicht fest.

Das SWlsegM vom Reichsrat angenommen.

Berlin. Das Plenum des Reichsrats hat am Montag das Oithilfegiesetz angenommen und zwar in der Fassung, die Pro­vinz Schleswig-Holstein und die östlich der Elbe gelegenen

Teile der Provinz Sachsen und der Länder Sachsen, Anhalt und Oldenburg in den Bereich der Entschuldung einzubeziehen. Ein bayerischer Antrag auf Einbeziehung der bayerischen Ost- gnenze wurde abgelehnt, nachdem die Reichsregicvung geltend gemacht hatte, daß sie diesem Antrag deshalb nicht zustimmcn könne, weil die bayerischen Ostgrenzgebiete in keinem räum­lichen Zusammenhang mit dem jetzigen und künftigen Entschul- dLngsgebiet stehen.

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Mittwoch, den 11. März 1931

Eine Doppelvorlage der Reichsregierung in der Sstdilse.

Berlin. Auf Grund der Beschlüsse des R-eichsrates zur Osthilfe hat die Regierung beschlossen, an den Reichstag eine Doppelvorlnge zu machen in der Frage der Ausdehnung der Entschuldung auf Holstein und alle Gebiete westlich von Meck­lenburg. Sie geht dabei von dem Gesichtspunkte aus, daß durch diese Beschlüsse des Reichsrats das Volumen der Entschuldung vergrößert wäre, ohne daß sich feststellen ließe, ob die nötigen Mittel dafür vorhanden seien. Die Regierung hat aber die Erklärung abgegeben, daß sie bereit ist, die Entschuldungsaktion auch weiter auszudehnen, falls zur gegebenen Zeit die nötigen Mittel vorhanden sind.

Fermer wird die Regierung eine zweite Doppelvorlage an den Reichstag richten hinsichtlich der Zusammensetzung des Aufsichtsrates der neuen Jnduftriebank. Die Regierung ist der Ansicht, daß der Aufsichtsrat auf höchstens 29 Mitglieder be­schränkt sein müsse, während der Reichsvat beantragt, daß der Aufsichtsrat ams 33 Mitgliedern bestehe, oon denen zwei Mit­glieder Vertreter der Industrie und zwei Mitglieder der Ren­tenbank-Kreditanstalt und der Preußenbank sein sollen.

Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft.

Darmstadt, 10. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags begann am Dienstag die Beratungen des Etats des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Es ist ein Zuschuß von 6 314 000 RM. notwendig, d. h. etwa 128 000 RM. mehr als im Vorjahre, was der Minister dahin erläuterte, daß für Zinsverbilligung und Notstandsarbeiten der Erwerbslosen ein weiterer Betrag eingesetzt werden mußte. Auch im Bereich seines Ministeriums sei im vergangenen Jahre gespart worden. Das Gewerbemuseum sei aufgehoben, das Landegestüt verklei­nert worden. Weitere Ersparnisse sollen dadurch erzielt wer­den, daß man u. a. in Oberhessen zunächst probeweise Vermes­sungswesen und Feldbereinigung zusammenlegt, daß man das landwirtschaftliche Schulwesen vereinfache und die Direktoren­stelle an der landwirtschaftlichen Versuchsstation einspare.

Eine längere Amtssprache entstanv nort) über Prelvsentring? .fragen.

Lohnverhandlungen bei der Reichsbahn ergebnislos.

Die Verhandlungen zwischen Reichsbahn und Gewerkschaf­ten über eine Lohnsenkung wurden am Dienstag fortgesetzt. Da die Gewerkschaften jedes Eingehen auf die Forderungen der Reichsbahn ablehnten und die Aufrechterhaltung der bestehen­den Löhne verlangten, haben die Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt. Die Reichsbahn-Hauptverwaltung wird nun­mehr die Einleitung eines Schlichtungsverfahrens beantragen.

Auch Polen kürzt die Beamtengehülter.

