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(Neueste Nachrichten)

Erscheint Mittwochs und Samstags.

Nummer 35

44 Fahrs

Samötas, -en 2. Mai 1931

leit, Gießen.

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4 Wbtn Podium für die Abrüstung sprechen.

Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., total 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame-Petitzeile 96 Pfg. Platz. Vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee-Anzeigen auherdem besondere Ermäßigung.

Ueberall wimmelt losenfürsorg« auch sie leben könnten, dien spiele sich in

gangenen Herbst brach das Unglück vollends herein. Fast ganze Holzindustrie des Buchenlandes wurde eingestellt, den Wäldern hört man keine dumpfen Axtschläge mehr, den Tälern schrillen keine Sägen; keine Fuhrwerke rasseln

es von Arbeitslosen. Da man eine Arbeits- noch nicht kennt, ^o haben sie nichts, wovon und müssen hungern. Erschütternde Tragö­den Holzhäusern dieser braven Arbeiter ab.

die Än 3" auf

den Straßen; auf dergoldenen Bistritz" stauen sich keine Flöße, und die fauchenden Gebirgslokomotiven schleppen leine unend­lichen Holzzüge aus den Wäldern. Zn den Lagern sind Tau­sende von Raummetern Holz aufgeschichtet und warten der Käufer. Aber es rührt sich nichts. Nirgends wird gearbeitet.

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m Medizinaliat Dr. K. ngen im Text, 4. Sufi von Alwin Fröhlich in iftr. Taschenbüchlem mit m aus der Praxis für Selbststudium des Hilss­buch für den Unterricht w ^erülksichtjgung der 15 Taschenbüchlein bop?

Dr. E l i m m - Köslin. ) W (Porto 5 Pfg.). R. 22. - Dieses kleine, nappester und gemin- > Antworten über den e Verrichtungen seiner kn Hilfeleistung, über sw.

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Gießener Jeitnng

WltWe Rundschau.

Die Verordnung über die Einführung der vom Kabinett be- i^ioffenen Zollmaßnahmen wird am Samstag veröffentlicht -erden.

Die Verhandlungen zwischen der Reichsbahn und Wirtschaft ibtr den Schenkervertrag werden nunmehr unter Beteiligung io» Vertretern des Reichsverkehrsministeriums wieder ausgenom­men werden.

Der deutsche Gesandte in Kowno, Morath, wird der litaui? dien Regierung eine Note der Reichsregierung in der Frage der Ausweisung deutscher Reichsangehörigen aus Memel überreichen.

Am 5. Mai werden in Bukarest die deutsch-rumänischen Han- selsoertragsverhandlungen fortgesetzt werden. Die deutsche Ab- irbnung wird von Ministerialdirektor Posie geführt.

Zn diplomatischen und finanziellen Kreisen Londons glaubt nan, daß der amerikanische Botschaster in Berlin, Sackett, im Kamen Dr. Brünings und Dr. Curtius der amerikanischen Re- »ierung die Bitte unterbreiten werde, Amerika möge die Znitia- Itoe zur Herbeiführung einer internationalen Aussprache über die krleichterung der Lasten des Poungplanes ergreifen.

Briands Gegenvorschlag gegen die Zollunion soll in den iahten Tagen den verschiedenen europäischen Regierungen über­mittelt werden.

Nicht nur dem nationalsozialistischen Führer Dr. Göbbels, iondern auch den anderen Führern der Hitlerbewegung im Reich -urde die Einreise nach Oesterreich untersagt, so daß an der Gau- tagung der Nationalsozialisten in Wien keiner der prominenten ' Hitlerführer aus dem Reich teilnehmen wird.

Die badische Regierung hat das seinerzeit erlasiene Verbot v ks Tragens von Parteiuniformen wieder aufgehoben.

Der Preußische Landtag setzte auf Antrag der Deutschnatio- , taten Volkspartei und der Deutschen Volkspartei einen Unter? , ivsschuß zur Prüfung der Berwirtschaftung öffentlicher Gelder im Wohnungsbau ein.

Zn Gumbinnen ist eine Kommission englischer Offiziere ein? Mtoffen, die unter Führung eines deutschen Offiziers die ' ^iadtitdbcr in ber Umgebung von Gumbinnen besichtigt.

Der Reichskanzler hat dem Arbeitsausschuß deutscher Ver­lande zu seinem zehnjährigen Bestehen in einem Telegramm auf? richtige Glückwünsche übermittelt.

Das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte den national- täialiftifdjcn Abgeordneten Dr. Goebbels zu einem Monat Ee- lingnis und 1500 RM. Geldstrafe wegen öffentlicher Beleidigung inb übler Nachrede in mehreren Fällen.

