Einzelbild herunterladen
 

Samstag, den 23. Juni 1928.

Gießener Zeitung

Nr. 51.

^«Ä

'S** >551 “Mien e. $ * 2* Mm

Jahresversammlung des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen teSAeutschenReichskriegerbundeS..Kyffhäuser".

Gesamtvorstandssitzung.

Am 5. Mai ds. Is. fand eine gemeinsame Gesamtvorstands- MNg des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kricgerhin- tcrbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser"

und der Landesgruppe Preußen statt. Staatsrat begrüßte zunächst die Anwesenden, besonders die Wale hier erschienenen Vertreter der Saargruppe alsdann dem geschäftsführenden Vorsitzenden des

Dr. Quarrt zum ersten und erteilte Verbandes,

haben. Er bittet um ideelle und finanzielle Unterstützung sei­tens des Verbandes und versichert, daß die dortigen Kameraden uns auch weiterhin die Treue halten werden, wenn auch die Besatzung noch so lange dauern würde.

Kamerad Goedicke erstattet alsdann den Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verband sich auch in dem ver­flossenen Geschäftsjahr in günstigster Weise weiterentwickelt hat. Er berichtet über die Tätigkeit der Reichsgeschäftsstelle, die Zah­len und die Erfolge der Rekurse, der Ein- und Ausgänge, sowie über die Organisation und die Tätigkeit in den einzelnen Län­dern. In Braunschweig, Lübeck und Bremen ist den Satzungen des Bundes noch nicht entsprochen und noch keine Kb.- und Kh.-Organisation des Bundes geschaffen worden. Er streift weiterhin das Verhältnis des Verbandes zu den anderen Kb.- und Kh.-Organisationen sowie die Hauptereignisse in den ein-

^" Men tint

Stadt Kassel M unter Wit Wet, in Kasse, 0 000 KuLikmetei ' die die erste in 'Vergasung von Vergasungen von 'e noch nicht ge- aftlicher Laboia- Ochng auch im Endlage für die unkohlengelnet zu

>en Bestehens de- noeiein „Hassia". Rangierer Karl

)iN* und wurde ihm beide Be'ne Verletzungen er

im befanden sich Witter überrascht erschlagen, wäh e Brandwunden

is, roirb

wen im Kreise ih anfänglichem jenen Beweis? dieser jugend- Kreise Wetzlai

lem vom 30. Zum Des Na»auischcn r der Gängeltet wird der Chor gnachmittag jein 24. Juni, voraus, n bester M I Den Merivale , Wcgbiegung in et mar sofort tot, mich. Die Kei lletzungen je zurüclgcßhrt

Kamerad Major a. D. Goedicke, das Wort zum Punkt 2 der lagesordnung: „Besprechung der Tagesordnung für den Reichs- Dcriretertag am 6. Mai 1928“. Eine eingehende Aussprache fand über die dem Reichsvertretertag vorzulegende, vom gefchäfts- fiihrenden Vorstand beantragte Aenderung zur Satzung des Ver­bandes statt, die bezweckt, den Organen des Verbandes, vor al­lem dem Vorstande, einfachere und klarere Formen zu geben. Es , würbe beschlossen, die vom Vorstand beantragte Aenderung der Vertreterversammlung zur Annahme zu empfehlen, die Zahl der Beisitzer jedoch von 12 auf 15 zu erhöhen.

Zu Punkt 3 der Tagesordnung, „Organisalionsfragen", wies Kamerad Goedicke darauf hin, daß auf eine genauere Aus­füllung der Stärkenachweisformulare von feiten der Krieger- vereine hingewirkt werden müsse, da der Verband sonst nicht in ' Jet Lage sei, alle in unserer Organisation vorhandenen Kb. und Kh. restlos zu erfassen. Das bereits oft behandelte Thema „Doppelmitgliedschaft" wurde wieder eingehend erörtert. In dieser Beziehung versage häufig noch die Aufklärung in den Äriegervereinen. Im Laufe der Zeit müsse der Zustand der Doppelmitgliedschaft jedenfalls beseitigt werden.

