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Erscheint: Samstags.
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fakob Schupp, Gießen, ieltersweg 83.
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9er Ueberfall auf den Eifenbahnzug in Mexiko.
Bei Guadalajara in Mexiko ist ein Eisenbahnzug von Banditen überfallen worden. Der Ueberfall stellt sich als eines der schwersten Verbrechen heraus, die je von mexikanischen Banditen verübt worden sind. Die Zahl der Fahrgäste, die bei dem Ueberfall ihr L'eben lassen mußten, steht noch nicht bestimmt fest. Jedenfalls ist der Verlust sehr hoch. Auch die Soldaten, die dem Zuge zum Schutze beigegeben waren, sind dem Anschlag zum Opfer gefallen. Inwieweit die Behauptung, daß der Ueberfall von Angehörigen der revolutionären Armee verübt worden ist. den Tatsachen entspricht, muß sich noch zeigen Wir verzeichnen folgende Meldungen:
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187 Tote?
Tic Zahl der bei dem Raubüberfall auf den Eisenbahnzug bei Guadalajara getöteten Insassen wird auf 187 geschätzt. Nach den amtlichen Angaben ist die Mehrzahl von ihnen lebendig verbrannt oder durch Bajonett- oder Messerstiche umgebracht worden Dem widersprechen private Angaben, wonach bei 135 Zeichen Schußwunden festgeftcUt wurden. Die aus 50 Mann Negierungstruppen bestehende Begleitmannschaft des Zuges wurde dis auf den letzten Mann niedergemacht. Wie die amt- lichen Stellen mitteilen, ist der Zug von etwa 1000 Rebellen angegriffen worden Der Kriegsminister Amoro leitet persönlich ihre Verfolgung. Oberst Talamentes ist von der Regierung zum Zensor für alle militärischen und politischen Nachrichten in der mexikanischen Presse ernannt worden.
Die Ueberlebcndkn des mexikanischen Eisenbahn- attentats.
Bei der Ankunft des Zuges, der die Ueberlebenden des Eisenbahnattentats nach Mexiko brachte, spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Mehrere Personen sind infolge der erlittenen Mißhandlungen wahnsinnig geworden. Ungefähr 20 ganz kleine Kinder sind von den Banditen getötet worden. Zahlreiche Verwundete weisen äußerst gefährliche Verletzungen und Brandwunden auf.
Eine Prämie aus Dschiang Kai schecks Äopf.
Wie „Eocning Standard" aus Schanghai meldet, hat Dchiang Kai jcheck Kuyfeng zum Finanzminister der Regierung von Nanking ernannt. Die kommunistische Regierung in Hanka« soll eine Prämie von 250 000 Taels auf die Gefangennahme und 100 000 Taels auf die Ermordung ves Generals Dchiang Kai schek ausgesetzt haben. Der neue Außenminister von Nanking, Dr. Wu, erklärte den Krieg zwischen den Extremisten und dem gemugigten Flügel der Nationalistischen Partei für unvermeidlich. Die Kommunisten verfügten über etwa 70 000 Mann in den Provinzen Hupei und Honan, die Streitkräfte Dchiang Kai scheks seien ihnen jedoch bedeutend überlegen.
9er demokratische Parteitag in Hamburg.
Der siebente ordentliche Reichsparteitag der Deutschdemo- kratischen Partei wurde am Donnerslagmorgen in Hamburg durch eine Tagung des komunal-politischen Ausschusses eröffnet. Der Vorsitzende des Ausschusses, LandtagsabgeordneterFalck- Köln, begrüßte die zahlreich erschienenen Teilnehmer der Versammlung Das Ziel, die vorliegenden Fragen künftig durch eine eigene demokratische Zeitschrift zu behandeln, sei erreicht. In den nächsten Wochen werde diese Zeitschrift herauskommen. Heute habe man sich zunächst mit dem Thema: „Ausgaben des neuen Städtebaues" zu beschäftigen. Alle Fragen auf sozialer und staatspolitischcr Natur drängen sich auf diesem Gebiete zusammen, sie müßten frei von jeder parteipolitischen Voreinge^ nommenheit rein sachlich angefaßt werden. Darauf gab Abg. Falck dem Ctadtdauamt Oelsneck (Altona) das Wort, der u. a. ausführle. daß der neue preußische Städtebau Gesetzentwurf leider noch nicht zur Erledigung gekommen sei, weil man sich bisher auf Kernpunkte nicht einigen könne.
