Dienstag, den 3. Januar 1928. „G i e b e n e r Z e i t u n g" ^ ^
"fe1*^^;“^«6”1^^ »nwiii bi
mundartlicher Dichtung die weiteste Verbreitung Au wünschen sein.
Lokales.
^Lohnsteuer. Auf die heutige Bekanntmachung der Finanz- Ämter betreffend die Einreichung von Belegen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1927 wird hiermit besonders hingewiesen. Auch sind von den Arbeitgebern Lohnzettel nach vorgeschriebenem Muster für alle Arbeitnehmer auszuschreiben, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1927 — 9200 RM. überstiegen hat. Die Lohnzettel sind bis zum 31. Januar 1928 an das für den Arbeitnehmer zuständige Finanzamt einzureichen.
* Der Bund ehemaliger 81er (Inf.-Reg. 81, Res.-Inf.-Reg. 81, Landw.-Inf.-Reg. 81 mit Ersatz-Bataillonen und Kriegsformationen) mutz seine, ursprünglich für den 2. und 3. Juni 1928 in Aussicht genommene Wiedersehensfeier in Frankfurt a. M. nunmehr endgültig auf den 9. und 10. Juni 1928 verschieben. Auskunft erteilt: Kamerad Hermann Frank, Frankfurt a. M., Schielestratze 26, und die örtlichen 81er-Vereine.
* Wie aus einer Uebersicht der Provinzialverwaltung über ihre Tätigkeit auf dem Gebiete der Stratzenherstellung in der Provinz Oberhessen im Jahre 1927 chervorgeht, wurden vom 1 April ab, dem Tage des Uebergangs 'ber Landstraßen von den Kreisen auf die Provinz, in der ganzen Provinz Oberhessen rund 30% Kilometer Landstraßen mit Kleinplaster neu versehen, wofür der Betrag von 1 836 000 Mark aufgewandt wurde. Mit Topokabelag wurden rund 8% Kilometer versehen und dafür 430 000 Mark ausgegeben. Oberflächenbehandlung erfuhren rund 54 Kilometer mit einem Kostenaufwand von 270 000 Mark. Für Vewalzung wurden insgesamt rund 220 000 Mark ausgegeben.
*
Die hessische landwirtschaftliche Woche findet vom 9—13. Januar 1928 in Darmstadt statt. Die Hess, landwirtschaftliche Woche ist stets das große Treffen der praktischen Landwirtschaft in Darmstadt, das sich alljährlich größten Zuspruchs erfreut.
Aus Rah iM Fern.
Hilfe für die Unwettergeschädigten im Vogelsberg.
Für die unwettergeschädigten Gemeinden des Vogelsberges fand in der landwirtschaftlichen Abteilung das Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft eine Aussprache der Notstandskom- mission der geschädigten Gemeinden das oberen Vogelsberges mit den zuständigen Beamten statt. In etwa dreistündiger Unterhaltung schilderten die Mitglieder der Kommission die Art der Entstehung der Schäden, gaben Anregungen zur Beseitigung der vorliegenden Schäden und zu vorbeugenden Maßnahmen grundsätzlichen Charakters. Dabei wurde auch der Generalkulturplan erörtert.
Neu-Isenburg. Eine brutale Roheit, die ihresgleichen sucht, hat sich hier ereignet. Ein Fuhrwerksbesitzer kam in den Stall und bemerkte, daß einem Pferde die Zunge aus dem Maul hing. Man vermutete erst einen Unfall, doch stellte der zugezogene Tierarzt fest, daß die Zunge nur noch an einem Bande hing und vollständig entfernt werden mußte. Nach eingehendem Verhör gestand einer der beiden Knechte, daß sein Kollege das Pferd in dieser schrecklichen Weise durch Reißen an der Zunge verstümmelt hatte. Der Täter hat die Tat bisher nicht eingestanden.
Mainz. Als in der Nacht vom Samstag auf Sonntag der verheiratete 43jährige Arbeiter und Kirchendiener Karl Bettschenk a in Weinolsheim das neue Jahr eingeläutet hatte und er sich auf dem Rückweg in seine Wohnung befand, wurde er plötzlich ohne jede Veranlassung von hinten angefallen und durch einen Messerstich in die Lunge lebensgefährlich verletzt. Der Schwerverletzte wurde mittels Auto sofort hierher ins Städtische Krankenhaus überführt. Der Täter, ein 20jähriger Dienstknecht in Weinolsheim, der mit dem Verletzten befeindet ist, wurde noch in der Nacht verhaftet.
