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Erscheint Mittwochs und Samstags.

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14. Jahrs

Mittwoch, den 8. Juli 1931

Nummer 54

to aller Welt

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Das Obcrlaudesgericht Hamburg hat das Uniformoetbot iCfcn die Nationalsozialisten für ungültig erklärt.

Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat für das Gebiet len Rheinprovinz das Tragen der Spartakiade-Abzeichen vcr- k len.

Auf dem Flughafen Tempelhof traf der chilenische Luft- itrtminiftcr Merino ein. Sein Aufenthalt in Deutschland gilt )k n Studium der deutschen Lustsahrteinrichtungen.

Am 2. Juli ist von der dänischen nach der deutschen Küste (in neues Scetabcl gelegt worden, das die Hauptstrecke einer einigen, Dem zwischenstaatlichen Fernsprech- und Telegraphen-

vorgesehenen Garantiefonds nur durch Monatsraten ergänze.

c) Die Frage der Sachlieferungen und die verschiedenen durch die Anwendung des amerikanischen Vorschlages und das vorliegende Abkommen notwendig werdenden technischen Be­stimmungen werden von einem Sachverständigen-Ausschuß ge­prüft werden, zu dem die interessierten Mächte Delegierte ent­senden.

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dienenden Kabelvcrbindung zwischen den Verstärker- Rostock und Nykjöbing aus Falster bildet.

Berlin haben 7 Personen Selbstmord verübt. Die ist völlige Mittellosigkeit.

Der Vorsitzende der Handelskammer Dnisburg, Syndikus ?r Armin Buderus, hat sich wirtschaftlicher Nöte halber in sei- he 1 Wohnung erschossen.

Das Schöffengericht in Bremen hat den dortigen argen-

stammhipee — also lind ijnischen Konsul zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

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ingeflagten wurde zur Last gelegt, bei dem Konkurs eines ihm ft freundeten Kaufmanns von diesem 70 000 Mark übernommen in haben, die so den Gläubigern entzogen wurden.

Die schwedische Presse stellt in der Behandlung der Pariser ^Handlungen u. a. fest, daß „Versailles keinen Bestand haben lonn".

Staatssekretär Stimson ist Montagmittag in Palermo Strossen. ^Er wird am Mittwoch nach Rom fahren, wo er von

Mussolini empfangen werden wird.

Dem „Paris Midi" zufolge hat Senator de Monzie

ein-

den

LOtschnfterpostcn in Moskau abgelehnt, der ihm von der fran- i leimen Legierung angeboten worden war. Das Blatt will piifcn, daß nunmehr der bisherige Botschafter im Haag, Kam- / «rer, zum Nachfolger Hcrbettes in Moskau ausersehen sei, I ui 'b daß seine Ernennung unmittelbar bcvorstehc.

In Madrid kam cs am Sonntag zu heftigen Ausschreitun- gca megen der Freilassung des ehemaligen Polizeipräsidenten General Mola. Die Regierung sah sich schließlich gezwungen, tru General erneut zu verhaften, worauf sich die Gemüter eini- ni-oßcn beruhigten. In dem Dorfe Villa del Rio Cordova steck- tc H Streikende eine Kirche in Brand.

Das „Petit Journal" meldet aus Madrid: Die Unruhe- Meldungen aus Spanisch-Marokko werde« immer zahlreicher. 3*61 werde zugegeben, daß Melilla von den Aufständischen be- lagcrt sei.

Wie die brasilianische Botschaft in Paris mitteilt, hat der

brasilianische jezt von der Nldung eine ten begrüßt Bolivien

Außenminister Franco in einer Erklärung den Republik Chile ausgehenden Vorschlag für die südamcrikanischen Zollunion mit warmen Wor-

hat dem Völkerbund den Abbruch feiner diplo-

««tischen Beziehungen zu Paraguay mitgeteilt. Es wird genommen, daß der Grund hierzu in den Streitigkeiten d'M Eran Chaco zu suchen ist.

an- um

Ser Hoover Plan tritt in Kraft.

Washington. Präsident Hoover erklärte in einer Botschaft, daß nunmehr der Plan sofort in Kraft treten werde md daß Deutschland während der Dauer eines Jahres keine Reparationen zahlen werde.

