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Halmen Lypressen,
Erscheint Mittwochs und Samstags.
Bezugspreis 2,40 c/K vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr — Für Aufbewahrung oder Rück- sendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
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PsMW LagkWau.
Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt in der Sicherheitsfrage in einem umfangreichen Memorandum niedergelegt, das im Laufe des heutigen Nachmittags beim Völkerbund in Genf und bei Dr. Benesch in Prag überreicht worden ist. Das Memorandum enthält im wesentlichen rechtliche Gesichtspunkte.
Außenminister Dr. Stresemann wird sich am 6. Fe- de»ar zu einem einmonatigen Aufenthalt an die französische «tsiera begeben.
Die Reichsmarineleitung hat gegen das „Berliner Tageblatt" Strafantrag gestellt, um die Beschuldigungen des Blattes gegen die Mitglieder der Seetransportabteilung über Waffen- Mebung nach China zu klären.
In den nächsten Tagen trifft der deutsche Botschafter in Moskau, Graf Brockdorff-Rantzau in Berlin ein. Sein Besuch wirb, wie verlautet, zu wichtigen außenpolitischen Besprechungen Kr der Reichshauptstadt führen.
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Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Bolkspartei im Wahlkreis Düsseldorf hat mit großer Mehrheit beschlossen, Mn der Kandidatur Luther keinen Gebrauch zu machen.
Der Vorstand des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands will die Lohnbestimmungen des Tarifvertrages MM 1. April kündigen.
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Wie Moskau meldet, wurde der Chef der Andustrie-Abtei- tung des kaukasischen Handelsministeriums, Nowikow, wegen Bestechung zum Tode verurteilt und hingerichtet. Nowikow hat etwa 20 000 Rubel Bestechungsgelder von einer privaten Getreidehandelsfirma angenommen.
Der mexikanische Präsident Carles hat einen Abände- Mngsparagraphen der Verfassung unterzeichnet, der die Amts- duuer der Staatspräsidentschaft von 4 auf 6 Jahre verlängert.
tien in Krotzer Ausaleen, Kirschlorbeer nstigen Preisen rsch (Holstein).
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Anleitung durch Dr. Woitltz, Berlin V. 50
Geisbergstrade "VertrcttHÄ^ sijr Darletin u. Ht)p' fege
Staatspräsident Karl Arich.
Zu seinem 75. Geburtstag.
Der Präsident des Volksstaates Hessen Karl Ulrich, vollendet heute sein 75. Lebensjahr. Er wird mit diesem Tage »an seinem Amt als Staatspräsident zurücktreten, aber weiterhin als sozialdemokratischer Parlamentarier sowohl im Reich «ie auch im Land tätig sein. Ulrich hat immer erkannt, daß nrit Radikalismus in der Politik nichts zu erreichen ist, und er hat sich deshalb von Jugend her auf Sachlichkeit eingestellt. Dadurch «gelang es ihm nicht nur, sich Achtung in den Kreisen bet politischen Oeffentlichkeit zu erringen, sondern über das Parteiliche hinweg hat er auch manchen persönlichen Freund 'tm bürgerlichen Lager. In Braunschweig geboren, kam er früh in die Arbeiterbewegung und nach einer Wanderung durch Süddeutschland und die Schweiz landete er in der Mitte der achtziger Jahre in Offenbach, wo er damals bereits eine starke sozialdemokratische Organisation vorsand, deren Organ ihn fam Redakteur destrmmte. 1885 wurde er in Mainz an Stelle einer kassierten Wahl zur zweiten Kammer neu gewählt. Vpäter wurde er in Offenbach in die Stadtverordneten ver- jammlung entsandt und 1890 schickte ihn der Wahlkreis Offen- Sach-Diebung in den deutschen Reichstag, dem er, außer der Zeit von 1903 bis 1907, bis heute an gehört. Mit dem ehe- Maligen hessischen Großherzog war er anläßlich eines parlamentarischen Abends zusammengekommen und er sprach sich des öfteren mit ihm über die sozialen Zustände aus. Diese persönliche Angelegenheit Ulrichts wurde ihm in der eigenen Partei als „zu Hofe gehen" schwer angerechnet und trug ihm ben Spottnamen „der rote Großherzog" bei. Als auch in Hef- Pn der Zusammenbruch drohte, versuchte man eine letzte Rettung in der Einführung des parlamentarischen Systems und Ulrich wurde „Eroßherzoglich hessischer Staatsrat". Dieser Würde freute er sich nur sehr kurze Zeit, nu einen Tag. Am 9. No- Oembe 1918 trat er an die Spitze des Volksstaates Hessen und dieses Amt bekleidete er ununterbrochen bis jetzt.
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Der Hessische Landtag embemsen.
