Einzelbild herunterladen
 

23

> 23

24

. 24 1M

' 24

b°4 24 " '

Gießener Jeitnna

nM (Gießener Tageblatt) (Neueste Nachrichten)

Tageblatt)

(Neueste Nachrichten)

Ht gilt!' : I Singe . 24 " , 24 "

. ; Singe

' . 94 " . 94 " . 24 " Wh

âr dem ?PPen. - Aeh 'ch das *

Erscheint Mittwochs und Samstags.

Bezugspreis 2,40 Ut vierteljährlich frei ins Haus, kcdaltionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rück- hndung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21.

Fernsprecher Nr. 2525 und 2526.

Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M.

Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Psg., total 12 Psg., die 90 mm breite Reklame-Petitzeile 96 Psg. Platz. Vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee-Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.

43. Fahey

Samstag, -en 13. September 1930

Nummer 73

Politische Rundschau.

Der Völkerbundsrat beschloß am Freitag einstimmig, den internationalen Bahnschutz im Saargcbict, sowie die Eisenbahn-

'"fielen au5= baran sich am ®«nn), die sich schönes mußte ; P-gen 4 llhr ctunbe später vteisuetieiiung

chicstns inb interessantes Ichland", das den "«reine sehr gut eintreten können

liegen 1. Wz:

s: 1 schöne Fah­le Fahncnschleife, silberne Hassia-

ücBcn 5. Preis:

6. Preis: 1 sil- lerner Becher.

lcmmission innerhalb einer Höchstsrist von drei ziilöscn.

Während die Pariser Presse Briand für brudsredc lebhaften Beifall zollt, werden seine in Italien scharf kritisiert.

Monaten auf-

seine Völker- Aussührungcn

Der spanische Finanzministcr hat eine umfangreiche Denk­schrift ausgearbeitet, in ter seine Pläne zur Sanierung und späteren Stabilisierung der spanischen Währung auscinander- gesetzt werden.

Wie aus Moskau amtlich gemeldet wird, hat der Rat der Volkskommissare Volksfammlungen von Geldern für den Bau eines großen Luftschiffes nach dem Muster desEros Zeppelin" gestattet. Dos Luftschiff soll noch Ende dieses Jahres in Lenin- (tab gebaut werden und den Namen ,,Lenin" erhalten.

Flugzeuge der Kantontruppen warfen Bomben in großer je hl auf die Stadt Kneilin ab, die sich in den Händen der Ar,ständigen befindet. Ueber 60 Personen wurden getötet.

Der gestürzte Präsident Irigoyen wurde von der neuen Rc- giciuiig aus Argentinien verbannt.

Mussolini wird demnächst dem Ministerrat ein Gesetz unterbreiten, durch das der 11. Februar, der Jahrestag der Unterzeichnung des Lateran-Friedens, zum Feiertage erklärt wird.

itfje" vereinigt ir 37, Aufsätze da riefelte und reit )u einem erW lesAdlers""

iibcr$rrh W fristâ ^ gepsemhr 1930 t ciM Huer-' ersten flotte"

neuesten NM- 5t Mdnbâ . LèbmsgeMV zchizehnten » Skatspieler. Ä ik, lägt uns «'N l1t md »ermittel', eelenkult.

in in Eichen

1 Autos und M sind tischen M . n dem M tuinnen. L^ eptcmber W

lorer

)0$ °"!- romni d®r ressanten e in der

llfii

Eine jnügl theil

Englischer Bvrstoß liegen die Ausrüstung der Eiegerstaaten.

Grohe Rede Hendersons auf der Völkerbundstagung.

Gens, 11. September. Am Donnerstag hielt Henderson die aiigckündigte große Rede, die sich unerwarteterweise zu einem lni-zcwohnlich scharsen Vorstoß gegen die bisher noch immer nicht erfolgte Abrüstung der Siegermächte gestaltete.

Hendersons Erklärungen sind wegen der ungewöhnlich fit arfen Formulierung der Forderung einer Erfüllung der Ab- rüstungsbestimmungen der Fricdnsveiträge das Ereignis des Iagos.

Henderson sagte zur

Abrüstungssrage

' u. a.: Nach der Auffassung der englischen Regierung seien Si­cherheit und Abrüstung eng verbunden. Nichts könne die Völker iw dem Ausbruch eines neuen Krieges schützen als ein allge­meines Abrüstungsabkommcn. Die Sicherheit fei undenkbar, so lange das gegenwärtige Wettrüsten andauere.

