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Stein Aufwertnngsbcgehren.
Ter Reichsminister des Innern hat auf Beschluß ber Reichs- regierung den von der Reichsardeilsgemeinfchafl für Aufwertung und den Mieterorganijationen gestellten Antrag auf Zuladung eines Volksbegehrens zugunsten eines Gesetzes über die Wieder Herstellung des Volksoermogens abgelehnt.
Regelung der Auswcisungssrage in Oberschlesien.
Gejandter Rauscher hatte eine Unterrebungmit dem polni- jchtn Außenminister Zaleski. Hierbei teilte ihm der Minister mit, daß die polnische Regierung dem in Genf zwischen den äu^enm.nificrn Deutschlands und Polens getroffenen Abmachun gen jugestimmt habe. In der Frage der Ausweisungen ist somit eine zufriedenstellende vorläufige Regelung erzielt worden.
(Eröffnung einer deutsch evangelischen Kirche in Paris.
Die vor etwa einem Jahre von der französischen Regierung freigegebene deutsch evangelische Kirche in Paris wird demnächst wieder eröffnet werden. Die Verwaltung der Kirche hat der evangelische Kirchenausschutz in Berlin übernommen, von dem auch der Pfarrer gestellt wird.
* Der Erste Deutsche Bismarck-Tag, der am 2. und 3. April in Hannover stattfindet, erfreut sich des lebhaftesten Interesses weitester Kreise Die Anmeldungen laufen zahlreich ein. Die Leitung der Haupttagung am 3. April hat Oberbürgermeister Dr. Jarres übernommen. Anmeldungen find zu richten an die Geschäftsstelle des BRD.-Vereins, Köln. Hansaring 11.
Oesterreichs Kriegsopfer!
In den kehlen Tagen wurden sämtliche österreichische Kriegs opfergekhe abgeändeHt. die bisherigen Renten wurden erhöht, neue Bestimmungen ausgenommen und viele andere Vorfchrif ton neu gefaßt. Die Organisation der österreichischen Kriegs Opfer, „ber Reichsbund der Kriegsopfer Oesterreichs", Wien I ^ofhiV'i hat diese Gesetze (Invaliücn^Entschä^igungs und In ualiben Be{d)äftigung&gcfci0 gesammelt herausgegeben und ist auch gerne bereit, jede gewünschte Auskunft in allen Kriegs- opfcrbelangen zu erteilen.
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SMT KrüppelbeMoiilollerlß "MW hat, der decke sich schnellstens ein, da in den ersten Tagen des April hier der Los verkauf eingestellt wird!
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Familie Bismarck.
Ich hatte Ernst Westphals Erinnerungen an Bismarck gelesen, „Bismarck als Gutsherr", als sich mir dieser Ausdruck „Familie Bismarck" ungesucht zur Kennzeichnung de> ganzen Lebenskreises einstellte, der hier vorgeführr wird. (Ernst West phal, Bismarck als Gutsherr. Erinnerungen eines Barriner Oberförsters. Leipzig, K F. Köhler.) Was wir uns, uni bin cinzukommen, vielfach als Ausdruck unseres Strebens zurecht gelegt haben, indem wir von Lebensgemeinschaft oder von Arbeitsgemeinschaft sprechen, das tritt uns hier fertig entgegen. Das Gut mit seinem ganzen Umfang, mit Forst und Landwirt schaft und mit der angeschkossenen Industrie (Holzschlciferci, Papiermühle) ist der Hintergrund. Es gibt für Bismarck und seine engere Familie die Bindung an das, was auch alle andern bindet: den Boden und das Wetter, Arbeit im Feld und Ausfall der Ernte, und was für Sorgen immer des Landmanns Herz bewegen. Sian hat, von diesen Varziner Schilderungen aus, das wohltuende Gefühl, wenn Bismarck von.Berlin kommt, so kommt er endlich mal wieder nach Haus und der befrackte Empfangslandrat mit der weißen Binde ist nichts als eine Fort khung des ewigen Berliners Aergers, der hier auf die Nerven fällt und dem Anlaß wird, den Aerger auskochen zu lassen — auch Weiteren ist's also erlaubt, sich mal Luft zu machen, bis ihn bei Erfolg einer jungen Aufforstung beschwichtigt. Was Beruf, was Amt, was Pflicht, hier ist Heimat, da er dem Terzett von Taube, Reiher und Weiher lauschen, im einsamsten Forst sich unnahbar und wohl fühlen und den „Baumnarren" in ihm füttern kann. Nun, das könnten ja alle andern Gutsbesitzer auch jo haben — wir alle, die wir iroenb im Land zu Haus sind und, wenn auch nicht seine Aecker und Wiesen, so doch seine Schönheit und Sorgen Mitbesitzen. Was die Sache bei Bismarck aber bedeutungsvoll macht, das ist, daß er nicht als Minister- an feinem treuen Oberförster aus, er ist aber so groß, daß er,
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Samstag, den 26 März 1927.
