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I wt (Neueste Nachrichten) (Gießener Tageblatt)

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40 Jahrgang

Sonnabend, den 18 Auni 1927

Nummer 25

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Wird baé Porto erhöht?

Die Annahme des sozialdemokratischen Antrages auf Zu­rückziehung der Vorlage betreffend die Portoerhöhung loste im Reichstag große Ueberraschung aus. Man hofft, nachdem nun­mehr die Reichsregierung die Portoerhöhungsvorlage zurück- ziehen muß, die Erhöhung auf andere Weise durchzufetzen Der Reichspostminister hat in seiner Rede im Reichstag schon durch- bliden laßen, daß er nicht geneigt sei, dem Wunsche des Reichs­tages zu entsprechen. Es wird ein harter Kampf im Verwal» tungsral der Post entstehen. Sollte der Verwaltungsrat die Vor­lage ablehnen, so hat der Reichspostminister immer noch die Mög­lichkeit, die Zustimmung des Kabinels einzuholen, die in diesem Falle sicher erteilt wird. Wenn die Vorlage über die Portoer Hohung in Kraft tritt, wird noch immer die Möglichkeit bestehen, daß der Reichsral innerhalb dreier Monate beschließt, gegen die Portoerhöhung Einspruch zu erheben. Bei der augenblicklichen Zusammensetzung dieser Körperschaften dürfte aber ein dement­sprechender Antrag kaum Annahme finden.

rücksichtigt werden In der Hauptsache aber werden angesichts der besonders günstigen Verhältniße, die ja auch vom Reichsver lehrsministerium mit Erlaß vom 26. Februar 1926 anerkannt worden sind, die Selditoerwaltungskörperschasten und die In dustrien in der Lage sein, durch Geldbeschaffung oder Garantie­leistungen das Werk aus eigenen Krästen zu betreiben. Der Lahnkanal trägt sich finanziell selbst."

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die Rassen im deutschen Volk.

Von Fr. St u m p j, cand. forest, Butzbach.

Betrachtet der Leser die Ueberfchrist dieses Aussatzes, so wird denken, hat überhaupt eine Kenntnis dieser Fragen für

Ernste Finanzlage des Reichs.

In feiner Sitzung vom 13. April beschäftigte sich der Rtichsrat nochmals mit dem Reichshaushalt für 1927, wie er sich nach den Beschlüßen des Reichstags gestaltet hat. Wäh­rend der von der Reichsregierung dem Reichstag vorgelegte Haushaltsentwurf insgesamt nach dem Vorschläge der Reichs- itgittung mit 8,5 Milliarden Rmk. das Gleichgewicht hielt nach rem Vorschläge des Reichsrats mit 8,6 Milliarden Rmk., ist bie» in Betrag nunmehr auf 9,1 Milliarden Rmk in Einnahme und 'u gäbe antwort; kn Damit belaufen sich die vom Reichstag NsUnommenen Mehrausgaben auf 744,4 Millionen Rmk allo uf nahezu , Milliarden Rmk Der Ausgleich des Reichshaus

Halls konnte nur dadurch erzielt werden, daß die Reichsfinanz- i etwaUung ihre letzten Rücklagen in Anspruch nahn«. Bei der Aufstellung des Haushaltsplans für 1928 werden insgesamt 1105 Millionen Rmk. fehlen. Dabei ist noch zu berücksichtigen, .un ^tc Reparationslasten im Rechnungsjahr 1928 eine Steige- rung von 351,9 Millionen Rlnk. erfahren. Vorläufig ist noch icht ersichtlich, wie dieser Gesamtbetrag von über 1400 Millio- cn Rmk. sichergestellt werden soll. Ebenso fehlen die Mittel ar Finanzierung der als dringlich bezeichneten Aufgaben wie Erhöhung der Beamtenbesoldung, Steigerung der Versorgung iir bh Kriegsbeschädigten usw. Der Rcichsrat beschloß, den Haushalt: plan nach den Reichstagsdeschlüssen zur Kenntnis zu ichmen, ohne Einspruch zu erheben.

Ein intern. Kongreß für psychische Hygiene soll Anfang April 1929 in Washington stattfinden. Tic cntschci denden Beschlüße sind am 2. Juni 1927 in Paris in einer Ver sammlung des internationalen Organijationslomitees gefaßt worden, zu der 16 nationale Komitees aus Europa mit zirka 22 Delegierten eingeladen waren. Aus Deutschland Prof. Robert Sommer- Gießen und Prof. W. Weygandt-Hamburg. Fast alle Eingeladenen waren erschienen. Als Sprachen des nternationa- len Kongreßes wurden Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch, letzteres besonders auch im Hinblck aus Süd­amerika, bestimmt. Das Programm umfaßt unter dem Ramen psychische Hygiene (Mental Hygiene) einerseits eine Reihe von psychiatrischen Einrichtungen freierer Art' andererseits eigent­liche psychiatrische Prophylaxe, z. D. Vorbeugung von individu eller und Maßenermüdung durch öffentliche Schlaf- und Ruhe hallen, wie sic von Prof. Sommer schon 1902 vorgeschlagen wurden.

