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Samstag, 17 Dezember 1927

Verwaltunyskuriositäten.

Folgen her Kleinstaaterei.

Einer Zusammenstellung von Ver wa!tungskunositätenUm Rhein und Main" von A. Weitzel in Frank surr a. M. entneh- nun wir folgend««:

Infolge der ungünstigen periphere« Lage Darmst^ts zu den drei hestischen Provinz«» finden die gemeinsamen Tagungen der pvUtischen Parteien und Winschastroebände in bei Reger avßerhalb der Hauptstadt Hess«,», nämlich in Frankfurt e M., statt. Ein Frankfurter Saftbef:Zum Storche«-, genoß be»

tritt früher infolge seiner Beliebtheit für fünfte den Ruf der SyttnUorialitâr als biet

Frankfurt a. M mit Umgebung, eine

hessische Zusammen- hessisches Hoheiks-e-

700 000 Menschen. Hat sein Lande »st nanzwmt in der ISO Km. entfernten Stadt Kassel. Für die hessischen Vororte Frankfurt» ist hierfür außerdem noch Darmstadt zuständig. bas obendrein oo» seiner Provinz Oberkestert vollkommen getrennt liegt

Die Bahnmeisterei Goldstein bet Frankfurt a. M. ist trfe* phänisch über die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. nicht zu

erreichen Warum? Mainz gehört Also direkt ton Mainz als Ort. der unmittelbar

Weil Sold'! ein zur Eilen bahn di rektion Hier ist ein Ferngespräch über Eisenbahn- Vermittlungsstelle erforderlich für einen vor Frankfurt» Stadttoren gelegen ist.

Wenn ein Frankfurter Sauerkraut- und Gurkenfabribant feine Kunden in der näheren Umgebung mit Daren nerforgm will, bezw ihre« Bedarf feftfl eilen will, so «ruß er hierfür vier Telephon verzeichn ist« haben, da bie Vororte Vilbel und Ilenburg der CbcrpoftbirefHon Darmstadt zugeteilt sind, Fechenheim und Bergen-Enkheim der Ob«r polt direktton Kassel, Kohl bei Hanau der Oberpostdirektion Dürzburg und die anderen westlichen Vororte Frankfurt» der Oberpostdirektion Frankfurt unterstellt sind.

Tie zur Rheinprovinz gehörigen Kreis« N«uwied und Allen, firmen zählen zum Oberlandesgericht Frankfurt, desgleichen Dillenburg und Hechingen iHohenzollernland«), eine Zuteilung, welche auch bei der Organisation der Arbeitsgerichte größten­teils bei behalten würd«. Für die östlichen Vororte des zum Regierungsbezirk Kastel gehörigen Lande»kreifes Hanau ist fer­ner das Oberland«»-«richt Kassel zuständig. So gehört Fechenheim zum Lgndgericht Hanau. Die Amtsgerichte von

Höchst und Königstein unterstehen dem Landgericht Wiesba- nebeten. eiJ den während Homburg und Usingen zum Landgerichtsbezirk allen!, $ r ö n f f u r t gehören. Für alle hesfischen Vororte Frankfurts

ist da» Oberlandeogericht Darmstadt zuständig mH den ent­sprechenden Landgerichten in Gießen und Darmstadt.

Bester wie hier könnte das machtpolitische Divid« et impera in einem wirtschaftlich eng verflochtenen Gebiet sicherlich nichr durchgeführt werden.

Aus Rah und Fern.

Saasen. Der Wachtmeister Schade aus Reiskirchen kontra!- Vierte eine Hausiererin. Do ihre Papiere nicht in Ordnung waren, bebrütete er der angeblich Taubstummen, daß sie ihm auf bas Polizei am l folgen müsse Zur Ueberraschung des Baamten fing Re plötzlich unter Tränen an zu erzählen, daß sie die falschen Pa-

piere von einem polnische« alt Taubstumme beouemen hatte

Steinfurth. In starker

Juden in Frankfurt gekauft und Absatz für ihre Waren gefunden

Erregung befinden sich zahlreiche

2. Blatt -er Gießener Stihmo

Ridda. Das hcefig« Sägewerk der große« Hokrscrma I.H,m« melsbach hat rund 30 Arbeiter wegen Auftragsmangel entladen Unter den arbeitslos gewordenen Leuten befinden sich auch Männer, di« schon mehrere Iahro in dem Werk beschäftigt waren