Der Finanzausschuß des hessischen Landtags hat am Dienstag die Beratungen des Staatsvoranschlagcs unter drochen. um eine Reihe dringender und wichtiger Angelegen heilen, die noch vor dem 1. April auch im Plenum verabschiedet werden müssen, zu beraten.
Zunächst wurde ohne Debatte der Gesetzentwurf betr. die Erstreckung des Finonzgesetzes auf die elften drei Monate des Rechnungsjahres 1927 angenommen Die Regierungsvorlage über den Entwurf eine. Steuervorauszahlungsgefetzes für das Jahr 1927 ist begründet durch die Tatsache, daß die Perabschier dung der der Regierung vorgelegten Steuergesetzc bis 1. April nicht möglich ist. Damit aber die Regierung in der Lage ist, Steuern zu erheben, ist ein solches Vorauszahlungsgesetz not wendig geworden. Damit verknüpft waren die Bestimmungen über die Verteilung der ittprozentigen Mieterhöhung, die am 1. April in Kraft tritt und die Aussprache befaßte sich fast nur mit dieser Frage. Der Kanbbunb trat dafür ein, die Miet erhöhung von 10 Prozent ganz dem Hausbesitz zu überlassen, die Deutschnationalen beantragten dem Hausbesitz 8 Prozent zu überlassen und 2 Prozent wcgzustcuern. Die Regierungsvorlage sieht 2 Prozent für den Hausbesitz vor und will 8 Prozent iDcgflcucrn, während ein sozialdemokratischer Antrag verlangt, daß die vollen 10 Prozent meßgesteuert werden sollen. Die Re gicrungsvorlagc, auf deren Boden sich die Demokraten und das Zentrum stellten, hatte ihre Begründung in der Tatsache, daß für die Mieterhöhung am 1. Oktober die umgekehrte Verteilung vorgesehen ist, so daß also die beiden Erhöhungen je zu 10 Prozent verteilt sind. (Hausbesitzer und öffentliche Hand je 10 Prozent.)
Die Abstimmung über diese Punkte hatte folgendes Er gebnis: Der sozialdemokratische Antrag wurde gegen die Stirn men der Antragsteller abgelehnt, der Antrag der Deutschnatio nalen wurde mit 9:1 Stimmen abgelehnt, ebenso wurde abge lehnt der Antrag des Landbundes mit 9:4 Stimmen. Die Regierungsvorlage fand mit 9:4 Stimmen Annahme. Außerdem wurde eine Entschließung der Regierungsparteien angenommen, die folgenden Wortlaut hat:
Die Regierung wird ersucht: Der Zuschlag zur vorliegenden Sondergebäudesteuer für 1927 ist auf Antrag bis zur endgültigen Veranlagung zu stunden, wenn es sich um nicht ver
Präsident ober als Reichskanzler in seine heimische Sommerfrische kommt, um auszuspannen und nach vollbrachten Ferien bann den Dienst „frisch gestärkt" wieder aufzunehmen und „treu" und „pflichtbewußt" bis zum nächsten Urlaub durchzuhallen, sondern, daß er in sein eigentliches Element zurücktaucht, aus dem er heroorgegangen ist: in das adlige Bauerntum, das auf der Scholle die Urarbeit des Menschen verrichtet, die Arbeit um Schaffung von Nahrung für sich und andere, für die Familie. „Wir sind der Urstand", sagt Onkel Bräsig. Alles, was Westphal an Belegen Dismarckschcr Derwaltungstätigkeit herbeibringt, gibt Zeugnis davon, daß der Fürst in erster Linie Bauer war. Bauer von höchstem Adel, Erbbauer und Erbauer des Landes, das ihm die erweiterte deutsche Familie mit dem Ge samUandesvater, dem König, an der Spitze, war. Daher fällt denn hier auf dem Land alles Repräsentative weg; es ist ihm einerlei, ob er auf einer lackierten Staatskutsche ober auf einem Stell tragen sitzt, bei seine verschiedenen Umwandlungen nicht leugnen Fann; und einerlei, ob er hoch- ober plattdeutsch spricht
vielmehr ist auch bas Element der Heimat und verbindet ihn am unmittelbarsten mit der Gutsfamilie, den Mitarbeitern und Tdßclu. lern Er ist -u Haus und er lebt in bei Anschauung und in der Erkenntnis seiner Heimat, die ihm für seine andern Aufgaben da draußen furchtbar wird. Das alles ist aber nur möglich, weil Bismarck als Persönlichkeit in keinem Vorurteil non Stand, Beruf und Würde befangen ist; er ist Gutsherr, und als Gutsherr Familienvater, Familienvater aller Guts- angebörigen; seine Frau also auch die Mutter, die sich bis auf Röckchen und Höschen um das Wohl der ganzen Gutsfamilie kümmert. Selbst die Lerehrungsgeschenke werden familienhafi geteilt und nicht minder Laune und Verstimmung. Bismarck habet da wohl manchen Groll und mancherlei vom Klima städtisch-staatkichen Ledens aus der Welt politischen Mißtrauens wenn's braus ankommt, um Entschuldigung bittet unb reoociert“.