Paris. Aus dem Text der Einigungsgrundlagen- geben air folgende Grundlinien wieder:

Nach dem Meinungsaustausch stellt die französische Re- acrung fest, daß sie mit der amerikanischen Regierung über c hauptsächlichsten Grundlagen des Hoooerschen Angebotes H den folgenden Teilen einig geht:

1. Die Zahlung der interalliierten Schulden wird vom 1 Juli 1931 bis 30. Juni 1932 ausgesetzt. Deutschland zahlt iidoch die unaufschiebbare Annuität weiter.

2. Die französische Regierung willigt ein, daß die auf diese Speise geleisteten Zahlungen Deutschlands von der Internatio­nalen Zahlungsbank in garantierten Bonds der deutschen 3cichseisenbahn placiert werden.

3. Alle unterbrochenen Zahlungen werden verzinst nach den non der amerikanischen Regierung aufgestellten Bedingungen. Sie werden in 10jährigen Raten amortisiert werden, die mit •cm 1. Juli 1933 beginnen.

4. Die gleichen Bedingungen gelten für die von der Reichs­bahn auszugebenden Bonds.

Ueber drei Punkte, die die amerikanische Regierung nichts Egehen, gibt die französische Regierung folgende Erklärung ab: a) Eine gemeinsame Aktion der hauptsächlichsten Zentral­notenbanken wird unternommen, die besonders durch die Aus- ^tzung der Zahlungen betroffen werden.

b) Eine vorherige Verständigung wird zwischen Frankreich

-^^; fiktff i '"^ der Internationalen Zahlungsbank erzielt werden mü||en, k dM^ I ^mh Frankreich dem im Falle eines Poungplan-Moratoriums

f ' ReitbSregierung.

Berlin, 7. 7. Die Reichsregierung erläßt folgenden Auf­ruf:

„Die weitschauende und staatsmännische Initiative des Präsidenten Hoover wurde von Erfolg gekrönt. Die seelische Entlastung und die Hoffnung auf Mirtschaftsbesierung, die die­ses Ergebnis mit sich bringt, lösen allerseits freundschaftliche und freudige Gefühle aus. Der Entschluß zu raschem und durch­greifendem Handeln eröffnet weitere Möglichkeiten zu einer Wiedergesundung der Welt.

Das deutsche Volk ist sich darüber klar, daß die endgültige Durchführung des Hoover-Planes ihm als dem fchwerstdelafteten die verhältuismäßig stärkste Erleichterung bringen wird. Die Einigung über das Feierjahr konnte nur durch verständnisvolle Mitwirkung aller Beteiligten erreicht werden, von denen einige Staaten eine Vergrößerung eigener Sdywierigfciten und erheb­liche Unbequemlichkeiten im Interesse der Gesamtlösung auf sich nehmen mußten. Der hochherzige Verzicht des amerikanischen Volkes hat jedoch ein begrüßenswertes Echo ausgelöst. Mir erkennen dankbar an, daß in der Stunde schwerster wirtschaft­licher Gefahr Deutschland dieses Verständnis für seine Lage gefunden hat.

Deutschland ist auch nach Eintritt des Feierjahres keines­wegs seiner wirtschaftlichen und finanziellen Nöte überhoben. Es kann die ihm verbleibenden Mittel nicht benutzen, um die Opfer, die die Regierung der Bevölkerung hat zumuten müssen» bei aller Milderung gewisser Härten herabzusetzen. Es darf nicht in seinen äußersten Anstrengungen, zu sparen, nachlassen. Die gesamten Erleichterungen, die der Hoover-Plan Deutsch­land bringen wird, werden zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen restlos benötigt und verwendet werden; die hierdurch eiirtretende Erleichterung des Geld- und Kreditmarktes muß der deutschen Wirtschaft zugute kommen.

Eine Erhöhung irgendwelcher Ausgaben des Reiches, auf welchem Gebiete auch immer, ist während des Feierjahres nicht möglich. Darüber hat der Herr Reichskanzler der amerikanischen Regierung eindeutige Erklärungen abgegeben. Das Hoover-Jahr soll der Wiederherstellung der deuffchen Wirtschaft und darüber hinaus der wirtschaftlichen Erholung der Welt dienen. Soll sich die Hoffnung verwirklichen, daß in der gesetzten Zeit dieses Ziel erreicht wird, so ist eine enge Zusammenarbeit der Völker er­forderlich.

Die nächsten Monate werden Gelegenheit zu einer solchen Zusammenarbeit bieten. Die Heilung der Wunden dieser Krise und die Vorsorge gegen den Wiedereintritt ähnlicher Wcltkata- ftrophen muß das gemeinsame Ziel sein, von dem sich die Staats­männer und die Völker bei der Lösung der noch größeren Auf­gaben des kommenden Jahres leiten lassen "

ßinbtnbutß bankt Hoover.

Neudeck. Der Herr Reichspräsident hat nachstehendes Tele­gramm an den Präsidenten der Vereinigten Staaten gerichtet:

„Nachdem die Pariser Verhandlungen nunmehr zum Abschluß gelangt sind und das von Ihnen vorgcschlagenc Feierjahr be­gonnen hat, möchte ich Ihnen und dem amerikanischen Volke den Dank des deutschen Volkes zum Ausdruck bringen. Dank Ihrer Initiative möge die ganze Welt einer neuen Aera friedlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit cntgcgengeführt werden. Dies ist mein aufrichtigster Wunsch. lgez.) v. Hindenburg."

Die erste Konferenz in London.

Paris. Die französische Regierung hat die Anregung der englischen Regierung angenommen, in der nächsten Woche eine Zusammenkunft des Kommitees der Schatzamtssachoefftändigen in London einzuberufen. Dieses soll im einzelnen die Durch­führung des Deutschland bewilligten Moratoriums regeln.

Amerika macht mit.

Washington. Im Außenamt wurde auf eine Anfrage er­klärt, die Regierung der Vereinigten Staaten werde sich gerne an internationalen Konferenzen beteiligen, die mit dem Hoo- ver-Plan Zusammenhängen, und zwar sowohl an einer Konfe­renz der Außenminister der in Frage kommenden Staaten, wie an einer Konferenz der Finanzexperten.

Ende des Monats Glüubigerkonftrenz?

Paris. In gut unterrichteten französischen Kreisen rechnet man mit dem Zusammentritt des Sachoerständigenausschusses bereits gegen Ende dieser Woche. Tic in Erwägung gezogene Eläubigerkonferenz, an der auch Teutschland teilnehmen wird, wird nach Ansicht französischer Kreise nicht vor Ende dieses Monats stattfinden. Auf alle Fälle soll ihr Zusammentritt nicht vor Beendigung der Arbeiten des Sachoerständigenaus­schusses erfolgen.

Die Pariser Kolonialausstellung und der Fichte-Bund.

Der Pariser „Figaro" meldet: „Am letzten Freitag ist ein Flugblatt in Massen auf der Kolonialausstellung verbreitet wor­den. Das Flugblatt muß in Millionen von Exemplaren und in mehreren Weltsprachen herausgegeben worden sein. Daß Deutsch­land sich beklagt, seine Kolonien verloren zu haben, ist ganz in Ordnung, aber daß es — in unserer Kolonialausstellung Propa­ganda zur Wiedererlangung seiner Kolonien macht, ist wahr- hastig die Höhe. Man liest in dem verbreiteten Blatt fran­zösische Ausgabe Nr. 125. Herausgegeben vom Deutschen Fichte- Bund, Sitz Hamburg, Colonnaben 47:

„Kamerun ist wirtschaftlich zurückgegangen. Die Deutschen haben mit ihrem gründlichen System der Pflanzungen tüchtige Arbeit geleistet, das Land ist durch ihre Wegsck>affung ärmer ge­worden."

„Welche Methoden Frankreich anwendet, die Eingeborenen für den Heeresdienst zu gewinnen, kann man ahnen, wenn man an die Methoden denkt, die es angewandt hat, um seine Kolo­nien wirtschaftlich auszupressen."

Aohnlich der belgischen, enthält auch die französische Kolo- nialgeschichte Beweise von entsetzlicher Grausamkeit gegenüber den Eingeborenen."

„Deutschland sind die furchtbarsten Tribut lasten auferlegt, seine Grenzen sind beschnitten, seine Menschen auf engsten Raum zusammengedrängt. Es braucht ein Auswanderungsland für sei­nen Volkszuwachs. Es braucht die Kolonien, um die Tribut« lasten tragen zu können."

„Sechzig Millionen deutsche Menschen fordern die Erfüllung des feierlichen Versprechens Wilsons, die kolonialen Ansprüche weitherzig und unbedingt unparteiisch zu schlichten. Ohne seine Kolonien kann Deutschland die ihm auserlegten Verpflichtungen nicht erfüllen. Daher fordert cs Rückgabe seines gesamten kolo­nialen Eigentums."

Der „Figaro" bezeichnet das Flugblatt als lügenhaft und unehrlich. Er verschweigt aber, daß das erstaufgefUhrte Zitat, wie in dem Flugblatt ausdrücklich angegeben, aus der englischen Zeitung „Morningpost" stammt, die wahrhaftig nicht verdächtig ist, deutschfreundlich zu sein. Wie der „Figaro" meldet, habe sich ein Parlamentarier bereit erklärt, in offener Kammersitzung wegen dieses Vorfalls das Mort zu ergreifen. Angesichts der Tatsache, daß die deutsche Regierung es entgegen dem Verlangen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes ängstlich ver­meidet, über die Kriegsschuld- und Koloniallüge zu sprechen, kann man es nur mit» Genugtuung begrüßen, daß die Pariser Freunde des Hamburger Fichte-Bundes auf der Kolonialausstel­lung, die von zahlreichen Nationen beschickt wurde, einen Vor­stoß gegen die Koloniallüge unternommen haben.

Ein Brief Brünings an Hoover.

Washington. Das amerikanische Staatsdepartement ver­öffentlicht einen Brief, der vom Reichskanzler Dr. Brüning der amerikanischen Regierung übermittelt wurde. Brüning ver­sichert, daß das Geld, welches durch das Freijahr für Deutsch­land sichergestellt werden wird, nicht für Rüstungszwecke be­nutzt werden wird, im Gegenteil, das Geld würde dazu benutzt werden, um die Steuerausfälle auszugleichen.

Sie Bereinigten Staaten für energische Abrüstung.

Washington. Die amerikanische Regierung beabsichtigt, in nächster Zeit einen energischen Vorstoß zugunsten internatio­naler Abrüstungsmaßnahmen zu unternehmen. Es soll nichts unterlassen werden, um der nächstjährigen Genfer Abrüstungs­konferenz einen großen Erfolg zu sichern. Eine der Hauptauf­gaben der Europareise des Staatssekretärs Stimson soll es sein, die europäischen Regierungen auf den in Washington be­absichtigten Schritt vorzubereiten.

Das Zentrum für Reichsreform?

Trier. In einer Zentrumsversammlung in Trier wurde nach einer Rede des Prälaten Kaas die Absendung eines Tele­gramms an den Reichskanzler beschlossen, in dem darauf Hin­gewiesen wird, daß es gerade mit Rücksicht auf die Härten der neuen Notverordnung nicht länger angängig sei. die Inangriff­nahme der Reichsreform hinauszuschieben. Es feien alle Mittel anzuwcnden, um eine Vereinfachung und Verbilligung der Ver­waltung herbeizuführen.

hessischer Landtag.

Darmstadt. Der Landtag trat gestern zu seiner voraussicht­lich letzten Sitzungsperiode zusammen. Er begann mit der Be­ratung des Gesetzentwurfs zur Aenderung des Landtagswahl­gesetzes und der dazu vorliegenden Anträge auf Herabsetzung der Abgeordnetenzahl. Die Abstimmung wurde jedoch auf Mittwoch vertagt. In der Aussprache entspann sich ein Wettlauf zwischen den Abgg. Reiber sStaatspartei), Dr. Werner sNatsoz.) und Abg. Böhm lDntl ), die für die Herabsetzung der Abgeordneten­ziffer auf 56„ 35 bezw. 25 Abgeordnete cintraten.