Am 11. Zuli soll in England ein großer Abrüstungsfeldzug lingeleitet werden. Bei einer großen Kundgebung werden Mini- ferPräfident Mac-Donald, Baldwin und Lloyd George von dem-

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n- stein.

Zm englischen Unterhaus kam es am Donnerstag bei einer tr-rterung des Aufenthaltsrechts für König Alfons von Spanien h London zu großen Tumultszenen.

Der spanische Außenminister teilte mit, daß die spanische Legierung die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion auf- «hmcn werde. Weiter erklärte er, daß die Regierung keine Schwierigkeiten machen würde, wenn Trotzki seinen Aufenthalt h Spanien nehmen wollte.

Wie russischerseits amtlich gemeldet wird, haben die rusiischen Kttoleumsyndikate mit dem französischen Marincministerium «inen Vertrag über die Gesamtbelieferung der französischen Ma- hne mit rusiischen Petroleumprodukten abgeschlossen.

Am 1. und 2. Mai, die in der Sowjetunion als Staatsfeier- t«ge gelten, soll in den Betrieben der Sowjetunion gearbeitet »erden. Angeblich geschieht das auf den Wunsch der Arbeiter, die kn Lohnertrag dieser beiden Tage Wohlfahrtsorganisationen zu- iihren wollen.

Mitte Mai wird in der Nähe von Moskau in der Stadt ^ginsk eine Funkstation in Betrieb gesetzt werden, die in beut? 'sücr, französischer, englischer, holländischer und italienischer Leiche ihre Sendungen durchführen wird. Diese Station ist nur ssv internationale kommunistische Sendungen bestimmt.

Das rumänische Parlament wurde Donnerstag überraschend «(gelöst, da es Professor Zorga nicht gelungen war, die Par­ker zu einer Regierungsbildung zu bewegen. Die Kammerwah- Iki sind auf den 1., die Scnatswahlcn auf den 4. Zuni festgesetzt.

Die portugiesischen Regierungstruppen haben widerstandslos 9 Donnerstag auf Madeira landen können.

Das chilenisch« Gesamtkabinett hat demissioniert. Der Mini- da sür auswärtige Angelegenheiten, Zustiz, Unterricht, Wirt- fah und Marine sind neu ernannt, die übrigen aus dem bis? ^iigen Kabinett übernommen worden. Außenminister wurde Shtonio Planet.

Reichsetat in Gefahr?

Berlin. Zn der Unterredung des Reichskanzlers mit den iszialdemokraten gab er zu, daß bei früheren Versicherungen, ivr Ltat für 1931 sei ausgeglichen, nicht mohr^gelten können, da Mi Fehlbeträge durch auffällig niedrigeren Steuereingang im- 'w7 größer würden. Die Regierung denke an Maßnahmen 3ur -Kimeidung von Zahlungsschwierigkeiten, bisher habe sie aber «nch keine Entscheidungen treffen können. Diese ständen au ) in tvy unmittelbaren Zukunft nicht bevor.

Die deutsche Delegation für Genf.

Berlin. Die deutsche Abordnung, die an der Dölkerbunds- ratstagung teilnehmen wird, wird bekanntlich unter der Füh­rung des Reichsautzenministers Dr. Curtius stehen. Weil wich­tige jurrsti'sche und wirtschaftspolitische Fragen in Genf zur De­batte stehen, werden ihr u. a. auch die Ministerialdirektoren Gaus und Ritter als Spezialisten angehören. Sie werden in der Frage der deutsch-österreichischen Zollunion ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Der Delegation werden weiter angehören der Völkerbundsreferent des Auswärtigen Aintes v. Wseitzäcker, der Dirigent der Ostabteilung Gesandter Meyer, und Legations- rat Nöbel als Referent für Polen.

Die preußische Regierung entsendet als Minderheitenspezia­listen die Ministerialräte Dürich vom preußischen Kultusmini­sterium und Rathenau vom Znnenministerium. Die Presseabtei- lung der Reichsregierung wird, wie üblich, durch Ministerial­direktor Zechlin vertreten.

Briands Gegenvorschlag an die Mächte.

Paris. Briands Gegenvorschlag gegen das deutsch-österreichi­sche Zollabkommen wird bereits in den allernächsten Tagen durch die diplomatischen Vertreter Frankreichs den verschiedenen euro­päischen Regierungen übermittelt werden. Der französische Ver­such, die deutsch-österreichische Zollunion durch einen Gegenvor­schlag zu zerstören, muh schon daran scheitern, daß es sich in dem einen Falle um einen der zahlreichen Entwürfe, in dem anderen um eine zwar bescheidenere Konzeption, aber immerhin um eine Realität handelt, mit der gerechnet werden muß.

