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Sonnabend, den 17. September 1927.

Gießener Zeitung"

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«IGstWbuMim^ 5ridm t ein in das geeinte Land, te nette VS toiet ein übel Bild bet beutidr x Bam Kitiftatm ju Sandau Mw übte ab bie ganze heutige Walz geb.:; und kleinen Herren.

beging man auf dem Hambacher Sßlo. Ausdruck bei groydeutschen >< die • , Herzen lebendig war. Aus allen Aedcn: : wurden, klang der heiße Ruf nach Tu.: ? nach M^lanbg Politiker 6inbv;i te 1870-11 bie Sin^eit aller bei mit.:

So kämpfen die Pfälzer mit herrischem Mute den geistigen und seelischen Kampf, her ihnen aufgezwvagen wird und beto­nen immer wieder mit erfreulicher Eindeutigkeit ihr Deutschtum, indem sie nichts fürchten. Sie haben, als Deutsche, als Pfälzer ihre Million begriffen!

Blüht ihnen ein neuer, schönerer Tag?. — Wann schlägt ihnen die Stunde der Befreiung?

Zum Akustischen war das CmH&e gekommen und mit Ohr und Auge haben bie modernen Berkehrskinder fm Strudel des Verkehrs sich zu recht zu finden. Für den Uneingeweihten hat diese Sprache etwas verwirrende», aber dem Eingeweihien ist alles venraut und ohne Gefahr bewegt er sich auf der Straße Er kennt die Richtungsweiser und Pfeile, er kennt die Zeichen

Korzum !

Die pfälzische Leit,

Es pfälzische Milidär

War's befcht im ganze deitfch« Herr Und feiler Ruhm geht nit verlor.

Do fin mer Pälzer gut devor.

Und fangt emol de gallisch Hahn Schun widder Hânne! mit uns an: „Dann Vadderlanv. Iann|d>t ruhig sein. Fescht steht un tri die Palz am Rhein I !

für Einbahnstraßen» verbotene Straßen usw.» er weiß die signal« zu deuten und kennt die Bedeutung der Armbeweg

Licht­ungen

des Schutzmannes

Zu den Straßenkennzeichen und den Richtungsweisern Kraftwagen ist ein neues Zeichen getreten. Es ist der bei Blinden bekannte gelbe Kreis mit den drei Punkten. der hördlicherfeits auch für die Gehörlosen und Schwerhörigen

den be­eis

fieber flammte bei beutst Hedeâ cw zen. Jedoch bei ^« m 1918 . t , rechtlos, entmW. Weder spielt sei hem eine besondere Rolle, die wie bi^ mb zn dulden hat. In großartiger & te Pfälzer sich gegen das verbreckerist- istengesindels zur Wehr gefetzt, welches d. 1 z von Bayern und des deutschen Reiche |

Lokales.

einst und jetzt tin etraßkltvkttttzr.

Der von gerben gezogene Wagen war die erste Erscheinung im „Schnellverkehr der Straße. Uebertraf die Schnelligkeit des rolltnben Wagens auch die „Schnelligkeit" des zu Fuß gehenden Bürgers, so war ein Warnung»zeichen insofern nicht von noten, .ab die Hufeisen der Pferde und bie Eifenreifen der Wagenräder Lärm genug machten, um den Fußgänger zu warnen. Ein „He"- Ruf der Wagenführer genügte in besonders gefährlichen Situa­tionen, um btt Gefahr ab zu wenden und ein besonderes $3at« nungszeichen wäre im Straßenverkehr nicht erforderlich gewesen, hätte nicht die auf Schienen laufende Pferdebahn sich non den Stögen bes Knüppelpflafter» befreit Die Pferdebahn machte nur durch bas Trappeln her Pferde auf ihr Rahen aufmerksam und man mußte einen Ersatz für das Geräusch rollender Räder haben, auf das das Ohr bes Fußgängers nun einmal eingestellt war Man fand diesen Ausgleich einerseits in einer vom Wa­genführer betätigenden Glocke, andernleils in den bis dahin nur bei Schlittenpferven üblichen Schellen.

