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Bezugspreis 40 Pfg monatlich frei ins Haus.

Hebahionsj^luB früh 8 Uhr Für Aufbewahrung oder Rück, endung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert

10 jähriger Geöenktag der Skagerrakschlacht am 31. Hlai. Die deutsche Flotte, unter Führung von Admiral Stifter, rampfte am 3t Mai 1916, morgens um I Uhr, aus der ^ade­lnd Elbmündung heraus, um die britische Flotte aus ihren Hafen u locken und zum Kampfe zu stellen. Nachmittags 5/20 Uhr pur Den die ersten englischen Schlachtkreuzer fest gest eilt und um »49 Uhr wurde das Feuer auf den 13 Kilometer entfernten Feind eröffnet. Bereits 6.13 Uhr sank der englische Schlachtkreuzer Indcfatigable' Bis auf 1000 und 1500 Meter gehen die unter uppers Kommando stehenden deutschen Aufklärungs- und <or , edoboots Flotillen vor und es fand ein Nahkampf statt, bei dem er stolze englijche SchlachtkreuzerQueen Mary" in die Luft Hag. 10,20 Uhr abends gab Admiral Scheer, nachdem die ^c = fechtsfühlung mit dem Feinde verloren war, Kurs nach den Hei »nathafen. Auch wir halten den Verlust des Schlachtkreuzers .Lützow", der von eigenen Schiffen versenkt werden mußte, und i erPommern" zu beklagen. Einen dreifach überlegenen Geg­ner hatte die deutsche Seelrast niedergezwungen, der es auch ücht mehr wagte, sich der deutschen Flotte in offener Seeschlacht u stellen.

Was im Kampfe auf See, Schiff gegen Schiff, nicht gc; ungen war, nämlich die deutsche Flotte vom Meere wcgzufcgen, 'as besorgte 2 : Jahre später der Zusammenbruch Deutschlands unso gründlicher Aber England behielt sie nicht! Der 93er» ,aillcr Vertrag hob die Internierung der deutschen Schiffe auf ind sollten den Feinden überliefert werden. Da stieg auf allen cutschcn Schiffen, die in der Bucht von Skapa Flow lagen, am rönnenwendtag 1919 nocheinmal die Siegesflaggc der Skager- akschlacht aus, dann sanken sie unter dem Wutgebrüll der cng- ischen Wächter in die Tiefe!

Möge der Geist der alten Marine auch in der wiedergeschas- fenen kleinen Reichsmarine weiterleben!

Reichskanzler Dr. Luther zur Auswertungssrage.

Reichskanzler Dr. Luther bemerkte auf der Tagung des Industrie- und Handelstages am 28. April zur Frage der Auf- oertung:

Die Gefahr, die von dem neu entfalteten Aufwertungsbe- preben ausgeht, das Wünsche vertritt, die an sich der verständ­liche Ausdruck einer erschütternden Tragödie, aber gänzlich uner­füllbar sind, hat die Reichsregierung durch den allen bekannten Gesetzentwurf zu vermeiden gesucht. Die Vorlage soll sicher­stellen, daß der in dieser Verfassungobestimmung zum Ausdruck gekommene Grundgedanke, daß nicht ein Teil der Volksgesamt- heit die Initiative ergreifen soll, um zu ungunsten des anderen Teiles über die Verteilung wirtschaftlicher Lasten Bestimmun- s.en zu treffen, auch gerade auf die infolge der Geldentwertung ergangenen Gesetze Anwendung findet. Ziel der gesamten Regie- tung ist, in der Innen- und Außenpolitik beruhigende Verhält- Hiflc zu schaffen, damit nicht nur das inländische, sondern auch las ausländische Kapital sich zu langfristigen und zu tragbaren Bedingungen bereit findet, um am Wiederaufbau der deutschen .Wirtschaft milzuarbeiten.

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Ein Hilferuf der evangelischen Landeskirche.

