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Politische Zagesschau.
Die Internationale P re ss ea u sstell u n g in Köln wird am 12. Mai eröffnet werden. Man erwartet Delegierte aus fast allen Kulturstaaten.
Zn der saarländischen Regierungskommission soll an Stelle des ausscheidenden Belgiers Lamberts der jetzige finnische Gesandte in Paris, ^hrnrooth, berufen werden.
Die wiederholten Gerüchte, der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drümmond, wolle von seinem Posten zurück- ircten und der Tscheche Benesch solle sein Nachfolger werden, sind unwahr.
Der deutsch-japanische Handelsvertrag ist im Entwurf von Zapan abgelehnt worden, da durch den Entwurf besonders die japanische Farbenindustrie bedroht würde.
egen München 1868, nerst, daß München ilung Nordwest hat gen Mainz 05 knapp shasen Unstreitig die eine schwere Klippe nkt mehr hinter dein Die Frankfurter sieg- i Saar 05, aber das berzeugten nicht son-
50 000 Zuschauer.
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Unentschieden wSn hâ viel Wh M 6 der ersten Halbzeit Durch eine Verletzung Tennis-Borussen W
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12 bis MO Hessische Landwirte protestieren!
Die hessischen Bauernorganisationen hatten die hessischen Landwirte auf Donnerstag zu einer Protestkundgebung nach Darmstadt eingeladen. In der großen Festhalle waren rund 12000 Bauern zusainmengekommen. Den Reigen der Redner eröffnete der Vorsitzende des Hessischen Landbundes, Landtagsabgeordneter E l a s er, der die gleichzeitige Notlage der Landwirtschaft auf die ungünstigen Zoll- und Handelsverträge, den unerträglichen Steuerdruck und die soziale Belastung zurück- fiihrte. Die heutige Protestversammlung sei ein letzter Appell an die Verantwortlichen. Helfe er nicht, dann müsse man zum Streik oder zur passiven Resistenz auffordern. (Zuruf: Streik.)
Für die oberhessische Landwirtschaft sprach Landtagsabgeordneter Fenchel, für die rheinhefsische Landtagsabgeordneter Dr. Möbus, der betonte, daß auch die Bauern heute wie die Arbeiter auf die Straße gehen mühten.
Die Versammlung nahm dann .eine Entschließung an, die nach einem machtvollen Demonstrationszug durch Darmstadt von den Führern dem Staatspräsidenten Adelung übermittelt wurde. Diese lautet:
Entschliehung:
„12—15000 in der Städtischen Festhalle in Darmstadt versammelte hessische Landwirte haben 4 Notjahre mit Geduld getragen. Unsere Geduld ist zu Ende.
Wir verlangen umgehend und unverzüglich Wiederherstellung der Rentabilität unserer Berufsarbeit. Insbesondere fordern wir gerechten Zollschutz und ausreichende Sicherheiten dafür, daß die Lage der deutschen Landwirtschaft durch neue Handelsverträge nicht weiter verschlechtert wird. Wir erwarten Kündigung aller für die Landwirtschaft ungünstigen Handelsverträge.
Wir verlangen schleunigste Mahnahmen zur Senkung der ungeheuren Steuerlast. Insbesondere fordern wir Beseitigung der hessischen Grundsteuer und Uebernahme der Rentenbankzinsen auf das Reich.
Wir wollen nicht weiter steuerlich unter Ausnahmegesetzen stehen, wir dulden nicht die steuerliche Ausbeutung unseres Berufsstände. Wir verlangen steuerliche Gerechtigkeit und Verteilung der Steuern auf die tragfähigen Schultern.
Das vorliegende Notprogramm der Reichsregierung kann höchstens vorübergehende Linderung bringen. Es ist nicht geeignet, dauernde Besserung der Lage der Landwirtschaft zu schaffen.
Wir erwarten von Reichs- und Landtag, daß sie sofort alle Maßnahmen ergreifen, um die Lage der deutschen Landwirtschaft von Grund auf zu bessern. Sind Regierung und Parteien nicht fähig, der Not des bäuerlichen Berufsstandes zu steuern, gelingt es nicht, unsere gerechten Forderungen auf gesetzmäßigem Wege zu verwirklichen, dann wirb der deutsche Bauer zur Selbsthilfe gezwungen.
Ehe wir untergehen, werden wir den Kampf um den deut- schen Bauernhof und damit um die Grundlage des Staates mit allen Mitteln führen."