Ehe ein Ausgleich zwischen den in ihrer Existenz bedrohten Droschkenkutschern und bei für billiges Geld fahrenden Pferde­bahn geschaffen werben konnte, trat ein neues Verkehrsmittel in die Erscheinung, das Fahrrad. Bei ihm entfiel nicht nur das Geräusch der rollenden Räder, sondern auch das Hufgeirappel, und man stand diesem neuen Ding mit Mißtrauen und Verdruß gegenüber. Die Altvorderen waren zu sehr Ohrenmenschen ge­worden. als daß sie an dieses geisterhaft dahinhuschende Gefährt sich ohne weiteres hätten gewöhnen können und die Radfahrer mußten irgendein Warnungssignal suchen, um Zusammenstöße mit bett auf ihr Ohr sich verlassenden Fußgänger zu vermeiden. Zuerst ahmten sie bie Eisenbahn nach und begannen zu pfeifen, sobald ein Fußgänger ihnen in die Quere kam. alsdann bedien­ten sie sich der bei der Pferdebahn üblichen Glocke. Die Polizei entschied sich schließlich für bas Glockengeläute, und um ein Ge­räusch reicher „strömte" der Verkehr dahin.

Kaum aber hatte man sich an das flinke Fahrrad gewöhnt, erschien etwas Neues im Straßrnbilde: her pferdelose Wagen. Mit der Herrschaft des Radfahrers als schnellster Mann der Straße war es vorbei, aber auch mit dem beliebten Mittags- ichläfchen der Fußgängers auf dem Fahrdamm. Der Radfahrer riskierte bei einem Zusammenstoß zuviel, als daß er mutwillig ten Fußgänger angefahren haben würbe, aber das Automobil war stärker als der gehende Mensch, und um die Gefahr zu ban­nen. erfand man den Trompetenton der Hupe als Warnung.

Man hatte nun drei Arten akustischer Warnungsmittel und war den Ruf des Kutschers, den Glockenton von Straßenbahn und Radfahrer und den Trompetenton ber Kraftwagen, aber bald stellte es sich heraus, daß die Akustik allein nicht mehr zur Sicherheit im Straßenverkehr genügte. Aus den Obrenmen ichen mußten Augenmenschen gemacht werden und in stummer Sprache mußte man den Strom des Verkehrs regeln, um ote Benutzer der Straße vor einander zu schützen Es entstand eine Berkchrsvolapük gewaltigsten Ausmaßes. Pfeile, Richtungs- weiser. Lichtsignale, Verkehrstürme erstanden und inmitten der Brandung machte der Schutzpolizist seine Freiübungen zum Heile der fahrenden und gehenden Großstadtmenschen.

Erkennungszeichen freigegeden worden ist. Der Bund Deutscher Radfahrer hat dieses Abzeichen für gehörlose and schwerhörige Radfahrer in Emaille Herstellen lassen, um diese Radfahrer vor den Gefahren der Straße zu schützen. Das Schild wird unter dem Sattel, für alle dem gehörlosen Radfahrer folgenden Straßenbenutzern sichtbar angebracht und macht mit seinen leuchtenden Farben darauf aufmerksam, daß bei dem mit diesem Schilde bezeichneten Radfahrer ein akustisches Signal unwirk« fam ist

3ft der taube Radfahrer durch diese Schilder geschützt, so bat er sich indezug auf andere optische und akustische Warnung»- Zeichen dem Verkehr anzupassen. Der Umstand, daß selbst in einer Weltstadt wie Berlin Radfahrerunfälle verschwindend ge- ring sind, zeigt, wie der Radfahrer in den modernen Verkehr sich eingcfügt hat. Bedenkt man, daß es in Deutschland rund 10 Miklioncn Radfahrer und Radfahrerinnen jeden Alters gibt und vergleicht man mit dieser Zahl die Unfallstatistik, dann wird man erkennen, ein wie sicheres Fahrzeug das kleine, flinke Fahrrad ist, wenn dèr Fahrèr dem Dcrkehrsstrom sich einfügt und alle Zeichen beachtet, die feilte Sicherheit und die der an« deren Huten und bewahren sollen.

Straßensperrungen,

mitgeteilt vom Obeèhessischen Avtomo-il-Elub E. V^ Gießen.

