"Sen. JitHSfl
MSN
Kretzener Jeân
I WM (Neueste Nachrichten) ^—^^ IGitßcner Tage arr)
Erscheint: Samstags.
Bezugspreis 40 Plg monatlich frei ins Haus Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert
Druck Verlag und Expedition:
Gießen, Erbanlage 21
Fernsprecher Nr. 1362
Postscheckkonto Nr 6437 Amt Frankfurt a. Ä
Anzeigenpreise: die 30 mm breite Pcliheiit auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg. die ^mm breite Neklame Petitzeile 96 Pfg Platz-
tn ohne Serbin
Bei Wirderhotungen Rabatt
für DoUk!ischec»Anzcigcn aufeetbem besondere Ermäßigung
«tÂ^ 40. Jahrgang
è k'è-E^ ÄS ®W 4*2** D«> Sä
^""»-Sanges E eine ein^"« «*t= Wototoii; ®runa bit '^
011 die tiessj-» v5 ^iminM^'i'^ ;
on8W ^
;ttn ®ie«L??‘ N du "
?âM. Heesch , ,?°°"»°->-n
N Vsrkebr blin0t Mi nur -
^^^ M
* Fahrpläne der w '
»'S-n Andern Line , <^ w " -e
eametag, den S. Oktober 1927
Nummer 41
Politische Tagesschau.
Der Re ich »rat wirb wahrscheinlich bis zum kommenden Donnerstag den Reichsschul-Gesetzentwurf, allerdings in veränderter Form, verabschiedet haben.
Das Reichskabinett steht im Gegensatz zu der augen- dlicklichen Schacht'schen Finanzpolitik.
Der Reichstag wird am 17. Oktober jusammentreten.
den
für
Zu Ehren der deuts d>< Flieger in verschiedene Empfänge und Festlichkeiten
Der Verband der preußischen Provinzen die Hindenburgspende.
Lissabon fin« statt
stiftete 200 000 ♦(
Der deutsch, südslawische Handelsvertrag ist gestern unterzeichnet. Neben Meistbegünstigung ist neu das bei« inseitige Niederlassungsrecht.
Dem Vernehmen noch denkt Rußlands Außenminister Tschitscherin garnicht daran, Rakowski aus Paris abzube- rufen. ,
Die Verhältnisse in den östlichen Rand st aalen Polen, Litauen, Lettland und Estland geben zu Befürchtungen berechtigten Anlaß.
Der serbische General Kowalschewitschist einem Attentat zum Opfer gefallen. Man glaubt, der Täter sei Bulgare. Es werden internationale Komplikationen erwartet.
Hessen für den Einheitsstaat.
Bei den Besperchungen im Reichsfinanzminisierium hat Hessen, vertreten durch Finanzminister Henrich, sich bei den Der Handlungen über die Neugliederung des Reiches der prcußrjchcn Äuffasiung über den Einheitsstaat angcschlofien.
Hessens Ausländsanleihen in Gefahr.
Darmstadt. Der hessische Staat hat. wie verlautet, Aus landsanleihen im Gesamtbeträge von 10 Millionen Dollar zur Bewilligung angemeldet. Die Bewilligung der Anleihen scheint indessen aus Grund der Stellungnahme des Reichsdonkpräfi deuten nicht wahrscheinlich.
Verminderung der englischen Besatzungstruppen.
Mainz. Wie verlautet, wird sich nach Durchführung der noch in diesem Jahre stattsindenden Truppenreduzierung der eng tischen Pesatzungsarmee die englische Besatzung lediglich auf den rechtsrheinischen Taunuskreis beschränken. In Bingen soll k diglich eine kleine Matrosenstation verbleiben, auch die übrigen von ben Engländern besetzten rheinhessischen Orte sollen geräumt werden, unter der Voraussetzung, daß die Franzosen diese Orte nicht wieder belegen.
Tiez a. d. Lahn besatzung-frei.
Die in Diez liegenden 1400 Mann Besatzungstruppen haben den Befehl erhalten, sich zum Abtransport bereit zu halten. Wie wir erfahren, sollen diese Truppen durch 200 Mann Gendarmerie ersetzt werden, die kaserniert werden sollen, so daß nunmehr sämtliche 64 Wohnungen, die bisher beschlagnahmt waren, frei werden.
Lokales.
Sonntag-gedanken.
Ich kniete neben einem sterbenden deutschen Soldaten Es war damals in Frankreich Don feiner Stirne wischte ich ihm den kalten Schweiß und gab ihm den letzten Tropfen aus meiner Feldflasche. In seinen Augen las ich Dank. Dann gab er mir die Hand und flüsterte mir ins Ohr: „Grüß mir mein
Heimatland !"