*
Ueber den Besuch beim Staatspräsidenten berichtet oie Pressestelle des Staatsministeriums:
Heute nachmittag wurde dem Herrn Staatspräsidenten durch eine Deputation unter Führung von Herrn Abgeordneten Dr. Müller eine Entschließung der in der Darmstädter Festhalle versammelten Landwirte überbrachte. Unmittelbar nach dem Durchlesen wies Staatspräsident Adelung die Ueberbringer mit allem Ernst auf Ausdrücke und Wendungen in der Entschließung hin, die nicht unbedenklich seien. Er machte die Herren auf ihre Pflicht als Parteiführer aufmerksam, da sich bei dem Ernste der Lage aus mißverstandenen Worten leicht Handlungen entwickeln können, deren Ende nicht abzusehen sei. In dem Gespräch, das sich sodann zwischen dem Herrn Staatspräsidenten und den Landbundvertretern entspann, betonte Staatspräsident Adelung, daß es das ernste Bemühen der Regierung sei, die Notlage der Landwirtschaft, die ja bekannt sei, zu mildern. Die Sorgen der Landwirtschaft seien auch die Sorgen der Regierung, wenn auch über den Weg, wie der Landwirtschaft zu helfen sei, verschiedene Ansichten beständen. Die Hebung des landwirtschaftlichen Standes sei für den Wohlstand des Volkes von grundlegender Bedeutung. Bei allem aber, was die Hesiische Regierung zur Steuerung der Not der Landwirtschaft zu tuen willens sei, dürfe man nicht vergesien, daß wir in einer
Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Eiehen, Südanlage 21.
Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr.
Samstag, -en 10. März ZKM
Zeit allgemeiner Not des Volkes lebten, und daß versucht werden müße, diese Eesamtnot im Auge zu behalten. Zum Schluß erneuerte Staatspräsident Adelung seine Ermahnung, unbedachte Aeußerungen, die eine gefährliche Wirkung haben könnten, zu vermeiden, und forderte dringend von den Herren, in der gegenwärtigen Zeit auch beruhigend auf ihre Anhängerschaft einzuwirken.
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Berlin. Der Haushaltsausschutz des Reichstages begann die Einzelaussprache zum Haushalt des Reichsministeriums des Innern Die von den Demokraten beantragten Entschließungen verlangen u. a. baldige Vor
Gèöüllkeu zur Reichsreform?) Was wird aus Hessen?
Die nachfolgenden Ausführungen sind der wesentliche Inhalt einer kleinen Denksckrift, die der Unterzeichnete Anfang November 1926 für die Landesleitung des Nationalblocks in Helfen (damals „Hessischer Vaterländischer Blocks -als Grundlage für die -interne Bearbeitung der behandelten Fragen angefertigt hat. Was vor 1K Jahren zum Gegenstand gründlicher vorbereitender Erwägungen gemacht wurde, bewegt heute die Tagespolitik: Das „Problem" der Reichsreform steht im Mittelpunkte des öffentlichen Interesses. Die nationale Bewegung ist deshalb -gezwungen, zu dieser schwierigen und schicksalsschweren Frage offen Stellung zu nehmen und dem Volke ihre Vorschläge vorzulegen. Wenn auch dem Nationalisten durch das herrschende parlamentarische System die unmittelbare Mitwirkung an der Lösung dieser Fragen verwehrt ist, so halten wir es doch für unser Pflicht, der Volksmeinung eine klare, eindeutige Richtung zu weisen und durch die Tat zu zeigen, daß -der Nationalblock nicht aus unklaren Schwärmern besteht, sondern nüchterne, verantwortungsbewußte Menschen umfaßt, die keiner vom Schicksal gestellten Aufgabe ausweichen.
Daß unsere Gedanken zunächst wörtlich in der Form der Denkschrift vom November 1926 wieder- gegeben werden, hat den besonderen Grund, daß diese Denkschrift bereits im Jahre 1927 in Nr. 2/3 der Zeitschrift „Reich und Heimat" des „Reichsund Heimatbundes deutscher Katholiken" äbge- druckt worden ist, in dessen Hände ein Stück der Denkschrift durch Indiskretion gefallen war. Wir müssen diese Angelegenheit und den Wortlaut der Denkschrift der Oeffentlichkeit vorlegen, um Mißverständnisse zu vermeiden. Ueber das Verhalten des Herausgebers der Zeitschrift und Vorsitzenden des genannten Bundes, Profesior Dr. Schmitt- mann, der die Denkschrift avdruckte, obwohl er aus der Form des ihm durch Vertrauensbruch in die Hände gefallenen Stückes deren Charakter als Entwurf und als vertrauliche Anregung erkennen mußte, und der auf Anfrage sich weigerte, die Quelle der Indiskretion zu nennen, mag sich der Leser selbst ein Urteil bilden.