90 Jahre Mainzer Karnevalverein.
Mainz. Die diesjährige Mainzer Karnevalkampagne, die im Zeichen des 90jährigen Bestehens des MKV. steht, hat mit
Grüner Hafen / Blaue Wellen.
Roman von Otto von G o t t b e r g.
17. Fortsetzung.
Er warf Paletot, Mütze und Dolch ab und beugte sich über denSchreibtisch. Nur wenige Papiere trug die kleine Mahagoniplatte und obenauf die Meldung, daß die Werftarbeit an U=444 beendet sei. Darum war das Boot freilich noch nicht seeklar. Jetzt erst begann die Arbeit des Kommandanten und brachte namentlich viel verhaßte Schreiberei. Das kleine Häuflein Papiere hatte sein Vertreter gewiß aus einem Berg von Meterhöhe gewählt, damit der Kommandant sich nicht schon bei der Ankunft ärgere.
Fingerknöchel schlugen an die Türee: „Herein!"
Da war schon der gute Drietzner, sein erster Wachoffizier. Ein Schlossergesell schien er im ölbefleckten, abgetragenen Bord- jakett. Aber darum lugte mit weißer Wäsche doch Sauberkeit aus Hals und Aermeln des sich soldatisch knapp verneigenden Oberleutnants. Unter wohlgescheiteltem Blondhaar lag ein Lachen freudigen Willkommens auf glattrasiertem Gesicht, dem der Dienst unter Wasser das gesunde Rotbraun seemännischer Jugend nicht genommen hatte. Mütze in der Hand, stand er straff, bis der Kommandant mit einem Händedruck nach Erleben und Ergehen fragte. Als nach freundschaftlichem Plaudern Drewitz ernster blickte, nahm Drietzner wieder Haltung und trat gegen die Tür zurück. Sein Kommandant wollte dienstlich sprechen, denn er verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte den Rücken gegen die Platte des Schreibtisches. Vor Jahren war Drewitz Flaggleutnant eines Admirals, der sich beim Eintreten jeden Offiziers vom Stuhl erhob, gegen den Schreibtisch lehnte unb mit verschränkten Armen die Dienstgeschäfte im Stehen erledigte. Der junge Offizier sah, wie leicht die Höflichkeit des sonst oielheischenden Geschwaderchefs Widrigkeiten oder Einspruch abtat, und wählte des Vorgesetzten Art als Vorbild. Zu den Papieren greifend, sagte er verbindlich: „Die Werft ist also fertig, lieber Drietzner. Wann kann ich Artilleriemunition und Torpedos übernehmen?"
„Morgen, Herr Kapitänleutnant!"
„Geschieht also." Er legte den Zeigefinger der Rechten an den Daumen der Linken. „Das wäre Dienstag! Für Mittwoch setze ich Reinschiffmachen im Innern und" — der Zeigefinger
Rücksicht auf die in diesem Jahre so -frühzeitig beginnenden Fastnachtstage nur ganz kurze Pausen zwischen den einzelnen Veranstaltungen. Es sind außer dem vorgestrigen traditionellen Neujahrskonzert, das den Reigen der Festlichkeiten eröffnete, noch drei Herrensitzungen, drei Konzerte, zwei Dor-, sowie der Fastnachtsmontags- und Dienstagsball, eine Damen- und eine Fremdensitzung und ein Kinderfest in der in den närrischen Farben schillernden Narrhalla (Stadthalle) vorgesehen. Etwas Neues bietet die in der zweiten Januarwoche vorgesehene Masken-Modenschau. Der am Fastnachtsmontag stattfindende 90jährige Jubel-Rosenmontagszug wird eine noch nie geschaute Sehenswürdigkeit bilden. Das gut besuchte Neujahrskonzert bewies besonders durch die Anwesenheit zahlreicher Gäste aus den benachbarten Städten die Anziehungskraft des Mainzer Karnevals.
Herborn. Ein orkanartiger Sturm hat in den Gemarkungen Driedorf, Nenderoth, Arborn schweren Schaden an Gebäuden und Bäumen verursacht. Auch die Waldungen wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Dillenburg. Bürgermeister Kupfrian teilt mit, daß die Aufbringung der Kosten für die Dillregulierung der Verwaltung große Sorgen bereite. Das vom Kulturamt ausgearbeitete Projekt fei mit einem Kostenanschlag aufgestellt worden, der mit Nebenkosten auf 170 000 Mark kommt. Ständen für die Durchführung auch von Staat und Bezirksverband Wiesbaden insgesamt 70 000 Mark zur Verfügung, die als Vorschüsse zugesagt worden sind, so sei bis jetzt noch keine Möglichkeit für die Durchdringung des Restbetrages gegeben. Bei der Dringlichkeit der Ausführung des Planes müssen Mittel und Wege gesucht werden, um die notwendigen Summen bereit zu stellen.