Kilometer 22,5 bis 22,8 in dem Straßenzug von Weilburg nach Schmitten (Weilstraße) ist für alle Fahrzeuge bis zum 17. September. Umleitung über Grävenwiesbach- Usingen.

Lauterbach Blitzrnrod, in dem Stratzenzug Lauterbach—Herb­stein—Stockheim ist für alle Fahrzeuge vom 14. September bis auf Weiteres. Umleitung über Rudlos—Angersbach oder Frischborn.

• Berkehrvstunden de» Polizeiamle». Dienststunden des Po­li,zeiamtes für den Publikumoverkehr ab 15. September lf. I». sind von 8 Uhr vormittags bis 12,30 Uhr mittags und von 2,30 Uhr bis 6 Uhr nachmittags. Samstags von 8 bis 12,30 Uhr mittags. Für Samstag Nachmittag ist in der Zeit von 4,30 bis 5,30 Uhr ein Eildienst eingeführt. bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können.

* Durchsahrtssperre. Wegen Umbau wird die Bahnunter­führung von Lswaldsgarten nach der Lahnbrücke auf die Dauer von einigen Wochen für den gesamten Verkehr gesperrt.

* Polizeiamt. Die Sperrung des Viadukt» Neustadt für jeglichen Verkehr gibt uns Veranlassung darauf hinzuweisen, daß aus verkehrspolizeilichen Gründen der Fährverkehr von der Rodheimerstraße nach der Stadt, durch die Lahnstraße—Gabels- vergerstrahe nach der Westanlage, der Fährverkehr mit Aus­nahme von Langholzfuhrwerken von der Stadt nach der Rod-

heimcrstraße durch die fuhrwerke haben durch fahren.

• Sonderzugverkehr

Hammstraße geleitet wird. Langholz- die Eabelsbergerstraße—Lahnstraße zu

nach Darmstadt. Die von der Land-

wirtschaftskammer bestellten Sonderzüge mit Fahrpreisermâßi- gung verkehren bestimmt auf folgenden Strecken an nachfolgenden Tagen: aus Richtung Bad Salzschlirf Lauterbach Alsfeld- Gießen Friedberg Darmstadt und zurück, am Sonntag, den 18. September, aus Richtung Alsfeld Gießen Friedberg Darmstadt, an Samstag, den 17. September Hinfahrt und am Sonntag, den 18. September Rückfahrt; aus Richtung Nidda -Stockheim Vilbel Frankfurt-Darmstadt und zurück, am

Sonntag, den 18. September.

vom stöbt. Gaswerk. Zwischen der Stadt und Wieseck ist ein Gaslieferungsvertrag zusl-n-e gekommen, nach welchem Gie ßen sich verpflichtet, die Borortsgemeinde Wieseck mit Gas zu be liefern Der Vertrag ist zunächst auf 25 Jahre abgeschlossen wor den Von besonderer Bedeutung ist dabei die Tatsache, daß Gießen sich bas Recht Vorbehalten hat. durch die Gemarkung Wieseck hindurch auch anderen Gemeinden Gas zuzuführen. Hierin kann man den Auftakt zu einer gr^zzügig gedachten Fern gasverforgung erblicken.

Tierfchntzverelv für Hessen. Auf der Landwirtschaftlichen LandcsausfieUung in Darmstadt vom 15. bis 20. September 1927 ist der Hessische Tierschutzverein auch vertreten.

Tic Geologische Landes-Anstalt Darmstadt auf der land- wirtschajrtichc» Landes-Aassteünag. Auf einer landwirtschafl lißen 2anbes Ausheilung muß auch Gelegenheit geboten sein, fid) über die im Lande vorkommenden Boden zu unterrichten, von deren Art und Behandlung bei Erfolg der Wirtschaft in ho dem Maße abbangt Deshalb versucht es die Hessische Geolo- gliche Landes-Anstall. bic Bodenbefchaffenhe»t des Lande» zur Darstellung zu bringen Sie zeigt an natürlichen Proben, die Ackererde, und bie Veränderungen, die sie unter dem Einfluß vei schiedener Klima» und verschiedener Bewirtschaftung erleiden kann.

Aus Nah und Fern.

