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Erscheint Mittwochs und Samstags.
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Vom 26.-29. März wird kn Berlin die sogenannte West- mächte-Luftfahrtkonferenz zusammentreten, die sich mit praktischen Fragen des kommenden Sommerluftverkehrs beschäftigen soll.
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3m Plauener Stresemann-Prozeh gegen den Rechtsanwalt Dr. Müller hat das Reichsgericht gestern der Berufung stattge- zeben und den Prozeh an die Vorinstanz zurückverwiesen.
In politischen Kreisen sieht man keine Möglichkeit mehr, die deutsch-polnischen Handelsvertragverhandlungen in absehbarer Zeit wieder aufzunehmen. Der vertragslose Zustand zwischen Deutschland und Polen wird also weiter dauern.
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General v. Lettow-Borbeck, der von der Deutschnationalen Volkspartei in Bayern als Nachfolger des Erohadmirals von Tirpitz auf die Reichstagsliste gesetzt worden ist, hat sich mit feiner Kandidatur unter der Bedingung einverstanden erklärt, daß er in entscheidenden Fragen nicht unbedingt an das Parteiprogramm gebunden sei.
Die Kultusgesetzgebung der rumänischen Regierung ist An- lah zu schweren Unruhen in Siebenbürgen geworden. In den Tumulten sind u. a. 15 Geistliche z. T. schwer verletzt. Die Lage in Siebenbürgen wird als auherordentlich ernst bezeichnet.
Bausrntumukte in Schlesien.
Anläßlich der Montag nachmittag in Langenöls (Kreis Nimptsch) veranstalteten Zwangsversteigerungen auf landwirtschaftlichen Betrieben hatten sich etwa 1000 Bauern angesammelt, die durch Singen von Liedern auf den Versteigerungs- Plätzen die Abgabe von Geboten zu verhindern suchten. Der Landrat des Kreises Nimptsch hatte ein Schutzpolizei kommando von 20 Mann nach Langenöls entsandt, die mit dem Gummiknüppel gegen die Bauern vorgingen. Als sich der Tumult immer mehr steigerte, ließ der befehlshabende Offizier die Maschinengewehre anfahren und die Karabiner laden. Die weiteren Zwangsversteigerungen wurden abgebrochen. Nur dem besonnenen Verhalten des Offiziers und dem ■Umgreifen der anwesenden Landbundführer ist es zu verdanken, daß noch im letzten Augenblick ein Blutvergießen verhindert wurde.
Dis neue Hamburger Regierung.
Die Verhandlungen um die Senatsbildung, die durch die Neuwahl der Bürgerschaft im Februar nötig wurden, haben ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Amtlich wird dazu ausgeführt: Unbeschadet der verfassungsmäßigen und gesetzlichen Bestimmungen über die Aemterverteilung haben die drei Regierungsparteien vereinbart, daß der Senat künftig aus zwölf hauptamtlichen Mitgliedern und aus vier halbamtlichen Senatoren bestehen soll. In bezug auf die Besetzung der Bürgermeisterämter wurde vereinbart, daß in den Jahren 1928 und 1929 Bürgermeister Dr. Petersen erster Bürgermeister bleibt und daß vom 1. Januar 1930 ab ein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei das erste Bürgermeisteramt übernimmt. Zweiter Bürgermeister wird in den Jahren 1928 und 1929 ein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, ab 1. Januar 1930 Bürgermeister Dr. Petersen sein.
Eine Mitwirkung der Verhaftung deutscher Mgenieure.
Eine Anzahl sow je trufsi scher Zngenieure hatten gebeten, zur Besichtigung verschiedener Werke der Eisenindustrie in Deutschland zugelassen zu werden. Die durch Vermittlung der Industrie- und Handelskammer um Erteilung der Besichtigungserlaubnis angegangenen Werke haben jetzt angesichts der Verhaftung deutscher Ingenieure in Rußland erklärt, sie zögen ihre Zusage zurück und würden die russischen Ingenieure nicht empfangen.
Antrag der Landtagsfraktton des Landbundes.
Darmstadt. Die Fraktion des Hess. Landbundes hat in ihrer letzten Sitzung folgenden Antrag gestellt: Der Landtag wolle beschließen:
1. Die staatliche Grundsteuer ist mit sofortiger Wirkung auf 50 Prozent des im Rechnungsjahr 1927 festgesetzten Betrags zu ermäßigen.