Warschau, 10. März. Der polnische Finanzminister Ma- tuszewski erklärte am Montag in seiner großen Haushaltsrede im Senat u. a., im Rechnungsjahr 1931-32 sei ein Fehlbetrag von ungefähr 350 Mill. Zloty zu erwarten. Die Regierung sei aber gewillt, Ersparnisse in Höhe von 300 Millionen Zloty zu erzielen. Davon sollen 200 Mill. Zloty allein durch Herab­setzung der Beamtengehälter um 15 v. H. voraussichtlich ab 1. Juli ds. Is. eingespart werden.

Arbeitslosigkeit,

erstmals leicht rückgängig.

Am 28. Februar waren bei den deutschen Arbeitsämtern 4 972 000 Arbeitslose (Arbeitsuchende) vorhanden. Das bedeu­tet gegenüber dem 15. Februar eine Abnahme von 19 000. Die Zahl der Hamptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenver­sicherung betrug Ende Februar 2 589 000 gegen 2 602 000 am letzten Stichtag. In der Krisenfürsorge 908 000 gegen 861 000. Während die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden und der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung abgenommen hat, ist in der Krisenfürsorge noch eine Zunahme zu verzeichnen, so daß also eine Umschichtung eingetreten ist. Zum ersten Male wird die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen angegeben, und zwar mit rund 900 000 für Ende Januar.

Aber immer noch 311 685 Arbeitslose in Hessen und Hessen-Nassau.

Ueber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Die Arbeitslosigkeit scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben. In der zweiten Ianuarhälfte sank die Zahl der Ar­beitsuchenden um 2353 auf 311 685, während sie um diese Zeit im Vorjahr noch weiter um 2454 auf rund 230 700 (Höchststand des Jahres 1930) anstieg. Diesmal melden schon 8 Arbeits­ämter (in der ersten Februarhälfte nur zwei) eine Abnahme, Mainz 800, Offenbach 700. Don den anderen 10 Arbeitsämtern hatten noch eine größere Zunahme Limburg (425) und Wetz­lar (329). Die Zahl der Hauptuntcrftützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ging seit Juli 1930 zum erstenmal wieder etwas zurück, und zwar um 794 auf 150 948. Die Haupt­unterstützungsempfänger in der Krisenunterstützung nahmen aber weiter um 2747 auf 52 472 zu.

Nummer 20

Die stederfremdung des deutschen KauSbesitzeS.

Nach „Wirtschaft und Statistik" bot die Reichswohnungs- zählung vom 16. Mai 1927 erstmals Gelegenheit, einen Ueber- blick über die Ueberfremdung des deutschen Haus- und Grund­besitzes zu gewinnen. Die Angaben, die sich auf die bebauten Grundstücke in sämtlichen Gemeinden über 5000 Einwohner er­strecken, können allerdings nur mit Vorbehalt wiedergegeben werden, da der Umfang der Ueberfremdung schwer vollständig zu ersassen ist. Das gilt hauptsächlich hinsichtlich des Besitzes der juristischen Personen. Von dem Auslandsbesitz an bebau­ten Grundstücken in Händen juristischer Personen konnte nur ein Ausschnitt erfaßt werden, da hinter vielen Gesellschaften deut­schen Rechts ausländisches Kapital steht, was aus den Zähl- papiercn naturgemäß nicht zu ersehen war. In Frage kommen hierbei insbesondere Grundstücke mit Fabriken, Geschäftshäusern usw., in Berlin, außerdem in größerer Zahl auch Wohnhaus­grundstücke. Im ganzen genommen können daher die Angaben über die Ueberfremdung des städtischen Grundbesitzes nur als Mindestzahlen gewertet werden, dürften aber (abgesehen von Grundstücken mit Fabriken, Geschäftshäusern usw.) kaum um mehr als 10 Prozent hinter der Wirklichkeit Zurückbleiben. Im allgemeinen handelt cs sich bei diesen Angaben um Wohnhaus­grundstücke, die ohnehin in erster Linie interessieren