Oie nahezu 200 ^ahre alte Zahne

de» Veteranen- und Artegernereine Lollar.

Durch verschiedene Tageszeitungen ging vor Monaten eine Notiz, nach der der Veteranen und Kriegerverein Lollar eine nahezu 200 Jahre alte Dereinsfahne besitzt. Wir freuen uns über diese Mitteilung, wurde doch dadurch diè breite Oeffentlich. leit von dem Vorhandensein dieser ehrwürdigen Fahne Unter richtet. In der Annahme, daß er insbesondere für unsere Hassia Mitglieder erwünscht sein dürfte, näheres darüber zu erfahren, bringen wir nachstehend einige, in gedrängter Form zusammen­gestellte, erläuternde Ausführungen. Da der Veteranen, und Kriegerverein Lollar auch der älteste Kriegerverein Hessen» und der Hassia ist, verbinden wir damit in kurzen Zügen die Ge- schichte dieses Vereins.

Der Verein wurde am 9. Juni 1844, am Geburtstage de» Erbgroßherzogs Ludwig 111. von Hessen, wie es in der Grün dungsurkunde wörtlich heißt, von 15 nur noch vorhandenen Veteranen Unser dem Namen: „Veteranen-Verein Ludwig zur Treue" gegründet. Die Urschrift dieser Gründungsurkunde be findet sich in Händen des verzeigen 1. Dereinsvorfttzenden. Die Urkunde, die handschriftlich ausgefertigt ist, umfaßt auf 9 Sei ten in 21 Paragraphen die Bestimmungen über den Zweck bes Zusammenschlusses, worüber § 1 wörtlich sagt:

„Jeder von uns soll dem anderen in kameradschaftlicher Liebe und Freundschaft bis zum Grabe treu bleiben, und ihm an demselben das dem Krieger gebührende Ehrenfeuer zum Abschied geben helfen."

Alle anderen Paragraphen erläutern die Einzelheiten dieser Ehrung. — Um zu verhindern, daß den zuletzt lebenden Vele ranen die drei Ehrensalven überhaupt nicht oder nur ungenü­gend gegeben werden könnte. wird noch bestimmt, daß a!» Er satzmannschafi zum Ehrenfeuer jungen, ehrenvoll gediente und unbescholtene Männer, die in der Urkunde als Ehrenmitglieder bezeichnet sind dem Veteranen-Verein angegliedcrt werden fol len. Am Schlüsse trägt die Urkunde die eigenhändige Unter« schrift der 15 Veteranen, anschließend die von 15 Ehrenmitglie dern Wir lassen die Namen folgen, da Nachkommen noch heute in Lollar leben und z. T. Mitglieder des Veteranen- und Kric- gervereins sind: a) Veteranen: Georg Philipp Schmitt, Heinrich Krumbach, Heinrich Deibel. Dietrich Simon. Johanne» Rohr hoch, Konrad Klippel, Iohannes Riehm, Konrad Rohrbach Konrad Krumbach. Georg Heinrich Groß, Friedrich Deibel, Georg Leo, Christoph Schwalm, Adam Schmitt, Balser Rohrbach, b) Ehrenmitglieder: Friedrich Weinrich ((Wrcnjauffe^er und Schreiner). Georg Großmann. Gerhard Rohrbach, Johanne» Wißner, Franz Schmitt. Philipp Rohrbach, Philipp Schmitt Ludwig Schön, Heinrich Schadeck, Friedrich Weinrich lSchuh macher), Heinrich Hofmann, Iohannes Seipp, Ludwig Seipp III, Johann Junker, I. Weege sSchullehrer ip Mainzlar) Den Vorsitz führte der Veteran. Hauptmann Georg Leo. Aus dem

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Kumm durch den Schnee Ein Unteroffizier und ein Mann folg: ich mit Gewehren unter dem Arm. Es sah aus. als trugen sie Waffen für die beiden Herren, und Werner fühlte den »stolz des Offiziers und Sohnes Des Fctn-es Nähe vergessend, krächzte er laut: „Seht euch Exzellenz an?"

