Samstag, den 4. Juli 1931
Die deutschen Städte tagen in Mainz.
(Schluß)
Als nächster Redner sprach über Probleme der Arbeitslosigkeit der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup: Mehr als 20 Millionen Arbeiter und Angestellte sind in der Welt aus dem Wirtschaftsprozeß ausgeschaltet, in Deutschland allein zurzeit 4 Millionen. Die Krise wirkt sich in allen Ländern n-ehr oder weniger stark aus. Selbst Amerika rechnet in seinem diesjährigen Staatshaushalt mit einem Fehlbetrag. Alle anderen Länder können aber auf vorhandene Reserven zurückgreifen; ihnen stehen steuerpolitische Möglichkeiten offen; sie können jederzeit Kredite zu billigem Zinsfuß aufnohmen. Die amerikanische Anleihe von 800 Millionen Dollar ist gerade jetzt mit 6 Milliarden Dollar überzeichnet. Deutschland, das die Hälfte seines Nationalvermögens verloren hat, sind diese Möglichkeiten verschlossen. Es steht im Gegenteil unter dem ungeheuren Druck der Reparationsleistungen. Die Reichsbank kann und muß bei der Vertrauenskrise auf dem Kreditmarkt jeder Gefährdung der Mark entgegenwirken. Aber die nötigen Eingriffe der Reichsbank gehen letzten Endes zu Lasten des Arbeitsmarkles. Die Arbeits- losennot in Deutschland ist groß. Der Staat muß seinen Pflichten gegenüber den unverschuldet notleidenden Volksgenossen nachkommen, sonst würde er sich selbst aufgeben. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Belastungen der Notverordnung genau ausbalanziert sind. Jeder betroffene Kreis sieht begreiflicherweise in erster Linie seine Opfer; die Belastungen anderer Kreise würdigt er wenig. Wer die Finanzlage in Deutschland klar erkennt, kann nicht bestreiten, daß das finanzielle Gesamtergebnis der Notverordnung nicht entbehrt werden kann. Ungewöhnlich schwer sind die Arbeitslosen selbst von der Notverordnung betroffen worden. Allein in der Arbeitslosenversicherung sind die Ausgaben von 1800 Millionen um 400 Millionen RM. gedrosselt worden. Die Senkung der Ausgaben geht unmittelbar bis an die Grenze des Zumutbaren. Die Reichsregierung entschloß sich jedoch — sicherlich nicht leichten Herzens — zu diesem Schritt, um die Reichsanstalt in ihren Einnahmen unb Ausgaben auszugleichen und sie unabhängig von den Reichsfinanzen zu machen, damit von dieser Seite keine Gefahren für die Reichsfinanzen erwachsen können. Aber nicht nur die Reichsanstalt mit den von ihr in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge zu betreuenden 3 Millionen Arbeitslosen steht in den kommenden Wochen und Monaten vor den schwersten Aufgaben, auch den Gemeinden fallen kaum tragbare Lasten in ihrer Wohlfahrtspflege zu. Nur in guter Zusammenarbeit sind die Schwierigkeiten, nicht nur finanzieller, sondern auch psychologischer Art zu meistern.
Die geldliche Unterstützung der Arbeitslosen ist und bleibt ein Notbehelf. Alle Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit — wie die Ausschaltung der ausländischen Arbeiter und der „Doppelverdiener", die Verlängerung der Volksschulpflicht, die Streckung der Arbeit durch Verkürzung der Arbeitszeit, die Schaffung zusätzlicher Arbeit und der Antrieb der privaten Wirtschaft durch öffentliche Aufträge und Arbeiten — müssen nicht nur auf ;^-- .912;rf nna. innhprn mtA nui idre wirtschaftliche, finanzielle und allgemeinpolitische Bedeutung geprüft werden. Alle ernsthaften Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit enthalten sicherlich beachtliche Gesichtspunkte. Sie bringen aber keine Lösung des schweren Problems. Eine befriedigende und auf die Dauer haltbare Lösung hat einerseits im Innern eine Gesundung unserer Wirtschaft, unserer Finanzen und eine politische Entspannung, andererseits von außen eine deutlich fühlbare starte Erleichterung unserer Kriegslasten zur Voraussetzung. Viele Menschen im In- und Auslande wissen nicht, was der letzte Winter für uns bedeutet hat, nicht nur menschlich, sozial und wirtschaftlich, sondern besonders staatspolitisch. Noch ist das deutsche Volk trotz größter Arbeitslosigkeit und Not in seinem seelischen Befunde im Großen und Ganzen gesund. Trotzdem das Frühjahr mit seiner Depression viele Hoffnungen zerstört hat,
Jur Besinnung und Erinnerung an den Todestag des Kreiherrn vom Stein
am 29. Juni 1831.