Darmstadt. In der letzten Sitzung des Evangeli­schen Landeskirchentages wurde einstimmig eine Ent- ^licRung angenommen, in der die äußerst schwierige Finanzlage der evangelischen Landeskirche in Hessen be tont wird. Die Kirchensteuern hätten eine kaum noch tragbare Höhe erreicht. Aus eigener Kraft könne sich ' je Kirche nicht mehr helfen. Der Kirchentag erhebe vor Uer Dessentiict)tcit erneut Beschwerde darüber, daß der hessische Staat seinen geschichtlich und rechtlich unbe- ;(rcit baren Verpflichtungen nicht genügend Nachkomme, die es in anderen deutschen Ländern, z. B. im benach- mrten Baden, geschehen sei. Der otaat dürfe die Dienste nicht vergessen, die die christlichen Kirchen, und nicht zuletzt die evangelische, aus sittlich-religiösem, geistig kulturellem und sozial-charilativem Gebiete dem Volksganzen und damit dem Staate von jeher geleistet haben, heute noch leisten und in Zukunft leisten müssen

Die durchaus berechtigte Beschwerde des hessischen Landeskirchentages über den Staat ist letzten Endes eine Beschwerde über die Regierung, über den Landtag. -Venn die katholische Kirche an dem Staatszuschuß für die Kirchen in der Weise interessiert wäre wie die evan- relische Kirche, dann würde der Staat schon helfen, dann würde auch kein Gutachten der Gießener juristischen Fakultät eingefordert Darüber sind wir uns alle klar! morgen wir dafür, daß bei einer cd. Landtagsauflösung Mc Evangelische Volksgemeinschaft ein beachtenswerter Faitor im hessischen Landtag wird, das ist der schnellste -Veg, aus bem der evangelischen Kirche in finanzieller Hinsicht und auch auf anderen Gebieten das wird, was ie mit gutem Recht beanspruchen kann.

Enthüllung des Denkmals zu Ehren der im Welt- ^icg gefallenen 1300 deutschen Landsmannschafter

Coburg. Die alljährlich zu Pfingsten hier stattfindende

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Tagung desCoburger L. C" erhielt diesmal ihr besonderes Ge­präge durch die Einweihung des im Hofgarten zu Füßen der ehrwürdigen Veste Coburg ausgestellten Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen deutschen Landsmannschafter In großer Zahl waren alte und junge Landsmannschafter. aus allen deut­schen und österreichischen Gauen herbeigeeilt.

Anr Pfingstsonntag erfolgte gegen Mittag die feierliche Ent­hüllung des Denkmals im Hofgaricn. Die Fahnen der Daser ländischen Verbände und etwa 100 Fahnen, der Landsmannschaf ter nahmen hinter dem noch verhüllten Denkmal Aufstellung. Studienral Ohm Hamburg gedachte in tief empfundenen Wor­ten der für ihr Vaterland gefallenen 1280 Dundesbrüder, wäb rend sich die Hülle senkte. Reichspräsident Hindenburg hatte ein Telegramm gesandt, in der er der Gefallenen gedachte und die Hingabe an das Vaterland als unser aller erste Pflicht betonte.

Die Kosten des Marokkokrieges bisher eine Milliarde Franken!

DerMatin" meldet: Abd-cl-Krim hat den Franzosen in dem fast zweijährigen Widerstand nahezu eine Milliarde Fran­ken Kriegskosten verursacht. Die Veröffentlichung der franzö­sischen Verlustlisten hat seinerzeit Painlevö sofort nach Abschluß des Marokkokrieges zugesagt. Die 9teuDcrtcilung Marokkos wird die nächste Folge des Zusammenbruches des Widerstandes der Rifkabylen fein, um einen Teil der französischen Kriegs­aufwendungen wieder hereinzubekommen.

Außerordentlich stolz ist man in Madrid.

Man erklärt bereits, daß die Abrüstung der Rifkabylen voll­kommen fein müßte. Nicht ein Gewehr und eine Patrone wolle man ihnen in der spanischen Zone überlasten.

Das Abzahlungsgeschäft in Amerika.

Für Abzahlungsgeschäfte in den Vereinigten Staaten gilt als Grundsatz, daß auf Abzahlung gekaufte Waren einen über dem Durchschnitt liegenden Wert und eine längere Lebensdauer haben. Es wird gefordert, daß der Wert der auf Abzahlung ge­kauften Waren bei ordnungsmäßiger Abnutzung während der Abzahlungszeit stets größer ist, als die Summe der noch aus­stehenden Zahlungen. Die Anzahlung muß derartig hoch fein, daß sie dem Käufer einen Ansporn zur Einhaltung der späteren Zahlungen gibt.

Im allgemeinen betrachtet die amerikanische Industrie- und Dankwelt das Abzahlungsgeschäft als gesund, wenn es von kauf­männischen Grundsätzen aus betrieben wird. Wie die New- yorker Trust Company in ihrer VeröffentlichungIndex" be­richtet, wird das Abzahlungsgeschäft als solches als gesund und existenzberechtigt angesehen. Nur die Auswüchse und ihre Aus­wirkungen werden befürchtet.