Wie wir schon in unserer letzten Ausgabe feststellten, haben die Kommunisten gegen die Art der Wahl der parlamentarischen Mitglieder des Hessischen Staatsgerichtshofs Protest eingelegt. Ueber diesen Protest hatte der Aeltestenrat des Hessischen Landtags gestern zu befinden. Im Anschluß daran bringen wir folgende Meldung:
Darmstadt. Der Aeltestenrat des Hessischen Landtags hat dem Protest der Kommunisten gegen die Gültigkeit der am 8. Dezember 1927 vorgenommenen Wahl der parlamentarischen Mitglieder des Staatsgerichtshofs stattgegeben und infolgedessen den Landtag für heute, Samstag, nachmittags, zu einer Vollsitzung telegraphisch einberufen, um die Neuwahlen oorzn- «ehmea.
Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäfts stelle: Gießen, Südanlage 21.
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Samstag den 2$. Farmar 1928 ■■■■ÜBMBRBKHinBHHBBIIBIHMliBaKinBHZBB
Die erste Lesung des Reichsschutgesetzes beendet.
Bleiben die Simultanschulen bestehen?
Dem Sitzungsbericht entnehmen wir: Abg. Frau Dr. Bäumer begründet nochmals den Antrag ihrer Partei, der die einzelnen Simultanschulländer aufzählt und den Weiterbestand der dort bestehenden Schulen verlangt.
Abg. Rosenbaum (Kom.) wollte die Länder, die unter § 20 fallen, namentlich aufgeführt wissen.
Vor der Abstimmung erklärt der Abg. Schreck (Soz.), die Sozialdemokraten würden für den Antrag Runkel (D. Vp.) stimmen.
Darauf wurde der kommunistische Antrag gegen die zwei Stimmen der Kommunisten, der demokratische Antrag mit 16 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Der Antrag des Zentrums: „In den rändern Baden und Hessen, sowie in dem ehemaligen Herzogtum Nassau, in denen eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Schule besteht, tritt dieses Gesetz erst nach fünf Jahren nach seiner Verkündung in Kraft", wuâe gegen 7 Stimmen des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei abgelehnt. Angenommen "wurde dagegen der Antrag Dr. Runkel (D.Vp.) mit 15 gegen 13 Stimmen. Darnach wurde
§ 20 folgendermaßen gefaßt:
In den Gebieten des Reiches, in denen eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule gesetzlich oder nach Herkommen besteht, verbleibt es bei dieser Rechtslage.
Damit war die erste Lesung des Entwurfs im Ausschuß beendet.
Der Entscheidung des Bildungsausschusses kommt nur problematischer Wert zu, denn letzten Endes wird auch hier ein Kompromiß gefunden > werden, das es den Regierungsparteien erlaubt, vorläufig noch zusammen zu stehen.
Von der verfahrenen Lage bei der Beschlußfassung über das Schulgesetz gibt diese überraschende Schlußabstimmung aber ein kennzeichnendes Bild.
Wâee Hilfe De Lan-wiere.
Berlin. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte heute die Einzelberatung des Etats des Reichsernährungsministeriums fort. !
Zn der zurückgestellten Abstimmung werden folgende Entschließungen genehmigt, die Reichsregierung zu ersuchen, wirtschaftspolitisch der Tatsache Rechnung zu tragen, daß große Mengen Schlachtvieh und Fleisch eingeführt werden, trotzdem die deutsche Landwirtschaft in der Lage ist, den Fleischbedarf der Bevölkerung vollkommen zu decken. Ferner wutde eine demokratische Entschließung angenommen: 1. Das System der Einfuhrscheine auch auf die Ausfuhr von Schweinefleisch auszudehnen. 2. Gemeinsam mit den Länderregierungen durch die Gewährung von Prämien die Erzeugung von hochwertigen Produkten der Molkereibetriebe zu fördern. 3. Die Reichsregierung zu ersuchen, zur Abwickelung drückender Verbindlichkeiten und zur Erleichterung der überaus schwierigen Kreditverhältnisse der deutschen Landwirtschaft, einen namhaften Neichs- tredit zu einem erträglichen Zinsfuß zur Verfügung zu stellen.
4. Die Reichsregierung zu ersuchen, alsbald vom Reichstag die Mittel anzufordern, damit das Land der nicht mehr existenzfähigen landwirtschaftlichen Großbetriebe vom Reiche für die Zwecke der bäuerlichen Siedelung angekauft werden kann. Genehmigt wird endlich folgende Entschließung: Die Reichsregierung zu ersuchen, eine Vorlage einzubringen, welche das zollfreie Kontingent für die Einfuhr von Gefrierfleisch aufhebt. — Der Rest des Etats für das Reichsernährungsministerium wird genehmigt. — Nächste Sitzung: Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums.
Vertagung der Entjchödigungsdebatte.
Berlin. Im Reichstagsausschuß für die Entschädigungsfragen erhoben die Vertreter der sozialdemokratischen und kommunistischen Fraktion Einspruch gegen die Fortsetzung der Verhandlungen, bis die Regierungsparteien sich mit der Reichsregierung über die Eesamthöhe der zu gewährenden Entschädigung und über den Charakter des Gesetzes (Schlußgesetz oder Zwischenlösung) geeinigt hätten. Demgemäß vertagte sich der Ausschuß auf nächsten Dienstag.
LorarnopolM?