Die Aufdlickcnden nickten stumm, aber grimmig in schnel­lem Verstehen Es ging aufs Ganze, wenn ihr alter ..Isegrim" ~ Bald schwirrten Geschosse über bic

krummen

dem Feind die Zähne leigte. Bald schwirrten Geschoss. Köpfe. Ohne bic Augen zu wenden, stapften sie auf Knieen unter gebeugten Rücken müde werter. In der Mitte seiner acht ging Werner auf der Strane an ge,al!enen J^rben zerbrochenen Wagen, verlorenem Gepäck und Gerat vorder. Ne­ben einem Toten kam Erinnern an die Gedanken brr -tarnt Tas Sterben war leicht, doch schwer schien bas Verzichten auf ein Wiedersehen mit den lieben Mädchen rn Priedelsdon. Aus ben Träumen weckte Pferdetrappeln. -len Kopf drehend, >ah er eine breite lose Linie russischer Reiter antraben und yrm hait q in die Manteltasche. Zwischen der klcbrig-leucktcn eßaiwollc landen bic Finger den Teilen des sckmuu aen ^. '

Messer die Lampe. Korkzieher, Kartenzrrkel und ^endlich bie cßuHcnpfcife. 'hr Schrillen riß die aßt herum Ihre «ugen juchten ihn Aus der Strafe stand er mit erhobener Unter Hans. Kinc Pistole in der Rechten. Den bloßen Kopf J^Hen man' ObrcnUappcii und der auf geschlagene Kragen des Panjepetzze» der mit nackter .roher Harn bic Glieder bis zum oberen .Kam ber braunen Öebergamafßen deckte. Um den Leib hing an gc» dem Riemen das Tagdmcsicr und um den Hols ein rotwouener SßaL Schon iaty' ihr Leutnant nickn aus und fein Krächzen war nicht zu verstehen. Doch befahl er natürlich zu teuern Sie ihoifen. Die Reiter spritzten auseinander Weiler Harrte bie dünne graue Linie ber letzten aßt am Feind.

Um die verlorene Zeit einzubringcn. ging Werner eiliger. Der Kopf glühte. Der Oberleib in icuditcr c ß arwouc n^r bei»; unb naß. Doch die schweren lallen ^üßc schienen Ersklum- ven ohne Gefühl und Leben In der Brust »racken c -mei -.n und weckten den Husten. Fiebersckauer schüttelten ibn. Lr >og Xis Pulver aus die Zunge. Pfui Deibel' cßnc.l budtc er ß und stopfte Schnee in den Mund. Der die ©eißmad Wien n . Spucken brachte neuen Husten. Er stolperte. Toch a.les wäre SB tragen ohne die quälende Erinnerung an des Vaters Worte

die ihn aus der Gemeinschaft ehrbarer Menschen stießen. Wei­sen Sohn mochte er sein? Vielleicht war er ein Findelkind, das nie wieder die Augen zu Gerda und Elisabeth heben durfte.

„Bis?" Dicht am Kopf vorbei schwirrte ein Geschoß. Das nächste schlug hoffentlich nicht nur eine Wunde, sondern schickte ihn in die Ewigkeit Dort fragte niemand. wer er sei. Dort gab es kein Fieber. kein Brustslcchen, keinen Hunger oder Durst, keine Müdigkeit. Da schien alles einerlei. Das Saufen in den £bicn schlätenc ein. Der schwere Kopf sank zur Bru" Ohne Denken und Fühlen stapfte er weiter.

„Herr Leutnant." Nach einem Stolpern schlug er d»e Augen auf. Die Hand des Gefreiten wies nach rechts und links. Dort jagten feindliche Reiter Von hinten schwirrte er .,Bs" und .Huit?" Er schlug mit der Hand einen Kreis über den Kop, ceinc acht warfen sich nieder, und „peng" hallte der trockene Knall bis ersten Schusies ans ihren Gewehren Erschreckend flohen die Raben vorn blendend weißen Leichentuch und stoben droben auseinander wie unten die Kojaken. Doch die erdbraune Kette blieb im Marsch und kam näher wie eine drückende Wand obwohl das Knattern der ackt Gewehre Löcher riß. Das Ba­taillon hatte an der Straße nach Nowo Radomsk mcnii Potro neu verschaffen und die acht zielten mit dem Licht im Rücken. Ihre Gegner blendete das Glitzern der Morgcnfonne.