Als ein Beispiel wird die Automobilindustrie angeführt, welche bekanntlich im hervorragenden Maße an dem Abzahlungs­geschäft in Amerika beteiligt ist. Anzahlungen von einem Drittel des Kaufpreises und gleich große monatliche Ratenzahlungen über 12 Monate sind von dem Verband der Abzahlungsgesell­schaften als Norm aufgestellt worden. Der scharfe Konkurrenz­kampf durch die hohe Produktion und die Verkaufsanstrengungen seitens der Händler haben leider oft zu Durchbrechungen des Prinzips geführt.

Es ist auch zu beachten, daß das Postversandtgeschäft und die Kreditgewährung seitens des Einzelhandels an das Publikum sich ebenso schnell wie das Abzahlungsgeschäft entwickelt. Man ist in Amerika geneigt, alle diese Zahlungserleichterungen für den Kunden als gesunde Auswüchse des Landes zu betrachten.

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Ein Appell Dr. Eckeners.

Am Schluß feiner großangelegten Rede richtete Dr. Eckener vor einigen Tagen in Gießen folgenden Appell an die Tau­sende, die in Masten zu seinem Vortragsabend herbeigeströmt waren:

Wir werden nur wieder hochkommen, wenn wir die innere Kraft wiederfinden. Dazu ist nötig, daß wir den Glauben an uns selbst wieberbetommen, den Glauben an unsere Mistion, daß wir hie wieder bewußt werden, wie ein tüchtiges Volk wir sind. Das ist der wichtigste Erfolg, der gibt uns die Garantie, daß wir wieder aussteigen werden. Wenn Sie so die Angelegenheit des Zeppelinwerkes betrachten, dann werden cic erkennen, welche moralischen Eroberungen wir in der Welt machen können, wenn wir dieses Werk stützen und för- bem, wie cs dazu dienen kann, uns Glauben und Hoffnung lieber 'u verschaffen. Sie werden dann auch ganz genau wissen, wie Sie sich zu stellen haben zu dem Appell, den wir für bas Zeppelin-Luftschiffwerk ertasten haben, und ob Sie dieses Werk hinsinken lassen wollen oder nicht. Alle materiel­len Aufwendungen sollen dazu dienen, dieses Werk zu erhalten und damit zum Ausdruck zu bringen, daß wir alles tun wollen, geistig und technisch, das führende Volk zu bleiben und die Stellung wieder zu erringen, auf die wir einen gerechten An­spruch haben."

Dr. Eckeners Appell sei euch ein Ansporn!

Erbt zur Zeppelin-Eckener-Spende!

Bevölkerungsbewegung und Wohnungsnot in Hessen.

Nach amtL Material bearbeitet von G. Ziegler, Darmstadt

Dir kürzlich von der Zentralstelle für die Landesstatistit in Darmstadt in einem besonderen Bändchen (Hessischer Staatsyer lag) zusammengestelll.cn Ergebnisse der Volkszählung vom 15. Juni 1925 bieten für den Wohnungsfachmann ganz besonders interessante Zahlen. Reben der reinen Per fönen zähtuug ist darin noch die Zahl der Haushaltun gen, der Familien und der Wohnungen enthalten. Dem heutigen Stand sind die (Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 gegenübergefteUt, wodurch sich ein gewisses Urteil bilden läßt über die von gewissen Kreisen behauptete große Wohnungsnot.

Die Zahlen ergeben unzweideutig, daß bei normalen Ver­hältnissen auf dem Wohnungsmarkt heute ein Wohnungvübrr- schuß vorhanden sein müßte.

Das Ergebnis in Hessen zeigt dasselbe Bild, wie auch in anderen Staaten, Abnahme der Wohndichte gegen 1910, also übermäßige Beanspruchung von Wohnraum seitens einzelner Volkstcile auf Kosten eines anderen Teils."

Die Zahl der bewohnten und unbewohnten Wohnhäusrr in Hessen betrug 1910: 179 507, 1925: 191907, demgemäß be

trägt die Zunahme 15 400 Wohnhäuser ober 8,6 Prozent. Die Zunahme war nicht überall gleichmäßig. Als größte war sie naturgemäß in den Städten. An der Spitze steht Offenbach mit 31,9 Prozent. Dann folgen Gießen mit 21,8 Prozent, Darmstadt mit 19,7 Prozent, Worms mit 17,5 Pro zent, während die Zunahme in Mainz nur 9,2 Prozent betrug Geringer war die Zunahme auf dem Land. So hat Oppenheim nur 1 Prozent, Alzey 1,3 Prozent, Schotten 1,4 Prozent, Alsfeld 2,1 Prozent, Lauterbach 2,7 Prozent, Worms-Land 3,6 Prozent und Büdingen 3,9 Prozent Zugang zu verzeichnen. In diesen Kreisen und Orten hat auch die Zahl der Haushaltungen nur verhältnismäßig geringe Aenderungen erfahren.