Kamerad Goedicke geht dann auf die Antworten zum Rund­schreiben 5 ein, welche ergeben, daß aus praktischen Gründen Lehrkurse nicht von der Zentrale aus, sondern bei den Landes­und Provinzialgruppen abzuhalten seien, daß die Durchführung von Siedlungsunternehmungen Aufgabe der lokalen Stellen des Verbandes sei, und daß von der Errichtung einer gemeinsamen Ttcrbekasse Abstand zu nehmen sei. Der Vertreter der Grenz­mark teilte noch mit, daß dort für Siedlungszwecke Land zu sehr nichtigen Preisen zu erhalten sei, und bittet die Vertreter der anderen Gruppen, dies etwaigen Siedlungslustigen mitzuteilen, da die Niederlassung Deutscher an der polnischen Grenze zur Sia rtung des Deutschtums ein Gebot der Notwendigkeit sei. Von Der Provinzialgruppe Hannover wurde angeregt, im täglichen Verkehr als Bezeichnung unseres Verbandes den Namen „Kyff- hsinserverband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebe- nen" anzu wen den

Reichsvertreterversammlung.

Am 6. Mai ds. Is. fand in Berlin die 7. Reichsvertreter- wrjammlung statt. Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Staats­rat Dr. Quard, begrüßte zunächst die Anwesenden, insonderheit den Herrn Präsidenten des Kyffhäuserbundes, General der Ar­tillerie von Horn, sowie die Vertreter der Behörden, unter de­nen u. a. Ministerialrat Jacobs vom Reichsarbeitsministerium, Obermagistratsrat Dr. Liebrecht von der Hauptfürsorgestette Berlin und Dr. Ullrich, Leiter des Evangelischen Hauptwohl- sahrtsamts, erschienen waren.

Exzellenz von Horn dankte hierauf dem Vorredner im Na­men der Versamlung und erklärte, daß er auch fernerhin dem Verbände jederzeit sein besonderes Interesse schenken und bei den Landeskriegerverbänden darauf dringen werde, daß diese aud) weiterhin die für den Verband nötigen Mittel zur Verfüg- Mg stellen.

Kamerad Kemper-Kreuznach überbrachte die Grüße der Ka- . meraden aus dem besetzten Gebiet und wies auf die Schwierig- leilen hi.N, unter denen die Gruppen dort noch immer zu leiden

seinen Arbeitsgebieten während jahres.

Der Schatzmeister Kamerad den Finanzbericht.

Es folgt ein außerordentlich

des abgelaufenen Geschäfts-

Mascherreck erstattet hierauf

fesselnder, warmherziger Voc-

trag des Leiters des evangelischen Hauptwohlfahrtsamts Dr. Ullrich über das Gebiet der Wohlfahrtspflege. Der Vortragende gibt einen Ueberblick über das Zusammenarbeiten der öffent­lichen und freien Wohlfahrtspflege unter Berücksichtigung der Fürsorgepflichtverordnung und der Reichsgrundsätze und erläu­tert, wie sich die Wohlfahrtspflege von der Säuglings-, Iugend- und Mütterpflege bis zur Greisenpflege auswirkt. Hierbei wer­den auch das Gebiet der Wohnungsnot, die besonders erschüt­ternd auf das Familienleben, die Grundlage des Staates, ein­wirkt, die Kleinrentnerfürsorge, die Gefangenenfürsorge und die

Fürsorge für die vagabundierende Jugend gestreift. Die Wohlfahrtspflege verfügt über 600 000 Betten mit 90 000 gern bezw. Pflegerinnen. Der Vortragende schließt seine führungen mit dem Hinweis, daß die Wohlfahrtspflege,

freie Pfle- Aus-

wenn

Zu Punkt 10 der Tagesordnung — Anträge — wird nach­stehender Antrag des geschäftsführenden Vorstandes einstimmig angenommen:

• „Mit Geist und Ansehen unserer Organisation ist es un­vereinbar, wenn Vorstandsmitglieder oder Beauftragte für die Wahrnehmung besonderer Arbeiten, Vertretungen u. dgl. von den Verbands- und Vereinsangehörigen unmittelbar für ihre Tasche geldliche Leistungen (durch Kürzung an den Mitgliedsbeiträgen, Abforderung von Pauschbeträgen, Vor schüssen u. dgl.) erheben

Werden solche Leistungen ausnahmsweise einem Kame­raden zugestanden - hierzu bedarf es des förmlichen Beschlus­ses der zuständigen Organe - so hat die geschäftliche Abwick­lung durch die Vereinskasse bezw. durch den Kassierer zu erfolgen.

Die Vereine, Gruppen usw. sind gehalten, diese Grund­sätze strengstens zu beobachten und etwa noch bestehende Ab­weichungen binnen kürzester Frist abzustellen.

Zuwiderhandlungen haben unweigerliches Einschreiten der vorgesetzten Verbände zur Folge, welche sich von der Ein­haltung obiger Grundsätze von Zeit zu Zeit zu vergewissern haben."

