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Erscheint: Samstoa».

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40. Fahrg. 1. Blatt

Politische Tagesschau.

Nachdem der Hei 4» rat »sch elwet Reth«exbcruugen dem Reicheetol z>pi»«te, hat jetzt du Reistag den Etat noch zu ßcaehmigen.

3* Hasshaltsetat 1928 erscheinen x. a. xx4 die Lberprüfftelle für Lckond. oird Schmoyfchristrn in £elp|fg (Koftenpuntt 281 C00 Mark), die ^rüfltcXUn in Berlin (77CO Vlort) und in München (10 180 Mark), zusammen also Ü 2M OOO Marl, al» neue Position.

Entgegen polnischen Wünschen besteht Deutschland darauf, das, vor einem endgiUtigen Handelsvertrag zunächst ein vaeoerlrag ab-vfchliehen sei.

Wie verlautet, wirb der vorliegende neue Handel», vertrag jeri|escn Deutschland und Japan z. Zt. in Fapan geprüft Der Entwurf wird aklgemeln gebilligt, so dah wahr, scheinlich im Januar die Ratiftkationourkunden «»»getauscht werde».

Wie ans Straßburg berichtet wird, bot Frankreich (3 der houptflchlichsten Führer der autonomistischen Bewegung verhaften Lassen.

Die amerikanische Regierung denkt nicht daran, wie hauptsLchllch die fteni?fll4« Presse behauptet, eine Revision der Schuldenregeluug vorzuuehmen.

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Der PrSsident der russischen Volkvbank ist gestern in Berlin eingelrosfen, um wahrscheinlich auch mit Dr. Schacht zu konferieren,

Dakar von Miller der Schöpfer de» deutschen Mu^cum» in München, wird Ende Februar auf drei Wochen nach Moskau und Leningrad reisen, um die Sowjetregierung bei der Schaffung eine» Kullurmuscum» in Leningrad zu be» raten.

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Neujahr beim Reichspräsidenten.

Wenn wir auch seit dem Zusammenbruch nach dem Kriege ht Berlin den alten höfischen Glanz nicht mehr haben, der den Reujahretag stet» zu einem Fest großen Stile» werden liest, so hat e» auch die Republik verstanden, allmählich durch Steige, rang de» Zeremoniell» und durch Erhöhung der Feierlichkeit, die Besuch», und Gratulationskur beim Reichspräsidenten am 1 Januar zu einem Ereignis zu gestalten. Auch pflegt die Feier Anlast zu sein zu politischen Kundgebungen mannlgfalti, ger Art. Man braucht nur an die Rede des Doyen» bes biplo malischen Korps, des Nuntius Paccelli vom vergangenen Fähre zu denken, um zu ersehen, dah es 94 bei den Empfängen am Neujohrstag nicht nur um leere Form handelt.

Was die Silvesternacht anbelangt, so wird der Herr Reichspräsident sie im engsten Familienkreise verleben. Don irgendwelchen lauten Festlichkeiten kann bei dem Alter des Reichspräsidenten und im Hinblick auf die Strapazen, die der Nkufahrstag mit 94 bringt, naturgemäß keine Rede sein.

Der Neujahrstag selbst wird sich in gewohnter Weise solgendermasten abspielen: Um die Mittagsstunde, etwa um 12 Uhr. beginnt die Aufiahri der Diplomaten, während die Reichs, wehr im Hofe des Reichsprosidentenpolais die üblich« Ehren» wach« stellt. Luch dieses Mal wird Monsignore Paccelli die Glückwünsche der fremden Staaten überbringen, und der Reich», Präsident wird dafür danken. Dann schließt sich Programm- mästig der Besuch der Reichsminister und Staatssekretäre der Reichsregierung an. an deren Spitze der Reichskanzler Dr. M a r x die Wünsche der Regierung übermittelt. Auch hier wird Herr von Hindenburg die Gelegenheit wahrnehmen, um ernste Worte an die derzeitigen Leiter der Retchsregierung zu richten. Es schließen sich dann das Präsidium be» Reichstages. Der» freier des prenfUWn Staatsministeriums und des Reichsrates an. Auch die Wehrmacht ZU Wasser und zu Land« fehlt selbst, verständlich nicht. Ebenso wie sich auch der Reichsbankprästdent. die Leitung der Reichsbahn, die Stadt Berlin und zahlreich« Vertreter großer Korporationen, die Gelegenheit nicht entgehen kosten, dem Reichsprälidenten ihre Aufwartung zu machen. Die Gratulationskur pflegt sich durch Stunden auszudehnen und nimmt erst im Laufe des nachmittags ihr Ende.