1. Ueberblick über die Hauptergebnisse.

In den Gemeinden über 5000 Einwohnern standen mit den vorstehenden Einschränkungen am 16. Mai 1927 von insgesamt 2,3 Millionen bebauten Grundstücken 24 100 oder 1,05 Prozent im Eigentum von Personen mit Wohnsitz im Ausland (einschl. juristischer Personen mit Sitz im Ausland). Brennpunkt der Ueberfremdung sind die Großstädte. Namentlich Berlin hat eine starke Anziehungskraft auf das ausländische Kapital aus­geübt: Mindestens 7,5 Prozent der Berliner Grundstücke waren nach 1927 Auslandsbesitz, der zum weitaus größten Teil in der Inflationszeit erworben worden war. Hauptinleressenten am Grundstückserwerb in den einzelnen Reicksteilen waren — neben den Vereinigten Staaten von Amerika — die unmittel­baren Nachbarländer, die mit Vorliebe in der nächstgelegenen deutschen Großstadt hochwertigen Grundbesitz erworben haben.

Physische Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit das sind im Ausland und in Deutschland ansässige Aus­länder besaßen insgesamt 30 900 oder 1,34 Prozent aller be­bauten städtischen Grundstücke. Fast die Hälfte dieser im Be­sitz von Ausländern befindlichen Grundstücke, nämlich 14 800, gehörten solchen Ausländern, die ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland hatten. Amerikas Anteil ist hierbei von geringer Bedeutung. Seit der Stabilisierung der deutschen Währung ist die Ueberfremdung wieder zurückgegangen.

Von sämtlichen bebauten Grundstücken standen im Besitz von

In den Gemeinden

in ben

Personen mit Wohnsitz im AuS

über

Großstädten

in

land (einschl. jurist. Personen)

5000 Einw.

ohne

Berlin

Grundstücke überhaupt

zusammen 24 067

Berlin

9 707

7 497

In % sämtl. bebauter Grundstücke

1,05

1,43

7,42

Nach dem 1. 7. 18. erw. Grundstücke

18 771

7 903

6 859

In % der Grundstücke von im Aus­land wohnenden Personen

78,0

81,4

91,3

Grundstücke im Eigentum von Ausländern

3« den Gemeinden über

Zn den Großstädten

IN

500 Einw.

ohne

Berlin

Mit Wohnsitz in Deutschland

zusammen

14 840

Berlin

5 584

2 615

Mit Wohnsitz im Ausland

16 030

6 599

6 298

Ucberhaupt

30 870

12183

8 913

In % sämtl. bebauten Grundst.

1,34

1,79

Nach dem 1. 7. 1918 erw.Erundst.

23 863

9 762

8 253

In % der Grundstücke v. Ausländern 77,3

80,1

92,6

Unter den Personen mit Wohnsitz im '

Ausland sind

auch

die juristischen Personen mit Sitz im Ausland enthalten; es handelt sich um 1731 oder 7 Prozent der erfaßten Grundstücke im Besitz von im Ausland ansässigen Personen (vgl auch Vor­bemerkung)

2. Die Beteiligung der einzelnen Auslaudsstaaten an der Ueberfremdung.

An den insgesamt 24 067 Grundstücken im Eigentum von Personen mit Wohnsitz im Ausland hatten die höchsten Anteile in Prozent:

Ver. Staaten v. Amerika

14,5

Schweiz

8,5

Tschechoslowakei

10,0

Niederlande

8,1

Polen

9,6

Frankreich

8,0

Oesterreich

8,5

Spanien

3,4

Geht man von der Staatsangehörigkeit aus, so treten die Nachbarländer natürlich zum Teil noch stärker in den Vorder­grund, da sie gleichzeitig das Hauptkontingent der in Deutsch­land lebenden Ausländer stellen. Die Amerikaner dagegen, für die ein Besuch Deutschlands mit größeren Schwierigkeiten ver­bunden ist als wie für die Bewohner der Nachbarländer, stehen, hier auf dem 6. Platz. Die Länder, deren Staatsangehörige Die höchsten Anteile an den insgesamt 30 870 Grundstücken der Per­sonen mit äusländischer Nationalität haben, sind folgende: