Samstag, den 7. November 1931.
„Gießener Zeitung"
Nr. 89.
Neubauten sowie mit Reparatuearbeiten in größerem Umfange als gewöhnlich gut beschäftigt sind, liegen ziemlich still. In Den ländlichen Gebieten lagen die Verhältnisse nicht günstiger als in den Städten. RTit Beendigung der Ernte ist auch das Neparaturgeschäft für Stellmacher, Schmiede, Schlosser und Sattler beinahe völlig zum Stillstand gekommen. Selbst die Nahrungsmittelhandwerke bekommen immer schärfer die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu fühlen, da immer größere Kreise der Bevölkerung sich in ihrer Lebenshaltung einschränken müssen. Eine besondere Belastung der Betriebe tritt noch durch die Hilfsaktionen ein, durch die die bedürftigen Bevölkerungskreise mit verbilligten Lebensmitteln versorgt werden. Auch die im normalen Geschäftsverkehr zu erzielenden Preise sind infolge der schwierigen allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Fällen völlig unzureichend.
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Handwerksgesellen war sebr ungünstig. In fast allen Handwerksberufen mußten Gesellen entlassen werden; in zahlreichen Fällen konnten nicht einmal die Lehrlinge mehr beschäftigt werden. Die Schwarzarbeit der erwerbslosen Gesellen hat sich infolgedessen stark vergrößert. Auch machen sich in auffallendem Nkaße erwerbslose Gesellen selbständig, die durch niedrigste Preise ins Geschäft zu kommen suchen und dadurch die Lage für die übrigen Betriebe erschweren.
Der Kampf um die Ronni-Brücke.
Mukden, 6. November. Nach einem Bericht des japanischen Hauptquartiers wivd im ganzen Gebiet des Nonni-Flusses noch immer heftig gekämpft. Die gestrigen Aktionen an der Brücke über den Nonnifluß dehnten sich bis in die ersten Morgenstunden aus. Ueber den Ausgang der Kämpfe und über die Verluste schweigt der japanische Bericht.
Hier laufen dauernd Berichte über die Ankunft weiterer japanischer Verstärkungen aus Korea ein. Der unerwartet heftige Widerstand der Generale, die Marschall Tschang-Hsue-Liang treu geblieben sind, macht nach japanischer Auffassung eine umfangreiche militärische Aktion in dem Gebiet bei Tsitsiar absolut notwendig. Es sei unmöglich, die von den Chinesen zerstörte Eisen- bahnbrücke in Ruhe wieder aufzubauen.
Wieder ein Sprengstofflager geplündert.
Kassel. Die Landeskriminalpolizei in Kassel hat einen sehr umfangreichen Diebstahl eines Sprengstofflagers des Johannes- berg-Steinbruches bei Witzenhausen ermittelt. Das Sprengstofflager dieses großen Steinbruches wurde völlig ausgeplündert. Es sind 27% Kilo Gelatine-Dynamit, ein äußerst gefährliches Sprengmittel, das nur mit Hilfe von Sprengkapseln zur Entzündung gebracht werden kann, gestohlen worden.
Deutsche Arbeitslose in Newyork.
Nach einer Mitteilung der „Newyorker Volkszeitung" ist in Newyork ein „Bund der deutschsprechenden Arbeitslosen" gegründet worden. Es handelt sich nach den artigen Angaben um eine beitragsfreie, politisch und religiös unabhängige Vereinigung, die vermeiden will, daß arbeitslose Deutsche der öffentlichen Wohlfahrt zu Last fallen. Geplant ist zunächst ein umfassender Zusammenschluß aller Arbeitslosen, dann ein Ausruf der deutschen Presse an alle Deutschsprechende zur Sicherung ihrer Mithilfe, um das Los der weniger glücklichen deutschen Landsleute im kommenden Winter lindern zu helfen.
Die Ausschließung der Sudetendeutschen aus den staatlichen Aemtern der Tschechoslowakei.