Dillenburg. Das Fuhrwerk des Gemüsehändlers Fritz Sänger aus Altenhunden wurde auf dem unbewachten Eisenbahnübergang bei Langey von dem Personenzug Fredeburg—Altenhunden überfahren. Der Sohn des Händlers wurde hierbei getötet und das Fuhrwerk vollkommen zertrümmert. Das Pferd blieb unverletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
Niederhosenbach. Der 57 Jahre alte Landwirt Friedrich Haub" begab sich in geschäftlicher Angelegenheit in die hiesige Mühle. Als er in diese -eintreten wollte, glitt -er auf dem vereisten Wege aus und fiel in das Mühlwasser. Er wurde von dem Mühlrad -erfaßt und durch das Rad gezogen. Dabei erlitt er einen Genickbruch, so daß der Tod sofort -eintrat.
Kölner Frühjahrsmesse.
Die Tatsache, daß Köln schon seit mehreren Messen die größte deutsche Möbelmesse besitzt, wirkt sich auch auf der technischen Messe aus. Auf -der bevorstehenden, vom 12.—15. Februar stattfindenden Kölner Frühjahrsmesse wird in Verbindung mit der westdeutschen Möbelmesse innerhalb der technischen Messe (12.—17. Februar) eine Abteilung Holzbearbeitungsmaschinen vertreten sein. Die bereits vorliegenden Anmeldungen zeigen, daß diese neue Gruppe ein ausgezeichnete und wirtschaftlich wertvolle Ergänzung der Möbelmesse darstellen wird.
Georg Heß: „Oberhessisch Woar". Verlag C. Bindernagel. 2,— RM. — Der in unserer Provinz schon recht gut bekannte und geschätzte Mundartdichter Georg Hetz-Leihgestern hat nunmehr im Verlag von Earl Bindernagel, Friedberg i. H. ein kleines Werk mundartlicher Dichtungen erscheinen lassen, in dem er eine Anzahl neuerer Dichtungen mit den schon bekannten ver- grifföNen „Mei' Owerhesse" und „En Hessegrutz" unter dem Titel „Owerhessisch Woar" zusammenfatzt. Das Werk enthält außer Gedichten auch zwei Dichtungen in dramatischer Form. Georg Hetz ist als Oberhessischer Mundartdichter durchaus bodenständig,' seine Dichtungen sind der urwüchsige Ausdruck des Volksempfindens, wie es seine Bauern beseelt. Der Verfasser stellt die Personen seiner Dichtung geradezu plastisch vor den Leser,' wer jemals seine Gestalten in den alten bäuerlichen Trachten gesehen hat, dem überkommt sofort beim Lesen seiner Verse die Erinnerung 'an Selbsterlebtes und Erschautes. Aus allen diesen Gründen dürfte diesem ausgezeichneten Merkchen
faßte den Dritten der Linken — „für Donnerstag Malen und Einpacken des Bootes an. Zum Schießen auslaufen könnte ich dann . . ."
Drietzner lächelte: „Freitag, Herr Kapitänleutnant?"
Drewitz lachte mit. Seit Menschen in Schiffen zu Wasser gingen, trugen sie ihren Aberglauben an Bord und wiegten die Köpfe oder hoben die Brauen, wenn sie Freitags auf eine erste Fahrt sollten.
„Deichseln wirs also um, Drietzner. Donnerstag wird nur gemalt und am Freitag eingepackt. Die Erlaubnis zum Schießen erbitte ich für Sonnabend und melde mich für Montag seeklar. Flottillenchef schon an Bord?"
Drietzner sah auf die Uhr am Handgelenk: „Sollte in 13 Minuten Hiersein, Herr Kapitänleutnant. Kommandanten zu 12 Uhr bestellt."
Also konnte er noch nach dem neuen Wachoffizier Leutnant z. S. von Ruelow fragen.
„Macht sich ganz gut, Herr Kapitänleutnant, und" — ein listiges Schmunzeln erhellte Drietzners Gesicht — „hat um den Schriftladen gebeten. Von der Menage glaubt er wenig zu verstehen."
