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Samstag, den 24 Jnli 1926.
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I W (Neueste Siachrrchtrn) ^**^ (Siebener Tageblatt)
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Erscheint: Samstags.
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Die
Sie neue stanzöfifche Regierung.
Paris, 23. 7. Beim Verlassen des Elysees erklärte Poincarv ben Pressevertretern:
„Wir haben ein Kabinett der sehr weitgehenden nationalen Einigung bilden können, in dem sämtliche Parteien vertreten find."
nächst für kurze Zeit sich in Hannover auszuhallen. um dann nach Oderbayern ins Gebirge zu gehen.
Kampfflieger Wüsthoff t.
Der aus dem Weltkrieg bekannte Kampfflieger Wüsthoff, Inhaber des Ordens „Pour le merite“, der vor einigen Tagen bei Kunftflügen auf dem Dresdener Flugplatz abstürzte, ist gestern seinen schweren Verletzungen erlegen.
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Die Liste der Minister.
Paris, 23. 7. Poincarö hat sich heute mittag ins Elysee be geben und nach dem Verlassen des Präsidentenpalaftes folgende offizielle Minister!iste mitgeteilt:
Ministerpräsident und Finanzen: Poincarë, Justiz und Bizepräfidium Barthou, Außenminister: Briand, Kriegsminister: Painlevö, Marine: Leygurs, Oeffentliche Arbeiten: Tardieu, Öffentlicher Unterricht: Herriot, Handel: Bokanowski, Inneres: Albert Sarraut, Pensionen und befreite Gebiete: Louis Marin. Kolonien: Perrier.
Ackerbau: Queuille, Arbeitsministcr: Fallieres.
Eine Warnung an den Ministerpräsidenten.
Riario, 23. 7. Das „Iornal des Debats" richtet heute Warnung an die neue Regierung, ja nicht zu versuchen. Kontinuität der französischen Außenpolitik zu unterbrechen.
Das Reichschrenmal.
Angesichts des Streites um das Ehrenmal für die im Kriege Gefallenen hat. wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit teilt, der preußische Ministerpräsident an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, in dem er auf den ursprünglichen Plan hin weist, die sogen. Schinkelwache in Berlin zu einem Erinnerungsplatz für die Gefallenen umzugcstalten. Durch die Wiederaufnahme dieses Planes würde vermutlich der jetzt entstandene Streit verstummen. Sollte sich die Reichskanzlei nicht für Berlin entscheiden können, so wird gebeten, sich dann wenigstens für das Rheinprojekt zu entscheiden, da die Rheinlande durch die Leiden, die sie in den letzten Jahren für ganz Deutschland ertragen mutzten, den Anspruch darauf haben, in erster Linie berücksichtigt zu werden.
Durch dieses erfreuliche Eintreten des preußischen Ministerpräsidenten dürfte die Reichsehrenmal-Frage zugunsten der Totcngcdächtnisinsel bei Lorch so gut wie erledigt genannt werden können.
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hauptsächlichste Garantie für Frankreichs Interessen müsse in dieser Kontinuität gesucht werden. Ob man es bedauern oder begrüßen möge, die Lage am Jahre 1928 sei nicht mehr die gleiche wie 1924. Die Reparationsfrage sei durch den Dawes- plan geregelt. In Locarno sei ein politisches Experiment unternommen worden, über das endgültig sich zu äußern noch zu früh sei. Man müsse die Dinge nehmen wie sie sind, sich aber bemühen. sie lediglich in einem Frankreichs Interessen entsprechenden Sinn umzuformen.
Zusammenfassung der französischen Kriegsgerichte im besetzten Gebiet?
Eine Berliner Korrespondenz meldet aus Mainz: „In der allernächsten Zeit schon werden sämtliche im besetzten Gebiet noch bestehenden französischen Kriegsgerichte aufgelöst und zu einem Hauptmilitärgericht zusammengezogen werden, dessen Sitz Mainz oder Trier sein wird."
Die Gehälter der Kontrollkommission.