Wenn Briands Vorschlag dahin gehen sollte, daß sich die Paneuropamächte zusammensetzen müßten, um eine einheitliche Linie der Wirtschaftsoereinbarungen für die industriellen und agrarischen Staaten zu schaffen, besteht kein Grund, warum nicht Deutschland und Oesterreich an diesen Bestrebungen aktiven An­teil nehmen sollten. Wir nehmen nicht an, daß man in Paris der Annahme huldigt, als menn vor den neuen Erkenntnissen einer Pariser Denkschrift ein Zollunionsplan gegenstandslos wer­den sollte, der in seiner Konstruktion hieb- und stichfest ist und der als Heilmittel wenigstens für Hwei der bedrängten Mittel- europaftaaten zunächst einmal eine tagesaktuelle Bedeutung hat.

Unruhiger Maiseiertag.

Berlin. Nach den aus dem Reich vorliegenden Meldungen sind die Maifeiern nicht überall ruhig verlaufen. So kam es in München zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Poli­zei. Die Polizeibeamten wurden mit Steinen beworfen und sieben von ihnen erlitten schwere Verletzungen. Schließlich mußte die Polizei mit der blanken Waffe gegen die Demonstranten vor­gehen, von denen eine größere Anzahl verhaftet wurde. Weiter kam es in Mettmann bei Düsseldorf zu blutigen Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, in deren Ver­lauf sechs Personen durch Schüsse schwer verletzt wurden.

Industrie und Kandel gegen die Hess. Steuererhöhungen.

Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben ein­gehend zu der letzten Erhöhung der Grund- und Sondergebäude­steuer in Hesien Stellung genommen und nachfolgende Entschlie­ßung an die hessische Regierung gerichtet:

Bereits bei der Einbringung der letzten hesiischen Steuer- vorlagen zui Verdreifachung der Grundsteuer und zUT teilweisen Neuveranlagung der Sondergebäudesteuer haben sich die hessischen Zndustrie- und Handelskammern veranlaßt gesehen, gegen die erneute Erhöhung der Steuerbelastung die ernstesten Bedenken geltend zu machen. Die schon damals zum Ausdruck gebrachten Befürchtungen sind durch die tatsächliche Entwicklung noch über? troffen worden. Die Zustellung der neuen hessischen Landes­steuerbescheide mit ihren ganz ungewöhnlich überhöhten Anfor­derungen hat in den Kreisen der betroffenen Steuerpflichtigen größte Bestür.zung hervorgerufen. Für den hessischen Steuer? Zahler ist an Stelle der in der Notverordnung des Herrn Reichs­präsidenten zugesicherten Lastensenkung in Wahrheit eine unge­heuerliche Erhöhung der Realsteuern eingetreten und dies zu einer Zeit, in der die Einkommen der von den Steuererhöhungen betwffenen Kreise zusehends weiter stark einschrumpfen. Da die Steuercrhühungen zudem vorwiegend die kleineren und mittleren Steuerobjekte befonbers empfindlich belasten, wirken sie sich mit? telstandsfeindlich aus. Es darf heute schon als feststehend ange­nommen werden, daß der Ertrag dieser Steuererhöhungen weit über das bei ihrer seinerzeitigen Vorlage Geschätzte hinausgeht. So war die Auswirkung der teilweisen Neuveranlagung der Sondcrgebäudesteuer für Hessen mit 500 000 RM. angenommen worden, während der tatsächliche Ertrag ein Vielfaches dieser Summe ausmachen soll. Die hessischen Zndustrie- und Handels­kammern müssen nach wie vor betonen, daß irgend welche Steuer- erhöhungen unter den jetzigen Verhältnisien überhaupt nicht zu verantworten sind. Angesichts dieser Sachlage ergibt sich die zwingende Forderung, die unerträgliche Erhöhung der Sonder­gebäudesteuer rückgängig zu machen. Gleichzeitig müssen von der Regierung Mittel und Wege gesucht werden, um die in ihrer Verdreifachung mit größten Härten sich auswirkendc Erhöhung der Grundsteuer auf ein erträgliches Maß herabzusetzen.

Hungerndes Deutschtum.

Aus iber Bukowina (Rumänien) wird dem Deutschen Auslands-Znstitut geschrieben:

Die «große Weltwirtschaftskrise hat auch Rumänien, das an Naturschätzen so reich« Land, in ihren Wirkungskreis gezogen, und hat hier besonders schwere Formen angenommen. Alle Stände leiden darunter. Zn -der Ebene verzweifeln die Land­wirte, weil sie ihr Getreide nicht absetzen können. Zn den Städten stocken Handel und Gewerbe. In den Gebirgsgegenden aber liegt infolge des schlechten Absatzmarktes die gesamte Holz­industrie lahm. Unzählige Waldarbeiter sind arbeits- und brot­los, viele Eebirgsdörfer sind der Hungersnot ausgeliefert. So auch ein großer Teil der deutschen Eebirgsdörfer des Buchen­landes.