„Keyrt markst’" winkte Werner. Der Mann rechts der Straße iank im Anfchreitcn mit leisem Aufschrei in die Knie

Er krächzte den Gefreiten zur Linken an: „Geben Sie mir sein Gewehr und die Patronen? Nicht bei ihm bleiben, geht nicht. Kerlchen?"

Es ging wirklich nicht. Schmerzliche Pflicht gebot, einen Sterbenden dem Feind zu lasten. Er hängte das Gewehr um die Schulter und schleppte sich weiter. „Acht Uhr", harte der (befreite auf seine Frage gesagt

IBM} St unten war die Kolonne in Manch Wenn der Gegner nickt stärker nachSrückte und die Division Litzmann den Tuffen ring bei Br^ziny sprengte, konnte er morgen in einem Lazarett fdjlafen War der Wunsch, zu leben, wieder ermaßt

Ern Donnerschlag schien vorn in bic Straße zu fallen^ Von der Spiee der Rackburkompagnie ipriKtc ein Kegel von edmec unh Erd'iaud auf Dann hauten wie ißnclle und harte yam merschlage aus starker, Nrnker Hand Granaten rings um die Ko- ionnc ein Auch die runden weißen Kringel von cßrapnclb

Wölkchen hingen darüber. Die Leute vorn spritzten auseinander. Dann lagen graue Flecken auf dem glitzernden Schnee. Vorbei, vorbei? Nicht Hinsehen? Niemand tonnte helfen

Weiter vorn griff des Gegners (Erfcnjauft in dey langen Heerwurm. In der Brigade Rieffendach mordete sie jetzt. Doch hinten, den armen kleinen Leutnant ohne Vater, luchte keine Granate. Wie gern hätte er für immer geschlafen! Er war zum Sterben müde, und alles, alles einerlei

Plötzlich sah er sich zwischen den ersten Stämmen eines Kiefernwaldes Zur linken stand hinter fchnecbeladenen Zwei­gen ein umzäuntes Gehöft mit Stall und Scheuer Ein Forster hatte dort wohl gewohnt. Doch warum stockte vorn der Marsch der Nachhulkomvagnic und der Kolonne/ Von rechts preschten Dragoner zum Vater, der mit dem Stab und Major Scholz beim Forilhaus stand

Werner hob die Arme wagerecht zur Schulterhöhe und dzehtc sich zum Feinr Seine Leute machten kehrt und warfen sich am Waldrand hinter Stämmen in den Schnee. Als nächster zur Rechten lag der Gefreite dreißig Schritt von ihm am Bretter zaun der Försterei. Dicht neben ihm kniete sein Hauptmann und hob das Fernglas. Also wachten andere Augen. Er durfte bic seinen ich!,eßen Der müde Kopf fiel mit heißer Stirn auf den Unterarm. Wie aus weiter Ferne hörte er den Kompagnie chef sagen, der Russe habe der Kolonne den Weg auf Brzezinv verlegt Ihre Spitze sei vor der Brücke über die Miazga auf den Fe,nD geflogen und versuchte, sich den Uebergang zu erkämpfen. Hier im Walde drohe der Nachhut Umklammerung.

Denn er ihn nur schlafen lassen wollte? Das Bewußtsein schwand Das ewige Sausen in den Ohren blieb. Hinein schlug ein Lärmen, das Träume zu erklären schienen. Das Schurren von Füßen im Rücken, das Niederfallen von Männern und Ge wehren sagte, das Bataillon besetze den Waldrand. Spatenknir- icken erzähle vom Schanzen und der Schlag der Aeste vom Be­festigen der Försterei. Dann schwoll Hämmern, Knallen, Krachen und Ohrensausen zum Brausen von Fieber und Kampf zu­sammen.

Eine Hand rüttelte an seiner Schulter. Auch Höllenlärm weckte. Werner hob den Kopf und sah in das Gesicht des Haupt­manns. Seine Augen bedauerten, aber die Stimme klang streng: „Ent. oder weder. Drewitz? Führen Sie Ihren Zug, -der melden Sie nicht krank!" fFonfetzung folgt.)