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Kein neuer Russenkredit.
Ein Berliner Korrespondenz-Büro veröffentlicht unterm 21. ds. Mts. eine Meldung, nach der deutsche Banken mit Unterstützung der Regierung Rußland einen Kredit von SOO bis 1200 Millionen Goldmark zur Verfügung stellen sollen. Er erklärt, englische Handelskreise würden dadurch besonders überrascht. weil dieser Kredit erst in acht Jahren zurückzuzahlen sei. Von deutscher zuständiger Seite wird erklärt, daß diese Meldung von A bis 3 erfunden ist und daß in keiner Weife mit Rußland neue Kredite vereinbart worden sind.
80 Millionen Dollar-Anleihe für Polen.
Die monatelangen Verhandlungen mit der polnischen Re gierung über eine Anleihe zur Stabilisierung der Finanzen sind zum Abschluß gekommen. Ein amerikanisches Konsortium wird den Gesamtbetrag von 80 Millionen Dollar demnächst auflegen. In den Aufsichtsrat der Bant von Polen soll ein amerikanisches Mitglied ausgenommen werden.
Druck Verlag und Expedition: Gieße», Lüdanla-e 21
Fernsprecher Xt 1362 Postscheckkonto Nr. 8*27 Amt Frankfurt a. M.
Sametau, ör« 23 Aprit 1927.
Ein Moratorium bewilligt!
Die Tokioer Regierung entschloß sich zur Einsetzung eines 1 21 tägigen Moratoriums, das heute in Kraft tritt, mit Ausnahme der Kolonien. Die Auszahlung der Löhne, sowie die Rückzahlungen der Schulden der Lokalbehörden und der kleinen Bankdepositen werden vom Moratorium nicht beeinträchtigt.
Japanische Großstadt durch Feuer zerstört.
Japan ist am Donnerstag wieder von schweren Wirt schafts- und Naturkatastrophen heimgesucht worden. Eine schwere Feuersbrunst hat die Stadt Kanazawa mit 129 000 Einwohnern zerstört. Der Schaden an Gebäuden allein be« | trägt 5 Millionen Ben. Zahlreiche Personen sind ums Leben gekommen.
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Kredit zur Förderung des Kleinwohnungsbaues.
Auf Anfrage des Reluzsverbandcs des deutschen Handwerks teilte der Reichsarbeitsminister zur Frage des Kredits zur Förderung des Kleinwohnungsbaues kürzlich folgendes mit:
Der bereitgestellte Reichszwischenlrcdit für erste Hypotheken ist vom 1. Februar 1927 ab für den Bauherrn mit 6% v. H. zu verzinsen: über eine weitere Herabsetzung verhandle ich mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen.
Darmstadt die meisten Beamten.
Wie Hesien den Rekord inbezug auf die Steuerbelastung aufstellt, so kann die Stadt Darmstadt für sich in Anspruch nehmen, daß sie den Rekord aufstellt inbezug auf die Beamtenzahl. Nach einer Ausitellung des Statistischen Reichsamtes entfallen in den nachverzeichneten Städten auf je 1000 Einwohner auf die öffentliche Verwaltung folgende Beamte:
Berlin......43 Darmstadt 90 Hamburg......36 Dessau . ... 39 München.......48 Oldenburg . . . 57 Dresden.......43 Schwerin.....87 Stuttgart ... 39 Weimar 80 Bremen.......40 Detmold . . . . 60 Braunschweig . . . . 38 Neustrelitz .... 83 Karlsruhe......67 Bückeburg.....59 Lübeck . . . 37
Danach steht Darmstadt mit 90 Beamten auf je 1000 Einwohner an der Spitze der Landeshauptstädte. Es wird also in Darmstadt durchschnittlich jede zweite Familie von einem Be- amtcn betreut. Damit laßt sich manches erklären und jeder Leser wird sich den Kommentar dazu selber machen können.
Wochenrültbllck.
