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Samstag, den 13. Februar 1926
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* Um ein §t"^ ^bsanltE bch auch mitfreuen wolUc. aber den die bittere Rot auf die ©ttn.jL. . zum Betteln zwingt
Mögen die Geigen und Trompeten noch so laute Musil
ießener Bettung
I (Bleueste 9!achrichten) (Gießener Tageblatt)
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Meder ist die tolle Zeit im Jahre. Schreiende Plakate
und für jedes Kind 41M Dollar. Der verheiratete heiter mit zwei Kindern ist also bis zu 3300 Do
gleich 13 860
eibst unter Berücksichtigung
der höheren Löhne in den Vereinigten Staaten ist dort
auch nur dec gröhle steuerfrei.
eil der gewerblichen Arbeiter
ZN kommen von 10 auf 9 v.
n d beträgt das steuerfreie Ein
v. H. je nach , H. und für jede
Wenn auch dann der Steuersah Familienstand für Verheiratete 's Kind um ein weiteres Prozent
" ln 6ie6,n.
M Bevölkerung^reisen
^ acht», - der Notschrei von Millionen übertönt sie und sollte t tanzenden Paare auch mitten in Freude und Luft an jene ^ kamenjchen erinnern, die an leeren Tischen sitzen müssen, die Freude kennen,weil sic der Hunger plagt. Hört dcn Rot- rei, die ihr noch an vollen Tischen sitzet, ihr Fröhlichen bei •I unb Tanz! Eure Lust soll nicht genommen sein, tanzt und singet, aber hört zwischen euren Liedern auch j« Rlagclicb eurer Mitmenschen!
Dort oben im festlichen Ballsaale tanzt mancher mit und rju die Flaschen knallen, der aus der 9tot und dem Elend seiner Ochsten reich geworden ist. Manche dort oben waren auch :nft 7W und haben aber vergessen, was Rot heißt und Sorge. Sie täten nicht mehr, wie der Hungerndc an ihre Türe klopft, sic chtn nicht das alte Mütterlein und den gebeugten Greis, die Eli Feierabend ihres Lebens darben müssen, und sie fühlen nicht r.ehr, wie weh es tut. ohne Schuld arm zu sein.
Ihnen wollen wir heute nach durchschwelgter Nacht zum Eonntag die bittende leere Hand l)inftrcdcn, daß sic noch etwas -krz haben für ihre Mitmenschen, die in bitterer Rot und Ar- I .iii leben mühen. Ladet die Hungernden am Sonntag zu -ich zu Gast und dann erst könnt ihr euch ehrlich freuen und i tmanb wird euch dann mißgönnen euer Singen, eure Lust Mb euren Tanz!
nach unten gestaffelt wird, so kommt trotz dieser Maß- nahmen eine starte Belastung der kleinen und mittleren Lohneinkommen heraus, die in den angezogenen Ländern steuerfrei sind.
Legen wir, um wegen der verschiedenen Lohnhöhen in den einzelnen Ländern einen Vergleich zu ermöglichen: für einen englischen Arbeiter ein Jahreseinkommen von: 240 Pfd. 4800 Ji (Stundenlohn von 2 Schilling : 2 J0, für einen französischen Arbeiter ein Jahreseinkommen von: 14 400 Franken 3240 J( (Stundenlobn von 5 Franken 1,13 JI, für einen amerikanischen Arbeiter ein Jahreseinkommen von: 2400 Dollar 10 080 ft (Stundenlohn 1 Dollar 4,20 J() und für einen deutschen Arbeiter ein Jahreseinkommen ver: 2400.it (Stundenlohn 1 JQ zugrunde, dann ergibt sich bei einem verheirateten Arbeiter mit zwei Kindern folgendes Bild der Einkommensteuerbelastung:
in in in in
Frankreich: nichts,
England: nichts,
den Vereinigten Staaten: nichts,
Deutschland: 117,60 Ji - 4,9 v. H. des Einkommens.
Selbst unter Berücksichtigung der Verbrauchssteuern
Waldfried.
und Zölle, deren Auswirkung auf die Lebenshaltung des Arbeiters in den einzelnen Ländern verschieden ist, kommt die angelegene Untersuchung auf eine Gesamt-
ishalb in der
Ächtung!