Ueber die aufgeworfenen Fragen wird noch viel beraten und gestritten werden. Das Ergebnis der sogen. Länderkonferenz zeigt, daß die Erörterung seit der Abfassung dieser Denkschrift noch nicht viel weiter fortgeschritten ist. Insbesondere werden der Oeffentlichkeit noch immer statt ernsthafter Untersuchungen im wesentlichen nur finanzpolitische Argumente oder ressentimenterfüllte Schlagworte vorgesetzt. Es gilt vor allem, Ver- stänonis für den ganzen Ernst dieser schicksalentscheidenden Aufgabe zu wecken.
Unsere Grundsätze seien hier zunächst nur kurz angedeutet, wobei dèn geläufigen, vielgewendeten Bezeichnungen jeweils ein ganz bestimmter staats- theorettscher Inhalt gegeben wird. Wir vertreten den zentralistischen Grundsatz in dem Sinne, dag die zum Schutz und zur Ordnung der äußeren Lebensverhältnisse unseres Volkes erforderliche Staatsmacht in der Hand einer einheitlichen (Reichs-) Regierung vereinigt sein soll;
den föderalistischen Grundsatz in dem Sinne, daß neben dem Gesamt-(Reichs-)volk die Stämme (in den Reichsländern) Quelle der (Reichs-) Staatsgewalt und an der Bildung des R e i ch s willens beteiligt sein sollen;
den Grundsatz der Selbstverwaltung soweit die damit verbundenen Gefahren der „Korruption von unten" verhütet werden können.
Wir lehnen ab
den unitarischen Grundsatz in dem Sinne, daß ausschließlich die aus den Einzelmenschen summierte Masse der deutschen Staatsbürger Quelle der Staatsgewalt sein soll*
den partikularistifchen Grundsatz in dem Sinne, daß die Stämme, oezw. Länder, Quelle einer eigenen (Landes-) Staatsgewalt mit eigener politischer Spitze (Regierung) sein sollen.
Werner Best.
I. Die Lage und das Problem.
1. Der Volksstaat Hessen scheint der erste der deutschen Mittelstaaten sein zu sollen, der die Lasten der Eigenstaatlichkeit, soweit man im Rahmen der Weim-arer Verfassung von einer solchen sprechen kann, nicht mehr zu tragen vermag und deshalb nach einer anderen Daseinsform für den von ihm heute
*) Der Nr. 3 des ..Pressedienstes des Nationalblocks in Hellen"
vom 28. Februar 1928 entnommen. Es sei dazu gleich gesagt, daß wir niHt mit allen hier in diesem Artikel niedergelegten
Gedanken einig gehen. Die Redaktion.
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Nummer 21
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legung eines Gesetzes, das an Stelle der bisherigen Staatsangehörigkeiten eine Reichsangehöriskeit setzt, baldige Vorlegung einer Neichsstädteordnung und einer Neichslandgemeindeordnung, unverzügliche Verhandlungen mit Preußen zur Umwandlung des Preußischen Oberverwaltungsgerichtes in ein Reichsverwaltungsge- richt, Beseitigung der Enklaven und der Gesandtschaften der Länder untereinander, ein Rahmengesetz für die nationalen Minderheiten in Deutschland und eine Krankenkasse für Reichsbeamte.
Angenommen werden ferner von der Deutschen Volkspartei beantragte Entschließungen, die die Vereinigung kleinerer mit benachbarten größeren Ländern fordern, die Anstellung und Versetzung von Beamten im ganzen Reich ermöglichen und die Prüfungen in sämtlichen Ländern vereinheitlichen wollen.