Die Ziele des Völkerbundes würden niemals erreicht, wenn die Mächte sich nicht entschließen könnten, auf Grund eines internationalen Abkommens zur allgemeinen Abrüstung zu schreiten.

Schon elf Jahre werde die Abrüstungsfrage ohne Fort­schritt behandelt. Jetzt sei der Augenblick gekommen, endlich 3M handeln. Die Abrüstungsbestimmungen des Völkerbunds- vcrtrags bildeten einen Teil der Friedensverträge. Jede Re­gierung fei durch diese Verpflichtungen gebunden. In den Völ­le rbundsvcrsammlungcn im Jahre 1919 fei diese Verpflichtung llusdrücklich wieder festgelegt und feierlich sodann von neuem in der Schlußakte des Locarnoveitrages bestätigt worden.

Die Herabsetzung der Rüstungen einzelner Mächte sei keine Erfüllung der internationalen Abrüstungsoerpflichtungen. Nur wenn ein allgemeines Abillstungsabkommen für die Land-, -ce- und Luststreitkräfte abgeschloßen sei, könnten die Friedens- öcrträgc und der Völkerbundsvertrag als erfüllt angesehen werden. Nur dann werde der Friede Europas gesichert sein. England erwarte, daß der Abrüstungsausschuß endlich zu einem praktischen Ergebnis gelangen werde, daß die Regierungen ihren Vertretern Anweisung geben würden, die einen Erfolg der Abrüstungsverhandlungcn sicherte. England erwarte fer­ner die

Einberufung der Woltabrüstungskonscrenz zum Jahre 1931.

Auch der südafrikanische Ministerpräsident fordert Abrüstung.

Genf, 12. Sept. Der südafrikanische Ministerpräsident Hertzog forderte in der Vollversammlung des Völkerbundes mit großem Nachdruck die allgemeine Abrüstung. Das Rüsten b<r europäischen Staaten stelle die schwerste Gefährdung des Friedens dar.

Oesterreichisch-italienischer Grenzzwischenfall.

An der österreichisch-italienischen Grenze spielte sich gestern e in bedauerlicher Zwiichenfall ab. Ein faschistischer Milizsoldat geriet mit einem Oesterreich« in Streit. Der Italiener mißhan-

delte den Mann mit einer Reitpctsche und feuerte dann mehrere Rcvolverschüssc aus ihn ab, durch die der Oesterreicher schwer verletzt wurde. Gegen seinen ausdrücklichen Wunsch wurde der Schwerverletzte nicht in das Krankenhaus von Villach in Oester­reich. sondern in das Krankenhaus von Ecmona (Italien) ge­bracht.

Die deutschen Ozeanslieger aus der Heimsahrt.

Newyork, 12. 9. Der deutsche Ozcanslicg« von Gronau hat mit seinen drei Begleitern an Bord des DampfersHam bürg" die Rückreise nach Deutschland angetreten.

Srüitrnde Belastung der Städte,

durch Wohlfahrtserwerbslose und Krisenunterstützte.

Voie der Reichssiädtebund mitteilt, ist er zurzeit mit einer Untersuchung über die Höhe der Belastung der Städte durch VJohlfahrtserwerbslosc und Krisenunterstützte im Rechnungs­jahre 1929 beschäftigt. ITach den bisher vorliegenden Angaben von nahezu 500 Städten bis zu 25 000 Einwohnern sind die Fürsorgeausgaben 1929 um etwa 18 Prozent höher gewesen als in den Etats vorgesehen war. Dieser Llusgabensteigerung stand eine Steigerung der Einnahmen um etwa 16 Prozent im Vergleich zu den Voranschlägen gegenüber.

Der aus Steuern usw. aufzubringende Zuschußbcdars der Städte betrug rd. 19 Prozent mehr als veranschlagt war. Die prozentuale Steigerung des gemeindlichen Zuschußbedarss gegen­über den Voranschlägen war also höher als die prozentuale Steigerung der Ausgaben und Einnahmen.

