Einzelbild herunterladen
 

Organ der Evangelischen Bolksgemeinschast

^Du

^aeftl^nftlciter: Edwin Hamburger in Staden (Oberhesien). Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Untcrhaltungslei!: W. Greb in Weisens» bei Mainz. Kür Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garanlien

Erscheint Sonnabends. Bezugspreis 50 Pfennig monatlich. Abonnements« und Anzeigen-Annahmestelle Druck and Verlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21

Fernfpr: Nr. 114 5 u, 1362 Postscheck!.. Nr. 4 4 332 Frkst. M

t Warte

Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg. am Crt 12 Pfg.. die 90 mm breite Kleiuzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung.

nkßr

1Se au$ statt.

* Whitten 2 K

-ALexandrinenstr ZU

Heitmann5.

bevColorex rbige Stoffe meist soweit, daß sie a / "' 1 den seit Jahrzehnt

bewährten Heitmann s Farben bdub.j nnen; also auch ursprünglich dunkel gd arbi Ji der Entfärbung hell gefärbt werden.

K entfernt Farbflecken

M und Flecken von Kaffee, Kakao, Tee M Obst Wein, Rost Jod usw. aus weißer M Wäsche, sowie ausgelaufene Farben .,u> bunten Stoffen. Unschädlich für alle Stoffe. * Leicht anwendbar.

ken. Als Helfer der Hausfrauen r J.O _ tausendfach bewährt und glänzend A/

1

n .

begutachtet

GTH

Zur Hochzeit,

Md «-g-ilhâ i-rftt «â [oge lajelliebet ui®. MM^ an dag^aWUj6oW

Tüchtiger

iÄJl*®«

300*88

I Qcugmii*1 ,

>lmann,»* i

*,>»*!>I A^

bewährte

g-iSbc^' __

W«Ä Sie» m Asâdaâ^ ^#'\L»^.

x-AM

in ^^1 v

tl^A

Fernst' -

1 Jahrgang

Sonnabend, den 20. August 1927

Das -eutsche Handwerk

Zur Lüneburger Rede des

Der Reichswirtschaftsminister, Herr Dr. Cur t i u s, hat auf dem nordwestdeutschen Handwertslage in Lüneburg sich ausführlich mit dem deutschen Hand werk in der Gegenwart besaht. Die Rede kündigte ver­schiedene Mahnahmen an, die von der Reichsregierung *ur Unterstützung des Handwerks geplant sind und in nächster Zeit schon durchgeführt werden sollen.

Bemerkenswert war an den Ausführungen des Neichswinjchaftsministers vor allem das Bekenntnis von der Notwendigkeit des Handwerks. Schon seit Jah ren gibt es in der deutschen nationalökonomischen Wis­senschaft eine Richtung, die die Existenzberechtigung des Handwerks verneint und der Ansicht ist, das Hand­werk müsse der jorlschcitenden Technik und Normalisie- rung erliegen. Während der Inslationszcu hatte es auch oft den Anschein, als ob die kleinen Handwerks­meister nicht mehr mit der Entwicklung Schritt halten könnten und als ob die Scheidestunde des Handwerks aus der deutschen Wirtschaft gekommen sei. Wer aber tiefer in die Zusammenhänge blickte, muhte sich sagen, daß ein so starker und in gewisser Beziehung unersetz­barer Stand bei der Rückkehr normaler Zeiten unmög­lich von der Bildfläche verschwinden und von der Mecha nit der Industrie nicht aufgesogen werden könnte. Der bekannte Leipziger Volkswirtschastler, Professor Bücher, hat es denn auch immer mit Ueberzeugung ausgespro­chen,daß das Handwerk als Betriebsform nie völlig unlergehen kann". Es besteht heute kein Zweifel dar­über, dah das Handwerk auch in seiner durch Iahrhun derte überlieferten 'Betriebsform in einer Zeit ausge­prägtester Mechanisierung Daseinsberechtigung und Zu- lunsl hat. Wo die Leistung durch ein individuelles Be bürfnis bedingt ist. Hören, wie Dr. Curtius in Lüneburg sehr richtig jagte, die Grenzen der fabrikmäßigen Güter- erzeugung aus. Hier muh das Handwerk eingreifen, und es wird in dieser Beziehung auch nie zu entbehren sein. Außerdem wird man für Reparaturen immer handwerksmässig geschulte Kräfte brauchen. Ebenso für gewisse Arbeiten, die nun einmal nicht fabrikmässig geschaffen werden können. Es ist sehr erfreulich, dah sich die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Existenz des Handwerks wieder mehr und mehr durchsetzt und daß. je mehr die Mechanisierung und Typisierung in der Industrie fortschreitet, das Bedürfnis nach bcni Handwerker wieder gröher wird.