2. Die kommunale Grundsteuer (Gemeinde-, Kreis- und Pro- vinzialumlage-Anteil) darf den im Jahre 1927 geltenden Steuersatz nicht übersteigen.
3. Die Sondergebäudesteuer ist zu ermäßigen.
4. Die geplante Erhöhung der Beamtengehälter durch ein neues Besoldungsgesetz unterbleibt.
5. Eine sofortige Senkung der Staatsausgaben ist durch Verminderung der Staatsaufgaben und eine Verwaltungsreform an Haupt und Gliedern herbeizuführen.
6. Die Reichsregierung ist umgehend zu ersuchen, sofort alle Zoll- und handelspolitischen Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, die Rentabilität der Landwirtschaft wieder herzu st eilen.
Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21.
Fernsprecher Nr 2525 und 2526
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Mittwoch öcn 21. März 1928
Wir ersuchen, den Landtag binnen kürzester Frist zur Beratung vorstehenden Antrages einzuberufen.
Zur Begründung des Antrags wird ausgeführt: „Die Not der Landwirtschaft steigt mit jedem Tag höher. Weite Kreise der Landbevölkerung wissen nicht mehr, wovon sie leben und wie sie ihren Wirtschaftsbetrieb aufrecht erhalten sollen. Die Unzufriedenheit wächst unaufhaltsam. Es steht zu befürchten, daß die öffentliche Ordnung gestört und die Grundlagen des Staates erschüttert werden."
Dem Landtag sind nachstehende Regierungsvorlagen zuge- gangen: Gesetzentwurf über die Verlängerung des Finanzgesetzes bis 1. Juli 1928, Gesetzentwurf über die Anlage von elektrischen Hochspannungsleitungen und von Gasfernleitungen, Krediterweiterung für das Landestheater um etwa 30 000 Jt, Gesetzentwurf über Steuervorauszahlungen und für die Gewerbesteuer für 1928, Vorlagen über ein Strafverfolgen gegen den Abg. Lux. Ferner sind eingegangen: die Vorlage zum Veamtenbesoldungsgesetz, ein Antrag der Abg. Sturmfels und Gen. wegen Einstufung überalterter Beamten, ein Antrag der Dolksrechtspartei wegen Ablösung der Markanleihen der Hess. Gemeinden, ein demokratischer Antrag wegen Verteilung der Geldspenden für die Hagelbeschädigten, verschiedene kommunistische Anträge zum Polizeibeamtengesetz, zum Spielplan des Landestheaters und wegen Errichtung eines Krankenhauses in Bad Nauheim.
Prefteempfana in Darmstadt.
Darmstadt. Zn den Räumen des Staatsministeriums in der Neckarstraße fand am 17. März, nachmittags, ein Presseempfang statt, zu dem Staatspräsident Adelung eingeladen hatte. Mit vereinzelten Ausnahmen waren sämtliche hessischen Zeitungen vertreten und auch die Zeitungen der Nachbarstädte, insbesondere von Frankfurt, hatten Vertreter entsandt. Staatspräsident Adelung begrüßte auch im Namen des anwesenden Gesamtkabinetts mit herzlichen Worten die Erschienenen und gab seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck: Offenbar wetde der Wunsch der Hessischen Regierung, die Beziehungen zur Presse möglichst eng zu gestalten und zu vertiefen, von der Presse geteilt. Im republikanischen Staat sei für die Bevölkerung Klarheit über die Absichten und Beweggründe der Regierung von besonderer Bedeutung, gute Informationen hierüber seien notwendig, um das Verständnis für die Staatsnotwendigkeiten in der Bevölkerung zu fördern. Eine objektive, wenn auch scharfe Kritik, die an richtig wiedergegebene Tatbestände anknüpft, könne sehr wertvoll sein; sie diene den verantwortlichen Politikern dazu, ihre Absichten und deren Durchführung zu überprüfen. Um die schwere Aufgabe der Presse nach Kräften zu erleichtern, werde die Regierung der Unterrichtung der Presse ein stärkeres Augenmerk widmen. Die Presie solle sich nach Möglichkeit leicht über amtliche Angelegenheiten informieren können. Hierüber sei eine besondere Stelle eingerichtet worden, die unter Tel. Nr. 2596 jederzeit zu erreichen sei und von Dr. Pohl geleitet werde. Aufgabe der Pressestelle sei es vornehmlich auch, den Bedürfnissen der Presse vom Standpunkt des tätigen Pressemannes