Rach einer 2ßcik verschied er.
Ich kannte ihn gut den toten Soldaten. Er hatte keinen Vater und keine Mutter mehr und konnte kemeu Besitz sein eigen nennen. Und doch blieb er reich bis zu seinen lobe. „Grüß mir mein Heimatland." Ein ganzes Land hielt er im Besitz. Welch ein helles, schönes Bild halte dieser brave Ka merab von seinem Heimatland.
Seit jener Zeit sind viele Stürme durch dieses Land gc-
braust. Sie haben aus lackenden Gauen Das Heimatland des sterbenden Soldaten Bettelarm. In den Zeiten der Not wirft erkennen. Das gilt auch fürs Vaterland.
in den Grenzgebieten kämpften und litten
weinende gemacht ist arm geworden, du deinen Freund Die Heimattreuen auch für ein ver»
^1 ^^~;
Im amerikanisch,französischen Zoll st reit ist noch keine Einigung gefunden, die französische öffentliche Meinung hat sich aber ein wenig beruhigt.
Peking soll nach neuesten Meldungen in Kürze durch die Truppen der Rationalarmee besetzt sein.
Die Meutereien in der französischen Marine haben überraschend mit einem Ergebenheilstelegramm der Meuterer an den Marineminister geendet.
Ein Flaggenzwischensall in Lodz.
Berlin. Am Sonntag wurde in Lodz — offenbar von Betrunkenen — ein Stück der Fahne des deutschen Konsulats ab- geriffen. Der polnische Wojwode in Lodz hat dem deutschen Kon sul das lebhafte Bedauern dieses Vorfalls ausgedrückt, ebenso die poln. Regierung dem deutsch. Gesandten in Warschau gegenüber.
armtes Heimatland. Darin zeigte sich wahre Liede, wahre Treue.
Tic letzten Worte dieses sterbenden Kameraden haben mich nicht mehr losgelasien. Der Gruß ist mit mir gegangen durch die schweren Schwankungen der Zeit. Heute zum Sonntag denke«ich wieder an ihn. Ich weiß es, er würde auch heute noch sein armes Vaterland grüßen.
„Grüß mir mein Heimatland !" In einer stillen Sonn tagsstunde mögen diese deutschen Worte in deutsche Herzen sprechen mit der Kraft eines tiefen heiligen (Erlebnisses.
♦
Von Willi Fix und Hannes Schlau.
Es bleibt einem beim besten Willen nichts anderes über als zu Schimpfen, Hannes Schlau.
Na, das kennt man heißt nicht umsonst Fix. willst, leg' los.
Du mußt mir doch tober ein Volksseiertag
bei Dir ja schon nicht anders mehr, Du Aber wenn Du Dein Herz erleichtern
ohne Zweifel zugcdcn, daß der 2. Cf war, von einer seltenen Einmütigkeit
Der tschechische Präsident, 77Iahre alt, ist ernstlich erkrankt.
Die Verhandlungen in Warschau mit amerikanischen Fi, non Vers um die polnische Anleihe sind wiederum gescheitert.
Das 10. Deutsche Sängerbundesfest in Wien 1928.
Die Vorbereitungen zum 10. Deutschen Sängerbundessest, das Mitte Juli nächsten Jahres in Wien stattfinden soll, sind in vollem Gange. Der Reichspräsident hat das Protektorat über das 10. Deutsche Sängcrbunbesfcft übernommen. Das Bundes fest wird in gewaltigem Ausmag gefeiert werden. Bereits jetzt liegen aus Deutschland über 125 000 Anmeldungen vor.
Die Kämpfe in Mexiko haben sich auf 13 Staaten ausge, dehnt.
teilen, lüften, tsleute
ießen
äMnlagt 21
-TT'é^hntznütt^
StG wände, Salpeter’ , nasse «dnae,^ lrs0> ?C^,«,M*
'MiA..âSS
WWM
Sä 5»--'*«• ^^
L^ I
«â
Ktnbenbmgs Ehrentag.
Trotz der Bitte des Herrn Reichspräsidenten, ihn nicht zu feiern, hatten fast olle Kreise Deutschlands es sich nicht nehmen lassen, diesen Tag würdig zu gestalten. Schon Tage vorher begann die Reihe der Feiern und Empfänge, die am letzten Samstag, Sonntag und Montag ihren Höhepunkt erreichten. Aus der Schar der Gratulanten seien erwähnt neben den Reichs- und Landesvertrctern, dem Vertreter des diplomatischen Eorps, den Parteiführern, die großen vaterländischen Verbände, wie Stahlhel, Kysfhäuser-Bund und Offi.ziersvereine usw. In einer besonderen Veranstaltung umjubelten 40 000 Schulkinder im Stadion die Idcalgestall ihres Kinderherzens.
