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-n, oen 8. At'^/st 1931

Gießener Zeitung"

Die Einnahmen der Aerzte aus der KasfenpraxtS.

Ueber die Teilung der kasienärztlichen Honorare an die Kasienärzte im Jahre 1930 gibt eine vom Hauptverband der Krankenkassen aufgestellte Uebersicht lehrreichen Aufschluß. Es erhielten danach

bis

2 000 RM. jahrl. 11 605

Aerzte =

42,2%

von 2 000 RM.

6 000 8118

28 %

6 000

w w

12 000 5 973

20 %

12 000

>f w

25 000 5 777

9 %

25 000

" »

36 000 190

0,8%

35 000

55 000 50

0,8%

55 000

75 000 9

0,8%

75 000

100 000 4

0,8%

Der Kasienhauptverband, also einer der

wichtigsten

i und

mächtigsten Gegenspieler der Kasienärzte, liefert damit selbst den Beweis für die immer wieder von den Aerzten aufgestellte Be- hauptung, daß die Mehrzahl aller Kasienärzte weit davon ent­fernt ist, glänzende oder gar Rieseneinnahmen aus der Kasien- praxis zu beziehen. Man sieht ans dieser Zusammenstellung, daß nur 9,8 Prozent (also noch nicht einmal ein Zehntel der Kasien­ärzte) mehr als 12 000 RM. an Honorar erhalten haben. Mit Einnahmen bis zu 2000 RM. mußten sich 42,8 Prozent der Kas­senärzte begnügen, weitere 28 Prozent hatten zwar mehr als 2000 RM., aber nicht mehr als 6000 RM. Einnahmen. Die tatsächlichen Einnahmen der einzelnen Aerzte weichen daher recht erheblich, und zwar überwiegend nach unten, von den ge­wöhnlich angegebenen Durchschnittswerten des kasienärztlichen Einkommens ab.

Aus Rad und Fern.

Lich. Die Verkraftung der Landpost schreitet auch in hie­siger Gegen fort. Ab 17. August wird die neue Verbindung von hier aus eröffnet und berührt 20 Ortschaften und Posthilf­stellen. Die Landorte erhalten alsdann täglich zweimal Post.

Butzbach. In der Zeit vom 23. bis 29. August veranstaltet der Hessische Landesverein für innere Misiion hier eine Frei­zeit für Arbeiter und Arbeitslose.

Bad Nauheim. Bis zum 6. August 1931 betrug der Gesamt­besuch 22 637 Gäste. Darunter 4157 Ausländer. Anwesend wa­ren am 6. August 1931 4194 Gäste.

Nieder-Florstadt. Am Sonntag, den 9. August, werden in Nieder-Florstadt die Meisterschaften des Südwestdeutschen Turn­verbandes im Allgemeinen Deutschen Turnerbund ausgetragen. Die Meldungen zu den einzelnen Kämpfen sind ttotz der schwe­ren Zeit wider Erwarten sehr gut, sodaß man auf spannende Kämpfe hoffen darf. Unter den Gemeldeten findet man auch sehr bekannte Namen, wie den Internationalen Schneider, Opel-Rüsselsheim, den bekannten Stabhochspringer Reeg, Rüs­selsheim. Die Kämpfe des ATV. sind gerade in den letzten Jahren auf einem Niveau angelangt, das die gesamte Sport­welt aufhorchen läßt.

Ulrichstein. Das Postauto UlrichsteinMücke stand zur Ab­fahrt bereit, als sich plötzlich die Bremse löst«. Der bereits besetzte Wagen fuhr auf der abschüsiigen Ottsstraße hinunter und rannte gegen den Viehstall eines Landwirts; die Wand wurde eingedrückt, und an der Krippe blieb der Wagen stehen. Zum Glück war kein Vieh im Stall. Die Fahrgäste verließen zum Teil im Diehstall den nur leicht beschädigten Wagen. Auch gab es sonst keine ernsten Verletzungen.

100 000 Mark unterschlagen.

Darmstadt. Bei einer unDermuteten Revision der Kasi« des Rarsfsisenver«ins in Groß-Zimmern wurde ein Fehlbetrag von etwa 100 000 Mark festgestellt. Der Täter ist der Bankbuchhalter Geo Schmidt von Groß-Zimmern.