Die den Ausbau der Versorgungsgesetze betreffenden An­träge werden dem geschäftsführenden Vorstand als Material für das künftige Forderungsprogramm überwiesen. Die An­regung der Provinzialgruppe Hannover betr. Namensänderung des Verbandes — s. unter Gesamtvorstandssitzung — soll mrt dem Vorstande des Kyffhäuserbundes besprochen werden.

Staatsrat Dr. Quarrt schließt hierauf die Versammlung mit einem Dank an die Teilnehmer und den geschäftsführenden Vorsitzenden in der Hoffnung, daß der Verband auch weiterhin gedeihen möge zum Wohle des Vaterlandes.

sie ihren Zweck erfüllen soll, sich einstellen muß auf die seelische Not des Volkes., Der Geist der freien Liebesarbeit müsse be­ruhen auf Liebe und Barmherzigkeit.

Kamerad Goedicke referiert sodann eingehend über die Neu­erungen im Vcrsorgungsrecht. Er bespricht die einzelnen Ge­biete der Versorgung, besonders der Witwenversorgung und erläutert, was durch die letzte Novelle zum Reichsversorgungs­gesetz erreicht ist und worin sie uns enttäuscht hat. Aus diesen bisher unerledigt gebliebenen Forderungen und unter Hinzu­nahme einer Reihe von neu auftauchenden Problemen müsse noch im Laufe dieses Jahres ein neues Forderungsprogramm geschaffen werden. Hierzu bemerkt Ministerialrat Jacobs, daß das Reichsarbeitsministerium auch weiterhin gute Beziehungen zu unserm Verbände pflegen werde. In der Versorgungsgesetz­gebung sei jetzt ein gewisser Abschluß eingetreten, die Gesetze müßten sich erst auswirken und es müsse der Zukunft überlassen werden, im Einvernehmen mit den Kriegsopferverbänden neue Gesetzesvorschläge zu machen.

Es folgen dann Vorträge der Kameraden Wenzel über die neue Novelle zum Verfahrensgesetz mit besonderer Berückst hti- gung der Rekurseinschränkungen, sowie des Kameraden Dr. Ebert über soziale Fürsorge, Steuervergünstigungen für Kb. und Kh. und das Schwerbeschädigtengesetz.

Zu Punkt 7 der Tagesordnung werden die vorgeschlagenen Satzungsänderungen angenommen. Desgleichen werden zu Punkt 8 die vom Vorstand vorgeschlagenen Persönlichkeiten einstimmig zu Vorstandsmitgliedern gewählt, darunter Kamerad Ihrig- Darmstadt.

Zu Punkt 9 der Tagesordnung Presse — spricht Kamerad Goedicke kurz über unsere den Landes- und Provinzialgruppen zugeleiteten Presscnachrichten und bittet, diese unverzüglich den in Betracht kommenden Zeitungen — nicht erst den Untergrup­pen — zuzuleiten. Diese Arbeit müsse bereits vorbereitet sein. Für unsere „Versorgung-Fürsorge" bittet er überall noch mehr zu werben, besonders in den außerpreußischen Ländern, so daß nach Möglichkeit erreicht wird, daß jedes Mitglied unsere Zeit­ung erhält.

Das Neichsversorgungsgesetz, Altrentnergesetz und Kriegspersonenschädengesetz.

In der bekannten Schriftenreihe „Stilkes Rechtsbibliothek" (Verlag Georg Srilke, Berlin NW. 7) erscheint in Kürze eine Textausgabe mit Anmerkungen dieser so bedeutenden Gesetze. Verfasser ist der auf dem Gebiete der Reichsvcrsorgung in wei­testen Kreisen'bekannte Oberregierungsrat Dr. jur. et rer. pol. Carl Arendts, Mitglied des Reichsversorgungs-Gerichts, beauf­tragt mit dem Senatsvorsitz. Der Verfasser hat hier aus der Praxis für die Praxis ein vorzügliches und an Reichhaltigkeit einzig dastehendes Werk geschaffen. Zusammenfassend in einem Band behandelt es^die wichtigsten Versorgungsgesetze (RVG., ARG., KPSG.). wobei bereits die 4. Novelle zum Derfahrens- gesetz vom 17. 3. 1928 eingearbeitet ist, und enthält außerdem noch im Anhang das Verfahrensgesetz in seiner Neufassuug nebst den dazu gehörenden Entschließungen und Regierungsoorschlägen. Das Buch bringt den neuesten Stand der Gesetzgebung vom 1. 4. 1928 und einen diesem entsprechenden vollständigen Ueber­blick über die Rechtsprechung. Solange der fast überall einge­führte, große Kommentar des Verfassers zum RVE., auf den übrigens an zahlreichen Stellen Bezug genommen wird, nicht neu erschienen ist, bildet das Werk jedenfalls einen geeigneten Ersatz dafür. Der Preis des ca. 550 Seiten starken Buches beträgt 15 RMk,

Neue Bücher.