Zu dem internationalen Organisationskomitee gehören u. a. die drei Vorstandsmitglieder des deutschen Verbandes für psy chische Hygiene, Prof. Sommer Gießen, Prof. Weygandt Hamburg und Obermedizinalrat Dr. Roemer Karlsruhe. Auch wurde ein europäischer Vierer-Ausschuß eingesetzt, in den in der Versamm­lung der europäischen Vertreter u. a. Herr Pros. Sommer, Di­rektor der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen, einstimmig gewählt wurde.

Das deutsche Memelland.

Die englische ZeitungManchester Guardian" betont in einem Leitartikel zur Memelsragc, daß dieses Gebiet vorherr- ichend deutsch ist. Die politische Lage in Litauen sei äußerst verwirrt. Eine Mindcrheitsregicrung halte sich dort mit Ge­walt an der Macht, und es könne nichts anderes erwartet wer den, als daß ihre Aktion in Memel nicht weniger gewalttätig in würde als in Litauen selbst.

Ausbau bc<< Lahnkanals.

Diez. Hier fand am 14. ds. Mts unter außerordentlich star ler Beteiligung die diesjährige Hauptversammlung des Fulda- Lahn-Kanaloereins statt. An Stelle des verstorbenen Landes Hauptmanns wurde einstimmig Landeshauptmann Lutsch zum Vorsitzenden gewählt. Wach lebhafter Aussprache über die Schwie ngkeiten und die Rentabilität des weiteren Ausbaues der Lahn tanalifation von Steeden bei Limburg bis Gießen sowie über die Regulierung der Lahn von Gießen bis Marburg würbe folgende Resolution gefaßt:

Die 16. Hauptversammlung unterbreitet den Regierungen und gesetzgebenden Körperschaften von Reich, Hessen und Preußen das dringendste Ersuchen, sofort

auch die Kanalisierung der oberen Lahn

vom einstweiligen Endpunkt Steeden bei Limburg bis Gießen in die Hand zu nehmen. Die Verhältniße liegen bei dem zweiten Verkehrs-Zentrum Wetzlar-Gießen noch günstiger als beim ersten Limburg. Den Baukosten, die schätzungsweise das Anderthalb- fache wie bei den untersten Strecken betragen, steht mehr wie die tappelte Verkehrsmcngc gegenüber. Neben die Talfrachten aus den unerschöpflichen Bodenschätzen des Lahntales treten weit mehr Bergfrachtcn. Der Leerlauf ist geringer, und damit werden die Schisfahrtfeldstkoften sowohl auf der oberen wie auf der un leren Lahn weiter heradgedrückt. Die obere Lahnkanalisation ist nur die Vollendung des um 1850 als Torso stehen gebliebenen Kanalisierungswcrkes' die von unseren Vätern hier vorhande­nen Bauwerke werden erst nutzbar gemacht. Tic Reuausgaben sind so gering, daß ihr Zinsendienst aus Erträgnissen der Schif- sichrtsadgaben wird gedeckt werden können, daß im Gegensatz zu

Wochenrückblick.

