3S. Jahrg
► Samstag, de« 11. Dezember 1926. ^r 51
iekener Beituna
— (Siebener Tageblatt)
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t, Meßen, 6iibmlage 21.
9er Hessische Volksentscheid.
Die 2anbtagsauf15fung abgelehnt.
Die Schlacht ist geschlagen? Aber nicht mit dem Getösc, mit dem Wahlkämpfe sonst ausgetragen zu werden pflegen. Rein — das gerade Gegenteil war der Fall. Wohl noch nie hat eine Wahl mit einer derartig geringen Beteiligung stattgefunden? Ungefähr 49 Prozent aller Stimmberechtigten haben von ihrem hockten Staatsbürgerrecht Gebrauch gemacht. Am stärksten war die Wahlbeteiligung in den Kreisen Darmstadt und Fried« berg mit je 57 Prozent. dann folgten Offenbach und Worms
mit je 53 und Gießen r
nit 52 Prozent.
Die geringste Wahl-
leteilkgung hat der Kreis Heppenheim auizuweisen.
mit nur 30 Prozent
In der Stadt Gießen haben von 22822 Stimmberechtigten
9911 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. 5097 Stimmen
lauteten auf „Ja", 4803 gültig.
auf „Nein", 84
Stimmen waren un-
Nachstehend die Ergebnisse aus den Kreisen, bezw. Provin-
zen, ferner aus Städten
mit 10 000 und
mehr Einwohnern:
Kreise / Provinzen
Wahlberechtigte
Nein Ja
Darmstadt
100 027
28 087 29 513
Bensheim
*4 403
9 618 9 810
Dieburg
40 268
9 984 9 631
Erbach i. Odw.
30 135
6 530 8 013
Groß-Gerau
45 346
10 097 10 588
Heppenheim
32 574
6 711 3 748
Offenbach a. M.
116 140
35 816 24 755
Provinz Starkenburg
408 893
106 843 95 558
Gießen
64 946
14 643 18 498
Alsfeld
24 203
2 980 7 781
Büdingen
27 462
3 432 8243
Friedberg
56 669
16 858 15 460
l'cruterbach
19156
1 823 6335
Schotten
17 832
1 757 6 928
Provinz Oberhessen
214 268
41 493 63 2 48
Mainz
104 776
33 491 12 965
Alzey
26 745
6 744 4 820
Bingen
29 521
6 393 4 079
Oppenheim
31 G83
7 379 5 980
^orms
63 630
17110 16 007
Provinz Rheinhessen
256 355
71 117 43 851
Hessen insgesamt 875 516
219 453 202 657
Städte mit 10
000 und mehr Einwohnern.
Mainz
76 746
23 761 8 726
Darmstadt
64 718
15 948 18 894
Offenbach
54 229
15 586 11 913
Worms
31 763
8552 8 090
Gießen
22 822
4 803 5097
Reu-Isenburg
8 356
1969 1 786
Friedberg
7 051
2125 1 435
Lampertheim
7 085
916 1 443
Bad Nauheim
5 492
1 513 1 324
Piernheim
6 407
996 229
Bensheim
6 025
2 087 1 <22
Bingen
6 743
1 504 863
Alzey
5 544
2167 767
Heppenheim a. d. B.
4 489
1411 406
Butzbach
3 072
831 534
Dieburg
3 884
1 154 362
Groß-Gerau
3 955
644 1 002
Alsfeld
3 325
716 891
Oppenheim
1 109 392
Büdingen
2 239
527 569
Erbach
2 295
676 547
Schotten
1546
328 585
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rztekommission. bestätigt I W
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Eine Anerkennung für die Träger der Fs' ^enspolitik
Oslo, 10. Dez. Das Robelkomitee hat in seiner gestrigen ?'bang den Nobelfrtedenspreis für das Jahr 1926 dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann und dem französischen Außenminister Briand, den rm Vorjahr zurück, gestellten Preis für 1925 dem britischen Außenminister Sir 9L Chamberlain und dem amerikanischen Vizepräsidenten General Dawes, dem Vorsitzenden des seinerzeit nach ihm benannten Reparationekomitees, verliehen.
Deutschlands Reparationsleistungen.
Berlin. In einem Bericht über die Reparationsz ach langen erklärte der Generalagent, daß Deutschland pünktlich gezahlt LNd zur leichteren Abwicklung der Zahlungen erheblich krége« tragen hat. --------
WtnrihfW.
Am Montag begann in Genf die Dezember-Ratstagung bet Völkerbundes Von deutscher Seite nehmen daran der Reichsaußenminister Stresemann, Staatssekretär von Schubert und Ministerialdirektor Dr. Gautz als Führer der deutschen Delegation teil. Das Programm der Tagung umfaßt 22 Punkte, unwichtige und äußerst wichtige. Zu den letzteren gehört Z. B. Punkt 8, Schiedsgerichtbarkeit und Sicherheit, Punkt 9, Herabsetzung der Rüstungen. Bei der Besprechung dieses Punkte wird eine Denkschrift der vorbereitenden Abrüstungskom- misston oorliegen. die allein 400 Seiten umfaßt, ein Zeichen.