Das „Bayerische Hochland", illustrierte Zeitschrift für den Fremdenverkehr und Wintersport im Hochland und bayerischen Allgäu. Die Mai-Ausgabe befaßt sich in erster Linie in Wort und Bild mit dem Werdenfelser Land. Probenummern sind kostenlos durch den Vertag München 9 zu erhatten.

Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen.

ngen, MW jung beschl" l-los an 6.

PsrbM^ 5 ] ordnet dä den SM' ton wird, di-

sichtlich SW aus $** r eine M^ W^ besann', * . »M ^

ö" *11 * * 9cWé(X

lies«"1

5n Admiralitätskreisen sind schon Beratungen darüber im bange, wie englische Torpedoboote am bequemsten den Rhein Hera uff ähren könnten, um Köln, Mainz und die sonstigen an ter Strecke liegenden wichtigsten Städte zu bomdardieren. Da Rußland von der anderen Seite mit feiner Flotte kommt, so tot England von Norden her ganz leichtes Spiel. Zwei kchiffs'divisionen sollen sofort nach Kiel und Wilhelmshaven ßchen. In den nordamerikanischen Gewässern haben wir nach ikewyorker Kabel bereits am 5. die ersten Verluste. Von den Kutschen dort kreuzenden Schiffen „Dresden", „Karlsruhe" und »Straßburg“ verlieren wir im Kampfe mit französischen und mglischen Kreuzern zwei, während es dem dritten gelingt, zu Mfliehen. Bei Algier wird der „Panther" gefangen. Trotz­en, muß am nächsten Tage schon die „Lusitania" den englischen Kreuzer „Essex" um Hilfe gegen die deutschen Kreuzer an der lordamerikanischen Küste bitten. Am 6. kabelt Madrid, daß bei dm kanarischen Inseln von englischen Kreuzern ein deutsches Kriegsschiff versenkt und ein anderes gefangen nach Gibraltar -cschleppt sei. Asguith ist in London am 5. schon in der Lage, betonn t zu geben, daß die englische Flotte zwei deutsche Pan- jer verfeukt habe, während es dem dritten nur durch eilige Uuchl gelungen sei, sich zu retten. Asquith kann auch dem eng­lischen Volke die beruhigende Erklärung geben, daß den eng­lischen Kriegsschiffen offiziell der Funkspruch zugegangen sei feindliche Flotte fangen oder zerstören!". Gleichzeitig ist in Wjnbfdjottlanb eine Seeschlacht im Gange, über deren Ausgang mam noch nichts wisse; Verwundete werden aber bei Cromarty Lusgeschifft. (Vermutlich handelt es sich hier um die Tätigkeit dcu rscher Unterseeboot?) Recht schlecht geht es auch der „(£m= ben“ in den argentinischen Gewässern. Nach Kabel aus Buenos Airres trifft dort vom englischen Lloyddampfer „Highland" die Meldung ein, das^ die „Emden" in schwerverletztem, jammer- Dol em Zustande vor dem Kreuzer „Glasgow" fliehe. Auch in Hi spanischen Gewässern scheint es uns sehr schlecht zu gehen; jichyt sich doch Madrid am 7. offiziell genötigt, zu erklären, daß ^ nicht wahr sei., daß drei deutsche Kreuzer auf der Flucht vor «ngzlifchen Schiffen in Vigo eingelaufeu seien. Am 7. ist Lon- tionn dann in der glücklichen Lage, dem staunenden Auslande zu jab «ein, daß die „größte Seeschlachr der Weltgeschichte" geschla-

gen sei in der Nordsee. 19 deutsche Schiffe sind versenkt, der Rest flieht in die Elbmündung, wo sie nun eingeschlossen sind. Als genauer Schlachtort wird die genügend bekannte Dogger­bank angegeben. Von englischen Verlusten schweigt London.