Wie eine Korrespondenz berichtet, sind die Gehälter der Interalliierten Kontrollkommission neu festgesetzt worden. Danach beträgt das monatliche Gehalt eines Generals rund 2780 Mark, eines Obersten 2000 Mark, eines Oberstleutnants oder Majors 1680 Mark, eines Hauptmanns 1380 Mark, eines Leut- nants 1000 Mark, eines Unteroffiziers 460 Mark und eines Gefreiten oder gemeinen Soldaten 360 Mark.
Was kosten die Reichstagsferien?
1 164 000 R.-Mk. Diäten.
Die Reichstagabgeordneten sind in die Ferien gegangen. Tic Reichstage und auch die Kasse des Parlaments wird aber auch in den Ferien der Polksoertreter nicht stille stehen. Wenn der Reichstag seine Ferienpause bis zum 3. November ds. Is. durchführt, wird die Kasse für 485 Reichstagsmitglieder viermal je 600 Mark zur Auszahlung bringen. Das sind monatlich 291 000 Mark, in der ganzen Ferienzeit also 1 164 000. Die Reichstagsdiälen betragen gegenwärtig immer ein Viertel des Gehalts eines Ministers. Im Friedens- reichstag betrug die tägliche Entschädigung 15 Mark. Die Höchstgrenze war auf 3000 Mark jährlich festgesetzt, wogegen die gegenwärtigen Reichstagsmitglieder 7200 Mark erhalten.
Das Ergebnis der Volkszählung 1925.
Das Statistische Reichsamt gibt soeben das Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni v. I. für die 45 größten deutschen Städte bekannt. Die Reihenfolge ist bei den zwölf größten folgende: Berlin, Hamburg, Köln. München, Leipzig, Dresden Breslau, Essen, Frankfurt a. M., Düsseldorf, Hannover und Nürnberg.
Dr. Luther fährt nach Südamerika.
Hamburg, 23. 7. Reichskanzler a. D. Luther tritt am 24. Juli mit dem Dampfer „Rugia" der Hamburg-Amerika-Linie eine Reise nach Südamerika an, die ihn zunächâ nach Trinidad und Venezuela führt.
Hindenburgs Urlaub.
Reichspräsident v. Hindenburg wird vermutlich Anfang August seinen Erholungsurlaub antreten. Er beabsichtigt, zu-
Der Notgroschen.
Die Guthaben in den deutschen Sparkasien waren Ende März 1926 auf 2 014,6 Millionen Mark gestiegen, gegen etwa 600 Millionen Ende 1924 und etwas mehr als 1,6 Milliarden Ende 1925. Es sind also im Laufe des Jahres 1925 etwas mehr als. eine Milliarde Mark den Sparkassen zugeflossen und im ersten Vierteljahr 1926 weitere 400 Millionen. Natürlich ist die Gesamtsumme mit den Zahlen vor dem Kriege nicht zu vergleichen, wo das gesamte Sparguthaben in Deutschland rund 20 Milliarden betrug, andererseits sind die Sparüberschüsse in keinem Borkriegsjabre so große gewesen wie 1925. 1911 betrugen sie bei den deutschen Sparkassen 498,1 Millionen, 1912: 274,9 Millionen, 1913: 395,9 Millionen. Die erfreuliche Neubele- bung der Spartätigkeit zeigt das Bedürfnis besonders des Mittelstandes, sich wieder einen Notgroschen zu schaffen. Mit viel Entsagung erkaufte Rücklagen.
Stand der Kulturgesetzgebung.
