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m/e Well gebende Zeitschrift für vor^ ü, für Mode, Kunst, Theater, iheit und Lebenitr ende.
üs 80 Seiten starkes Heft mit ausgc- m moderner Film- u, Phofokuns! so- n Berichten aus der Gesellschaft. Jedes livolleu farb. Kunstblatt als Titelbild.
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Klinische Semester) und Philosoph'schc d VewaltMgs-Hochschulstudium. Doi- -ril. Die Einschreibefrist läuft vom Das Vorlesungsverzeichnis kann vom gegen Voreinsendung von 0,6(M 10 Pfg.) bezogen werben.
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Sonntagsgeöanken.
In der Passionsgefchichle ist wohl der dunkelste Weg der. den der Verräter ging Judas. Drei Jahre war er um seinen Herrn und Meister, horte seine Worte, soch seine Taten, empfand seine Liebe, und doch ging er hin und lieferte ihn um schnöden Mammon seinen Feinden aus. Er war schlimmer als der offene Feind. Denn von einem solchen weiß man, was man zu de fürchten hat.
Judastalen haben sich seitdem oft und oft wiederholt. Da sitzt mancher am gleichen Tisch. arbeitet im selben Berufe, geht Seile an Seite mit dir den gleichen Weg und plötzlich wendet er sich ab, geht hin und übt Verrat Mu Treulosigkeit und Tücke, mit Hinterlist und Bosheit, mit teuflischer Berechnung und Verschlagenheit. Âalt und ohne Herz verraten sie den besten Freund und gehen dann ruhig ihres Weges von bannen, gerade so, als sei nichts geschehen. Wie ein Judas, bislang unter deinen Freunden, geht er zu den Feinden über, um dich zu verraten.
In der Payionsgeschichte soll auch die Judastat für viele eine Lehre sein. Sie zeigt, wozu Menschen fähig sind, denen Treue fehlt. Der Weg führt sie vom Freunde weg zum Feind, von der Feindschaft zum Verrat und Mord. Die Judastat zeigte diesen Weg für immer an. Wenn er einmal beschritten, dann drängt es den Verräter unaufhaltsam abwärts, dann gibt es auf diesem Wege kein Zurück und auch lein Halt mehr, kein Wiedergulmachcn, sondern nur ein Enden in voller Verzweiflung. — - —
Verachtend stehen wir vor der Judastat. Weil er den Besten verraten, der je über diese Erde wandelte. Und doch sollte sich mancher prüfen und fragen: Haben wir sie nie nach- gcmacht'? Und wenn eine Stunde käme, wo der Herr und Meister wieder unter uns weilte und uns fragen würde: „Freund, wozu bist du gekommen?" Würden wir ihm nie eine Judasantwort geben?
Vertagung der Ausnahme Deuticktands bis zum Sorbit.
Die Vollversammlung des Völkerbundes hat am Miltwoch, den 17. März, in Genf nach den Reden der verschiedenen Delegierten den Antrag auf Vertagung der Ausnahme Deutschland» sowie den Antrag des Grafen Ishii auf Einsetzung der Studienkommission zur Prüfung der Erweiterung des Rates angenommen. Die deutsche Delegation verließ noch am Abend Genf.
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Rückkehr der deutschen Delegation.
Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann, sowie die übrigen Mitglieder der Genfer Delegation sind am Donnerstag, nachmittags 2,57 Uhr, in Berlin angekommen und haben sich sofort nach ihren Dienstgebäuden bdgeben. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erstatteten Dr. Luther und Dr. Stresemann beim Reichspräsidenten Hindenburg Bericht über den Verlaus der Genfer Verhandlungen. Bei der großen außenpolitischen Debatte, die bereits in der nächsten Woche beim Etat des Auswärtigen Amtes beginnen soll, wird vermutlich sowohl der Reichskanzler als auch der Reichsaußenminister vor dem Plenum des Reichstages das Wort ergreifen.
Die Ankunft auf dem Anhalter Bahnhof vollzog sich völlig unbeachtet. Die Polizei hatte für eine hermetische Absperrung des Bahnsteigs gesorgt. Selbst der Presse war der Zutritt verweigert, und als Reichswehrminister Dr. tbeßler an der Sperre erschien, um die Delegation zu empfangen, wurde er von einem Bahnsteigschaffner, da er nicht im Besitze eines Ausweises des Auswärtigen Amtes war, zunächst zurück- gewicjen. Mit den deutschen Delegierten ist auch die größte Zahl der nach Genf entsandten deutschen Pressevertreter wieder zurückgekehrt.