Dillenburg. Durch einen früh-eilig ^»gegangene« Spien; schuß verunglückten aus der Eisensteingrube ^Laufenderstci«- im Aceik Dillenburg die Arbeiter Rudolf Greed »nd Wilhelm D«il, beide von Frohnhausen. Beide Bergleute wurde in schwer verletztem Zustande dem Städtischen Krankenhause in Dillen barg zugeführt, doch besteht Lebensgefahr fit di« beiden nicht

Michelstadt L Cbw. Gin hiesiger Biersahrer wurde auf der Heimfahrt von einer Frauensperfa« mit einem Korb im Arm gebeten, sie ans dem Wagen mitfabren ju lallen. Nach einiger Zeit schöpfte der Fahrer Verdacht, daß es sich um einen verklei­deten Mann handele Er warf seine Peitsche vom Wagen heran» ter und bat die Person, bie Peitsche auszuheben. Als sie abge»

stiegen war, fuhr er schnell bauen. Der Korb aus dem gen geblieben; er enthielt, wie später festgeftrllt wurde, geladene Revolver.

Vohwinkel. Hier wurde die Tochter eines angesehenen

Da. Zwei

Bür.

ger». die Kinder befreundeter Familien alsNikolaus- be­glücken wollte und in entsprechender Verkleidung aus die Straße kam. von Polizeibeamten festgenommen und unter dem Geleite vieler Kinder zur Woche gebracht. Dort mußte sich das Mädchen seiner Verkleidung entledigen und im Unlerrock daraus warten, daß ihre Schwester die erforderliche «ZiviMeidung- bringe. Die Polizei hatte zugegriffen, weil sie unter der Verkleidung einen der noch nicht gefaßten Ausbrecher aus dem Elberfelder Po. lizeigeföngnis vermutete. Die Verhaftung rief unter den Kin­dern Vohwinkels großes Wehklagen hervor, da sie wirklich glaubten, der Nikolaus sei von der Polizei festgenommen wor­den und könne nun nicht bescheren.

Rüsselsheim. Ein trostloses Bild der Mietverhaltnisie in den Gemeind«wohnun gen entrollte sich in der letzten Sitzung des Ge­meinderates. Wie in dieser Sitzung verlautete, sind dort di« Mielsrückstande in den Gemeindewohnungen auf über 8000 Rm. angewachsen. Das Gleiche gelte bezüglich der Gemeindesteuer- Rückstände.

Frankfurt a. M. Der Magistrat hat den in langen Verhand­lungen vorbereiteten Eingemeindungsvertrâgen mit der Stadt Höchst und der Gemeinde Nied zugestimmt Die Verträge werden nunmehr der Stadtverordnetenversammlung zugehen.

242 Rundfunksender in Europa. Wohl kaum eine Erfindung ist in so kurzer Zeit eine so weite Verbreitung beschieden gewe­sen, wie dem vor Jahren kaum in Fachkreisen bekannten Rund­funk Millionen von Hörern gibt es in allen Weltteilen. Allein in Europa stehen 242 Sender. Au» dieser gewaltigen Zahl kann man ersehen, wie verdreitt schon das Radio ist

Nr. 51

Frontsoldaten.

Sein Mitte»: E Unterstand im vordersten Staben: 9 Itfann drinnen. Schwache Deckung, dicke Luft, schlechter Era- de«, noch schlechter« Lerpttegung. Schwerer Affe, bieHeine Scriba auf bem Ast, am Hiuterquartier und Bündel vorne die Patranenlafchen. Handgr«natensack um de« Hals, zerschlissen« Uniform und die Aussicht auf de« Schnitter Tod das M lieu!