Die beiden großen Gegenspieler.
Freiherr vom Stein und Napoleon.
Don Geh. Rat Prof. Dr. Max Lehmann.
Bekanntlich hat der Freiherr vom Stein seinen ihm kongenialen Biographen in dem jüngst verstorbenen Göttinger Historiker Max Lehmann gefunden. Aus seiner umfassenden, glänzend geschriebenen Darstellung, die bereits in 3. Auflage vorliegt (Göttingen, Dandenyoeck & Ruprecht, Leinen 14 Mk.), sei anläßlich des 100. Todestages des Freiherrn vom Stein das nachfolgende Stück wiedergegeben, das besonders deutlich Charakter und BcdeutungSteins kennzeichnet. Lehmann bietet auf ©runb der Quellen eine lebendigeDarstellung derZcit, desWerks, und des Lebens Steins, so daß man wünschen *ann, das Buch möge unserer Zeit einen Spiegel Vorhalten.
Die beiden Streiter die das Jahr 1808 zu langem Kampfe in die Arena hinabsteigen sah, waren in Verhältnissen heran- gewachsen, wie sie verschiedener kaum gedacht werden konnten
Stein, der ältere, war geboren in einem Zwergstaate, den seine Familie, wenn auch unter der Oberhoheit des Kaisers 4sit Jahrhunderten selbst regierte, in den geordneten Zuständen einer vergleichsweise alten Kultur; er hatte eine rasche und glänzende Laufbahn gemacht als Aristokrat, in einem anderen, größeren Gemeinwesen, dessen auswärtige Politik zwar nicht eines revolutionären Beigeschmacks entbehrte, das aber in seiner inneren Struktur durch die Macht der Gewohnheit legitim geworden war. Napoleon stammte aus einem Lande, das von der Zivilisation nur oberflächlich gestreift war, die Stufe des Ecschlechterstaates kaum überwunden hatte und den persönlichen Leidenschaften des einzelnen den weitesten Spielraum ließ. Auch Napoleon mußte, wenn er etwas werden wollte in der Welt, eine größere Bühne suchen, aber während sie Stein innerhalb desselben Volkes und Reiches zufiel, fand der Korse sie in einem Lande, das eine andere Sprache redete als er, das seine Heimat unterjoch!, dem er mit den Waffen in der Hand gegen- übergcstanden hatte; weder Geburt noch Neigung, sondern Berechnung machte ihn zum Franzosen.
Vorbedingungen für sein Emporkommen in Frankreich waren der Sturz der Erbmonarchie und des Adels, die in Deutschland Stein helfend und fördernd zur Seite gestanden hatten, die Egalisierung der Gesellschaft, die jedem Talent die ।
„Gießener Zeitung"
ist auch bei den Massen der Arbeitslosen die Hoffnung auf Arbeit und Verdienst nicht ganz ertötet. Wir dürfen aber nicht ohne neue, auf Tatsachen fundierte Hoffnungen in den kommenden Herbst hineingehen. Deutschland hat sein Haus so entsagungsvoll wie nur möglich bestellt. Hoffen wir, daß uns die nächste Zeit auf dem Reparationsgebiet nicht nur verständnisvolle Versicherungen, sondern Taten bringt. Der hochgesinnte Entschluß des Präsidenten der Vereinigten Staaten berechtigt zu dieser Hoffnung.
Der Geschäftsführende Präsident Dr. Haeckel-Berlin berichtete dann über
die kommunalen Finanzen.
Die Erwerbslosenlasten der deutschen Gemeinden sind für 1931 auf 875 Millionen.für Wohlfahrt-erwerbslose und auf 165 Millionen für Krisenfürsorge zu veranschlagen, also zusammen auf mehr als 1 Milliarde. Die Erleichterungen der Notverordnung reichen nicht einmal aus, um die Mehrausgaben der Gemeinden auf diesen Gebieten gegenüber 1930 zu decken. Dazu kommt der katastrophale Rückgang der gemeindlichen Einnahmen aus Einkommen, Körperschaft-, Gewerbe-, Hauszins-, Erunderwerbs- und Verbrauchssteuern, der sich unter der wirtschaftlichen Auswirkung der Notverordnung noch verstärken wird. Den Gemeinden wird daher auch bei einer rigorosen Streichung von Ausgaben trotz der neuen Notverordnung und trotz der Ausnutzung der Steuern der früheren Notverordnungen noch ein Defizit von etwa 500 Millionen für 1931 verbleiben, neben dem Defizit des Vorjahres von 450 Millionen. Auch aus der Sanierung der Arbeitslosenversicherung sei eine weitere Gefahr für Verlagerung von Ausgaben auf die Gemeinden entstanden. Die letzte Notverordnung läßt also das Problem der Gemeindefinanznot ungelöst. Mangels ausreichender Hilfsmittel des Reiches kann daher nur eine Minderung der Reparationslasten den Gemeinden Rettung 'bringen. Eine grundlegende Tributrevifion bleibt daher die vordringlichste Aufgabe. Die Verschärfung der Landesaufsicht ohne zeitliche Beschränkung auf die Notzeit und die Schaffung einer neuen Reichsaufsicht betrachten die Gemeinden als ein ungerechtfertigtes Mißtrauen gegen die Selbstverwaltung. Pflicht der Selbstverwaltung sei allerdings eine erhöhte Selbstverantwortung in der Beschränkung der Ausgaben.