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Der neue Reichsschulgesetzentwurf.
Im Haushaltsausschutz des Reichstages kündigte der Reichsinnenminister Dr. Külz an, datz ein neuer Entwurf des Reichsschulgesetzes geplant ist. Der Minister wird die Vorbereitung der Vorlage — ein nach dem Scheitern so vieler Entwürfe schwieriges Unter» sangen — lt. Mitteilungen der Presse persönlich übernehmen.
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Für Freiheit und Wissenschaft!
Der Vorstand des Hessischen Hauptoereins des Evangelischen Bundes hat einstimmig folgende öffentliche Kundgebung beschlossen :
„In der Sitzung des hessischen Landtages ist aus Antrag der Regierung beschlossen worden, an der Landesuniversität in Gießen und an der Technischen Hochschule in Darmstadt „Professuren für scholastische Philosophie", das sind Professuren, durch die Philosophie im Sinne der katholischen Kirche gelehrt werden soll, einzurichten.
Dieser Antrag ist von der Regierung trotz der schweren wirtschaftlichen Not unseres Landes, die zu äußerster Beschränkung aller Ausgaben zwingt — wie wir zu wissen glauben —, ent
Samstag, den 20. März. 1926
Druck. Verlag und Expedition:
Eießen, Südanlage 21
Fernsprecher Nr. 1362 Postscheckkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M.
gegen dem Willen der beiden Hochschulen enigebradbt worden. Nach unwidersprochenen Zeitungsnachrichten ist die Regierung zu diesem Vorgehen lediglich dadurch veranlaßt worden, daß das Zentrum die Einrichtung derartiger Professuren für sein Verbleiben in der gegenwärtigen Regierung zur Bedingung gemacht hat.
Im Namen der Evangelischen Hessens, die wir vertreten, erheben wir Einspruch dagegen, daß die bewährte Organisation unserer Hochschule politischen Parteizwecken zum Opfer gebracht wird und daß erhebliche Mittel des Staates dazu verwandt werden, Lehrstühle einzurichten, die die Besorgnis erwecken, daß sie in erster Linie nicht der Pflege der freien Wissenschaft, sondern der Propaganda der katholischen Kirche an unseren Hochschulen dienen."
Arbeitslosenhilfe der evangelischen Jugend.
Die 9tot der jugendlichen Arbeitslosen ist bekanntlich nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine seelisch-moralische. Der Reichsverband der eoang. Iung- männerbünde Deutschlands hat deshalb schon wiederholt besondere Führerkurse für arbeitslose junge Männer veranstaltet, die die Aufgabe haben, sie zur tätigen Mitarbeit innerhalb des evangelischen Jugendwerkes zu schulen und ihrer Charakterbildung und inneren Vertiefung zu dienen. Ein neuer Lehrgang dieser Art ist soeben in dem Erholungsheim des Reichsverbandes in Dassel i. Solling unter außerordentlich starker Beteiligung eröffnet worden. Um die Schwierigkeiten zu beheben, die örtliche Verwaltungsstellen den jugendlichen Teilnehmern solcher Kurse zuweilen machen, hat der Reichsverband mit Unterstützung des Reichsausschusses der Jugendverbände die in Frage kommenden Regierungsstellen um eine Verfügung gebeten, die jugendliche Arbeitslose während der Teilnahme an derartigen Lehrgängen von der Meldepflicht bei den Arbeitsnachweisen befreit, ohnen ihnen die Vorteile der Arbeitslosenunterstützung zu entziehen.
Unverantwortlicher Leichtsinn oder verbrecherische Handlung in der Grube?
Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: Auf der Zeche Minister Stein wurde von einem der am Leseband beschäftigten Jungen zwischen den Kohlen ein in graues Papier verpacktes Päckchen gefunden. Es stellte sich heraus, daß das Päckchen 10 scharfe Messing-Sprengkapseln enthielt. Diese Sprengkapseln stammen nicht von der Zeche Minister Stein, da diese nur Kupfer-Sprengkapseln verwendet. Sie müssen also von einer anderen Zeche durch einen Bergmann eingeschleppt worden sein. Es ist ein Glück, daß durch die Aufmerksamkeit des Lesejungen hier die Möglichkeit eines schrecklichen Unfalls verhütet worden ist. Die Sprengkapseln, die bekanntlich mit Knall-Quecksilber gefüllt sind, können sich schon durch Stoß oder Schlag entzünden. Es ist als ein Wunder zu betrachten daß die Kapseln nicht schon unter Tage durch irgend einen Zufall zur Explosion gekommen sind und ein gräßliches Unglück verursacht haben. Außerdem aber hätten die Kapseln, wenn sie unter die versandfertige Kohle geraten wären, beim Abnehmer die furchtbarste Explosion in der Feuerung Hervorrufen können. Die Sache ist natürlich von der Zeche der Bergpolizeibehörde übergeben worden. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den Besitzer der Sprengkapseln, der sie in die Grube gebracht hat, festzustellen. Ob Leichtsinn oder verbrecherische Absicht vorliegt, kann natürlich heute noch nicht gesagt werden.