Und nun: heraus ans bem Mille»! ,10 Uhr steht bis j F«indpa1rv»iNe am Sappen köpf. AchjeMappe« ab. Müße. 8 Handgranaten and Se mehr! So bass oh genug geheißen. 3 bet Dunkelheit mi einem, taum erkennbar. Trichter an Trichter. Weiter, gegen de« regnerischen Machthimmel faum sichtbar, eine Poppel unb dort eine Ruine. Und jeßt fängt'» an zu regnen. Aber nun los! Und 20 Minuten später liegt man vor dem feindlichen Drahtverhau. Stundenlang alleine in dem Loch: man verkrümelt die Erdbrocken und stiert i« die schwarze Nacht. Drüben kaum fünf Meter weg steht einer, der seine schlafende« Kameraden bewachen soll Den fall man nun schnappen. Ob weh! recht» und link» die Kameraden noch da sind? Mal die Leuchluhr aus der Hosentasche vorsichtig noch den Augen geschoben da. verdammt, jetzt fängt, kaum 10 Meter nach links weg. ein Maschinengewehr an zu Imiden! Sen

Kops ins Loch, er ist «ichl Ruhe. Der Schütze ist wohl fpenster^ gesehen oder gehört, spenster liegen vor ihm in

kugelfest! Rur Glimmen, bann a«gepfiffen worden, weil er -Ge- Und doch hatte er Recht: bie Ge­ben Löcbern! Da lammst am

SiMverordnein Nicolaus die Siebte. Gefordert halte, durch öffentliche Sehnn, ifferung Eichens auf alle Fälle miWitt, t Zukunft ÄrahenrelniMgs« und Mullas : Teile mitzutragen halten, dir ë^cr,

Landwirte unsere» Rosendorse» Ein großer Teil der Baron Loew'schen Accker, die in den Inflation-jahren an hiesige Land- wirte verkauft wurden, sollen wieder zurückgegeben werden, da te sich bei den Ländereien um Fideitomißbesitz handelt.

»tun bei* Beckee alle* <ut geraten Ul. Auch Se ariden mll Ihren raten ano mchltchen ZoUten nicht gern experl ment leren, »onaern lieber mit armun irr - »allen Gefühl der Sicher heil backen »ollen. d*i Ihnea

Dr. Oetker s BackpulverBackin »rrbSr^i Ei rtb< keinen heueren Beireh der Züvit* IImjvkeif, ala die Tataactec. daß alchHackin" teil Ober » Jahren jllnimd bevlhit hat V», Millionen von Hauif «anen »inen und tchligen, darf ihnen nicht on- brkanni blrtben Backen Sie lu Weihnachten daher mit Dr Oetker 'i Backpulver ..Rackln" nach dem neuen farb Hletir Rexrpiboch. Anu P, dae Ihnen viele neue Anrtytinrrn bietet Sie lei di rin auch Nähere» Über den rarrer.1 D*ck«pparatKüchenwunder, mit den Sie ul kleiner Qaakocher flamme backen, braten urd kochen können

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Dr. August Ostker, BI4:s%M.

Drahtverhau entlang! Stimmengewirr ub Gestatten. Don «er­schlag. die müllen uns sehen! Richtig, schon komm«« von links Rieseberg und Teig wie Schlangen an. Wie sie aus zwei Me­ter heran sind, Handgranaten dazwischen und bann braus! Es gibt nur noch dirs« einzige Möglichkeit, Und nun sind sie da! Eine zurückkehrende Feindpotrouille. Stig und Miefeberg feuern die Pistolen ab. und wir wilder Spuk krochen drei Hand­granaten dazu. Ehe der Feind richtig weiß, was los ist, stür­zen sich zwei Mann auf eine zusommengrsunkene Gestalt und im Schweinsgalopp geht es dem eigenen Graben zuWir haben einen geschnappt'.- Der arme Teufel ist noch ohnmächtig, aber unverletzt.

Im Tagesbericht aber steht:An bet übrigen Front nichts neues!*

Ein anderes Milieu! In der Heimat am Ctammtischf Schon wichetnichts neuest an der Front! Da haben es unsere Soldaten ja eben gut!

Und dann. Loslösung vom Milieu!