Drewitz zwinkerte mit den Augen: „Und Sie geben die Papierkneipe nur ungern ab? Kann ich Ihnen nachfühlen. Auch soll im Fritzenstaat jeder nach seiner Fasson selig werden. Also wird »Ruelow Artillerie-Offizier und nimmt zum F.-T.-Kram auch den Schriftladen. Ihnen bleiben Torpedos, Mannschaft und Menage. Danke sehr."
Der Oberleutnant trat aus der Tür, durch die Wulkin schlüpfte. Drewitz zog sich zum Melden an. Dann schien es Zeit, zum Flottillenchef zu gehen. Doch der Läufer vor des Vorgesetzten Hammer erklärte, Kapitänleutnant Hiedring sei noch nicht vom Schietzen zurück.
Aber „Achtung, Flottillenchef!" rief der Posten auf Deck in den Gang, um seinen Kameraden zu sagen, datz der Herr der , Pommerania" komme. Ihm entgegen trat Drewitz aus dem Oberbau. Zwei verlegene, fremde Matrosen gaben den Weg frei.
„Wo wollt ihr hin?"
„Die Sachen von Herrn Kapitänleutnant Hersthal holen!" „Geht!" Er winkte mit dem Zeigefinger und schloß kurz die Augen, als fühle er plötzlich den Griff einer kalten Hand. Hcrsthal war von einer Unternehmung nicht heimgekehrt. Lange galt er als vermißt und schlief jetzt wohl unter blauen Wellen in der grauen Hülle von Stahl, die manchem der Waffe zum
Das erste Januarheft „Das Theater" ist wieder sehr inhaltsreich. Das mit Illustrationen geschmückten Heft kostet mir eine Mark und ist auf den Bahnhöfen und beim Verlag (Berlin- Schöneberg) zu haben.
Schreiner- und Tischlerkalender 1928. Herausgegeben vom Landesverband bayerischer Schreinermeister, bearbeitet von Syndikus Dr. R. Dörfler. Verlag: Bayerische Schreiner- Zeitung, Augsburg, Preis in Leinwand fest gebunden 1 — X zuzüglich 15 R.-Pfg. Porto. — Der Kalender ist diesmal speziell für Notizzwecke eingerichtet. Das Kalendarium ist so eingerichtet, daß für jeden Tag ein entsprechender Notizraum frei gehalten ist. Der übrige Teil des Kalenders enthält sehr viel Wissenswertes.
ftattffd» Winke M die Ausfrau.
Einige heihe Milchgetränte.
Von Luise Holle.
Die heiße Milch, bie nach längeren Wegen und Märschen in feuchter, kalter Herbst- oder Winterluft das beste und nahrhafteste Durchwärmungsmittel bildet, findet bei der Jugend nicht immer freudige Bewillkommnung, weil sie ihr zu „ein- seitig" ist und deshalb nicht als wohlschmeckend und lockend empfunden wird. Um dem abznhelfen, beachte man folgende Vorschläge:
Heiße Milch mit Karamelzucker. Einige Löffel Zucker müssen in sauberer eisernen Pfanne unter Rühren auf gelindem Feuer sich leicht bräunen, worauf man vorsichtig etwas heißes Wasser daran gibt, so daß sich ein lichtbrauner Sirup bildet. Diesen gibt man an kochend heiße Milch, die dadurch einen sehr feinen Geschmack erhält.
Heiße Milch mit Erdbeersaft. An die heiße Milch gibt man mehrere Löffel Erdbeersaft und gibt beim Darreichen -einen Löffel Schlagsahne auf die Milch. Statt Schlagsahne kann man auch steifen, mit Vanillezucker gesüßten Eiweißschnee nehmen.
Vanilleschaummilch. An die heiße Milch gibt man etwas Vanillezucker und peitscht den steifen Schnee von einem Eiweiß durch, so daß man eine schaumige Milch erhält.
Milch mit Frucht. In die heiße Milch gibt man einige Löffel Preißelbe-eren und eine halbe ganz kleinwürflig geschnittene Banane.
Milch mit Röstbrotwürfeln. Auf dem Rost mutz man würflig geschnittenes Weißbrot ohne Fett lichtbraun rösten, diese Röstbrotwürfel bestreut man mit feinem Zucker und beträufelt sie mit Zitronensaft, man gibt sie dann in die heiße Milch.