Nach einer Debatte, an der sich Ministerialdirektor Dr, von Leyden, 1. Bürgermeister Book, BürgeMeister Bleiten und Stadtverordneter Dr. Zorn beteiligten, wurde eirre Entschließung angenommen, in der es heißt:
Die deutschen Städte sind sich ihrer Schicksatsverbundenheit mit dem Reich bewußt und betonen erneut, daß alle Glieder der öffentlichen Hand gemeinsam berufen und verpflichtet sind, die allgemeine Finanznot zu überwinden. Die Notverordnung vom 5. Juni verändert aber die große Notlage der Gemeinden nur in unzureichendem Maße, da die zu erwartenden Mehrausgaben für Wohlfahrtserwerbsldfen- und Krrfenfür- sorge für 1931 sogar übertroffen werden. Daher muffen, falls in Zukunft finanzielle Erleichterungen für das Reich eintreten, die dadurch freiwerdenden Mittel in erster Linie die Sanierung der gesamten öffentlichen Finanzen, also auch der Ge- mn irUCflllUH jCIt, ftdjvr stellen. ■ <5= «rieb- rrw^ wi4 fr»p*nfcer*m Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, daß eine Deckung von Fehlbeträgen bei den Gemeinden durch Kredite nicht mehr angängig ist.
Die Entschließung fand einstimmige Zustimmung. Die sozialdemokratischen Vertreter gäben ergänzend eine Erklärung ab, in der gefordert wird:
Beseitigung der Subventionspolitik, damit die Bürgersteuer als weitere zusätzliche Belastung der kleineren und mittleren Einkommen wieder beseitigt werden kann. Die aus dem Moratorium und aus dem Fortfall der Subventionen voraussichtlich freiwerdenden Mittel sind in erster Linie zur Ausgleichung der Gemeindehaushalte, deren Eefamtdefizit trotz Notverordnung immer noch rund 750 Millionen Mark beträgt, zu verwenden.
freieste Bahn eröffnete, die Eroberungstendenz der neugeschaffenen Republik, die den geborenen Soldaten in ununterbrochenen Kriegen schulte und emporhob.
Aber der Gegensatz ging noch tiefer, und die beiden Streiter hatten davon eine sehr lebhafte Empfindung, indem sie ihn, nachdem der Kampf einmal ausgebrochen war. von dem Gebiete der Politik auf das der Ethik hinüberspielten. Stein tat dies in gutem Glauben, Napoleon wollte damit nur sagen daß seine Weltanschauung eine andere als die des Wider sachers sei.
In der Tat, der innerste Kern der Seele, dem, weil er durch keine Analyse zu erklären ist, vornehmlich die Benennung Individuum zukommt, war Napoleon von Moral ebenso ferngeblieben, wie er bei Stein von ihr durchdrungen war. Napoleon hat schon in jener Iugendschrift, dem Souper de Beaucaire. in der er den Südfranzosen zuredete, sich den Jakobinern zu unterwerfen, von jeder Unterscheidung zwischen Gut und Böse abgesehen; für ihn gab es nur den Unterschied von Stark und Schwach, Sieger und Besiegtem. Mit dem größten Zynismus befriedigte er vor allem seine geschlechtlichen -triebe. Nichts lag ihm ferner als die geordneten Verhältnisse einer glücklichen Ehe, wie sie Stein geschlossen hatte. Die Polen kannten den Korsen gar wohl, wenn sie ihm, wie einem modernen Baal das begehrenswerteste Weib ihres Adels zuführten: er nahm es hin als selbstverständlichen Tribut. Wie anders Stein, der als es ihm geglüdt war, ein schönes Mädchen des Weichseltales vor den Nachstellungen der Franzosen nach Königsberg zu retten, cs ablehnte, sie auch nur ,ui sehen.
