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Erscheint: Gamstags.
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40. Fahrs. 1 Blatt
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Samstag, den 10. Dezember 1927
Nummer 50
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100.- Rmk. als Nebeneintlahmen vor Welbnachten!
Man beachte die erste Seite des 2. Blattes
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Politische Tagesschau.
Der Konflikt Inder Eiseuindustrie nimmt leider immer schärfe« Formen an, sodaß die Heal« beginnenden Schlich, tungoverhandlungen gefährdet erscheinen.
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Die Länder haben sich zum großen Teil im Reichsrat gegen die geplante Lohnsteuerfenkong ausgesprochen.
Pilsudski ist gestern zu wahrscheinlich nur kurzem Aufenthalt in Genf eingetroffen.
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Der Völkerbund, der in Pari», London und Rom Zweigbüros unterhält, wird im Januar auch in Berlin ein solche» eröffnen.
aus den erkrankten deutsch nationalen Abgeordnete« Kind fest. Da die Sozia Idemotraren wiederum die stärkste Fraktion bar« stellen, wird der frühere Landra g»präsident Adelung mit 68 von 68 Stimmen zum Präsidenten wiedergewâblt. Adelung dankt dem Landtag für das ihm entgegen gebracht« Vertrauen und übernimmt das Amt. In seinen weiteren Ausführungen erwähnt der Präsident, daß demnächst Staatspräsident lllrich sein 75. Lebensjahr (28. Januar) vollendet und daß den neuen Landtag außerordentlich schwere Aufgaben erwarten. Die Befreiung des besetzten hessischen Gebiete» sei entgegen lang gehegter Hoffnungen noch nicht gekommen. Hessen leide besonders stark unter der Besetzung und habe leider auch keinerlei Erleichterungen in dieser Frage erfahren. So habe Mainz z. B. allein eine stärkere Garnison als die gesamte Pfalz. Abg. Nutz vom Zentrum wird zum 1 nd Dr. v. Helmolt vom Landbund zum 2. Präsidenten gewählt, Als Schriftführer
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Der Antrag auf Einführung der Todesstrafe in Oester, reich ist abgelehnt worden.
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Sirdtigtettcn, die zum Abbruch der Wirtschaftnverhand» lsngea mit Italien geführt haben, werden jetzt einem Schiedsgericht vorgelegt.
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Tk Teilnehmer an den Großwardeiner Unruhen Ungarn find in Bukarest von Militär verhaftet worden.
Washington. Nachdem Präsiderrt Loolidge auf Widerwahl -ndgülttg verzichtet hat, werden als Me mutmaßlichen Präfix »entschaftskandidaten jetzt Hoover, Dawes und Lowden ein erster Stelle genannt. Dawes hat zwar die Kandidatur vor kurzem abgelehnt, doch hoffen weite Kreise, daß er sich doch zur Kandidatur bereit finden lassen werde, zumal Lowden keine so national anerkannte Stellung ein nimmt.
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RegienmflSbUdmrg in Hessen.
Ruck nach links?
Darmstadt. Die Mitglieder bei bisherigen Regier« ngs- koalition haben wiederholt in längeren Besprechungen über die Zusammensetzung der neuen Regierung verhandelt, lieber das Ergebnis werden offiziell nur allgemeine Richtlinien bekannt gegeben; doch hört man von unterrichteter Seite nachstehende Erwägungen und Forderungen:
Grundsätzlich« Forderung bleibt nach wie vor. die Be- setzung des Ministeriums des Innern mit einem Sozialdemo- fraten und zwar kommt hier in erster Linie die Person des Abg. Leuschner in Betracht. Damit dürfte die Politifie- rang der Kreisâmter nur eine Frage der Zeit sein. Auch das Schulwesen soll diesem Ministerium wieder angegliedert werden. Nur im Falle der hier bestehende ernstliche Widerstand des Zentrums nicht zu überwinden sein wird, will man dieses Ministerium dem Zentrum überlassen unter der Bedingung, daß an Stelle des beisherigen Inhabers dieses Ministerium» eine weiter links orientierte Zentrumspersonlichkeit in Vorschlag gebracht wird. Für den Eintausch des Innenministeriums will die Sozialdemokratie da» Staatspräsidium abgeben, da Staatspräsident Ulrich doch infolge seine» hohen Alters die Bürde abgeben wird, um seine letzten Lebensjahre in Ruhe zu verleben. Die von einem Flügel der sozialdemokratischen Partei getragene Absicht. den LandtagsPräsidenten Adelung grm Staatspräsidenten zu erküren swrr wissen bestimmt, daß diese Absicht bestand), scheint an den radikalen Elementen gescheitert zu sein. Man will da» Sta af »minist erium dem Zen. trum überlassen, das dazu das Finanzministerium erhalten soll. Die Demokraten sollen dafür das Justizministerium erbalten, die dafür den Abgeordneten Schreiber als geeignet« Person Vorschlägen. Nur das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft soll seinen bisherigen Minister Raab. der der zweite sozialdemokratische Minister in der neuen Negierung wäre, behalten.