Alle vorkommenden
ichdeckerarbeilei
e Neubauten aller Art wert' npt und billig angeführt. Gehöre leir 'inigung an.
»MttAWL
lltorstraße 4(L Telephon (^
Ein deutsch-französisches Handesprovisorium unterzeichnet.
Paris, 12. Febr Die deutschen und die französischen Dele- Werten haben heute abend ein Handelsabtosfen unterzeichnet, du- für gewisse Erzeugnisse aus dem einen oder dem anderen Linde Z o l l v c r g ü n ft i g u g e n einräumt. Aus Grund die- io Abkommens erhalten französische landwirtschaftliche Saison- elyugniHe bei der Einfuhr nach Deutschland die Meistbegünsti- MNg und Zoübinduwgen. Deutschland seinerseits erhält die M in im a l t a r n f e oder Abschläge auf den Unterschied zwischen den beiden französischen Tarifen für geschnittenes Holz, ge iiisie chemische Produkte, gewisse Gruppen von landwirtschaf- [^nt Maschinen, Haushaltungsgegenständen und Möbeln. Diese ZMitändnisse sind für gewisse deutsche und französische Waren an kontingente gebunden. Außerdem sind Sicherheiten vorge- jahtn für Verbrauchssteuern und innere Abgaben, sowie Zoll- iS'benabgabcn, die auf den Waren liegen, ebenso für die Be- lMndlung der Handlungsreisenden und Muster.
Dieses Aotommen ist aufdie Dauer von drei M o - i»aten abgeschlossen, wobei die beiden vertragschließenden Stile bie Hoffnung hegen, daß sie bei Ablauf der Geltungsdauer dis Abkommens die Verhandlungen über den endgültigen Der-
besteuerung der Arbeiterbevölkerung mit
steuern, indirekten milienstand:
Steuern
und Zöllen
Einkommen
je
nach
Fa-
Unsere Helden!
Am 28. Februar ist der allgemeine Gedächtnistag für unsere im Weltkrieg gefallenen Helden. Wenn man mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei der Feier sein will, muß man das Sterben dieser Männer wieder mit erleben.
Ich versuche mit nachfolgenden Erinnerungen den lieben Kameraden und Lesern das Sterben unserer Brüder vor Augen zu führen. Vor Jahren, ich weiß nicht mehr, ob während des Krieges oder später, kam mir ein Bild in die Hände mit dem Titel: „Christus auf dem Schlachtfeld". Es zeigt auf der Erde Dämmerung, während der Himmel hell strahlt. Akan sieht in diesem Halbdunkel ein weites Feld mit toten Soldaten. Sie lie gen in allen möglichen Stellungen, da reckt einer die Hand zum Himmel, hier sieht man gefaltete Hände, dort liegt einer mit verbundenem Kopse, hier wieder liegt ein Offizier mit zer brochencn Degen in der Hand, dabei liegen zerschlagene Geschütze, Pferde und Waffen aller Art In all' diesem schauerlichen steht leuchtend die Christusgestalt, die mit der rechten Hand nach oben zeigt. Von ihm aus geht ein endloser Zug Soldaten zum strahlenden Himmel. Man sieht, wie er einen Gefallenen berührt, dieser erhebt sich und stützt sich dabei auf seinen Vordermann. Richt jubelnd ziehen sie zu Öen leichten Höhen, sondern still, sich gegenseitig führend unb die Häupter gesenkt. Die Haltung der Gestalten ist so erschütternd und mitleiderregend, daß man un- willkürlich die Hände faltet. Ja, der Künstler hat das Richtige getroffen, jo still uhb gottergeben sind sic gestorben. Wie schroff und furchtbar dagegen ist ein Gemälde aus der Hunnenschlacht auf den Katalaunischen Feldern im Jahre 451, man sicht die Geister der Erschlagenen noch in den Lüften miteinander lamp seit
Wenn ich mir heute im Geiste all' dieses Furchtbare vor stelle, das ich sehen mußte, wundere ich mich,, daß ich nicht wahn sinnig geworden bin. O, ihr lieben Brüder, ich sehe euch liegen und sterben auf offenen Schlachtfeldern, in Gräbern und Unter ständen, in Scheunen und Kellern, Baracken und Zelten. Und wie seid ihr gestorben, der größte Spötter, der Rauheste, ihr habt alle, wenn es ans Sterben ging, eueren Gott gesucht und erkannt.
ir retten Ihr« Haare
trug abgeschlossen haben werden.