repräsentierten deutschen Landes- und Volksteil sucht. Noch wird die Diskussion über diese Frage sehr theoretisch geführt, und die vorbereitenden Entscheidungen werden, wie das heute in demokratischen Staaten üblich ist, sehr vorsichtig hinter den parlamentarischen Kulissen ausgeklügelt Die Stellungnahme der einzelnen Gruppen wird wesentlich von der selbstsüchtigen Prüfung des eigenen Vorteils bedingt sein. Eine klare grundsätzliche und weitblickende Entscheidung ist von keiner der maßgebenden Gruppen zu erwarten. Um deshalb zu verhindern, daß die hessische Bevölkerung eines Tages unvorbereitet vor eine fertige „Lösung" gestellt wird, die doch nur ein parlamentarischer Kompromiß, ein unter dem Gesichtspunkt des „geringsten Uebels" abgeschlossener Interessenausgleich der Parteien wäre, ist es an der Zeit, daß die nationale Bewegung unseres Landes klar und grundsätzlich, dabei nüchtern und sachlich einen Vorschlag vorbereitet, der wirklich dem Besten des hessischen Volkes und des Deutschen Reiches — nicht den Interessen der Parteien und Gruppen — dient. Dabei sollen nur die Tatsachen berücksichtigt werden, die für eine zweckmäßige Neuordnung entscheidend sind, nicht aber Dokttinen, die — wie die Schlagwortprinzipien „Föderalismus" und „Zentralismus", „Einheitsstaat" und wie sie heißen mögen — heute das Gebiet der Reichsreform beherrschen.
2. Der Bankerott des hesiischen Staates hat drei Ursachen:
1. Die Beschränkung der Steuerhoheit durch das Reich entsprechend der Weimarer Verfassung und der sogen. Steuerreform.
2. Die Aufblähung der zentralen Verwaltung („Regierung"), die im alten Großherzogtum reine Arbeitsstelle war, im „Volksstaat" dagegen neben dem Parlament zu einer sublimierten Repräsentation der herrschenden Parteien „ausgebaut" wurde.
3. Die Aufblähung der allgemeinen Staatsverwaltung, die sich gemäß den nachrevolutionären staatssozialistischen Tendenzen mit Aufgaben übernommen hat, die der „alte Staat" nicht kannte.
Der wichtigste Punkt, die Steuerbeschränkung, muß hier unerörtert bleiben, da sein Bestehen, seine Abänderung oder Beseitigung außerhalb unserer hessischen Möglichkeiten liegt. Eine Aenderung der einschlägigen Reichsgesetzgebung ist nicht zu er- watten, auch nicht, um den Volksstaal Hessen zu retten. Deshalb muß in dieser Hinsicht mit dem geltenden Zustand als fester Voraussetzung aller Erörterungen gerechnet werden.
Dagegen liegen die beiden anderen Ursachen der „hessischen Not" im Bereich unseres Einflußes und könnten vielleicht beseitigt werden. Doch ergeben sich auch hier einige Hindernisse, die eine wirksame Reform als aussichtslos erscheinen lassen.
Zunächst wäre die erforderliche Verfassungs- und Verwaltungsreform schwerlich für Hesien allein in dem notwendigen Maße durchzuführen, da bei dem Jneinandergreifen der verschiedensten Lebensbeziehungen der deutschen Länder die benachbarten Gebiete davon nicht unberührt bleiben können. Sodann ist aber angesichts der heutigen Gruppierung der politischen Kräfte — des Ueberwiegens durchaus parlamentarisch (im Gegensatz zu staatspolitisch) eingestellter Parteien — und angesichts der persönlichen Einstellung der maßgebenden Exponenten nicht zu erwarten, daß die heutigen hessischen Politiker und ihre Gefolgschaft die geistige und praktische Führung auf dem Gebiete so bahnbrechender Reformen an sich reißen könnten. Dor allem aber muß festgestellt werden, daß, selbst wenn die hessische Politik uns das Wunder eines solchen Entschlusses zu Geist und Tat bescheren würde, es noch fraglich wäre, ob die möglichen Reformen allein die Existenz des Volksstaates Hessen retten könnten.
Schon hier sei ein späterer Gedanke vorweggenommen: ob nicht vielleicht einer tiefer und weiter blickenden staatspolitischen Betrachtung dieses — durch andere Ursachen bedingte — Ende des Volksstaates Hessen statt als anormale Krankheitserscheinung als ein organischer Entwicklungsvorgang erscheint, der anderen größeren Reformen den Weg ebnet. Das Problem der Reichsreform ist eine Aufgabe, die uns die Geschichte stellt, nicht eine Sache der Doktrinen und der nach günstigen Landtagsmehrheiten spähenden Parteiinteressen. — Aber es sei betont, daß diese letzte Erwägung nur als begleitende Betrachtung, nicht als Motiv für eine auf Auflösung des Volksstaats Hessen hinzielende