Von 'den drei Stämmen des buchenländischen Deutsch­tums besitzen nur die in dem Flachland wohnenden Schwaben genügenden Ackerboden, während die Zipser und die Deutsch­böhmen von Waldarbeit und Bergbau leben. Die Deutsch­böhmen kamen vor insgesamt 100 Zähren als Glashüttenarbei­ter, die Zipfer als Bergleute. Sie wurden in den wald- und eis nerzreichen Tälern der Karpathen angesiedelt und fanden in den Berg- und Hüttenwerken ganz schönen Erwerb. Nach müh­seligen Rodungsarbeiten bauten sie sich ihre schmucken Gebirgs­dörfer. Boden konnten sie nicht erwerben; der unermeßliche Wald gehörte der griechisch-rthodoxen Kirche.

Als 'die Glashütten ganz und die Manganbergwerke zum größten Teil eingestellt wurden, mußten sich die deutschen Ar­beiter der Waldarbeit zuwenden. Als Holzfäller, Sägearbeiter, Fuhrleute und Flößer fristeten sie nun ihr Leben. Reichtümer tonnten sie dabei nicht anhäufen, aber doch anständig leben bis die große Krise kam. Zuerst zerstörte sie die, wie Pilze nach dem Rogen, seit dem Kriege entstandenen Banken; diese zogen zahlreiche Handelsunternehmen mit in den Abgrund. Ein Holzunternehmen nach dem anderen wurde stillgelegt. Zm ver-

Um die Not zu kennzeichnen, seien die Verhältnisse in einigen wenigen Dörfern kurz geschildert.

Zn Louisenthal befinden sich vier Sägewerke, die bei vollem Betrieb über hundert Arbeiter beschäftigen. Beim Fäl­len und beim Transport des Holzes in den umliegenden Berg­wäldern fanden die übrigen Louisenthaler Arbeit. Die ganze Gemeinde lebte sozusagen von den Sägen. Seit 6 Monaten stehen alle vier still. Ackerfeld ist keines vorhanden, daher auch kein Getreide, nur etwas Kartoffelland. Die wenigen Lebens­mittelvorräte und Geldersparnisse waren bald aufgezehrt. Nahe­zu 45 Familien leiden schon seit Wochen Hunger.

Die 3500 Seelen zählende Gemeinde Za ko bei hat über 800 Arbeitslose. Die meisten sind Familienhalter und arbeite­ten im Ma nga nbergwerk der griechisch-orthodoxen Kirche. Heute steht das Aufräumungswerk still, weil die Bergverwaltung lie­ber das Roherz nach Deutschland liefert; -in den Stollen ar­beitet nur der vierte Teil der vollen Belegschaft, unb zwar nur vier Tage in der Woche. Die Hungersnot kann bei einigen Todesfällen als unmittelbare Ursache angegeben werden, weil die Widerstandskraft der unterernährten Leute gegen Krank- Heitskeime geschwächt ist.

Ganz schlimm sieht es in der kleinen Gemeinde K i r l i - baba aus. 90 Prozent der Bevölkerung sind von der Hungers­not bedroht. Um den Hunger zu stillen, gehen viele grund­ehrliche und brave Leute in die Nachbargemeinden betteln.

Um den deutschen Brüdern zu helfen, hat der Deutsche Volksrat für die Bukowina, gemeinsam mit dem deutschen Kul­turverein, dem Raiffeisenoerband und der Frauenoereinigung eine Sammelaktion eingeleitet. Zn den Dörfern des Flach­landes und in den Städten werden Getreide und Geld für die notleidenden Gebirgsbewohner gesammelt. Auch die anderen deutschen Siedlungsgebiete des Landes wurden um Hilfe an ge­gangen. Die Sammlung hat schon schöne Erfolge aufzuweisen, sie wird aber aber nie imstande sein, Tausende von deutschen Familien auf längere Zeit zu ernähren. Die vor kurzem zu­rückgetretene rumänische Regierung hat zur Linderung der Not so gut wie nichts unternommen, obgleich auch rumänisch«, ukrai­nische und slowakische Arbeiter gefährdet sind. Wie sich die neue Regierung verhalten wird, ist noch nicht bekannt. Sicher aber ist, daß nur baldige Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten die Not beheben kann. Ob dies möglich ist oder ob das Buchenland einer gefahrvollen Zukunft entgegensieht, ist sehr ungewiß.