12 Uhk Ablösung und Marsch ins Ruheczuartier für 8 Tage wenn nicht alarmiert wird! Und es regnet, regnet schon seit drei Tagen! Und nun durch den Schlamm und das Sperrfeuer zurück! Allerhand heute Nacht! Die Stiefel wickelt stch l r Vorsichtige oben noch etwas zu, man weiß ja Bescheid. Und nun wird getippelt, erst ne Stunde hintereinander über Srä> den, Draht. Trichter. Dasiertümpel patsch, liegt einer drin! immer noch hinten. Und da wollen die Beine mit An ^e« hängen die Stiefel und an denen der DreL 1 lOOmal gilt» die Flossen zu Heb«n pro Kilometer: bas sind bei 2 8 Km. 25 500» mal im Dreck!

Dann ist man daheim im Barackenlager. Hundckalt, patschnaß und kein Feuerholz.

Schicksal des Frontsoldaten, nicht immer, aber in 96 von 100 Fällen!

Das war in einer Zeit, als in Deutschland noch Hochbetrieb in den Casäs herrschte bei Licht und Wärme--

Freund

llhr geschlossen.

ie tnti Sonntag, 18. Dezember. Am 6m te Paketannahme des Postamts 1 (Dah^ and von 14-18 Uhr geöffnet

r (Schulftraße) bleibt gef^M

§ -er MinfegetbeaMc in bet Stobi Mm tri ist bem Kamichgemeister ®eM sei «Md U*6t den« SE ; zur Hälfte dm<h die ^ianlfuitti^na^

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Grüner Rasen / Blaue Wellen.

Roman von Otto von Gottberg.

14. Fortsetzung.

Am 22. Dezember erwarteten die vier Kort auf dem Bahn­hof Elisabeth blieb nicht neben den Verwandten an der Sperre.

fonbern lief dem ausitcipenben Vetter entgegen. Gar zu ver- ßnüal konnte er lachen! Die ihn mit Hurra vegrüßenden Reu- gierigen aus Trebbin kicherten, als er ihnen in urkomisch geheu­chelter Verlegenheit adwIntte. Auch fragte er nicht erst, ob er s ihren Mund drückte er

eine Kusine fOpen dürfe Mitten au

den herzhaften lauten Schmatz, der neuen Jubel weckte. Als sei der Kuß nicht genug oder schnell Bergeisen, gab er ihr einen «weiten, als er den Onkel, Tante und Gerda umarmte Ein !attlicf)cr breitschultriger, doch gar junger Seemann und Ritter des Ordens Poor le merkte, ging er dann zum Dogen. Der Dolch hing über dem blauen Paletot Au» klarem Augenweiß Über frischem Wangenrot jäh er auf die ehrerbietig grüßenden Menjchen herab. Da dröhnte wieder ein Hurra aus hundert

Kehlen. Jetzt hob er die Hand im weißem Leder zu gemessen wohnt. Als die drei

böslichem Dank, al» sei er Huldigungen gewohnt. Als Die drei Samen schon im Wagen saßen, liefen Mädchen mit wehenden Taschentüchern herbei. Der Schelm zuckte wieder über sein bart» loses Gesicht, und laut rief er den Onkel an:Bin doch ein Pechvogel und immer sicher, mich nur mit der Gabel auf der Straße zu sinken, wenn » endlich Suppe vom Himmel regnet. Da machen sie einem mal schöne Augen, aber zufasien is nich,

hie ME Die S^

.fielt niurdè A^handlnnge ^ f

weil Tante und di« Kusinen dabei findi"

Lachen und Hurrarufe klangen noch dem anfahrenden Wa­gen nack Im Hof trat er mit gut gespieltem Ernst vor die wa^ tenben Leute und hörte aufmcrlinm die Rede eines Alten Doch auf seinem Rücken machten die Finger seiner Rechten den Der wandten Männchen, als wolle er sagen:Nehmt ihr mich nur »ich! ernst denn ich bleibe euer fideler Neffe und Vetter Kurl!