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Wik-er ein DefakungSzwiilbtnsall.

«6i|er»fcutcm. Ein französischer Offizier liest sich eine schwe­re Ausschreitung einem Arbeiter gegenüber zuschulden komme«. Der Arbeiter war in der französischen Kaserne mit Ausbesio, run^sarbeiten beschäftigt, als er plötzlich von einem hinter ihm v^rdcigehcnden französischen Offizier heftig georfeigt und mit Füsten getreten wurde. Tain schrie der Offizier: ,Ihr Dreck- säcke könnt ihr nicht die Mütze vor mir abnehmen?" Als der Kibeitet sich bückte, nm seine ihm vom Kopf hsruntergefchlagene Müizo wieder crufzunehmen, trat der Offizier nochmals nach ihm. $ ick hi brutalen Vorgang wohnten einige französische bergan, Len bei, sowie ein Arbeitskollege des Geschlagenen.

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Samstag, den 31. Dezember 1927

Sur Regierungsbildung in Hessen.

Ter noch ausstehende Entscheid des hessischen Ctaatsgerichts» Hofes lähmt auch die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung. Die zu Beginn der Derhandlungen so energisch ausgetretene Zentrumopartei scheint nach den letzten Meldung«« auf ihre Forderung gegen die Linke zu verzichten, um nicht bei der eoentl. Regiernngsdildung übergangen zu werden. Die Eo- zialdemekroten haben denn auch, sowie sie das erste Entgegen­kommen auf Seiten des Zentrums spürten, vorläufig die Per Handlungen mit der Deutschen Dolkspartei eingestellt. Die Lage der Bolkspartei ist dadurch eigentlich eint wenig angenehm«, denn als Lückenbüßer aus der Ecke heraus und dann wieder hinelngestellt zu werden, macht wenig Spaß.

Fm Gru-nde genommen, find alle diese Verhandlungen, wie wir schon einmal betonten, unsinnig. Es kann einem bald so scheinen, als ob die Kreise, bk In Hessen augenblicklich bk Macht haben, durch ihr Tun und Treiben indirekt auf bk Ver­handlungen des hessischen Stootsgerichtshoses einwirken woll­ten. Sie negieren durch ihr weiteres Verhandeln das im Ent­scheid des deutschen Etoatsgerichtshofes zum Ausdruck gelonv mene Rechtsempfinden und beeinflußen damit natürlich auch bk kommenden Entscheidungen des hessischen Staatsgerichtshoses.

Acht Miiltonen Mlbetroo der Stadt Köln.

Köln. Zu Beginn der letzten Stadtverordneten-Dersamm- lung erklärte Oberbürgermeister Dr Adenauer, daß die Erledi­gung des wesentlichsten Punktes der Tagesordnung, die Deckung des Fehlbetrages von rund 8 Millionen, zurückgcstellt werden müsie. da bk Vorarbeiten im Ausschuß noch nicht beendet wer» den konnten.

Auf Grund dieser Feststellungen hatten die sämtlichen Wirtschaftsverbände Kölns eine gemeinsame öffentliche Kund­gebung veranstaltet, um gegen die Ausgabenwirtschaft und die Projektemacherci der Stadt Köln Einspruch zu erbeben. Die Wirlschastskrcise erklärten kategorisch, daß sie unter keinen Um« ständen mit einer weiteren Erhöhung der stabilsten Realsteu­ern einverstanden sein würden. Außerdem wurde die mangelnde Publizität der städtischen Finanzen heftig angegriffen. Kn der Aussprache, bk sich an dos Referat des Syndikus Dr Müller schloß, und bk teilweise sehr erregt verlief, erklärte man unter anderem, daß Oberbürgermeister Dr Adenauer auf kommunal- politischem Gebiete weithin als Führer gelte. Wenn daher bk Stadt Köln und ihr Oberbürgermeister nicht mehr wie bisher im Entwerfen und Verwirklichen großer Pläne, sondern im Er­sinnen und Durchführen eiserner Cporsamkeitsmoßnahmen dir Führerschaft übernahmen, so würde dns ein weithin leuchtendes Signal zur Umkehr in der Finanzpolitik bet deutschen Städte werden. Zum Schluß nahm bk Versammlung eine Entschließung an. in der die Beschwerden und Wünsche zusammengefaßt wurden.

Druck erzeugt Segen-ruck.