Zwijchell Moskau und China, man muß schon ge- neuer sagen Nordchina, wurden die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Sowjetrußland betont mir außerordentlicher Stärke immer wieder seine Friedfertigkeit, die militärische Verwicklungen ablehnt. Auch die südchinesische Regierung hat ihre Schmerzen. Ist es im Norden Rußland, das auf China hackt, so sind es im Süden die Schanghaier Mächte, - e Genugtuung für die europäischen Opfer fordern. Die südchinesische Regierung hat eine Gegenrechnung aufgemacht, und nun wird man wohl oder übel verhandeln müssen. — In Afrika breitet sich die Aufstandsbewegung im Riff weiter aus. Man spricht jetzt schon wieder von einem gemeinsamen Vorgehen von Frankreich und Spanien gegen die kriegslustigen Ureinwohner, die ihre Freiheit und den Krieg über alles lieben. — Der albanische Konflikt nimmt weiterhin keinen Fortgang. Man wollte verhandeln, kam aber nicht weit, weil jeder Staat dem anderen mißtraut. Italien und Jugoslawien stehen sich wie zwei Kampfhähne gegenüber. — Die Abrüstungsdebatte in Genf, die man mit viel schönen Worten tagelang durchgeführt hat, endete mit einem großen Fiasko. Es wollte jeder recht haben, und keiner abrüsten. Man spielt ja nur mit dem Abrüstungsgedanken. Im Ernst rüsten alle Staaten wieder für den Krieg, abgesehen vom abgerüsteten Deutschland. Wir haben getreulich diese Bestimmung des Versailler Vertrages erfüllt, und damit haben ja die anderen zunächst erreicht, was sie wollten. Alle schönen Reden können nicht darüber hinwegtäuschen. Nur ein Glück war es, daß dieses Mal der deutsche Vertreter ziemlich unverblümt dieser Meinung Ausdruck geben konnte. — Im Deutschen Reich ist erfreulicherweise die Erwerbslosenziffer vom 1. März bis 1. April um 21,2 Prozent gefallen. — Im hessischen Finanzausschuß wurden knapp vor Ostern noch Schulfragen erledigt, deren Behandlung schon jetzt deutlich erkennen läßt, daß man mit der Abbaumethode Schluß gemacht hat.
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Ar. 17.
51euervoraurzahlung5gefetz
für bas Rechnungsjahr (927.
Bis zur endgültigen Regelung der Sleuergesetze für 1927 als da find: das Gemeindeumlagengefetz, das Gr,eg über die Neuordnung der Grund und Gewerbesteuer und das 6ol.(. steuergefetz Hai der Landtag ein Zwifchengefetz angenommen, um die Unterbrechung in der Steuerzahlung zu verhindert,' Danach find die Steuern (bis auf die Sonderftcuer) in ihrer feit, herigen Höhe an den seitherigen Fälligkeitsterminen weiter zu zahlen. Die Sonbcrgcucr ist in einem um 26 Prozent erhöhten Betrag zu zahlen. Den «»euerpflichtigen soll eine Benochrich, ligung über den jeweils zu zahlenden Zieioetrag zugehen bis ordnungsmäßige Steuerzettel angefertigt werden können.
Das Gesetz hat folgenden Wortlaut: Artikel 1.
1) Bis zur Zustellung der Landcsfteuerdescheide über Grundsteuer. Gewerbesteuer und Sondcrgcdäudesteuer für das Rechnungsjahr 1927 sind zweimonatliche Vorauszah.ungen auf diese Steuern in Höhe von je einem Sechstel der für das Rech, nungsjahr 1926 auf Grund der erlassenen Gesetze und Berord Hungen zuletzt festgestellten Iahrcsbeträgc an Grundsteuer. Sonbcrgebäubcitcuer und vorläufiger Gewerditeuer zu ent« richten. Die Vorauszahlung an Sonbcrgebäubcitcuer erhöht sich um 26 v. H. des nach Satz 1 sich errechneten Betrages, falls der zugrundcgelcgte Steuerwerk 7000. K übersteigt.
2) Steuerermäßigungen, die für das Rechnungsjahr 1926 bewilligt wurden, bleiben außer Betracht, es sei denn, daß die Gründe für die Ermäßigung zu Beginn des Rechnungsjahres 1927 fortbeftehen.
