Giessener Zeitung
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Televkon Nr. 1362.
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Nedaklion, Druck uud Verlag: Albi» Kiel» in («letze».
VWagëbriiderei, form. Keller, gegr. 1783.
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38. Jahrg. Dienstag, Den 24. Fcvruar 1^25. Nr. 23.
Landwirtschaftliche Umschau.
(Zusammenfassende Uebersicht über die Lage der deutschen Landwirtschaft.)
Allgemeine Lage. Die Krisis in der Landwirtschaft hält unvermindert an. Wohl sind Erleichterungen in der Kreditbeschaffung cingctreten. Die Verzinsung und Rückzahlung der Darlehen macht den Landwirten jedoch viele Sorgen. Aus allen Berichten geht hervor, daß unter diesen Umständen in Bälde mit einer Steigerung der Produktion gerechnet werden muß.
Arbeitskalender. Die Vorbereitungen zur Frühjahrsbestellung wurden infolge der schlechten Witterung (Regen und Schnee) verzögert. Nur das Aufbringen des mineralischen und tierischen Düngers auf Aecker und Wiesen konnte durchgeführt werden.
Stand der Fluren. Der letzte Schneefall gab den Saaten einen guten Schutz gegen die Nachtfröste. Aus den vorliegenden Berichten geht hervor, daß der Saatenstand im allgemeinen befriedigend ist mit Ausnahme jener Gegenden, die stark unter Mäuseschaden zu leiden haben. Auch die späten Herbstsaaten brauchen noch Erholung. Den Frost im Winter haben die Saaten trotz wenig Schnee verhältnismäßig gut überstanden.
Produktenmarkt. Die monatelang den amerikanischen Markt beherrschende Haussebewegung ist vor kurzer Zeit zusammengebrochen. Im Ausland dürften die Vorräte noch ziemlich groß sein. In der letzten Zeit haben sich die Märkte in Amerika und England wieder etwas erholen können. Dies verursachte auch auf den deutschen Produktenmärkten eine allgemeine Befestigung. Auf dem deutschen Markt haben sich die Preise für Getreide im großen und ganzen abgesehen von leichten Schwankungen halten können. Die Zufuhren sind gering. Das Mehlgeschäft ist sehr flau, ebenso das Futtermittelgeschäft, da die Landwirte infolge Geldmangel sich größte Beschränkung auf- crlcgen. Am Hopfenmarkt sind Stimmung und Preise unverändert. Die Nachfrage ist mittelmäßig. Am Heu- und Strohmarkt ist das Geschäft flau. Am Kartoffelmarkt haben Saatkartoffeln im Preise angelegen. Der Markt in Sämereien ist durchaus befriedigend. Die Weinvcrsteigcrungen weisen wechselnde Erfolge auf; neben gutgehenden mit annehmbaren Preisen finden sich manche schlecht abschneidende, wo man nicht auf die Unkosten kommt. Die Geldknappheit spielt hierbei eine große Rolle. Im freihändigen Verkehr geht es au di nicht besonders lebhaft zu.
Viehzucht. Seitens der Zuchtverbände, Tierzuchtvereine und Zuchtgenossenschaften wird ernstlich und zielbewußt an der Hebung und Förderung der einheimischen Tierzucht gearbeitet. Die Verbesserung der Bestände geht jedoch sehr langsam von- statten, weil fast überall die Mittel zur Einführung bester Zuchttiere fehlen. Mit Staatsmitteln könnte hier indirekt für die bessere und billigere Ernährung des deutschen Volkes viel getan werden. Viele Landwirte waren in der letzten Zeit auch
infolge der schlechten Wirtschaftslage zu Zwangsverkäufen gezwungen, bevor das Vieh richtig schlachtreif war. — Der Gesamtviehbestand der Welt (ohne Sowjetrepubliken, Ukraine, Weißrußland, Kaukasus und Krim, sowie ohne China, Türkei, Persien und einige weniger bedeutenden Gebiete) beträgt gegenwärtig: 65,9 Millionen Pferde, 434,4 Millionen Rinder, 140,7 Millionen Schweine, 455 Millionen Schafe und 76,2 Millionen Ziegen.
Viehmarkt. Bei Großvieh ist der Geschäftsverkehr immer noch recht flau. Gute Ware erzielt zum Preise über Notiz. Am Kälbermarkt trat hier und dort ein Preisrückgang ein, ebenso am Schweinemarkt. Bei Schafen war das Angebot an guter Ware geringer als die Nachfrage.
Häutcmarkt. Auf dem Häutemarkt ist insofern eine Aenderung cingctreten, als nach einem länger anhaltenden Rückgang der Preise plötzlich wieder ein Anziehen der Preise erfolgt ist. So brachten die letzten deutschen Auktionen fast durchweg Preisaufschläge von durchschnittlich 5—10 Prozent.
Düngermarkt. Die erwartete Erhöhung der Kalipreise ist nunmehr beschlossen. Die Inlandspreise sollen ab 16. April um durchschnittlich 5 Prozent erhöht werden. Während des Sommers sollen weitgehende Rabatte und Kreditmöglichkeiten gc= währt werden.
Steuern. Im Reichstag wurde der Antrag gestellt, die Umsatzsteuer mit sofortiger Wirkung auf %% herabzusetzen. Der Steuerdruck lastet nach wie vor auf der Landwirtschaft. Die Steuerermäßigungen und Stundungen werden von ihr als keine Hilfeleistung angesehen.
Forstwirtschaft. Die ungünstige Witterung der letzten Zeit hat den Beginn des Kulturgeschäftes verzögert. Mit Eintritt besseren Wetters wird, soweit die Lage es gestattet, mit Saaten und Pflanzungen begonnen werden. Die Fällungsperiode 1924=25 geht allmählich ihrem Ende entgegen.
Ausstellungen und Messen. 18. bis 23. Juni D.L.G.-Aus- stellung in Stuttgart. 4. bis 12. Juli 2. landwirtschaftliche Messe in Köln. Ende Oktober große Landwirtschafs- und Gartenbau- Ausstellung in Ludwigshafen. Vom 4. bis 7. September Landw. Landesausstellung in Sachsen.
Arbeitsmarkt. Weibliche landwirtschaftliche Dienstboten werden fast überall gesucht, an männlichen Arbeitskräften ist wenig Mangel.
Ausland. Infolge des Rückganges der Getreidepreise in Amerika haben die Mchlspekulanten in Ungarn riesige Verluste
Sie möchten nicht gern stärker werden,
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