Worms. Am Mittwoch ist es der Wormser Kriminalpolizei gelungen, den seit 1925 von zahlreichen Staatsanwaltschaften gesuchten Schwindler Jacobi, der alle größeren Städte unsicher machte, nach einer erneuten Schwindelei zu fassen.

Wetzlar. Ein Groß-Feuerwerk veranstaltet heute abend 9 Uhr, der Wetzlarer Verkehrsverein für Stadt und Land im Stadion (Spilburg).

Komunisten

sprengen eine nationalsozialistische Versammlung.

Herborn. Im Anschluß an eine am Dienstag abend im Nassauer Hoff' stattgefundene Versammlung der Nationalsozia­listen kam es zu schweren Ausschreitungen. Das Referat des Landtagsabgeordneten Dauser-München über den Volksentscheid, sowie die Diskusiion einiger kommunistischer und sozialdemokra­tischer Redner verliefen in Ruhe. Doch danach entwickelte sich eine schwere Schlägerei zwischen Kommunisten und National­sozialisten, wobei Stühle und Biergläser als Waffe dienten. Ein starkes Aufgebot von Landjägern ging dann mit dem Gum­miknüppel gegen die Streitenden vor und räumte den Saal. Auf der Straße wurden die Polizisten mit Steinen und Zaun­latten bombardiert, wobei einige Beamte verletzt wurden. Als schließlich aus der Menge scharfe Schüsie fielen, machte auch die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch und gab eine Anzahl Schreckschüsse ab. Die Ruhestörer ergriffen hierauf die Flucht und die Polizei konnte nach einer Stunde die Ruhe wiederherstellen Im Laufe der Nacht gelang es, einige der Hauptäter festzuneh­men. Der Sachschaden im Versammlungslokal ist sehr bedeutend; u. ä. sind einige hundert Stühle und eine Anzahl Tische total zertrümmeret worden.

Marburg. Der Gastwirteverein Marburg und Umgegend hat beschlosien, daß infolge der schwierigen Wittschaftslage den Gä­sten nur noch gegen bar Getränke und Speisen verabreicht wer­den können.

Kasiel. Im Regierungsbezirk Kasiel wird erwogen, in ein­zelnen mehr ländlichen Kreisen di« Zahlung von rückständigen Steuern und insbesondere die Zahlung von Gemeindesteuern und Kreissteuern in Form von Nadurallieferungen abzugelten, zumal sich seit einiger Zeit der Notstand herausgebildet hat, daß Brotgetreide infolge des starken Preisabschlages seit der Ein­stellung der Notierungen für Brotgetreide am 13. Juli nicht mehr in dem gewohnten Ausmaß zu oertaufen ist.

Auch in Köln werden Vauarbeiten eingestellt.

Köln. Bei der Beratung des Etats 1931 brachte Ober­bürgermeister Dr. Adenaner seine feste Absicht zum Ausdruck, die bestehenden Fehlbeträge aus den Jahren 1929, 1930 und 1931 in drei Jahresraten zu tilgen, um im Jahre 1934 eine Aktivbilanz vorlegen zu können. Der Oberbürgermeister hat zur vorläufigen Einsparung von Barmitteln verfügt, daß alle Bau­arbeiten sofort einzustellen sind, soweit sie nicht zu den laufen­den Unterhaltungsarbeiten gehören.

Ausgedehnter Schaden am Mittelrhein.

Köln. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, hat das Un­wetter, das am Mittwoch am Mittelrhein tobte, ungeheuren Schaden angerichtet. Einzelne Orte am Mittelrhein waren durch das Unwetter längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten. Auf zahlreichen Bauerrrgehöften konnte das Vieh nicht recht­zeitig in Sicherheit gebracht werden und ging zugrunde. Die

von den Bergen herabstürzenden Fluten überraschten die Dors- bewohn«r, so daß in einzelnen Dörfern die Gebäude einstürzten und die Einwohner durch eilige Flucht das nackte Leben retten konnten.