Ebensowenig Skrupel kannte Napoleon in der Behandlung derer, die ihm unbequem waren oder sich ihm gar widersetzten Er ließ seine Soldaten gleich Mordbrennern in Binasco und Pavia hausen; er ließ in Sorten Tausende von Gefangenen niedcrmetzeln, nur um den Schrecken seines Namens unter den Muselmanen zu verbreiten; er ließ den unschuldigen Herzog von Enghien durch die Farce eines Kriegsgerichts ums Leben bringen, um den Freunden des Hauses Bourbon die Lust zu Restaurationsverjuchen zu verleiden. Vollends die Lüge, das bequemste Kampfmittel des Politikers, handhabte er mit solchem Behagen, daß scharfe Beobachter fanden, er täusche unaufhörlich Im engsten Verein mit der Amoralität stand _aud) bei ihm die Irreligiosität. Was in Steins Seele von Jahr zu Jahr mächtiger wurde, das Gefühl der Abhängigkeit von einer überirdischen Macht, das Vertrauen auf den Beistand der Vorsehung war ihm Schall und Rauch; er sah in der Religion nur ein Mittel, um auf andere zu wirken Er wollte nicht nur die Leiber, sondern auch die Seele seiner Untertanen haben. Seinem Anspruch auf Beherrschung der Welt lag ebensosehr die Vergottung des eigenen Ichs wie die Mißachtung aller fremden Rechte zugrunde.
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Lokales.
Sonntagsgedanken.
Begleitet mich heute auf einem stillen Weg, der in di< i Einsamkeit führt und laßt sie einmal reden, was sie uns u erzählen weiß. Erst dort in der Einsamkeit dieser kleinen Erde empfindet man die Größe der Welt. Und manchen Großen treffen wir dort an und fragt ihr mich, was sein Kennzeichen iß dann sage ich euch: die Stille.
Warum fehlen unserer Zeit die hohen Ideale, leben- gestaltende Grundsätze und groge Ziele? —
Der Einsame gibt euch die Antwort: In der Stille werden wir uns erst unserer Menschenwürde und unseres Menschen- wertes bewußt. Wer in der Einsamkeit sich' langweilt, dei kann nicht Anspruch machen auf Geistesbildung oder auf See lew größe. Denn gerade sie ist die einzige und wahre Schule fü: einen Geist von edlen Anlagen .
Gottfried Keller schreibt es in seinen Werken: „Wer nid;: seine schönsten Träume in der Einsamkeit träumt, wer nicht so weit gekommen ist, daß er jede menschliche Gesellschaft, alle Zerstreuungen und allen Umgang mit der faden Welt, ja i» i gar den Umgang mit großen Seelen und wirklich guten Ge- , mütern entbehren kann, wer sich nicht selbst genug, wer nichi die erste und beste Unterhaltung in sich selbst, in der Tiefe sei' nes eigenen Ich findet, der schiebe seine Ansprüche auf Geistesgröße bescheidentlich in die Tasche zu den übrigen Brotkrumen und Bertelmünzen. die dort sind." —
In der Einsamkeit, dort, wohin nicht mehr der Lärm der Menschen bringt, hören wir die leisen Stimmen aus der Ewigkeit. Die großen und berühmten Männer haben dort gelausch:. waren einsam in ihren Stuben und doch war ihre Welt so groß aus der ihnen wunderbare Kräfte des Geistes unb des Herzens zuströmten.
Betrachte nur einmal die Menschen deiner Umgebung' Wer ist in seiner Arbeit tüchtiger: sind es die Menschen, die nach Vermögen jagen, die überall dabei sein müssen, wo es etwas zu sehen und zu hören gibt? Ober simd cs nicht gerade die Stillen, die Einsamen? —
Darum gib deiner Seele von Zeit zu Zeit die Einsamkeit, bie* sie so dringend braucht, um nicht in dem erstickenden Niederungen dieser lärmenden Welt zu versinken.
Der Sonnt:ngs f ch r e i b e r.
* Die Schulden des Landes Reffen stiegen von 66,8 auf nunmehr 69,9 Mill. R.-Mk., b. s. 51,91 RMk. auf den Kopf der Bevölkerung bei einem Reichsdurchschnitt von 36,57 R.-Mt
* Anerkannte technische Lehranstalten. Nachdem die Bezeichnungen der preußischen höheren technischen Fachschulen ab 1. April bs. Is. fast sämtlich geändert sind, ist nach dem Staub vom 1. Mai 1931 ein neues Verzeichnis der auch von der Deutschen Reichsbahn anerkannten technischen Lehranstalten heraus- gekommen, aus dem für die hiesigen technischen Kreisen nachstehende Lehranstalten besonders wichtig sind. Es werden anerkannt in Hessen: Hessische höhere Bauschuls in Offen bah a. M., Hessische höhere Bauschule in Bingen, Hessische höhere Landesbauschule in Darmstadt und Städtische höhere Maschi- । nenbauschule in Darmstadt.