Auf dem letzten Reichspartcitag der Deutschen christlichsozialen Volkspartei in Prag wurden Zahlenbeispiele dafür angeführt, die deutlich beweisen, daß die Sudetendeutschen in den staatlichen Aemtern kein Unterkommen mehr finden. Im Postdienst sind rund 10 Prozent Deutsche und 90 Prozent Tschechen angestellt. Bei der Tabakregie werden in tschechischen Städten mit Tabakfabriken überhaupt nur Tschechen angestellt, dagegen sind in deutschen Städten mit Tabakfabriken 70 Prozent aller
neu aufzunehmenden Tschechen und nur 30 Prozent Deutsche. Bei den staatlichen Kohlenschächten ist das Verhältnis der Tschechen zu den Deutschen 1:10. Ueber die geradezu empörenden Verhältnisse bei der Eisenbahn hat der deutsche sozialdemokratische Abgeordnete Pohl folgende Zahlen bekanntgegeben: Von 600 Oberbeamten im Eisenbahnministerium sind zwei Deutsche, unter 109 Oberbeamten in den Staatsbahndirektionen befindet sich kein Deutscher. Von 37 Abteilungsoorständen sind drei Deutsche, von 411 Gruppenleitern 18 Deutsche, von den 122 Vorständen der Bahnerhaltungssektionen ist kein einziger ein Deutscher, von 111 stellvertretenden Vorständen sind 17 Deutsche, unter 37 Heizhausvorstände ist kein Deutscher, j>on 1375 Stationsoorständen sind nur 48 Deutsche, während die Zahl der Deutschen unter 72 Kassenrevisoren vier beträgt.
Selbständige Sparkassen.
Die ungünstige Entwicklung, die die Finanzen einiger Gemeinden infolge der Arbeitslosigkeit genommen haben. hatte auch in Sparerkreisen teilweise Beunruhigung hervorgerufen. Man fürchtete vielfach, durch die finanzielle Notlage einer Kommune könnte auch das Vermögen der zu ihrem Bezirk gehörenden Sparkasse beeinträchtigt werden. Diese Befürchtung war grundlos. Sparkafsenvermögen war stets vom Vermögen der Gemeinde laut gesetzlicher und Satzungsoorschristen vollkommen getrennt. Ein eigenmächtiger Eingriff einer Finanzoerwal- tung in das Vermögen der Sparkasse ist ausgeschlossen. Um die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Sparkassen von den Gemeinden noch zu unterstreichen und zu erweitern, hat die Notverordnung vom 6. Oktober eine Reihe von weiteren Sicherungsbestimmungen gebracht. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Verleihung der eigenen Rechtspersönlichkeit an die Sparkassen. Bisher waren die Sparkassen unselbständige Einrichtungen der Gemeinden; nunmehr werden sie zu Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit umgestaltet, wie dies schon seit langem im Freistaat Baden und Hessen (bezüglich der Bezirkssparkassen) der Fall ist. Damit ändert sich nichts an der Haftung der Gemeinden für die Sparkassen, die weiter bestehen bleibt; die Sparkassen erhalten lediglich im Rahmen der kommunalen Verwaltung eine größere Selbständigkeit, wie sie die wirtschaftliche Eigenart ihrer Einrichtung erfordert. Noch schärfer als bisher wird das Vermögen der Sparkasse von dem kommunalen Vermögen getrennt. Um eine stärkere Beteiligung auch der örtlichen Wirtschaft an der Verwaltung der Sparkassen zu ermöglichen, werden sachkundige Persönlichkeiten aus dem Wirtschaftsleben in den Vorstand berufen. Ferner ist die Kreditgewährung an die Kommunen stark begrenzt worden, so daß auch in dieser Richtung kein Anlaß zu Bedenken oder Kritik vorliegt.
Gestaltung der Realsteuersenkung
im Rechnungsjahr 1951152.