her Rechnung zu - tragen. Staatspräsident Adelung gab sodann der Hoffnung Ausdruck, daß diese und andere weiter sich als notwendig erweisende Maßnahmen zu dem Ziele führen mögen, das er sich gesteckt habe: enge und von gegenseitigem Vertrauen getragene Zusammenarbeit zwischen Regierung und Presse. Zn Hessen sei ein solches Zusammenarbeiten besonders notwendig im Hinblick auf die zahlreichen lebenswichtigen Fragen, an deren Lösung alle gemeinsam mitarbeiten müßten unbekümmert um die politische Einstellung. Er denke dabei insbesondere an die durch die Besetzung hervorgerufenen großen Schwierigkeiten, nämlich an die Not des besetzten Gebietes selbst und den Druck, der infolgedessen auf dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben des ganzen Landes laste. Hierfür gelte es, dem Lande einen gerechten Ausgleich zu schaffen. Zn diesem Zusammenhang erwähnte der Staatspräsident die augenblicklich besonders schwierige Lage der Landwirtschaft und Arbeiterschaft. Aufgabe der fresse sei es, die Sorgen der einzelnen Berufszweige und Interessengruppen in die hessische Gesamnot einzuordnen und dadurch das Verbundenheitsgefühl des Gesamtvolkes zu stärken. So solle auch die heutige Zusammenkunft die Teilnehmer menschlich einander näher bringen zum Nutzen der gemeinsamen Ziele, die in einer Notzeit wie jetzt viel stärker hervorzutreten hätten, als in den Zeiten ruhiger Entwicklung. Zum Schluß forderte der Staatspräsident die Teilnehmer auf, ihre Gedanken und Wünsche zum Ausdruck zu bringen.
Zm Namen des Reichsverbandes der Deutschen Presie, Landesverband Hesien, sprach Redakteur S t r e e s e - Darmstadt für die anwesenden Redakteure den Dank für die Einladung aus und gab seiner Freude über den Ausbau der Pressestelle Ausdruck. Direttor Will- Mainz übermittelte dem Staatspräsidenten den Dank der hessischen Derlegerschaft und sagte von feiten der Zeitungsoerlager die Förderung der Pressestelle zu. Staatspräsident Adelung dankte für das Verständnis, das die Absichten der Regierung bei Verlegern und Journalisten gefunden habe. Bei einem einfachen Imbiß war sodann Gelegenheit zu engerem Gedankenaustausch gegeben. Am Abend besuchten die Gäste die Vorstellungen in beiden Häusern des Landestheaters.
Dr. Dehlinger aus der Bottspartei ausgetreten!
Der frühere Landtagsabgeordnete Dr. Dehlinger, Gut Weilerhof bei Wolfskehlen, teilt der Presie mit, daß er aus der Deutschen Volkspartei wieder ausgetreten sei..
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Nummer 24
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Keine Behanölrmg der Sanbwerksnovsllemehr durch den derzeitigen Reichstag.
Auf die Eingabe des Reichsverbandes des deutschen Handwerks wegen beschleunigter Verabschiedung der Handwerksnovelle durch den derzeitigen Reichstag hat Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius dem Reichsverband des deutschen Handwerks mitgeteilt, daß sich die Reichsregierung angesichts der Lage leider habe entschließen müssen, den Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung (Handwerks-Novelle) nicht in das Notprogramm aufzunehmen. Auch die Einbringung eines Ueberleitungs-gesetzes kommt nach der Mitteilung des Neichswirtfchaftsministers nicht in Frage. Dr. Curtius bedauert in seinem Schreiben, daß die innerpolitische Entwicklung die Verabschiedung der Vorlage durch den gegenwärtigen Reichstag unmöglich gemacht hat und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das nach ben Neuwahlen zu bildende Kabinett der Einbringung der Vorlage in der jetzigen Form zusttmmen werde. In der Reichstagssitzung vom 6. März wies der Minister noch darauf hin, daß die Handwerks-Novell-e im Reichswirtschaftsrat auf erhebliche Schwierigkeiten gestoßen und es daher nicht die Schuld des Ministeriums oder der Reichsregierung sei, wenn die Novelle im Reichstag nicht mehr zur Verabschiedung kommen könne.