* Nachsendung von Postsendungen. Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtliche, Vordrucke zu benutzen, die an den Postschaltern und von bw Vmkrustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Vermes düng dieser amtlichen Vordrucke gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Post und daher ein Vorteil des Empfängers.
* Fundsachen im Monat Juni 1931. Das Verzeichnis über die im Monat Juni 1931 gefundenen bezw. abgelieferten Er- genstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf-Philipps-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden ausgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststundei geltend zu machen.
* Gewcrkschastsring verlangt Beseitigung bestehend« Mängel. Die zurzeit geltenden Vorschriften über die Lohnpfä»- dung verlieren mit dem Ablauf dieses Jahres ihre Gültigkeit. Hierzu hat, um die mit dem heutigen Pfändungsrechi noch a«!
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Geyensätze von solcher Ausdehnung und Schärfe müssen wenn einmal enthüllt, feindlich aufeinander stoßen. In bi eiet Falle konnten sie verborgen bleiben, solange Stein, der schwächere Teil, sich auf die allmähliche Durchführung der Rcfom beschränkte und von jeder auswärtigen Aktion abfah. Sie inten in die Erscheinung, als Stein die Erhebung der Spaniec benutzen wollte, um seine alte Idee, Bündnis zwischen Preaßet und Oesterreich, zu paaren mit der andern, die ihm die jüngste Vergangenheit gelehrt hatte: Aufstand der unterdrückten Nati»- nen wider den Imperiatismus in Gestalt des Landsturms.
Es war am 16. Dezember 1808, als Napoleon, in Madrid angelangt, von seinem „kaiserlichen Lager" folgendes Dekret ausgehen ließ: „Der p. p. Stein, der Unruhen in Deutschland zu erregen sucht, wird für einen Feind Frankreichs unb bis Rheinbundes erklärt. Die Güter, die besagter Stein, sei in Frankreich, sei es in den Ländern des Rheinbundes, besitzen sollte, werden mit Beschlag belegt. Persönlich wird besagt« Stein überall, wo er von unseren oder unsrer Verbündete, Truppen erreicht werden kann, verhaftet"
Ein Moment der Universalgeschichte. Napoleon hat seine Widersacher einkerkcrn und ermorden lassen, niemals aber einen einzelnen so in aller Form und vor den Augen der Welt ein« souveränen Macht gleichgestellt, der er genötigt sei, den Kri6 zu erklären. Wer dächte da nicht an die Acchtung, die br« Jahrhunderte zuvor gegen Martin Luther verhängt wurde" Beide Male war derjenige, von dem die Aechtung ausging, Herrscher eines Univerjalreiches; beide Male war der Geächtc» der gegen ausländische Tyrannei sich wendende Wortführer M deutschen Nation; beide Male fiel Deutschlands Interesse >r jammen mit der abendländischen Völkerfrciheit überhaupt. D* Achnlichkcit geht noch weiter: beide Male wurde bas Achtdekrst unvollständig vollstreckt, weil die Herrschaft dessen, dem der ächtete sich widersetzte, bereits erschüttert war; nur mit den Unterschiede, daß Luther günstiger gestellt war als Stein. Abfall vom Papste hatte 1521 im deutschen Volke bereits ö weit um sich gegriffen, daß Luthers Landesherr gar nicht hat» wagen dürfen, ihn den feindlichen Gewalten aus^u liefern; b« Reformator sah seine Wirksamkeit eigentlich keinen Augenblrt unterbrochen. Stein rettete zwar sein Leben, mußte aber Exil und fand sich zu lang dauernder Untätigkeit verurteilt.
Erst das Jahr 1812 gab ihm die Möglichkeit, als Berat-, Alexanders I. von Rußland wieder entscheidend in den Gar6 der Weltgeschichte einzugreifen. Bekanntlich erzwang er mals die Konvention von Tauroggen, trennte Preußen daduE gewaltsam vom Rheinbünde und leitete damit den Befreiung ' kampf ein, an dessen Durchführung er dann entscheidend tci^ genommen hat.
» „Unsinn! Entchen, ich und Mädchen die è statteten, um z , , "3a, Man •° lange fortg-e* ^"n du wich, uns Rn flamm «nb machte ein, mit "M^ti £ slandalne Ä
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