Reichswirtschastsminifters.

Aber das Handwerk hat heute mit besonders schwe­ren Sorgen zu kämpfen. Zum Teil leibet es noch unter den Rachwehen der Inflation, zum Teil aber bedrücken es Sorgen, die in der Gestaltung unseres Wirtschafts­lebens begründet sind. Vor allem ist es die Credit- frage, die es gar manchem Handwerksmeister nicht ge­stattet. das zu leisten, was er eigentlich leisten könnte. Hat schon die mittlere und kleine Industrie damit zu kämpfen, die nötigen Betriebskreditc aufzubringen, so erst recht das Handwerk. Der Reichswirtschaftsminister hat nun versprochen, mit den Ländern in Fühlung zu treten, um zu bewirken, daß die Sparkassen in vermehr tem Umfange zu der Anlage ihrer Spargelder in kleine­ren Hypothekenkrediten übernehmen. Hoffentlich wird es auf diese Weise möglich, auch dem Handwerk das nö­tige Geld zufliesten zu lassen, damit mancher Meister seinen Betrieb verbessern kann. Es ist nur bedauerlich, daß die Reichsregierung gerade für das Handwerk keinerlei Kredite mehr zur Verfügung stellen will, ob­wohl es bisher immer Stiefkind in dieser Beziehung ge­wesen ist. Des weiteren ist gerade das Handwerk durch die außerordentlich hohen Steuerlasten stark bedrückt. Hoffentlich schafft das neue Reichsrahmengesetz für die Real steuern die dringend notwendige Erleichterung, in­dem die Grund und Gewerbesteuern gesenkt werden.

Mr von der Evangelischen Volksgemeinschaft be- grüßen die Worte des Reichswirtschaftsministers auff richtig. Wir halten das schwer um sein Dasein ringende Handwerk für ein wichtiges Glied unseres Wirtschafts­lebens. Deshalb haben wir es auch mit Genugtuung begrüstt, daß der Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius persönlich an dem Lüneburger Handwerkstag teilnahm. Hoffentlich bleiben seine Ausführungen nicht nur schöne Worte, sondern werden bald in die Tat umgeseht.

5m Schatten des Konkordats.

Unter dieser Überschrift ist in Nr. 32 derDeutsch- Evangelischen Korrespondenz" zu lesen:

In einer Kreisstadt der südl. Rheinprovinz wurde im Anfang dieses Jahres der Versuch gemacht, eine evangelische Frau vor eingeistliches Gericht" zu laden, um ihr dort über ihre Ehe verfängliche Fragen vorzu-

Nummer 34

legen, damit der von ihr geschiedene und katholisch ge wordene Ehemann sich wieder verheiraten und katholisch getraut werden kann. Ter Tatbestand ist folgender:

Die Ehe C. wurde am 9. Akai 1924 durch das Land gcricht K. geschieden. Als schuldiger Teil wurde der Ehemann C. erklärt. Kurz vor der Scheidung am 12. Februar 1924 schrieb C. an den Vertreter der Ehe frau, dah er die Absicht habe, katholisch zu werden und ein katholisches Mädchen zu heiraten. Zum Schluh schreibt er wörtlich:

Also: Ich habe die Absicht, katholisch zu werden und ein katholisches Stäbchen zu heiraten. Nach einer Rücksprache mit einem katholischen Geistlichen emp fahl mir dieser Herr, folgende Erklärung von meiner früheren Frau einzuholen:

Ich erkläre, bei Eingang der Ehe mit Herrn K C. die Absicht gehabt zu haben, dah ich mich nicht nur alleine mit diesem abgeben wollte......Unter

fchrift.