Es scheint aber, daß Schwindel denn doch denn er erklärt, daß saunt sei. Immerhin

selbst dem englischen Admiralstabe dieser zu stark oder noch nicht am Platze mar; ihm von einer solchen Schlacht nichts be- aber hatte das Ausland einige Zeit lang

wieder die Freude eines englischen Sieges gehabt. Dieser Schaden wird aber wieder dadurch gut gemacht, daß Madrid am 8. kabelt: deutsche Telefunkenstationen der Nordsee gäben bekannt, daß bei Helgoland 37 deutsche Torpedoboote gesunken seien; allein and) den Engländern habe dieser Sieg 4 Schiffe ge­kostet. Dieser Sieg wird dann nicht wieder dementiert; die Fälschung mit der „deutschen Telefunkcnstation" hatte die Sache schmackhafter gemacht! Der Verlust des Kreuzers „Amphion" wird zugegeben; England ist aber nach berühmtem Vorbilde leicht in der Lage, diesen Verlust wettzumachen. Es gibt offi­ziell in London bekannt, daß der Kapitän Foll vom „Amphion" nun als Ersatz das Kommando über den „Faulkner" bekommen habe. Es ist dies ein Schiff, das für Chile erbaut war und nun kurzer Hand dem britischen Geschwader einverleibt wurde; ob es schon bezahlt war, ist leider nicht gesagt! Am 12 vernichtet dann der Kreuzer „Birmingham" das deutsche „U. 15“. Endlich am 14. erklärt London offiziell, daß eine Seeschlacht in der Nordsee nicht stattgefunden habe. Leider wird hierbei nicht gesagt, welche früheren Meldungen durch diese lakonische Mit­teilung richtig gestellt werden sollen oder müssen. Im Ge­dächtnisse des Lesers bleiben aber die früheren Siege haften?

Besonders schlecht ergeht es der „Gäben" und „Breslau". Am 5. ist Paris bereits in der Lage, zu melden, daß die „Bres­lau" vernichtet, die „Gäben" aber gefangen sei; beide von fran­zösischen Schiffen, als die deutschen vor den Engländern fliehen mußten. Dieser Ruhm läßt aber wieder die Engländer nicht ruhig schlafen; und so muß Newyork am 7. der Welt bekannt geben, daß die „Breslau" (die vorher von den Franzosen ge­fangen war?) vernichtet und die „Göben", ein Schiff von 22 000 Tons von den Engländern gefangen sei! Ganz einig ist man sich >aber über die Verteilung der Beute nicht; bei anderer Ge­

legenheit werden wieder beide Schiffe von den Franzosen ge­fangen ? In diesen Streit hinein meldet Rom am 8., daß man überhaupt nichts von den beiden Schiffen wisse, die vermutlich sich nach Oesterreich in Sicherheit gebracht hätten. Der schnei­dige Durchbruch bei Messina darf der Welt natürlich nicht be­kannt gegeben werden. Am 14. meldet London den Verkauf der deutschen beiden Schiffe für 2 Millionen Pfund an die Tür­kei und protestiert später gegen diesen Ankauf bei der Türkei, ohne aber diesem Proteste einen nachdrücklichen Hintergrund zu geben. Trotz dieser vielen Siege gegen unsere Auslandskreuzer sieht sich nach Londoner Meldung vom 14. das Foreign Office auf Vorstellungen der Kaufmannschaft hin genötigt, die Ad­miralität um Schutz gegen die deutschen Kreuzer in Südamerika zu bitten, worauf das Marineministerium einen Schwarm eng­lischer Kreuzer zur Reinigung der südamerikanischen Gewässer aussendet.

Daß jeden Tag Scharen deutscher Dampfer und Segler auf­gebracht werden, soll nur kurz erwähnt werden, besondere Er­folge hat die russische Flotte in der Ostsee, die im übrigen aber von England keine Siege in die Welt gedruckt bekommt. Nur wenige Brocken fallen für die Franzosen ab. Die Beschießung von Libau, sowie den afrikanischen Häfen wird zugegeben.

Besonders unglücklich ist Deutschland zu Lande. Für man­gelnde sonstige Unterstützung entschädigt England Belgien durch Siege, dje ihresgleichen suchen. Eine Kette andauernder Nie­derlagen schwerster Art kennzeichnet unsere westliche Bewegung durch Belgien; wir unterliegen uns durch! Besonders schlecht ergeht es überall den Ulanen! Kaum sehen diese belgisch? Ka­vallerie oder gar die „Garde cinique“, so sind sie nicht mehr zu halten und ihre Vernichtung ist nur der außerordentlichen Schnelligkeit der Belgier zu danken, von denen stets nur wenige — die genauen Zahlen werden stets angegeben — genügen, um ganze Regimenter aufzureiben. Jeder Zusammenhang, jeder Orientierungssinn fehlt diesen Ulanen; während die deutschen Heere geschlagen sich nach Deutschland und der Eifel zurückziehen oder übertreten müssen, treiben sich Ulanen weit hinter Namur, dicht an der Nordsee herum, wo sie natürlich leicht Beute der Belgier werden.

; Mi

Schluß folgt.