Ein Großherzog als Bürgermeister.
Z)er „B. B. C." erzählt: Der ehemalige Großherzog vor Oldenburg wohnt derzeit auf seinem Fürstensitz Rastede unweit der Hauptstadt, einer kleinen Gemeinde, die sich in den letzten Jahren zu einer ViUenkolonie entwickelt hat. Der Großherzog kennt alle Gemeindemitglieder, unterhält sich mit ihnen über das Wetter und andere gemeindliche Angelegenheiten und ist dort sehr gut angesehen. Eines Tages meldete sich eine Abordnung bei ihm. Die Männer waren zuerst etwas schüchtern, aber schließlich rückte einer mit der Frage heraus und sagte: „Herr Großherzog, unser Gemeindevorsteher ist alt, und wir müssen uns nach einem Nachfolger umsehen, vielleicht können Sie uns einen tüchtigen Mann empfehlen."
Der Großherzog erwiderte, er werde sich das überlegen. In seinem großen Bekanntenkreise würde sicher ein geeigneter Mann zu finden sein. Die Besucher schienen aber von der Antwort nicht ganz befriedigt. Sie blieben weiter im Zimmer und rückten verlegen auf ihren Sesseln hin und her. Schließlich nahm ein ganz Beherzter das Wort und sagte: „Herr Großherzog, wir haben eigentlich bei dem Nachfolger des Gemeindevorstehers an Sie gedacht. Sehen Sie, Sie haben doch eigentlich jetzt gar nichts zu tun. Das, was für das Amt nötig ist, beherrschen Sie bei Ihren Kenntnissen sicher. Sie sind in der Gemeinde sehr beliebt: mir könnten Ihnen eine einstimmige Wahl garantieren, Sic sind dann im kleinen wieder mitten brinn.“.....
Der Großherzog hat, wie es heißt, versprochen, sich die Sache zu überlegen.
Nr. 12.
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Von Ä. Wei tz c I, Frankfurt a. M.
frucht man ben ^Südwestdeutschen Regionalismus" begriff lich zu erfaßen, so könnte man sagen, er ist die Anwendung einer bestimmten Kritik aus eine gegebene Wirklichkeit und aus eine genau umgrenzte Art zu denken.
Die Wirklichkeit ist das alte Deutschland der Bunde^ staaten mit seiner unorganischen territorialen Ländergestaltung in kleine und kleinste Gebietsteile mit seinen zahllosen Enklaven und Exklaven und feiner hierdurch die Durchsührung Neuzeit licher großdimcnsionaler Forderungen der Wirtschaft und des Verkehrs hemmenden Verwaltungspraxis: die Denkart ist die des alten länderpolitischen Partikularismus, der durch den Fortfall der Dynastien seit 191b in seinen Grundzügen wohl gegenstandslos geworden ist, sich aber nach dem physikalischen Gesetz der Trägheit weiter auswirkt, sehr zum Nachteil großer auseinander angewiesener Gebietsteile. Die Kritik, die heute an diese geringe dczw. vielfach unmögliche Anpassungsfähigkeit an neuzeitliche Gestaltungssormen und dies mit Recht ge übt wird, liegt in den rationellen Forderungen der Wirtschaft und des Verkehrs, sowie einer sparsamen Verwaltungsform, Der ankert, geboren aus dem Zeitalter erfolgreichster Ueberwindung von Raum und Zeit, Forderungen, die im Gegensatz zu früher, große Gebietsteile zu einer Schicksalsgemeinschast auf Gedeih und Verderb zusammcngcschweißt haben.