In Der „Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von TVirtschaft und Finanzen" vom i. Dezember i930 ist bekanntlich angeordnet, daß die Realsteuern und Hauszinsstcuern der Länder und Gemeinden mit Wirkuna vom 1 April 1931 ab, also für das Rechnungsjahr 1931/32, nicht über die Steuer sähe, welche am 31. Dezember 1930 festgelegt waren, erhöht werden dürfen. Des weiteren schreibt die Dezember-Notverordnung vor, daß für das Rechnungsjahr 193t /32 unter bestimmten Voraussetzungen die Grundsteuer um je 10 Prozent und die Gewerbesteuer um je 20 Prozent und für den nicht landwirt schaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Grundbesitz an Stelle der Grundsteuersenkuuq die Gebäudeentschuldungs steuer (Hauszinssteuer) entsprechend zu fersen ist Der Reichsminister der Finanzen gibt nunmehr im „Deutschen Reichs anzeiger" Nr. 203 die Gestaltung der .Realsteuersenkung im Rechnungsjahre 1931/32 bekannt
Auf Grund des Realsteuersenkungsgesctzes, der Durchführungsbestimmungen zur Realsteuersenkung im Rj. 1931 vom 2 0. Dezember 1930 (RGBl. I S 656), der tu s 6 Abs. 2, § 8 Abs. 1, § 9 bee Rcalsteuersenkungsgeietzcs ergangenen Ent-
f(Reibungen (Bekanntmachung vom 20. August 1931, RGBl. I
S. 463), der zu H 7 des Realstcuersenkungsqeseves mit meiner Zustimmung ergangenen Entscheidungen des Landes wird sich die Senkung der Realsteuern und der Gebäudeentschuldungssteuer in den deutschen Ländern im Rechnungsjahre 1931 in der aus der nachfolgenden Zusammenstellung ersichtlichen Weise gestalten.
Zusammenstellung über die Gestaltung der Realsteuersenkung im Rechnungsjahr 1931.
Land
AuSmah (° o) der Lenkung bei der
Bemerkungen
Grund- steuer
Gewerbe steuer
1
2
3
4
Preußen . . ..
Bayern . . . .
Sachsen . . . . Württemberg. Baden..... Thüringen . .
Hessen.....
Mecklenburg-
Schwerin . . .
Oldenburg . .
Braunschweig Anhalt . . . .
Lippe .....
Mecklenburg-
Strelitz . . . .
Schaumburg- Lippe . . . .
Hamburg . . .
Bremen . . . .
Lübeck , . . . .
10
0
10 0
4
5
6
10
0
10
10
0
10
0 5
0
10
20
0
20
1 o 8
10
12
10
0
20 20
0
20
0 10
0 0
Die aus Sp 2, 3 ersichtliche Senkung findet nur insoweit statt, als der Realsteueriatz der Gemeinde über den Landesdurchschnitt der Realsteuersätze vom 31 12. 1930 hinausgeht Für den nicht land- wirtichaftlich forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Grundbesitz tritt ! nach § 4 Abs. 2 des Realitcuer- senrungsgesetzes an die Stelle der Grundsteuersenkung eine Senkung | der Eebäudeentschuldunas-Eteuer l (Hauszinssteuer) um 3 Prozent.
Die Senkung der Grundsteuer um 5 % erfolgt nach Maßgabe des § 15 | des Realsteversenkungsgcsetzes; die Bestimmungen zur Durchführung der Senkung werden getroffen, wenn die für die Grundsteuerver- anlagung maßgebenden Einheits- i werte auf den 1 1. 1931 festgestellt nnd Die Vorauszahlungen sind , um 10% gesenkt.
Nach vorheriqer bis LNNprozentiger Erhöhung.
Das Land hat die Grundsteuer- senkung freiwillig von 5 auf 10% erhöht.
Die Unterlassung der Senkung in Oldenburg beruht darauf daß dort ein Deckungsbetrag (Wohnungsbauanteil der Gebäudeentschuldungssteuer) nicht vorhanden ist.
Die aus Sp 3 ersichtliche Senkung findet nur insoweit statt, als der Realsteuersatz der Gemeinde über den Landesdurchschnitt der Real- steuerlätze vom 31. 12. 1930 hinausgeht. Die Erundsteuersenkung erfolgt von dem Lande freiwillig.
Für den nicht lant>«^rtsch«itlichen, ( forstwirtschaftlichen und gärtnerische Grundbesitz tritt nach § 4 Abs 2 des Realsteuersenkungsgesetzes an die Stelle der Grundsteuersenkung eine Senkung der Gebäudeentschuldungssteuer (Haus- zinssteuer) um 3%
Die nach § 6 Abs. 2 Satz 5 getroi- sene Bestimmung der an die Stelle des Landesdurchschnitts tretenden Steuersätze bat für das ganze Staatsgebiet eine Senkung der Erundsteuer lnicht auch: Gebäude- cntschuldungssteuer) um 5% und der Gewerbesteuer rrm 10% zur Folge.