Darunter kann man ja vieles sagen wollen oder verstehen. Habe ich diese Bescheinigung, die ich nur dem Geistlichen und sonst niemand vorzulegen brauche, so steht einer katholischen Trauung nichts im Wege. Ich persönlich erkläre meiner früheren Frau auf Ehrenwort und nehme es aus meinen Eid, dah ich diese Erklärung in keiner Weise sonstwie gegen sie verwende."

Er bittet zum Schluß nochmals dringend, die Ehe frau zur Unterzeichnung dieses Schriftstückes zu über reden. Daraus bekam er eine absagende Antwort. Wad) einigen Monaten, nachdem die Scheidung inzwischen ausgesprochen war, erhielt Frau C. einen Brief von ihm, worin er ihr mitteilte, daß ein Stadtverordneter aus I. mit einem Schriftstück zu ihr käme, das sie unter schreiben möchte. Es solle ihr Schaden nicht sein. Das Schriftstück hatte den gleichen Inhalt, wie die Dorer wähnte Erklärung. Frau C. weigerte sich jedoch wieder um, dieses zu unterschreiben. Einige Monate später, etwa im August 1924, kam ein Herr R. zu dem Vertreter der Ehefrau und wollte mit Frau C. in seiner Gegen wart verhandeln. Auch hier sollte Frau C. eine münd liche Erklärung abgeben, die dem Inhalt der ^Nieder­schriften in dem Brief vom 12. Februar 1924 entsprach. £ies tat sie ebenfalls nicht u. ist der Abgesandte wieder unverrichteter Dinge abgereift. Am 3. Oktober 1925 er hielt der Vertreter der Ehefrau C. wiederum ein Schrei ben des C., auszugsweise folgenden Inhalts:

Noch einmal wende ich mich mit einer Bitte an Sie, die ich, um Mißverständnisse vorzubeugen, glaube tun zu müssen. Lediglich der Form halber wird, so

Die Z. ReichslagyßQ der Evans. Volksgemeinschall Mel vom 22.-24. Oktober in Mainz slall

die

Vom Sammeln.

2. Korinther 8,6 und 7. Wer da kärglich fät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Zwangs denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Die Zeit der Ernte ist jetzt in vollem Gange. Wie stehen Felder in diesem Jahre wieder so reich an Garbenhausen.

Da alle Menschen die Seligkeit haben möchten, so gibt man viel. Der evangelische Christ kann sich die Seligkeit nicht verdienen. Für ihn ist der Himmel eine freie Gnade Gottes. Der Glaube allein macht uns gerecht bei Gott. Es ist aber der Glaube, von

dem sein hat. nach

Paulus in Gal. 5,6 schreibt, daß er durch die Liebe tätig muß. Jakobus schreibt:Glaube, wenn er nicht Werke ist er tot an sich selber. Aus dem Glauben müssen dem Liebestalen hervorgchen. Wie klein muß der ©Iambe fein,

Für die Arbeit des Frühjahrs und des Sommers wird der Bau­ersmann belohnt durch reichen Ertrag. In dieser Zeit pflegt man bei uns auf dem Lande gerne daran zu erinnern, daß viele Hände nun offen sind, um auch etwas aus diesem Erntesegen zu empfangen. Von alters her waren ja die Landleute opferwillig. Aber es ändern sich ja in manchen Orten die Sitten. Warum soll sich in der Opferwilligkeit nichts ändern? In Orten, wo die Gedefreudigkeit verloren ist. da hat der Sammler einen recht unerfreulichen Stand. Sagt der Pfarrer eine Kirdbentob leite an, dann brummelt es:Schon wieder einmal gebettelt. Werden Sammler in die Häuser gesandt, dann kommen sie wie­der und erzählen die unfreundlichen Worte, die sie hatten an» hören müssen. Wie schamlos benehmen sich manche Männer in diesem Falle. Wer für arme Menschen oder für seine ®Iau= densdrüder nichts übrig hat. der soll sich still schämend sagen: ..Ich gebe nichts". Aber die häßlichen Bemerkungen sollte jeder Geizhals sparen.

Die Listensammlungen sind besonders solche, wobei man viel unevangelischer Geist feststellen muß. Ist da ein wohlhabender Mann ein Geizhals, dann kann er die ganze Sammlung ver­derben. Denn wenn dieser nur 50 Pfennig gibt, ber 5 .K geben konnte, dann braucht doch ein anderer nur 5 Pfg. zu geben. Es steht da vieles schlecht in manchen Gemeinden.