Doch waren es nicht nur Worte oder schriftliche Zeichen des Gedenkens — man höre 4 000 Telegramme und 22 000 Briefe und Karten — die unserem Hindenburg beweisen sollten, wie lieb wir ihn haben, — nein, auch an Geschenken mannigfachster Art strömte aus allen Teilen Deutschlands soviel herbei, daß man kaum wußte, wohin damit.
In allen Reden und in allen Aussprachen kam während dieser Tage zum Ausdruck, daß der ständige Mahnruf des Reichspräsidenten nach Einigkeit über alle trennenden, manchmal so kleinlichen Hindernisse hinaus, nicht erfolglos geblieben wäre. Die einzigartige Pflichlauffafiung und die lautere Gesinnungs- art unseres Reichspräsidenten, stets in die Tat umgesetzt, sind vorbildlich u. unser ganzes Bestreben muß sein, ihm nachzuledcn.
Der Stadt Berlin brachten diese Tage natürlich durch den riesigen Mcnschenzustrom viel Arbeit und Mühe. Aber der Erfolg lohnte die Anstrengungen.
Wer den 2. Oktober in Berlin mitmachen durfte, in diesem beflaggten, bewimpelten und bekränzten Berlin, in dem sich unter blauem Himmel Hunderttausende in festen Marschkolonnen und noch mehr in den Straßen bewegten, um die sonst so nüch lernen Verkehrswege in Triumphstraßen für unseren Hindenburg zu wandeln, wer das miterleben durfte, der wird den Tag nie vergeßen.
Der Süddeutsche Einzelhandelstag zur Preisbildungs- frage.
Der Süddeutsche Einzelhandelslag. dem die Einzelhandels- verbände von Baden, Bayern, Hessen, Rheinpfalz und Würtlem berg angehören, beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 29. Sep tember 1927 in Karlsruhe u. a. auch mit den Aeußerungen des Rcichsfinanzministcrs Dr. Köhler beim Magdeburger Beamten» tag, wonach Industrie und Handel bereits daran feien, anläßlich der Neuregelung der Beamtenbesoldung die Preise für bestimmte Waren zu erhöhen. Diese Behauptung des Herrn Dr. Köhler und die daran geknüpfte Drohung wurden vom Süddeutschen Einzelhandelstag mit lebhaftester Entrüstung zurückgewiesen. Einmütig wurde sestgestellt, daß für die Behauptungen des Herrn Neichsfinanzministers Dr. Köhler keinerlei Beweise vorliegen und derartige Behauptungen auch aus den Vorgängen der Vergangenheit keine Stütze finden.
Die Preisbildung ist aber in erster Linie abhängig von der Marktlage der Rohstoffe. von dem Beschäftigungsgrad, von der Leistungsfähigkeit und von den Kalkulationsprinzipien der Vorlieferanten, die den maßgebenden Einfluß auf die Preisgestaltung in Händen haben. Dom Einzelhandel selbst hängt nach alten volkswirtschaftlichen Grundsätzen die Preisbildung nur in ganz geringem Maße ab. Für ihn ist der Regulator die Konkurrenz und jeder Einzelhändler, der über das Preisniveau seines Konkurrenten hinausgeht, kann auf die Dauer im freien Wettbewerb nicht bestehen. Der Einzelhandel kann auch nur an einer möglichst gleichbleibenden und reibungslosen Gestaltung des Wirtschaftslebens Interesse haben. Damit aber fallen die Vorwürfe und Drohungen des Herrn Neichsfinanzministers Dr. Köhler als völlig unbegründet in sich selbst zusammen.
sogar — daß an dem Tage unserem Hindenburg alles zujubelte — daß tagelang in ganz Deutschland um die Wette gerüstet wurde, den Tag schön und erhebend zu feiern — daß . . ach was soll ich noch alles aufzählen. Nur in Gießen nicht — Hier bewilligt man eine Spende, die persönlich keinem beson» bers schwer fällt — Du weißt ja, ausgegeben wär's Geld auch sonst — und als in der Stadtverordnetenversammlung einer ausstcht und fragt: Wäre es nicht schön, wenn wir diesen Tag der Einheit nicht auch durch eine Feier krönen, verschanzt man sich hinter die Worte unseres bescheidenen Hindenburg .
bitte keine Feste . .