Die lächerlichen Anstrengungen de» Chauvinistischen Frank­reich». bk Propaganda gegen alles Deutsche für bk kommenden französischen Wahlen brauchen. Haben zu außerordentlich ftar« fen Verfolgungen der elsaß-lothringischen Butonomisten geführt. Tie Herren In Frankreich dürfen sich dann auch nicht wundern, wenn sie folgende Mitteilung lesen:

Part», 30. Dezember Der Gemeinderat von Himenan im Elsaß hat sich mit 13 gegen 12 Stimmen gegen die Wiederein­führung der alten Stadtfarben, die mit den fron^sischen Lan­desfarben blav-weiß-rot übe rein stimmten, ausgesprochen.

Die Flnmmn -er ReübSbu-n

haben sich während des Geschäftsjahres 1927 im allgemeinen gün. stig entwickelt. Es betrugen die Betriebseinnahmen 4540 8 Mil­lionen RM. die Betriebsausgaben 3080.6 Millionen RM. Das Seichäftsjahr 1927 fiel mit seinen ersten acht Monaten in das dritte Repora1ion»jahr. In diesem betrug die Gesamtjahres- belastvng für den Dienst der Xeparaiion»f4ufbDtr|4reihinnrn 550 Millionen RM. Sie steigt mit dem Beginn des vierten Reparationsjahre» (1. Dezember 1927) auf 660 Millionen RM Neben der Reparatiovszahlung war auch die Drförderungssteuer an den Reparallonsogrnlen abzuführen. Der vom Gesetz vor» geschriebene Gesamtbetrag dieser Abführung für das dritte Re­parationsjahr Jlnb gleichfalls 290 Millionen GM. an den He« paralionsagenten abzuführen.

Das Ges» ml Perlon al ist im Fohre 1927 gegenüber dem Vor­jahre um etwa 4000 Köpfe auf etwa 703 000 Köpfe gesunken.

Zur Aushebung deS SichtvermerkszwcmgeS mit England.

Die Aushebung des Eichtvermerkszwanges am 1. Januar bedeutet in keiner Weise den Fortsoll der sonst in England geltenden fremdenpolizeilichen Bestimmungen. Insbesondere müßen solche deutschen Reichsangehörigen, bk In England eine Stellung anzunehmtn beabsichtigen, schon vor dem Grenzüber- tritt im Besitze einer besonderen Erlaubnis (Zusicherung er Bewilligung zum Stollenantritt, Ministri of Satoru Permit) sein, bk durch bk konsularisch« Vertretung oder di« sonst zustän- bfge englische Behörde ausgestellt ist.

^«leljmpreik: die SO mm breite Prtitzeile o»swari» *4 P^ l»!al 1$ Psg. die 90 mm breite MeHamc tkHQcile 96 Pf, Play, oorickr'i',-' ohn# ^kfblxMIAtth Bei IBirbrrhe hinnen Haban Ur Ve>lMilLee.rlnzeIae« außerdem belonbere SrmLbiaun,.

Nummer 53

Zum neuen ZM!

Ais vor Tausenden von Fahren unsere Vorfahre« Lber jchnecbedtckl« Berge hinauf auf bie höchsten Gipfel fliegen, um bei brennenden Holzstößen ihr Eonnenwendfest zu begeben, deckte Ti4 diese» mit unseren heutigen Neujahrsfctern Denn die langsam wieder steigend« Sonne war ihnen der Scltpunh. nach dem sie ihre Lebensabschnitte zählten. Sine neue Cpoâ« brock mit diesem Tag in ihrem kolenderlofen Dasein an. Erst später« Fahrbunderte verlegten auf den Zeitpunkt diese» Reste» unter Ausnubung alter Volte-gebräuche bie christlich« Weihnacht», feier. Der von den Kulturträgern mit gebta tbte Kalender schuf damit auch neben der alten Feier der Sonnenwende da» auch heute noch gefeierte Neujahrsfest. Und wie früher die alten Germanen am Fultage auf den letzten Zeitabschnitt einen wä­genden Rückblick taten, und Pläne und Wünsch« Ihnen kamen bei dem Ausblick in die Zukunft, so geht es uns auch nach heute.