Donn räusperte er sich zu einer Antwort, und sein warmer Dank hallte in bescheidenen Worten laut über den Hof Bei Tisch ließ er sich zwar zum Lrzaählen nötigen, aber unterbrach das Schildern von U-Voot-Fahrten mit Schnurren und Scherzen. Die vier lachten noch. als von einem Rachdargut der alte Herr

tungen in Gerda» Hände. Wenn sie zu Blumenhändlern und Zuckerbäckern oder uir Bestellung bei Borchardt nach Berlin fuhr, blieb Elisabeth allein mit dem Del ter. dem Onkel Karl frenbig die sonst geschonten Pferde zum Schlittenfahren gab.

Für den Sonnabend der Feier ließ Gerda im Festsaal die sechs Fenster an der Rückwand und die beiden noch dem Garten zum Lüsten öffnen. Am Morgen überwachte sie bas Decken der großen rauben Teetische in den vier Ecken Zwischen den beiden Seitenfenftern sand der Flügel und an der schmalen Wand Gegenüber ein langer Tisch als Büfett zwischen Kübelpflonzen Platz Sitze boten Stühle. Sessel und Sofas unter den Fami­lienbildern an der fensterlosen Längswand.

Schon zum Mittogellen kamen drei Damen, Die Tante Bärb- chen an je einem der Dische vertreten sollten. Der ihre stand in der Fensterecke an der Gartenwanb und gegenüber der von Frau v Günderode, einer Siebzigerin, die nicht nur noch ihrem und ihres Mannes großem Deesitz als erst Dame bes Kreyes galt. Stets Neidete sie die »och mädchenfchlanke Figur in schwarze Seide und trug heute am Hals die bis zum Gurt hängende Schnur ihrer großen prächtigen Perlen. Ueber dem Gesicht von noch natürlich frischer Farbe lag die hohe Welle von schneeweis, sen starken Haaren, bie eins wie das andere gekämmt und ge- glältet schienen. Tas mehrte den Eindruck peinlichster Pflege und Sauberkeit Tod) die von vielen gefürchtete große Dame war nicht nur von Erscheinung ohne Fehl und Tadel. Ibre Ankunft bei Gastereien erzwana mit Ehrerbietung auch peinlichste Wah. rang guter Formen, sowohl sie oft Herren ium Trinken anreate. Bei guter Laune leerte sie während einer Mahlzeit zwei On­kel Karl meinte drei Flaschen schwersten Buraunder». stand dann beim Kossee und Kirsch nüchtern wie ein Probst vor der Morgenmesi«. in kluger Unterhaltung auf den Füßen, bis die Wagen porfuhrtn, hielt mit eigenen Händen während drei Stunden die Zügel und trat in ihr Helm mH der schneeweißen Tolle so glatt, als hab« die Jungfer eben erst Haar neben Haar gelegt

Für den zweiten Tisch tam Frau Airzandra nun tyrtefe. bie Gattin des Landrat», mit ihren Töchtern Elly und Bernhai. dine Die jungen Tarnen mehrten bei eifrigem Malen und Festkleider bes letzten Vorkriegsjahre» schienen darum jchon

Pas ?taä^ ^.

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Besuch machen dürfe Sie Samen wollten doch denSeehelden- lcben. Am Abend kamen ähnliche Fragen von anderen Gütern. Gerda übernahm das Antworten, aber konnte ihren Seiger kaum meistern. Als Werner hier von Krankheit und ,v«rwun- Lung genas, erkundigten sich Machbaren allenfalls bei jifaui» oen Begegnungen nach seinem Ergehen. Kennenlernen woutc Niemand ihren kleinen Soldaten, der doch treu und brav feine

Pflicht getan hatt«. _ . . ,

Premierlcutnanl» sahen gern ihr neues Herm mm den Roch- Mm gciutflt. uns Giebels) jubelte, al» der O» «I *«tl M entschied zu Ehren des berühmten Gastes nach Werhnackncn ein Fest mit* Nachmittagslee für etwa hundert und 2^"^?« su* dreißig Geladene zu geben. Tante Därbchen legte bie Vorderer-

wieder zu eng. . .