Damit glaubt dann die Leitung
Zur Landtagswahl.
Oberhessen ist in der Kandidatenliste des Zentrums fik die Landtagswahlen durch Landwirt Weckler aus Rockenberg. Vcre- rinärrat Dr. Roßkopf aus Gießen und Arbeiter Schmidt aus Harheim vertreten.
„Umbau"-Verkäufe sind gewöhnliche Ausverkäufe.
Oeffentlichc Bekanntmachungen, in denen „wegen Umbau" usw. besonders billige Preise bezw. ein Rabatt angekündigt wird, find wie die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs c. L. Berlin-Schöncderg, mitteilt, als gewöhn..^c Ausverkäufe anzusehen, die den hierfür erlassenen gesetzlichen und polizeilichen Bestimmungen unterliegen. Durch eine solche Grundangabe wird das eigentliche Sonderangebot zu einer Ausverkaufsankündigung, die in den meisten Bezirken der Anmeldepflicht unterliegt. Es ist eine irrige Annahme, daß es sich bei einer solchen Ankündigung nicht um einen „Ausvertauk" handeln könne, da ja dieje als „Verkauf" bezeichnet sei. Wollte man diese Auffassung gelten lauen, so würde dies zu einer Ausschaltung der gesetzlichen und polizeilichen Bestimmungen für derartige Ausverkäufe führen.
einer deutschen Stabs genug getan zu haben.
Pst, nun beruhige Dich nur, lieber Fix, selbst wenn die Stabt der Anregung hätte Folge leisten wollen, ich glaube die Kürze der Zeit hätte es kaum noch erlaubt.
Meinst Du? Na, ich stehe da denn doch auf dem Standpunkt. daß eben viel früher daran hätte gedacht werden müssen. Wenn man will, geht nämlich alles. So, nun sei ruhig, dafür hat man in Gießen am 2. Oktober die Messe eröffnet . . ist doch auch ein Volksfest, wenn auch nicht viel mit los ist.
Ja, ich glaube, da haft Du recht. Die Kinder mögen noch ein wenig Spaß daran finden aber wir Alten, nee, übrigens auf dem Pferdemarkt war auch recht wenig Betrieb, wohl genügend Tiere, aber keiner wollte so recht kaufen.
Ha, Fix, Mensch, heute, wo alles Auto fährt, ist eben die Konjunktur für die Pferde vorüber und der Landmann kann diesen Herbst kaum taufen, der wird sroh sein, wenn er noch Saat und Dünger fürs nächste Jahr erstehen kann.
Jo, Hannes, wie verdreht es denn auch noch manchmal kommt. Wenn die meisten landwirtschaftlichen (Erzeugnisse dieses Iabr auch noch unter dem Durchschnitt der Qualität nach waren, so war der Obstertrag dieses Jahr doch so groß, daß es jetzt schon Stellen im Hesienland gibt, da bleibt dem Bauer nichts übrig als die Früchte dem Verderben Preis zu geben . . er findet eben keine Abnehmer für (eine Aeppel und Birnen.
Es geht eben alles verkehrt heute, alles in der verkehrten Fahrtrichtung, ob das nun in der Landwirtschaft ist, ob das nun in Punkto Hindenburgehrung ist oder ob das gar die Fahrtrichtung auf dem Seltersweg ist. Allen's geht verkehrt!
Ja. Hannes, und nicht nur das, weißt Du, allmählich wird man ja so abgestumpft und wenn all Dein Reden und Bitten immer taube Ohren findet, dann verstummst Du endlich . . . resigniert. Ich meine ja, Du kannst das schlechter empfinden, als wir Hauswirte. Ich könnte Dir Bände erzählen. Wann werden wir endlich einmal zu unserem Recht kommen .... ha, ha ... . übrigens auch so 'nen neuer, netter Witz, rein bildlich gesprochen, kannst Du als Mieter mich heute direkt ersäufen . . . ja. ja, guck mich man nich so an . . . wenn alle Mieter bloß ihre Wasserhähne aufdrehen und Kubikmeter auf Kubikmeter Wasser geht heidi, das kostet die Mieter gar- nichts mehr, vom 1. Oktober an haben sie nicht mehr nötig, ihr verbrauchtes Wcsier zu bezahlen . . . . Hat allen's der Hauswirt zu macken. Du wenn das noch lange so weiter geht, muRi Du nächstens keinen Kran; für mich kaufen und Dir meinethalben 'nen Zylinder äusseren . . . oder . . .ich reise