Die Erundsteuersenkung erfolgt von dem Lande freiwillig.
gjlit bang"
- Slot UT
in«- gn-'â
Uten, »l d Kims iW“ * Sli(9s«itM I»
I« «72 Kl« d»M ^
Dir tätige nicht Kirchgang 3 empfinden mit de hungernden und denen die Not de dein äußeren cm dein, wie cs die
Wie heißt dc Ewigen bindet, g
Du sollst Seh Und Nächsten Gerade in de Dann werden die «us den, unsere ।
m
Unter dem ( mund eine große i Erscheinungen M lieber Untersuche Leiden zurückfiihr maüsche Krankhei schrieben. Merkv mehr Interesse f eigentlich Die! wi auch recht häufig in habe ich n u
Bevor wir h wir uns zunächst Erkrankungen or können. Mr ne tati«^ t^ in kenntlich sind. Zahnnero, richti kleinsten Blutge Zahne Ernährun feste an einem : der Bakterien z. die sich meistens l M) kenntlich m ""gen, können bi pn auslösen, die h'nzichen und je! rorerst ohne sack Endung des Zahi
Unangenehme Folgen weiblichen Starrsinns?)
Die folgende merkwürdige Begebenheit hat sich vor einigen Jahren, ungefähr im März, zugetragen Ich erzähle sie nach dem Bericht Ben-Akibas :
Da lebte in Enzisweiler, etwa eine halbe Stunde vom Bodensee, der wirkliche Oberlandgendarm 2. Klasse Gottlieb Bamberger. verehelicht mit Klara, geborenen Menhardt, Schreinerstochter aus Reit.
Dieser Oberlandgendarm Bamberger hatte eine fast krankhafte Vorliebe für Sardellenbutter. Um seiner Vorliebe wieder einmal zu frönen, gab er eines Morgens seiner Frau den Auftrag, Sardellenbutter für 15 Pfennig einzuholen.
Frau Bamberger unterzog sich dem Auftrag nur widerwillig, da sie überhaupt streitsüchtig und besonders dem Buttergenuß des Mannes abhold war. Jedoch will sie beim Einkäufen ihrer hauswirtschaftlichen Bedürfnisse vom Krämer ausdrücklich auch Sardellenbutter für 15 Pfennig gefordert haben.
Der Krämer überhörte entweder das Verlangen, oder es passierte ihm eine Verwechslung - kurz: Frau Bamberger brachte, als sie heimkam, nebst ihren anderen Päckchen statt der Sardellenbutter für fünfzehn Pfennig Hefe mit. Als Bamberger jein Brot damit beschmierte und den ersten Bissen versuchte, merkte er - als Butterkenner — sofort, daß dieses keine Sardellenbutter war.
Doch kaum hatte er sein Bedenken geäußert, da fiel die Frau über ihn her: er wäre ein Tepp und vernaschter Bock — es sei die feinste Sardellenbutter, was überhaupt existiert - und wenn ihm die Speise nicht passe, sollte er halt die Schnauze davon halten — sie, Frau Bamberget, werde die Sardellenbutter mit Vergnügen genießen Trotz den begründeten Abmahnungen des Mannes, in ihrer blinden Wut verschlang Frau Bamberger die vermeintliche Sardellenbutter.
*) Aus „Eines Esels Kinnbacken", von Roda Roda Verlag Paul Etcegemann, Hannover.
Der Oberlandgendarm zuckte die Achseln, gürtelte die beihabende Seitenwaffe um und ging in den Patrouillendienst. Frau Bamberger aber, erschöpft von ihrem Zornausbruch und durch eine leichte innere Unruhe etwas ernüchtert, setzte sich an den Ofen.
Grade unter dem begünstigenden Einfluß der Ofenwärme begann die Hefe rasch aufzugehen Frau Bamberger besah sich erschrocken und mutzte merken, daß sie fast zusehends wuchs.
Als Bamberger um el» Uhr heimkam, blieb er schon zwischen Tür und Angel stehen und fragte:
„Ja, was war denn jetzt dös?"