Der römische Christ gibt aus einem anderen Grund als der evangelische. Er gibt, um sich damit die Seligkeit zu verdienen.

in den Gemeinden mit geringer Opferwilligkeit!

Paulus hat auch das schwere Amt des Sammelns über­nommen. In seinen griechischen Gemeinden sammelt er für die verarmte Christengemeinde in Jerusalem. Für ihn war es eine Art Gottesdienst. Das ist ja auch. Wenn wir für Notleidende opfern, dann tuen wir unserem Heiland den schönsten Dienst. Er sagte ja:Was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan." Wir können ja unseren Herrn nur in seinen geringsten Brüdern am schönsten lieben. Der Apostel vergleicht nun das Geben mit dem Säen. Wer für Arme gibt, der sät Liebe. Wer wenig Liebe sät. der hat nicht viel Liebe zu ernten. Wer sät im Segen, der wird im Segen ernten.

Der römische Christ muß opfern. Der evangelische Christ darf opfern. Für den einen ist es ein Zwang, für den anderen ist es freier Wille. Auch Paulus will es nicht anders in seinen Gemeinden haben. Es ist eine Bestärkung, daß wir Evangelische

Mensch ist nie froh. Auch muß er etwas gerne tun, wenn er daran Freude haben muß. Der reiche Jüngling sollte sich tren­nen von seinen Gütern. Das hätte er gezwungen nur mit schwe­rem Herzen getan. Jesus zwang ihn nicht. Er brachte diese Trennung nicht über das Her,^ Das Irdische war ihm zu lieb. Da ließ ihn Jesus traurig seiner Wege gehen. Zwar hatte er ihn lieb gewonnen. Wer aber noch so am Irdischen hängt, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Merken wir uns das? Wie viele glauben mit geschlossenen Händen in den Himmel kommen zu können. Das geht nicht. Das ist unmöglich. Wer seinen Erdenbefitz mehr liebt, als daß er ihn für das Kommen in das Himmelreich opfern kann, der steht in der Todesstunde arm da. Bei Schwenker. Geänderte Texte S. 200 lesen wir:Ein vornehmer Mann in England hatte einen Narren, dem er einen Stab gab. den er solange tragen sollte, bis er einen größeren Narren fände. Der Herr wird totkrank, der Narr tritt ans

Bett:Wo gehst du hin?

In eine andere Welt!

auf dem scglichcr Zwang." Freiheit

rechten Wege sind, wenn wir bei Paulus lesen:Ein nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Es ist leichter, sich unter einen Zwang beugen, als in das Richtige zu tun. Das erzieherisch Höhere ist auf

alle Fälle die Freiheit. Allerdings merkt man in dem Gebrauch der Freiheit auch sogleich die menschliche Unvollkommenheit. Das wollen wir Christen ja merken. damit wir demütig werden vor Gott, dem Inbegriff alles Vollkommenen.

Schließlich fordert der Apostel auch ein fröhliches Geben. Solches in aber nur in der Freiheit möglich. Ein gezwungener

Wann kommst du wieder, in einem Monat?"Nein." Uebers Jahr?"Ach nein."Nimmer?"Nimmer." -Was für Zurüstung hast du getroffen der du eine so lange Reise vorhast?" - ..Keine "Du willst auf ewig fort und hast an keine Vorbereitung gedacht? Nimm meinen Stab, denn ein so großer Narr war ich nie." Laßt uns Toren Klugheit ler­nen. die Zeit wie der Landmann auskaufen, so lange Saatzeit ist, bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Paulus sagt:Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten."

Gott schüttet seine Gaben so reich aus über die ganze Mensch­heit Frage dich, lieber Leser, was du von den vielen Gottes- gaben verdient hat? Bist du so ein reiner Engel, daß dir Gott etwas schuldig ist? Nein, das ist keiner. Gottes Gnade macht uns reich. Sie verpflichtet deshalb. Du bist nur Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. An dir liegt es, ein guter und treuer Haushalter zu fein, der den Danteszins nicht schuldig bleibt.

Amen.

Hr.