Sie Zahl der Haushaltungen betrug im Jahre 1910: 281 429 im Jahre 1925: 322 293, also eine Zunahme von 40 804 Haus Haltungen oder 14,5 Prozent.

Die relativ größte Zunahme an Haushaltungen ist in Gießen mit 27,2 Prozent zu verzeichnen. Es folgen die Kreise Groß-Gerau mit 27,1 Prozent und Offenbach-Land mit 28,4 Pro zent. Ganz geringe Zunahmen sind in den Kreisen Alsfeld mit 2,5 Prozent, Schotten mit 3,2 Prozent, Erbach mit 3,3 Prozent, Lauterbach mit 4 Prozent und Oppenheim mit 4,7 Prozent ver­zeichnen.

Die Zahl der Familien betrug 1925: 340 098. Lin Vergleich mit 1910 ist nicht möglich. Es zeigt sich aber auch hier eine große Verschiedenartigkeit der Verhältniste im Land, wenn man die Zahl der Familien in Beziehung setzt zu der Zahl der Haus­haltungen. So kamen auf 100 Haushaltungen im Kreise Alsfeld 117,4 Familien, in Gießen-Land 117,3, in Lauterbach 116,3, in Büdingen 115,6, Schotten 115,3. Im wesentlichen handelt es sich hier um oberhestische Kreise. Im Kreise Bensheim kamen auf 100 Haushalte nur 101,8 Familien, in den starkenburger und rheinischen Kreisen 103 bis 104.

Die Bevölkerung betrug 1910: 1 282 051, 1925 1 347 279, die Zunahme beträgt also 65 28,8 oder 5,1 Prozent. An der Spitze steht der Kreis Groß-Gerau mit einer Zunahme von 14,6 Prozent, dann folgt Offenbach-Land mit 11,8 Prozent, Bensheim mit 10,8 Prozent und Friedberg mit 14 Prozent. Hier macht sich der Einfluß Bad-Nauheims bemerkbar.

Die Stadt Mainz hat durch den Fortfall der Garnison eine Abnahme von 8,1 Prozent zu verzeichnen. Fast ohne Zunahme waren der Kreis Alsfeld und die Stadt Worms (0,4 Prozent), die Kreise Erbach und Lauterbach (0,5 und 0,7 Prozent). Aus ein bewohntes Wohnhaus bezw. Baulichkeit kamen im Jahre 1910: 7,26 Personen und 1,59 Haushaltungen, fm Jahre 1925: 6,94 Personen und 1,66 Haushaltungen. Der amtliche Bericht tonftatiert eine Abnahme der Wahndichte. In den Städten, wo die Mehrfamilienhäuser vorherrschen, kamen auf ein Wohn­haus in Offenbach 16 Personen und 4,2 Haushaltungen, in Mainz 14,7 Personen und 4 Haushaltungen, in Darmstadt 12,6 Personen und 3,4 Haushaltungen, in Gießen 12 bezw. 3 in Worms 9,9 bezw. 2,5, in den meisten übrigen Kreisen nur 5 bis 6 Personen und 1,2 bis 1,6 Haushaltungen.

Die Gemeinden nach Größenklasten geordnet enthielten auf 1 Wohnhaus:

in Gemeinden

Personen

Haushaltungen

unter 100 Einwohner

6,09

1,09

100500

5,35

1,14

5001 000

5,20

1,14

10002000

5,48

1,25

200020 000

6,63

1,60

20 000 und mehr

13,44

3,58

Auf eine Haushaltung kamen im Jahre 1910 4,56 Personen, im Jahre 1925 4,21 Personen. Die Haushaltungen sind demnach durchweg kleiner geworden.

Auf dem Lande sind die Haushaltungen größer als in der Stadt. Die durchschnittlich kleinsten Haushaltungen waren in den Städten und städtischen Kreisen,

Die Gemeinden nach Größenklassen geordnet zeigen folgen­des Bild. Es kamen Personen