Wie die Havasagentur mitteilt, tritt das Abkommen Braß, sobald der Reichstag es rau, »ziert hat.
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Amerika England Frankreich Deutschland
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Wie oft fand man sie, in den Testament oder einen Rosenkranz schlungen.
Ich will jetzt das Sterben
Händen ein Gesangbuch, ein um die erstarrten Finger ge
eines Mecklenburger Jägers,
Das ist ein für den deutschen Arbeiter sehr ungünstiges Bild. Es ist wohl keine Frage, daß jene Länder andere Steuerquellen haben, aus denen der Bedarf des Staates gedeckt werden kann. Eine Statistik dieser Steuerarten wäre ebenso interessant als die hier mitgeteilte.
die
Gibt es im deutschen Reichstag evangetischeMartelen?
Die Frage muß verneint werden. Man sehe sich untenstehende Tabelle an. Von den 494 Reichs-
Senden Sie sofort zur mikroskop. Untersuchung unter fachm. Leitung Ihre ausge- immten Haare. Darauf erhaltene von uns genaue Vorschriften für Ihre Haarpflege.
Versuchung und Vorschrift kostente »r- ,. H*sWtSoW ™ fifünau (Mark) S. 183
. . für Haarwissenschalt
Re steuerliche Belastung des deutschen Belkes.
Die Hamburger Zeitschrift ,,Der Kaufmann
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SSSSSS geeignet gu verminten
. _ an die FxpetL tofra6enldieser Zeil*^ trräder.Els^ Sfc^
36
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Wirtschaft und Recht: veröffentlicht aus der Feder des Berliner Volkswirtschaftlers Dr. Jahn einer übersicht- l ichc Darstellung über die Belastung der breiten Volksschichten durch Einkommensteuern, Zölle und indirekte Steuern in Deutschland und den Siegerstaaten. Mit Erlaubnis der Schriftleitung entnehmen wir diesem thiffaß folgende bemerkenswert Angaben:
In England sind von vornherein steuerfrei: für Mu unverheirateten Steuerzahler 135 Pfd. cteil.Jäbr 1 ich: für den verheirateten Steuerzahler 225 Pfd. Sterl, j schlich: für das 1. Kind ein Zuschlag von 36 Pfd. Stert j Mich und für die folgenden 27 Pfd. Sterl, jährlich. Tas bedeutet, daß ein unverheirateter Arbeiter nur sein Einkommen über 3060 Ji zu versteuern braucht, daß aber c*in verheirateter Arbeiter mit zwei Kindern erst über 3760 < ft verdienen muß, ehe er steuerpflichtig wird.
In Fr a n k r e i ch ist ein Betrag von 6000 Franken steuerfrei, für Verheiratete erhöht sich die Grenze auf 9)00 Franken und für jedes Kind auf je 3006 Franken. Ein verheirateter Arbeiter mit zwei Kindern versteueR also nur sein Einkommen über 15000 Franken oder 9375 A sodaß die große Mehrzahl der Arbeiter steuerfrei ist. _
In den Vereinigten Staaten beträgt der steuerfreie Abzug für den Verheirateten 2500 Dollar
tagsabgeordneten sind 207 evangelisch, 119 katholisch, 4 jüdisch und 160 religionslos. Auf 100 Abgeordnete kommen 42 evangelische, 24 katholische, 32 religionslose, 1 jüdischer und 1 andersgläubiger Abgeordneter. Dabei ist Deutschland zu zwei Dritteln evangelisch. Erschreckend ist die Zahl der religionslosen Abgeordneten. — Wann wird endlich der deutsche evangelische Wähler zur Besinnung kommen? Warum haben wir nur 42% evangelische Abgeordnete im Reichstag und nicht 67%, wie es eigentlich sein müßte? Die Schuld daran tragen die ungezählten Wähler, die unbekümmert um die Folgen ihre Stimmen für religionslose, religionsfeindliche und andersgläubige Kandidaten abgeben. Rein evangelische Parteien sind bis jetzt im deutschen Reichstag überhaupt nicht vertreten. Selbst die ^Parteien, die von sich jagen, daß sie für evangelische Interessen eintreten wollen, baden 10 und mehr Prozent Katholiken oder Andersgläubige in ihren Reihen. Eine genaue Uebersicht über den Bekenntnisstand in den einzelnen Parteien gibt die nachfolgende Tabelle:
Evan- gclism
Katholisch
Bfb fatho’
israelitisch
Religi- onßtvö
Sonstige
Nütionalso.zialiftcn
11
—
9
Deutsch;!. Volkspartei
WO
W
D-euischc Volksp-ortci
6
-
1
Wiiischasil. Vereinlgui
IS 11
9
-
—
1
—
Bayrische Volkspartci
1
18
—
—
1
Zentrum
1
68
—
—-
Deuftäi-Demokr. Parte
; 27
>
1
1
Sü-:aldemo!r. Partei
14
5
1
3
108
—
Kommunisten
—
—
—
—
45
—
Insgesamt
: 207
119
4
160
2
eines einfachen Landarbeiters schildern. Dieser Mann verkörperte den deutschen Soldatentyp, da er die große Soldalentugenden zeigte: „Gott, Vaterland". Man kann ruhig sagen, so waren sie alle und so starben sie alle. Es war im März 1918, wir lagen im Oise-Abschnitt. Am 21. März begann der große Angriff, in drei Tagen waren große Erfolge errungen, unermeßliche Vorräte und Waffen fielen den Unseren in die Hände, die englisch- französischen Stellungen waren überrannt und etwa 100 000 Gefangene gemacht. Ich war damals so stolz und so glücklich, daß ich hätte jeden Mann umarmen können. Aber als man nachher die vielen Toten sah und das große Sterben begann, da wurden meine Kameraden und ich sehr traurig. In der Heimat läuteten die Glocken und wehten die Siegesfahnen und wir hielten Trauerfeier. In einer Feldscheune hallen wir Schwerverwundete zusammen gelegt, die nach ärztlichem Ermessen sterben mußten. Als ich durch ging und ihnen von weiteren Erfolgen Mitteilung machte, leuchteten ihre Augen und die fast erstarrten Körper kamen in Bewegung. Ein Rheinländer setzte sich auf und sang „Deutschland über alles". Von der Ecke her winkte ein Jäger, ich kniete bei ihm nieder und nun sagte er, daß er sterben müsse, er fühle es. Ich wollte ihn beruhigen, er aber bat mich, ihm den letzten Brief an seine Frau und Kinder zu schreiben. Er diktierte stoßweise — seine Lunge war durch Granatsplitter zerrissen— folgende Worte:
„Liebe Frau und Kinder! Gott hat es so gewollt, ich muß sterben für mein Vaterland. Liebe Frau! Erziehe die Kinder zur Gottesfurcht und Wahrhaftigkeit und lerne sie ihr Vaterland lieben, wie ich es geliebt habe. Weinet nicht, es ist ja nur ein kurzer Abschied, denn wir sehen uns einst wieder bei Jesu. Letzter Gruß und Kuß Euer Vater." Ein persönlicher Auftrag für mich: „Lassen Sie meinen Sarg photographieren und besorgen Sie eine Musikkapelle, die den Choral spielt: „Jesus geh' voran". Ein Händedruck und mit Tränen in den Augen schied ich von ihm. Gegen Abend starb er und wurde am nächsten Tag mit noch 30 Kameraden auf einem Dorffriedhof beerdigt.
Es war mir möglich, einen Offizier aufzutreiben, der den Sarg photographierte, der herzensgute Kamerad der 154 stellte seine ganze Regimentsmusik zur Verfügung. Der hochgebildete Offizier war ganz erschüttert, als ich ihm den Vorfall schilderte. So habe ich dem Braven den letzten Liebesdienst erwiesen.
Der einzelne Mann ist in diesem Massensterben nur eine Zahl, aber welche große Lücke reißt er in seiner Familie.
Den Trost will ich den Hinterbliebenen sagen: „Eure ge- jaller.cn Söhne, Vater und Brüder sind mit Gott für ihr Valerie nd gestorben und wir sehen sie wieder, dieses glaube ich".
Den lieben Kameraden sei es Erinnerung zum treuen Gedenken ihrer gefallenen Brüder.
Unb dir, deutsche Jugend, rufe ich zu: „Werdet so wie eure Väter und halte sie in ehrendem Andenken".
M Wunsch, A Croou
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