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Nr. 13.
mietete Eigenhauser handelt m Steuerwerk von nicht mehr als 10ihm Mark, deren Eigentümer im Jahre 1926 nicht mehr als 100 Marl Einkommensteuer zu zahlen hatten und defien Sonstiger Grundbcßn nicht mehr als 10000 Mark Steuer wert hat
Danach erhöht sich der Steuersatz für den Staat um 8 Pro., gleich 40 Pfennig pro hundert Mark Steuerwert, ter im seit hörigen Verhältnis zu dem Steuerwert, der im seitherigen Ver Hältnis zwischen Gemeinde und Land geteilt wird. Es erhält i u t u meinbe 7 Pfg. und da Land 33 Pfg Im Verhältnis zu dem Steucranjutz von 1926 bedeutet dies eine Erhöhung von 2(1 Prozent.
Auf der Warte.
Die Kantonesen haben ihr Ziel erreicht: Schang Hai, der wichtige Ausfuhrhafen Chinas, ist in ihren Be sitz gefallen. Die Wichtigkeit des Platzes wird erst recht deutlich, wenn man erfährt, daß die Hälfte der Ausfuhr Chinas durch diese Stabt geht, jährlich etwa 70 Millio nen Mark Zolle hier erhoben werden. Während dort im fernen Osten ein unseliger Krieg schon jahrelang tobt, dessen Ende noch nicht abzusehen ist, wächst in Europa die Kriegsgefahr. Kaum ist die Spannung Italien-Frankreich beseitigt, entsteht ein neuer Konflikt zwischen Italien und Jugoslawien. Das expansions lustige Italien möchte in Albanien, das an Jugoslawien grenzt, eine Vorherrschaft erringen, wenn nicht so gar das Land in seine Botmäßigkeit bringen. Da wer ben die Nachbarn mißtrauisch! Ee> ist schon zu erregen den Zwischenfällen gekommen. Wieder liegt es an den Völterbunds Großmächten, nach jener Seite hin einen Druck auszuüben, damit sich der Konflikt nicht weiter entwickele. Nur traurig, daß das Druckmittel jeweils die im Hintergründe befindliche Kriegsmacht des inter verlierenden Staates fein muß! — Aus Japan kommt die bedeutsame Meldung, daß in Kürze die christlichen Religionen der japanischen Staatsreligion gleichgestellt werden sollen. Ein evangelischer und ein katholischer Vertreter haben bei der Ausstellung des Gesetzes mitge wirkt. — Die Handelsvertrags - Unterhandlungen
Man sollte also nicht sagen, solche Schraten wären „Auch, Bismarck-Literatur" von mehr sentimentalem als wisienschaft» lichem Wert. Es ist eher umgekehrt. In seiner politischen Gedankenarbeit könnte doch eigentlich nur ein Bismarck Bismarck folgen und alles in feinem Sinn verstehen und auslegen. Aber hier ist er menschlichem Verstehen zugänglicher als sonst irgendwo, hier ist er sozusagen unreflektiert, einfach Element, Natur, der wir uns mit aller schuldigen Ehrsucht vor solcher großen Natur nähern. Darum jage ich, daß Westphals Buch eine der wichtigsten Quellenschriften zu Bismarcks Geschichte ist: sie gibt die elementare Umwelt seines Zuhause, und gibt auch ganz unmittelbar aus tiefer Umwelt heraus Einblick in Bismarcks Vorarbeit zu Gesetzen. Ein Kapitel erzählt, wie er damals, als er das Spiritus: monLpolgefetz uorbereuetc, selbst in den Varziner Torftrug ging, lief» einen Kartosfelspiritusschnaps einschenken ließ, austrank und fragte: „Wie teuer ist der Schnaps, wieviel Pro,;. Alkohol enthält er und wieviel Schnäpse gehen auf einen Liter?" Da nun der Wirt die beiden letzten Fragen nicht beantworten kann, so stellt der r urit die Schnäpsezahl in Liter gleich selbst fest, den Alkohol-
It und die BcÂugsmengc des Wirtes aber durch die Guts- ucrwaltung und verwertet die Daten dann im Reichstag. Aehv- . ö Mt s ucim Dampfleiielrevinonsgesetz, beim Freizügigteits- peiett und bei Dem Gesetzoorschlag über ein „Recht auf Arbeit", Icbcr nid i uitanbc gekommen ist. Das war die Heimat- wurzel in seiner politischen Arbeit, Anschauung und Erkenntnis, die am grünen Trich nicht gewonnen werden konnten und ihm -.c gelaßene Sicherheit des Urteils gaben, die in dem Wort 2n Westphal liegt: „Westphal, ich bin doch der einzige Minister, zu .. w?ü. -ie es auf dem Lande eigentlich zugeht." (S. 46.) Wenn Oberförster Westphal, der selbst aus einfachsten Verhältnißen sich heraus gearbeitet hat, selbst ganz „aus dem Volk" war das alles so auszeichnen kann, dann liegt es dran, daß hier .Us^amiüentum für beide, Herrn und Diener, das Gemein- iame in die deutsche Natur. Dr. Th. Scheffer.