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Giessener Zeitung

Mime nacbridHe«) M (Giessener Cageblatt)

Jimis- u. Uereinsnacbrichten

Bezugspreis:

6 0 Goldpfenuig moriackich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine30 Goldpf.

Telephon Nr. 1362.

Expedition: Südaniage 2t

Redaktion, Druck u«d Verlag: Albi« Klein in Wietzen, Berlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30mm breiie Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg.

,, ^-okal 10

90 Reklamezeile 120

38. Jahrg.

Samstag, den 16. Mal 1925.

Nr. 58.

die Bedeutung -es pcioathausbesltzcs für Staat, Volkswirtschaft u. Gemeinwirtschaft.

Von ebenso grundsätzlicher Bedeutung ist der Privathausbe­sitz als Steuerträger. Sie alle wissen, was im Frieden der Hausbesitz für die öffentlichen Haushalte in Reich, Staat und Gemeinden bedeutet hat. Ich will nicht auf Vorkriegszahlen zurückgreifen, sondern der Gegenwart ein Wort sprechen und lehne mich dabei an die amtlichen Auslassungen in der Be­gründung zu dem neuen Entwurf eines Finanzausgleichsgesetzes. Danach wird im Deutschen Reich das Aufkommen an Steuern aus dem Hausbesitz nach der beabsichtigten Regelung des Fi­nanzausgleichs wie folgt bemessen:

Steuern vom Grundvermögen im Reich 770 Millionen Mark Mietzinssteuer 1000

Grunderwerbssteuern 150

Wertzuwachssteuer 120

Vermögenssteuer 100

Das ergibt eine Summe von 2140 Millionen Mark also rund 2,1 Milliarden, wobei zu beachten ist, daß ich die kom­mende Hauszinssteuer von 40 Prozent nur mit einer Milliarde Mark bemessen habe, während sie theoretisch 2 Milliarden Mark beträgt. Es ist ferner bei der Grundvermögenssteuer lediglich ein Gemeindezuschlag von 150 Prozent zum staatlichen Satz einkalkuliert, obwohl eine Reihe von Gemeinden diesen bei weitem überschreiten.

Es sind nicht einkalkuliert die Gemeindezuschläge zur Haus­zinssteuer, ebensowenig die Einkommensteuer, die demnächst wieder Bedeutung erlangen dürfte, ebensowenig die Stempel­steuer, Umsatzsteuer und nicht die Gebühren für die städtischen Anlagen der Ent- und Bewässerung.

Für diese ungeheure Summe an Steuern, die allein der deutsche Hausbesitz für seinen Teil herauswirtschaften und ab- führen muh, trägt er die selbstschuldnerische Haftung, da sie größtenteils in der Form der Realsteuern aufgezogen sind, und da das Gcsamtaufkommen der dem Reich verbleibenden Steuern

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auf rund 5,3 Milliarden veranschlagt wird, bringt der städtische Hausbesitz somit, alles eingeschlossen, mehr als die Hälfte davon auf. In den Gemeinden hat er sogar größtenteils zwei Drittel der öffentlich-rechtlichen Abgaben zu tragen. Hinzu tritt, datz er für diese Steuern der Steuereinzieher ist und dadurch den össentlichen Körperschaften ungezählte Millionen an Verwal­tungsausgaben erspart. In diesen wenigen Sätzen ist zum Ausdruck gebracht, daß der städtische Hausbesitz mit das wich­tigst- Fundament der steuerlichen Etats darstellt. Erkenne man i daher diese Bedeutung des städtischen Hausbesitzes als Steuer­träger und würdige sie, indem man ihm die Anerkennung nicht versagt.

Zuletzt ist der städtische Hausbesitz der Arbeitgeber groher wirtschaftlicher Erwerbsgruppen. Wenn man bedenkt, baß im

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