Zaghafte Ansätze von Zusammenschlüssen finden sich wohl auch bei uns schon lange vor dem Kriege vor, so z. B. die Zoll, gemeinschaft, die Reichspost, die Prcußisch-Heslischc-Eiscnbahn gemeinschaft, welche heute in der Reichsbahn aufgegangen ist, die Reichswasserstraßenverwaltung, die Postscheckämter u. a. m., also die Rcichsverkehrsbetricde. Trotz dieser zwangsläufig not wendig gewordenen äußeren Zusammenfassung verblieb jedoch hierbei vielfach die unzweckmäßige innere Berwaltungvein» teilung nach Länder oder Provinzialbezirken, die mang lv inniger Zusammenfassung unter einheitlicher Leitung natur gemäß weiterhin hemmend cinwirlen mußte. Die weitere großdimensionale Entwicklung der Nachkriegszeit, so z. B. auf dem Gebiete des Funk- und Flugverkehrs, der Elektrizitäts- und Wasserwirtschast, der Gassernversorgung, der Bezirkswirtschafts- räte u. a. m. muß heute bereits ohne jede Rücksichtnahme auf Länder- und Verwaltungsgrenzen ihren Weg setzen. Diese Entwicklung in gleichzeitigem Zusammenhang mit einer Verein fadjung und Verbilligung der inneren Verwaltuug drängt sichtlich, trotz aller partikularen Einstellung eifersüchtig auf ihre veralteten Vorrechte wachenden Länder-, Provinzial- und Be zirksverwaltungen, nach einer über die bestehenden Verwaltungsgrenzen hinausgreifenden großzügigen Lösung.
Eine derartige, jedes Handeln erschwerende Buntscheckigkeit im Denken und dies dazu noch in einem nicht zu überbietendem Maße, zeigt uns das Südwestdeutsche Wirtschaftsgebiet. Das Gebiet der beiden Hessen, Kreis Wetzlar, Waldeck, das Siegerland, die Reg.-Bez. Koblenz und Trier, Birkenfeld, Unlerfranken und die Pfalz im Anschluß an das Saargebiet, in einem Um fange von rd. 47 000 qkm mit rd. 6,7 Mill. Einwohner (etwa den 10. Teil der Fläche und der Gesamteinwohnerzahl des Deutschen Reiches), ein Wirtschaftsgebiet, welches mittels eines ö-Stundenverlehrs die Verbindung der entlegensten Orte mit seiner Zentrale Frankfurt a. M. bezw. dem Rhein-Maintschen Städtekranz auf ben allein etwa 1,6 Million Einwohner entfallen — gewährleistet.
Was Nordweftdeutschland, das schwer bedrängte Rheinisch- Westfälische Zusammenschlußgebiet, als wirtschaftliche und ocr- kehrstechnische Einheit in außen- und innenpolitischer'Hinsicht bedeutet, das gilt auch in Bezug auf Südwestdeutschland, das Mittelrhein-, Mosel-, Main-, Lahn- und Weserquellstromgebiet im Anschluß an das abgebrpffelte Saargebiet : Querriegel über den Rhein, Bollwerke des Westens im neuen Deutschen Reiche.
Eine Parallele zu diesen Zusammenschluhbestrebungen wirtschaftlich eng aufeinander angewiesener Gebietsteile bietet das Frankreich von 1789 mit damals 26 Mill. Einwohnern von ctwa 35 Verwaltern nur mühselig gelenkt und geleitet. Wie das alte Deutschland war dieses Frankreich eine Schöpfung der Jahr-
*) Von befreundeter Seite wird mir dieser Artikel mit der Bitte um Veröffentlichung zugesandt. Ich komme dem gern nach mit der Absicht, daß diese wichtrge Fra^e des Zusammenschlusses größerer 6x biete zu einem Wirtschaftsgebiet dadurch immer weitere Kreise interessier:. Nur Großes kann noch Größeres ichaffcn zum Segen der Allgemeinheit.
Mil manchen Einzelheiten des Artikels gehe ich nicht einig, '. B. der Koblenzer hat sich mehr zum Unterrheiner aktlima- liiieit. seine Interessen sind ^anz und gar konträr der Interessen > B. des Fuldaer Landes. Sollte man darum nicht erst schrittweise dieses große Ziel zu erreichen suchen, indem man a) die bayerische Pfalz, das Saargebiet, Baden und Württemberg zu einem Wirtschafrsgebiel und b) die beiden Hessen, Kreis Wetzlar und Waldeck zu einem anderen Wirtschaftsgebiet zusammen zu bringen versuchen sollte. Beiderseitig der Höhenzütze (Westerwald, Hunsrück, Taunus usw.) und der Wasserscheiden sind andere Bestrebungen, sind andere Sitten und Gebräuche, sind andere Wirtschaftslagen, bedingt durch vielerlei Naturerscheinungen, die erst nach und nach alle in sich aufgehen werden, wenn Verkehr und Wirtschaft noch weil mehr als heute den Ton angeben.
Albin Klein.