Trier. Zwei Hüttenbeamte, die Lohngelder in Höhe von 41 000 Franken nach der Aus,zahlstelle bringen wollten, wurden von einem Mann und einer Frau in Männerkleidung überfallen Während der Mann den Beamten den Revolver auf die Brust setzte, raubte di« Frau das Geld. Später wurde di« Mânn«r- kleidung ber Frau im Walde gefunden. Die Räuber entkamen.

München. In München stürzte am Donnerstag nachmittag der Turm der Neuhauser Kirche anläßlich eines starken Sturmes

während eines über München niedergehenden Gewitters ein. Es wurde niemand verletzt.

Flugtag

9. August, 15.30 Uhr

Flughafen Giessen

Universität Köln WimerEemestn 1931132 WirtschaftS- u. Soztalwissenschaftliche-, Rcchtswisienschaft- liche-, Medizinische (auch vorklinische Semester) und Philo- sophiscke Fakultät. Kaufmännisches- u.Handelslehrerstudtum. Vorlesungöbcginn: Montag, den 2. November. Die Ein- schreibefrist läuft vom 15. Okt. bis 11. Nov. einschl. Das Vor- lesungSverzetchnis kann vom Universitäts-Sekretariat gegen Einsendg. v.85Rpfg. (dazu 15Rpfg. Porto) bezogen werden.

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Die Bergung des Wracks desSt. Philbert". I AM^

Paris. Das Wrack des französischen Dergnügungsdampfer»

St. Philbert" ist von den Hamburger Bergungsdampfern Kraft" undWille" fast vollständig gehoben worden. In den verschiedenen Teilen des Schiffes, die von einer dicken Schlamm- schicht bedeckt sind, wurden bisher sechs Leichen entdeckt.

Mercedes-Benz Sieger im Avus-Rennen.

Zu einem ungeheuren Triumph für Mercedes-Benz gestal­tete sich das Avus-Rennen im vergangenen Sonntag, das mit Fug und Recht als die schwerste Zerreiß-Probe des Jahres an­gesprochen werden kann. R. Caracciola durchfuhr di« 300 Kilometer auf seinem serienmäßigen Mercedes-Benz SSK.- Sportwagen mit einem Stundenmittel von 186 Kilometer und ging mit großem Vorsprung als umjubelter Sieger durch das Ziel. Er legte auch die schnellste Runde mit 195 Kilometer Durchschnitt zurück. Auf den 10 Kilometer langen Geraden wur­den die Maschinen bei dem mörderischen Tempo in einem Aus­maß beansprucht, wie es selbst nicht beimGroßen Preis" auf dem Nürburgring und beim Bergrekord Freiburg, die beide ebenfalls von Caracciola mit demselben Wagen gewonnen wurden, der Fall war. Auch der Dritte war ein SSK.-Wagen, von M. v. Brauchitsch gesteuert. Im Kampf gegen schwerste internationale Konkurrenz, gegen modernste Spezial- Rennmaschinen und beste europäische Fahrer hat die führend« Weltmarke Mercedes-Benz mit ihren serienmäßigen Sport­wagen erneut den klaren Beweis ihrer Ueberlegenheit erbracht.

Neue Bucher.

Es geht um die Existenz! Auch ein Zeichen der Zeit find die Dielen kleinen und großen Prozesie, die während der Witt-

schastskrise die Gerichte überfluten.

Die neue

erzählt davon. Sie hat sich auch sonst wieder für Welt umgefehen und bringt außerdem noch recht esiantes.

Die große Vergangenheit der alten preußischen

Woche" Sie in der viel Inter-

Königsstadt

Potsdam spiegelt sich heute noch in ihren Straßen, Häusern, Abzeichen und Firmen, vor allem aber auch in Haltung uni Ausdruck ihrer Bewohner. Der Bildberichterstatter derMünch ner Illustrietten Presse" hat Ausschnitte aus dem Leben Poü- dams aufgefangen und in der neuesten Nummer (Nr. Ä^ wiedergegeben.

Die Blot-Sette in Zentral-Australien, einen Bildbericht über bisher völlig unbekannte Sitten der Paganstämme und Bilder vom modernsten Krankenhaus St. Georgen in Berlin, und unsere neue PreisfrageWas ist das", sowie noch manches andere finden Sie in der neuen .Hackebeils I. Z."

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