Der Konflikt zwischen England und Aegypten, das auf Selbständigkeit drängt, scheint durch einen Noten wechsel wieder für einige Zeit beigelegt. Auf friedliche Art dürfte sich die Vormachtstellung Englands mit der Zeit dein nationalbewußten Hochkommen Aegyptens gegenüber nicht behaupten lassen. Nachdem der Zu­sammenstoß zwischett Rußland und England, der mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen endete, laum vorüber ist, beherrscht eine neue Spannung den europäischen Kontinent. Der Sowjetgesandte Nuß lands in Polen wurde auf dem Warschauer Bahnhof das Opfer eines Attentats. Ruhland hat sofort eine scharfe Note an Polen gerichtet, in der es an das Vor­gehen gegen die Sowjetrepublik in China und Eng­land erinnerte und dabei das Attentat als ein weiteres Glied der Kette bezeichnete. Polen scheint bis zum Augenblick nod) nicht zu einer endgültigen Antwort entschlossen zu haben, doch dürfte jo viel feststehen, daß es Rußland außerordentlich weit entgegenkommt. Ruß land hat in den letzten Tagen sehr stark mit dem Säbel gerasselt, ist auch weiter zu unmenschlichen Erschießun gen geschritten, welche die gesamte zivilisierte Welt in Entrüstung versetzt haben. Der serbisch-albanische Konflikt ist in der Zwischenzeit noch keinen Schritt wei ter vorwärts gekommen. Gewehr bei Fuß steht man sich gegenüber. Wahrlich ein trübes Zeichen, während man in Genf zu einer Bölkerbundratstagung Zusammentritt. Wichtige Fragen für Deutschland werden wieder ein­mal dort angeschnitten: Besatzungsverminderung (die Rheinlandräumung ist zum x-ten Male vertagt, weil derZeitpunkt" noch nicht da ist), die Memelfrage, auch muß Stresemann mit den anderen Schachspielern über die Lösung des Gambits ins Reine kommen, wie auf die beste Art die Schleifung unserer Ostbefestigungen konstatiert wird. War bei der letzten Tagung unser Optimismus schon beinahe Rull, so dürsten die Aus sichten dieses Mal noch schlechter sein. Der deutsche Reichstag sieht eine ganze Reihe wichtiger Arbeiten vor sich. Er muß sich mit der Strafrechtsreform, mit dem Zolltarif, dem Arbeitslosenversicherungsgesetz, dem Sperrgesetz in der Frage der Fürstenabfindungen be­schäftigen und wird bei der Fülle der Arbeit und der Uneinigkeit der Parteien noch nicht zu einem Reichs- schulgcsetz gelangen. In München verunglückte auf tragische Art der bayrische Finanzminister Dr. Kraus­neck beim Aufspringen auf einen Straßenbahnwagen, von dem er abglitt und dabei den Halswirbel brach. Unerkannt lag er stundenlang in einem Krankenhaus,

anderen Kanälen eine eigene Wirtschaftlichkeit des Wasserweges bis der telephonisch herbeigerufene Ministerpräsident

^ neben den unerläßlichen volkswirtschaftlichen Worten für Er Haltung der bestehenden Industrien eintreten wird. Tic Reichs bahn wird für die billig tarifierten Massengüter, die etwa auf den Kanal übergehen, durch andere hochwertige entschädigt wcr-

I den. Selbstverständlich muß die Verbesserung der allgemeinen Landeskulturintcresten durch Vermeidung oder unschädliche Ab­führung der verderblichen Hochwasser in den kanalisierten Fluß

I und die Hebung der allgemeinen Steuerkrast angemessen de­

in ihm seinen Arbeitskollegen erkannte. Dem Hessi­schen Landtag sind eine Reihe von Vorlagen zugegan­gen, z. B. der Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Aenderung des Ausführungsgesetzes zum Finanzaus­gleichsgesetz. Wie man sieht, führt ein jedes Gesetz einen wahren Rattenschwanz weiterer Gesetze nach sich. Leiter liegt u. a. ein Antrag auf Lockerung der Woh- nungszwangswirtschafr vor.

einen WidManthropologcn irgendwelches Interesse. Daß die» aber der Fall und daß diese Fragen nicht nur schlechtweg von Interesse, sondern vielmehr von größter Bedeutung für jeder mann sind, dem das Wohl seines Volkes am Herzen liegt, mochte ich zunächst durch einen kleinen Vergleich zeigen. Es dürste bekannt sein, daß man schon lange Jahrzehnte bei Tier und Pflanzenzüchtern darauf verwendet. reine Rasten ober manchmal allerdings auch bestimmte Rastenmischungen durch Auslese heran­zuziehen. Der Zweck dieses Beginnens liegt darin, höchstwertiges Material zu bekommen: der Hundczuchter z. B. legt Werl dar auf, daß fein Hund an den Mann geht, wachsam ist, für Suche nach Schweiß ober Vorstehen geeignet ist; der Pjlanzcnzüchter, daß er eine bestimmt farbige Rose ober einen Obst da um erhält, der eine besondere Frucht trägt; der Forstmann, daß er tältc» aber sturmfeste Holzarten anbauen kann usw. Alle wenden also mehr oder weniger die Gesetze der Erblichkeit an, um höchst voll kommenes bei ihren Zuchten zu leisten. Sollte es da nicht noch viel wichtiger sein, diese Gesetze auch bei den Menschen zu bc nützen, Menschen höchster Vollendung in geistigen und türper lichen Eigenschaften durch Auslese heranzuziehen, wenn es sich hcrausgestellt, daß es im deutschen Volk Rassen gibt mit ve schiedenstcn körperlichen und geistigen Anlagen Anlagen aller dings, die für den Nachwuchs höchst wünschenswert unb solchen, die durchaus unerwünscht sind. Ja, ich behaupte, das Interesse ist heute größer denn je für derartige Fragen, heute, da man glaubt, durch höchste Steigerung der sportlichen und geistigen Uebungen bestes Menschenmaterial zu erhalten. Der Wert fol d)er Uebungen ist für die Nachkommenschaft allerdings insofern eingeschränkt, als es nach den Gesetzen der heutigen Erblichkeits lehre eine Vererbung im Leben erworbenr Eigenschaften nicht gibt.