Königin und Augenweide de» letzten Tisch es sollte bie verwitwete Frau Mechthild von D'eshose« fein. Jetzt kaum Dreißigerin wat sie doch schon seit sieben Jahren Herr,» von Schloß Fernblick, da» sie aus dem Vermögen ihr-s verstorbnen Manne» nur mit dem großen Park, aber ohne bas Gut gelaust hatte, um ganz bem geselligen Verkehr mit Mathbarn zu leben. Bcn Freilog Ldend bis Montag Morgen aller Wochen iah die eia.n.rl a Ane 2: »Nne n ft un ne blauen Inngwimpng.t. Magen stets Gäste in ihrem Haus. Von den Männern sollteu viele versucht haben, für immer xu bleiben. Dock noch war btt Schloßfrau von Fernblick allein. Die einen nannten sie kalt, dre andern ehrgeizig. Samen meinten, sie warte auf einen augerge» , wohnlichen Mann, vielleicht einen bei Helden bei großen «ne- |

Math vier Uhr fuhr die Menge der Gäste vor Bald drängte ein bunter Schwarm junger Frauen und Mädchen Kurt Drewitz von der Mitte des Saales gegen die Seitenwanb beim Flügel. Sie Samen wollten vom U-Boot-Leben hören und willen, wie er feinbliche Schiffe belauere und beschleiche Vergeblich wehrte « ihrem Schmeicheln und Fragen.. Frau v. Günderode forderte endlich er solle den Neugierigen einen Vortrag halten:Ihre» Arm, lieber Herr von Drewitz", sagte sic auf ihre gebieterische Art.

Er mußte sich gehorsam verneigen. Sie alte Dame führte ihn vor den Flügel und drehte sich mit ihm zu den Gästen. Das Klappern von Tellern und Tasten schwieg wie bas Murmeln und Lachen, ehe sie die Stimme erhob.Unser Held hat da» Cort*

Schnell ließ sie i^n allein und ging mit gemessenen Schrit­ten zu ihrem Tisch. Ein Lachen ans hundert Kehlen ließ Re ft ui# irücfbltdcn. chir n Trcrrih saß am Flügel. Seine Finger schlugen auf die Tasten. Mit ungeschulter Stimme sang er laut und luttin

Du mein Wehhaven am Iahdestrand!-

Jubel und Händeklatschen erstickte die nächsten vrrfe. Er mußte saft schreien:

Junge hier möcht' ich begraben sei«, graben sein,

Junge was ist da» hier schön!*

Während lärmender Beifall dankte, ging er an einen Wal­zer, und wie aus einem Mund flog zu den eben aufflommendmi Lichtern von allen Mädchenlippen bet Wunsch:Tannen!

Wer spielt?- fragte Frau von Dieshosen.

3m lindenblütenfarbenen Moirèkleid mit weiße» Spiken und Chiffon, eine mattrofa Rose am Gürtel, stand sie schöner als |c neben dem Ehrengast Ihre langen Wipern blinkten, und ihre dunklen Augen warben, als habe Re mH einem Tänzer endlich auch den gesuchten Helden gefunbuL

Ell» von Friese bat Drewitz, aufirrstehen, und nahm am Flügel Platz. Frau von Dierholen vertrat Kurt last den Weg. Doch sah er an ihr vorbei durch Dutzende von Mâdcksenk^-'c», bis er Elisabeth» braune Augen fand. Leicht hob et do» Kinn, und während Fräulein von friste onschlugSie machen euch Komplimente und flechten euch Mojen ins Haa^, schlidderte» beide einander zu und als erstes Paar in den Tanz.

Wie er zu gleiten, zu fliegen verstand! So leicht und Rtfret, mit so sanfter und fester Hand, von der ein warmes Mieseln

in die Adern rann.hatte noch kein Tänzer Eli'obeth geführh Ihre Füße streiften kaum die Dielen. Wie auf Flügel« k wo bend. schloß sie die Augen im unwillkürlichen Wunsch, sich ihm ?ani lallen tu können immer, immer, in Ewigkeit. Er sand ein Ende, als ihr der Atem verging. Sie rang nach Lust und wollte ruhen. Doch schön blieb da» Mieseln im Blut, Schwindeln im Kops, da» Gleiten in seinem Arm. Wie aus der Ferne Hang sei« Lachen in abgerissene Worte:Du pollen zusümmea wir beide famos was? Immer io nicht i wahr?

bas

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,3a, das wäre hcrrlich -

Fortsetzung folgt