Drvck. Verlag und Expebtti » n :
Gießen, Eüdanlsg« N Fernsprecher Rr. 1382 Postscheckkonto Nr. 8*87 Amt Frankfurt a. M
wie «r-^ckelt diese, Kapitel ist. Schon die eiläutcrung bw ^ulivngobezriffer hat bei der Stillegung ;a ganz gegenteiligen Ansichten geführt, bei welcher leider die für Deutschland so unheilvolle französische Ansicht siegte. Der Punkt 10, Herabsetzung ber Streitkräfte hängt unmittelbar damit zusammen. Während Deurschland bis in die äußersten Grenzen gezwungen wurde, wird es den anderen Staaten kaum einfallen, dasselbe zu tun. Ein weiterer Punkt soll die Finanzlage Danzig» regeln. Punkt 16 beschäftigt sich mit der Weltwirtschaftskonferenz. Punkt 20 bringt die auf keiner Tagung fehlenden Fragen de» Saarge, biete», des Schmerzenskindes des Völkerbundes, zur Sprache. Man kann den Verhandlungen nur die besten Wünsche entgegen, bringen, ohne sich darüber zu tauschen, daß für Deutschland nicht viel Ersprießliches dabei herauskommen wird. — Dom Reichstag
wurde das Gesetz gegen Schund und Schmutz nach langen Der^ Handlungen und vielen Kuhhändeln angenommen. Noch in der 3. Lesung beantragte d'e Sozialdemokratie den Passus, durch den die Kirchenvertreter in der Prüfungskommission mitzureden haben, zu streichen. Aber der Antrag fiel durch, sogar mit einer ganz respektablen Mehrheit. Das Gesetz war sicher sehr notwendig, aber was nutzt die Beseitigung der Schundschriften, solange in den Städten Tausende und Abertausende zusammengepfercht sind, wo Familien von 10 15 Köpfen in 2—3 Zimmerwohnun« gen Hausen, in denen sich so viel abspielt, was Kinder nie sehen dürften. Erst wenn hier Abhilfe geschaffen ist, kann das Gesetz
Von den Verzugszinsen zu unterscheiden sind jedoch die sog. Stundungozinsen, die bei Stundungen von Steuern und sonstigen Geldleistungen erhoben werden. Der Höchstsatz für die Stundungszinsen beträgt 6 v. H. jährlich, sofern nicht im Einzel- lall sogar zinslose Stundung gewahrt wird. In der Praxis der jedenfalls zu denken' Vor all^n Dingen zeigt sich eine ungeheure | Finanzämter geschieht âs, wenn entsprechend ungünstige wirk-
feine C
teien bei der Abstimmung über die Auflösung des Landtages einen ganz knappen Sieg. Der Landtag wird also noch ein Hal-, des Jahr im Amte bleiben Das Resultat der Abstimmung gibt
Müdigkeit des Volkes, zur Wahlurne zu genen.
Der Deutsche
hat anscheinend das ihm gegebene parlamentarische System noch nicht ganz verstanden.
KEMB
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Steuerverzugsoorschristen.
Durch eine Verordnung über Verzug-zuschläge und Der- zugszinfen vom & November 1926, welche im Deutschen Reichs- Anzeiger, Nummer 263, vom 10. November, veröffentlicht worden ist, hat der Reicksfinanzminister folgende Neuordnung der Stcuerverzugsvorschriften mit Wirkung ab 1. Dezember 1920 getroffen :
I. Verzugszuschläge: Bisher wurden bei Verzug, d. h. bei nicht rechtzeitiger Zahlung fälliger Steuern ohne Stundung Zuschläge in Höhe von \ v. H. für den angefangenen halben Monat erhoben, und war bei der Einkommen-, Körperschafts-, Vermögens-, Erdschafts-, Umsatz- und Odligotionen'Stcuer. Diese Verzugszuschläge werden abgeschasst und in Zukunft für alle Reichssteuern nur noch Verzugszinsen erhoben.
H. Verzugszinsen: Bisher wurden Verzugszinsen in Höhe non 9 v. H. erhoben Nach der Neuregelung sind im Falle'des Verzuges für alle Rcichssteuern Verzugszinsen in Höhe von 10 v. H. jährlich ab Fälligkeit zu entrichten, wenn eine nach den Steuergesctzen zu leistende Zahlung nicht rechtzeitig getätigt wird. Der bisher geltende Satz für Verzugszinsen von 9. 0. H. ist demgemäß um 1 v. H. erhöht worden.
schaftliche Lage des Steuerpflichtigen gegeben ist und dieser um zinslose Stundung einkommt.
Ferner kommen die bisher bestehenden Schonfristen für