Diese Rassen ich setze voraus, daß dem Leser bekannt ist, daß man unter Rasse eineGruppe von Lebewesen", in unserem Falle von Menschen, versteht, die abgesehen von der sog. Va­riationsbreite gleiche körperliche unb geistige Merkmale be­sitzen und diese lonstant weiter vererben (auch hier die Aus nähme der sogen. Idiokistesc durch Alkohol und Nikotin unb ar bere Gifte wie z. B. Iod), bestehen nun

Ich mochte über sie einen kurzen Ueberblick geben. Dabei füge ich gleich hinzu, daß es sich nicht darum handelt, eine ge lehrte Abhandlung ober das Produkt eigener Forschungen, son­dern vielmehr diese wichtigen Fragen dem Publikum überhaupt näher zu bringen. Sollten sich außerdem Widersprüche gegen meine Ausführungen erheben, so weise ich hin auf die Werke von Dr. Günther:Rasseukunde des deutschen Volkes". Verlag Leh^ mann-München, und ebenda erschienen:Menschliche Erblich keitslehre und Rassenhygiene" von Prof. Bauer»Fijcher-Lcnz, in welchen Büchern der Inhalt meiner Aussührungen als Tatsache der heutigen Forschung niebergclcgt und begründet ist. Ferner mochte ich auf diese Werle nicht nur Hinweisen, sondern sie einem jeden, der aus meinem Aufsatz die Bedeutung dieser Kenntnisse auch nur annähernd ermißt, wärmstens empfehlen.

Eine Charakteristik dieser Rasten verlangt also eine Schilde­rung ihrer körperlichen und geistigen Anlagen. Zwischen diesen beiden Arten der Merkmale bestehen nun enge Beziehungen. Sieht man einen Menschen dieses ober jenes rassigen Erschei­nungsbildes, so kann man grundsätzlich auf bestimmte, der betr Rasse eigentümliche geistige Eigenschasten schließen u. umgekehrt. Allerdings ist es heute infolge der ungeheuren rassischen Ver­mischung möglich, daß auch Menschen, die eine bestimmte, eben er» scheinungsbildliche Rastenzugehörigleit aufweifen, geistige Eigen­schaften. die dieser Rasse nicht angehören, ausnahmsweise be­sitzen. Zu den körperlichen Unterscheidungsmerkmalen, an die wir die geistigen in der Betrachtung anschließen, gehören zunächst die allgemeine Gestalt,, wobei die Körpergröße eine Hauptrolle spielt und dann insbesondere die Schädel-, Kops- und Gesichts- form die Haut- und Haarform und Farbe, die Augensarbc und schließlich die Nasenform. Bei der Feststellung der Merkmale des Kopfes ist man zur Vermeidung von Meinungsverschiedenheiten übereingekommen, ehe man zur Charakteristik dieser Merkmale schreitet, den Kopf des zu Charakterisierenden so zu halten ober gehlaten zu denken, daß die Linie, die man sich vom äußeren Augenwinkel nach der Spitze des Ohres gezogen vorstellen kann, in der Wagrechten liegt. Ohne diese Feststellung wäre es z. B. nicht möglich, objektiv zu beurteilen, ob der rassig Einzuschätzende unter anderem einen Hinterkopf hat ober nicht, welch' letzteres ein sehr wichtiges Kennzeichen zur rassigen Eingliederung ist, wie wir noch hören werden.

Man kennt n Deutschland folgende fünf Raffen, von denen drei von großer Wichtigkeit sind: 1. die nordische (aus dem Wor­ten stammend), 2 die ostische (aus dem Osten später eingesickert), und 3 die dinarischc (nach den dinarischen Alpen genannt). Sie sind bei uns Deutschen die Hauptbestandteile der Bevölkerung. In geringer Beimengung sind noch die westische und die ostbal­tische Raste vorhanden. Einer ganz anderen Rassenmischung ge­hört das jüdische Volk an, das vorwiegend aus orientalischen, der hamitischen, der vorderasiatischen und der negerischen Rasse zu­sammengesetzt ist.