Erneute Anfechtung der Hessischen Landtagswnht.
Gegen die Gültigkeit der letzten Landtag-wahl hat nun» mehr auch He Nationalsozialistische Arbeiterpartei durch einen Rechtsanwalt in München Beschwerde erbeben lasten und «ne eingebenbe Begründung beigegeben.
Landtagsbeginn in Hessen.
Darmstadt. Der neugewählte Landtag bat am Dauner» tag seine erste konstituierende Sitzung abgesehen. Der Landtag zeigt dasselbe Bild wie früher. Es find weitaus zum größten Teil dieselben Abgeordneten, blur die Konrmunisten zeigen ein radikaleres Gepräge und präsentieren nicht weniger als vier Neulinge. Auf der Rechten haben zwischen Deutschnatio- nalen unb Solisparteilern die Dolksrechtler Platz genommen, ao deren Spitze der bekannte Aufwertungsvorlämpte: Best steht.
Staatspräsident Ulrich übernimmt als Seltener bas Srä; ndium und stellt die Anwesenheit sämtlicher Abgeordneten bis
50 - Rmk. als Prämie
für biejenige Anzeige
in der am 17. Dezember 1927 erscheLuenden Nummer der „Gießener Zeitung", welche den
besten und originellsten Text
enthält.
Die Bewertung, wem diese Prämie zufallen soll, werden, laut deren Zusage, die Herren:
Dr. Bünnings, Gewerbeschulrat^
Dr. Zeidler, Syndikus der Handelskammer, Röhr, Syndikus der Handwerkskammer-Neben^ stelle,
Karl Horn, Vorsitzender deS Vereins der Einzelhändler zu Gießen, unb
Albin Klein, Zeitungsverleger, vornehmen. Mit dieser Anregung ist bezweckt, daß unsere Geschäftswelt noch mehr Wert auf kurz gefaßte, aber dennoch wirkungsvolle Anzeigen legen möchte.
' Die vorigen Samotag erschienene Ausgabe der „Gießener Zeitung" hat große Beachtung gefunden.
Mögen die verehrlichen Herren Ladeninhaber nun auch hier wieder zeigen, daß in Gießen gute und auffällige Anzeigen, die nicht immer groß zu fein brauchen, veröffentlicht werden können.
TerVerlagdcr„GießenerZeitung" Gießen, Südanlage 2L
werden folgene Abgeordneten nominiert : Abg. Storck (Soz.). Eberl« (Dem). Blank (Z.). Fenchel sLanbbund). Schott (T Dp ) und Angermeier (Aomm.).
Staatspräsident lllrich stellt dann «nttpr«<besü> den vor schritten der Verfassung die Aemter der Staatsregierung dem Landtag zur Verfügung und erklärt, daß diese die Geschäfte bi» zur Neubildung der Regierung metterfubren werde 3xrm Schluß stellt überraschender Weise Dr. Delp (605) einen An. trag, wonach den U nierstützungsberechtigten eine SB int etbd < bisse von 40 RM gewahrt werden soll. Abg. Salm sKomm.) stellt sofort einen ©eifergebenben Gegenantrag, worauf Frnonz- minirteT Henrich sich gegen Me sofortige Besprechung dieser Anträge wendet, bis Me Regierung Stellung genommen bade, da mH diesen Anträgen eine weitgehende finanzielle Belastung verbunden sei. Nach kurzer Unietbrtifnrng wird der Beschluß des Belief:errrats mitgeteilt, daß am Nenstag nächster Woche der Finanzausschuß unb am Mittwoch das Plevrum die Aage- legeTibsit bebandeln soll. Das Haus vertagt sich dann auf Mittwoch.
Firuruzmütrster Herrrich
arbeitet mit Eifer an der Fertigstellung des neuen hell- Bor, a«schlag» für 1928 und hofft, ihn noch der alten Regierung vor- legen zu können, in der Annahme, daß bic Bildung der neuen legiern 11*1 vorausnchflich doch nicht so rasch vor sich geben werbe
Die bedrohliche Lage
der deutschen Eisenindustrie.
Dr« Denißsttn merben sich beim fiesen der bisher in der Presse gebrachten Notizen über den bevorstehenden Kampf in der deutschen (Sfeninbuftric unb seine Gründe klar geworden sein, um was es sich hanbeli unb was für uns alle dabei auf dem Spiel« steht.