Trotz der immer neuen Hemmung und Verzögerung durch die parlamentarischen Krisen schreitet das Werk der großen kulturellen Reformgesetzgebung langsam fort. Nachdem das Gesetz „zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmähschriften" schon vor einigen Wochen im Bildungsausschuß zum Abschluß gekommen ist, so daß nach der Sommerpause in die Plenarberatungen eingetreten werden kann, hat nunmehr der Iugendausschuß des Reichstages das Gesetz über den „Schutz der Jugend bei Lustbarkeiten" in erster Lesung beendet. Anträge auf Abschwächung der Strafen wurden abgelchnt. Vereine und Verbände einschließlich der konfessionellen Schulen und Jugendämter, die gute Iugenddarbietungen veranstalten, sollen mehr als bisher gefördert werden. Auch auf dem Wege des Reichsbühnengefetzes, das dem Wunsche nach einer einheitlichen deutschen Theater- gesetzgebung seine Entstehung verdankt, sind die größten Schwierigkeiten überwunden. Wie Rcichsinnenminister Dr. Külz auf dem Internationalen Schauspielerkongreß in Berlin mitteilte besteht berechtigte Hoffnung, daß das Gesetz in kürzester Frist zustande gebracht werden könne. Der Entwurf eines Schankstättengesetzes stand in den Ausschüssen des Reichswirtschasts- rates zur Debatte und wurde in den Grundlinien angenommen Eine Entschließung wurde gefaßt, wonach Anträge auf Schankerlaubnis für geistige Getränke aller Art im Zusammenhang mit Turn-, Spiel- und Sportplätzen oder Hallen die Genehmigung zu versagen ist.
Dagegen hat die Reichsschulgesetzgcbung seit jener Ankündigung des Reichsinnenministers im März dieses Jahres, daß er demnächst persönlich an die Vorarbeiten gehen werde, sichtbare Fortschritte nicht gemacht. Dem Vernehmen nach soll ein Entwurf ausgearbeitet sein, der aber den zuständigen Instanzen noch nicht zugegangen ist.
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Spvtnbeimer Vuflav'AdolfTagt.
Jahrcoversammlung deo Hessischen Gustav Adolf Hauptvereino am IS. und 19. Juli in Oppenheim.
Strahlender Sonnenschein lag über den jestlich geschmückten Straßen der trauten alten Stadt Oppenheim. aU sich am Sonn tag ein stattlicher Festzug von 4 000 Menschen vom Bahnhof zur altehrwürdigen Katharinentirchc begab, deren weite Hallen die Tausende nicht zu fassen vermochten, die ans Stadt und Kreis Oppenheim und weiterhin aus dem Hesienland zu dem volkstümlichsten aller kirchlichen Feste gekommen waren. Von Gemeinde und Ehorgcsang umrahmt, von Orgel und Posaunenchor um klungen, schilderte in packenden Worten der Senior der Steier mark, Herr Pfarrer Dr. Spanuth aus Leoben, den Beweggrund, das Wesen und den Segen der Gustav Adolf Arbeit, während der oberste Geistliche der hessischen Landeskirche, Herr Prälat D. Dr. Diehl, den Gustav-Adols Vercin grüßte und seinen Rast und Rüsttag, den er an historischer Stätte halten wollte, ver geblich mit den Rast und Rüsttagen, die einst Luther und Gustav Adolf in den Mauern Oppenheims gehalten harten.
Aus der Volksversammlung, die für den Nachmittag aus der Landskronc angefeßt war, mußten 3 Parallelversammlungen gemacht werden, um die zahllosen wissensdürstigen Hörer zu he friedigen. In einer ganzen Reihe von außerordentlich wir lungsvollen Ansprachen wiesen zahlreiche Verrteter des evangelischen Auslandsdeutschtums auf die verschiedenen Haupt arbeitsgebiete des Gustav Adolf-Vereins und ihre religiösen, kirchlichen und völkischen Nöte hin: „Not, von der die Augen sprechen; Not, von der die Herzen brechen". Erschütternd Hang aus allen Worten die Bitte der Redner heraus: Vergeßt uns nicht, Ihr evangelischen Deutschen in der gesicherten Heimat; verlaßt uns nicht, die wir deutsches Wesen auf heißumstrittenen Vorposten zu verteidigen haben.