Damit ist das Schicksal der Handwerks-Novelle nach wie vor höchst ungewiß, denn ob das neue Kabinett — gegebenenfalls bei anderer Zusammensetzung als bisher — der Vorlage zu- stimmen wird, bleibt sehr fraglich. Das Handwerk wird die erneut eingetretene Verzögerung nicht verstehen können. Seit 8 Jahren erstrebt es den weiteren Ausbau seiner beruflichen Selbstverwaltung und hat in seinem Streben nur eine Enttäuschung nach der anderen erfahren. Wir sind gewiß, daß andere Berufsstände nicht 8 Jahre brauchen, um seitens der zuständigen Stellen Erfüllung ihrer Wünsche zu erhalten.
Das Handwerk zu den Not maßnahmen für die Landwirtschaft.
Der Reichsverband des deutschen Handwerks übersandte dem Reichswirtschaftsminister die von den Vorständen des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages und des Reichsverbandes des deutschen Handwerks zu Würzburg gefaßte Entschließung zur gegenwärtigen Wirtschaftslage. In der Eingabe wurde ausführlich darauf hingewiesen, daß die in der Entschließung aufgestellten Grundsätze sowohl bei den seitens der Reichsregierung vorgesehenen Notmaßnahmen für die Landwirtschaft wie auch bei dem Programm, das dem Reichstag noch zur Verabschiedung vor seiner beschlossenen Auflösung vorgelegt werden soll, Berücksichtigung finden müßten. Gegenüber den beabsichtigten Notmaßnahmen für die Landwirtschaft, denen auch die Vollversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrats zuftimmte, wurde es als eine Unmöglichkeit bezeichnet, in weitgehendem Maße öffentliche Gelder einseitig zur Versorgung der Landwirtschaft bereitzustellen. Der Befürchtung wurde Ausdruck gegeben, daß man in weiten Kreisen der Landwirtschaft weniger auf eine endgültige und durchgreifende Sanierung bedacht ist, als auf die Fortführung einer Subventionspolitik, die sich bisher in ihrer Planlosigkeit mehr zum Schaden als zum Nutzen der Landwirtschaft ausgewirkt hat.
Nach den Veröffentlichungen über die Regierungserklärung muß leider festgestellt werden, daß die Bedenken des Handwerks keine Beachtung fanden. Es steht daher zu befürchten, daß tatsächlich eine planlose überlebte Subventionspolitik weiter getrieben wird, die die Mittel hierzu aus den Steuererträgen der Betriebe nimmt, die gerade noch zahlen können. Es wäre besser gewesen, sich regierungsseitig darum zu bemühen, Steuerminderungen und Verwaltungsreformen einzuführen. Der Betäubungspolitik staatlicher Unterstützungen muß eine um so größere Ernüchterung folgen.
BeamtenvoM.
Der Verein der höheren Beamten der inneren Staatsverwaltung Hesiens verfolgt, so schreibt uns der genannte Verein, mit Besorgnis die Personalpolitik der neuen Hessischen Regierung. Man hat Persönlichkeiten in höhere Beamtenstellen der inneren Staatsverwaltung berufen, welchen die Beherrschung der Gesetzgebung, der Gesetzestechnik und die erforderliche Erfahrung auf dem Gebiet der Verwaltung fehlen. Es besteht hierzu um so weniger Veranlassung, als diesen Voraussetzungen entsprechende Beamte der inneren Staatsverwaltung in ausreichender Zahl vorhanden sind. Der Verein legt deshalb Verwahrung, ein gegen die Uebernahme von Beamten aus arideren Dienstzweigen in die innere Staatsverwaltung ebenso wie gegen die Besetzung von höheren Beamtenstellen mit Personen, die der vor geschriebenen Vorbildung überhaupt entbehren. Will man behaupten, daß Letztere mit dem Volke besonders verbunden seien, so nimmt der Verein diesen Vorzug für seine Mitglieder, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in der inneren Staatsverwaltung tätig sind, mit gleichem Recht in Anspruch. Die unverhüllte Bevorzugung von Persönlichkeiten bestimmter Parieirichtungen kann nicht daM dienen, das Vertrauen in eine unparteiische Handhabung der Staats- und Verwaltungsausgaben zu stärken. Ein nach parteipolitischen Gesichtspunkten ausgewählter Beamter mag das besondere Vertrauen seiner politischen Freunde genießen; mit um so größerem Mißtrauen werden ihm andere Kreise begegnen. Die von der Regierung eingeschlagene Personalpolitik wird von den höheren Verwaltungsbeamten als eine verletzende und unverdiente Zurücksetzung empfunden, welche die Arbeitsfreudigkeit lähmen und junge, tüchtige Kräfte abschrecken muß.