Frau Bamberger saß, die Augen waren ihr entsetzt hcrvor- gequollen, schweißgebadet im Lehnstuhl und antwortete:
„I woaß net. Frag mi — 1 woaß nit. Um a achte war i wie—r—a junges Madl, was noch von gar nix woatz. Und schau mi jetz an!“
„Ja, was hast denn toan?"
„Nix. Gar nix. Bein Ofen bin i gsesien — toan hab i nix." „Woher käms denn aber nachher?"
„I woatz nit I woatz nit," rief Frau Bamberger bedrückt und verzweifelt.
Hierauf holte Bamberger eine intelligente Nachbarin. Sie untersuchte Frau Bamberger, sagte aber: von jo was köncke hier gar keine Rede sein Hingegen meinte Doktor Furtwängler den man auf Anraten der intelligenten Nachbarin zugezogen hatte: Ja, meinte er, Fälle einer solchen fast plötzlich auftretenden graviditas. der sogenannten graviditas acuta, wären hie und da, wenn auch selten, vorgekommen, aber trotz ihrer Seltenheit dem Auge der medizinischen Wisienschaft keineswegs entgangen. Bettruhe und die weitere Entwicklung abwarten, — das wäre hier das einzige
Als der Zustand der Patientin nach einwöchiger Bettruhe stationär blieb, brachte Doktor Furtwängler seinen Kollegen Doktor Schmiles mit, um ihm den Fall zu demonstrieren. Sie untersuchten Frau Bamberger aufs neue, fanden jedoch Puls und Körpertemperatur normal — und da nach Aussage der intelligenten Nachbarin eine graviditas ausgeschlossen war — nun, jo einigte man sich auf die Diagnose peripheritis elephantica —
eine an sich unbedenkliche Vergrößerung des Leibumfanges, deren Ursachen noch nicht ganz erforscht sind Frau Bamberger ver- langte stürmisch, aufzustehen und ihren Hausarbeiten nachzugehen — was man ihr denn auch ohne weiteres bewilligte.
Nun war es interessant, Frau Bamberger in ihrem täglichen Leben zu beobachten Trotz ihren enormen Dimensionen hatte ihr Körpergewicht nicht im geringsten zugenomcnen — im Gegenteil, es ließ sich ein kleiner Auftrieb konstatieren. Frau Bamberger bewegte sich nicht nur leicht, in der Art schlanker Leute, sie war auch imstande, ähnlich wie ein Gummiball, ziemlich hoch in die Luft zu springen und kam dann erst mit wiederholten kleinen Sätzen völlig zur Ruhe. Wenn sie, in der ersten Zeit, ihres vergrößerten Durchmessers ungewohnt, zufällig mal an die Wand prallte, flog sie im Bogen zurück. Nur das Gehen bei Wind war ihr äußerst beschwerlich.
Der Zustand dauerte einige Monate. Schon hatte Bamberger namens seiner Frau einen Vertrag mit einem Berliner Künstlerkabarett geschloßen.
Da kam plötzlich der Umschwung.
Am Morgen vor ihrer Abreise ins Engagement nach Berlin, Glock sechs, begann Frau Bamberger leichthin eine Melodie ihres neuen Repertoires zu trällern
Trällerte ihr Tanzliedchen, spitzte den Mund und pfiff:
„Und beim Kramer
Sitzt a Lahmer,
Hat die Haxen ausgestreckt
Und dös g'freut den Architekt."
Pfiff — pfiff — und hörte nicht auf. Die Augen waren ihr hervorgequollen.
Sie pfiff einen einzigen, langgezogenen Ton von sechs Uhr morgen bis sieben, bis acht Uhr — bis Mittag — bis Abend Und nahm immer mehr ab.
Um halb neun abend verstummte sie Und war schlank wie je.
Nur etwas verschrumpft uno altbacken.
Der Vertrag mit dem Künstlerkabarett mutzte gelöst werden, da ja Frau Bamberger in diesem Zustand auf das Interesse des Berliner kunstsinnigen Publikums doch nicht mehr zu rechnen hatte.
„ £ N alle bi. Aufmerksamkeit t Hause, so ist darüber
iw Söfa können bei einige M ausgedrnckt
,„„ ®* ist, stiren es
Men een lud) bei * - -
^runden
* ?m benutz
^„.""'"d)
-to s, k
PQr<
um „“’M, w