In letzter Zeit lautgewordene Stimmen aus den Gemein­den, die eine Entlastung der gemeindlichen Ausgaben auf die­sem Gebiet fordern, sind daher berechtigt. Es ist auch bereits vom Deutschen Industrie- und Handelstag in Fühlungnahme mit der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zu die­sem Problem Stellung genommen worden. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist in einer DenkschriftVIohlfahrtöer- werbslose und Gemeinden" durch den Syndikus der Zndustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M., Dr. Köbner, nieder- gclcgt; zugleich sind Abänderungsvorschläge zur Fürsorgepflicht- verordnung und zum Gesetz über Arbeitsvermittlung und Ar­beitslosenversicherung unterbreitet. Diese Vorschläge verfolgen das Ziel, die notwendige Entlastung der Gemeinden von den Ausgaben für Wohlfahrtserwerbslofe herbeizuführen, ohne die finanzielle Grundlage der Arbeitslosenversicherung zu gefährden oder die Bereitstellung neuer NTittel für die Krisenfürsorge zu fordern. Die Vorschläge können vom Handwerk im großen und ganzen unterstützt werden, da sie geeignet sind, eine miß­bräuchliche Inanspruchnahme von Fürsorgeleistungen zu ver­hindern und Ilkaßnahmen für die Erhaltung der Arbeitsfähig­keit der Wohlfahrtserwerbslosen zu treffen.

KommunistWe Kindermorde.

Rußland hungert. Es hungert seit dem Zusammenbruche. Millionen sind verhungert, aber die Sowjetleute haben noch immer nicht gelernt, dem Bauer, dem landwirtschaftlichen Ar­beiter, ein Dasein zu bereiten, das Arbeit lohnt.

Der russische Sozialist S. P. Melgunow erzählt uns m seinem BucheDer rote Terror in Rußland" zahllose Episoden über die vertierte Dummheit und Roheit, die die Sowjets ge­genüber ihrem Bauerntume auswerten. Wir zitieren:

Während der Bauernunruhen im Gouvernement Tambow wurden Bauernfrauen mit ihren Kindern zu Hunderten als Geiseln festgenommen. Der Operationsstab der Tscheka von Tambow befahl:

Die Familien der aufständigen Bauern sind erbar­mungslos zu terrorisieren. Wenn die Bauern den Ausstand nicht abbrechen, find die Verhasteten zu erschießen.

Wie dieser Befehl durchgeführt wurde, wird in der Iswcstija" von Tambow offiziell mitgeteilt.

Am 5. September wurden 5 Dörfer niedergebrannt; am 7. September wurden 250 Bauern erschossen. Zn einem Laoer bei Moskau wurden 313 Bauern, unter ihnen m- ber im Alter von 116 Jahren, scstgchalten...

Es wurden Kinder und Eltern erschossen; K'nder 'n Gegenwart der Eltern und Eltern in Gegenwart 'hrer Kin­der. Die Tschcka-Abteilung Kredow schickte ganze scharen 814 jähriger nach Moskau.

Scharenweise wurden sie erschoßen.

Wir wiederholen: wir führen das Zeugnis eines völlig unverdächtigen Mannes an, das Zeugnis eines rustychen

^Ein Narr, ein Sadist, ein Verbrecher, der am 14. Sep­tember derWeltrevolution" seine Stimme gibt.

jeder Wahllierechllole am 11 September zur Wahlurne!!

Wer nicht wählt, besorgt die Geschäfte der Linksradikalen.

Sie Erhaltung des Astwohnraumes.

Ein Beitrag zur Minderung der Erwerbslosigkeit.

Wir entnehmen derNordwcstdcutjchcn Handwerks-Zeitung" Hannover, Nr. 22 von 1930:

Die Wohnungssrage ist neben Hebung der wirtschaftlichen Not unseres Bolles das wichtigste Problem, das cs zu lösen gibt. Heute noch 12 Jahre nach Beendigung des Weltkrieges muß man von einer deutschen Wohnungszwangswirtschaft mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen sprechen, deren Folgen sich noch nicht absehen lassen, sich aber in der Hauptsache aus die minderbemittelten Volksschichten auswirkcn.

Die Frage, wie groß die Wohnungsnot jeweils noch ist, soll hier nicht näher untersucht werden, und zwar deshalb nicht, weil absolut sicheres statistisches Material nicht vorlicgt und die Mei­nungen der Anhänger der Wohnungszwangswirtschast, wie der Gegner der Zwangswirtschaft, sehr weit auseinandergchen. Soviel aber darf gesagt werden, daß von einer Wohnungsnot in einem Umfange, wie allgemein angenommen wird, keine Rede mehr sein kann.

Eine wefcntlidK Minderung der Wohnungsnot wurde ein­treten, wenn eine andere entsprechende Wohnraumvcrteilung vorgenommen würde. Das ist jetzt die Kernfrage der ganzen Wohnungsmiscre.

Die noch immer bestehende Wohnungszwangswirtschaft sollte jetzt endlich beseitigt werden, um die prioatwirtschaftlichcn Kräfte für die aus diesem Gebiet liegenden großen Ausgaben und Mög­lichkeiten zur freien Entwicklung gelangen zu lassen. Die immer wieder betonte Befürchtung, daß die Beseitigung noch nicht mög­lich sei, wird vielfach nicht mehr geteilt.

Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Aushebung staatlicher Zwangsmaßnahmen die Privatwirtschaft!. Initiative belebt und damit die wirtschaftliche Entwicklung in gesunder Weise fördert. Weil aber der Wille zur Aushebung der Wohnungszwangswirt­schast bei den berufenen Stellen noch nicht da ist, müßen be­sonders die Minderbemittelten die Haupterjchwcrnisse der Woh­nungszwangswirtschast tragen. Der durch die Siedlungsgesell­schaften, öffentlichen Körperschaften usw. geschaffene Neubau­wohnraum ist zu teuer und kann von der großen Masse des Vol­kes vielfach nicht bezahlt werden. Ein Beweis dafür, daß heute häufig der geschaffene Neubauwohnraum nicht vermietet werden kann.

Sehr oft ist es, besonders in der letzten Zeit, so gewesen, daß der Neubauwohnraum ohne Rücksicht daraus, ob die Miete von den Inhabern solcher Neubauwohnungen regulär ausgebracht werden kann, bezogen worden ist. Die Folgen find Verschuldungen und andere Not. Die Leute sehnen dann den Tag herbei, wo es ihnen gelingen möge, wieder eine entsprechende billigere an­dere Wohnung zu bekommen, die ihren Einkommenverhältnissen normalerweise entspricht.

Wie steht es nun mit der Erhaltung des vorhandenen Alt- mehnraums im Interesse der Allgemeinheit? Auf der einen Seite Schaffung von Neubauwohnraum, dessen Mietsätze von der brei­ten Masse des Volkes nicht aufgebracht werden können und auf der anderen Seite Verfall des vorhandenen Altwohnraums, und dabei kann der vorhandene Altwohnraum mit verhältnismäßig geringen Mitteln erhalten werden. Es handelt sich bei dieser Fra­ge um Grundstücke, die eine Unterhaltung vom wirtschaftlichen Standpunkt aus noch gerechtfertigt erscheinen lassen. Selbstver­ständlich gibt es leider auch eine große Anzahl von Grundstücken, die dem vollständigen Zusammenbruch nahe und wo eine bauliche Unterhaltung durchaus unwirtschaftlich wäre.

Der Verfall des Altwohnraumes schreitet in erschreckendem Umsang seit Bestehen der Wohnungszwangswirtschast fort. Es ist aber eine bedauerliche Tatsache, daß von den berufenen Volks­vertretern in den einzelnen Parlamenten dieser Frage nicht die nötige Bedeutung und Aufmerksamkeit beigelegt wird. Das ganze Volk, ohne Unterschied, ob Wohnraummieter oder Wohnraumver- micter, soll bestrebt sein, den vorhandenen Altwohnraum zu er­halten.' Der deutsche Hausbesitz hat im Rahmen des gesamten Nationalvermögens von jeher eine sehr bedeutende Stellung ein­genommen. Es liegt in dem weiteren, unaufhaltsamen Verfall des Althausbesitzes eine erhebliche Minderung des deutschen Volks- vermögcns.

Wenn die Finanzierung einer wirksamen baulichen Instand- sctzung des Altwohnraumes durchgeführt wird, würden viele Er­werbslose der verschiedenen Berufskreise Arbeit und Verdienst- möglichkeit finden, desgleichen auch viele Gewerbetreibende.

In der Zeit der wirtschaftlichen Not und der großen Arbeits­losigkeit sollte die ernsthafte Prüfung dieser Frage Gegenstand von entsprechenden Beschlüssen der berufenen Stellen und Volksver- tretcr in den einzelnen Parlamenten fein. Eine wesentliche Ent­lastung des Fürsorgesonds bei Schaffung von Arbeitsmöglichkei­ten würde zweifellos allerorts bei entsprechend großzügig ange­legter Maßnahme der Fall sein.

Bei der baulichen Unterhaltung des Altwohnraums handelt es sich größtenteils um Instandsetzung von Fassaden, Beseitigung von Dach- und Rinnenschäden, Kanalanschlüßen, Schwammbesei­tigung usw. Die Finanzierung von Hausinstandsetzungen mit öffentlichen Mitteln erfolgt auf Antrag der Grundstückseigen­tümer unter Vorlage eines Kostenüberschlages, einer Gesamt­mietaufstellung und eines Grundbuchauszuges beim Magistrat der betreffenden Stadt. Die zum Zwecke der Erhaltung des Alt-