Heiße Milch mit Himbeermarmelade. Einen Löffel steife Himbeermarmelade rührt man mit dem steifen Schnee von einem halben Eiweiß schaumig und mischt unter Quirlen und Schlagen -die heiße Milch darunter, die lichtcosa ausficht und leicht schaumig ist.
Geschäftliches.
* Es dürfte wohl wenige Hausfrauen geben, denen der altbekannte Kaffeezusatz Aecht Franck mit der Kaffeemühle oder Kornfranck, der Ersatz für Bohnenkaffee, oder Kaffeegold, das Karlsbader Kaffeegewürz für die feine Küche, nicht bekannt sind. Viele werden darunter sein, die zum mindesten Aecht Franck mit der Kaffeemühle schon als Kind vom Kaufmann geholt haben. Deshalb ist auch von allgemeinem Interesse zu hören, daß die Firma Heinrich Franck Söhne, Ludwigsburg- Berlin, in diesem Jahr auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken kann. Aus bescheidenen Anfängen hat sich dieses Unternehmen zu seiner heutigen Bedeutung entwickelt. Franck-Erzeugnisse werden in der ganzen Welt geschätzt und verwendet und in 26 Fabriken hergestellt. Das ist wohl der beste Beweis für erstklassige Qualitäten. Franck-Marken haben sich in jeder Beziehung als gute Freunde und Helfer bewährt. — Wir sind deshalb überzeugt, daß alle Hausfrauen gern damit einverstanden sind, daß wir der Firma Heinrich Franck-Söhne auch in ihrem Namen unsere herzlichsten Glückwünsche zu ihrem Jubiläum an dieser Stelle aussprechen.
Sarg ward. Eltern und Geschwister schickten nach des Gefallenen Habe.--
Ueber die Plattform kam Hiedring geschäftig schnellen Schrittes, mit blaurot verfrorenem Gesicht über dem Pelzkragen, und rief von weitem: „Na, Berlin aufgemöbelt und gut erholt, Drewitz?"
„Gehorsamsten Dank, Herr Kapitänleutnant."
Der Flottillenchef war ihm an Lebensjahren kaum und an Dienstjahren wenig voraus, aber doch auf der „Pommerania und ihren grauen Küchlein Befehlshaber wie ein Admiral. Während des Krieges schöner Jugendzeit führte er noch ein : U-Boot. Die Kommandanten der Flottille dankten Gott und ' der.Flottenleitung für den Chef, der ihnen gleich an Lebens fahren und Berufserfahrung war. Er sprach und scherzte auch : jetzt nicht lange vom Urlaubserleben des Untergebenen, sondern : fragte schon im Aufbau nach der Bereitschaft von U-444 und I verabschiedete sich vor der Ture zu seiner Kammer: „Also kann , ich melden, daß Sie am Montag seeklar sind.
„Befehlen, Herr Kapitänleutnant. — .
Als gegen ein Uhr der Gong zum Essen rief, ging Drewitz 1 nach dem Speisesaal im Aufbau. Durch Bullaugen fiel Licht von rechts und links hinein. Kleine Tische, an denen einst Amerikareisende atzen, waren zu drei langen Quertafeln zusammen- gerückt Um die mittlere warteten auf den Flottillenchef die Ingenieure oder Fngenieuraspiranten der Flottille, an der fernsten die Wachoffiziere und an der bei der Tur die Komman- bauten mit dem Stabsingenieur, Arzt und Pfarrer. Beim Begrüßen der Kameraden konnte Drewitz eine der dicken Kanonen der Waffe beglückwünschen. Seit vierzehn Tagen trug auch Brreg den Pour le merite. ,
Mahlzeit, meine Herren. Hiedring trat ein. Run er barhäuptig war, fiel das vorzeitig ergraute Haar über dem jugendlichen Gesicht auf. Die Wartenden verbeugten sich, saßen nieder und löffelten ihre Suppe. c .
„Was trinken Sie, Brieg?" Drewitz dachte die Ordensverleihung zu feiern. ,
„Wenn er Mosel sagt, tue ich mit," meinte Hiedring als Nachbar zur Rechten, und Drewitz gegenüber dröhnte der Vatz Knerrheims, des rauhen Kriegers: „Hier ditto. Der Pour le merite ist zwar ein blaues Kreuz, aber doch noch fein Orden für Wasserapostel." Schnell leerte er das schon bestellte Glas Vier auf einen Zug bis zur Neige.
I Fortsetzung folgt.