Der Landmann in seiner Hütte, der Städter In der Miets­kaserne. bet Seemann auf schwankendem Schiff, sie alle wer» den in den letzten Stunden be» fcheidenden Fähre» noch einmal still ihre Gedanken zurücksckweifen lassen. Zerschellte Hoff, nungen, betrogener Optimismus, Kummer, Sorgen, Krankheit. Hunger und Tod waren für den einen mehr als für ben andern auch in diesem Fohre die Nackenschläge, bie ihm bas Schicksal versetzte, als Beweis dafür, daß menschliches Wollen nur ganz bedingt auf diefer Wett von Erfolg gekrönt ist.--Aber so wie vom Turme die Glocken mit hallende« Schlägen verkün­den. daß das alte Fahr der Vergangenheit angehört, und heu­lend« Sirenen einfallen in dies nächtliche Konzert, überfällt bie vorher noch stille Menschheit ein Taumel, bet in plötzlichem Ausbruch alles Trübe beiseite schiebt, bet frohe und glänzende Augen schafft und einen jeden zwingt, selbst dem Fremdesten ein fröhliches, ein glückliches neues Fahr zu wünschen. Und in die fet Stund« möchten wir, daß auch Euch. Hebe Leser, ein .Glück­auf im neuen Johr" von beiGießener Zeitung" in den Ohren klingt. Glückauf!

Glückauf! . . . du schaffender Mann, du ewig beschäftigte» Hausmütterchen und auch dir strebend« junge Dell! Aber bann laßt uns alle wieder einen Augenblick ernst werben, so ernst, als gelte e». bk schwerste Frage zu bebenfen. Schenkt in all der Flut der Wünsche für Euere Mitwelt auch dem Vaterland« eine kurze Spanne glühendsten Hoffens. Und dann laßt uns alle den Lenker des Weltgeschehens bitten, nur einen Bruchteil all unserer Wünsche für bk Heimat in Erfüllung gehen zu lassen. Vor allem wollen wir in diesen ersten Stunden des neuen Fahre» den Vorsitz fassen, mit festem unerschütter» 1i4em Willen unser Teil an der Gesundung des deutschen Va­terlandes beizutragen. Wißt Fhr, was dazu gebärt? Ver- an^ortungssreudipkeit und noch einmal Verontwortungsfrev- bißfeit Das deutsche Volk ist nun einmal durch schweres Go- schick bis In die tiefsten Tiefen geworfen und soll der Kern be» deutschen Volkes sich nun nickt als faul erweisen, bann laßt Verantwortung vor fluffigen Geschlechtern Euch bas Rückgrat» steifen, stemmt bie Füße in den Boden und laßt uns versuche^ dem Vaterland« wieder in lichteren Höhen einen Platz «inzu. räumen.

Festigkeit nach außen und nach innen, unermüdlicher Fleiß und Sparsamkeit nicht nur im persönlichen, täglichen Leben, nein, auch im Leben der Ration, de» Landes und der kommu­nalen Verwaltung. Wenn heute der Deutsche ruft: Drückende Lasten sind uns aufgebürbd. uns droht, von ihnen zermalmt zu werden . . . dann, bitte, int nicht so. als ob wir im Ueber» f schwimmen, dann tonnen wir nicht so auftreten wie ein Volk, dem Reichtum und Wchlergchen so manche» erlaubt. Und tut man es doch, so ist ba» verantwortungslos, so ist dos Verrat an der Zukunft unserer Kinder, an der Zukunft unseres Vaterlandes.

Wir haben nichts zu verickenken. Aber anstatt, daß wir versuchen, mit eiserner Beharrlichkeit einen Teil der Lasten von uns zu wälzen, fuhren wir bisher in leichtsinnigem Tcm mel immer weiter ins Elend hinein.

Also mehr Verantwortungsgefühl, der Mensch ist nickt nur um feiner selbst willen auf dieser (Erbe. Er hat auch Pflich ten. auf deren Innehaltung wir heute mehr denn je sehen müssen.

Und so wollen wir denn diese Betrachtungen schließen, ht» dem ein jeder sich in dieser Neujahrsstunde nicht eitlen Wün­schen hingibt, sondern nur den Vorsatz saßt, seine Pflicht, und die verantwortungsfreudig, zu tun. Und dazu eoch einmal: ein freudiges Glückauf!

Redaktion und Verlag beiGießener Zeitung*.

Gründung einer vrovlnzla'en Eirahen- baugefdlfAaft in Hannover.

Schotter an» Sachsen, Asphalt an» England. Ausschaltung anderer deutscher Rohstoss« und Industrien. Unterdrückung de» freien Wettbewerb».

Im nötigen Jahre ging die Provinz Hannover dazu über sich einen eigenen Steinbruch für St raß««bauzwecke zr^rUegeu. 6k erwarb den HavptanteU an der Collmener Quarz«, Por­phyr-, Pslasterfteinbrüche- und Schotterwerke G. m. b. H. in bet