Die interalliierte Rheinla-ndkommission hat dem Reichskommissar 'für das besetzte Gebiet ihre Stellung zur Anwendung des Reichskriminalpolizeigesetzes von 1922 im besetzten Gebiet bekanntgegeben. Dabei werden die Vorbehalte und Einschränkungen gemacht, daß aus dem unbesetzten Gebiet keine Polizeibeamten oder Polizeiagenten im besetzten Gebiet Aufträge ohne Mitwirkung von Beamten des besetzten Gebietes und ohne Zustimmung der zuständigen deutschen Behörden ausführen dürfen. Die zuständigen deutschen Stellen im besetzten Gebiet seien für die Tätigkeit dieser Beamten verantwortlich. Ferner wird verlangt, daß der ftanzösischen Behörde vorher über die Ankunft und den Auftrag der Beamten Mitteilung gemacht wird. — Die Durchführung dieser Verfügung erschwert in stärkstem Maße die Bekämpfung des Landesverrats und der Fremdenlegions- Werbüpg.
Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reklame-Petitzeile 96 Pfg. Platz- Vorschriften ohne Verdindiichteil Bei Wiederholungen Rabatt, für Vollklischee-Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung.
Nummer 9
Schwierigkeiten mit Polen.
Wie aus diplomatischen Kreisen zu erfahren ist, ist es bei den in Warschau geführten deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen zu ernsthaften Schwierigkeiten gekommen. Die Fragen der Niederlassung und der Valorisierung der polnischen Währung sind anscheinend so beträchtliche Differenzpunkte geworden, daß man in der Wilhelmstraße äußerst pessimistisch ist.
Mes BaMojekt durch 25 Zustanzeu.
Der stellvertretende Vorsitzende des Aussichtsrats der Großbauten A.-G. in Berlin, die das Europa-Hochhaus errichtet, Heinrich Mendelssohn, nimmt in einem an alle Behörden gerichteten Offenen Brief Stellung gegen die Stillegung des Europa-Hochhausbaues. Er bezeichnet den Fall als ein Schulbeispiel für die städtebauliche Anarchie, die in Berlin herrsche.
Architektenkreise messen dem Fall grundsätzliche Bedeutung bei: Immer wieder würden Bauten begonnen und nahezu fertiggestellt, ohne daß die Bauerlaubnis vorliege: das habe seinen Grund in dem übermäßigen, mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen in Konflikt stehenden bureaukratischen Apparat, der jede» Bauprojekt etwa 23 bis 25 Instanzen zu durchlaufen zwinge. Die städtebauliche Anarchie in Berlin sei zu allererst auf das Konto der Stadtverwaltung zu setzen. Temperamentvoll fügt H. Mendelssohn hinzu: „Es ist ein Skandal, daß zu einem Zeitpunkte, zu dem es Pflicht von Staat und Gemeinde wäre, die private Bautätigkeit zu fördern, sogar unter Gewährung von Hauszinssteuermitteln, ihr immer wieder in den Rücken gefallen wird!" Für den Fall, daß die Behinderung des Europahausbaues, der nach Behandlung mit 25 Instanzen, nach Zustimmung aller städtischen Dienststellen und des Sachverständigenbeirates angefangen worden fei, länger als 14 Tage dauern würde, will Herr Mendelssohn dahin wirken, daß „das Eisengerüst des Europa-Hochhauses in seinem jetzigen Zustand als Schanddokument Berlins für die Dauer von 3 Jahren stehen bleibt"!
Kommunisten an der Futterkrippe.
Von den Toten soll man nur Gutes reden. Die englischen Zeitungen verstoßen sehr gegen diese gute Sitte, wenn sie jetzt über den dieser Tage durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Bolschewistenführer Joffe „Anekdoten" erzählen, die den Mann in einem sehr ungünstigen Licht zeigen. Joffe, ein nach allen drei Dimensionen stattlicher Mensch, soll ein ganz anormal leistungsfähiger Freund kulinarischer Genüße gewesen sein. Der Aufwand dieses „Kommunisten" sei schlechthin „lukullisch" gewesen. Als Sowjetgesandter in Berlin habe er für „Küche und Keller" besier gesorgt als irgend einer seiner zaristischen Vorgänger. Die ältesten Angestellten der Gesandschaft könnten sich nicht erinnern, je in diesem Hause einen Esser und Trinker von der Aktivität des Herrn Joffe gesehen zu haben. Dazu habe er vom Aufstehen bis zum Schlafengehen unaufhörlich Zigaretten geraucht. Unter sechs Gängen habe es bei Joffe überhaupt keine Mahlzeit gegeben. Dies alles zu einer Zeit, als in Rußland die furchtbarste Hungersnot wütete, als in Deutschland Milch nur noch an Säuglinge und Kranke abgegeben wurde. Dies alles mit einem Monatseinkommen von knapp 750 Rubeln (1500 <K). Aber der Gesandte Moskaus verfügte daneben noch über einen ebenso großen wie geheimen Fonds von Propagandageldern.
Joffe, der s Zt. die Friedensverhandlungen mit Deutschland geführt hat, erhielt von seinen Genoßen den Ehrentitel „Friedenstaube". Für den Frieden seines Magens hat er jedenfalls Erhebliches geleistet.
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