80 000 000 Tonnen Roheisen erzeug:« die Wett 1913, bateon Deutschland allein 20 Prozent. Die Wett probukt Um. während des Krieges aufs äußerst« forciert, fiel nach dem Kriege um ein Bedeutendes Durch den Frieden »vertrag wurde Teufst land außerdem eines Teiles seiner Haupterzeugungsgebiete beraubt. Saargebiet, Lberschlesien und Elsaß-Lothringen fielen aus. Deutschlands Produktion vor dem Krieg« 17 Millionen Tonnen sank auf 10 Millionen Tonnen herab (13,6 Prozent bet Welterzeugung). Wenn nun Deutschlands Eisenindustrie über bie augenblickliche Inland-konjunktur auch nicht klagen sann, so sinkt jedoch trotz aller »«zweifelten Anstrengungen fern Einfluß und feine Bedeutung auf dem Weltmarkt« von Monat zu Monat. Noch im letzten Jahre wurden durchschnittlich im Monat 445 000 Tonnen Eisen gegen 358 000 Tonnen im September unb 353 000 Tonnen im Oktober dieses Jahres ex potbiert. Das das heißt, mag beweisen, daß d« Ueberschuß des Eisenexportes in den Aktiven der deutschen Handelsbilanz fast zwei Milliarden ausmacht«. Zwei Milliarden, die aus reichten, die im Ausland« für Lebensmittel gemachten Schulden auszu gleichen!
Diese Benachteiligung des deutschen Eisenfabrikonte« auf dem Weltmärkte ist durch Mt HSh« der Selbstkosten bedingt. Tiefer Selbstkostenpreis wird heute schon durch dir steuerlichen unb sotzialen Lasten unverantwortlich ht Me HSH« getrieben, so daß anbete billig« liefern können.
Glaubt jetzt der opttmistisch« fieser noch, daß Ht ht voller Rationalisierung begriffene Eisenindustrie feine Sorgen habe, so höre er ©eilet.
Die Verordnung bes Reichsarbeit »Ministeriums vom 1Ä. Juli besagt, bah vom L Januar 1928 ab In allen Stahl- und Walzwerken der S^tunbentag. da» Dreischichtensystem — im Gegensatz zu dem bisherigen Zw«ischichtensnstem — einzufüch. ten ist Grundsätzlich haben bie Arbeitgeber dieser Forderung zugestimmt, trotzdem sie schwere Bedenken hatten unb Ueber- gangsbeftimmungen »erlangten. Jetzt plötzlich machten es Mt nach den Erfolgen im Braunkohlen gebiet und im Taba farbeitet- streik maßlosen Forderungen bet Gewerkschaften ihnen unmöglich, an btt loyale Erfüllung der Beschlüsse des Strniftcriums heranzugehen.
Hat heute ein Arbeitnehmer btt Eisenindustrie aufgrund bes Zweischichtensystem» in her Woche 59 Stunden gearbeitet, so starrd ihm im Monat ein Bruttoverbienst von 240—250 RM. zu. Die (bemetffsaften »«langen ab« setzt im Augenblick nicht nur die bedingungslose unb restlose Einführung des S-Stunden tage» — He die Einstellung einer dritten Schicht verlangt — sondern verlangen außerdem, daß bet Arbeitnehmer natürlich in den 8 Stunden dasselbe oerHenc, wie bisher in 10 Stun den, damit nicht genug, fordern fit noch eint Erhitzung des Stunden lohn es von 10 Pfg oben braus
Die Erfüllung dies« Forderungen irgabc für die deutsche Ersenindustrie ehrt Mehrbelastung an Löhnen von ea. 110 Mi! lionen RM. oder umgerechnet, bte Verteuerung von Roheisen würde 8—10 Prozent und die für Dalzwerk«zc).Zniss« 20 bis 30 Prozent betragen Tabei stimmen Hefe Zahlen nalurlMi nur solange, als nicht andere Industriezweige, vor allem bic Koksindustrie, die Preise in He Höhe treiben In Erfassung dies« Tatsachen blieb dem Verein DeutsKer Eisen- und Stahl, industriell«, in voll« Erkenntnis her Drrantwortung seines Tuns, nichts über, als oem Reichsardeitsminif r mit Schreiben vom 2. bs. Mts. zu eröffnen, daß Mc dem Verein angegossenen Werke ihren Betrieb nicht mehr aufrecht «hatten können, dob ü« Mt durch sie beschäftigten 300 000 arbeitet zu entlassen P< zwungen sind. Daß es Nn Industriellen bitter Smh ist mH ihrem Vorhaben, beweisen Me Einstellung von Lieserorders Mm Auch haben sich eine ganze Reihe verwandter Betriebe, auf bir bie Gewerkschaitsforde rangen gleichfalls übergreifen, cntfßlM len, lieb« die Betriebe zu schließen, als unrentabel zu arbeite
Tie Verhandlungen zwischen beiden Parteien am Mittwoch haben sehr Ergebnis gezeitigt, so daß durch den Rcrch-arbeit minister nunmehr der Schlicht« in der Person des Cbtriarbts- ?«schtsrates Jötten bestellt ist Möge er Erfolg mit seinen Bemühungen haben — wenn auch kaum Damit gerechnet werden bars.
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Auf der einen Seite eine -leihe Wittschaftsführ«, gcM^ auf ihre Zahlen., stellen fest. To geht es nicht. Auf Mr anber^ Seite Mt Gewerkschaften, Me jede Verteuerung des Lebens ' lehnen und doch für sich nur fordern» fordern
Si-pt hi Mriem Fa^c mH* wirfid^ftfid« Emstcht, glaub?