Am Abend sand ebenfalls auf der Landslrone ein außerordentlich gut besuchter Familienabend statt. Der Vorsitzende des hessischen Hauptvereins, Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, eröffnete den Abend mit herzlichen Worten des Dankes an die Feststadt, deren Bewohner ohne Unterschied der Konfession durch Beflaggen ihrer Häuser und reichen Festschmuck ihre freudige Anteilnahme an dem Ehrentag der evangelischen Gemeinde bc kündet hatten. Als Vertreter des Staates wünschte Herr Kreis- direktor Herberg der Liebesarbeit des Gustav-Adolf-Vcreins vollen Erfolg, während im Namen der Stadt Herr BLrgenneister Schmidt an die großen geschichtlichen Tage Oppenheims erinnerte, wo die alte freie Reichsstadt Luther und Gustav Adolf in ihren Mauern sah. Im Namen der Kirchenregierung wünschte Herr Oberkirchenrat Zentgraf den Brüdern in der Diaspora die opferbereite Liebe der Heimat und der Heimat solch glaubensstarke Herzen, wie sie in der Diaspora schlagen. Rn- mens der kirchlichen Körperschaften und Vereine des Dekanats und des Gustav Adolfzweig- und Frauenvereins Oppenheim be. willkommte Herr Dekan Schäfer den Verein und überreichte eine Festgabe in Höhe von 400 JL Die Nachbarhauptvereine von Hessen-Kassel, Hessen-Nassau, Baden unb der Pfalz ließen durch Herrn Pfarrer Kaiser, Groß-Auheim, ihre Grüße entbieten, während Herr Pfarrer Meyer-Frankfurt in launiger Rede vom Hauptverein Frankfurt 200 Ji überreichte. Brüderlichen Gruß sandte auch der hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes durch Herrn Pfarrer Klingenschmidt-Worms. Musikalische Darbietungen des Orchesteroereins und des Kirchenchors um rahmten die Worte der Redner in geschmackvoller Weise. Mit herzlichen Dankesworten des Versammlungsleiters schloß der eindrucksvoll verlaufene Familienabend. Die Zahlreichen Festgäste aus Stadt und Land waren erfüllt von den erhebenbeir Eindrücken, welche sie aus der Feststadt mitnahmen und schieden mit herzlichem Dank gegen die gastfreundlichen Bewohner Oppenheims, die alles aufgeboten hatten, um dem Fell einen schönen Verlauf zu sichern. Besondere Verdienste um das Gelingen des Festes erwarb sich auch die Freiwillige Sanitäts- kolonne, der darum besonderer Dank gebührt für die Freundlichkeit, mit der sie ihres mühevollen Dienstes waltete.
2. Tag.
Der zweite Festtag bringt herkömmlicherweise die Besprechung mehr geschäftlicher Dinge in der Verwaltungsrats- Hßung, die Abgeordnete aus dem ganzen Land mit dem Vorstand des Hauptvereins in der jeweiligen Feststadt zu verantwortlicher Arbeit zusammenführt. Die Beratungen wurden eröffnet durch den Vorsitzenden, Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, mit dem Rückblick auf die Leistungen des Hauptvereins im vergangenen Jahre und mit dem Hinweis auf die nächsten Zukunftsausgaben. Die Arbeit des Guftav-Adolf-Vereins ist in Kriegs- und Nachkriegszeilen nicht geringer, sondern wesentlich größer geworden, sodaß es der Anspannung der ganzen Kraft des evangelischen Volksicils bedarf, um die vorhandenen Nöte zu lindern. Wenn Lie 886 000 Evangelische in Hessen im vevgangenen Jahr dem Verein insgesamt 141000 Ji zugewandt haben, so ist das eine crfrcuiichc. aber längst nicht ausreichende Summe. Es wird die Aufgabe der Evangelischen Hessens sein, durch gleiche oder noch vermehrte Treue gegen das Vereinswerk den großen Helser in der Nm in die Lage zu versetzen, noch besser als bisher seiner schwierigen Aufgabe nachzukommen. Nach einer Begrüßung des Cuspav-Bdolf-Vcrcins durch den Verein für das Deutschtum im Ausland, welche in dessen Namen Herr Prof. Dr. Breitenbacy- Darmstadt übermittelte und nach herzlichen Grußworten vom