3) Im übrigen gelten bis zum Erlaß von Gesetzen, durch welche die Erhebung der Grund, Gcwcrö und Sonder gebäudestcuer für das Rechnungsjahr 1927 endgültig geregelt wird, die Vorschriften der für das Rechnungsjahr 1926 erlassenen Gesetze und Verordnungen.
Artikel 2.
Die Vorauszahlungen nach Artikel 1 haben spätestens am 25. der Monate April, Juni, August, Oktober, Dezember 1927 und Februar 1928 zu erfolgen.
Artikel 3.
Tie Ausfertigung von Steuervorauszahlungsbescheiden unterbleibt; dem Pflichtigen soll eine schriftliche Mitteilung über die Höhe der von ihm zu entrichtenden Vorauszahlung zu gehen.
A r 1 i k e l 4
Macht ein Steuerpflichtiger glaubhaft, daß der bei der dem nächtigen Veranlagung für das Rechnungsjahr 1927 voraussichtlich festzufetzende Iahrcsstcucrbctrag um mehr als ein fünftel hinter der nach Artikel 1 für die Vorauszahlungen maßgebenden Steuerschuld zurückbleiben wird. so ist ihm der auf die einzelnen Vorauszahlungsraten entfallende Unterschiedsbetrog auf Antra-g bis auf Zustellung des Steuerbescheids für das Rechnungsjahr 1927 zu stunden. Artikel 4 Absatz 2 des Aus- führungsgesetzes zum Finanzausgleichsgesetz vom 27. März 1924 (Reg.-Bl. E. 169) findet keine Anwendung.
Artikel 5.
soweit die bis zur Zustellung des Steuerbescheids für das Rechnungsjahr 1927 sich ergebenden Ratenbeträge an endgültiger Grund-, Gewerb- und Sondergebäudesteuer die nach Ar- tikel 1 bis zur Zustellung des Steuerbescheids zu leistenden Vor- auszahlungen übersteigen, ist der Unterschiedsbetrag mit der nächsten nach Zustellung des Steuerbescheids fällig werdenden Rate zu entrichten. Soweit die bis zur Zustellung des Steuer, befcheids für das Rechnungsjahr 1927 sich ergebenden Raten- beträge an endgültiger Grund-, Gewerb- und Sondergebäude- stcuer hinter den nach Artikel 1 bis zur Zustellung des Steuer- befcheids geleisteten Vorauszahlungen zurückbleiben, ist der Unterschiedsbetrag auf die nächste nach Zustellung des Steuerbescheids fällig werdende Rate anzurechnen: ein etwa noch weiter überschießender Betrag ist zu erstatten.
Artikel 6.
1) Der Minister des Innern ist ermächtigt, für das Rechnungsjahr 1927 anzuordnen, daß die Gemeinden berechtigt find, bis zur Zustellung der endgültigen Steuerbefa/nuc oic Grundsteuer, die Serner bst euer und die Sonbcrgebäubcitcuer vorläufig nach den Befteucrungsgrundlagen für das Rechnungsjahr 1926 Zu erheben. Die Erhebung einer vorläufigen Gewerbsteuer vom land- und forstwirtschaftlichen Anlage- und Betriebskapital im Sinne des Artikel 7 Absatz 1 Ziffer 3 des Gemeindeumlagen- »cfetzes in der Fällung der Bekanntmachung vom 7. August 1920 hat zu unterbleiben Die vorläufigen Steuersätze bei der Son- bergebäubeiteuer dürfen für Gemeinden und Gemeindeverbände zusammen den Satz von 77 Reichspsennig je 100 Mark Fr jedens- wert nicht übersteigen. Eine Gemeinde darf die Steuerwerke des Grund- und Gebäudebesitzes mit höheren Ausschlagssätzen als 15 Reichspfennig je 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Bauplätze und 30 Reichspsennig je 100 Mark Steuerwerk des land- und forstwirtfchafklich genutzten Grundbesitzes nur dann belasten, wenn sie zusammen mit den Gemeindenverbänden an vorläufiger Sondergebäudesteuer den in Satz 3 genannten Höchstsatz erhebt. Den Steuerpflichtigen ist über die Höhe ihrer vorläufigen Steuerschuld ein Steuerbescheid zu erteilen. Gegen